Ausgabe 
26.10.1914
 
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vosswrrtfchaflliche Frage fm Fnnem jei für uu? zurzeit mcht die, ob genug Arbeit und Verdienst ftir alle auf die Dauer geschaffen werden kann so wictuig diese Frage auch sein möge, sondern die, ob wir im Inlande genug Lebens­mittel für alle haben und neu erzeugen können. Auf Grund sorgfältiger Berechnungen tzommt er zu dem Ergebnis, hast unser Boden an sich groß und ertragreich genug sei, unr uns selbst ftir den Zeitraum eines langen Krieges unter gc- tmften Bedinguiegen zu rriräl/rcn:Wir können auf die Dauer ohne jegliche Zuftlhr von außen leben, wenn wir nur mit dem, was toir haben, sorglich Haushalten und von unse­rem vaterländischen Boden einen vernünftigen Gebrauch machen. Aber diese Bedingungen nrüssen unweigerlich er- füllt werden." Also eine andere Wirtschaft mrt unseren Bodenerzeuginssen und weiterhin auch mit unserem Boden selbst wird gefordert. Professor von Arubec ivcist auf die gewaltige Verschwendung hin, die durch die Also- holerzeuguug nrit unserem Boden und seinen Gewächsen ge- trieben werde, vor allcur in Bierbrauerei und Branntwein- brennerci Seien doch im Jachre 1012 in Deutsck^and (nach den DierteljahrSbeften zur Statistik des Deutschen Reiche- bezw. dem Statistischen Taschenbuch ffir Brauer) nicht weniger ats 2 730 000 Tonnen idartoffeln (zu 20 Zentnern), 30 COOO Toiuien Getreide und sonstige mehlige Stoffe, 107000 .Hektoliter Kernobst und .Kernobsttrebcr, 221000 Hektoliter Steinobst in den Brennereien, 15755 OOODoppol Zentner Gerste, 120 000 Doppelzentner Weizen nnd 16l 000 Doppelzentner Zucker iu den Brauereien verarl,eitet worden. Doch auch die heutige Bermahlung des Getreides, bei der viel zu diel Abfall erzielt werde (bis zu 15, 20 und 30 v. $ji), bedeute volkswirtschaftlich einen starken LuxiS. Ebenso sei mehr Kartoffel-- statt Gerstenbau und andere Reformen ge­raten. Jedenfalls also: vwalichst rationelle Lemvertung dcS Bodens intb zu allernäthfc der geivachjenen Bodens erzeugniffe, der Nahrungsmittel, sei jetzt mehr als irgend einmal eiu oberstes Gebot unserer nationalen Selbst- erhaltung.

»

" Der neue FriedenS-Fahrplan wird am 2. November eingeführt. Tein neuen Fahrplan baben bisher di« preußisch.hessischen, sächsischen und bayerischen Eisenbahn Verwaltungen zugestimmt: die Zustimmung der übrigen steht zu erwarten.

** Rotes Kreuz und Frauenarbeit. Man schreibt lrnS: Der Aufruf des Oberbürgermeisters wegen Beschaffung von Arbeitsgelegenheit für Frauen ist sehr zu begrüßen. Das Rote Kreuz unterftützt diese Ein- richtung» indem es die seither durch freiimlligr unbezahlte Kräfte geleistet« Arbeit fernerhin durch die sich zur Arbeit meldenden Frauen gegen Bezahluirg ausfiihren läßt. Die zur Herstellung von Leibwäsche und Wollsachen für unsere nn Feld stehenden Truppen nötigen Stofte kauft es in hie- sigcn stzescksäfteii und hofft dadurch dos Erlverbslcben unserer

Stadt, solveit es ihn, möglich ist, zu fördern Leider kann es bei der Bielseitigkeit der ihm obliegenden Ausgaben und seinen im Verhältnis dazu beschränkten Mitteln nicht ge­nügend Arbeitsgelcgcnlieit schaffen, so daß die Unterstützung dieser Art der üricgsiursorge durch Zuweisung v-n> Arbeit durch Private sehr erwünscht und nötig ist,

Landkreis Gießen.

O Wieseck, 26. Ctt._ Am verflossene» ssreitag nachniiltag wonderlen die Schüler sämtlicher Schulklassen in de» zwischen ticr und Alien-Bnleck gelegenen ftegwals nnd ia in Hielte« »nlcr Führung ihrer Lehrer Eicheln. Dar Ergebnis war recht erlren- lich. Ti« kletbigen Sammler brachten nahe,» 30 Zentner zu­sammen, sür welche ein Erlös von 08,32 Lik. erzielt wurde. Ter

IM FELDE

erwarten unsere Angehörigen aus der Heimat Nachrichten über die Vorgänge daselbst und über die Ereignisse und Foitschritte auf den Kriegsschauplätzen. Durch die regelmäßige Uebersendung des

Gießener Anzeigers

kann mancher lebhafte Wunsch erfüllt werden. Die Nachsendung des Gießener Anzeigers ins Feld erfolgt am zweck­mäßigsten durch die Post. Man b:stelle ihn deshalb bei den zuständigen Post­ämtern vom 1. Novbr. an unter genauer Angabe des Namens, des Armeekorps, derDivision, desRegiments undder Kom­pagnie. Außer dem üblichen Bezugspreis erhebt die Post nur eine monatliche Umschlaggebühr von 40 Pfennig. Be­stellungen nimmt außerdem entgegen die

Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers,

Betrag wurde an das hiesige Ortskomitce vom Noten grenz adgeinhrt zum Zwecke der Beschaffung von Heinde», Strümpseu ic. sür unsere Soldaten.

+ Lang - GönS, 24. Cr». Tie zivrite Sam in ' it j i nr da? Rote Kreuz ergab den Betrag von 768 Mk. TerGesanz- verein .Germania' ivendeie bo Lik., io daß der Sannnelstelle in Girhen 818 DIk. zugosührt werden konnten.

Kreis Büdingen.

? GelIIhaar. 24. Okt. Ter bis ,n feiner Mtlitärzett hier wirkende Lebrcr Aibrrt Dirgii- <14. bapv. Ins.) erhielt sür iein tapseres Bcrhalten vor dein Feinde das Eiserne Kreuz.

Selters, 24. Cft. Ans den, gelte der Ehre fiel der Leutnant Ferdinand Weber sJnl-Reg, 117), Sohn des Farst- meisterS »nd LandtagSabgeordnele» De. Weber. Ter Äesallene er­hielt »och kürzlich daS Eiserne Kreuz.

--- ?i»S der Wettern», 24. Oft. Tie Kartoffel* ernte ist letzt allenthalben beendet i die Erträge ivaren lehr z » t r i e d e n st e l l e » d. Sin den Stationen werde» seht ganze Wagenladungen verlade», die Händler in den Töriern a»!kanlen nnd mit den höchste» Tagespreisen bezahlen. Gut anSgcleiene Speilekartofseln werden gegenwärtig mit dnrchschniltlich 7 Liark pro Toppelzentner dezahkt.

Kreis Frirdberg. ch Butzbach, 23. Okt. In der Heuligen Sitzung der G e in e i » d e r a t s wurde» 12 städtische Obligationen auL- gelost nnd mit den, l. Januar 1915 anber Derznönng gesetzt. Ein Schreiben de» Erosih. stelddrreintgim^kommissärS siriedberg von, 7. Oktober 1914. bctr. neidbe,ei»>g,»,g Loillgöns. hier: Pald- steldreguiierung, wurde veiiesen. Hiernach hat die BolljngS-Koin- misüon LohigönS den, Gcmetnderat Butzbach zugesichert, daü 1. troi; der Wald - öeldreguilcrnng daS derzeitige Eigentum der Stadt Butzback', das nordöstlich des künftigen WaldgrcnzwegcS z. Zt. liegt, dieier als Eigeulum erhalten bleibt; 2. zur Bermeidnna der Be- steklnng von neuen Servituten bei der Zuteilung dafür gesorgt wird, dag die neue Leitung innerhalb der Gemarkung Lehlgöii» im Eiqentumlgeiände der Stadt Butzbach üch befindet. Der Ge- ineindcrat Butzbach erieiit hierzu leine Zustinunuiia. Tie Kosten der Regulierung solicn zur pälste aus die Stadtkassc übernommen werden. Weiter wurde beschlossen, anstatt nur sür den bereinigten Teil der Geinarkung ein neues Kataster n « d OrlSgrund- b ch anlzuslellen. ein solcher, um eine EmhcitÜchkeit hcrznslellcn. sür die ganze Gemarkung anieitigcu zu lasse», damit die alte» Klaüernmbe in den Katastern beseitigt werden. Tie Kosten iverde» ctiva 82b0 Lik. betragen. Ter Ärobli. KrciS-Schul- Koinmission soll milgeteilt werde», dass der Schnlneu bau­trage erst »ach Beendigmig de« Krieges nähergetreten werden kann. Bon der Lazarctwcrwaltung wurde die Herstcklimg neuer Dorlensier tu der Turnhakle sewunscht. Ter Gemcmdcrat erteilt hierzu icine Zustiininung. Vorerst sollen nur Borsenster an der Nordseile der Halle angebracht werden. Dem ^Labelsberger Steno.,raubenverein Butzbach wurde cl» Raum der nortbildungs- lchule in, Bölksschnlgebäude für UebungSzwecke übe,lasse».

In, Lichtipirlbans besitzt der MeisterfilrnNtlailtiä" nach

dem Roman von tserhard Hnuptinann, eine grobe Anziehungskraft. Den vielen Besuchern, welche au, Sonntag wegen Ileberiiillung keinen Platz iiudcn konnten, tit im Lnuic dieser Woche noch Gelegen­heit gclwtc» diese Filuischöpiiinn zu iehen, daÄiinntid" »och bis Freiing abend zur Aufführung kommt. Die ncncjtc» rkriegs-

crichle werden mir bis Diensiag gezeigt.

Lichtspielhaus

Heute

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Anfang um 5, 7, 9 Uhr. Passe­partout« nnd Freikarten haben keine Gültigkeit. Ferner:

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veranschl. zu 1700 Mk. . 429 ..

Liefern von Zementröhren, , 180

. Drainröhren, 289

, Steinzeugröhre», , 136 ,

MündungSröhren 14 ,

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Die Verdingungsunterlagen liegen aus Großh. Bürgermeisterei Eberstadt offen, wo die Angebote in Prozenten des Voranschlags, mit entsprechender Aufschrift versehen, verschloffeu und poslfrei einzu­reichen sind. EröffnungStermin: Freitag, den 30. Oktober, vormittag» 10 Uhr, auf dem Rat­haus zu Eberstadt. 10952 B

Gießen, den 23. Oktober 1914.

Großh. Kulturinspektion Gießen.

L>. St e in b ach.

Bttllenvertarrf.

Der hiesige Gemeindebiillc soll auf dem Sub- miisionSwcgc an den Meistbietenden airf Lebend- gewidst verkauft werden. Angebote sind verschloffeu mir der Aufsck)ristBnllenvcrkaus" bis längstens Mittwoch, den 28. l. Mts., nachmittags 4 Uhr, ans Unterzeichneter Bürgermeisterei einznrcichc», woselbst die Eröffnling der eingelausencn Gebote stattfindet. Bedingungen können vorher eingcschen werden.

Göbelnrod, den 24. Oktober 1914.

Großh. Bürgermcisterci Göbelnrod.

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