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Kr. 256 Zweiter

Erscheint tözlich mit Ausnahme des Eonntags.

DieOktzenrr La«ilienbli>tter" werden dem .Anzeiger- viermal wöchentlich beigelezt, das Arefttlatt fiir den Kreis Siehe," zweimal wöchentlich. Die .^«twirllchafllichei, Leit- ieagen" erscheinen monatlich zweimal.

Blatt Jahrgang

General-Rnzeiger für Oderhefsen

5amzLag, ö \. Oktober

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'Ichen Universität» - Buch- und Sleindruckerei.

R. Lange, Gieße».

Cchriltleituug.Geschäitrslelle ».Druckerei: Schnl-

strajje7.cheichäiisfiellcu.Verla,i:^»^'>l,Schrilt- leitung: e-^»lir. Üldrcsic iiir Trahtnachrichtcu: Anzeiger Liege».

Der neue Burenfrtcg.

Wird nn neuen Surenfricge Borha siegen und init iljm der brirische Imperialismus oder werden die Generale de We: und Beyers mir ihrer Auflehnung durchdringen? Die Frage ist* unseren dculsäfen scineg von größtor Wichtigkeit, s)i>ich den englischen Meldungen kann inan ja nie gehen, Bie sind genau so plump erlogen oder vrakel hast verschleiert wie seinerzeit vor vierzehn Jahren, Ter angebliche erste Sieg Bvllfaö über die Leute BeyerS bei Sfuftenhrrg ist genau so gelogen, wie die ganze Darstellung, daß es sich um einen burischän Bürgerkrreg handele Nein, auch in diesem zweiten Burenkrieg kämpft nicht der Bur gegen den Bur, sondern der Bur gegen den Engländer, Wen» einmal die Kanten aufgedeckt sind, wird man ersahreu, daß nicht ein Bur such meldece, um für England zu kämpfen. Die Buren haben nichts vergessen, nickst die Farineneinasckn> tauigen des JaKreS 1900, nickst die Berschlepvung von Frauen und Kindern, denen in den Konzentrationslagern Massengräber bereitet wurden, nicht die Rebellenhiurich- taingen und andere Maßregeln brutalster Art, zu deren Verteidigung Chamberlain damals nichts anderes zu sagen wußte, als daß es die Deutschen 1870/71 noch schlimmer getrieben hätten.

Aller wiederlwlt sich auch die englischen Lügenfeldzüge. Weiß man in Deutschland immer noch nicht, so schtreibt uns lerne Persönlicksteit, die über die Entwicklung der Tinge in Eiidairika vorzüglich Bescheid lveiß, wie der alte Veteran General Delareh, der große Protestler gegen Botha, zu Anfang diese-? Weltkriege-? ums Leben kam? Tie englische Presse log, Dclarey sei o»if einer Autofahrt nach seinem Landgut durch ein zufälliges Mißgeschick erschossen worden, In Wahrheit hatte Trotha Befehl gegeben, ihn lebend oder tot zu fangen. JA Walwheir sind bei dem Borsall außer General Delarey noch fünf Menschen erschossen worden. Es war kein zufällige? Mißgeschick, AuS Telareys Blut erstehen jetzt als Rächer Christian de Wet und Beyer? und Noch mancher andere. Wird Botha ihrer Herr werden? Sein Maß ist voll.

Nur drei Jahve hat D-olha gebraucht, um in den Buren- ftaaten den Haß und Zündstoff hervorMruscn, der dort jetzt in Wien Flammen auflodert. Nachdem er in England übersck>»englich empfange» und gefeiert worden war, kam von seinen Lippen ein solcher Strom von Berspreckpuigen miü Ver h eißu n gen, daß die gutmütigen Buren sich sckzon mit der Auffasstmg absinden «»Uten, welch ein prächtiger" Verl doch dieser Botha sei, der nach seinen eigenere Acußc- tamgen durch geschickte Politik erlangen wolle, was aus dem Felde verloren worden war. Das erste scharfe Signal gegen Boll>a ertönte, als der bedeutendste Landwirtschaft?-- kenner Südafrikas, Dr, William Dir, Donald, den Regie­rungsdienst verließ und in einer öffentlicher' Versammlung erklärte, die Regierung betrüge das Land und wünsche Leinen Fortschritt. Ueberseeiickze Einwanderer wurden mit Mißgnrst und Derdackst dei-andeft und möglichst fern ge­halten. Beigeblich forderten die Fveundc des Landes Botha auf, die Politik AustraliewS imchzuahmen und Einwanderer fldbliri, pi unterstützen, um frisches Blut in das Land zu bringe», Nickt? geschah. lind wie in der Agrarpolitik wurde in nrtmfhidTer Hinsicht die heimliche Pirole voll­ständiger Untätigkeit au-Sgegeben, Tie Regienmg war nur bedackil auf ihre fetten oiejjältrr und aus Erweiterung ihrer persönlichen Macht, Dann kam der S-reft der EKtverk- schaftler, und Botha griff zu seinem Lieblingsmittel, dem Belstaerungszustaud, Eine Pressezensur wurde eingesührl, wie sie von ilhusseu nicht despotischer gehandbabt werden könnte, Ueberseeischc Telegramme oder Telegramme, für das Ausland bestimmt, wurden unterdrückt. Sogar Gespräche am Telephon wurden in den Zentralstationen überwacht, und in W Straße mußte »um höchst vorsichtig sein, um nicht von einem Gelnimagenten der Regierung in einem angeblich icerräterischcn Gespräche belauscht nnd sofort, ohne viel Federlesens, verhaftet zu iverden. Indem Botha die parlamenlarisckzen Methoden aufgab und mit Kriegsreckh

regieren wollte, bekannte er sich zu dem den Bnren ganz unverständückten Glauben an Gewalt und Tyrannei. Ter Truck erzeugte Gegendruck, Tie Tyrannei gab, anderen Gewalttaten den Anschein der Berechtigung. Bothci lzat durch dieses System nicht nur sich, sondern auch England in Südafrika unmöglich gemacht. Wer ihm jetzt im Kampfe folgt, sind nur die Engländer. Tic Mincnarbeiter und die Eisenbahnmänner werden ihm nicht einen Manu leihciu Keiner hat das rohe Auftreten der Botharegierung im Januar dieses Jakrc-.- vergessen. Tie Gefangennahme von Tausenden dieser Männer, die ro!sen Mißhandlungen nnd die allem Recht mid Gesetz hohnspr-chcnde Deportation der Arbeiterführer nach England, vieles, viele-? steht auf dem Sündenregister Bolhas. Lluch das wirtschaftliche Elend kommt aus sein Haupt. Infolge des Krieges liegen alle Tianiantminen still. Tic Goloprodnklion ist erschreckend vermindert. Biele Tausende von Arbeitern, weiße wie schwarze, sind arbeitslos. Sic lassen sich nickt von der Re­gierung anwcrben. Sie gehen ins Lager der Bolksgeneralc. Nnd ein Sturm braust k-eran, der Botha hinivegfegen wird.

Kapstadt, 30. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter Meldung, OKneral Hertzog hat Bloemfontain verlassen in der Hoffnung, die Führer der Rebellen zu treffen, um ihnen zu raten, heimzukehrcn. Es gelang ihm vorläuftg weder de Wet noch das Mitglich» des Ptawiu^-Parla- mcnte-? C o n r o y, der ein Nebellcnkommando anführl, zu treffen. Bisher ist es in bür Olrcrnjekolonie zu keinem Blutvergießen gekommen. (So spricht das istcuterbnrean, Lb es die Wahrheft sagt, ist eine andere Frage, T, Red.)

Kanadier nach Südafrika?

Kopenhagen, 30,Okt, Den LondonerTime-?" wird aus Toronto gemeldet: 10000 Kavalleristen aus dem tvesllichen Kanada sollen wahrscheinlich nach Südafrika gesandt werden, um an der Unterdrückung des Aufstandes l eilzunehmen.

Christian Temet. der Mann und feine Tate».

Der jetzt im 60, LebenSiahr siebende Christian Deivet, der alte Vorkämpfer de? BirrcnvolkeS in Südafrika, hat von neuen: den Knegtzpiad gegen den Erbfeind, die Engländer, betreten. Christian Dewct ist ein Bure von echtem Schvot und Kdrn. Bon bau? cm? schlicht und derb, liegt ihm, wie er in seinen Kämpfen ja zur Ge­nüge bewiesen hat, die Tat besser als da? Wort, Zäh und hattß minie hält er an den von seinen Vorfahren überkommenen llrber- liesericngen fest, Hai er sich aber erst einmal vom (Gegenteil über­zeugen lassen, dann wird er der inutige Vorkämpfer des »euaj Gedanken?, zumal, wenn er seinem Volke damit nützt. So war er, wie viele seiner Volksgenossen, von einem tiefen Misstrauen gegen das Lernen und die Bildung beseelt und verachtete den gebildeten Ausländer, Doch wie er bei Besichtigung einer Schule einmal sclbü eingestand, ist er jetzt anderer Meinung geworden.Ich habe gesehen, ivas Menschen in einem Krieg wert sind. Wist» ihr, wer treu und surchtlo? geblieben ist, als es heiß wurde? Das waren die Leute, die etwas gelernt hatten. Bur die. Bon l 00 Kämpfern waren am Ende 80 gebildete Tah-r freue ich mich, daß die Bil­dung auch jetzt bei uns so gi'te Fortschritte macht." Mft derselben Anirrchtigkeit bot Dewet zu Beginn de? Burenkriege? seinem Volke vorgehallen, daß der Ungehorsam uird Diszjplintosigkeit in rluen lweiben ein viel größerer Feind sei als die (tzeschiitze der Engländer. Und er trat in seinem Korp? diesen Män, 7 eln mit äußerster Strenge entgegen. Dadurch dat er sich zwar viele Feinde cm Lande gemacht und er ist alles andere als beliebt. ?lber man achtel chn hoch und sckzenkr ihm ein fast blindes Vertrauen.

Cl-ristian Dewet? Kiame bekam aiuü in Deutschland einen guten Klang, ab? inan seinen kutmen Streich erfuhr, durch den er <rm 16. Februar 1900 bei Kossiftontein den Engländern ihren gesamte» Train weggeiiommeu »nd sie damit ihrer Schokolade beraichl halte, die ihnen die Königin Viktoria kurz zuvor geschickt hatte. Bon da ab fügte er dem l-segner Schlag ans Schlag jit, wußte sich dessen Umklammerung stets geschickt zu entziehen und errang durch seine Art der Kriegführung, die sich dem Charakter des Lande? mehr denn di? der anderen Führer anvaßte, bald einen Weltrubm und die Bttvunderung der ganzen militärischen Welt. Am 30. März überraschte er die zu weit nach Osten vor­geschobene Abteilung de? General? Booadcvood. Bei der Sorglosig­keit der englischen Berufssoldaten ivar es ihm möglich gewesen, diese aus drei Seiten zu umzingeln.

Lassen wir ein englisches Blatt jener Tage, dieTimes", den Berich: des nun folgenden Geechies erzähleir:Die Buren im Rücken des Obersten trieben lerne Truppe der an der gegen:iber­liegenden Drift wartenoeu 'Abteilung zu, genau wie Rebhühner den Schützen zugettieben iverden. Sobald ein Wagen on die Trift kam, richteten die Buren ihre Mündungen auf die Fahrer und

deuteten die Riärtung an. wobin sie fahren sollten, um nichts den Weg zu versperren. Als die Geschütze auka-nen. war die Falle gänzlich frei für ihre» Empfang. Cin Augenzeuge sagte: e? war, wie wenn man in eine <ss»tdervb>- tritt. Die Buren »sinnen einem liöslich die Gewehre ab und forderten auf, zur Seite zu treten, und es blieb nichts übrig. eS u tun." Daraus zerstörte Dewcd die Wasserwerke von Bloemsontcin nnd zog nach seinem GebuttS- ort DewetSdors, >vo jüns Kompagnien Engländer lagen. Sie wurdeat von lim, überrascht »nd gefangen genommen. Die OVcneriile Bra­bant, Rundle und Hart machten jetzt mit drei Divisionen Jagd aus i!m und am ,30. April de? folgende» Jahres begann Lord Rodert? selbst den Llvrinarich »ach Norden. Doci, Deic-et war un- saßdar wie der sliegende Holländer. Ä:» 31. Mai zwang er in Lindlen das 13. Bataillon nach kurzem (sKsecht zur Wassensttrekling. Bier Tage spater erschien er an der sorgiältig beivaälten Bahn­linie, nabm bei Roadeval einen TranSporlzug samt der Begleil- mannschatt »ich zersiörtc den Bayndaiunl, Am 7. Jnni überfiel er bei Sand River ein Milizregement icnd erbeutete in eima» Inge eine Kriegskasse mit 10 Millionen ?.'>ark i» Gold: und da? alle?, ivährend die Engländer nach ihren Berichten nahezu ie»eu ziveiten Tag Dewet? AbteUungvollständig besiegten" oderver- ivrenglcn". Sie logen also schon damal?, wie sie lioute lügen. Am l3. August glaubte man cb» sicher zu halten. Kitchenrr, Mr- ihiic-ii. Sniith-Dorricii mit ihren Inianleriebrigaden und zwei Kavallcrieabteiluiigen I-alten die Höhen von Beniersdorp besetzt und trasen alle Borbereituiigen, um einen Tnräibnlch Dewets zu vereiteln. Während der ganzen Aaclit erlünte m>? deni Buren­lager d>i? Knarre» der Wagen und da? Knallen der Beitsäxn, Doch al? der Morgen «»brach, Iva? Dewet mit seinen getteuem! Tausend wiederum entichlüpsl. Einicge verwundere uich krMikc Buren waren während der ganzen Nacht mit mehreren Wagen! im Lager unihergesahrc» und hatten einen Höllenlärm gcncacht, um den Engländern die Anwesenheit Delveis vorzutäusäuri. Außer ihnen fand Krtchener eine gesprengte englisäsr Kanone imd sechzig zurückgclassene Gefangene. Dai'ür nalgni Dnvet drei Monate später da? englisäik Lager bei Tlorc-jonlecu und machte »nie ltzesmuiene. Erst der Friedensschluß vom Mai 1902 zwang ihn, die Waffen ruhen zu lasse», die er jetzt von neueni gegen die Engländer er­hoben hat.

Briese aus der §ront.

Wir beginne» heute mft dem Abdruck einer Reihe intev- essantcr Auszüge aus Felopostbriefe» eines in Gießen ge­borene» uud einem Mefener Korps angehärigen Teilneh­mers am Feldzug in Frankreich. Tie Briefe sind air seine hier lebende Bäurtcr gerickstet, und da der Scklirriber, der seft dem 18. August andauernd im Feuer steht, regelmäßig über seme Erlebnisse berichtel hat, so gewinnt der Leser ein höchst andchauttches und eindrucksvolles Bild von den welt­geschichtlichen Schlachlenvorgängen an der Aisne, Dort liegt ttämlüh seit einigen Wochen der junge Artillcrieossizier als Führer von vier Geschützen, eingegraben in guter Deckung, tapfer allen Fährnissen trotzend. Da dieses Wirken hinter den Sckiützengräben der Infanterie augenblicklich im Vorder­grund des Interesses steht, wollen wir heute zunächst nritf dem Abdruck eines der letzten Brieke beginnen. Wir ftnd überzeugt, daß die Leser dann auch mit Spannung den in den folgenden Nummern unseres Blattes zur Beröffent- lichung kommenden Erlebnissen folgen iverden, die den Ver­fasser der Br,esc, Inhaber des eisernen Kreuzes, seit Wen Mobilmachung in Feindes Land begleitet haben.

... a. d. AiSnc, 30. Sept. 14.

Viel viel habe ich erlebt seft meinen letzten Zeile» an Dich! Zuvor wieder die übliche Meldung, daß es mir gesurrdheitlich In geht. Die öfter genannten Schmerzen und andere Äeschiverden sind vollständig verschwunden. Sodann herzlccheir Tank für die lieben Zeilen Momeittan erhalle ich säst täglich Post, doch nie in richtiger Reiheniolge. So erhielt ich gestern Deinen Brief von' 17. September zusammen lieft einem vom 28. August.

Nun nähere? von mir: Naä>dein wir bi? vorigen Samstag, den 26., in unseren alten Stellungen ivaren, entschloß sich unser Oberst nac!> Besprechung mit dem General, ScrmSlag nnriMittag einige Geschütze weiter oorzngeben, unsere ü. h. die ... Batterie, wurde miscrsehen. Am Nachnultag des 26. gingen der Oberst und wir 3 Offiziere der Batterft vor, um die Stellungen auszusuchen. Alles kroch auf dem Bauch herum. Der Erfolg waren 2 neu» Stellwigen. Eine für Lt. D. mit 2Gescl»ützeu, die andere für fit. H. mib mich mit 4 Geschützen. Die erste feindliche Jnsanterie lag 1300 Meter vor uns. die erste feindliche Artillerie 2000 Meter. In der Dunkelheit mußten wir in die Stellmig einsahren, und die ganze Nacht wurde gegraben, um uns flute Deckungen zu schäften. Sclwn ain Samstag war der eine meiner beiden Mrt- oftiziere an Typhus erkrankt und pni selben Abend wurde auch noch der andere, Lt. H. (dessen Vater früher einmal >m Gießener Regiment stand,, krank und mußle <i>n nächsleit Tag zurück! Sv stand twnn ich, der ich noch nie richtig gesclzossen, seit kurzen Zeit erst Osstzier war. und weniger Frontdienst als jeder Eftv- ,ihrige hatte, plötzlich allein da! Ich hatte zu silzießen, für meine Leute zu sorgen, dazu noch für die ganze Bespannung usw. und

TkKnst, rvincnschast und Leben.

Wo sind die Schätze de? Louvre? Mit emem Aui- locmd von säst zwei Spalten ergeht sich der Pariser .Korretponoent derTimes" in geheimnisvollen Andeuyingen über das Sm-.c-al der Kunsplicatze de? Louvre, über das Mitteilungen.zu verö'-'ent- lcchen die französische Z-nftir den sranzösi-Hen Zeitungen aus da? strengste verboten bat. Ctwa? Genaues wectz freilich mich der eng­lische Bericluerstcurer nicht: aber so viel zebc doch au? seinen An- deumnqen bervor. daß bas franzö-tschie llnierrichtSmiilisterftun und die L.ncer der öiieittlichen Museen zum Schutze der Hcacvt- N-erke der Mukeen de Louvre, von Clunv. Cbautftln. Ber -,,l? und den anderen Vvrsich:-: maßregeln in einem ganz rrstauiil ä-m Umfange getronen har. Cs ist ein offenes Geheimnis, dar nvhr scheinliih bald Frankreich kein», daß 7 00 bee berüdntteiten Ge­mälde des Louvre früb.-nng im Sememder P^a r i S v c r l a i i e n baden und nacheinem Oet von großeeer Sicherheit" geßtaift worden sind Wo *idi geienwärtig die Benutz von Mil», die Mvna Lisa und andere Meisterwerke von internarionalem Ruhm wirklich befinden, darüber ist nichts bekannt: man nimmt nur on, daß fle irgendivo unter iorg-a riger Bcu>achunq ,.im Süden" c-..>beioa!»rr loerden.Die Brnus har sich, wie es beißt, von den Bersr-.eßluh- keften. die sie Nübrcnd ihres kurzen Aufenthaltes in den Hiwev- gebäuden der Präftktur Ixu etteiden müft'en. wieder vollständig erholt."Bor einigen Tagen." io erzählt der englische Bcrichr- erstatter, dem es augenscheinlich iehr lchtver fällt, den Mund zu halten, weiter,fpracl, ich über dieie Dinge mit einer Per'önlich- keit, die zum Dirckwrium der Nattonalmuseen gehört. Er gab zu, daß e? sich um eine Angelegenheit bandele. Ml der die ganze Welt ein natürliclieS und starker Interesse nähme. Indessen, dir Bor- schriften de? Minister wären eindenttg und nicbt zu umgeben: eS dürfte also nichts darüber geiagl werden. So ließen wir da? ver­botene Themn fallen und kamen -u anmmigen Eriirueritn.ien an den früheren Antzfliig der Bilder des Louvre, der im Jabre 1870 im Boot nack, Brest statNand, und zu philoioolnichen Betrachtungen vorüber, daß das Leben kurz, die Kunst aber lang wäre. .Mona

Lisa, bemerkte er dabei, hätte guten Grund, in ihrem freundlichen Sommerausrntball im Süden zu lächeln... Während meiner Wan­derungen mit der Suche nach den Direktoren des Louvre hatte ich Gelegenheft, diwch dir kleine Galerie zu kommen, die dicht an der Decke der Salle de la Gaze in der Höhe des Gebäudes läuft: dann verirrte ich mich und kam durch trüb beleuchtete Säle de? Schwei­gens und geriet schließlich in chatz Untergeschoß. Hierbei bemerkie ich oerscknebene inrercssanir T-inge. die nur die Loyalität gegen die ministerielle Polink mich hindert zu bericksten. Ich kann aber soviel sagen, daß die Borsicli-smastregeln zmn Schutz des Museums und seine? Inhaltes gegen Bomben von Flugmaschiwn sehr sorg­fältig erdacht nnd auogeführt. sind, und mich die Borkehruugen zur Bekompiung des Feuer? sind vollständig. Ich begegnete auch zwei Leuten von der Wachniann-'chait. die sich iür die nächtlichen Runden rüsteten, ein Amt. das auch in den schönsten Zeiten etwas Gruselige? haben muß ©iner von diesen Beamten .gab mft eine lebha'te Belchrcibnng von den Tagen des großen Packens. Er erzübtte mir auch eine spa.st'iafte Geich-, ne über eine gctvisie kleine Statue Karl? de? Großen, die. wenn der Zensor es eine? Tage? erlauben schird, in ber Dell der Kämst klassisch werden dürste."

Sbackletons Ausrüstung für seine Solar- fahrt Sir Ernest Shackleton ist nun zu seiner kühnen ftans- ontorkttschen Ervedittoti anigebrochen, die sich die Ausgabe gestellt hat, nicht nur den Südvol zu erreichen, sondern den ontarktt- stben Konttnent nach allen Richtungen bei einer Turchguerung zu eriorichen Die Ausrüstung dieser Polariahrl ist von dem er- sahrenen Forscher mit besonderer Sorgfalt vorgencmmen worden: eine Reil»e von neuen wissenschaftlichen Instrumenten, mft denen Beobachtungen ausgerühtt werdeir sollen, die bisher unmöglich waren, stehen ihm zur Beriügung. Besondere Hoffnungen setzt Sliackleton auf die Schlitten mit Luftorooeilern, die die Hunde­schlitten ersetzen sollen. Er selbst hat diese völlig neuen Schlitten gezeichnet, die als Flugmaschine ohne Tragflächen oder Automobile ohne Räder beichrgeben toerden: ein groß» Propeller, der dem einer FluAmaichine ähnlich ist, zieht den Schlitten sott: die er­reichte Geschwindigkeft ist ziemlich bedeutend. Tie Schlitten sind in

Norwegen autzgevrobt und laufenwie ein Segelboot, nur über Land und mit eigenem Wind". Eine Anzahl Hunde werben die beiden Erveditionen jedoch zur Aushilfe begleiten. In W)0 seiften au? dünnem Holz sind die Vorräte mft größter Sorgsalt verpackt, und von allem ist das B«le genommen: denn gesteigerter Komfort erhöht, wie Shackltton bttonle, die Leisttingssähiqkeit. Besondere Nottzbücher aus dünnem, hatten! Papier sind für die Auszeichnun­gen der 'Beodachttingen hergestellt. spür die Zeit des langen Mar­sches durch die Eistoüste ist folgendes Tagesprogramm, da? 19 Stunden umfaßt, für dft sechs Männer, die darcut teilnehmeir, ausgestellt: 78 Uhr: Vorbereitungen zum Aufbruchild Früh- scück, das au? 3 Unzen Fett für den Mann, 2 Unzen Zucker, I Unze gttrvckntter Milch, Weizen. Protein und .Haler besteht. 812 Uhr: Marsch. 121 Uhr: Ruhepause und Frühstück, be­stehend aus Nusnahrung, getrockntter Milchnd Ha-er. I 5 Uhr: Marsch. 57 Uhr: Lager ausschlagen, Ruheiz imd 'Ah-udmahlzeit. die au? dett'elben Nahrung besteht wie beim ersten Frühstück. 7 Uhr abend? bi? 2 Uhr morgens: Schlaf. Damit wird dieser Tageslauf enden und ein neuer Tag von 19 Stunden beginnen Da die ganzen 5 Monate des Marsches über Tageslicht herrscht so braucht man ans den Gang der Uhr und den gewöhnlichen Tag von 24 Stun­den keine Rücksicht zu nehmen.

* Ein« vlä misch« Ze r tknng in England tztachtr^g- lich begiimt Engla»ft> für die Belgier zu sorgen. Es sind gegen­wärtig ct)t>a 6070 000 belgisch- Flüchtlinge auf engluchem Bo­den, die nur vläneisch sprechen und lesen können, und um diesen ihre tzkachrichten Kugänglich zu machen, haben eine Anzahl Eng­länder eine kleine vlSnftsche Zeitung begründet.De stem ml Belgie" heißt das Unternehmen, das zunächst wöchentlich erscheint, bald aber ^veirnal wöchentlich autzgeg-bcu werden soll. Jft den Londoner Blättern wendet sich der Herausgeber an da? englisch« Publikum mit der Bitte, das Unternehinen zu untentützen und für die gewiß nicht unerhcchdchen Kv,ren der lleinen Zeitung Geld­beiträge KU schicken.