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Tic Menschenfrenndlichleit deutscher -lerztc.

Ro tterdam , 24 Sept. DieTint e s" crtnrften einen Brief einer englischen Dame aus Offen ine, ine den bent schen Militärärzten wegen der liebevollen Pflege englischer Verwundeter hohes Lob zollt Die englischen Soldaten Istitten selbst erllart, daß nach der Schlecht von Mons wohl kein einziger der verwundeten eng­lischen Soldaten ohne die Hilfe der deutschen Merzte am Leben geblieben wäre.

Ten Engländern entkommen.

Aus dem Feldpostbrief eines inzwischen mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichneten jungen Juristen:

58. C., den 2. September 14.

Liebe Eltern!

Ich schreibe im Bette eines von dem Chirurgen dieses Städt­chens eingerichteten Feldlazaretts. Es gehl meiner Wunde gut. Der Arzt meinte beute, in 14 Tagen könnte ich wieder gesund sein. Die Sorbe selbst kam so:

Gestern war eine französische Kavalleriedivision in einem Walde bei C. gemeldet. Unsere Diviswn sollte ihr den Rückzug abickmeideu. Sch sollte hierzu die Patrouille von der Spitze unseres Regiments bilden, das die Tete der Division hatte. Mein Ritt­meister hatte mich noch instruiert, wobei er schon sagte: >,Die Sache ist nicht ganz ungefährlich!" Noch bevor ich einen engen Weg. besser Fußsteg. an der Spike vorbei ritt, machte diese kebrt. weil oben an der Wegcbiegung alles voll von englischen Schüben stand. Nun schrie unten der Maior:Einer vorreiten, sehen, wie­viel!" Ich führte die Patrouille vor der Spitze, und galoppierte allein hinaus. wie ich mir eigentlich hatte sagen müssen, in den Tod. Oben stürzte mein Pferd sofort, von ich weih nicht wie- biel _ Geschossen getroffen, und es wurde immer mehr ans mich und das Pferd gesckzossen. Dieses wälzte sich auf mir. Schließlich kroch ich ans dem Geschoßregen hervor ins Gras seitlich, blich aber nanz betäubt liegen.

So wurde ich. vom Blute meines Pferdes überströmt, von den ,ehn Schritt entfernten Engländern gefangen genommen. Die hielten mich für schwer verletzt und übergaben mich den Bauern von C ... zur Bewachung. Bor denen spielte ich ebenfalls den Schwerverwundeten: sie zogen mir den Rock aus, ich liesi mir meinen Stiefel ansziehen, den anderen hatte kf> unter dem Pferd nickt l-ervorztthm, können. Rim sckleppten sie mir die einzelnen Sacken von meinem Sattel herbei, soweit die Engländer nicht alle? beiseite geschafft hatten. Daraus lieb ich mich zum Pferde von den Bauern lrinführrn. lim das tote Tier tuxf,' einmal zu sehen. Daher gab ich ihnen einen Stotz und entfloh, barfuß. in Hemd- ärme'n, ohne alle Waffen. Ich lief zur deutschen Gefechtsseite, erhielt rm Walde den Sck.uk. und scklevote mich noch etwa eure halbe Stunde nn-iter, bis ick in die Nähe unserer Schützen kam, die nun ihr Feuer aus mich richteten, so daß ich mich einfach glatt aus die Erde legte, lmt nicht noch einmal getroffen zu werden.

Am Ende dieses Gefechts war ich gerettet. Aus einer Bahre wurde ick' nach E . . . grbracktt. Am 3V. August, nachmittaqs um i/,4 Uhr, nahmen die dentüchen Heere Tetenrickitung aus P. Ich habe im Kriege vieles Grotze und Schöne an Menschen und Dingen erlebt, über das ich mündlich berichten will."

Euer Hans,

Der Schreiber dieses Briefes ist inzwischen zur Front zu­rückgekehrt.

Tie marokkanischen Krieger.

Rom. 24. Sept. Der Kriegsberichterstatter desCor- riere della Sora" berichtet von den Schlachtfeldern in Frank-- reich:

Einen überaus pittoresken Eindruck machen die ma­rokkanischen Truppe» mit ihren bunten Farben. Die armen Kerle leiden indessen sehr unter der Kälte und- hocken fröstelnd hinter iedem Mäuerchen. um sich vor dem Winde zu schützen In der Richtting nach Soissons ist vollends die Hölle los. In B i l l e n c u v e haben die Engländer schwere Arttlkerie ans- gestelli und bald treten die lang wms in Aktton. Aber schon erwidert eine deutsche Batterie mit dämonischem Feuer. In der Stadt Soissons waren alle Berttcter der Behörden geflohen, sie waren die ersten, die die Flucht ergriffen. Als die Deutschen ankamen, war nicht einmal mehr der Bürgernrrilter da. D a t r a t e i n e F r a n vor und sprach zu dem deutschen Kommandanten: Ich vertreteden Maire von Soissons und übernehme alle Derontworttina seines Amtes ans mich. Die Dame richtete sich darauf im Rathause ein, verfügte wegen der Reguisition, verteidigte die Rechte der Einwohner und schützte deren Eigentum.

* . *

Hindenburg an seine Soldaten.

Berlin, 24 Sept DieKvnigsberger Hcrrtungsche Zeitung" veröffentlicht folgenden in Insterburg am 15. September erlassenen Tagesbefehl des General­obersten v. Hindenburg an seine Ostarmee:

Soldaten der 3. Armee! Ihr habt neue Lorbeeren um Eure Fahnen gewunden. In zweitägiaer Schlackt an den masu- ^ncken Scen und in mehrtägiger rücksichtsloser Versolgung durch Titianen hindurch bis weit über die russische Grenze binaus hobt Ihr nun ai»ck die letzte der beide» in Ostpreußen eingedrunqenen feindlichen Armeen, die aus dem 2.. 3.. 4., 20., 22 Armeekorps, dem 3. sibirischen Armeekorps, der 1. und 5. Schützenbrigade, der 53., 54.. 56.. 57., 72. und 76. Reservedivision, der 1. und 2. Gardekavolleriedivision bestehende Wilnaer Armee nicht nur geschlagen, sondern zerschmettert. Bis jetzt sind mehrere Fahnen, etwa 30000 unverwundete Ge­sa ngene, mindestens 150 Geschütze, viele Maschinengewehre und Mnnittonskalonnen sowie zahllose Kriegssabrzenge auf den weiten Gefecktsseldern ansgebracht worden. Die Zahl der Kriegs­beute nimmt aber immer noch zu. Eurer Kamvfesfrcudigkeit, Euren bewundenmgswürdigen Marschleistungen und Eurer glän- : enden Taplerkeit ist dies zu danken. Gebt Gott die Ehre, er wird auch ferner mit uns sein. Es lebe Seine Majestät der Kaiser und König! Der Oberbefehlshaber:

v. Hindenburg, Generaloberst."

Nikolai Nikolajewitsch' Flucht aus Insterburg

lieber den Aufenthalt des Großfürsten Nikolaus Niko- lajewitsch und des Generals Rennenkamps in Insterburg »nd ihre Flucht berichtet derKönigsberger Anzeiger" folgende Einzelheiten:

In demDessauer Hof", in dem der Großfürst Nikolai Ni- kolajewitsch und General Rennenkamof gewohnt haben, der Großfürst verabschiedete sich von dem Wirt mit den Worten:JnvicrzehnTagensehenwiruns wieder!" sieht man jetzt mieber deutsche Uniformen Der Wirt des Dessauer Hofes" hat in den neunzehn Tagen, in denen der rus­sische Generalstab bei ihm wohnte, sehr interessante Erfahrungen gemacht. Als das Oberkommando imDessauer Hotz' Wohnung nahm, wurde zuerst das ganze Haus nach Bomben abgesucht. Die im Keller liegenden Kohlensäurellascheu hielten die Russen für Höllenmaschinen und ließen sie weit hinaus auf einen freien Platz bringen. Erst als ihnen später das Bier nicht mun­dete und der Witt die nöttgcn Erklärungen gab, wurde eine der Flaschen unter starker Bedeckung berbcigeholt, und die Russen über­zeugten sich von der Ungekährlichkeit derBomben". Natürlich haben die Russen im Hotel sehr gut gelebt, der Sekt floß in Strö­men, unb der Adjutant des Generalissimus Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch, Oberst v. Grämen, forderte von dem Witt, daß er die Kellner durch Damenbedienung ersetze. Als General Rennenkampf bei seiner Rückkehr ins Hotel von dieserNeuerung" erfuhr, war er nicht sonderlich davon erbaut und schtte:Hinaus mit dem Weiberpack!" Die russischen Ofsiziere gaben sehr viel Geld aus. Als schließlich dem Adjutanten des Großfürsten cs an Geld mangelte, blieb er die Hotelrechnung schuldig, und versvrach t em Wirt, für den Bttrag Kolonialwaren zu schicken. Als die Waren in die Nähe von Insterburg kamen, hatte jedoch schon die russische Herrschaft ihr Eiwe erreicht und die Bagage fiel in die Hände der deutschen Truppen. Der Abzug der Rufi»» oottzog sich ziemlich

rasch. Großfürst Nikola Nikolajewitsch und General Rennenkamps verließen ziemlich hastta Insterburg, aber noch in Uniform Erst in Gumbinnen legten sie Zivilkleider an. Die wenigen rus­sischen Patrouillen, die noch in Insterburg weilten, warfen, als deutsche KavaUette anrückte, die Gewehre hin, und ergaben sich.

Das Moratori,wr in England.

London. 24.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Regie­rung hat beschlosien, das Moratorium am 4. Oktober aufhören zu lassen.

Deutsche Ausfuhr von Zucker nach Norwegen.

E h r i st i a n i a , 24. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Heute ist hier die erste deutsche Zuckersendung seit .Kriegs­ausbruch eingetrofsen. Bis morgen dürste sich die Einfuhr iauf eine halbe Million Kilogramm belaufen. Man erwartet eine Herabsetzung der Maximalpreisc für Zucker.

Aus Südafrika.

London, 24. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Aus Nai­robi wird vom 21. September berichtet: Eine deutsche Truppe, deren Stärke unbekannt ist, hat am 19. Sep­tember im Doi-Distrikt einen Posten 20 Merlen von der Grenze angegriffen Nach einem stundcnsangen scharfen Gefecht zogen sich die Deutschen unter Zurücklassung von Toten zurück. (Notiz des WTB: Es dürfte sich dabei um farbige Soldaten handeln, die Verluste der Engländer sind nicht angegeben.)

Au» Stadt und Canfit

Gießen, 25. September 1914.

Die Zahlung der WohnnngSmieten.

In der Oeffentlichkeit und in der Presse sind Zweistl darüber ausgttauckt, ob während des Kriegszustandes die Verpflichtung zur Zahlung der Wohnungsmieten .fortbesteht, lieber die Ans- fasfung der Zentralinstanzen erfährt das Wolff-Bureau dazu

folgendes:

Die Kriegszeit bestcst den Mieter einer Wohnung nicht von der Verpflichtung zur pünktlichen Zahlung des Mietzinses, und die Nichtzahlung zieht mit gewissen Einschränkungen, die zur Ver­meidung von Härten getroffen .sind, auch während des Krieges rechtlich die gleichen Folgen nach sich, wie in Friedcnszeiten, näm­lich die Klage aus Zahlung rmd aus Räumung und gegebenenfalls dre im Zwangswege durchgesührte Exmission Es würde mit der Auirechterhaltung des gesamten Wittschastslebens unvereinbar sein, auf einem prattisch so bedeutsamen Gebiete ohne weiteres und ohne gleichzeitige Regelung aller Folgen eine Durchbrechung des be­stehenden Rechts anznerlennen. und es muß als gewissenlos be­zeichnet werden, wenn in der Oesfentlcchkert immer wieder die Be­hauptung ausgestellt wird, daß die Kriegs zeit die Verpflichtung zur Mietszahlung ausschöbe. Ganz abgesehen davon, daß damit den wirllicben Interessen des einzelnen wenig gedient sein kann, da es sich in diesem Falle naturgemäß mir um eine Stundung, nicht aber um einen endgülttgen Erlaß der Zahlung handeln würde, ist es auch ohne weiteres offensichtlich, daß die Befreiung des Mieters die Zahlungsunfähigkeit des Vermieters, der Verzug des Vermieters in der Zahlung der Hypothekenzinsen wiederum die Leistungsunsähigkeit des Hnpotkekengläubigers nach sich ziehen kann, und daß so in weitgreisender Wechselwirkung das ganze Wirt­schaftsleben beeinflußt werden muß, letzten Endes wieder zum Schaden des Heineu Mannes, der an der Ausrechterholtung der wirtschaftlichen Ordnung .ein starkes Interesse hat. Es ist ein wittschasttiches Unding, den Satz proklamieren zu wollen: Jeder­mann kann ruhig wohnen bleiben, auch wenn er seinen Berpslrch- tungen aus dem Mietsvettrage nicht nachkommt. Ein solcher Grundsatz würde nicht zuletzt von denen ausgenutzt werden, welche durchaus zahlungsfähig sind, würde die böswilligen Zähler geradezu züchten und die Gutwilligen schädigen.

Zum Schutze der Gutwilligen andererseits, welche beim besten Willen nicht oder nicht in vollem Maße ihren Zahlungsvflichten Nachkommen können, haben die wittschastlichen Kttegsgesetze des Reiches Borschristen gttrosfen, die Hätten auszuschließen geeigntt sind. Hierhin gehött zunächst das Gesetz, betreffend den Schutz der infolge des Ktteqes an Wahrnehmung ihrer Rechte behindetten Personen. Mitter, die selbst am Kriege teilnehmen, können wäh­rend des Kttegszustandes nicht zur Zahlung oder Räumung der Wohmmq verutteilt werden.

Auch die nicht im Kttege befindlichen Mitter werden gegen Unbilligkeiten durch die Verordnungen über die gerichtliche Bewil­ligung von Zahlungsfristen und über die Folgen der nicht'recht- zeittgen Zahlung einer Geldforderimg geschützt: wenn ihre Lage es rechtfertigt und dem Vermitter kein unverhältnismäßiger Nach­teil daraus entsteht, kann solchen Mittern, falls sie auf Zahlung des Zinses gettchtlich belangt werden, ein Zahlungsaufschub bis zu drei Monaten bewilligt werden.

Aber selbst wenn alle weitrrageirden Machtbefugnisse der Ge- ttchte nicht zur Beseittgung aller Hätten ausrttchen sollten, liegt siir den nicht zahlungsfähigen Mieter noch kein Grund vor zu ver­zagen. Denn letzten Endes ist es Pllicht der Gemeinden, den Be­dürftigen Obdach zu verschassen. Daß die Gemeinden dieser Pflicht gegenüber denjenigen, die sie rechtzeittg in Anspruch nehmen, in befttedigender und weitherziger Weise Nachkommen, dafür wird seitens der Auffichtsbehörden mtt allen Machtmitteln Sorge ge­tragen werden.

* Ritter de? Eisernen Kreuzes im 116. Ins.» Regiment. Von den Offizieren und Sanitätsoffizieren de? Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm erhielten das Eiserne Kreuz: Oberst Schimmelfennig, Hauptmann Poly, Oberleutnant und RegimentSadjutant von Eisenhart- Rothe, Leutnant Madlung, die Stabsärzte Dr. Poly, Dr. S o b i n z 8 k i und Dr. Büchner.

"Die Verlustlisten. Das Kriegsministerium ver­öffentlicht folgende Bekanntmachung: 1 Die Verlustlisten werden nach Eingang beim Zeutraknachweisbu-reau des Kriegsministeriums b a l d m ö g l i ch st veröffentlicht; eine Zurückhaltung derselben findet nicht statt. In­folge des überaus raschen Borschreitens der Arincen sind die Truppenteile selbstverständlich nicht in der Lage, die Listen sogleich nach einem Gefecht einzureichen. daher öfters ein verhältnismäßig spates Eintreffen in Berlin. Don meh­reren Regimentern nsw. sind bis jetzt überhaupt noch keine Verlustlisten eingegangen. 2. Die Namen der Gefechte werden von jetzt ab. soweit sie mit Sicherheit bekannt sind, in den Verlustlisten angegeben werden. 3. Die bei den Namen der Verwundeten nsw. angeführten Orts- und .Kreisnamen beziehen sich auf den Geburtsort des Be­treffenden.

** Prinzessin Elisabeth-Gedächtnis-Sven de.

Bei der diesjährigen Verteilung der Zinlen der Prinzessin Elilabeth- Gedgchtnis-Evende haben die illeinkinderschulen zu Griesheim, Hirschhorn. Nieder-Beerbach, Sprendlingen i. St., Bingenheim, Burkbardsselden, Butzbnch, Nidda, Ober-Wöllstadt, Rödgen und Framersheim Zuwendungen erhalten.

" lieber gerin gsügige Ge Wichts ü b e r s ch r e i- tu>>gen bei den Feldpostbriefen, deren Meistgewicht bestimmungsgemäß 250 Gr. betrügt, werden die Postanst.ttten fortan hinwegsehen.

Landkreis Gießen.

Li ch, 24. Sept. Seit einiger Zeit sind «rnch hier etwa 30bis40ve rwn ndete Soldat en nntergebracht, dar­unter auch einige Licher. Als Räume stehen dem hiesigen Vereinslazarett, das vom Ortsverein des Roten Kreuzes unterhalten wird, die Ackerbauschnle, das Spital! und die Kleinkinderschnlc zur Verfügung. Die Pflege haben Schwestern und freiwillige Pflegerinnen übernommen.

Durch Aehreniesen hat die Schuljugend den cnchchnvichlen Erlös von über 300 Mark für das Rote Kreuz gesammeft.

Einen hübschen Beitrag haben auch die Schüler des Bor­seminars für das Rote Kreuz zusammengebracht, indem sie auf ihrem Spielplatz und anderen ihnen überlassenen Wiesen das Gras geinäht und zu G r u m m e t gemacht haben, das dann zngirnsten des Roten Kreuzes verkauft wurde.

Kreis Frirdberg.

# Friedberg, 24. Sept An der städtischen Potzhtech« »if-chen Lehranstalt Fttedberg bei Fvankfutt a. M. sind für Söhne gefallener oder invalid gewordener Deutscher 20 K riegs-Studienfreistellem geschaffen worden. Den Zhr- habern dieser Stellen soll die vollständige AnsbiDung zum In­genieur oder Arckxitekt gänzlich cm entgeltlich gewährt werden. Durch diese Pergünsttgung soll jungen Leuten, die sich dem Stu­dium der Technik hatten widmen wollen, die Erreichung ihres Zieles auch dann noch ermöglicht bezw. erlttchtett werden, wenn sich die Vermögen-Verhältnisse der Familie infolge des Krieges, durch den Tod oder dje Invalidität ihres Oberhauptes verschkech. tert haben. Bedeuttt doch der Erlaß der gesamten Ansbildunqs- kosten für den einzelnen Empfänger bezw. dessen Angehörige eine Ersparnis von nicht weniger als rund 1000 Ml., die Normaler­weise für die teckmisckze »Berufsausbildung autznwenden ist. Be­werber rrm diese Stellen, die im Besitze des Einjährig-Freiwilligen - Berechttgungsschttnes sind, haben sich unter Vorlage der zur Be­urteilung ihrer Würdigkeit erforderlichen Nachtmise an die Xi» rektion der städtischen Polytechnischen Lehranstalt Friedberg zu wenden. In UebereinstttntMing mit dieser nackiahmenswerten B» tättgung hat die genannte Lehranstalt wohl als erste unter den nichtstaatlichen Bildungsstätten beschlosien, fortab Ange­hörige der mit Deutschland kriegführenden Staaten von der Zu- lasffrng zum Studium gänzlich a u s zu s chl i e ß e n.

Letzte Nachrichten.

Eine vaterländische Kundgebung der Ausländsdeutschen.

(WTB.) Berlin, 24. Sept. (Nichtamtlich.) Im Abgeord- netenhausc fand heute unter der Teilnahme der Kronvrinzcssin eine vom Verein sür das Deutschtum im Auslande ausgehende vater­ländische Kundgebung der Ausländsdeutschen statt. Der Vorsitzende. Staatsminister v. Heutig, brachte ein drei­faches Hurra aus den Kaiser aus. Alsdann hielt Geh. Oberjustizrat Professor von Gierke eme Ansprache, in tyelcher er die Hoffnung ausdrückte, Deutschland werde, obwohl vou^ Feinden umringt, seine Freiheil und Unabhängigkett behaupten' und sicherlich den Tieg erringen, da es für seine Unabhängigkeit und Freiheit, Kultur und Zivilisation kämpft. Eine Anzahl voir aus dem Feindesland vertriebenen Deiitscben erzählte daraus ihre Erlebnisse. Dann ivurde eine Entschließung angenommen, in welcher es heißt: Wir bauen stst darauf, daß die beispiellose Hin­gabe der kämpfenden Brüder in Heer- rmd Flotte rnrd daß die Einsetzung der ganzen deutschen Volkskraft der heiligen Sach« zum «siege verhelfen wird.

Vom Bundesrat.

WTB. Berlin, 24. Sept. (Nichtamtlich.) Der Bun­de s r cr t hat die W c ch s e I p r o t e st f r i st e ii für Elsaß- Lothringen, Ostpreußen unb gewisse Teile TSeftpreußens im Anschluß, an die Verordnungen vorn 6. und 28. August, sowie vom 8. September abermals um dreißig Tage verlängert. Tie Verlängerung bezieht sich wie früher aus alle Wechsel oder Schecks, die in den genannten Bezirken zahlbar sind.

Die Inthronisation des Erzbischofs von Posen-Knesen.

(WTB.) Posen, 24. Sept. ^Nichtamtlich.) Die Inthro­nisation des Erzbischofs fand heute nachmittag in feier­licher Weise statt. Die kirchlichen Vereine und Gttverke bildeten mit ihren Fahnen und Llbzcichen von der Marienkirck>e bis zum Dome Spalier. Kurz vor vier Uhr begab sich der Erzbischof üi Begleitung seines Geheimsekretärs und je eines Prälaten von Posen intö Gncsen im Galawagen zur Marienkirche. Im Augen­blick der Abfahrt begannen die Festgeläute der Tomkttche, in welche die Glocken sämtlicher katholischer Kirchen von Posen einstimmten. Beim Eintritt in den Dom begann der Domchor den GesangEcce sarerdos". Der Zug begab sich dann in die Sakramentskapelle und von dort zum Hochaltar. Daraus begab sich der Erzbischof znm Thron und nahm daraus Platz. Domherr Dal bar verlas von der Kanzel die laternisciie. polnifche und deutsck>e Ernennungsurkunde. Sodann erfolgte die Hrüdigmig durch das Domkapitel und die Geistlichkeit. Vom Ehore wurde unterdessen das Tedeum gesungen. Der Erzbückzos trat dann an den Altar, sang ein Gebet zu den Patronen der Tvmkirche rmd ettettte zum erstenmal den erzbischöftichen Segen. Der neue Erzbisckzos stifttte sür wohltätige Zwecke 3000 Warf, wovon 750 Mark sür das Rote Kreuz und .750 llUrk sür die Hinterbliebenen der Gefallenen besttnimt sind. Eine weitere Feitt sowie Festessen finden wegen der Kttegszeit mcht statt.

Der Sultan an den Kaiser.

(WDB.) Konstantinopel, 24. Sept. iNichtamtlich.)Ik- dam" meldet: Der Sultan richtete anläßlich der Verwun­dung des Prinzen Joachim ein sehr herzliches Tele­gramm an Kaiser Wilhelm, wttches der Käser ebenso herzlich dankend erwiderte.

Eine amtliche Meldung der Franzosen.

(WTB.) Paris, 24. Sept. iNichtamtlich.) Amtlich wird ge­meldet, die Lage sei unverändett. Eine beigefügte Note erllärt, daß die Schlacht auf einem großen Teil der Front den Charakter eines F e st u n gs k ri eg es aimehme, was die Langsamkeit des Borrückens begreiftich mache.

DerTemps" erscheint wieder in Paris.

iWTB.) Genf, 24. Sept. (Nichtamtlich.)Journal dc Ge- neve" meldet: DerTemps" erscheint seit dem 23. September wieder in Paris.

Italiens Neutralität.

(WTB.) Mailand, 24. Sept. (Nichtamtlich.)Corttert della Sera" meldtt aus San R e m o: Die ttalienische Regierung, welche erfahren hat, daß an der französisch-italienischen Grenze französische Werber junge Italiener für den Heeresdienst in Frankreich anwerben, und daß viele junge Männer abwandern, hat strengeMaß nahmen getroffen, um eine wet­tere Abwanderung zu unterbinden.

Aus Albanien.

(WTB.) Rom, 24. Sept., 7 Uhr abends. (Nichtamtlich. Die Agencia Stcfani" meldet aus Durazzo: Heute versammelten sich 28 Senatoren, die durch die Teputatton Albaniens mit Aus­nahme derjenigen von Alessio und Epirus vorgcschlagen worden waren, und wählten mit 19 Sttmmen Mustafa Bei zum Präsidenten. Der Senat übernahm die Regierung von Alba­nien bis zur Ernennung eines neuen Fürsten. N wich Behörden für die verschiedenen Dienstzweige. Gouverneure »ich Beamte ernennen. Eine Einiginig mit den anderen Distnkten von Illbanien gilt als nahe bevorstehend.

Ein schlechter Twst der Engländer.

WTB. London, 24. Sept. (Nichtamtlich.) Das Reuter» sche Bureau meldet aus Sydney, daß nach dort einge» aangenen Berichten die deutsche Fnnkenftation der Insel Nauru zerstört ist. DieTimes" feftret- bei, über die Vernichtung der britischen Kreü' z e r: Der Vorfall weist auf die Möglichkeit hin, daß die jetzk gebräuchliche Art bei den Rettuilgsarbeiten für ff"* ke nde Schiffe geändert werden muß. Die Retttingsarbtt- teu werden vielleicht Zerstörern und Mideren Meinen 3W* zeugen überlassen werden müssen. Das Blatt bcmerkftw'» können nicht uinhin, .zuzugestehen, daß die Nachrichiciiabttt^ lung der deutschen Marine außer ordentlich gut bedient Ytz