außerdem ,mch noch für di- zu?«teilte Infanterie An Unker- vsfizieren standen mir nur junge Kräfte zur Beifügung. Mein Regiment liegt weit zurück nrrd schießt über mich weg, nur ein Telephon verbindet mich mit ihm! — Lebensrnittel und Munitionsersatz müssen NachtS herangebracht norden, da der Feind alle Anmarschstraßen unter Feuer hält. Am Sonntag morgen, den 27. September, ging der Tanz schon los.. Französische Schützengräben wurden hcstigst beschossen — es war eine Freude, durchs Fernrohr zu sehen, ivic die Burschen „liefen". — Jede Nacht gab eS ein fürchterliches Jnsanteriegcschieße, die Kugeln sausten uns ohne Aushören um die Ohren, und wildes Getöse herrschte im Tale vor uns. Da wurde mir denn doch manchmal etwas sonderbar zu Mute bei der Verantwortung urch dem Gedanken: 'Kannst du unter Umständen deine 8 Fahrzeuge (4 Geschütze und 4 Munilionswagens wieder heil zurückbringen. An solch einem Abend brachte mir, aus dem Bauche herankriechend, ein Kanonier einen Brief von Dir, den ich beim Sckzein einer Blendlaterne und unter devi Surren der Jirsanteriegeschosse in meiner Beobachtimgsstelle in der Erde sitzend las! — Am Montag, den 28. Sept. wurde der Kamps noch wilder! Am Morgen schon batte ich den Franzosen ein von ihnen besetztes Dorf in Brand geschissen, da kanren plötzlich die seind-- lichn Granaten, und mm hieß cs sich decken! Schlag aus Schlag sausten sie in unsere Batterie. Keiner von uns hätte nur 10 Psg. sür sein Leben gegeben, und es ist uns allen wie ein Wunder, trotz des heftigsten Feuers, trotz Volltreffer und Schüssen in nächster Nahe, hatte die Batterie keine .Verluste. Unsere.Deckungen sich:» allerdings böse aus und ich mußte einige Geschützstände verlegen.
Hinten beim Regiment scheint man noch besorgter um uns gewesen zu sein, als wir selbst. Da der Telephondraht durchschossen war, war auch lange Zeit keine Verbindung init uns zu bekommen und als sie dann glücklich wieder hergcstellt war, hagelte es nur so mit Anfragen, der General, der Oberst, der Ab- leUungslominandcur, meine früher« Batterie, alle wollten Näheres wissen, und in ruhigen Stmrden kamen alle Herren einmal vorsichtig angckrochen, rmd erkundigten sich, wie es steht. — Seitdem täglich dasselbe Mid! Vor mir von mir in Brand geschossene Häuser und ansreißende Franzosen, man muß an seinen, Fernrohr manchmal herzlich lachen. Am Dienstag Morgen nahmen nach vorheriger Verabredung einr andere weiter zurückliegende Batterie und ich die feindliche Artillerie derartig unter Feuer, daß seitdem dort Grabesstille herrscht! Hie und da steige ich in den Abendstunden in das vor mir liegende Dorf herab, wo mich der Kommandeur der Infanterie-Brigade aufs herzlichste empfängt und mit köstlichem Wein bewirtet. Allerdings findet eine derartige Sitzung immer im Keller statt, in den Obergeschossen ist es unsicher, da dorr manchmal feindliche Granaten aufschlagen. — Tu glaubst aar nicht, wie selbstärrdigcs „.Handrlnkönnen" die eigne Leistungsfähigkeit zu heben vermag! Ins Wasser.geworfen, habe ich rasch schwimmen gelernt imd fühle mich jetzt nreiner Ausgabe in jeder Beziehung gewachsen. —
Doch jetzt zum .Schlnß, die letzten Zeilen sind schon in der Nacht, beim Kerzenschcin in meiner Beobachtungshöhle geschrieben! Draußen wartet die Ordonanz, unr nächtlicherweile die Post herimterzubringen, und außerdem nxrrtet mein Bursche, um mich in meine Schlafdecke einzuwickcln. ,—
4. Oktober.
Meine gestrige Karte mit der „frohen Botschaft" wird ein- getrossen sein! Hierdurch iwcknnals die Bestätigung, daß mir gestern, am 3. Oktober, nnstr Oberst das „Eiserne Kreuz", welches ich mir genau vor einem Monat— sogar ans denselben Tag „er- diente", überreichte. —- Ich freue mich der Auszeichnung, trage sie mit Stolz und bin momentan der einzige in der Batterie, der sic besitzt.
5. Oft. Hoffentlich sind meine seitherigen Mitteilungen regelmäßig bei Dir eingetroffen, aus jeden Fall schreibe ich Dir täglich, wenn auch zwischendurch — je nachdem es die Zeit erlaubt — nur eine Karte.
In meiner Kampfesstellnng hat sich seit meinem Brief vom 30. nichts geändert. Ich stehe noch Innrer mit meinen Geschützen auf der alten Höhe, und batte inzwischen wieder Gelegenheit, bei einem feindlichen Angriffe so wirksam einzugreisen, daß in 20 Minuten alles vorbei war, nick» die feindliche Infanterie stellenweise wie niedergemäht ivar. —Wenn ich in ruhigen Lkbendstunden mich hinunter zur Infanterie wage, so werde ich mit mrinen Leuten geradezu rührend ausgenonimen. Jeder will mir etwas Gutes tun! „Ohne die Artillerie wären wir schon längst nicht mehr," heißt es dort. Mitten im Dorfe ist ein Wegweiser angebracht „Nach — daim folgt mein Name, mit dem Zusatz „Höhe" — 25 Minuten." Es vergeht eben kein Tag, an ivelchem ich ans meiner Höhe nicht Besuch erhalte. Infanterie, Fnßartillerie, Fckdartillerie, alles kommt. Ebenso täglich der Oberst! Heute war auch der Oberst des links hinter mir stehenden Feldartilleriereguneirts Nr... mit seinem Millionten bei mir, um sich alles zeigen zu lassen. —
7. Okt. Noch immer in derselben Stellung, und wenig Neues! Seit gestern beschießt uns der Feind wieder heftiger, so daß ich wieder zwei Verwundete habe. Di« Batterien hinter mir Ijetfcn mir, so gut sie können. — In Beantwortung Deiner verschiedenen Fragen Folgendes: Nachtruhe gibt es jetzt mehr wie genug, neun Stunden, denn mit Dunkelwerden stellen beide Seiten iftr Feuer ein, um sich nickst zu verraten. Ich habe seit fünf Wochen art- dauernd nur im Freien geschlafen. Jetzt in unserer Erdhöhle. Der Boden ist dick mit Stroh ausgelegt, dann habe ich Schlaff ack und Pferdedecke um mich. Aus den Kleidern kommt man natürlich nicht, nur die Stiefel zieht mau aus. Immerhin versucht man, sich möglichst oft zu waschen. Unterwäsche wird auch nach Möglichkeit gewechselt, irgendwoher bekommt man immer etwas Neues, und außerdem wäscht mein Bursche. Mein Koffer kommt nur äußerst selten heran, wenn ich etwas dringend benötige, reitet mein Bursche zurück — 12 Klm. — Daß ich verwildert aussehe, bestreite ich energisch, man wird rasiert und läßt sich sogar auch die Haare zeitweise schneiden. — 8. Oft. Soeben erhielt ich Deine famose wasserdichte Weste, sic erweckte die Begeisterung des Llbteilungs- kommandeurs und unseres Verpflegungsoffiziers, die «3 sich beide nicht nehmen ließen, mir das Korsett anzulegen, d. h. nachdem wir nach einstündigem Studium herausgeffmden batten. was vorn und was hinten war! (Die Weste war in zwei Teile zum Zusmnmen- schnüren gearbeitet worden, um sie in zwei Briefpaketen schicken zu können. 1 Für wie dick hältst Du mich eigentlich? Der Schneider näht heute im feindlichen Feuer in seiner Deckung meterlang« Falten in die Weste!
A...., 11. Oft. Heute erhältst Tu einmal einen Brief mit Tinte geschrieben, und ans einem anderen Ort. — Doch dazu bedarf eS ausführlicher Schilderungen der letzten Ereignisse. — In den letzten Tagen, seit Mittwoch, war die Lage in unserer alten Stellung äußerst kritisch geworden! Täglich bedachte uns der Feind mit seinem Segen, mit seiner schweren und seiner Feldartillerie. — ES ging aber alles gut, nur Mittwoch zwei Leichtverwundete. Da kamen wir Donnerstag abend in schweres Feuer! Ich kommandiert^ „Decken", und alles kroch in die Unterstände, links und rechts krachten die Granaten! Plötzlich lautes Geschrei, und dann Rufe um Hilfe! Ich streckte meiinn Kopf über die Deckung meiner zirka 40 Dieter vor der Batterie gelegenen Beobachtungsstelle heraus und sah, wie ein Unteroffizier auss dem Bauche langsam unter sortwälirenden Hilferufen auf meinen Stand losgekrvchcm kam. Er war am Fuß verwundet. Aus seinem Geschrei begriff ich, daß ein Ge'chützunterstand einen Volltreffer erhallen hatte, zusammen- gebrochen war und die Bedienung unter sich verschüttet hatte! — Da war keine Minute zu verlieren, da sonst alles erstickt wäre. Ich sprang aus meinem Loch heraus, kommandierte „Ganze Batterie an das erste Geschütz!", und kein einziger meiner famosen Diannschaffen dachte ans eigene Leben, alles lies aus seinen Unterständen heraus, nm zu Helsen! Ich war zuerst an der Unalücks- stelle, ein sürchterlicher Anblick! Unter der Erde ein wildes Gestöhn nach Lust! Ich durchfurchte nrff Hände» und Armen, so kies ich konnte, die Erde, um Lustznffihr zu ermöglichen, da kamen auch schon meine Leute von allen Seiten, und bald lag alles frei! Mitten im Rettungswerk schlug noch eine Garnate 10 Meter von uns entfernt ein, alles warf sich hin, und wir blieben unversehrt Aber wie sahen die armen Verschütteten ans, die da herausg<tzogen wurden. Zum größten Teil sehr schwer verwundet. Ich ließ sie so'ort abtransportieren, zog auch die Geschützbedienung langsam in einen vor unserer Stellung befindlichen Hohlweg: nachdem alles fort war, telephonierte ich von meiner Beobachtungsstelle
aus das Regiment an, teilte meine Anordnungen mit und gab an,
daß ich eben als letzter die Stellung verließe. Im Hohlweg wurden die Verwundeten gebettet und sür Heranziehung ärztlicher Hilfe gesorgt. Schrecklich war das Stöhnen der Aermsten nach Wasser, und da ich es keinem der Mannsclxisten zumuten mochte, kroch ich nochmals aus dem Bauche in incinc alte Stellung zurück, um alles, was ich von vollen Feldslaschcn erwisckstn koimtc, auizurassen und mit mir zu nehmen. Um 7.30 Uhr abends ließ das Feuer nach, die ganze Nacht wurde die Stellung wieder ausgcbaut, und ani nächlten Tage, Freitag, herrschte eitel Friede. — Freitag nack>-- mittag wurde ich zum . . . besohlen . . ., gleichzeitig wurde mir mitgeleilt, daß meine Batterie, mit der ich nun 12 Tage in dieser exponierten Stellung ausgehalten, in derselben Nacht in andere Stellung gehen solle, um sich einmal zu erholen, und durch eine Batterie eines anderen Regiments ersetzt werden solle. — Ich ritt dann sofort los, erkundete die neue Stellung und den Weg dahin, in der Nacht wurde sckion der Umzug bewerkstelligt. — Gestern morgen erschien in der neuen Stellung mein Kommandeur, erkundigte sich nach meinen Schmerzen, an denen ich seither öfter gelitten hatte, und verfügte, trotzdem ich erklärte, das; ich mich wieder völlig wohl fühle — daß ich sofort in das Tors A. in seine Wolmung übersiedelte, um mich einmal drei bis vier Tage völliger besckstrulicher Ruhe hinzugebeu! So habe ich denn feit Wochen zum erstenmal wieder ein Dach über dem Kopse, schlaje und esse den ganzen Tag, und es geht mir so gut, wie es einstin Menschen nur gehen kann.
Die großen Strapazen, von denen Du schreibst, hatten wir natürlich alle drttchzumachcn, aber ich kann trotzdem wahrheits getreu sagen, daß sie spurlos an mir vorübergegangen sin». Ich habe mich keinen Moment überanstrengt oder gar krank gefühlt.
A., wo wir eben liegen, ist ein malerisches Dörfchen, mit einer wunderbaren Kirche. Allerdings stören feindliche Granaten etwas die Geniüttichkeit, und der Feind ist nicht gerade sparsam mit ferner Munitiov. Aber man stpnivff ab, und auch im scindlichen Granatfeuer sthläst man wie ein Sack! Wir wohnen im Erdgeschoß, im ersten Stock der Psasse des Ortes, streng beioacht, die männliche Bevölkerung ist in der Kirche zusammengcürieben, Frauen und Kinder in Freiheit. Die Leute besitzen so gut wie gar nichts mehr und werden von unseren Truppen mitbeköstigt. — Heute abend feiern wir ein Fest. Wir haben die Wkeilnngsstäbe der ersten Abteilung zu uns zum Essen geladen. Der Adjutant der 2. Lkb- tciluna, der Stabsarzt und xch richten alles her. Das voraussichtliche Essen besteht aus: Schmodenplattc, Kraftbrühe in Tassen, Filetbraten mit Bratkartoffeln und Artischocken — Erbsen, Milchreis mit Mselmus, Kaffee, Zigarren uud Zigaretten, dazu Getränke aller Art! Gestern abend saßen wir in heiteren Gesprächen beim Weingrog noch bis 12 Uhr am Kamin! — Oft habe ich den Wunsch, einmal nach meiner Batterie zu sehen, äußere ich ihn, so werde ich von meinem Kommandeur angesahren: „Ich hätte mich den Teuwel um die Batterie zu kümmern", der ginge cs sehr gut, und ich sollte es mir nun auch gut gehen lassen! Tu sichst, man lebt somit auch im Krieg einmal wie der Herrgott „in Frankreich".
ün» Slast rinv Land.
Gießen, 31. Oktober 1914.
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(AvS Hessen und den Nachbargebieten.)
Einj.-Freiw. Lehramtsass. Dr. Wilh. Stroh, Jnf.-Rgt. 118, aus Goddelau.— Musk. Karl Erbe ans Ahausen. — Musk. Jul. So Hin, Jnf.-Rgt. 1l7, aus Offenbach a. M.— Unterofs. d. L. Sam. Leon Hardt, Res.-Jns.-Rgt. 116, aus Offenbach a. M.— Res. Jean Honig, Art.-Regt. 35, aus Offenbach a. M. — Hauptmann Martin Tube, Jns.-Regt 59, aus Darmstadt. — Korvettenkapitän Julius Wirth, Hilfskreuzer „Kap Trafalgar", aus Hanau. — Landwehrni. Ferd. Quelle, Jns.-Regt. 88, aus Hanau. — Musk. Phil. Hansel, Jns.-Regt. 118, aus Hörgenau. — .Unterofs. d. Res. und Lehrer Wilh. Lenz, Jns.- Regt. 116, ans Gedern. — Res. Karl Ge i ß, Jns.-Regt. 116, aus Höckersdorf. — Gesr. Otto Stamm, Jns.-Regt. 118, ans Waldgirmes. — Unterofs. d. Res. Eduard I außen, Res.-Jnf.- Regt. 80, aus Wiesbaden. — Einj.-Freiw. Gesr. Karl Nnd. Heil, Jnf.-Rcgt. 87, aus Ober-Mörlen. — Maj. u. Bats- Komm. Max Ham scher, Jnf.-Rgt. 117 in Mainz.— Res. Phil. Albert Jäger, Jns.-Regt. 117, aus Mainz. — Freiw. Theodor Rossel, Znf.-Regt. 27, aus Mainz. — Res. Äug. Wcstcn - Vors, Jnsi-Regt. 117, aus Mainz. — Res. Albert Dörr, Jns.-Regt. 117, aus Bretzenheim. — Lt. ft. Res. Gerichtsass. Theodor Braun, Res.-Feld-Art.-Regt. 25 in Darmstadt. — Bizeseldwebel Ludwig Justus Karl Bärner, Jns.-Regt. 118, aus Worms. — Res. Heinrich Sch midt, Jns.-Regt. 167, ans Wailau. — Gardist Ein kl Rasch, Jns.-Regt. 115, aus Worms.
*
** Ritter de? Eisernen Kreuz,cs. Gefr. d. R. Friedrich Rohrbach, Jns.-"Regt. 116, m Lollar (.zuletzt Buchdrucker in Gießen). Bizeseldn». Stracke, Akt. Jns- Reat. 116 in Gießen. Unterofs. u. Bat.-Ta.mb. Wilh. Tülle, Jntz.-Regst. 116. Uffz, Äug. Momberrrer, Jmf.-Rogst. 116. Hafendstrektor Lern c eile, Oberst. d. R. im Feldart.-Regst. Nr.43. Dr. pW. Knewitz in Opperchcim. Gesr. Zimmer zu Buben heim. Kaufimrnu Joh. Kästner aus Gensingen. Land>wehrm«nu B r a d e n ans Bü des hem». Sergst. Börner aus Galsheim. !Fel!d»v. Koch aus Meder-Olm. Dr. Beiß ne r, Oberarzt zu Wörrstadt. Lehrer Wilhelm Schmitt aus Ensheim. Notar Dr. Hoffmann zu Wörrstadt. Oberlt. und 'Adjutant iin 3. Brandenb. Res.-Fußart..- Regt. Rudolf Iu ng i» Mainz. Lcmtu. d. R. uud Kompaignie- führer Heinrich Glassncr, Offen.-Regt. 110, aus Schwab- bach. Dizefeldw. Theodor Schmitz, Res.-Regt. 28, aus Wetzlar. Uffz. im Feldart.-Regt. 84 Karl Kappes aus Lorsch. Otto Zimmermann aus Hanau, Leutn. d. R. Uud Res.-Bat.-ckWsutant im Jns.-Regt. 88. Leu tu. d. R. Ober- sörster W. Biiff aus Böhl. Kanoniere Eichenauer, N e u m a n n und .Schimpf vom Feldqrt.-Regt. 61 in Darmstadst.
Kreis Lauterbach.
-f- Nieder-Moos, 29. Okt Briefträger Ruppel von hier, Sergeant bei», Jnianteiie-Regimcnt Nr. 116, erhielt das Eiserne Kreuz. Es ist schon der Dritte aus unserer Gemeinde, der da? Eiserne Kreuz erhalte» hat.
Starkenburg und Rheinhrfsen,
e. A s s o l l e r b a ch, 26. Okt. Für die gefallenen Krieger sand am letzten Mittwoch in der Kirche eine erhebende GedächtniSseter statt. Das Gotteshaus ,var überstillt. Zu Beginn des Gottesdienstes sangen di« Schulkinder „Morgenrot, Morgenrot, leuchtest mir zum srnhen Tod". Während deö Altar- diensles ivurde von den Herren Schwöbel und Jäger das eindrucksvolle Lied »Näher, mein Gott, zu dir" gesungen und vom Kirchen- gesangverrm das erl>ebende Begräbnistied »Wo findet die Seele die Heimat, die RnP" vorgetragen. Im Anschluß a» Offenbarung Johs. 2,10 gedachte der Orisgeistliche, Psarrer Weidner, der ge- iastenen Krieger.
e. Erbach, 23. Okt. Kreisrat Dr. K r a n, b ü h l e r, der vor seiner Berufung nach hier alS KreiSrat im Kreise Schotten tätig war, fft in die deutsche V e r w a l t u n g »ach Belgien berufen worden. Er ist bereits nach seinem neuen Wirkungskreise abgereist.
e. Aus dem südlichen Odenwald, 28. Okt. In den letzten Tagen ist der Preis des SchiveinesleischeS stark In die Höhe gegangen. An manchen Orten ist der Preis von 7g ans 80 Psenntg das Pfund gestiegen. — Außerordentlich stark ist vielerorts die Nachfrage nach Kartoffeln. Tie Käufer können vielfach nicht den nötigen Bedarf erhalten. Eine Folge davon ist u. a. eine Preissteigerung ber Eicbol». Für den Zentner werden jetzt Mk. 2,S0 — feilher Mk 2 — bezahlt.
Hessen-Nassau.
§ Nord eck (Kr. Marburg), 30. Lkt. Auch aus unseren» Ort bat der Krieg schon seine Lpser gelordert. Bereits zwei tapsere Soldaten haben de» Heldentod für das Vaterland erlitten und
zwar Eelceiter Reservist Konrad Vogel nnd Äleservist Gotthard
Schneider. Reservist Georg W>>Sker, der Sohn unseres Bürgcr>ne>sters, welcher bei ücni 3. (tzarde-Reginient in Berlin eingestellt ivar, ist als vermißt gemelde'. Die letzte Nachricht von ihm erbieltcn seine Angebörigen vom 30. Anglist.
r. Renne rod, 29. Lkt. Die große» Vorräte an H e u und Kartosselu, die eS in diesem Jahr« so icichlich gegeben hat, ble>bcn nicht lange liegen. Tag sür Tag werden viele Waggons von beiden Produkten verlade». Znsällig ist der Preis für beide auch gleich nnd beträgt zivischen 2,70—3,00 Mk. der Zentner lrei Station. 2Inch vom vorige» Jahre sind »och viele Vorräte an pen »a, die jetzt mit zum Berka»! kommen. Schade nur, daß ciel (Brummet mitunter noch snßhoch steht, aber infolge der ungünstigen Witterung nicht eingebracht werden kan».
-g Gönnern, 29. Okt. Lehrer E. W. B i e r w a l d , Ein- jährig-Freiwilliger im Regiment Nr. 81, 2. Kompagnie, starb den Heldentod.
d. Biedenkopf, 29. Lkt. Aiit dem Eisernen Kreuz wurde» anSgezeichuet: Leutiianl der Reserve Karl Zimmer- >» a u n fFußaitisteri« - blegiineur Nr. 18), Oberavolheker Kar! ViarriuS fsieldlazaretl des 9. LIrnie korpS), Reichsbaiikboli B u k o w (18. Fußarlillerie-Reginient) und Lehrer Dönges (Ji,. läuterie-Reglment 81).
-ff E s ch io e g c a. d. Werra. 29. Skt. Beim Sandholen wurde heute der 13jährige Junge der Witive A p v e I aus dem benach- barten Dorie Kella durch niederstürwiide Erdniassen in eine, Sandgrube verschüttet uud getötet.
Schl ü ch t e r » , 29. Okt. Der K r e i s - A u s s ch u ß dei Kreises Schlüchtern beschloß die Ausnahme eines D a r l e h n s von ISO «00 D!k. zur Durchsührung der K r i c g s n n t e r st ü tz u n g e „ im Kreist.
5pielplan der Gictzener Stadttheaterz-
Direftion: Hermann Steingoettcr.
Sonntag, den 1. Llovember, abends 7'/, Uhr, bei kleinen Preisen: Eröffnungs-Vorstellung: Prolog von Herrn. Steingoetter, gesprochen von Maria Schild. Lebendes Bild; Huldigung vor Germania. Hieraus: .Wallensteinr Lager" von Ir. v. Schiller. Zum Schluß: ,Da4 Eiserne Kreuz." Lebensbild in I Auszug von Ernst Wiehert, in neuer Einrichtung von Richard Keßler. Ende gegen lO llhr. TienStag, den 3. November, abends 8 Uhr, bei geivöhnlichen Preisen (ermäßigt), I. TienStag-AbonnementS-Vor- stellnng: „Minna von Barnhelm." Lnstsviel in b Aufzügen von (B. E. Lessing. Ende gegen IO^L Uhr. Freitag, de» S. November, abends 8 Uhr, bei gewöhiil. Preiscii (eruiäßigt), l. Freilag-Abonne- meiitS - Vorstellinig: „Zwischen den Schlachten." Schausviel in
l Pliiszug von Björustierne Björuson. Hierauf; „Wallensteint Lager." Ende gegen 10 Uhr. Sonntag, den 8. November, abends 7', Uhr, bei kleinen Preisen: „Wie di« Riten sungen." Lustspiel in 4 Akten von Karl Iliemann. Ende nach 10 Uhr.
kirchliche Ncrchrichtekr.
Sonntag, d e n 1. November, 2l. n a ch T r i n i t a t i 3. Reforinatioirofcst.
Kollekte sür die (Bustav-Adols-Sliftnng.
Sottesdienit.
Zn der Stadtkirche.
Vormittags 9'/. Uhr: Pfarrer I). Schloff er.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MatihänSgemeind«.
Pfarrer v. Schlosser. ?!bends 5 Uhr: Plärrer Schwabe.
Beichte und heiliges Slbendmahl sür Matthäus- und MarkuS- geineinde geiiielnsam. Anmeldung vorher bei dem Plärrer jeder Gemeinde erbeten.
Riittwoch, den 4. November, abends 3 Uhr: KriegSbetstunde.
Psarrer 0. Schlosser. Zn der Zohanneckirche.
Dormfftags 9'/, Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Vormittags II Uhr: Kinderkirche sür die LnkaSgemeinde.
Pfarrer BechiolSheimer. Abends b Uhr: Pfarrer Aus leid.
Beichle und heiliges Abendmahl sür die Lukas- nnd Johannes- gemeiiide gemeinsani. Iliimeldimgen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Abends 7'/, Ubr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde in, Lnkassaal, sowie der männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johamiessaal.
vibelkränzchen für Schüler höberer Lehranstalten.
Für die jüngeie Abteilung jeden Alittwoch von 6—7 Uhr, für die ältere 'Abteilung jeden Samstag von 6—7 Uhr im Johannessaal, vibelkränzchen für Mädchen ans der Zohannesgemeinde.
Jeden TienStag von 6-7 Uhr im Johamiessaal.
Wartburg-Verein (viezftratze fö).
TienStag: Bibelstnnde. Donnerstag: Lejeabend. Sonntag: Vortragsabend.
Sonntags-Verein für Mädchen.
Jeden Sonntag nachmittag von 2 Uhr ab Diezstr, 1b p. (Ansprache, Gesang, Spiele, Bibliothek.)
Evangelischer Gottesdienst.
Kirchbrrg: Sonntag, den I blovember, vormsttagi 10 Ubr.
(Heil. 'Abendinabl kür Stanfenbeig. Kollekt« sür die Giistav-Adols-Stistung.
Mittwoch, den 3. Nopember, „achmlttagr 6 Uhr: Kriegsgebetstunde. Dekan G u ß m a n n.
llatholische Gemeinde.
Gottesdienst.
SamStag, den 31. Oktober:
Nachmittags um 8 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Samstag nachmittag und Sonntag vormittag ist Gelegenheit, polnisch zu beichten.
Sonntag, den I. Nov., 22. Sonntag nach Pfingsten: Fest Allerheiligen.
Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit ziw hl. Beichte.
„ um 7 Uhr: Tie erste hl. Meffe.
, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
, um 9 Uhr: Hochanit mit Predigt.
, um II Uhr: Hl. Meffe mit Predigt.
Militärgottesdienst.
Nachmittags um 4‘/, Uhr: Juugsraucu-Koligregation.
Nachmittags um £>'/, Uhr: Rosenkranz-Andacht mit Segen. Nachmittags um 6 Uhr: Predigt; daraus Andacht sür die Abgestorbenen.
Nachmittags um ö Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Montag, den 2. November:
Allerseelen.
VoriiiittagS von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.
, um 6'/, Uhr: Tie erste heil. Messe.
, „8 Uhr: Seelenanit sür aste Verstorbenen de»
Plarrei.
Nachmittags um 6 1 /, Uhr: Rosenkranz-Andacht mit Segen. Dienstag und Freitag abend um tzX Uhr ist Kriegsbittaudacht. Freitag um 7 Uhr ist SegeuSinesse.
vsaspora-Gottesdrenft-
Conntag, den 1. November:
In Laubach um 10 Uhr.
In Ltch um 9ff, Uhr.
Bwle Mütter sind der Ansicht mit dem Nestlc'schen Klndermcbl ein ausländisches Erzeugnis zu kaufen. Dem ist aber nicht lo. Die Ncsttcffchc blinde»mehl (Bestllschail in Berlm nnd sine Fabrik gleichen Namens in Bauern wurden mit Schweizer Kapital gegründet, und werden bei der Oerstellung unseres Kindern,edles Deutsche erstklassige Rohprodukte besonders die voUrabmbaltigc Allgäuer Alpcnmitii, vcinrbeilet. Uin alle Mütter von der Gute dieses feil einen, balben Jabrbundert belieblen Näbrmiticls zu überzeugen, iverdcu von der Nestle Gesellschaft, Berlin W. 57, Gratlsprobcn franko versandt. 0M8tssl


