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für GberheMn

Zreitag, 23. Moder IW

Rotationsdruck und Vertag der Brühl'sche» Univerfiläts - Buch- und Eteindruckerei.

R. Lang«, Kietzen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Echul- srratze 7. Expedition und Verlag: bi.

Redaktion: o-UK lir. Tel.-Adr.:Anze>gerKletzen,

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A«§ dem preutzischev Adgeordnetenhause.

Berlin, 22. OL. (83228.) ) In der heu-

L^ev Siynng des Pren ßischen Abgeor drte teu hau- f e i ergriff der Vizepräsident des Liaatsrni a tperiums Dr. Delbrück das Wort zu folgender Ansprache:

Meine Herren! Ms Sie im Juli dieses Jahres Ihre Arbeiten eSb e Bib ra , geschah «S in bet Annahme, bafc Sie in der Lage sein würden, sie an Nopember wieder au jzn nehmen. und ipir hofften mH N m en , dag es möglich sein würde, in dieser Herbstscssion dir Früch-.c schwiemger arid langwreeigcr yejf&itixnidm Arbell glück- äch unter Dach tu bringen. Diese öouiömg hat sich nicht erfüllt: daS SchttLai hat es anders beschloss«!. Der öafe und die Mißgunst Unserer Nachbarn haben Deutschland in einen Krieg um Sein »der Nichtsein «ermittelt Unser Heer kämpft w Ost nnd West an den Kreuzen. 5. Majestät der Kaiser und König befindet sich »mitten feiner siegreich fechtenden Truppen. Der Reichskanzler und WirnsterprAsident hat ihn begleitet, and so fällt es mir zu. ansträr des letzteren, der lebhaft bebauen verhindert zln sein, heute » diese» Saal« tu erscheinen. iwer Vorlagen vor Ihnen zu nertreren. dir uns der Krieg anfgenötigr hat. Bevor ich dies aber twc, entledige ich mich eines allerhöchsten Auftrages (sävttlichr Mtt- B»eder des Danses nnd der Regierung erhoben sich von den Plätzen), ttldern ich dem Haufe dir herzlichsten Grütze unseres ge­liebten Kaisers und Königs ckbrrnritteltr, die mir vor taaan, cäs ich an Hanptgiiartter weilte, dort ausgetragen worden find 8. M. der Kaiscr versvlgt mir krbhaftem Interesse Ihre Ar be ite n, die darans gerichtet sind, die Wunden zn hellen und die Erschwernisse zu beseitigen, die der Krieg verursacht hat, S. M. der Kaiser nvo Köittg läßt Ihnen Arbeiten den bchben Fortgang wünsche« (Lebhafter (Beifall.)

Bov den I»ecken Vorlagen, die sich in Ihren bänden befinden. He die wicht-gue diejenige, der sich bescheiden ct5 eine Abänderung des GiatkgefrtzcS für I!Nst bezeichnet, die aber tatfäck»lick> euren Kredit toi 1 tyi Milliarden erfordert, dessen Zweckbe- fSnnntrncren im Gesetze selbst nicht angegeben sind und die auch rn der Begründung nur lose umschrieben werden konnten Die Kgl. Sbaatsregierung ist sich bewußt, datz in der Bewilligung «ftirS solchen Kredits nkit sokchen Vollmachten ein ganz beson­deres Vertrauen der VoMvertretung liegt, aber an anderer Sag taar nicht gangbar, wenn überall. loo «S notwcntng ist. auch Golfen werden soll, da die Bedürfnisse im einzelnen sich so taang «rlwrsehen lassen wie die Höhe der Erfordernisse. Es kommt dctzn, datz ein grvtzer Teil der aufzuwendenden Mittel, wie wir e rw a r be n kömmn, vorn Reiche erstattet werden wird. Ern Der! des Kredits, den wir erbittcu, ist bcstinrmr. die Löckvr aus- za füllen, die der Krieg in die Einmchnrcn des Staates naturgemäß geickffen hat und weiter reisten wird. Er soll di« Möglickckeit geben, die Verwalkmrg deS Staates ordnungsmäßig wetter'-ufiiheen.

Darüber hinaus, meine Herren, ist es eine unserer wiäinqsten Aufgaben, die Sxmimmoö, die der Krieg unserem wrrtfchaft- llchen Leben anferkogt, nach Möglichbeü zu beseitigen und die mit diesen Hemmungen verkmndcnen Nachtelle nach Möglichkeit ab- Uuschwächea, Bor allem gilt es hier, der Arbeitslosigkeit zn steuern und dir üol »n lindern, dic sie zu bedingen pll«ll- Hiervon abgrschcn, sollen aber staatlich« Notstands- ar beiten in Angriff geno uiiu cn werden, & ist daher in Aus­sicht genommen, dir Bantätigkeit der Gisenbahn Ver­waltung und die Bautätigkeit der allgemeinen Banver­waltung soweit wie möglich unBeränbert und in der üblichen > Brise fortzusetzen. Es ist ser»er in Aussicht qr uo e um e n , aus dem Gebiet der W a s ser bau verwalt« v g über den RglZnen der bisher gen eh migten Projekte hinaus nmfangreiche Wasserregu- LerunaSarbeiben, namentlich im Ge b ie t der Elb« und Oder auS.zu'üIueu. Es ist in Aussicht genommen der Ausl>au des Plano- schen Kanals, die Herstellung der Anschluststrerken des Lippe-Seiten- kanals aus den Strecken WeselDatteln und HammLiovstadt. Aus dem Gebietc der Landwirtschastsvcrwaltnug K beabsichtigt, tue Kultivierung der Oedlandflächen in den Pro­vinzen Brandenburg, Pommern. Schleswig-Holstein und West­falen mit großer Beschleunigung durchznfiihren, und wir hoffen gleichzeitig, daß die beschleunigte Dnrchfühcmtg dieier Arbeiten auch die Knl tnr fläch en für die Erzengung mensch­licher nnd tierischer Nahrung vermehren »nd so­mit auch das Matz unserer wirtschaftlichen Ler- stungsfähigkeit für die Dauer des Krreges er­höhen werde. Soweit es sich hicrb« um Arbeiten handelt, bei denen einheimische Arbeiter nicht beschäftigt werden können, wer­den bet llgien zweckentsprechend und nulchringcnd die Kriegs­gefangenen Verwendung finden komron. Unt mru aber diese Arbeiten rechtzeitig in Angriss nehmen zu können, wird es not- wcirdig sein, daß das etwas weitfchichtige Verfahren unseres Ent- eignnngsgesetzes vereinfacht wird. Es ist deshalb eine Nistverr-rdmmg erlassen, die Ihnen zur verfassungsmäßigen Ge- nehmigtmg unterbreitet ist. Datz bei der Anwendung dieses ab- gewrzten Verfahrens nicht etwa eine Herabdrnckunq der fin Enl- esgnungsverfahren festgesetzten Preise beabsichtigt ist. »ersteht sich von selbst. Es ist auch ausgeschlossen, daß den Beteiligten im abgekürzten Verfahren nicht jederzeit der Rechtsweg offen bleibt.

Es sind dann ferner erhebliche 2kufwe uduug e n notwcndi« ge­worden durch die Fürsorge und die staatliche Hilsstätigkrit für dir Unterstützung der kommunalen Verwaltungen und Gemeinden aus dem weiten Gebiete der Kriegssürsorg« sowie für die Maßnahmen, die eine Vermehrung der Nahrungs- und Fnttermittel und die dringend notwendige Erhaltung un­seres Viehbestandes bezwecken.

Mit schmerzlicher Tellnahme haben wir S erfahren müssen, daß bei den schweren Kämpfen an zwei Ironien die Provinz Ostpreußen, in dir der Feind cmgedrungcn war. von der Kricgsnot aufs härteste betroffen worden ist. Wie Seine Majestät der ÄNiscr und König in seiner warmherzigen, öffent- ticken Kirndgrtnkrn, betont hat, ist cs ein selbswerständlicher Akt der Dankbarkeit des Vaterlandes gegen die schnergcvrüftc Be­völkerung. daß ihr der Schaden in vollem Umfange ersetzt, und datz den betroffenen Landesteilen iniedcr zu ihrem irüheren Wohl- stände verholten werde (Lebhafter Beifall. Borbehaltlich der Ersatzr^ticht des Rcichcs war es eine unabwcisbarr Bslicht des Preußischen Staates, sofort ciue mnsangrereb« Hcllsaftzon ernzu- lciten. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, welche der Land­wirtschaft und dem Gewerbe die Wirdereinrichtung und Fortsetzung ihrer Bet ri e b e ermäglänen. Zur Dnrmfu-ciing dieser Niaßwahmcu und zur Linderung der Kriegsschäden ist eine besondere Kriegs- hilfs kommissivn für dir Provinz Ostpreußen und sind .ört­liche Kricgshilfsausschüss« den staatlichen Behörden tzur Seite gestellt worden. Angesichts der Notlage, in welcher sich dir Provinz Ostpreußen befindet, ist ferner ein vorübergehendes Ein­greifen des Staates zu Gunsten leistungsschwacher Ge­meinden und rm Bcdarssfallr auch weiter erforderlich Ebenso haben Mittel zur Unterstützung leistungsrnnfLhiger und hllisbcdürf- figcr Kirchcngemrindcn bereftgestrllt werden müssen imd endlich ist zur Lftcherung der durch den Lbieg entstandenen Kredit­schwierigkeiten eine Kriegskreditbank eröffnet worden, zu der der Staat die doppelte Einlage geleistet Hai als die Provinz Ostpveutzcn. Wir groß die Kosten des Wwdcraufbaues der Provinz Ostpreußen und der in Mftlridenschaft gezogene» Telle.von 'Seit» Preußen sich belaufen werden, läßt sich heute noch nicht überielwn. Wir sind aber der Mcinunit, daß Beträge bis zu 4 00 Mrl- fioncn Mark bercitgrhaltcn werden müssen.

Weine Herren! Das ist das. wrs ich zur Gnführuug der beiden Vorlagen zu sagen habe Während dranßen unsere Heere käuilüru und bdiren, ist cs mtscrr Pflicht und Ausgabe, das Land in allen seinen Hüfsguellen stark und lcistungssähig zu erhalten, die in der Heimat Zurückgebliebenen vor Not und Sorge zu bewahren. (Bei­fall.) Diesem Ztveckc dienen die Vorsclüägr der Kgl. Staalsregie- rnng. Dieser gcwalttgr Krieg stell! beispiellose Anwrdcrungen au das ganste Volk und erlegt curi» dem Erriz lucu ungelicure Opfer aus. Er mallu aber auch ungeahnte Kräfte frei. Ein jeder weiß, daß wir die Waffen nicht mehr aus der Hand legen dürfen, bis wir einen Sieg erkämpft haben, der nns die Bürgschaft dauernden Friedens gibt. (Stürmischer, sich immer wiederholender Beifall des ganzen Hauses.) Ein jederweißaberauch. d a ß w > r >> i« "'rast u " d die Mittel haben du rchtzu halte«, bis der Srcg « nser ^sc. sErnentrr ^a-uvaiiciiürr. sich imedeihvtelwct r>e»aU.) o«> ziverffe nicht, daß auch Ihre Beratungen und Beschlüsse Zeugnis ablcgcu werden von dcni eisernen Willen zum Siege, der das g o n z e M v l k beseelt. (Erneuter, sich immer n» eher holender Beifall und Händellatschen im Hmtse und aus den Tribünen.)

Hieraus gibt Abg. Hirsch (Soz.) folgende Erllörung ab: Dir sozialdemokratische Partei ist mit den Grundgedanken der Vorlagen einverstanden. Wir batten den dringenden Wunsch, daß Kommt ssivnsberatun gen stattfindc». um die Vorlage» nach mancher Richtung zu ergänzen. Ein ungerechtes Wahlrecht gchl ims aücr nicht die Möglickckeit, das zn erreichen. Unter den in Aussicht genommenen Arbeiten vermissen wir den Weiterbau des Mittrllandlanllls. Hier wäre die Möglichkeit, Tau­senden von Arbeitern Arbell zn verschaffen. In erster Linie müssen für die Notstandsarbeiten freie Arbeiter verwendet werden. Die Angehörigen der Krirgstellnehmcr müssen ausreichend unterstützt werden. Wft fordern auch dir Aufhebung aller Ausnahmegesetze, sowie die Auftiebung des Dreillassenlvahlrechts und die Einftlhruiig des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts. lBeisall links.) Obwohl die Vorlage hinter unseren Erwartungen zurückbleibt, werden wir ihr zustimmen, Wr wünschen, daß der entsetzliche Krieg zu erncm baldigen gesicherten Frieden des deutschen Volkes und der Menschheit sichren möge. (Beifall.)

Dre Vorlage wird in allen drei Lesungen ohne weitere Aus- sprnche einstimmig angenommen.

Sodann wird die Notvorlage, betreffend ein vxrernsachtes Eni- ergnungsverfahren znr Beschaffung von Arbeitsgeleyenheft und znr Beschäftigung von Kriegsgefangenen, ohne Aussprache ein­stimmig genehmigt.

Dem Antrag des Staatsmftnstrrftcms auf Vertagung des Preußischen Landdags aus den st. Februar 1415 erteilt das Haus seine Zustftnniung. Damit ftl die Tagesordnung erledigt. Es folgte noch eine patriotische Schlußausproche des Präsidenten.

' . *

55a? preußische Herrenhaus hat die Vorlagen ohne Aus- sprallic ebenfalls einstimmig angenommen. Dabei iaar n. a. Alt­reichskanzler Fürst Bülow awoesead.

Rriegrdnefe cmr dem Offen.

Snt unserem jum Osthecre entsandten .ldrirnMerichterftnü«

gtwberrchtigter Nachdruck, auch ausrngLweise, »erbot».)

Der Stillstand der rusfisrhen Offensive.

Arrnee-Oderkommando Ost. den 13. OL Die Lag«.

Der rnsfifihe Offensiv stoß aus der Linie KongnoGrotrno her­aus UTtb im Süden von Lonrza her mit da» wiederhergestcllten Ar­meen Samsanoff und Rennekanw, also dem Rest der Narew- und der Wilna-Armee ist aus der ganzen Linie unter heftigen Arsillerir- und Insanteriekämvicn zum Stillstand gekommen.

Soweit es im Rahmen unserer Operationen lag, sind die deut­schen Kräfte dabei zum Augrifs übergegangen und die amllichen Berichte haben ja die dabei erreichten Erfolge, die gewonnenen Geschütze und Maschinengewehre, die zahlreichen Gefangenen ge­meldet.

Wir selbst kennten die Nutzlosigkeft der russischen Artillerio- vorbcreitimq auf deutschen Stellungen hinter Wirballen beobach­ten, wir sahen das Nachlassen und die vielleicht gewollte Mattigkeit des ruffischen Angriffs gegen absichtlich nicht eninull starke deutsch« Stellungen, bei denen Kavallerie eine merkwürdige Rolle spielte, und wir konnten jetzt den Zusammenbruch des russischen Stoßes gegen eine andere Stellung unserer Front niiterleben.

Die Stadt Marggrabowo wurde am 8. und 9. Oktober von den Truppen des Generals v. Morgen genommen. Die dahinter befindlichen außerordentlich starken rnffischen Stellungen von WL- kasscv und Winlitzken wurden am 15. und 16. gestürmt. Es galt nun cftnge zu günssiger Stellung notwendige Positionen zu neh­men, andere gegen etwaige rnffffche Gegenstöße zn behauvten. Die­sen ausgedehnten Gefechten am 17. und 18. Oftober konnte ich beiwohnen.

Russisch« Schützengrädeu.

Rechts links van der Straße nach Wllkaffen liegen die

verlassenen russischen Schützengräben. Es gibt einen Jndiauer- stamm. der sich im Felsengelnrge dicht übereinander seine üöhlen- wobirungcn in Etagen kunstvoll ausvant: von diesen Indianern müssen die Russen ihre Schützengräbentechnik gelernt haben. Bier, zuweilen sogar fünf Stockwerke übereinander sind die Höhlen an­gelegt, kunstvoll abgestützt mit Brettern und Tannenreisig bedeckt unö innen und außen dick mit Stroh gepolstert. Ein reichliches Lager von gestohlenen Kleidern. Mänteln liegt neben russischen Teilen und linfformstückrn in den Hütten zum Warmhalten. Manche Leute haben sich regelrechte Heusäcke zur ll nt erläge gestopft. Sie hatten sichtlich nicht vermutet, daß >vir ihnen so wenig Gciegenheit zur Benutzung dieser köstlichen Schlafgelegcicheitrn lassen würden.

Zunächst sieht es aus. als müßte eine deutsche Granate die ganze Herrlichkeit durchschlagen, aber bei näherem Zusehen werft man. daß die ganze Anlage sich so geschickt in die Bergmulde schmiegt, daß die erste und letzte Reih« noch im toten Winkel liegt. Das Zurückwcrsc» der Ruffen von hier muß eine schöne Arbell gewesen sein.

Wenn man incht nur seine Augen über die Erdwerke tvazieren führt und auch von seiner Nase Gebrauch macht, könnte mau diese Positionen ellisach am Geruch schon als russisch erkennen. Aus manchen dieser Erdhöhlen ichlug ein beÄolischer Gestank hervor, die Lumpen, das Stroh, die russischen MäMcl, alles roch gleich­mäßig, trotzdem der starke Oftoberwllld doch seit einem Tag über die leeren Löcher geblasen hatte. Freilich, gerade an diesem grauen Vormittag machte er lange Pausen und dic Ferne verhängte sich grauen Schleiern.

Artillerie-Gefecht.

Die Kanonade vor nns wird stärker und stärker. Das Henken der deutschen Granaten, die über uns hinweg den jenseittgen Waldrand, den Staridvunft der russischen Batterien beschießen, tönt in immer kürzeren Abständen.

Bei einer fteinen Ortt'chaft machen wir Halt. Ich benutze eine alte Lcllcr und erklettere einen 'chönen, gabligen Eichbaum, um Uckersicht zu gewinnen. Man blickt weit in das Waldgelände hin- nein. Zuweilen schlägt eine Granate noch in das Astgewjrr des Waldes vor uns. Ein Stückchen des Forstes zur Linken begiimt zu brennen. Mit dem Fernglas kann ich eine Waldlffiöre genau be­obachten: Drei Retter. Ich halte sie für eine daitsche Husaren-

vatrouüle, bis ich dic Mützenform und den Mantel ec kenne: Ko­saken.

Es müssen besonders ..tollkühne^' Kosaken sein, die ich seb«.

da sie sich vor ihrer Jnsantcric zeigen, denn nach den ersten Schlach­ten. nachdem das Pack inerfte, daß Blei und Säbel der Deutschen gut ackciteten, waren sie niemals mehr vor der Front zu erblicken. Wie cs ja überhaupt Tatsache ist, daß die russische Kavallerie auch dic Heereskavallerie > in einer Weise versagt hst, die man nicht ftir möglich hält.

Der Blick von oben gibt keine we i ter e Ausbeute mehr. Es gebt daher wieder wrller vorwärts. Hinter einer fteinen Slraßen- böschnng legen wir uns nieder und können, die Arme aus dem Straßenrand, das Feuergeieckit deutlich beobachten. Dicht vor vnS hinter Wilkaffen stehen drei Feldbaltericu. Zwei davon dicht hinter den, Dorf imd eine nach rechts gestaffelt. Es blitzt unuiiteckrochen. Gebäude weiter vorwärts roerben von den Russen in Brand ge­schossen, der Ranch schlägt dicht über das Dorf zurück Die iveißcn russischen Schrapneilwolke» erscheinen jetzt genau über der seucrndev Batterie. Die meisten platzen anfangs zu hoch, aber bald sind eil Dutzend Schrapnells in 60 Meter Höhe geplatzt.

Verwundete werden die Straße z» unserer Rechten gctra. gen, das muß Verluste geben. Aber unsere Batterien scuern uu- imterbvochen Wetter, nicht übermäßig schnell, aber ur glezch- mätzrgem Abstand, wie nach der llhr.

Nach einiger Zeit, in der das Fcnergestcht sich nicht verän­dert, lässt drüben das ruffifchc Feuer evoas nacti. Wir wenden uns nach der Provrntzstvaßc zunsecrr Rochttm, «in möglichst nahe an unsere Linien zu kommen.

Im Schrapnellfener.

Wir gehen ein paar Mttruten lang die kerbt ansteigende Straße, zu deren beiden Seiten die goldenen Birkeiffahnr» flat­tern Eine Kavalleriepatrovillr reitet zu uns I>eran und erftän, daß diese Verbindungkslruße von den Russen mit Granaten be­schossen würde. Ta steigt au,h sckwn fnntbert Meter vor uns die erste braune Eidsäule -ruf. bald folgen andere Eine Birke wird zersplrttctt und eine goldene Bdtttwolke flattert über die Straße.

Wir wenden int? noch tafiter nach reckst? rn den Wald. Gestern ist hier uiffere Infanterie vorg.gaiv.eii, überall sind lcickste topirreic des Kampfes. Der Boden ist mit Heidelbeerkraut beocckl. Ein paar schöne blaue weiche Beeren hängen noch im Kraut. Also, ich friihstücke im langsamen Borwärtsschietten.

Hinter einer fteinen Lttlstung ftingl jetzt voir vechts twrwärts das unimterbrochcnr Klopfen der deutschen Maschinengewehre, die Infanteriesalven rollen unaufhörlich und ziemlich nah Sobald das regelmäßig ftovsendc Geräusch der Maschincngcivehrc eiu- fctzt, hat man dciittich ein Gefühl der Krtrubigamg.

Icl» kann cs verstehen, wie die Truvoen das Einsetzen der Maschinengewehre als ungeheure Beruhginig empfinden, selbst hier, ein paar lmndert Meter zurück, fühlt man die stütze:tde Wirkung. Die Truppe sehnt nattirlich den Augimblick, da der ftopsende Ton aieängt, vegelmäßig zu hämmern, Herl« und die Lösung der Spamrung erscheint ihr mttn ci zu spät Lobet ist natürlich die Wrrftrng des tNaschinengo a eh r cs am stärksten «nd eindriuglirhitrn, wenn es reckst spät, möglichst im letzten Augkai- blick, eingesetzt Wirb. Die Russen stick meistens außerordentlich geschickt ni der L<erwcnd,ing dieser Waffe, in der sie noch von dem mandschuriscknm Feldzug her große Uetnrng haben.

Das Gcwchrseuer klingt jetzt ziemlich itofte Am Waldrand, den man ein paar Stellen duvchsckmmnern sicht, steht das Jn- saittericgesecht. Wir durchschreiten ettre neu« Lichtung, Ein Sum­sen wie von grölten Käsern in der Luft. Ich steche neben dem uns führenden Oberleutnant, der macht eru Gesicht, als ob er die Kugeln riechcn kömtte. ,^Ich schlage vor, lieber dort am Rand zu warten." Man hört ganz leicht, als ob Hob cr>0 Holz stößt, das Einschläge» der Schüsse.

Wir liegen nun otm Rand der Waldwicse. Nach rechts liabcn nsir guten 'Ausblick mrf dic russischen Positionen. Ein paar ltzc- höfte innerhalb der russischen Stellung sind in Brand geschossen loordcn, die deutschen Granaten scheinen jetzt regelmäßig cftr- zuschlagen.

Ucker uns, vor uns und neben uns smelt jetzt die ganze große Schlackstshmphonie. Die Granaten heulen über den Wald. Die Salven rollen nunnterbrockten und der trockenere Ton der Mascknnen behauptet sick) fest in dem Trio. Eben stehe ich auf, um Uckerblick nach links zu l>abe«, da zcrflattrrt über der Wiese ein weißes Wölkchen. ES dagelt um mich herum. Ein paar Tairneiizweigc treffen das Gesicht und ettc Regen von gelben und braunen Blättern raschelt nieder. Das zweite Wölkckten erscheint, es ist nutzlos, hier zu bleiben.

Schräg nach links gehen lvir rückwärts, aber der Waldrand wird jetzt von Granaten bestrichen. Ein fteines (tzehöft, das wir beim Hinweg passierten, wird getroffen, aber dir Granate zündet nicht. Die polnischen Bctoohner verlassen das Haus und ziehen sich von der Straße zurück, der alte Mann sagt: .Brüderchen, cs ist gut. daß ich gestern merue itluh verkauft habe," Aber die Frau weint still in sich hinein.

Die Verbindungsleute ziehen sab zu «ns henrm. Wir kernen >ehr schnell,das Gelände auszurmtzeu" nnd gehen einzeln über den frisch gmLlügten und ausfällig sauber bearbeiteten Acker, Es wird da ein merkwürdiger Samen in die Furchen gesät. Ich glaube aber, daß er auch harte und schwer« Früchte tragen wrrd.

Bea schwerer Artillert«.

Wrr sasiren querfeldein, nach den Stellungen imferer schwe­ren Arttllerie aus dem rechten Flügel dieses Abschnittes ,m lerer Front. Es ist kurz vor dem Positionswechsel, der nach settivärts voegenommeu wird. Wir haben unferr Stellungen behauptet.

Ich kann hier wieder einen Teil der Zeifting-n und Liebes­gaben verteilen, die mir freundkichst zn diesem Zweck überschickt trurden. Die Ärttllerirbrigadc hatte lange kerne Verbindung ge­habt. In zwei Minuten ivar auch kein Resichcn mehr vorhanden. Mehr Zeft wäre auch kaum gewesen. Denn die Protzen fahren schon im Esittopv hermc und die Mannschaft mutzte arbeiten. Ein Test 'der schweren Batterie blick stehen uick das ickrachen und Blitzen ging regelmäßig wie nach der Uhr. Die Russen scheinen die Stellung noch nicht gefunden zu haben.

Es war auch jetzt ein allgemeines Rachlatsen des ruffftchcn Feuers sestzm'tellen. Ban deni Bevbackstung:oifi>,er wurden crilie Resultate der schweren deutschen Batterie gemeldet. Aut jeden Fall hatte sie und die aackere erreicht, daß sich die Insant-ri« vorn tn den Schützengräben aut 300 Meter an dcc rusiffcke Stellung hercmarbeiten konnte. Das Gefecht schien nach ao> >g- lichem Sckiwankcn eine günstige Wendung zu nehmen, das ivar der Eindruck, den wir nrft nach Mavggrabowa nahmen.

Beim Korpsstab.

Am Abend hatte ErzeNenz Morgen die LickenSwürdigkeit, zwei anderen Kollegen und mir das Ergebms der z>v« Tagr au-o- sührlick ausemanderznsetzen, irxzcllcnz rührte uns m die gckantte Sittuttion ein und schloß, daß er mtt dem Ergebnis des £agcs zufrieden wäre Wir hätten untere Position behauptet und sie an den notwendigen Stellen vorwärts grschoben

Es wird in anderem Zuiammenhang Gelegenheit sein, aut die eingehenden Ausführungen des Sreges von 4 stowo zurück- zukommen. Auf jeden Fall lernten wir kennen, dqst sich die Energie und Härte des deutschen Offizierkorps auch mtt annerordentlicker Liebenswürdigkctt verbinden kann. Tie zwei Wende beim Stab des Generals ».Morgen werden für niich zu den angenehmsteir Erinnerungen des Feldzuges gehören. Nicht, weil es sehr (pitcn