finden, und daß keine Olefahr mehr vorhanden sei. Die österreickiischen Truppen hätten sich, nachdem sie Mämszigil geräumt hätten, in eine ausgezeichnete Position bei Hoff zumrzoe zurückgezogen u»d dort die von niehrercn Seiten eintrcfsenden Hilfskräfte abgewnrtet. Sie seien daun zur Offensive übcrgegangeu. Die Schlacht habe für die öfter retchtsch-ungarischen Truppen günstig begonnen.
Das Märchen von japanischer Hilfe bei de» Russen-
Kopenhagen, 5. Okt. (Nichtamtlich. l „Politiken" er führt von einem glaubwürdigen Dänen aus Dünaburg, daß dort am 26. Scptcinber sich mehrere Militärzüge mit japanischen Truppen befunden haben. Eisenbahn beamte haben ihm erzählt, daß bis zum 26. «eptcmöcc insgesamt 160 Züge mit je 35 Waggons von Wladiwostok angckonrnien seien. Russische Offiziere bestätigten die Mit teilung und fügten hinzu, die Japaner seien für Wilna bestimmt, wo sich das russische Hauptquartier befinde. Nach »der Aussage der Offiziere kommen bis auf w-eiteres täglich 15 Züge an Die Gesamtzahl der erwarteten Japaner belaufe sich ans 150 000 Wann. .. > ■■
Cholera fälle.
Wien, 5. Okt. (WDB. Nichtamtlich.) Von dem Sani- tätsdepartenrent des Ministeriums des Innern wird mitgeteilt - Am 4. Oktober ist in Mähren in Pohrlitz (Bezirk Auspitz) und Neugasse bei Olmütz, ebenso i» Jä- gerndors in Schlesien je ein Fall- von asiatischer Cholera scstgestellt worden. Es handelt sich um Personen, die von dem nördlichen Kriegsschauplätze eingetroffen sind.
Die Stimmung der Muselmanuen.
Konstantinovel, 5.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Jkdam" gibt einen bedeutenden Artikel des seit 22 Jahren in Kalkutta erscheinenden persischen Blattes „H a b l u l m a t i n" wieder, in welchem die durch die gegenwärtige PolitikEnglands in der ganzen muselmanischen Welt hervorgerufene Unzufriedenheit hervorgchoben wird. „Wenn ivir," so sagt das Matt, „berücksichtigen, daß Deutschland in dieser kritischen Zeit der Türkei zwei seiner besten Kriegsschiffe verkauft, so werden wir erkennen, daß Deutschland während des Krieges nicht nur die Ottomanen an sich ziehen wollte, sondern alle Muselmanen der Welt. Ohne Zweifel wird die Türkei, die in der ganzen islamitischen Welt unbegrenzten Einfluß besetzt, das Vorgehen der Deutschen nicht vergessen und nicht zögern, sic zu unterstützen, wenn nicht matcrieU, so dock wenigstens moralisch." „Hablulmatin" stellt scst, daß die von Grep gespielte scheußliche Intrige eine Abkühlung der Ottomanen England gegenüber berbetgeftihrt hat. Grey hat die traditionellen Beziehungen zwischen England und der Türkei vernichtet. Er opfert die wahren Interessen Englands den Königreichen Griechenland und Montenegro. Die falschen Auffassungen Greps haben alle Muselmanen zur Verzweiflung gebracht: Inder, Äegypter und Perser betrachten die Engländer als Feinde, Greg sei es, der die Muselmanen dazu getrieben habe, sich zusammcir- zuschlicßcn. Die von der Politik Grehs gegen die islamitische Welt geführten Schläge werden diese nvlens Polens aus tiefem Schlafe erwecken. Die beiden großen islamitischen Gruppen, die Schiiten und Sunitcn, hätten die Nachteile der 'Schläge Englands so sehr - empfunden, daß sie unter Hintansetzung ihrer religiösen Sektm- lunterschiede beschlossen hätten, Brüder zu bleiben. Keine »Mackst (der Welt könne die Türkei und Persien nunmehr voncin- fandcr trennen. Äegypter, Inder, Chinesen und Afrikaner würdcn sich in dieser heiligen Liga pereinigen. Die in den englischen und (französischen Kolonien lebenden Muselmanen könnten ihren Re- -gierungen nicht mehr-treu bleiben: die Muselmanen des Kaukasus, Turkeftans und Transkaukasiens könnten Rußland nie treu sein. -Persien besitze keine Armee, aber seine Stämme, jseineBaucrn könnten zu einergroßen Kalamität für Rußland werden. Wenn stulenwcisc Afhganistan, Indien, Aegppten, Marokko, Tunis und Algerien sich empörten und Ihre Bemühungen mit den islamitischen Regierungen der Türkei und Persiens vereinigten, könnte dann die Triple-Entente, die mühsam gegen Oesterreich unfl Deutschland Krieg führt, noch irgend seine Kraft besitzen? Der Artikel schließt mit Ratschlägen an England, seine Politik zu ändern und Rußland preiszugeben, sonst würde es viel verlieren.
Die Artfregung in Persien.
Konsiantinvpel, 5. Okt. (WTB, Nichtamtlich.) Das hier erscheinende persische Blatt „Havcr" enthält folgende Mitteilungen: Persien hat Rußland eine neuerliche Note überreicht, bezüglich welcher noch die Verhandlungen andauern. Infolge der Schritte Persiens haben die Russen den Häuptling des Stammes Magu, Jkbal es Saltane, und dessen Sohn wieder freigelassen. Ter hervorragende persische General S alah e d Dauleh ist mit einer Menge Waffen und Munition in der Grenzstadt Hasryschirin eingetroffen, um den Russen Verlegenheiten zu bereiten. Die persische Regierung hat den belgischen Generalschatzmeister Mornard und alle anderen in persischen Diensten stehenden Belgier a b ge s e tz t und einen Ausschuß zur Prüfung der Rechnungen Mornards gebildet. Amtlichen Nachrichten zufolge hat der Kriegsminister den Provinzbehörden und allen Stammesoberhäuptern befohlen, eine beträchtliche Streitkraft zu sammeln. Der Schah hat die schleunige Wiedereröffnung des Parlaments angeordnet. Er hat eine Liste aller Beamten verlangt, die russische Parteigänger firtb; diese Beamten werden wahrscheinlich, abgesetzt werden.
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0er Angriff auf Riautschau.
London, 4. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Peking wird gemeldet: Die englischen Streitkräfte unter General Barnardtston setzen mit großer Energie den >Angriff auf Kiantschau fort. Die deitffchcn Truppen .haben sich auf Tsingtau selbst zurückgezogen, dessen Forts Tag und Nacht tätig sind. Das Feuer ist besonders gegen die japanischen Stellungen gerichtet. Deutsche Flugzeuge haben wiederholt versucht, die japanischen Kriegsschiffe durch Bomben zu zerstören. Die Engländer und Japaner treffen Vorbereitungen zu einem entscheidenden Vorstoß gegen Tsingtmr.
Die Deutschen in Saigon.
A-nt st e r d a m, 5. Okt. (WDB. Nichtamtlich.) Die Deut- fck>en in Saigon sind ausgetviesen worden: sie haben auf Java liebreiche Ausnahme gefunden. In Buiten-Aorg hat sich ein Ausschuß gebildet, der zwei Häuser zur Anff nähme der Deutschen eingerichtet hät.
Japanische Truppen in Indien?
Berlin, 5. Okt. Der „Berliner Lokalanzeiger'» schreibt: Einem unverbürgten Gerücht zufolge sollen japanischeTrup- pcn in Indien gelandet sein. — Sollte diese Nachricht sich bewahrheiten, so würde das auf ernstliche Unruhen in den englischen Besitzungen Hinweisen, denn nur in diesem Fall ist in dem englisch-iapanischen Bündnisvertrag die Entsendung japanischer Truppen nach Indien vorgesehen.
Das «efecht zwischen dem Hilsskreuzcr „Kaiser Wilhelm der Große" nnd dem englischen Kreuzer Highslyer.
Berlin, 5.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Am 26. Aug. lag der „Kaiser Wilhelm der Große" in dem spanischen Hafen R iod e lO ro mit zwei Kohlcndampfern längsseits, während
ein dritter denkkcycr Dampfer etwa 500 Meter weiter seewärts vor Anker lag. Die gesamte Besatzung war seit Tagen bei der Kohlenübernahmc beschäftigt und die Bunker noch nicht zur Hälfte aufgefüllt, als gegen Mittag ein Schiss in Sicht kam,
das sich als der e n g l i s ch e g e s ch ü tz t e K r e u z c r „H i g h-
flhcr herausstelltc. Es hat datin folgender Man al verkehr durch Scheinwerfer zwischen beiden Schiffen stattgesundcn:
„Englisches Kriegsschiff „Highslyer" Surrender! (Ergeben Sie sich!» „Kaiser Wilhelm der Große": Keine Antwort. „Highslyer": I call you to surrender. lJch fordere Sie aus, sich zu übergeben!) — „Kaiser Wilhelm der Große": Deutsche Kriegsschiffe ergeben sich nicht. Ich ersuche Sic, die spanische Neutralität zu achten! — „Highslyer": Uou coai the second time in this Port. I call you lo sursrender. Jf not. Jt will stre on you al owce. (Sie nehmen zum zweitenmal Kohlen in diesem Hasen. Ich fordere Sie auf, sich zu übergeben! Wenn nicht, werde ich sofort auf Sie feuern.) „Kaiser Wilhelm der Große": Ich nehme hier zum erstenmal Kohlen: im übrigen ist das spanische Angelegenheit. — „Highflyer": Surrender at once! (Ergeben Sie sich sofort!) — „Kaiser Wilhelm der Große": Ich habe Ihnen nichts mehr zu
Hierauf hat um 1 Uhr 16Min. „Highfltzer" das Feuereröfsnet,dasvom„KaiserWilhelmdem Großen" so forterwidertwurde. Der Kamps wurde von diesem geführt, ivährcnd das Schiff etwa 2000 Meter von der Küste vor Anker lag, sich also innerhalb der spanischen Hoheitsgcwäsfer befand. Um unnötige Menschenverluste zu vermeiden, ließ der Kommandant des Hilfskreuzers das nicht in den Gefcchtsstationen gebrauchte Personal aus die beiden längsseits liegenden Kohlendampfcr übersteigen, ebenso die an Bord befindlichen englischen Besatzungen der früher aufgebrachten englischen Schiffe. Sobald die Dampfer vom Hilfskreuzer frei waren, zogen sie sich nach Süden zurück. Inzwischen hatte „Highslyer" das Feuer ans die beträchtliche Entfernung von etwa 9000 Metern eröffnet. Er zog sich unter gleichmäßiger Annäherung von der Steuerbord- an die Backbordseite des Hilfskreuzers hinüber, entfernte jedoch sich wie? der, als er « i n e 2l n z a h l v o n T r e f s e r n erhallen hatte.
Nach etwa IV- ständigem Gefecht kam das Feuer des „Kaiser Wilhelm der Große" aus Mangel an Munition ins Stocke». Gleich bei Beginn des Gefechts hatten nämlich zwei Schüsse den vorderen Laderaum getroffen, in dem die Hälfte der Munition verstaut war, so daß dieser voll Wasser lief und die Munitionsförderung vorn unmöglich wurde. Als daher die Alunition der achteren Geschütze verbraucht war, befahl der Kommandant, das Schiss, um es nicht in feindliche Hände fallen zu lassen, zu versenken. Dies geschah durch 12 Sprengpatronen, die schon vorher angebracht waren, sowie durch Oeffnuiig der Lenzschieber. Der deutsche Hilfskreuzer hatte im ganzen zehn Treffer erhalten, die das Schiff jedoch nicht zum Sinken gebracht hätten. Beim Verstummen der Geschütze stellte auch „Highslyer" sein Feuern ein und näherte sich langsam bis auf 5600 Meter. Als er jetzt aus dem einzigen deutschen Geschütz, das über Munition noch verfügte, einer Revolvcrkanone, beschossen wurde, begann auch der Engländer wieder das Feuer, um es abzu- brcchen, nachdem auch das Revolvergeschütz nach Verbrauch aller Munition hatte verstummen müssen. Der Munitionsverbrauch des englischen Schisses wird vom deutschen Kommandanten auf 400 bis 600 Schuß geschätzt. Die Tresfev- ergebnisse mit 2 Prozent gegen ein so großes und hohes Schiff, das noch dazu still vor Anker lag, waren also herzlich schlecht. Als „Kaiser Wilhelm der Große" anfing, sich infolge des cindringenden Wassers übcrzulegen, begab sich die Besatzung in die Boote. Der Kommandant verließ als letzter das Schiff, als dieses schon mit der Serke auf dem Grunde auflag und die Masten mit den an dem Topp gehißten Kriegsflaggen unter Wasser verschwunden waren. Drei Hurras aus den Booten brachten dem sinkenden Schisse den letzten Gruß und das „Deutschland, Deutschland über alles" erscholl ihm als Abschiedslied. In drei Rettungsbooten landete der Teil der Besatzung, der an den Gefechten teilgenommen hatte, außer dem Kommandanten 7 Offiziere, 2 Vize- steuerleutc, 72 Unteroffiziere und Mannschaften, an der spanischen Küste von R i o d e l O r o. Unter Mitnahme von zwei, auf schnell hergestellten Tragbahren mitaeführten Verwundeten gelangten sie nach 21. ständigem Marsche zum spanischen Fort. Der englische Kreuzer hatte sich inzwischen auf 3000 bis 4000 Meter genähert und zwei Boote ausgesetzt, welche orn ocutlchen Booten folgten, jedoch erst landeten, als die deutsche Besatzung bereits den Marsch nach dem Fort angetreten hatte. Die englischen Boote kehrten dann auf ein Signal an Bord ihres Schiffes zurück. In dem spanischen Fort wurden die deutschen Seeleute von dem Fortkommanl- danten aufdasbesteaufgenommen. Sie befinden sich jetzt in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln. Der Kommandant des „Kaiser Wilhelm der Große" rühmt das ausgezeichnete Verhalten der Offiziere und Mannschaften während des Gefechts.
England und Schweden und Norwegen.
Berlin, 6. Okt. Aus Kristiania wird gemeldet: Aus Stockholm wird von gestern telegraphiert: Der Minister des Aeußern hat von dem hiesigen britischen Gesandten die Mitteilung erhalten, daß die britische Liste über Kriegskonterbande einer Revision unterworfen wird, wodurch der schwedische Export von magnetischen Eisenerzen, also praktisch gesprochen, der gesamte schwedische Eisenerzexport, bis auf weiteres fortgesetzt werden kann, ohne von britischer Seite auf Hindernisse zu stoßen.
Kundgebung von amerikanischer Seite.
Berlin, 4. Okt. Eine bemerkenswerte Kundgebung oon amerikanischer Seite wird jetzt in folgendem Schriftstück bekannt, das von einem der Führer des hierher gesandten amerikanischen Regierungs-Ausschusses an den Geschäftsführer des deutsch-amerikanischen Komitees, Direktor Otto Scholz in Berlin, gerichtet wurde. Der Wortlaut ist folgender :
Von der amerikanischen Regier,mq zur Vorbereitung der
Heimreise der bei Ausbruch des Krieges in Deutschland auf Besuch bcjindlichen Amerikaner mit dem Kriegsschiff „Tennessee" nach hier entsandt, drängt els mich, allen denen, die mich bei Ausführung meiner Mission in liebenswürdiger und tatkräftigster Weise unterstützten, meinen i»ärmsten Dank zu sagen. Es ist mir eine große Herzensfreude, zu konstatieren, mit welcher Sorgfalt und Selbstlosigkeit Personen, Korporationen und Behörden sich meiner Landsleute angenommen haben. Besonderen Dank der Handelskammer nnd Herrn Franz von Mendelssohn, den persönlich kennen zu lernen ich das Vergnügen batte und der mir ganz besonders behilflich war, steht doch gerade der Genannte an erster Stelle des Hilsskomilees für die ans Bestich in Deutschland >vei- lendcn »Amerikaner, welches in hochherziger Weise Unterkunft für meine Landsleute besorgte, Gelder sür sie sammelte und ihicen überhaupt aste erdenkliche Sorgfalt und Znvvrko rinnen heit angedeihen läßt.
Meine mehr als vierwöchige Anweserrheit in Deutschland gab mir Gelegenheit zu beobachten, wie das deutsche Bolk den ihm aufgedräugten Krieg anfnahm, welche hohe Begeisterung, gepaart mit ruhigem, sittlichem Ernst, die gesamsto Bevölkerung ergriffen hat: die waffenpflichtigcn llbeservisten und Landwehrleute eilten zu den Fahnen: nahezu 2 Millionen
Kriegsfreiwillige aller Stände nnd Mtersklasscn, ganze höherer Lehranstalten einschließlich ihrer Lehrer meldeten" um Eintritt in das .Hier, so daß Tausende von Fyemilli^!?
. Der L a n tz st u r m in »war
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zurückgcwiesen werden mussten, ^.-er tanjiiunn >n zwar a»r gerufen, aber bisher nur zum all>ergeringsten Teil in Dienst^ itcllt worden. Zugleich mit der Mobilmachung setzte die Ör> sation der Werke der tatkrästigeir Nächstenliebe ein: Das Ro« Kreuz mit seinen vorzüglichen Lazaretten, seinen Aerzten, jjw kenschwestern, freiwilligen Sanilälskvlvnnen usw., der Nation^ Frauendienst mit der Kinder- nnd Wöchnerimren-Fürsorge, ^ jung Bedürftiger und »Arbeitsloser, »Vermittlung von Brkleid^T llntcrkunst und Arbeitsgelegenheit, dazu die vielen reichen oamn» lnngen an Liebesgäbm für Vcwpflegung der Trupventtansport» aus dem Auelande Rimkebrender Flüchtlinge, Erguickung rückkchrcndcr Verwundeter, Nationalstiftung für die .‘öintetWjl^ denen ins Feld Gezogener neben der staatlickzen Fürsorge, ft-rieqe sürsorge für Bühnenkünstler, Herstellung von wollenen dungsstücken wie Strümpfe, Leibbinden usw. sür die im stehenden Tricppen. Und alles in musterhafter Ordnung, die sich in irichts von »der beim denffchen Soldaten sM^ verständlichen Disziplin unterscheidet. Die »Ausrüstung der pen ist vorzüglich urcd zweckentsprechend, die Organisation btc Mobilmachung bewundernswert. Die Eisenbahnen bewältigten die ungeheuren, in die Millionen gche^stl Transporte von Mannschaften, »Pferden, Kanonen, Jahrceiiaft! usw. — nicht die geringste Äetriedsstöning, nicht der nein». Uniall ist vorgekommen. Und lveil die Deutschen die geboren» Soldaten sind, ist keine Spur von starrem Militatisb mus, vom militärisch gedrillten ?tutomaten zu merken: Taz ist ein Volk in Waffen, mit großer hingehender Liebe für Kayg. nnd Reich, mit dem Willen zum Siegen, um Heimat, Haus und Scholle, »Weib und Kind zu schützen. Ueberall würdiger Ernst, unerschütterliche Ruhe, tatkräftiges Handeln und volle Siegeszuversicht. Ein Volk, auf so hoher Kulturstufe stehend, so großer, glühender Begeisterung fähig, kann nicht unterliegen, — das sind keine »Larbaren, sondern Män. ncr bester Art. Das dokumentiert sich auch in der Behandlung der Gefangenen und Verwundeten : „Ich kenne hrr keine Unterschiede zwisclzen Freund nnd Feind, sondern nur nnindcte": diesen Ansspruch tat der Leiter eines der gröftm hiesigen Lazarette, und in derselben hochherzigen Weift wich ini ganzen Reiche verfahren. Jetzt, acht Wochen nach Ausbruch des Krieges, nachdem unausgesetzt Truppentransporte nach dem »Auslande gingen, ist es critcnmlich, die große Anzahl wafstw fähiger Männer zu sehen, die noch zu Tausenden in Berlin ihwr Beschäftigung nachgehcn. Die öffentlichen Arbeiten sind rm der Ban von Straßen- und Untergrundbahnen usw. ist nicht ins Stocken geräken, überall wird sleißig gearbeitet! Es sind noch fo viele junge, kräftige und gesunde Männer in Berlin, bafc y, kurzer Zeit nochmals eine ganze Armee aufgestellt loerden kmm, falls cs nötig sein sollte.
Es drängt mich, nochmals zum Ausdruck zu bringen, das das Verhalten der Deutschen den tiefften Eindruck mif mich macht nnd ich habe keinen Amerikaner getroffen, der nicht das glnit» Empsinden hat: alle schätzen sich glücklich, in dieser großen Zeit in einem solchen Land wie Dentschland Gastftcundschaft genossen zu haben.
Vom rote» Kreuz.
Seit ?l,isbruch des Krieges sind vom Deutschen Roten Kinn ans eigenen Mitteln und Sammelgeldern 24 Bereinslaza- r c t t z ü g c ausgestellt worden, 10 vom Zcntral-Komitee in Berlin, die übrigen von den Landesvcreinen vom Roten KNenz Balirm^ Württemberg und »Baden, vom Roten Kreuz von Berlin, vom Roten Kreuz Schöncbcrg-Wilmersdorj usw. Bei anderen Landes- Vereinen wird die Aufstellung weiterer Vereinslazarettzüge vvr- bcrcttct. Die Materialausstattung eines Zuges hat einen Werl von durchschnittlich etwa 50 000 bis 60 000 Mark. Die bei Ln Wendung der ersten Züge gemachten Erfahmingen wurden soglcick zu Verbesserungen verwertet. Alle Züge .sind oder werden jchl auch mit Küchen- oder Speisewagen cmsgeftattet »nd entsprechen in ärztlicher Beziehung hohen Ansprüchen. Jeder VereinslazaiNt zug ist znm Transport von 320 liegenden Kranken eingerichtet unt verfügt über 4 ?lerzte, 4 Pstegerinncn, 36 Pffeger, 1 Rechnung^ sührer, 1 Schlosser, l Diener. Das gesamte Personal ist tzon Roten Kreuz gestellt, die Aerzte und Rechmmgsführcr werden auch von ihm besoldet. Die vorgenannten 24 Züge sind mit Ausnabm« weniger im Betrieb und haben bereits vortreffliche Dienste geleisltt
Untersuchungen gegen Verräter.
Straßburg-, 5. Okt. (WDB. Mchtamklich.) Bonden Kommandanturgericht in Straßbnrg wird der im Jahre IMl geborene praktische Arzt Pierre Bücher, bisher in Straß bürg, jetzt unbekannten Aufenthaltes und sahnenslüchtig, der K rie gs v er r a tes beschuldigt. Sein Vermögen ist bv schlaguahmt worden. Bücher war bekannt als Herausgebei der „Revue Msacienne Jlluströ" und der „Cahiers Alsa cicnnes", sowie als eifriger Förderer der „Jdöe Franc-psL im Lande. Aus dem Kreise der „Revue Franeaise"' sind u. a auch die alljährlichen Borträge ftanzösischer Redner ir Straßburg veranstaltet worden. Ferner hat das außer ordentliche Kriegsgericht Straßburg gegen Blumentha' nunmehr auch einen Steckbrief -erlassen, in dem schon cm 12. September bekanntgegeben wurde, daß gegen ihn bi* Untersuchungshaft wegen .Hochverrats verhängt und sen Vermögen beschlagnahmt worden sei. Das Kriegsgerich! Colmar hat eine Beschlagnahmeverfilgung in der Unter suchungssache gegen den 1M4 geborenen Studenten Heinrich Koch und den 1896 geborenen Schiller Rena tu £ Koch, beide aus Gebweilcr, die sich zurzeit an unbekannter Orten aufhalten, erlassen. Untersuchung schwebt gegen beit" wegen Kriegsverrats. Sie sind hinreichend verdächtig, während des gegen Deutschland ausgebrochenen Krieges in cinei feindlichen Macht Dienste genommen und Waffen geger Deutschland getragen zu haben.
Aur dem Reiche.
Gotha, 5. Okt. (WTB. Nicht-rmtlich.t Der Ausschuß de: gemeinschaftlichen Landtages beschließt, das herzogliche Staats- Ministerium zu ersuchen, dem gemeinschaftlichen Landtag mögliwl bald einen Gesetzentwurf vorzulegen, der in ?ll>änderung der Staatsgrundgesetzes voni 3. Mai 1852 und des dlesctzes über iw Thronfolge in den Herzogtümern Koburg-Gotha vom lo September 1899 Angehörige auswärtiger Staaten von de: Nachfolge in der Regierung der Herzogtümer ausschließt ®e*- Liebetrau, Arnolf, K'oebel, Bock. 1
Au» Stadt und Land»
Gießen, 6. Oktober 1814.
" Schuldienst-Nachrichten. Bestätigt wurde dei von dem Fürsten zu Stolberg-Noßla-Ortenbcrg auf die Leyrer- stelle an der Volksschule zu Nieder-Seemen, Kreis Schotten, präsentierte Schulamtsaspirant Georg Roeder auS Spach' brücken, Kr. Dieburg, sür diese Stelle.
" Ruhestandsversetzung. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Volksschule zu TraiS-Horloff, im Kreise Gießen, Heinrich Re »hl auf sein Nachsuchen, untei Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.
" Ernennung. Ernannt wurde Konrad Eifert z>' Romrod zum Schreibgehilsen bei den Obcrsörstereien Romrod- Nord und Romrod-Süd.
**DasEiserneKreuz erhielt Oberlehrer Tr. Schmal von hier, Leutn. d. Res. int Jns.-Aeat. 118.


