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Nr. 2H Zweiter Blatt Jahrgang

Ecrsch«tnt täglich mtt Ausnahme des Sonntags.

DieStetzener ^amilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigetegl, das .^lreirdlatt für den «reir Sichen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit-

sragen" erscheinen monatlich zweimal.

Mmer Anzeiger

General-Anzeiger für lvberhesjen

Dienstag. P. November

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Sreindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriltleitung, Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul­strabe?. Geschäftsstelle u.Berlag:s-^ö1,Schrist- Icitung: «-^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Giebeu.

Bur und Brite.

Von einem Deutschen, der lange Jahre im Gebiet der ehemaligen Burenrepubliken gelebt hat. geht uns folgende Darlegung über die Aussichten des Burenausstandes zu:

Das Worter lügt wie ein Engländer" ist ja wohl ge­flügelt geworden, aber zum Schluß haben auch die englischen Lügen kurze Beine. Wenn diese etwas länger sind als andere, so liegt das daran, daß Albion über den Riesenapparat des Reuterschen Schwindelbureaus verfügt, und daß, was den Bnrenaufstand betrifft, Reuters Telegraph natürlich einen erheblichen Vorsprung vor den brieflichen Nachrichten aus der Südafrikanischen Union hat, die uns noch dazu mit eini­gen Schwierigkeiten und auf Umwegen zugehen. Diese Nach­richten aber zeigen, daß es ein ganz gewöhnlicher Schwindel war, wenn Reuter in alle Welt hinausposaunte, daß es sich bei dem Aufstand des Burengenerals Maritz und seiner Leute um einen belanglosen Zwischenfall gehandelt habe. Diese Meldungen kennzeichnen sich schon dadurch, daß Maritz und die seinen allzu oft geschlagen, verwundet und gefan­gen worden sind, denn auf die Dauer hielte das nicht einmal die zähe Natur des Buren aus.

Unterdessen aber hat sich derZwischenfall Maritz" laugst zu dem noch weit ernsteren Fall de Wet-Beyers erl­weitert. So lange Maritz, der zur Herzogpartei gehört, aber bei seinem Ausstand zunächst nur einen kleinen Teil der Par­tei hinter sich hatte, an der Spitze der gegen die Engländer gerichteten Bewegung stand, mochte man sich in der Downing- street vielleicht wirklich mit der Hoffnung schmeicheln, daß es sich um eine Bewegung lokalen Charakters handele, denn man hat bei den Herren Asguith und Grey schon des öfteren derartige verhängnisvolle Selbsttäuschungen feststellen kön­nen. Seitdem aber de Wet und Beyers denheiligen Krieg" gegen die Briten, das heißt für die heiligsten Güter der Buren, für ihr Land und ihre Freiheit verkündet haben, kann man sich in England dem Ernst der Lage nicht mehr ver­schließen, und soweit das doch geschieht, handelt es sich usnr eine unsinnige Vogelstraußpolitik.

Der Name de Wet, desschwarzen Teufels", der sich als letzter Burenführer nur widerstrebend zum Frieden von Vereeniging entschlossen hatte, und der seit 1907 als Acker- bauminister der Regierung der Oranjesluß-Kolonie angehört, hat bei allen Buren noch heute einen guten Klang: er war der erfolgreichste Held des Burenkrieges. Noch größere Zug­kraft aber bei den Buren aller 4 Unionländer hat der Name B e h e r s , der mit seiner im Krieg gegen England bewiesenen militärischen Tüchtigkeit staatsmännischen Sinn und hohe politische Begabung vereinigt. Der ehemalige Rechtsanwalt, Her Sprecher im ersten Transvaalparlament unter englischer Herrschaft war, wurde nach der Gründung der Südafrikani­schen Union Oberkommandant der gesamten Miliz, welchen Posten er bekanntlich niederlegte, als der Premierrninistcr Botha auf Englands Geheiß den Feldzug gegen Deutsch- Südafrika beschloß. Die Burenmiliz steht aber trotzdem auch heute noch nicht hinter Botha, sondern hinter Beyers, und wie nach den neuesten Meldungen sich nicht nur in der Kap- kolonie, sondern ebenso in Transvaal und im Oranjestaat die Buren erheben, so ist es nur noch eine Frage der Zeit und der Niederlagen Englands in Europa, bis die ganzen Buren­länder im Aufstand gegen die britische Herrschaft stehen werden.

Die Herzogpartei, der fast aUe Farmburen angehören, und die niemals die LosungAfrika den Afrikandern" auf­gegeben hat, hat zwar bisher noch nicht mit Maritz, de Wet und Beyers offiziell gemeinsame Sache gemacht, da der bedächtige Herzog das Losschlagen als verfrüht ansah. Fm Endziel aber stimmt Herzog durchaus mit de Wet und Beyers überein, und nur gegen seine Taktik des Ab­wartens richten sich die Worte, die de Wet am 29. Oktober in Brede sprach:Einige Freunde rieten mir, etwas länger zu warten, bis England stärkere Schläge erhalten hat; aber es ist unter meiner und meines Volkes Würde, einem toten Hund einen Fußtritt zu geben." Es ist ohne Zweifel, daß jetzt auch ein Teil der Bedächtigeren durch de Wets und Beyers Beispiel fortgcrissen werden wird. Muß man doch bedanken, daß selbst die Bothapartei, die sich vor allem auf die Stadt- buren stützt, nur aus Nützlichkeitsgründen mit den Englän­dern paktiert hat. Ja, im Grunde hat der vielgeschmähte Botha, indem er die ganze Zivilverwaltung der Union, ebenso wie die Streitmacht Südafrikas in die Hände der Buren spielte, vielleicht mehr für die Vorbereitung des Auf­standes getan als mancher der jetzigen Burcnführcr.

Diesem Ausstand, der auch durch den jüngsten namhaften

Deutschlands Universitäten im Uriege.

Inter arma tacent musae. Der Krieg ist den Wissen­schaften und Künsten nicht holo. Wenn auch in diesen Tagen die Hochschulen Deutschlands wieder pünktlich ihre Psotten öffneten, so wird doch«, da unsere akademische Fugend in großer Zahl dem Ruse zu den Waffen Folge geleistet hat, der Besuch allenthalben nur schwach sein. Unter diesen Um­ständen ist es wohl von besonderem Interesse, zu erfahren, wie sich die Schicksale der deutschen Universitäten in den Kriegsnöten früherer Jahrhunderte gestattet haben. Die ersten schweren Tage, die den rasch zur Blüte gelangten jungen deutschen Hochschulen beschieden wurden, brachten die Kämpfe der Reformationszeit. Wie die Unter- sirchnngen von Franz Eulenburg zeigen, genügte damals eine Frist von nur fünfzehn Jahren, um die Zahl der Stu­dierenden um fast drei Viertel zu verringern. Bon 4041 nöpien im Jahrfünft 151115 fiel der Besuch auf nur 1135 im Durchschnitt der Jahre 15261530.

Kaum weniger hart Ivurden die deutschen Universitäten von den Stiirmeir des Dreißigjährigen Krieges betroffen. Den Tiefstand des Stndrnms brachten die Jahre 1636 bis 1640, wohl die furchtbarste Prüfilngszeit, die unser Vaterland je hat durchkosten müssen. Hatte zu Beginn des Krieges die Besucherzahl 7740 betragen, so stellte sie sich jetzt nur noch auf knapp 4300. In Heidelberg erfolgten wäh­rend der drei Fahre 1623 bis 1625 nur fünf tÄnschreibunf- ge», von 1632 bis 1652 war die Hochschule gäi^kch ge­schlossen, in Leipzig sank die Zahl der Inskriptionen von 1142 int Jahre 1618 bis auf 89 litt Jahre 1639. Günstigerer Verhältnisse erfreuten sich die Universitäten der vom Kriege weniger heimgesuchtev Gebiete, so Frankfurt a.O. und vor

Erfolg der deutschen Waffen in Südwest neuen Anreiz erhalten hat, stehen die Engländer einigermaßen wehr­los gegenüber, denn der Hauptteil der englischen Truppen wurde schon bei Beginn des Krieges auf den belgischen Kriegs­schauplatz verschickt. Es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, wann dem britischen Imperium in Südafrika das Totenglöck- lein geläutet werden ivird. Ein alter holländischer Afrikander erklärte mir dieser Tage, er werde nichtnach drüben" zup rückgehen, bis die Union wieder Burenrepublik sei, und er fügte hinzu:Diese Weihnachten werde ich wohl noch in Europa feiern müssen." So felsenfest glauben die Afrikander an den Erfolg der Burenerhebung.

Demicbc Kolonien.

Dir Einnahme von Lüderitzbucht.

Bon der holländischen Grenze, 9.Rov. Die in Holland eingetroffeneV o l k s st e m" aus Pretoria enthält folgenden Bericht des Reuterschen Bureaus vom 21. Sep­tember über den Fall von Lüderitzbucht:

Man schien woh! einiges zu erwarten, und wenn drc Plätze des Generals Beves in Erfüllung gegangen wären, so hätten |te wohl gute Ergebnisse gehabt. Es war beabsichtigt, den Feind vom Rücken ioie von der Front anzugreifen. Jnsojgedessen waren Vor­kehrungen für die Landung einer starken Abteilung in der Nord Long Island-Bucht, etwa 20 Klm. südlich von Lüderitzbucht, ge­trosten worden. Von da sollte dann verseucht werden, die Eisenbahn zu sprengen, um auf diese Weise der kleinen Besatzung den Rück­zug abzuschneiden. Schließlich sollte eine starke Stellung besetzt uerden, welche die Stadt beherrschte: zugleich sollte der Rest der Hauptstreitkrast unter Bedeckung der Geschütze eines Kreuzers die Stadt von der Seeseiie betreten. Das alles sollte unter dem Schutz der Dnnkelheit vor sich gehen. Offiziere und Mannsä>aften waren sehr kampsbegierig (?), allein, als es zur Landung gehen sollte, ging die See so hoch, daß das Unternehmen unmöglich wurde... Wäre unsere Wteilung vorher aus Land gesetzt wor­den, so würde man vermreden haben, daß ein großer Teil der deut­schen Truppen zurückgezogen wurde, und, was noch wesentlicher ist, es würde dann eine Menge von Nahrungsmitteln und gut brauchbarem Disenbahnmaterial uns nicht entgangen sein. Wrr erkannten, datz die Räumung schon drei Wochen vorher beschlossen worden 'war. Als wir auf der einenSeitein die Stadt rückten, tzogendreDeutschenausderanderenSeite a b. Drei unserer Leute konnten dies beobachten, wenn sie sich auch für den Augenblick nicht darüber Rechenschaft ablegten. Die kleine Gruppe, die in Nord Long Island an Land gesetzt worden war, unterstand dem Hauptmann de Meillon, dmn leitenden Ossizier des Erkundungsdienstes. Die Ser ging hoch: indes wur­den alle sicher in einen Schlepper hinuntergelassen. Als der Hauptmann, ein Wegweiser und ein Techniker an Land kamen, bemerkten sie eine deutsche berittene Streifwache, der sie unver­züglich nachsetzten. Als das Landungsboot nach dem Schlepper zurückrudern wollte, um noch mehr Mannschaften zu holen, kenterte es, und da es das einzige Boot war, da? der Schlepper an Bord hatte, mußte man von weitern Landungen absehcn. Die drei Genamtten erreichten Lüderitzbucht am frühen Morgen, hatbblütd von d«n Scmdstnrm und in einer solchen allgemeinen Verfassung, daß sie froh waren, unter ein 'Dach zu kommen. Sie betraten ein leeres Haus, in dem das Bett noch warm war.

Es sind in Lüderitzbucht m«hr Menschen zurückgeblieben, als man erwarten konnte, und zwar sind die meisten, wenn auch nicht alle Frauen .... Es ist soeben ein Aufruf des Obersten Beves angeschlagen worden, wonach die Stadt amtlich dem eng­lischen Besitz angegliedert wird und allgemeine Ver­waltungsmaßregeln, insbesondere über die Sicherheit von Leben und Eigentum angegeben werden. Oberstleutnant Müller ist zum Mckitärgouverneur ernannt worden. Gegenwärtig lassen die männ­lichen Bewohner des Ortes sich einttagen und geben ihre Waffen und Patronen ab. Die gesamte Stärke des Feindes habe ich ver­schiedentlich, aber nie aus mehr denn 9000 Mann von allen Waf­fen schätzen hören: die Besatzung von Lüderitzbucht bildete nur einen lleinen Teil davon . . . General Beves hat strengen Befehl gegen das Plündern erlassen, indes will das nicht heißen, daß nirgend« geplündert worden ist. Im Gegenteil haben sich die Kaisern ans Rauben begeben: viele von ihnen sagen, sie hätten seit vier Monaten kein Geld erhalten und deshalb wollten sie wohl die Ge­legenheit wahrnehmen, um sich schadlos zu halten. Der Ort macht den Eindruck von Wohlhabenheit . . . Es gibt manche schöne Gebäude, die alle ohne Ausnahme häuslich und geschmack­voll eingerichtet sind. Das Gebäude der deutschen Diamant­gesellschaft. in dem das Hanvtguartier sich eingerichtet hat. bietet ein seltenes Blld von Reichtum und Geschmack. Das Krankenhaus zählt 15 Betten, sowie 100 Betten für Kaisern. Man sagte mir, daß es 120 000 Mk. gekostet hat, und tatsächlich ist es für einen solchen Ort glänzend eingerichtet. Die Funken st ation ist vernichtet. Auf dem Leuchtturm waren die Lampen weg- genonrmen. Brunnen für frisches Wasser fehlen in Lüderitzbucht. Alles Wasser für den Hausgebrauch muß mit großen Kosten aus der See kondensiert werden und wird, dann an die Einwohner zum Preise von 6 Mk. für 450 Liter verkauft. Acht Monate im Jahre tobt hier der Wind, und sind Sandbrillen für Menschen und Tiere

allem Königsberg, das einen gleich starken Besuch erst w-ieder im 19. Jahrhundert aufzuweisen hat.

Den letzten schweren «Schlag erlitten die deutschen Hoch­schulen im Zeitalter der napoleonischen Kriege und der Freiheitskämpfe; von ihrer Gesamtzahl hat nur eben die Hälfte diesen Zeitraum überdauert, wobei wir allerdings beachten müssen, daß unter den Opfern sich auch manche überlebte Anstalt befand. Die Zahl der Studierenden, die seit dein Westfälischen Kriege zwischen 6000 und 9000 sich bewegt hatte, siel nunmehr auf 5350, um sich alsdann bis zum Jahre 1830 wieder fast genau zu verdreifachen. Völlig unberührt blieben dagegen die deutschen Hochschulen von den Ereignissen der Jähre 1864 und 1866.

Was endlich den letzten Deutsch-Französischen Krieg anlangt, so stellte sich die Zahl der Besucher im Svmmer- semester 1870 ans 14134, im solgenden Winterhalbjahr da­egen auf nur 12 241, was eine Abnahme um 1893 Besucher edentet.

Für deutsche Sprache" vor hundert Jahren.

Angeregt durch die siegreichen Befreiungskriege wurde, gerade wie jetzt wieder, vor hundert Jahren auch schon der Wunsch in den weitesten Kreisen laut, die bekannte Sucht des Deutschen nach Fremdwörtern kraftvoll zu beseitigen Wohl waren schon vordem einzelne Männer in Wort und Schrift gegen diese Unsitte zu Felde gezogen, vor allem Friedrich Ludwig Jahn, der bekannte ..Turn­vater", und Johann August Zeune, der Begründer der Berliner Blindenanstalt. Beide begründeten dann zu dem Zwecke, diesen Bestrebungen einen Mittelpunlt zu geben, am 9. November 18 14" dieBerlinische Gesellschast für deutsche Sprache". Zu den Gründern gehörten außer den beiben Genannten der Pädagoge Hosrat Wolke, in dessen Wohnung am genannten Tage abends I

unentbehrlich. Uebetoll liegt der Send knöcheltief. Die Leute leben hier sehr gut, und da in Lüderitzbucht auch kein Schimmer von Grün zu sehen ist. muß das Leben hier eine Kunst geworden sein, welche die Einwohner zu bemcistern wußten. Das alles ist den Diamaitten zu verdanken, die dem Orte eine prächtige elektrische Einrichtung, einen Fernsprechverkehr mit dem beinahe 700 Kilometer entfernten Windhuk und manches andere verschafft haben. Die Diamanten haben auch die Einwohner bereichert.

Die D i a m a » t e n sind es wohl auch, ivelche die Briten

veranlaßt haben, den Fuß an die südwestafrikcurische Käste

zuerst in Lüderitzbucht niederzu setzen.

*

Der Gouverneur Graf Zech gefallen.

Graf Zech, der frühere Gouverneur von Togo, hat, wie uns geschrieben wird, nach einer privaten Mitteilung auf dem Kriegsschauplatz den Heldentod gefunden. Graf Zech, der Kö­niglich Bayerischer Kämmerer war, stand als Major der Re­serve im Felde und war der Führer eines Bataillons. Seine Verdienste um die Kolonie Togo, die er fünf Jahre lang, von 1905 bis 1910, verwaltet hat, sind ungewöhnlich zu nen­nen. Er hat nicht nur die Finanzlage der Koloyie außer­ordentlich günstig gestaltet, sondern hat auch bei allen Be­wohnern der Kolonie, bei den Beamten und bei den Ein­geborenen das größte Vertrauen genossen. Togo wurde unter seiner Leitung zu der berühmtenMusterkolonie", die sogar Fortbildungsschulen für Eingeborene ausweist.

Verlustliste.

Infanterie-Regiment Nr. 116, Gießen.

Raumont am 30. u. 31. 8., 1. u. 6., Alliancilles am 8., Sepr Fours und Eluny am 25. u. 26., Cruny am 27. 9., Oremertz am 30. 9., 1. u. 2., Fusny am 1. u. 2., Päpstlers aM 1. u. 6. and Fresnoy am 6. 10. 14.

Ohne Angabe der Komvagnie: Hpttn. Mattel, ge- sallen. Hptm. Buhtz, verw. Lt. d. Res. Becker, an seinen Wunden gestorben. Lt. Flotho, verw. Lt. Loerbrocks, verw. I. Bataillon.

L ei b - Ko m v a g ni e: Lt. d. Res. Bertermann, verw. Vizcseldw. Wilh. Ludw. Kurt Pistler, Marten, Tottmund, verw.

Ufsz. d. Res. Friedr. Wilh. Lenz, Klein-Linden, Gießen, ge­fallen. Musk. Ernst Karl Joh. Becker IV., Gießen, gefallen.

Musk. Karl Bachmann II., Freienseen, Schotten, gefallen. Ers.-Res. Heinr. Wilh. Heß, Storndors, Alsfeld, gefallen. Gefr. d. R. Will,. Marl, Valbett, Altena i. W., verw. Gcfr. b. Res. Ludwig Berg, Weickartshain, Gießen, verw. Tamb. Andreas Kienle, .Oberkammlach, Schwaben-Nenbnrg, vertv. Horn. Richard Goß, Gießen, verw. Ers.-Res. Johannes Loos, Sandlofs, Lanterbach, verw. Res. Heinrich Kalbfleisch, Lieder­bach, Alsfeld, verw. Res. Albert Adolf, Heuchelheim, Gießen, verw. Res. Adolf Hetzer, Schotten, verw. Res. Wilhelm Zimmer, Weickartshain, Gießen, verw. Res. August Bonrad, Hegheim, Büdingen, verw. Ers.-Res. Karl Will, Volkartshain, Schollen, verw. Musk. Philipp Ruckelshaußen, Wallerstedten, Gr.-Gerau, verw. Ussz. Lange, gefallen. M«sl Schönster, gefallen. Musk. Georg Kaiser II., Ostenthal, Ostenbach, verw.

Musk. Adam Phil. Wilh. Heil II., Seelbach, Oberlahn, verw.

Musk. Jakob Kern, Stamanherm, Friedberg, vettv. Ers.- Res. Wojcierkobsktz, verw. Res. Heinrich Rehberger, Greben­hain, Lauterbach, gefallen. Musk. Fritz Wilh. Stroehl, Erfurt, verw. Musk. Michael Sammet, Langenbrombach, Erdach, verw.

Ers.-Res. Gefr. Huber, verw. Er« .-Res. Friedrich, verw.

2. Kompagnie: Bizeseldw. d. Res. Rud. Homberger, Gießen, lverw. Ussz. d. Res. Heinrich Klein, Treis a. d. L., Gießen, gefallen. Ussz. d. Res. Wilhelm Meiuingliaus, Ems,' Unlerlahn, lverw. Musk. Karl Gebauer II., Reuters, Lauter­bach, lverw. Musk. Johann Krenkel, Habitzheim, Dieburg, lverw. Must. Konrad Pfeffer, Lauterbach, lverw. Musk. Franz Ochmann, Kotschanowitz, Ostpreußen, gesallen. Ussz. d. Res. Motttz Schmidt, Eisenroth, Tillkreis, gesallen. Musk. Wilhelm Altseld, Heilenbeckc i. Pr., lverw. Musk. Heinrich Feilbach, Schönborn i. Pr., lverw. Res. Friedrich Gabriel I., Herborn-Sclbach, Wetzlar, lverw. Res. Ernst Karl Gabriel II., Herborn-Selbach, Wetzlar, lverw. Sergt. d. Res. Philipp Keil, Ettingshausen, Gießen, lverw. Res. Stanislaus Knsiuiack Sar- bnowo, Ostpr., lverw. Musk., Karl Schnell, Kessclbach, Giessen, lverw. Res. Albert Hartmann, Liederbach, Alsfeld, lverw Res. Hasen au, gefallen. Gefr. Bechthold, gefallen Ufsz. Grüner, gesallen. Gefr. Brück, gesallen. Res. Heinrich Schmiermund, Liederbach, Alsfeld, lverw. Musk. d. Res. Hein- ttch Fischer, Hcrnshausen, Lauterbach, lverw. Res. Karl Becker I., Stockhausen i. Pr., lverw. Res. Wilhelm Anloni, Werdol i. Pr., lverw. Res. Hermann Göcke, Altena i. Wests., lverw. Res. Friedrich Agcl, Tukcnhosen i. Pr., lverw. Res Konrad Weiß, Licderbach, Alsseld, lverw. Res. Heinrich Bechthold, Eichels- dors, Schotten, lverw. Res. Jakob Weber II., Mudersbach i. Pr., lverw. Musk. Philipp Reichenthal, Vilbel, Friedberg, lverw.

Musk. Friedrich Zimmcrmann, Timm ermann, lverw Musk. Ludwig Weigel, Breitenstein i. Pr., low. Musk. Ludwig Laumvach, Reiskirchen, Gießen, lverw. Musk. Karl Gebauer I., Heblos, Lauterbach, lverw. Ussz. Otto Porlh, Ruppertsburg, Schotten, lverw. Musk. Wilhelm Ulm, Allendorf a. d. L.,

6 Uhr die erste Vereinigung stattfand, und Professor Bücher, Pre­diger Leinecke, Professor Th. Heinsius und Dr. Krause. Die Ge­sellschaft litt wohl zunächst darunter, daß die Vorschläge zumeist über das Ziel hinausgcschossen. So machte Zeune zum Beispiel den Vorschlag, auch die fremden Namen durch deutsche Bezeichnungen zu ersetzen: er wollte für London und ParisSchiffstadt" und Schlammstadt". Jahn wollte alle langen Worte abkürzen, z. B. für LebensoerlängerungskunstLebenslängse" sagen. Doch ivurden in diesem Kreise auch Worte geprägt, die sich dauernd eingeführt haben. So hat Jahn hier am 16. Januar 1817 zum ersten Male das bekannte TurngerätHantel" genannt, das noch heute so heißt. Die Gesellschaft hat über ein halbe- Jahrhundert bestanden, zuletzt fieilich nur im Verborgenen geblüht, doch aber auch zeitweilig in der wissenschaftlichen Welt Ansehen genossen. Manche Berühmt- heit gehörte ihr an oder wohnte den Sitzungen besuchsweise bei, manche Größe auch, die sich vorübergehend in Berlin anfhielt, so Jean Paul, Ludwig Uhland und andere, llhland hatte der Gesell­schaft im Jahre 1817 sein bekanntes GedichtDie deutsch- Svract gesellschast" giwidmet, das bei dieser Gelegenheit in Ettnnerung zu rufen, wohl eine zeitgemäße Mahnung ist:

Gelehrte deutsche Männer,

Der deutschen Sprache Kenner,

Sie reichen sich die Hand,

Die Sprache zu ergründen,

Zu regeln und zu runden.

In emsigem Verband.

Indes nun diese walten.

Bestimmen und gestalten Der Sprache Form und Zier:

So schasse du inwendig Tatkräftig und lebendig,

Gesamtes Volk, an chr! . . .