Amtlicher Teil.
PctmtM t MM chMMA. toegrflBtige Wri»M über Staaten soven mtch n-ach Slus- strncki des Kräogrs bei einzelnen Bereuten and GeselUckraftrn in ihrer Stellung als Vorstandsmitglieder oder in ähnlicher Stellung dervlicbe» fern unb au den BorsdandSsiKurzen und Geschästs- «rlcdigunqen «rach daun bcftgeuoiimren habeir, wenn es sich um Gegenstände handÄlc, die das allgemeine Wohl des Landes berührten und denen Kenntnis kür das feindliche Ausland von Wichtigkeit sein konnte.
Unl in diese BerhWnisse kür die Dauer des Kriegsdrstandes den erforderlichen Einblick M gewinnen, ordne ich hiermit an: Säiittlichk Vereine intö Äescllschasten. iusbcsonvere auch Attiengesellschasten mit» «Kesellschasten m. b. $>.. bei Venen Angehörige feinvlicher Stoalrn als Vorftanvsmilglievrr, Mik- gliever des Äussühtsmls oder lHeschastskütrrer bestellt sind, habe», soweit sie im HvorpSdezirk üeS 18. Armeclorvs ihren Sch haben oürr ihr Geschäft betreiben, binnen einer Woche nach Bekanntgabe dieser Verfügung dem Stellvertretenden Generalkommando des 18.Armeekorvs in Frankfurt a, Main, Untermainkai 19 ein Verzeichnis dieser Mitglieder bezw. Geschäftsführer eiuzurerchen.
Die Nichtbejolgung dieser Anordnung unterliegt der Stra,- «orschrift des Z 9 Ziff. b des Gesetzes über den Belagerungszustand vor» 4. Junr 1851.
Frankfurt a. SH., de» 15. Oktober 1914.
Der konruraudiercude General d«S 18. Armeekorps:
Frhr. v. Galt, General der Infanterie. _
Bekanntmachung.
JÖetr.: Höchstpreise für Speisekartosfeln.
Auf Grund des Z 1 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise vom 4. August 1914 und 8 1 der Bekanntmachung des Großh Ministe-
etirne? des Innern, betreffend die Ausführung dieses Gefetzcs vorn
7. August 1914 werden, unter Aufhebung der unterm 23. Oktober 1914 erlassenen Bekanntmachemg im gleichen Baocff (G'ehener Anzeiger Nr. 249 vom 23. l. Mts.), die Höchstpreise für Speisc- kartoffeln einschließlich fteier Lieferung in den Aufbewahrungsraum des im Landbezirk Gießen wohnenden Käufers, mit sofortiger Wirksamkeit sür deil Landkreis Giessen, wie folgt, festgesetzt:
1. für beste ausgelesene Speisekartoffeln, der Doppelzentner 6.— Mk
2. für geringere Ware, der Doppelzentner 5.— Mk.
Diese Festsetzungen haben nur die Bedeutung
einer Gdergrcnze für die Preise.
Es ist selbstverständlich, daß geringer« Preise insbesondere dann gefordert werden, wenn die Beschaffenheit der Ware oder sonstige Verhältnisse es angemesseir erscheinen lassen.
Die Verkäufer, unter denen alle Personen zu ocrstrhen sind, welche mit Kartoffeln, sei cs rm Marktoerkehr, in Läden oder sonstwie handeln, haben die vorstehend festgesetzten Preise mit Angabe der Menge, auf die sich die Preise beziehen, durch einen sichtbaren Anschlag an den Verkaufsstellen zur Kenntnis zu bringen. Sie lxchen diesen Anschlag mit dem polizeilichen Stempel versehen zu lasseri und täglich während der Verkaufszeit auszuhängen. Der Verkäufer hat ferner eine Wage mit geeichten Gewichten bei der Verkaufsstelle aufzustellcn und ihre Benutzung zum Nachwiegen der gekauften Waren zu gestatten.
Auf die hierunter abgedruckten 8? 2 und 4 des Gesetzes, bctr. Höchstpreise, vom 4. August 1914, wird besonders Angewiesen, Außerdem kann zur Verhinderung von Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften des genannten ß4 die Schließung der Verkaufsstellen derjenigen Verkäuser ersolgen, welche die Jrmehaltung der Höchstpreise verweigern.
Gießen, den 29. Oktober 1914.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
vr. U s i» g e r. ,
8 2. Weigert sich trotz Aufforderung der zuständigen Behörde ein Besitzer der im § 1 genannten Gegenstände, sie zu den festgesetzten .Höchstpreisen zu vcrkausen, so kaun die zuständige Behörde sie übernehmen und aus "Rechnung imd Kosten des Besitzers zu den sestgesetztcn Höchstpreisen verkaufen, soweit sie nicht sür dessen eigenen Bedarf nötig sind.
8 4. Wer die nach 8 1 festgesetzten Höchstpreise überschreitet oder den nach 8 3 erlassenen Ausfllhrnngsbcstimmnngen znwider- handelt oder Vorräte an derartigen ^Gegenständen verheimlicht oder der Aufforderung der zuständigen Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark oder im Unvermögenssalle mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft
An die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgrmeindrn
des Kreises sonne die Grntzh. Gendarmerie des .Kreises.
Die Großh. Bürgermeistereien wollen die vorstehende Bekanntmachung sofort «ruf ortsübliche Weise zur öfscntllchcn Kenntnis bringen und bei dieser Gelegenheit insbesondere auf die ernsten Folgen auftnerffam machen, die ein Nichtbeachtcn der er lassenen Anordnungen nach sich ziehen kann.
Die Abstempelung der an den Verkaufsstellen aus- zuüängendcn Anschläge hat durch die Großh. Bürgermeistereien kostenfrei zu ersolgen.
Allen PolizeiorgLucn rraä> die streugstc Überwachung des Handels mft Kartoffeln im Rahmen des vorstehenden Erlasses zur Pflicht gemacht.
Festgcstrllte Zn wider ha ndl» n gen, sowie Weige- r u n g e n , zu den vorgcschriebenen Preisen zu vcrkliusen, siud als Grundlage für weiteres Vorgehen im Mnzüsall umgehend hierher zu berichtm.
Gießen, 29. Oktober 1914.
Grobherzogliches Kreisamt Gieße».
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