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Aus dem Reiche.

(WTB.) Hamburg, 8. Nov. (Nichtamtlich) Der Reichs- tagsabgeordncle Friedrich Wilhelm Metzger (SozialdcmokraO, langjähriger Vertreter des dritten Hamburger Wahlkreises, ist heule gcswrbcn.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 9. November 1914.

** Großherzogsgeburtstagsfeier 1914. Wie uns mitgeteilt loird, hat das Großh. Ministerium des Innern die zuständigen Stellen darauf hingewiescn, daß dem Ernst der Zeit entsprechend in diesem Jahre davon abgesehen werden solle, das Geburtssest des Großherzoqs durch F c st - e s s e n , K o m m e r s e u. ä. zu feiern. Festliche Veranstaltun­gen ernster Art seien nicht zu beanstanden.

** Generalmajor v. T r o t t a , der frühere Kom­mandeur der 116er, hat kürzlich das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten. Sein und der von ihm geführten Trup­pen tapferes Verhalten zeigt folgender Korpsbesehl:

Am 13. d. Mts. haben unrer dem Befehl des Gene­ralmajor-:- v. Trotla das Regimen! 114 und die zweite Abteilung des Feldartillerieregiments 30 im Verein mit Tei­len der 1. Gardekavalleriebrigade und Gardejägern das von starken englischen Truppen befehle Tors Givenchyles-Labas- fee angegriffen und in tapferem, rücksichtslosem Vorwärts­gehen genommen. Dabei find 10berst, 2 Offiziere und gegen 200 Mann gefangen genommen, 2 Geschütze und 2 Maschi­nengewehre erbeutet worden.

Ich spreche dem Führer, sowie allen beteiligten Offizie­ren, Unteroffizieren und Mannschaften meine volle Anerken­nung für diese schöne, von flottem Angriffsgeist zeugende Wassentat aus.

Dem Generalmajor v. Trotta ist das Eiserne Kreuz 1. Klaffe verliehen worden.

Ter kommandierende General Allerhöchst mit der Führung beauftragt

ge;.: Frhr. v. Matter, Generalleutnant."

** Handelskammer mahl. Am Ende dieses Jahres hat in den Wahlbezirken Gießen-Stadt und Lich eine Er­gänzungswahl für die ausscheidenden Herren S. Hci - ch e l h e i in , A, Kl in g s p o r, A. N o 11, sämtlich in Gießen, und H. I h r i n g in Lich stattzufinden. Die Handelskammer veröffentlicht im Inseratenteil der vorliegenden Nummer die betreffende Bekanntmachung.

** Der Kartoffelvcrkauf der Stadt chatte ani Samstag ca. 500 Kunden angezogcn, welchen aber nur je 10 Pfund abgegeben wurden. Der Verkauf fand diesmal sein Ende. Es wurde der Kundschaft eröffnet, daß sic von nun an wohl auf den Wochenmärkten Kartoffeln kaufen könne. Beim letzten Markt auf dem Brandplatz war ein Hochheimer .Händler mit 20 Sack Kartoffeln ausgesahren., die er in länm 15 Minuten malterweisc absctztc.

** Vom städtischen Schlachthof. Die Schlachkun- gen in unserer Stadt hatten für das 3. Quartal l. I. fol­gendes Ergebnis: Großvieh 937 Stück (gegen 830 Stück im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 832 Stück in 1912), Kälber 1665 Stück (1352 und 1378), Schafe 196 Stück (235 und 228), Schweine 3504 Stück (3000 und 3342), Pferde 13 Stück ,28 und 43), Ziegen 6 Stück (4 und 4), Ziegen- und Schaflämnier 4 >0 und 1), Spanferkel 1 (3 und 7). An Groß­vieh wurden geschlachtet 296 Ochsen (270 und 261), 89 Bul­len (72 und 63), 149 Kühe (187 und 172), 403 Rinder (301 und 3361. Tie Mehrfchlachtnng an 500 Schweinen ist zwcifel- los, ebenso tvie die vermehrte Rinderfchlachtnng, u. a. auf die Einquartierung zurückzuführen, wodurch der zahlen­mäßige Racknveis erbracht ist, daß das Metzgereigeiverbe ziemlich erhebliche größere Vorteile aus dem Krieg ge­zogen hat.

** Liebesgaben für die Gardetruppen. Der hiesige Garde-Verein veröffentlicht in heutiger Num­mer einen Aufruf zur Spendung von Liebesgaben für die Garbetruppen. Es wird darin l-ervorgehoben, daß die Gardc- truppen aus alte« Ok-bicten des Reichs entnommen werden, und daß cs sich hierdurch erklärt, daß diese Truppen we­niger mit Liebesgabe »send ungen bedacht wer­den wie andere, für die in kleineren abgegrenztcn Gebieten erfolgreicher gesammelt werden iänn. Gardctruppen, die vor kurzem mehrere Tage hier einquartiert waren, wurden in so auffallend herzlicher Weife ausgenommen und verpflegt, daß für sie auch wohl diese LiebsegabeusommsVung gut aus- f asten wird.

__ ** Die Engländer, die man am Freitag und

Samstag in das Gefangenenlager cingebracht hat, sind jetzt zu ihren in Berlin festgenommenen Landsleuten nach Ruh- leben bei Spandau verbracht worden. Fünf von ihnen, dar­unter der Admiral Mel, wurden, weil sie leidend sind, am Samstag abend nach Bad-Nauheim zurückgebrach.t. Zwei wn den in Gießen am Freitag sestgenommencn Engländern, Vater und Sohn, die in unserer Stadt geboren und ansässig ind, wurden am Samstag früh wieder auf freien Fuß ie setzt. Mau hört, daß der Vater, veranlaßt durch den krieg, vor Wochen schon seine Naturalisation betrieben >ar. und daß dieser Umstand für seine Haftentlassung den ilruud gebildet haben soll.

** T i e Direktion des StadtthcaterS weist darauf >in, daß in der morgigen Abonnementsvorstellung die sehens- certe Aufführung vonWallenstcins Lager"' zum letztcnmale iczeigt wird.

** DasU n i'v n-Thea t e r" (Seltersweg 81) verzeichnet ,n icm diesivöchigen Spielplan den sechSaktigcn dcutsdum Kunst­ilmDas geheimnisvolle X", eine überaus wirksame Bersilmnng panncndster iriegerifchcr Ereignisse zu Wasser und zu Lande.

Landkreis Gießen.

§ Klein-Linde», 7. Nov. Do» den Kriegsteilnehmern »stier Gemeinde sind bis jetzt sechs Tapiere de» Öelden- od gettorben. Mit de»> Eijernen Kreuz wnrde» bis jetzt .ire djncl: peinlich Jung, Musketier der Mafcblncngewehr- Itzt iliing des 9»'Ngts. Nr. 116: August Reuschliug, lÄesr. » Jni.-Rcgl. Nr. 112, und Ernst Lutz, Reservin im I»i.-Rcgt. Ir. 116. Tie üeilnahnie linierev Gemeind« au der Kriegs- ü r s o r g e ist jetzr crireulich.iai Ortskomtlee des Rote» Kren,es i in reger Tätigleil und tank der Op'erwilligkcit unserer Genicindc» istglieder tu der va.ie, sortgcietzt vicbesgaben abzulieieru. Tic irstich vorgeuouiuieue Eiusa,nuilung vou Kartoffeln, Geu-üse. buiiv. ist über alle Erwartung befriedigend nuSgeiaUcn. Zum eil ivurdeu die eiugesammclten Produkte soiort au einzelne uzaretle abgeaeocu, zum Teil iverdeu sie in hicsigrn Gememdc- llcr» bis au> Abrui ambewabrl. Unter der uiänulicheu ugeud zeigt sich ein guter vaterländischer Geist. Tic Teilualuue )> der militärischen Vorbereitung der Jugend ist lehr ark. Es ftudcu in der Woche Jusirutliousstunden in einem Schul- ale und a» den Sonntagen iür den Militärdienst tu Betracht nn,»ende Hebungen (Ererzicren und Geländeübungen^ wobei die »ugingiinschalt ei» grobes Jnlcrcsje an den Tag legt, statt.

1. Garbenteich, 8. Rov. Pan den Arbeiter» der Firma ng. Ackermann, Zigarreniabrik. Garbcntctch, sind für die »Neidenden in O st v r e u ß e n 50 Mk. gesamnielt worden.

Kreis Wetzlar.

(:) Wetzlar, 8. Nov. Ter Bürgermeister macht bekannt, im Kleinhandel sei die Festsetzung der Hoch »preise iür Kar­tosseln nicht i u n e g e l> a l t c ii worden. Gegen die betreffen­den Verkanser sei eine 6) e l d st r a s c verdangt ivorde». Von den Beslinnnnngen des Gesetzes. Geldstralen bis z» 3000 Mark und zwangsweise Wegnahm« der Vorräte werde »»nachßchtlich Ge­brauch gemacht werde». Jeder Falt der llebertrelnng möge dem Bürgermeisteramte niitgete It und unter keinen Umständen mehr als der iestgesctzlc Preis bezahlt iverdeu, da sonst die Tnrch- südrnng der getroffenen Platznahmen nicht in vollem UnOangc möglich sei.

Hessen-Nassau.

m. N e II st a d t 8. Nov. Glück hatte der Tambour Rich. Groll von hier. Während eines Gefechts in Frankreich wurde ihm durch einen Granatsplitter die Tronnncl nebst Lcdcrzeug vom Leibe gerissen, während er selbst ohne den geringsten Schaden da­vongekommen ist. Ter Webrmann Ludwig Röder aus Burg- holz erhielt seines tavieren Verhaltens wegen vor dem Feinde das Eiserne Kreuz und wurde, da er vorzügliche Meldungen über die Stellungen de§ Feindes gebracht halte, zum llnteroisizier befördert. Der Stand der Wintersaaten ist in der hie­sigen Gemarkung im allgemeinen befriedigend. Durch die günstige Wittcruiig sind die Winterfrüchte gut ansgegangen und zeigen schönen Stand. Stellenweise macht sich der Schncckenfraß unlieb­sam bemerkbar.

I>. Frankfurt a. M., 8. Nov. Dos nach dem Vörbkkdc der Marburger Anatomie erbaute Univcrsitätsinstitut s ü r normale Anatomie wnrde am Samstag eröffnet. Der tech­nisch mustergültig eingerichtete Bau erforderte eine Bansnmmc von 420 000 M. und mackst in allen seinen Teilen den Eindruck großer Zweckmäßigkeit und weiser Voraussicht für fernere Entwicklungs- Möglichkeiten der Universität.

Deutschtum und Zrlam.

Von Hans Otto Becker.

Der Augenblick, in dem die Türkei, in den Wellkrieg ein­greifend, an die Seite der Zentralmächte tritt, veranlaßt uns, einen Rückblick auf die historischen Beziehungen zwi­schen Germanentum und Islam zu werfen.

Die ersten Beziehungen waren kriegerischer Natur' be­kannt ist, daß der Major domus des Frankenrciches, Karl Mnrtell, der Sohn Vipius, die aus der eroberten iberischen Halbinsel über die Pyrenäen vordringenden Sarazenen, die die christlich-germanische Welt unterjochen wollten, bei Tours und Poitiers 732 in einer siebentägigen Schlacht vernichtend schlug. Er gebot dem Feind der Christenheit damit Halt und warf ihn nach Spanien und Afrika zurück.

Als die Hausmcier der Merowinger das köitigliche Erbe angetreten hatten und.KarlderGroße sein Weltreich er- rickftet hatte, da verbreitete 'ich der Ruhm des ersten deutschen Kaisers bis weit hin ins Morgenl.ind. Im Jahre 807 er­schien sogar eine Gesandtschaft ans dem Orient, um dem mächtigen Kaiser des Abendlands Grüße und Geschenke von Harun o l Rastbist, nein auch aus dem Märchen der Tausend und Eine Nacht" wohlbekannlcn Kalifen von Bag­dad zu überbringen._ Schon früher hatte der machtvolle Herrscher, derAugustus der Araber", seinem abendländi­schen Antipoden, das Heilige Grab in Jerusalem geschenkt. Nun sandte er zum Zeichen seiner Freundschaft und Bewun­derung die kostbarsten Geschenke: Seide, Balsani, Zelt, Sal­ben, Rahden, Rauchtnc- !, Leuchter, die Gebeine einiger Mär­tyrer, ein Schachbrett, eine Wasseruhr, die den Franken, als etwas gänzlich unbekanntes, wie ein Zauberwerk vorkam: sie zeigte durch den Fall von metallenen Kugeln auf ein metalle­nes Becken die Stunden ;»i: waren 12 Stunden abgelaufen, so öffneten sich au der einen Seite der Uhr zwölf Türen, aus denen zwölf Reiter hervorkamcn, die an der anderen Seite wieder hinciurilten.

Karl zeigte sich durch Gegengeschenke erkenntlich: er sandte dem Kalifen Getreide, Wein, Oel, einen Bären, deutsch.' und spanische Pferde und fränkische Hunde ourch die heimkehrenden orientalischen Gesandten.

Auch schickte Harun al Raschid dem Kaiser für den Tom zu Aachen eine Orgel.

Gute Beziehungen zwischen einem deutschen Kaiser und dem mohammedanisch. Orient wurden erst nach einigen Jahr­hunderten wieder gepflogen. Vorher zogen deutsche Kaiser und deut'che Ritterheere mit der ganzen abendländischen Christenheit zum Kamvj um das Heilige Grab gegen die Moslims. Die Krcuzzüge haben dem Abendland ungeheure Opfer an Gut und Blut gekostet, ohne daß es möglich war, einen dauernden Erfolg zu erringen. Mit maßloser Erbitte­rung ward aus beiden Seiten gestritten!, da bei beiden reli­giöser Fanatismus die militärisch-politische Energie noch wescnllich stärkte. Doch auch freundschaftliche Beziehungen und kuliurelle gegenseitige Förderung blieben nicht aus; durch Verträge und gegenseitige Toleranz ward schließlich mehr erreicht, als durch die blutigsten Kämpfe.

An Karls des Großen Verhältnis zu dem Kalifen von Bagdad erinnern die Beziehungen des Kaisers Fried­rich II. zu Insu ff Salahcddrn (Saladinß dem Sul­tan von Syrien und Aegüpten, und dessen Reffen Sultan Kamtl von Aegypten. War Friedrichs Großvater, der Kaiser Rotbart, auf seinem Kreuzznq unrühmlich im Flüsse Sales (Kal-ikadnus) ertrunken, so erlangte Friedrich II., der gegen den Wilden des Papstes, im Kirchenbann, seinen Kreuzzug unternahm, 1229 Jerusalem unv einen großen Teil Palästinas durch Beitrag ohne Blutvergießen, nachdem er durch seine Heirat mit der Tochter Johanns von Brienne, des Titular-Königs von Jerusalem, ein Anrecht ans den Thron erworben lyttte. Durch dipto nückisches Geschick, Tole­ranz und Verständnis für die Moslims erreichte Friedrich II. weit mehr als mancher sürMckw Kreuzfahrer vor ihm mit den Waffen. Dieser genialste der deutschen Kaiser war über­haupt ein warmer Freund der Muselmanen, und für seine Zeit unglaublich tolerant, wodurch er den lebhaften Zorn des Papstes erregte. Friedrich ließ sich aber dadurch nicht irre machen. Er hatte längst den Wert der mohammedani- schen Kultur erkannt und für ihn waren auch die Sarazenen, wenn sie seinen Namen wohl fürchteten, doch begeistert. Friedrich hielt, fern der deutschen Heimat, Hof in Palermo in seinem sizilischcu Königreich. Tort umgab er sich mit Weisen, Gelehrten, Künstlern, unter denen die Araber eine hervorragende Stellung climahmen. Seine Bibliothek ent­hielt viele arabische Werke.

Mit Friedrich II. endeten aber für lange Zeit die freund­lichen Beziehungen zwischen 'Deutschtum und Islam. Im .Heiligen Land gingen bald alle christlichen Beziehungen ver­loren >id dann erfolgte der Gegenstoß des mohammedani­schen Orients gegen das christliche Europa, der mit der Zer­trümmerung des über tausendjährigen oströmischen Reiches und der Eroberung Kvnstantinopels durch Mohammed II., den Sultan der osmanischcn Türken, und der Unterwerfung der Balkan- und Donaulündcr seinen Höhepunkt erreichte. Jetzt findet sich das Deutsche Reich, dessen Grenzen im Osten gar von den Türken bedroht wurden, mehr als zwei Jahr­hunderte laug immer wieder im Kampf mit dem Halbmond. Doch auch die Flut der Türkenkniege ebbte wieder zurück Wien und Belgrad sind Namen von gutem Mang für die

deutschen und österreichischen Heere nnd Ungarn ward wieder frei von der türkischen Herrschaft.

Und wiederum etwa zwei Jahrhunderte später ein anderes Bild: Oesterreich tritt auf dem Balkan, eine holze Knlturmission erfüllend, die türkische Erbschaft an, und die beiden deutschen Kaiserreiche finden sich in ihrer Politik zu­sammen mit dem osmanischcn Staat, da sie sich alle drei gegen einen gemeinsamen Gegner, den Moskowiter, wehren müsse». Lange hat man über die Freundschaft Deutschlands mit demkranken Mann" am Bosporus gelacht. Aber der kranke Manu ist wieder kräftig und gesund geworden, das beweisen die .Hiebe, die er schon ausgeteilt hat. Die Freund- uns schöne Früchte getragen. Auch dieser unser Kaiser hat den uns schöne Früchte getragen. Auch unser Kaiser hat den Orient besucht,' ©nöe des vorigen Jahrhunderts weilte er in Palästina, und Anfang des neuen Säkulnins in Tanger, Und wenn er sich offen als Freund der Muselmanen bekannte, so werden diese ihm jetzt die Treue halten, uns zum Heil!

Amtlicher Wetterbericht.

Oesscntlicher Wetterdienst, Gießen. WctterauSüchlcn in Hessen am TicnStaq, den 10. Nov. 131 Ir Ziemlich bedeckt, regnerisch, ivcstliche Winde.

Letzte Nachrichten.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 9. Nov. vorm. (Amtlich.) Wieder wiederholten mehrere feindliche Schiffe ihr Feuer gegen unfern rechten Flügel. Sic wurden aber durch unsere Artillerie schnell vertrieben. Ein in den Abendstunde» ans Nicuport heraus nnternommencr und in der Nacht micderhollcr Vorstoß des Feindes scheiterte gänzlich. Trotz bartliäck igsten Widerstandes schreiten nnscre Angriffe bei ?)Peru langsam aber stetig vorwärts. Feindliche Gegenangriffe südwestlich Dpern wurden abge- wiesen und mehrere hundert Mann zu Gefangenen gemacht.

Im Osten wurde ein Angriff starker russischer Kräfte nördlich des Wyßthter Sees unter schweren Verlusten für de» Feind abgesitilagei!. Die Nuffcn ließen über 4000 Ge­sänge, ic und 10 Maschinengewehre in unteren Händen.

Konslantinovel, 8. Nov. (Amtlich > 6 Uhr abends. Zwciie: amliichcr Bericht aus dcni Großen Hauptquartier: Im Kampfe, de- seit 2 Tagen au der kaukasischen Grenze andauerte, ist di: russische Armee volkkonimen geschlagen worden. Unsere Armee hält die russischen Stellungen beietzt. Einzelheiten werden später bekannt gegeben werden.

Ein Telegramm des Großadmirals von Tirpih.

Bremen, 8. Nov. (WTB- Nichtamtlich.) Auf ein am 6. November anläßlich de? Erfolges unseres Kreuzergeschwa­ders an der chilenischen Küste an den Staatssekretär des Reichsmarincamts, Exzellenz v. Tirpitz, gerichtetes Glück­wunschtelegramm der bremischen Handelskammer ist bem Präsidenten der Handelskammer, Lohmann, heute folgende Antwort zugegangen:

Euer HochN'vblgcborcn und.den Mitgliedern der Bremer Handelskammer sage ich. meinen aufrichtigsten Tank für die be- qcisterten Glückwünsche zum Erfolge unseres Krcuzergeschwaders. Möge cs unserer Flotte beschieden sein, in dem uns ansgczwungc- ncn Kampfe um Teutsckstands Seegeltung und Handel sich weiter­hin erfolgreich zu lwtätigcn und so das Vertrauen zu rechtiertigcn, das die Kauftiwnwcbafl der alten Scehandelsstadt Bremen ihr cntgcgenbringt! Großadmiral Tirpitz."

Ungarn »nd btr Krieg.

Os« npcst, 8. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) ImJournal de Gcnöve" ist vor einigen Tagen ein anonnmer Artikel aus der Feier eines ungarischen linabhängigkeitsvolitikers erschienen, der dagegerc Stellung nimmt, daß Ungarn in einen Krieg ge­führt worden sei, der im Falle eines Sieges ebenso wie im Fallt einer Niederlage für Ungarn verhängnisvoll sein müßte. Der Autor bemerkt schließlich, daß ein großer Teil seiner ungarischen Lands­leute dieser Ausfassung sei. Er selbst bezeichnet sich als Mitglied der ungarischen Unabbängigkeitsvarlci.

Gras Albert AvvonNi antwortete in einer Zuschrift an das bezeichnete Blatt und stellte fest, daß nur einkrankesSittlich- kcitsgefü hl einen Unaarn zu der Ausfassung, fvic sie imJour­nal de Genövc" milqeteilt wurde, führen könne Denn Ungarn kämpfe heute für seine Eristenz gegen die russischen Bestrebungen, welche seinen Bestand bedrohen. Wenn wir auch Differenzen mit Oesterreich gehabt haben, heißt cs in dem Schreiben weiter, so ist es heute keinesfalls Zeit zur Erneuerung böser Erinnerungen. Keinesfalls darf heute der Gedanke einer Scvaration. den die IIn- abbängigkeitspartei im übrigen stets entschieden zurückgcwicsen I>at, gebegt werden, wie auch die Erschütterung der Idee der Zusammen­gehörigkeit mit jenen Staaten, mit denen wir Schulter an Schulter käinvien. mit denen wir siegen oder fallen müssen, leinen Augenblick! in den Bereich der Möglichleit gezogen werden darf. Wenninder Par­tei die Beurteilung der Trcibundpolitik früher auch Verschiedenheiten aufgcwiescn hat, kann heute angesichts der festen Entschlossenheit die Solidarität mit unseren mächtigen Verbündeten anirechtzuerhalten, von solchen Verfchiedcnbcitcn seine Reve mehr sein. Nur Einfalt kann die Meinung hegen, daß eine Umgebung der Kriegsnotwcndigkcit möglich gewesen und daß deutsche Ersucht einen Krieg hervorgcrufcn habe. Deutschland kämvit uni die freien Enl- wicklungSmöglichkeitcn seines Volkes gegen den Neid, der sich die französische Revanche-Idee dienstbar gemacht hat. Rußland war entschlossen, die Idee der panslawistischcn Herrschaft aus den Trümmern der österreichisch-ungarischen Monarchie, namentlich aber eines zerstückelten Ungarn, zu verwirklichen. Tic serbischen Attentate waren Vorpostengescchte dieser russischen Asvi- rationen. Es must also als ausgeschlossen betrachtet werden, daß heute ein Ungar sich soweit verirren könnte, mit dieseni Rußland und seinen Verbündeten zu kokettieren. Das Gegenteil ist in Tat­sache» verbürgt. Ms die Krise ausbrach, nnrr Ungarn so sehr in sich zerklüftet wie in den bösesten Leiten seiner Geschicke. Mer aus den ernsten Slurmruf traten wir Schulter an Schulter in die Reihen der Streiter. Es gab in Ungarn nur noch Ungarn, Staats­bürger, die für ihr Vaterland kämpften.

Deutsche Kacstamen'iffÄÄCÄ SV Dr.Oetkers Gustin

zumal dies ein deutsches Fabrikat und besser ist.

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