Berlin, 10.Okt. Ucbct die letzten Kämpfe um Antwerpen und die dortigen Zustände berichtet die „Voss. Ztg." auS dem Haag:
Rach Berichten der holländischen Presse über das Bombardement Antiverpens erwies sich die englische Artillerie als gänzlich immreichend gegenüber dem schweren deutschen (beschütz, dessen mörderisches Feuer der deutschen Infanterie gestattete, vorzugehen and in Bajonettangriffen die Redvuten des ziveiten Fort gürfels zu nehmen,
Schon am Donnerstag kamen die Engländer zu der rinsicht. daß sie dem deutschen Feuer nicht widerstelnm könnten, und sie begannen den Rückzug nach Ostende vorzubereiten. Inzwischen gingen die Belgier langsam auf St. Nicolas und Brügge zurück.
Am Freitag nwrgen nahmen die Dentzchen unter dem Schutze ihrer Kanonen den Angriff auf die Redouten wieder aus und schoben ihre Geschütze vor. Der Kampt tobte auf_ der ganzen Linie Lier-Dendermmide-Gent. Freitag mittag beschlossen die Engländer den Rückzug, den sie unter einer hestigzm Kanonade unternahmen. Im gegebenen ?lugenblick wurden chie Forts in dre Lull gesprengt und die weihe Fahre auf den Türmen gehißt. Rur im Westen wurde noch gegen die abziehenden Engländer und Belgier gekämpft. ,
Dann rückten die Deutschen in die Stadt ern. Allmählich wagten sich dort die Leute aus den Kellern. Bis gestern abend war die Ruhe nicht gesttörl. Man erklärt, daß ein großer Teil der Bevölkermtg bald zurücffehren werde. Unter der Bevölkerung Antwerpens gewinnt die Ueberzeugnnq Boden, daß die Stadt, die übrigens weniger gelitten ltzN, als nach dem starken Bombardement vermutet werden konnte, lediglich den englischen Interessen geopfert, und daß Belgien mir zum Nutzen Englands in den Krieg hineingezogen worden ist. Besonders ergrimmt sind die Antwerpener darüber, daß die englische Hilfe zu spät gekommen ist.
Rur die „Gneiseuau" versenkt.
Berlin, >11. Okt. (Ctr. Bln.) Aus dem Haag meldet die „Dass. Ztg.": Gegerrüber dem deutschen Bericht, daß die Engländer im Hasen von Antwerpen 32 deutsche Seeschiffe und 20 Rheinschiffe versenkt hätten, glaubt der Rotterdamer „Courier" versichern zu können, daß allein die „Gneisen au" versenkt wurde und von den übrigen Schissen nur die Maschinen unbrauchbar gemacht sind.
Die Ncbergabe.
Aachen 11. Okt. sCtr. Bln.) Die Deutschen hatten am Freitag von den inneren Forts Nr. 4, 5 und 6 im Besitz und schossen viele Häuser in der südlichen Vorstadt Broechein in Brarid. Einzelne Stadtteile, u. a. der, wo der Königsvalast steht, wurden geschont. Gestern vormittag erschien plötzlich auf der Kathedrale eine weiße Fahne. Am Nachmittag verhandelte der B ü r g e r m e i st e r mit deni General v. B e f e 1 c r in Cout i ch. Der Militärgouverneur hatte übrigens noch Mittwoch nacht deutsche Parlamentäre, welche die Beschießung der Stadt anzeigten, sehr unhöflich emvsangen, da ihm offenbar die Haager Akte unbekannt geblieben sind. Die belgische Regierung vernichtete vor ihrer Abreise nach Ostende oder England nach Möglichkeit alle Lebensmittel und ließ die Bevölkerung in größtem Elend allein zurück. (B. Z.l
Flucht eines belgischen Generals mit seinen Truppen in ein Kloster.
Essen, 11.Okt, (Ctr, Bln.) Ans Eindhoven wird der „Rhein.-Wcstf. Ztg." gemeldet: Der belgische General de Sch eppe ist mit 2000 Militär-Radfchrern, 200 belgischen Infanteristen, 5 Militärautos und einem Maschinengewehr in das Trappistenkloster Aschesche- Klause, das an der holländischen Grenze liegt, geflohen. 2000 Deutsche mit einer Batterie Geschützen haben die Umgebung besetzt. Die Belgier haben nun die Wahl, sich entweder den Deutschen zu ergeben, oder, angesichts der Lage des Klosters, auf holländisches Gebiet überzutreten, und sich dort entwaffnen zu lassen. Man glaubt, daß sie das letztere tun werden. (B. Z.)
Aeußerungen der Presse.
Wien, 11. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „W i e n e x AllgemeineZeitung" schreibt:
Die Einnahme Antwerpens ist militärisch und moralisch nicht hoch genug anzuschlagen. Daß es den tapferen deutschen Truppen, die so lange in erbtttertem Gefecht stehen, möglich war, innerhalb kürzester Frist die Hauvtbesestigimg Belgiens, die durch Natur uird Künst zu einem der stärksten modernen Bolüoeeke geworden war, trotz des zähesten Widerstandes der Besatzung, die fortwährend Zuzug erhielt, zu bezwingen, zeugt von der wachsenden Ofsensivkrast, der ungebrochenen Ausdauer und dem hinreißenden Elan der deutschen Truppen. Zugleich aber beweist der Fall Antwerpens, daß jeder, der auf Frankreich oder England baut, ebenso verloren ist, als jene, die sich auf Rußland verlassen.
Die „R e i ch s p o st" schreibt:
Tie Besitznahme von Antwerpen ist nwhl, wenn auch nicht die bedeutendste, sicher aber der sinnfälligste und überzeugendste aller bisherigen Erfolge der deutschen Waisen.
Kristiania, 11.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Fall von Antwerpen würde hier erst in den Morgenstuichen bekannt und wurde von sämtlichen Morgen- und Abendblättern besprochcn. ,,M orgenbladet" schreibt:
Die Festungskunst hat mit der Ärtillerre-Enttvicklnng nicht gleichen Schritt gehalten. Der letzige Krreg hat unter allen Umständen das Vertarium in die Festungen ersckmttert. Die Bereinigung der Franzosen mit den Engländern ist unwahrscheinlich, da die Deutschen bereits im Südwesten der ScheDe stehen. Durch Antwerpens Fall ist die Eroberimg Belgiens Tatsache. Die deutschen Verbindungslinien in Belgien sind nunmehr gesichert. Tie Vorräte von Antwerpen sind von großer Bedeutung für die Deutschen an der französischen Front.
Kopenhagen, 11. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Zu dem Fall von Antwerpen schreibt der militärische Mitarbeiter der „Berlin skc Tidende":
So mußte sich auch Antwerpen den deutschen Waffen beugen. Brialmonts stolzes Werk konnte den dentscheir Mörsern nicht länger widerstehen. Tie belgischen Truppen versuchten heldemnüttg die Ausgabe zu lösen, vernuxi.ten es aber nicht. Aber sicherlich hätten es auch keine anderen Truppen gekonnt gegenüber einem so tüchtigen, zielbewußten und rücksichtslosen Geg ittt, wie es die Deutschen sind, di« wie kerne andere Nation den! Festungskrieg studiert haben.
„N a t r o n a l - T i d c n d e" schreibt:
Das Ereignis kann eine große Tragwerte haben. Es ist jedenfalls von großer Bedeutung für die Stellung aut dem westlichen deutschen Kriegsschauplatz.
* * *
Der russische Rückzug.
Oesterreich. Hauptquartier, 11. Okt. Gestern versuchte der Feind noch einen Sttirm auf die Südostirout von P r z e - mysl, den die Besatzung wieder unter schweren Verlusten des Angreifers abwies, dann wurde dierückgängigeBewegung der Russen vor der Festtmg allgemein. Die Westfront mußten sie vollständig räumen, eigene Kavallerie ist dort bereits eingeritten. Der durch die Schnelligkeit der Overationen in Russiich- voleir und Galizien verwirrte Gegner versuchte zwar seinen An- grist auf die Festung durch Hinausschieben von Heeresteilen gegen Westen zu decken, vermochte aber unseren heraneilenden Armeen nirgends Stand zu halten. Die fünf bis sechs russischen Jnfanterie-Divissonen, die sich bei Laneut stellten, sind auf s l u ch t - artigem Rückzug gegen den San, ebenso wurde eine .Kosakendivision und eine Jnfantericbrigade die östlich Dynow eine verstärkte Stellung inne hatten, nach kurzem Widerstand zurück» geworfen. Unsere Truppen sind dem Gegner überall an den Fersen,
Auch Ungarn dürste von dem iroch in den Komitaten MarmaroS und Bersztereze-NaSzod herumirrenden feindlichen Abteilungen
bald gänzlich gesäubert sind.
(WTB.) Wien, 11. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbart: 11. Okt., mitt. Unser rasches Vorgehen an der San hat Przemysl von der feindlichen Umklammerung befreit. Unsere Trnp- ven rückten in die Festung ein. Wo sich die Russen noch stellten, wurden sie angegriffen und geschlagen. Bei ihrer Flucht gegen die Flußübergänge von Sieniowa und Lezajsk sielen massenhafte Gefangene in unsere Hände.
Ter stellvertretende Chef des Generalstabs v. Höf er, Generalmajor.
Berlin, 11. Okt. (ctr. Bln.) Aus Stockholm wird der „Boss. Ztg." berichtet: Das „Astonbladet" erhält die Nachricht, daß die Russen sämtliche Befestigungen bei Lemberg in die Luft gesprengt und nicht nur die Hauptstadt Galiziens vollständig ausgeplündert haben, sondern auch sämtliche von ihnen besetzten Distrikte.
General Auffenberg.
Berlin, 10. Okt. (WTB.) Tie „Boss. Ztg." meldet ans Wien: General Aussenberg ist beinahe von seiner Krankheit wieder her ge stellt und geht demnächst wieder in tue Front.
Ter Zar als Oberkommandant!
Budapest, 10. Okt. (WTB. Nichtamtlich,) Ueber Rumänien wird gemeldet: Die Petersburger Telegraphen-, Agentur gibt bekannt, daß der Zar das Oberkommando über die Armee mit dem Hauptquartier in Brest und Litowsk übernommen hat. Kriegsminister Suchonv- l i » o w fungiert als Generaladjutant des Zaren. Großfürst Nikolaus Ni ko l aj e wi ts ch hat den Oberbefehl über die Nordarmee übernommen.
Die russische Schwarze Meer-Flotte.
Berlin, 11. Okt. (ctr. Mn.) Dem „Secolo" wird aus Bukarest unter dem 9. Oktober telegraphiert: Die russische Schwarze Meer-Flotte, bestehend aus 23 Einheiten, darunter drei Kreuzern, fünf Panzersckif'en, säns kleinen Panzerschiffen und süns Torpedo:ägern, ist heute vormittag zwischen 8 und 10 Uhr vor Konstanza vorgefahren. Sie schlug die Richtung nach Barna, Burgas und Konstautinopel ein.
Rußland und Persien.
Wien, 11. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ter persische Gesandte äußerte sich zu einem Vertreter der „Reichspost" folgendermaßen über die Lage: Nach dem Ableben des früheren Schahs war Persien von inneren Wirren heimgesucht, woraus di« russische Politik Nutzen zog. Gegenwärtig herrschen in Persien vollkommen geordnete Verhältnisse, und die Regierung unseres neuen Monarchen wandte sich an das russische Ministerium mit einer Note, um vor allem die Zurückziehung der russischen Truppen aus Nordpersien zu erzielen und gewisse finanzielle Vorrechte rückgängig zu machen. Die Antwort der russischen Regierung war nicht befriedigend, womit aber noch nicht der Kriegszustand mit Rußland eiugetreten ist. Rach vorliegenden Nachrichten haben an verschiedenen Stellen Persiens Kämpfe mit russischen Truppen stattgesunden. Es handelt sich aber hier nur um ernstere Zwischenfälle lokaler Natur, die aut 'die russenfcindliche Stimmung in der Bevölkerung zurückzuführen sind.
Amerika und Japan.
Stockholm, 10. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Den Blättern wird ans New Dork gemeldet: Fast die ganze Flotte der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean ist nach den Philippinen abgegangen. Seit der Besetzung der Marschall-Jnseln durch die Japaner hat ein sehr lebhafter Depeschenwechsel zwischen den Regierungen in Washington, London und Tokio statt ge sirn den.
Rach einer Privatmeldung der ..Frankfurter Zeitung" ans Washington hat Präsident Wilson erklärt, von Japan Versicherungen über seine Absichten im Stillen Ozean erhalten zu haben, die beruhigend seien.
Chinesischer Protest.
Wien, 10. Okt. Die Japaner haben die Bahnstation Wheisien besetzt. Tie chinesische Regierung hat dagegen Protest erhoben, da die Bahn durchwegs aus neutralem Gebiet verläuft und das Vorgehen der Japaner die Neutralität Chinas verletze.
* * *
Prinz Eitel als Retter.
~ Hannover, 9. Okt. Ein verwundet aus dem Felde zurückgekehrter Sohn des Bäckermeisters Harde ge aus Hann- Mündcn erzählte, daß er nach seiner Verwundung zunächst in ein Lazarett bei (Reims gebracht worden sei. Plötzlich erhielt das Lazarett Feuer, so daß es die Verwundeten in eiliger Flucht verkästen mußten. Zufällig kam ein Auto vorbei, das Halt niachte und den verwundeten Hardege aufnahm. Dabei half ihm ein junger Offizier, in welchem der Gerettete später den Prinzen Eitel Friedrich erkannte.
Prinz Joachim.
Prinz Joachim, der nach seiner Verwundung mtt gutem Erfolg in den letzten Tagen sich im Reiten geübt hat, trat am Samstag abend 11,23 Uhr die Reise zur Armee an. Die Kaiserin begleitete den Prinzen bis zum Fürstenzimmer. Der Prinz wurde aus dem Bahnsteig, als er frohen MrtteS, nun wieder in das Feld zu Idmmcn, am Zug entlang schritt, von der zahlreich versammAtrn Menge mtt Hurrarnsen begrüßt. Kurz vor seiner Abreise hatte der Prinz die Nachricht erhalten, daß er vom Kaiser.zum Rittmeister befördert sei.
Zwei französische Torpedoboote gesunken.
Paris, 10. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet aus Toulon: Die Torpedoboote 338 und 347 sind gestern aus hoher See zusammengestoßen und sofort gesunken. Die Besatzungen sind gerettet, ein Matrose ist schwer verletzt worden. Da die Tervedvboote in 300 Meter Tiefe liegen, ist es unmöglich, sie zu heben.
Sperrung des Kaiser Wilhelm-Kanals.
Kiel, 11,Okt. (Ctr. Bln.) Der K aiser-Wilhelm- Kanal ist nunmehr aus prinzipiellen Gründen für Schiffe aller neutralen Staaten während der Dauer des Krieges g e s p e r rt worden.
Der Kreuzer „Königsberg".
(WTB.t Amsterdam, 11. Okt. Au? Sabang meldet das „Handelsblad": Ein deutsches Schiff brachte drei Offiziere und die Mannschaft des Schiffes „City o f W e st m i n st e r" hier ein, das von dem deutschen Kreuzer „Königsberg" im Indischen Ozean versenkt wurde.
Römg Rar! von Rumänien f.
Bukarest, 10. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der König ist in S i n a j a verschieden. Der Tod trat heute früh gegen 6 1/2 Uhr ein.
Bukarest, 11. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agonce Raumaine": Der D oddesKönigs trat 5.30 Uhr früh insokge einer durch chronische Herzmuskelentzündung verursachten plötzlichen Entkräftung ein. Der König, der bis zum letzten Augenblick mit der Königin gesprochen hatte, verschied schmerzlos.
König Karl wurde am 20. Aprtt 1839 in Sigmaringen als ztveiter Sohn des Fürsten Karl Anton von Hol>enzollern und seiner Gemahlin, der Prinzessin Josephine von Baden, geboren. Er trat im Jahre 1857 in die preußische Armee ein, studierte später in
Bonn und tat dann Osfiziersdienst in der Armee. So nahm kr zwar mit besonderer Auszeichnung, am deutsch-dänische,
1864 teil. ' ^ 1
Er stand 1866 als Rittmeister im 2. Gardedragonerregi«-, 1 als die Rumänen ihren Fürsten Alexander C 11 s a, der einer 2! heimischen Familie entsprossen war, im Februar 1866 zur % 1 tankung zwangen und nach einem ausländischen Fürsten U m t.? 1 hielten Der zuerst in Aussicht genommene Bruder Leovolhz, < von Belgien, der Graf von Flandern, lehnte die Bcrusuu-, „ < Der damalige Prinz Karl von Hohenzollcrn dagegen folgte fff, ) dem er im April 1866 durch Volksabstimmung zum erblichen Hz ' sten von Rumänien gewählt worden war, dem Rufe, Am 22 U ! 1866 zog er in Bukarest ein und beschwor am 12. Juli bie twt, * der belgischen nachgeahmte Verfassung. '■
In den ersten Jahren seiner Regierung hatte er mst groi, Schwierigkeiten z» kämpfen. Die sranzosenireundliche Tsimmch der Rumänier während uns nach dem deutsch-französischen Kw die z. B. zu einem Krawall gegen die von den Deutschen Buk rests veranstaltete Siegesfeier führte, bei der der deutsche ralkonsul von Radonntz energisch einschreiten mußte, brachte^, Fürsten Karl zu Abdankungsabsichten, die er jedoch später nmS; ausgab.
Tie Dynastie Hohenzolleru konnte in Rumänien erst als „ sichert gelten, nachdem die Rumänier unter Karls Führm,!, r russisch-türkischen Kriege ihre Unabhängigkeit von der Psorp! kämpft hatten. Bald nach dem Ausbruch des Krieges, am 22 W 1877, erstarke Fürst Karl die Unabhän,iglest. In den Krieg sm griff er jedoch erst ein, als die Russe» vor Plewna in misii^ Lage gerieten. Nunmehr überschrttt er mtt 40 000 Mann die D> nau, erhielt im September 1877 den Oberbefehl über die russilli rumänische Armee und nahm am 10. Dezember Plewna ein z, bis zuletzt von Osman Pascha tapfer verteidigt wurde.
Ter Dank Rußlands bestand darin, daß es den bessarMj, Teil Rumäniens annektierte und den Mmdesgenosscn die surms gen Tonanniedernngeir der Dobrndscha zuwies. In der gelang es dem Fürsten, die natürlichen Hilsskräste des zu entwickeln und zur Blüte zu bringen. Am 26. Mär; 188 beschloß das Parlament, Rumänien zum Königreich zu marf» Wiederum am 22. Mai 1881 wurde Fürst Karl als Köich « krönt. Mehr als 30 Jahre friedlicher Entwickelung folgten
Erst als der Balkankrieg 1912 ausbrach, trat Rumüne wieder merklich in die Politik ein. Sein Eingreifen und Rranz niens Einmarsch in Bulgarien mtt seinen Folgen ist noch in ch gemeiner Erinnerung.
Verheiratet war König Karl seit 1869 mit der PrinM Elisabeth zu Wied (Earmen Splva). Dieser Ehe ist nur ein 1870 geborene und 1874 gestorbene Prinzessin Marie entspwiser Ta die Ehe weiterhin kinderlos blieb, wurde 1886 die Thun folge derart geregelt, daß der zweite Sohn des ältere Bruders des Königs, nämlich des Fürsten Leopold von SiobtTi zollern, nach dem Verzicht des ersten Sohnes, des jetzigen Finte Wilhelm von Hohenzollcrn, zum Thronfolger ermannt rauft Dieser, Prinz Ferdinand, also ein Neffe König Shrf< wurde 1864 in Sigmaringen geboren und heiratete 1893 kj Prinzessin Maria von Sachsen-Koburg und Gotha. Noch j, gleichen Jahre, im Oktober 1893, erfolgte die Geburt des chh rumänischen Prinzen, des Prinzen Carol; drei Prinnssima und die Prinzen Nikolaus und Mireea sind weiterhin dieser A> entsprossen. Die russenfreundliche Partei suchte in letzter Zeit de Thronfolger in Gegensatz zu dem König und dessen Poliül de Neutralität im gegenwärtigen Kriege zu bringeir; der Thum solger ist diesem Gerede bekanntlich entgegengetreten.
Verbandstagung der hessischen gemeinnützigen Vauvereine.
8 Gustavsburg, 11. Okt. Der Verband der ge I in e i n n ü tz i g e n B a u v e r e i n e im Großherzvgtn« $el! heute vormittag im „Kaisersaal" seine diesjährige Tagung ab, die von Vertretern aus allen drei Provinzen slar' besucht war.
Der Vorsitzende, Landeswohnungsinspektor Greh! schel-Darinstadt, erstattete den Jahresbericht. Da Jahr 1913 ist für die Tätigkeit der Bauvereinc günstig ge' wesen. Nach dem bisherigen Bevölkerungszuwachs brauche wir jährlich in Hessen etwa 3700 neue Wohnungen, vor denen etwa 2700 solche von höchstens 3 Zimmern nebs Zubehör sein müssen. Es wird aber auch stets eine größer Ättzahl Wohnungen abgerissen, so daß es nttht zu hock gegriffen ist, zu sagen, daß zu. einer ausreichenden Woh nungsproduktion im Jahre 4000 — 4200 neu Wohnungen in Hessen notwendig sind. Dir Ah der hessischen Bauvereinc beträgt jetzt 43, davon Hab« efl» 38 die Genossenschaftsform, der Rest ist in anderen Reckts formen entstanden. Die 38 Genoffenfchcrsten hatten End 1913 zusammen 2833 Mitglieder. Das gezeichnete Geschäfts kapital betrug rund 1296 000 Mark, das cingrzabkt 1 165 000 Mark. An Rücklagen sind 380 434 Mark vorhanden gegen das Vorjahr 8000 Mark mehr. Erbaut waren bi- Ende 1913 869 Häuser, davon 328 Einfamilienhäuser, 29 Zweifamilienhäuser, 61 Dreisamilienhäuser und 82 Häufe für 4 und mehr Familien. Der Gesamtherstellungstoer beträgt 9 042192 Mark. Fm Jahre 1913 wurden 83 Häufe im Werte von 770 000 Mark errichtet, die Bauoeretw haben also in 1913 mehr als 34 Millionen Mark in Bautet festgelegt. In den 869 Häusern lvohnen 1719 Familien 503 der Häuser waren verkauft, 366 nur vermietet. An Jahresschlüsse waren 54 Häuser im Ban begriffen. Di Tätigkeit der gemeinnützigen Bauvereine in Hessen hat als> schon erheblich zur Verbesserung der Wohmuizs Verhältnisse beigetragen. Auch von einer Anzahl Ec meinden sind KleiwwohTningen in erheblichem Umsang errichtet worden. Die Gemeinde Usenborn lfat 5 Häuser m Werte von 30 755 Mark errichtet, Minbach> 10 Häuser z> 48000 Mark, König 10 Häuser zu 39 000 Mark, Jsenbull 9 Häuser zn 79 000 Mark, der Gemeindeverband für bei Kreis Worms 35 Hänser zn 237 000 Mark; Mich andcrl Städte und Gemeinden haben Wohnungen gebaut, die hic im einzelne» nicht aufgeführt werden können. Bei ^ Geldbeschaffung ist der Verband fast ganz auf du Landcsvcrsichcrungsanstalt angewiesen; in eml gen Fällen sind Geldmittel von Sparkassen entliehen vor den. Was die Unterstützung und Beteiligung der Gemeind« an den Banvcrernen betrifft, so ist eine Wendung der Se* hältnisse zum besseren gegen früher ganz unverkennbar Einige besonders gut gestellte Vereine haben Klein' kindersclzulen gegründet; in neuester Zeit ist dem Bm- spiel von Mainz und Gießen die Baugcnossenf ' Gustavs bürg durch Errichtung einer solchen gefolgt.
An den Jahresbericht knüpfte sich eine Aussprache an. die sich uamentlich mit der Frage der Sie mpelpsliH' der Dauverciuc beschäftigte. Herr LaudeswohnuugBinsM" Grctzschel hielt darauf einen intereffantcn Vortrag von das bedeutsame Thema: Bauvereiu und Krieg- Att werden auf den Vortrag in der morgigen Kkumnirr zuruw koimnen.
Au das Referat schloß sich eine kurze Aussprache au, in der besonders Landtagsabg. Bürgermeister Wicgan^ Heppenheim ergänzende" Ausfiihrungen machte. Bei , 0 ^ alsdann erfolgten V 0 r st a n d§wa h l wurde der F*' herige Vorsitzende einstimmig wi e d e rg e wählt.Zum stellvertretenden Verbandsdireltor wurde Aba. Wiegairi', zum weiteren Vorstandsmitglied Bürgermeister Dreber Rüsselsheim gewählt. Pfarrer H a u S - Gustavsburg 9“^


