nt. 260
Zweite; Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
Die „Sichener ZamtlienälStter" werden dem .Anzeiger' »iermal wöchentlich beigeicgt, das ..Kreisblatt für den Kreis Ließen" zweimal
wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
|f>4- Jahrgang
!-Anzeiger für Gberhesien
Donnerstag, 5. November
. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen r Unioersitäls - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Schriltleilnng.GeschällSsteUe ».Druckerei: Schul- straßc?. Geschäitsstclle ».Verlag: L-Eöi,SchriIt- lcitung: L-SZ112. gtdresse sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße».
Nach der sperrung -er Dardanellen.
Ueber die nnberechcnbaren Nachteile, die die Sperrung der Dardanellen für die Mächte des Dreiverbandes zur Folge hat, werden in einem Konstaminopeler Brief von dem dortigen Sonderberichterstatter des Nieuwe Rottcrdmnsch« Courant sehr bemerkenswerte Angaben gemacht. Zunächst werden kurz die llmstände geschildert, unter denen die Sperrung der Dardanellen vor sich ging. Schon seit längerer Zeit hatten englische und russische Kriegsschiffe den Güterverkehr der Türkei belästigt! sogar in ausschließlich türkischen Gewässern waren die türkischen Handelsschiffe von ihnen angehallcn und durchsucht worden. Am Morgen des 27. September hielten vier türkische Torpedoboote eine Einfahrt zwischen dem Ein gang der Dardanellen und der Bcrika-Bai offen, als drei britische und zwei französische Kreuzer ihnen signalisierten, sie sollen sich unverzüglich in die Seestraße zurückzichen, falls sie nicht sogleich in den Grund gebohrt werden svolltcn. Darauf gingen die Torpedoboote zurück, die fünf fremden Küicgs- schiffe stdoch folgten und näherten sich der Einfahrt der offenen Seestraße so weit, daß der Platzkommandant gemäß seiner Instruktion auch diese in Eile sperren ließ. Auf das betreffende, den herandampfenden Kriegsschiffen gegebene Signal kehrten die Schiffe der Verbündeten um.
„Die Absperrung des Zuganges und AusgangeS vom Schwarzen Meer", so fährt der holländische Berichterstatter fort, „ist im ganzen betrachtet nach jeder Richtung hin ein großer Nachteil und Hindernis für die Mächte des Dreiverbandes. Tatsächlich sind dadurch Transvortc zwischen Frankreich und England einerseits sowie Rußland andererseits durch das Mittelländische Meer unmöglich gemacht, und es bleiben ihnen nur zivei Verkehrswege übrig: zu Wasser durch das Eismeer und zu Lande über Bulgarien, Serbien, Montenegro und Italien. Der erste Weg ivird in wenigen Wochen durch das Eis geschlossen sein. Der zweite scheint zu umständlich, sogar unsicher, als daß er für Güterverehr in Betracht kommen könnte. Für die Türkei, namentlich sür Konstantinopel find die Nachteile viel geringer und keinesfalls unüberwindlich. Seit Briten und Franzosen das Mittelländische Meer beherrschen, haben die Zufuhren ans österreichischen und deutschen Häfen doch schon anfgehört, weshalb es an einigen wichtigen Vcrbrauchsartikcln wie Zucker, Wolle, Papier, Baumaterialien usw. zu mangeln beginnt, zumal die Anfuhren aus neutralen Häfen ebenfalls abnah- men, da auch neutrale Flaggen diese Gegenden meiden wegen der Belästigungen durch die umherstrcifenden englischen nnd französischen Kriegsschiffe. Die Exporteure drüben sowie die Importeure hier sind entmutigt infolge der willkürlichen Beschlagnahmungen: diese haben nun aufgehört, und um dem unsicheren Seeweg zu entgehen, wurde ein geregelter Verkehr über Land durch Bulgarien und Rumänien eingerichtet. Für schwere oder umfangreiche Güter wie Steinkohlen, Zement und dergleichen ist dieser teure Verkehrweg natürlich garnicht oder wenig geeignet. Englische Kohlen, Mehl und Zement aus Frankreich und Italien, die bisher ausschließlich über See gesandt werden mußten, konnten nach Schließung der Dardanellen nur noch über Dede Agatsch hierher kommen, was ebenfalls wenig praktisch wäre, da die dortige Reede schlecht und der Transport aus dem bulgarischen Hafen mit der Eisenbahn bis hier sehr teuer ist. Was die Kohlen betrifft, so kann dies eine lästige Sache werden, da die Bergwerke von Heraklea an dem Schwarzen Meer, dem einzigen in Betrieb befindlichen Kohieufeld der Türkei, nicht eininal für den gewöhnlichen täglichen Bedarf der Hauptstadt hinreichcn. Mehl lund Zement läßt sich hier aus der Asiatischen Türkei in ausreichenden Mengen einführeu. Die Güte wird wohl manches zu wünschen übrig lassen, wenigstens in der ersten Zeit, aber das kann und muß man in Kriegszciten wohl mit in den !Kauf nehmen. Für Konstantinopel und die europäische Türkei ittsbesondere ist es wohl im Augenblick, da alle Vorräte so viel und so schnell als nröglich müssen angchäuft werden, won größter Bedeutung, daß der Landweg über Bulgarien und Rumänien offen bleibt und der über Bulgarien durch Serbien geöffnet ivird, so daß der Verkehr auf der Donau nach den bulgarischen Häfen nicht mehr gestört wird. Wie :bereits erwähnt, ist durch die Schließung der Dardanellen >die Ausfuhr von Getreide aus Rußland und auch aus Rut- mänicn unterbrochen worden und zwar gerade nach der Ernte. Das Getreide wurde hauptsächlich von englischen Schiffen ausgeführt, die mit Steinkohlen nach der Levante kamen und Getreide im Austausch verluden. Daher waren die Getreide- Preise für Europa so billig. England kann nun zunächst keine
was ein Amerikaner im deutschen Antwerpen sah.
Ein amerikanischer Berichterstatter, der Antwerpen in den letzten Stunden des Bombardements verlassen hatte, ist neuerdings in die Stadt zurückgekehrt und hat 10 Tage lang friedlich und unbehelligt unter den Deutschen gelebt. Seine Eindrücke im deutschen Antwerpen schildert er jetzt in einem sehr ausftlhrlichcn Brief. Er stellt zunächst fest, N»as ja bereits bekannt ist, daß die Stadt verhältnismäßig wenig gelitten hat. Die belgischen städtischen Behörden schätzen den Materialschaden freilich auf 40 Millionen Mark und -geben an, daß 300 Häuser, meist Wohnhäuser, gänzlich zerstört und 500 beschädigt wären: der Amerikaner glaubt jedoch, daß diese Zahl zu hoch gegriffen ist, werm man nicht etwa unter den beschädigten Häusern jedes mit einer zerbrochenen Fensterscheibe oder sonst wie von Granatsplittern berührte Gebäude mitrechnen wolle. Dann aber schildert der Amerikaner mit einiger llcberraschung, wie schnell die Stadt zu ihrem friedlichen Leben zurückgekehrt ist:
„Mit erstaunlicher Geschwindigkeit nimmt die Stadt ihr gewöhnliches Aussehen wieder an. Die elektrischen Straßenbahnen salnen wieder, die bclgisck>cn Polizisten sind in die Straßen zurück- gekehrt, der Bürgermeister nnd seine Beamten haben ihren Posten — unter deutscher Oberaufsicht — im Rathause beibehalten. Ihre Arbeit ist äußerst schwierig.gewesen und hat viel Takt cr- sordcrt, von dcni Augenblick an, als sie an jenem Freitagmorgen zu ihrer Verblüffung erfuhren, daß das Heer sich zurückgezogen habe, und sie die verantwortungsvolle ?lusgabe übernehmen mußten, unter Feuer den Feind aufznsnä>en und die Bedingung der Ueber- gabe festzulegen . .. Die köstlichen Kirschtvrtcn sind in den Schaufenstern der Kuchenbäcker wieder anfgctaucht, billig wie immer, und Birnen und Weintrauben, ganz überraschend ivohlfeil. sind bei jedem Obstverkäufer zu haben. Ueberall gibt es reichlich zu essen, wenigstens in den Restaurants, und die Preise sind so niedrig wie
Kohlen mehr in diese Gebiete einführcn und kein Getreide mehr von hier ausführen. Es leidet also doppelten Schaden. Wie verlautet, befinden sich noch 25 englische Frachtschiffe in dem Schwarzen Meer, die nun eingeschlosscn sind."
Verlustliste.
Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 116. Darmstaüt, Gießen, Friedberg i. Hess.
Bitry am 15., Cernav-en-Tormois vom 15. bis 26. 9. 14.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Wehrm. Pcter Gimbel, Nordhcim, Kreis Bensheim, lvw. — Wehrm. Johannes Heß, Steinau, Kr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Georg Kantzmann, Gr.-Rohrheim, Kr. Bensheim, gefallen. — Wehrm. Georg Kürschner, Vollmerz, Kr. Schlüchtern, low. — Wehrm. Pcter Krapp, Schaafheim, Kr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Joh. Georg Neumann, Königsstädten, Kr. Groß-Geran, lvw. — Gcsr. Georg Maier, Guntershausen, irr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Ludwig Pfeil, Roden, Kr. Dieburg, lvw. — Gefr. Gustav Senst, Bojanvme, Kr. Rawitsch, lvw. — Wehrm. Jak. Schalke, Neustadt i. Pialz, low. —• Wehrm. Franz Trösch, Griesheim, Kr. Staufen i. Baden, lvlv. — Hornist Peter Dämmet, Mörfelden, Kr. Groß-Gerau, schvw. — Gefr. Ernst Acker, Mörfelden, Kr. Groß- Gerau, lvw. — Wehrm. Jakob Decker, Speyer i. Pfalz, lvw. — Wehrm. Johannes Knaur, Groß-Hausen, Kr. Bensheim, lvw. — Wehrm. Martin Kolb, Babenhausen, Kr. Dieburg, low. — Wehrm. Nikolaus Krickser, Ober-Roden, Kr. Dieburg, lvw. — Wehnn. Karl Schaffner, Mörseld-en, Kr. Groß-Gerau, lvw. — Wehrm. Adam Lotz, Ueberach, Kr. Dieburg, lvw. — Gefr. Wilhelm .Hagemeyer, Rüdigheim, Kr. Buchen, lvw. — Wehrm. Jakob Schmidt, Gernsheim, Kr. Groß-Gerau, lvw. — Wehrm. Heinrich Rettig, Gronaü, Kr. .Bensheim, lvw. — Wehrm. Adam Gärtner, Lampertheim, Kr. Bensheim, lvw. — Vizcfelbw. d. Res. Pcter Trisch, Reichelsheim, Kr. Erbach, lvw. — Unteren. Peter Deiß, Herhain, Kreis Mainz, lvw.
2. Kompagnie: Gefr. Christoph Emmer, Erfelden, Kr.
Groß-Gerau, lvw. — Wehrm. Peter Klappisch, Kl.-Gerau, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Heinrich Sipo, Kl.-Gerau, Kr. Gr.- Gerau, lvw. — Wehrm. Johannes Drachert, Biblis, Kr. Gr.-
Gerau, lvw. — Wehrm. Johannes Drachert, Biblis, Kr. Gr.-
lvw. — Wehrm. Franz Drant, Gernsheim, Kr. Gr.-Gerau, lvw. Wehrm. Wilhelm Mocks,. Weisenau, Kr. Mainz, lvw. — Wehrm. Jakob Scibert, Rülshcim, Kr. Germersheim, lvw. — Wehrm. Wilhelm Schußler, Ueberau, Kr. Dieburg, lvlv. — Gesr. Jos. Joh. Engerer, Behringersdorf, Kr. Hersbruch. lvw. — Gesr. Karl Knopp, Rüsselsheim, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Jakob Kesselring, Rüsselsheim, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Hermann Stieb, Semd, Kr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Heinrich Kolb, Trebur, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Gesr. Georg Schmenger, Trebur, Kr. Gr.- Gerau, lvw. — Wehrm. Christoph Rudolph, Rüsselsheim, Kr,
Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Äug. Karl Better, Seeheim, Kr.
Bensheim, gefallen. — Wehrm. Joh. Daniel Rheinhardt, Leeheim, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Johs. Drachert, Biblis, Kr. Bensheim, lvw. *— Wehrm Jak Gerbig, Rüsselsheim, Kr. Gr.- Gerau, lvw. — Wehrm. Phil. Ludw. Hartung, Büttelborn, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Bizefeldw. d. R. Alb. Johs. Kürschner, Witten a. R., lvw. — Wehrm. Fr. Wilh. Arth. Lange, Lindenau, Kr. Leipzig, lvw. — Wehrm. Ludwig Schmidt, Rüsselsheim, Kr. Gr.- Gerau, lvw. — Gefr. Eduard Vollmar, Schussenried, Kr. Waldsee, lvw. — Wehrm. Joh. Valentin Barth. Norgheim, Kr. Bensheim, lvw. — Wehrm. Georg Edelmann, Rothenburg. Kr. Lohr, lvw.
— Gefr. Theodor Mann, Geinsheim, Kr. Gr.-Geran, lvw.
3. Kompagnie: Wehrm. Johannes Gotha, Bürstadt. Kr. Bensheim, gefallen. — Wehre». Philipp Stuckardt, Reinheim, Kr. Dieburg, lvw. --- Wehrm. Georg Hanck, Schaafheim, Kr. Dieburg, lvw. — Gefr. Heinrich Knchler, Mörfelden, Kr. Gr.-Gerau, lvw. Wehrm. Friy Dewald, Steinbach, Kr. Hall, lvw. — Wehrm. Adolf Franke, Mainz, lvw. — Wehrm. Johannes Hartmann, Hergenrode, Kr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Georg Steinmann, Lindensels, Kr. Bensheim, lvw. —■ Wehrm. Nikolaus Stadtmüller, N.-Roden, Kr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Heinrich Eckhardt, Klein-Umstadt, Kr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Franz Müller, Eppertshausen, Kr. Dieburg, lvw. — Unterosi. Johs. Koser, N.-Roden. Kr. Dieburg, lvw. — Unteroff. Saly David, Msbach, Kr. Bensheim, lvw. — Unterofs. Albert Spors, Hamm, lvw. — Gefr. Friedr. Görmann, Spachbrücken, Kr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Joh. Stefan Bauer, Bürstadt. Kr. Bensheim, lvw. — Wehrm. Johs. Teil, Gernsheim, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Jak. Philipp Happel. Hoshcim, Kr. Bensheim, lvw. — Gefr. Heinrich Kerber, Offen. Kr. Erbach, lvw. — Wehrm. Jul. Paul Lautensack, Staußdorf, Kr. Hildburg- Hausen, lvw. — Wehrm. Jakob Grünewald III., Kelsterbach, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Friedrich Schollenberger, Traisa, Kr. Darmstadt, lvw. —> Wehrm. Stefan Waldmann, Eppertshausen, ,Kr. Dieburg, lvw. — Gesr. Erich Wilh. Wipper, Langensalza, lvw.
— Wehrm. Adam Götz, Lamvertheim, Kr. Bensheim, gefallen. — Wehrm. Nikol. Arnold, Kl.-Hausen, Kr. Bensheim, gefallen. — Gesr. Georg Kassenberger, Reichelsheim, Kr. Erbach, gefallen. — Wehrni^ Andreas Kuhn, Köttingen, Kr. Zürich, verm. — Wehrm. Pcter Schulmeper, Mörfelden, Kr. Gr.-Gerau, verm. — Wehrm. Franz Otto Schumann, Neuemin, Kr. Merseburg, verm. — Gesr.
gewöhnlich, d. h. ganz beträchtlich niedriger als in London. Die meisten Hotels sind noch geschlossen oder nur z. T. geöffnet oder ganz von den deutschen Offizieren besetzt. Ich hatte jedoch kein« Schwierigkeit, cm Zimmer zu erhalten, und in meinem großen Hotel an der Place de Meir war zwar das Restaurant nicht eröffnet, aber das Cafs war im Betriebe, und es herrschte kern Mangel an Brötchen nnd Butter, Milch und Eiern. Das Wasser ist noch salzig und erinnert an die Schelde, aber es ist reichlich vorhanden. Militärautos fahren noch immer zahlreich über den Platz, wie in den letzten drei Monaten, nur mit dem Unterschied, daß jetzt deutsche Offiziere in ihren blaugraum Capes darin sitzen, und statt der Brummlaute ertönt der helle Dreiklang des kleinen silbernen Horns, auf dem eine Art harmonischer Serenade geblasen wird, während der Wagen vorübersaust."
Ausführlich werden die zahlreichen bereits bekannten Erlasse in deutscher, vlämischer und französischer Sprache geschildert, in der der Bevölkerung die verschiedensten notwendigen Vorschriften gegeben werden. Die aus Brüssel kommenden, vom Generalfeldmarschall von der Goltz gezeichneten findet der Amerikaner kurz, streng und treffend, während die des Generals von Boedenhansen und des Militär- gouverneurs Baron von Hüne mehr mrseinandersetzten nnd freundlich zuredeten. ,Bor allem lvird in einem Plakat energisch darauf hingewiesen, daß kein Belgier "gezwungen würde, gegen die Russen zu kämpfen, daß vielmehr nur deutsche Burger im deutschen Heere dienen dürften.
„Abgesehen von wenigen Sektionen Marine- und Landsturm- truppen und einer berittenen Patrouille waren mir ivenig« deutsche Soldaten zu sehen. Die meisten von ihnen schienen schon im mittleren Alter zu stehen, wobei allerdings die Bärte, die seit dem Beginn des Krieges nicht geschnitten sind, diesen Eindruck verstärken könnten, und es waren friedliche, um nicht zu sagen wohl- ivvllendc Männer. Man sah Soldaten mit belgischen Kindern spielen, und einmal kam eine Kompagnie von Leuten, die Schanzen
Friedrich Burmester, Rohlingen, Kr. Oldenburg, verm. — Wehrm. Johannes Rößniger, Sielstcrbach. Kr. Gr.-Gerau, verm. — Wehrm. Jakob Siegfried, Kelsterbach, Kr. Gr.-Gerau, verm. — Wehrm. Karl Tingeldey, Ob.-Krainsbach, Kr. Erbach, verm. — Wehrm. Karl Dude, Gadernheim. Kr. Bensheim, verm. — Wehrm. Franz Schaber, Bensheim, verm. — Wehrm. Joh. Christ. Jacobi, Bültcl- born. Kr. Gr.-Gerau, verm. — Wehrm. Georg Tivvel, Bauschheim, Kr. Gr.-Gerau, rerm. — Wehrm. Nikolaus Fischer, Lorsch, Kr. Bensheim, verm. — Gefr. Ludwig Becker, Eich. Kr. Worms, verm. — Wehrt». Gustav Schässlec, Leinzell, Kr. Gemünd, verm.
— Wehrm. Pcter Feldmann. Griesheim, Kr. Darmstadt, denn. — Wehrm. Joh. Friedmann, Büttelborn, Kr. Gr.-Geran, verm. — Wehrm. Adam König. Hanim, Kr. Worms, verm. — Wehrm. Christ. Johs. Bopv, Büttelborn, Kr. Gr.-Gerau, verm. — Wehrm. Christ. Georg Beller, Michelstadt, Kr. Erbach, verm. — Wehrm. Ernst Franz Jul. Ludwig, Leipzig, verm. — Wehrm. Heinrich Christ. Wild. Dornheim. Kr. Gr.-Geran, verm. — Wehrm. Peter Krämer, Sessenbach, Kr. Unterwesterwald, verm. — Wehrm. Math. Reisinger, .Habitzheim, Kr. Dieburg, verm. — Wehrm. Johannes Wiegand. Bürstadt, Kr Bensheim, verm.
4. Kompagnie: Gesr. Karl Mößniger, Gr.-Bieber, Kr. Dieburg, gef. ■— Wehrm. Ludwig Lang, Schönberg, Kr. Bensheim, ges. — Wehrm. Christian Schmidt, Hochstädten, Kr. Bensheim, gef.
— Wehrm. Maximilian Wiegartner, Ossendorf t. Bayern, lvw. —• Gesr. Jakob Martin, Waldiwcrsheim, Kr. Oppenheim, lvw. — Wehrm. Jacob Medors, Großhausen, Kr. Bensheim, lvw. —- Wehrm. Georg Jos. Secdel, Augsburg in Banern, lvw. — Wehrm. Phil. Jac. Dennerlc, Lampertheim, Kr. Bensheim, lvw. — Wehrm. Karl Kirschbanm, Reichenbach, Kr. Bensheim, lvw. — Wehrm. Wilhelm Bachmann, Kl.-Zimmern, Kr. Dieburg, lvw, — Gesr. Joseph Wunderlich, Eppertshausen, Kr. Dieburg, lvw. — Wehrm. Adam Melmer, Lamvertheim. Kr. Bensheim, lvw. — Wehrm. Martin Herweck, Lampertheim, Kr. Bensheim, lvw. — Wehrm'. Wilhelm Wols, Dischoisheim, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Wilhelm Wucker, Ginsheim, Kr. Gr.-Gerau, lvw. — Wehrm. Wilh. Christ. Karl Kronenberg, Sillium i. Pr., lvw. — Wehrm. Joh. Adam Gölz, Weiher, Kr. Heppenheim, lvw. — Wehrm. Heinrich Schlenzing, Brensbach, Sir. Dieburg, lvw. — Wehrm. Peter Christ. Leonh. Horn, Wiesbaden, lvw, — Wehrm. Johs. Stcmmler, Dieburg, lvw, — Wehrm. Reinh. Herm. Mich. Stroll, Markow, Kr. Neustettin, lvw. — Wehrm. Isidor Marx, Reichenbach, Kr. Bensheim, rerm.
II. Bataillon. 5. Kompagnie: Lt., vermutlich d. R., Theodor Winkler, Nichteriz, Sir. Plön, gesallen. — Unterofs. Ernst Balle, Eickel, Kr. Gelsenkirchcn, ges. — Bizefeldw. Karl Christmann, Dittersbach, Kr. .Waldenburg, schvw. — Unterofs. Karl Schäfer, Wieseck, Sir. Gießen, schvw. — Unteroff. Karl Schäfer, Reiskirchen, Kr. Scy.”, lvw. — Bizefeldw. Aug. Throm, Gießen, schvw. — Unterosf. Johann Walter, Hopfmannsfeld, Skr. Lauterbach, schvw.
— Wehrm. Ernst Bätz, Driedorf, Dillkreis, lvw. — Wehrm. Karl Bindewald, Helbershain, Kr. Schotten, gefallen. — Wehrm. Wilh. Braun, Daubringen, Sir. Gießen, lvw. — Wehrm. Karl Brückmann, Erinenrod, Kr. Alsfeld, lvw. — Wehrm. Heinrich Cloos, Gonterhausen, .Kr. Alsfeld, lvty. — Gefr. Wilhelm Dich, Höingen, Kr. Alsfeld, gef. — Wehrm. Ludwig Dörr, Wiescck. Kr. Gießen, lvw. — Wehrm. Johann Dollberg, Liesen, ,Kr. Brilon, gef. —- Gesr. Karl Friedrich, Teckcnbach, Kr. Alsfeld, schvw. —• Gefr. Otto Gerhard, Helpershain, Str. Schotten, lvw. — Wehnn. Karl Graf, Queckborn, Kr. Gießen, lvw. — Wehrm. Tobias Heck, Worms, lvw.
— Wehrm. Wilhelm Hildebrand, Wicseck, Skr. Gießen, lvw. — Gesr. Peter Horst, Oberkleen, Kr. Alsseld, lvw. — Wehrm. Karl Jäger, Queckborn, Skr. Gießen, gef. — Wehrm. Johannes Keil, Lumda, Skr. Gießen, gef. — Wehrm. Rudolf Keller, Bußfeld, Kr. Alsseld, lvw. — Gefr. Wilbelm Klapp, Oberoflciden, Kr. Alsseld, lvlv. — Wehrm. Anton Johann Glöckner, Neheim, Skr. Arnsberg, lvw. — Gesr. Wilhelm Knös, Queckborn, Kr. Gießen, lvw. —> Wehrm. Karl Slorell, Strebendorf, Kr. Alsfeld, lvw. — Wehnn. Hermann Lindemeier, Utphe, Skr. Gießen, lvw. — Wehrm. Heinr. Ludwig, Ulsa, Kr. Schotten, lvw. —• Gefr. Christoph Merkel, Allen- dors a. d. Lahn, Skr. Gießen, gef. — Gesr. Johannes Möller, Stockhausen, Kr. Lauterbach, lvw. — Wehrm. Karl Möser, Ulfa, Kr. Schotten, lvw. — Wehrm. .Heinrich Nicolai, Herborn, Skr. Wiesbaden, lvw. — Wehnn lyrirbridj Rau, Unterschmitten, Kr. Büdingen, lvw. — Wehrm ( »st Nochynsüß, Rothenbach, Dillkreis, lvw. — Wehnn. Friedrich uh, Windhausen, Kr. Alsfeld, lvw.
— Wehrmann Hermann Scheid, Harbach, Skr. Gießen, lvw. —• Wehrm. Ludwig Schmidt, Allendorf a. d. Lahn, Kr. Gießen, gef.
— Wehrmann Heinrich Sehrt, Queckborn, Skr. Gießen, ges. — Gesr. Heinrich Seht, Großen-Linden, Skr. Gießen, lvw. — Wehrmann Peter Scvri», Würscheid, Unterwesterwaldkreis, lvw.
— Gefr. Albert Steuernagcl, Windhausen, Skr. Alsseld, lvw. — Gefr. Georg Stamm, Eudorf. Kr. Alsfeld, lvw. — Wehrm. Ernst Summ, Sindelfingen. Kr. Böblingen, lvw. — Wehrm. Friedrich Weil, Muschenheim, Kr. Gießen, lvw. — Gefr. Karl Wenn, Röthgc, Kr. Gießen, lvw. — Gesr. Friedrich Walter, Abornhosen, Skreis Gießen, lvw. — Wehrm. Karl Hochstadt, Altenstadt, Kr. Büdingen, lvw. — Wehrm. Johann Ass, Harbach, Skr. Gießen, verm. — Wehrm. Christian Dahmer. Hösberts, Skr. Lanterbach, vernr. — Wehrm. Theodor Deubel, Rudingshain, Skr. Schotten, verm. — Wehrm. Heinrich Dotzert, Stockhausen. Kr. Lauterbach, verm. —- Wehrm. Heinrich Eckstein, Eifa, Kr. Alsseld, verm. — Gesr. Otto Eisenbach, Oberbreitenbach. Skr. Alsseld, verm. — Wehrm. Hein
gegraben hatten, von ihrer Arbeit zurück, die Schaufeln über der Schulter und alle singend, als ob sie ans einem .Ausflug gewesen wären.. "
Der Amerikaner tetr irt Holland' sehr gewarnt worden, er solle sich ja in acht n.Innen, da er bei der geringsten Uw- vorsichtigkeit ins Gefängnis gebracht würde. Zu seinem Erstaunen kann er nun unbehelligt in die Stadt hinein mit den Flüchtlingen, die n i Antwerpen zurückkehren; er übt zuerst überall« die größte Vorsicht: ;
„Aber allmählich bemerkte ich, daß ich nicht nur nicht genanl beobachtet wurde, sondern daß man sich überhaupt nicht um mich kümmerte. Ich aß in verschiedenen Restaurants zu Mittag, rmmer in der Nähe von deutschen Offizieren, und einmal sprach einer meiner Bekanrüen, der lange in Antwerpen gelebt hatte und über den Fall der Stadt sehr erregt war, in englischer Sprache über das Bombardement, ohne daß er seine Gefühle zu oerbergcm suchte, während am Nachbartisch deutsche Offiziere saßen. Aber diese beachteten ihn nicht im geringsten. Ich ging durch ganz Antwerpen und wurde nicht einmal nach meinen Papieren gefragt; kein Deutscher nahm Notiz von mir außer einem Posten, der mich anries und dm Skops schüttelte, als ich in einiger Entfemung von ihm eine nicht explodierte Granate untersuchen wollte. Ws ich Antwerpen verließ, fragte man nach meinen Papierm: der Posten warf nur einen Blick aus meinen amerikanischen Paß und ließ 'mich durch."
Den denkbar stärksten Gegensatz zu diesem Verhalten der Deutschen erlebte der Amerikaner in Fokkestone, wo ein amerikanischer Paß, verschiedene Ausweise von mnerikani- schen Konsuln, ein französischer Paß. und Gekettbrref nnd noch andere Papiere nicht genügten, sondern immer wieder ein .Kreuzverhör mit ihn, angcstellt urtbt all seine Sachen! durchsucht, seine Briefe nnd Paprcrc geleson wurden. „Der Gegensatz war seltsam und interessant."


