Nr. 250
Zweites Blatt
M. Jahrgang
Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die ,,-iehener Lamillenblätter" werden dem .Anzeiger^ «iermal wöchentlich beiqelegt, das „Ureirblatt fflr den Krtis Siehen" zweimal wöchentlich. Die „landwirtschaftltchen Leit- kragetr" erscheinen monatlich zweimal.
euer
General-Anzeiger für Oberhejjen
5amstag, 24 . Gttober (9M
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Universuäls - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion: SqA 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießei>.
Aus dem Reiche.
Die Kaiserin in Breslau. Tie Kaiserin ist am Frei« tag nachmittag 2.45 Uhr mit ihrer Umgebung in Breslau einge- trvssen. Die Kaiserin suhr zum Besuch einiger Krankenanstalten.
Berlin, 23. Okt. (Priv.-Tel.) Die „B.-Z." meldet: Ter ehemalige Reichstagsabgeordnete Pros. G 0 erkc - Brandenburg an d. Havel, der vor etwa 14 Tagen sich an einer Ossizierspatrouillc beteiligte, ist mit anderen Teilnehmern von der Erkundung nicht zurückgekehrt. Es ließ sich noch nicht seststellen, ob er den Tod gefunden, vertmindct oder gefangen genommen worden ist.
München, 23. Okt. (WDB Nüchtamckich.) Prinzessin Adelgund«, Herzogrn von Modena, eine Schwester des verstordcnen Prinzregenlen Luitpold, wrlckte im 91. Leben s- I<chve steht, ist seit gestern an Bronchitis nicht unbedeutend erkrankt. Da der Zustand siel» nachts durch Hinxutrill von Herzschwäche vcrschlinrinertc und die Nahrungsaufnahme gering ist, befürchtet rnan das Schlimnrstr.
Metz, 23. Okt. lWTB. Nichtamtlich.) Bor den: Zuzugc nach dem Festungsbercich Metz wird von militärischer zuständiger Stelle dringend gewarnt. Arbeitsgelegenheit ist nicht vorhanden. Alle unnötigen Besuche sollen unterbleiben. Ausländer bchürfen schriftlicher Genehmigung des Militärvolizci- nreisters. Reichsdeutsche von außerhalb bedürfen Reisepasses oder Passierscheines der zuständigen Behörde ihres Wohnortes, bei mehr als dreitägigem Aufenthalt außcrdein schriftlicher Erlaubnis des Militärpolizeimeistcrs.
Kirche und Schule.
Ein Brief des Papstes.
Rom, 23. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Papst hat an den Erzbischof von Köln folgenden Brief in lateinischer Sprache gerichtet:
.Lch habe Deine mir angenehme Mitteilung erhalten, daß der deutsche Kaiser auf Deine Bitte bcickzlosseu hat, daß alle Diener Gottes, dir sich unter den gefangenen jranzösischcn Soldaten in Deittschland besindcn, loie Offiziere zu behandeln seien. In dieser bösen Zeit, da wir beinahe ganz Europa verheert und vom Mut von Christen gerötet sehen und da das ungeheure Schauspiel dieses Krieges imsere Seele mit unsagbarer Bitterkeit bedrückt. hat Deine Mitteilung mir mehr als gewöhnlichen Trost gebracht. Durch sie erkannte ich klar, welcher Eifer für di« christliche Liebe zu denen, die mit Dir durch das Band das gemeinsamen Priestertums verbunden sind, in Deinem Herzen brennt. Wir sind weiter überzeugt, daß Deine edelmütige Liebe nicht nur die gefangenen französischen Priester, sondern womöglich alle, die m Eurem Lande gefangen sind, ohne Unterschied der Religio« und Rasse umfassen ivird, besonders die Kranken und Verwundeten. damit der Sturm von Bitternissen, unter dem sic leiden, gemildert werde und damit ihnen geistlicher Beistand zuteil werde. Diese Lieb«spslicht liegt natürlich allen Menschen in gleicher Weife vb. aber sie trifft vor allem die Diener Gbttes und dick andern geistlichen Personen. Infolgedessen hoffen wir, daß Dein edles Beispiel von allen denjenigen befolgt nnrd, die den Ehrennamen Christen tragen, besonders von den katholischen Bischöfen und Priestern, nicht allein in Deutschland, sondern auch in den andern Ländern, wo die Kriegsfackcl lodert und Gefangene und besonders Kranke und Verwundete von ihren Leiden zu Boden gedrückt werden. Wir senden also, sehr geliebter Sohn, Dir. dem Klerus und der Gemeinde, die Deiner Obhut anverteaut ist. den apostolischen Segen von ganzem Herzen im Namen Goltes als Zeichen, wie wir Euch die Gaben des Himmels wünschen, und als Bezeugung unseres Wohlwollens."
Au» Stadt und Land.
Gießen, 24. Oktober 1914.
Die Gießencr Volksküche.
In dem stillen Winkel hinter dem Grundstück der Union- drauerei, an der Ecke hinterm altbekannten Cafe Ebel, wo der Krieg heuer auch das studentische Treiben nicht zu, seiner gewohnten Entfaltung kommen lassen wird, kehrt sich das Bild alle Tage um die Mittagszeit ins gerade Gegenteil. In allen Gassen und Gäßchen, die an der ruhigen Ecke münden, wird es lebendig von Groß und Klein, Jung und Alt Ausnahmslos bewaffnet mit irgend einem Behälter, dessen Bestimnmng man so ohne weiteres nicket immer ergründen kann, verschwinden die Ankömmlinge in einer Tür des alten Hauses, um nach einigen Minuten mit befriedia- ten Mienen wieder auszutauchen. DieBolkskücheteilt nus.
Als vor elf Wochen der Krieg ausbrach tind allenthalbcn helfende Hände den scheidenden Kriegern die Sorge um die decheimbleibenden Liehen abzunehmen bereit waren, ist man auch in Gießen schnell zu der Errichtung einer Speiseanstalt übcrgegangen, die den Bedürftigen den harten Kampf um die sä»vergcwr>rdcne Existenz erleichtern sollte. Die Vorbedingungen für die Schaffung des Unternehmens waren bald gegeben: Die Unionbrauerei stellte die Kiiche Mit den angrenzenden Speiseräumen zur freien Verfügung, die notwendigen organisatorischen Talente traten an die Spitze, die Arbeitskräfte fanden sich sofort in einer ganzen Reihe von Gieftcner Damen, Geldspenden und regelmäßige Gaben von Lebensmitteln gingen ein — und die Arbeit konnte beginnen, zumal der lmngrigen Mägeu, die für den Absatz sorgten, gleich anfangs genügend vorhanden waren. Für zweihundert Personen begann man zu kochen. Daß die Sache Anklang fand, sieht man daraus, daß sie sich schnell in den betreffenden Kreisen herumgesprochen leiben muß: Die Zahl der Stamtrigäste wuchs nämlich bald auf achthundert an. Inzwischen haben KricgSuntcrstützungen, Mieterleichtcrungen, Hebung des Arbeitsmarktcs nsw. das ihrige getan, um ausgtcichcnd zu wirken: gleichwohl beträgt die Zahl derer, die alltäglich zum „Essenfassen" kommen, augenblicklich sechshundert, und man rechnet damit, daß es den Winter über so bleibt. Fünfzig von diesen sechshundert verzehren ihr Mittagsmahl gleich an Ort und Stelle, die andern bestellen zu Hanse den Tisch damit.
Man hatte uns erlaubt, gestern einmal- einen Einblick in den kulinarischen Großbetrieb zu tun, und lrir müssen sagen, daß die Speisung der Sechshundert und ihre Vorbereitung auch dem kritischsten Auge standhält. Alles blitzt in der großen Küche vor Sauberkeit, und das Küchenpcrso- nal, das begreiflicherweise im Frieden einen Tageslauf hat, der von seinem fetzigen recht verschieden ist, hat sich in die Aufgabe der leiblichen Fürsorge für die hungrigen Mitme-i-- schen mit der liebenswiirdigsren Geschicklichkeit gesunden. Den Damen, die zum Teil täglich stundenlang um den Riesenherd, auf dem zehn Kessel von unwahrscheinlichen Oimenjwncn dem Mittagessen entgogenbrodeln, tätig sind.
wird niemand seine ehrliche Anerkennmig versagen. Morgens- um 8 Uhr beginnt die Arbeit. Kartoffeln werden ge- j'dwlt, Genrüse geputzt, die von einer Reihe von Metzgereien zestellle Fleischbrul-e aufs Feuer gebracht, Erbsen, Bohnen, Linsen, Reis, Kohlrabi, Gerste, oder was sonst der Kffickien- chef (im Nebenamte schreibt er sich Emil Horst und ist Fabrikant) besohlen hat, werden abgewogen, und was der tnchentechnischcn Maßnahme» mehr sind. Mangels genügender Einsicht in die Geheimnisse der ibochkunsl foli es un-3 ferne liegen, dem Werdegang einer solche» Volks kilchensuppe im einzelnen nachzugehen. Wir können aber sagen, daß die Bestandteile ausgezeichnet, die Art der Zubereitung peinlich sauber, die veruwiidten Mengen vo» Fleischzutateu sehr erfreulich für die Gäste sind, und daß das Resultat einer solchen Morgenarbeil in den Räuinen der Volksküche von einer Beschasfenlseit ist, daß uns nur die Pflicht des Kampfes gegen die Fremdivörtec den Ausdruck Delikatesse verbietet.
Mittlerweile hat der Dust aus den zahlreichen Behältern die Nachbarschaft erfüllt und angezeigt, daß der Grad der Vollendung beinahe erreicht ist. Und wäre das nicht — das pünktlich um dieselbe ('Zeit jeden Tag beginnende Geklapper von Blechkannen und Näpfen und das immer stärker au- schtvellcnde Geräusch vom Tritt großer und kleiner Füße würde den sleißigen Köchinnen anzeigen, daß der große Augenblick wieder einmal gekommen ist. Am Schatler er cheint ein Slulpnäschen, das kaum über den Rand blicken kann; zwei kleine Hände schieben einen Riesentopf in die Oesfnung: an der anderen Seite wandert er mit kühnem Schwung an den Kessel, wo mit einem Literlöffel die Vec- teilerinnen ihres Amtes walten; im Bogen fließt die appetitliche Speise in den Behälter, und zufrieden trollt sich die kleine Besitzerin.... Slill schiebt eine Frau, der man cs an teilt, daß Frau Sorge beim Mahl hinter ihrem Stuhl stehen wird, die Schüssel durchs Fenster und nimmt mit leisem Tank die gern gereichte Gabe an. LH sie selbst am .Herde schalten durfte, che der Gatte in den Krieg gezogen ist?... Mit großen, hungrigen Augen nimmt ein Vierzehnjähriger den hochgesülltcn Teller entgegen und hält seitwärts im Speisezimmer das Däahl, das ihm die Ellern nicht bieten können... Und so geht es unablässig. Ein einzig Kommen und Gehn ist in dem schmalen Gang. Ganze Geschichten kann man an )er Schalteröffnung, an der alle Augenblicke ein ander Ge- scht erschein!, ohne Phantasie von den Mienen lesen. Und man fragt sich, wo diese Hunderte ein warmes Mahl und ein freundliches Wort fänden, wenn sich nicht in diesen bescheidenen Räumen, ungesehen von der großen Oesfentlichkeit, schlicht und ohne viel Worte wie eine Selbstverständlichkeit alle Tage dies Werk einsichtsvoller Nächstenliebe vollzöge.
Man kann bei Gewohnheitskrilikern die Bemerkung hörenv Wer das wehleidigste Gesicht ziehen könne, bekomme das größte Mittagessen. Das stimmt nicht. Wir können ver- nchcrn, daß der Zulassung zur Volksküche eine gewissenhafte Prüfung der persönlichen Verhältnisse durch die Armen- psleger vorausgeht. Oder man erhebt gegen die ehrenamtliche Tätigeit der notwendigen Kräfte den bekannten Einwand, sie nehme den Arbeitswilligen Arbeitsgelegenheit. Wenn diese Krittker gehalten loärcn, die Arbeitswilligen zu bezahlend würde der Borwurf wohl am ehesten schweigen: ist doch die Gießener Volksküche sogar hinsichtlich der Beschaffung der notwendigen Lebensmittel auf die fortdauernde Hilfe der Bürgerschaft angewiesen. Und deshalb denke niemand: Aha, jetzt komntst der übliche Pferdefuß, wenn wir diese Zeilen mit der Bitte beschließen, mich der Volksküche gegenüber eine offene Börse zu haben. Gerade jetzt, wo der kalte Winter vor der Tür steht, ist ein warmes Mittagessen von dovvelter Bedeutung. Die Volksküche sorgt dafür, daß auch die Armen daran nicht Mangel leiden, sorgen w i r deshalb für die Volksküche ebenso wie für die anderen Einrichtungen, die dem Krieg, soviel wie es angeht, seine Spitzen nehme» wollen,!
Aus dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Res. Karl Erb, Masch-Gew.-Abt. Jnf.-Rgt. 116 aus Bleidenrod. — Konr. Fischer aus Brauerschwend. — Res. Heinrich K 0 rell, Jnf.-Rgt. 116 aus Rvmrod. — St. Ferd. Weber, Jnf.-Rgt. 117 aus Konradsdorf. — Landwehrm. Karl Hör ft, Garde-Landw.-Rgt. 64 aus Lehnhcim. — Res. Otto Stollcr, aus Wettsaasen. — Res. Wilhelm Sewn, Jnf.-Rgt. 116 aus Niederohmen. — Bizefeldw. d. L. Jean Seitz, Jnf.-Rgt. 88 aus Hanau. — Ulan Heim. Merz, Ul.-Rgt. 6 ans Eicl>en. — Vize- scldwebcl d. R. Erich Ban mann, Jnf.-Rgt. 69 ans Hanau -Pulverfabrik). — Unlerofs. d. R. Max Gumbcl, Jnf.-Rgt. 88 in Hanau. — Landwehrm. Karl Krämer, Jns.-Rgt. 116 aus Sellnrod. — Gardist Karl Kraft, Jns.-Rgt. 115 aus Schotten. — Oberst nnd Reg.-Kam. Friedrich Kierstein, Jnf.-Rgt. 87 aus Mainz. — Major und Bat.-Kvm. Adolf Klein, Jns.- Rgt. 87 aus Mainz. — Lt. Werner S chu lte -N e ut haus, Jns.-Rgt. 87 in 'Mainz. — Lt. Otto Herbst, Jnf.-Rgt. 87 in Mainz. — Musk. Theodor Esser. Jnf.-Rgt. 88 aus Sinn. — Bizeseldw. d. R. Paul G r ä tz, Rh. Jägerbat. 8 auS Fvrsthaus Paulsgrubc bei Oberscheld. — Res. August Schrandcbach, l. Garde-Ersatzbat. aus Haiger. — Lt. d. A. Oberlehrer Dr. Mcxandcr Sendler, Pionicr-Bat. 16 aus Frankfurt a. M.
** Ritter des Eisernen Kreuzes. Kriegsgerichtsrat Friedr. Stamm, 122. Res.-Div. 4. Res.-Armee- korps, aus Gießen. Feldw. Pctcr Karber aus Argenstein, Ufrs- d. R. Heinr. D e ch c r t aus Gießen. Uffj. d. R. Ludwig Gerhardt aus Steinback,. Musk. Ab. Kilimann ans Liebcnberg, Musk. Otto Dickert aus Echzell-, Hornist Gesr. Hch. B ö h l c r aus Langenbergheim. sämtl- von der zehnten Komp. Jnf.-Regts. 116. Landwehrm. Heinrich Eyse aus Wetzlar, Rcs.-Jnf.-Regt. 81. Veteriuärarzt Dr. Claus aus Wetzlar, 3. Fußart.-Regt. Karl Berken hoff jr. aus Aßlar, Telegraphist beim 18. Res.-Armeeko-rps. Leutn. Stein aus Ehringshausen, Feldart.-Regt. 27. Hornist W. Flach aus Villmar, Ins.-Regt. 81. Lcutn. d. R. Eduard Krum- cich aus Rons back,, Feldart.-Regt. 44. Bizefeldw. Eduard Blumenröther aus Wirges, Fußart.-Regt 9. Uffz. Krd. Evertz aus Limburg, Telegr.-Bat. 5. Uffz. Joh. Hatzenberger zu Nieder-Jngelheiin, Musk. Au^ P 0 ß, Karl- Herbert, Fritz Krämer und Wilh. G e r st e l- aus Ober- Ingelheim, Scrg. Frz. Börner und Gefr. Hch. Specht aus Gaulsbeim, Lehrer L. Machemer, Stabsarzt beim Jnf.-Rcgt. 118. Dr. Steenbeck aus Sprendlingen, Gefr. O. Schöffel aus Budenheim, Feldw. L. Lohr aus Alzey,
Kommerzienrat W. Opel, Rüsselsheim, Leut», beim Kgl. frciw. Autonrobilkorps, Obering. Erich Cornelius aus Worms, Leutn. d. 3k. der Feldart., Lehranttsassessor Joseph Man 11 (Rcs.-Jnf.-Regt. 118). Regierungsrat Werner aus Worms, Hauptm. d. 3t. Off.-Stcllv. P. Dritsch aus Rei- chelsheim i. O. Oberlehrer Konstantin Ha rite, Leutrumt d. R. und Kompagnieführer im Res.-J,rf.-3tegt. 88. Hauptmann Lang rock und Leutn. Karl Weitzel aus Worms. Hauptin. Spiiidler fllrt.-Mun.-Kölomie) ans Mölsheim. Bizefeldw. d. ffl. im Jnf.-Rcgt. 87 Einil Sch melzc i sen. Gcfr. im Jnf.-Regt. 81 Erich Falk. Serg. im 2. Marinc- Jnf.-3kegt. Wilh. Schmitt aus Frankfurt a. M. Res. im Rcs.-Jnf.-Regt. 87 Atichael Steigerwald aus Frankfurt a. M. Kan. im Fußart.-Äkcgt.3 Georg Berz ans Sckpvan- heim. Lenin, d. R. im Jnf.-RcPt. 168 Robert Keiser, Stadtbaumeister in Osfcnbach. Eiuj.-Uffz. im Feldart.-Regt. 'Nr.32 Christ. Hinkel aus Osscnbach. Rittmeister d. L. Zais aus Wiesbaden; Stabs- und Rcg.-Arzt im 3tcs.-Jns-> Regt. 116 Dr. Kppke-Burchardi, Kreisarzt in Rüdes- hctm. Sergt. im Fcldart.-Regt. 27 KErlDieges ans Wiesbaden. Ufsz. im Jnf.-Regt. 168 Pfeiffer, Einj.-Gefr. im Jnf.-Regt. 168 Lehramtsassessor Hugo Beuke I., beide in Ossenbach. Lehramtsafscssor Jos. M a n n im 3tes.-Jnf.-Rcgt. 118. Fahnenjtmker Freseniu s aus Worms. Eieneral von Behr (1. Kl.), früher Regimentskomm. des Jnf.-Regts. 118. Nffi- Joh. Deb 0 ben vo» Dittelsheim, Jnf.-Regt. 168. Hauptm. d. R. Fritz Schmitt aus GunterSblum. Adusk. Adam Dapper aus Sörgenloch. Musk. Hrch. Blank aus Dieburg. Off.-Stcllv. Robert Möhn in Laubenhc-im. Dr. Reuter, Oberarzt d. L. I, in Mcrstein. Obermusiknreister W. Schulz voin l. Ulaneiiregimcnt, früher Odermusik- »,cifter bei dem Leibg.-Drag.-Regt. 23. Der frühere Einj.- Freiw. des 115 .RegtS., jetzt Bizefeldwebel im 2. Jnf.-Rcgt. Cosel, Hugo La über von Darmstadt. Res. Karl Stete und Konrad 3t a u von Schotten. Ilsfz. B e l l 0 f f aus Gießen^ Jnf.-Regt. 117. Off.-Stellv., Kompa-gniesührer nnd Direktor der deutschen Realschnle in Madrid Wilh. Schmidt aus Gießen (erhielt auch die lfess. Tapferkeitsincdaille). Lehr- amtsresereirdar Lt. d. 3k. 'Dr. Ernst Meyer, Jnf.-3teg!t. 99, aus Gießen.
Landkreis Gießen.
X 6! a r b e »t 0 i ch , 22. Okt. E:ne z Iv e i t e Sammlung von Liebesgaben konnte diese Woche dem Rote» Kreuz überwiesen werden. Sie macht dem Opsersinn unserer Gemeinde nmsomehr Eine, da sie diesmal nur aus neuen Lachen besiand. (56 wurden abgcliclert: 81 wollene Hemden, 4 wollene Unter,acken, 89 Unterhose», >7 Paar Strümpte, 18 Paar Stauchen, 8 Taschentücher, 6 Handtücher, 4 Bettücher, 1 Paar Handschuhe, 3 Ohrcn- schüüer, 3 Leibbmden, 6 Päckchen Verbandmull, 4 Paar Fußlapven, 4 Kistchen Zigarren und 5 leinene gebrauchte Hemde». Eine dritte Sendung ist i» Vorbereitung.
X G r 0 ß e » - L i n d c » , 24. Okt. Unsere Schüler sammelten aus Anregung ihrer Lehrer den Betrag von 132 Mk. fite die notleidenden Volksgenossen in Ostpreußen.
Kreis Schotten.
O Laubach, 23. Okt. In den nxohnlichen Räumen im:
hiesigen Schlosse sind bis jetzt 86 Verwundete verpflegt: norden. Die beiden 3lerzte iverden in der Pflege vvn einer Sckovesier, einer geprüften Kranleupilcgeriu und 24 sreiivillrgen Pflegerinnen unterstützt. Das Lazarett wird mit Lebensmitteln jeder Art von den Bewohnern Laubachs und der Umgegend in reickicm Maße versorgt. Von Röthges traf kürzlich eine Wagenladung Kartvsscln. Gemüse und Obst ein. Eingemachte Konserven, Ciemusc und Obst nmrdcn von Gonterskrrchen der Lazarett- küche geliefert. Die int Vorort gesammelten Eier beliefen sich in die Tausende. 100 Stück Geflügel tour den zu einer Sonutags- mahlzeit gestiftet. Von einer Thüringer Glasfabrik, deren Besitzer ein'Laubacher ist, wurden Artikel zur ittankeupslege rM Werte von 150 Mk. geschenkt. Mit einer sendnng Sckwkolade, Zigarren, Zeiffchriften und Vaterländischen Liederheftchcn erfreute eine in Berlin wohnhafte Laubachnnn die Verwundeten dieser Tage in schönster Weise. Alle die bis jetzt Entlassenen tvusücn sich in anerkeimender Weise über die gute Pflege au^usprechen und haben in zahlreichen Schreiben ihre Dankbarkeit bezeugt. — Eine durch Bürgermeister Ritter ocranlaßte Sammlung für die Ostpreußen hatte einen guten Erfolg zu verzeichnen. Sieben große Kästen mit Kleider, Wäsche, Schuhwerk und Bettzeug komr- tcn heule abgeschickt werden.
Gerß ch»^?cr arte. M ü l h a u s«n <E:s>, 23. Okt. Tos Kriegsgericht verurteilte ten Fabrikarbeiter und eliemaligen Fremdenlcgionär R 0 1 e w a r tj zu zehn Jahre» Zuchthaus, weil er den Franzose» bei der Besetzung Mülhausens als s ll h r e r gedient hat. Jci der gleichen Sitzung echiclt der ttzelegenheitsarbeiter und ehemalige Fremdcnlegionär Bi pp ns wegen versuchte,, Kriegs- vcrrals drei Jahre Zuchthaus.
vermisste».
* Eine rührende Spende ist der Liebesgabonabteilung für unsere österreichisch-ungarischen Waffenbrüder in M e tz zugegangen, vermutlich von einem Landsmann der tapferen Artilleristen: ein eingeschriebener Briet mit einem zerdrückten Schäch- tclck.en als Inhalt nnd darin, leicht in Watte eingetvickelt, zwei goldene Trauringe, ein größ-rcr imd ein kleinerer, die beide als Datum der Verheiratung den 24. Oktober 1899 aus- weisen. Die in Eharlottenburg wohnenden Eheleute, die also 15 Jahre lang die Ringe in Freud imd Leid getragen, entäußerten sich dieses kostbaren Shmbols, vielleicht nach manchen innere» Kämpsen, um m dem Werke der Liebestäügkeit ihr Scherfleüi beizutragen. Der Sendung lag das nacktsiehende schlichte Schreiben bei: Ich ersah im „Berliner Tageblatt", daß Sie eme Sammlung für die kämpfenden Lesterreicher veranstalten mid wollte auch ein Scherslein daM beitragen." Sind solch: Cäaben und solch schlichte Worte nicht ein Zeichen für die sittliche Würde eines Volkes?
SanSeL.
Berlin, 23. Okt. <W. B. Ni-!'tan'tlich.) Der Außenhandel der Vereinigten Staaten von Nord- amerifa betrug im September 1914 rn der teilt fugt 139,2 Millionen Dollar (171 Millionen irn qlelcbe.r Monat des VoriaireS,, »t der Ausfuhr 156,2 (218,2), so daß der Gesamt- bandel 295,4 (389,2) Millionen betrug. 4.,es bedeutet eine ?lb- »abme in der Emtuhr um 31,8. in der AuSsnhr um 62, ,m Ec- samthandel »m 93,8 Millionen Dollar. r,e Vereinlgleu Staaten können üch für diesen !)!ückga„q des Außenbandels, der namentlich die Ausiubr stark betriff,, bei England bedanken, dessen piraleu- basle Krieqiühruna einzig und allein die Schuld an der Schädigung der neutralen Länder trifft.


