Ausgabe 
19.10.1914
 
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Athen erhielten zahlreiche Häm« Risse Tie Minister des Innern

und der öffentlichen Arbeiten sind nach dem Schauplatz des IIn- fllutf-^ gegangen. Die Erdstöße dauern in geringerer Stärke fort.

Cimufandt.

(priir Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übcrttiinml die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die Liebesgabentätigkeit ^rut dem Lande, llrbcratl, in Stadt und Land, regt sich die Liebestätigkeik, die unseren kämpfenden Truppen ihr Los erleichtern und die ilmen zeigen möchte, wie groß die Tankbartcit derer ist. die sie mit ihrem Leb:» beschützen. Aber es scheinen mir dock, sehr häufig in der Art, wie diese Liebestärigkcit geübt wird, vcrhängnrsvvtlc Fehler gc- »>achi zu werden, die dadurch entstehen, daß man zu wenig mit das Wohl des Ganzen bedacht ist und die Einzclintcressen denen für die Allgemeinheit voranstellt. In unseren Dörfern nrird für unsere Truppen gesammelt, gestrickt, genäht usw. Gaben werden hinaus- tzesandt, z. T. werden größere Senoungen vorbereitet. Nun habe ich gesunden, daß eine nicht zu geringe Anzahl von Torigcmeinden ihre Gaben den Ihrigen zuqcdacht hat. die draußen vor dem Feinde stellen. Das scheint aut den ersten Augenblick auch reckt einleirchrend zu sein. Wie schön wäre cs, wenn jede Gemeinde für ihre Leute sorgen ivürdc Aber geht denn das überhaupt? Welcher Gemeinde gehören so viele unserer Soldaten draußen an, die vor Jahren schon ihr Hcimaldon verlassen haben? Vermag die Großstadt auch so für die Gemeindeangehörigrn zu sorgen wie das Tors, in dem man jeden kennt, der sortgezogen ist? Wirwicl Tausende blieben da unbedacht, die fürs Vaterland ebenso kämpsen und bluten müssen wie die anderen. Wie müssen die sich zurück- gcsctzi fühlen, wenn ihre Kameraden ihre Packe bekommen und sie müssen »uiehen! Das ist schon eine Gesahr, wenn das Gefühl der Kameradschaftlichkeit notleidrt, wenn ich auch überzeugt bin, daß Kriege das Wort mehr zu Ehren kommt als im Frieden:Wer zioci Röcke hat, gebe dem einen, der keinen hat". ?lber noch großer ist die Gefahr, loenn nur denken, daß die, sür die nicht gesorgt wird, durck> ihr Notleidcn eine Gesahr für die Truppe selbst sind. Die wunden Füse, dir durch den Mangel an Strümvtcn entslebeir, hindern die Beweglichkeit der Kolonne, das Frieren letzt den Grad der Widerstand 'ähigkeit herab. Und wie sinnlos ist oft diese Liebe, die jedem der aus der ctzcmcindc draußensrehendcn einen Pack - womöglich mit demselben Inhalt macht. Der eine hat ivohl- habendc Angehörige, deren Pflicht es zuerst ist, sür den Mann oder Sohn zu schicken, und die es auch gern tun. Ter erhält dani< doppelt und dreifach. Geimß soll das Torf sorgen für seine Ange­hörigen, von denen es weiß, sie sind aus die Hilfe der Allgemein­heit angewiesen Aber den Wohlhabenden soll es nichts geben, um hier den Notleidenden aus dem Dorse und dann darüber hinaus den mit Hilfe übcrbaupt Angewiesenen recht zu Helsen, Tie Wohl­habende» sollten auch nickt perlangen und *-3 gegebenen Falles nickt annchmen, wenn ilmen Dorshilse angeboten wird. Es ist Ehrensache für sie, sich selbst zu Helsen und die Mittel der

Allgemeinheit nicht dem Allgemeinwohl zu enk-

ziehen. Es ist schließlich dock) so, daß die Hauptsache bleibt, daß unser ganzes Volk den Krieg gut überikht und nicht, daß die £», A--, Zheimcr, -Hauser, -brrger möglichst gut durchkommcn. Wir wünschen ihnen auch alles gute, aber vor allen Dingen gilt unser Interesse betn Ganzen Kurz, man muß auch sachlich denken in der mcbcsarbeit. Die Zeit verlangt einen Blick anis große Ganze. Daruni hört am niit der salichen Liedrstätigkeit, so verlockend und verlohnend die auch ist. Was kann man sich jetzt znm beliebten Mann in der Gemeinde machen, wenn alle Eiaüen aus Kirche und Gemeinde jür die Gemeinbcglieder verwandt werden, Ists aber wirklich gewissenhaft? Helft auch hier den Blick auis große Ganze richten! Die Einsichtigen geben Euch recht. Straft das Lied Deutschland über alles" nick» Lüge, indem Ihr Euer Tors voranserr Gewiß können wir den linieren einmal Zigarren oder sonst etwas, was ibnen zeigt, daß wir an sie denken, >md daß wir ihnen Freude machen wollen, senden. Aber im ganzen. soll unsere Hilse aller Not gelten. Nur das hat Sinn, und nur das ist gewissenhait. Darum überweisen wir die gesammelten Gelder den Organisationen des Roten Kreuzes.

Ein Dorfpsarrer.

Letzte Nachrichten.

Angriffsversuche der Franzosen vorLille zurückgewicsen.

(WTB.) Großes Hauptauarticr, 19. Okt. vorm. «Amtlich.> Angriffsvcrsuche des Feindes in der Ge­llend westlich und nordwestlich von Lille wurden von un­seren Truppen unter starken Verlusten für den Gegner an­gewiesen.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist dir Lage unver­ändert.

Zum Verirrst der vier deutschen Torpedoboote.

Berlin, 19. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Zu dem Verlust der vier deutschen Torpedoboote schreibt die Boss. Ztg.": Da nach der englischen Meldung nur 31 Mann gerettet ju sein scheinen, sind anscheinend 193 Mann den Heldentod fürs Vater fand gestor­ben. Die englische Meldung läßt nicht erkennen, ob und in ivetchcm Umfange die deutschen Torpedoboote vor il,rem Untergang den Engländern Schaden znyesiigt haben. Im .Lokalanz." heißt es: So schmerzlich wir durch diesen Verlust an Schissen und Mannschaften betroffen werden, so fest sind wir doch überzeugt, daß unsere Torpedoboote in dem ungleichen Kamps ihre volle Pflicht und Schuldigkeit getan haben werden. Ebenso fest vertrauen wir daraus.

daß unsere Marine recht bald wieder durch neue Daten ihren

Gegnern beweisen wird, welcher Leistungen sie fähig ist. TieKreuzztg." meint: Tie deutsche Marine ist stolz und kanipsesmutig genug, um auch solche Verluste verwinden zu können. Wir ninssen uns stark machen und «ich solche Nach­richten mit in Kauf uchnien. Wir nwtkn sein, wie die Son­nenuhr Friedrichs des Großen im Park von Sanssouci, die nur die hellen Stunden zählt, aber nicht die dun­keln. Wir werden die «charte schon wieder auszuwetzen wissen.

Die Deutschen vor Warschau.

(WTB.) Berlin. 19.Okt. (Nichtamtlich.) DerBer­liner Lokalanzciger" entnimmt einer Reutermeldung aus Warschau, daß die deutsche Artillerie dem Feinde dort schwere B e r l u st e z u f ü g t. Häuser, selbst ganze Dörfer werden von den Schrapnells in Brand gesteckt. Die Deutschen benutzen off Luflsahrzeugc, d,c mit langen schwar- zc» Wimpeln Signale geben, wenn sie sich scher den russischen Batterien befinden. Wie nahe b i e Kämpfe bereits anWarschauhe ran getragen sind, geht aus dem Um­stand hervor, daß die russischen Offiziere, die einige Stunt- den Urlaub bekommen, sich in die Stadt begeben, um sich auSzuruhen und dann wieder zur Kampffinir zurückzukehren.

Der österreichisch« Tagesbericht.

(WTB.) Wien, 18. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich ward vcrlautbart, 18. Okt., mittags. Unsere Angriffe in per Schlacht beiderseits des Stnviaz-Flusses wurden gestern fortgesetzt und gelangten stellenweise bereits an die feind- licfjcn Linien heran. An einzelnen Punkten arbeiten sich unsere Truppen wie im F-cstungskriegr mit Laufgräben vor. In der vergangenen Nacht wurden mehrere Angriffsver- suche der Russen blutig abgewicsen. Auel» heute ist die Schlacht auf der ganzen Linie im Gange. Unsere schwere Artillerie hat eingegrisfen. Die Verfolgung des nördlich Wyszkow geworfenen Feindes ivird fortgesetzt Andere Teile unserer über die Karpathen vorgerückten Kräfte sind bis Lubicnca, auf der Höhe nördlich Orow und in de» Raum von Uraz vvrgedrungen. Die Verluste der Russen bei ihrem Angriff auf Przemysl werden auf 40 000 Tote uni» Verioundetc geschätzt.

Der Stellvertreter des Chefs des Geiieralstabcs: v. Höfer, Generalmajor.

Schluß der Bugra.

(WTB.) Leivzig. 18. Okt. (Nichtamtlich.) Die Weltaus­stellung sür Buchgewerbe und Graphik ivurde heute nachmittag mit einer Feierim Ehrcnsaale des deutschen Buchgciverbes g e s ch l v s- s en.

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Steckbrief.

Der KricgSireiwilligeKarl Schneider, 2. Rckr. Dcvoi, geb. 2t. I. 1396 zu Franktirrt n. M.. zuletzt wobnbasl tn Herbor» iDillkrcisi, 1,78 in groß, kräftig, dunkles Haar. Bekleidung^ Unisorm.ift weg. Fabuensiucht und Diebftabl in UniersuchungShast zu bringen. Es wird ersucht, ihn z» vcrbasien und an die ngchilc Milttärbehörde zum Weilertransvort bicidcr ab- zulieirrn. 107600

Gießen, 17. Dkl ober 1914.

Eriatz-BmaiUon des Sas.«eg,s. 116 .