•JJfcf etit. Das Schiff, das mehrere Treffer in der Wasserlinie erl>alten lyattc, legte sich stark auf die Seite. Die britische Flagge wurde zweimal herunteraesä-ossen, aber von den britischen Matrosen immer mit der Hand l/ocktgehalten. Der „Königsberg" hat anscheinend keine oder nur geringe Beschädigungen erlitten.
Das englisch-australische Unterseeboot AE1.
London, 23. Sept. (Ctr. Bin.) Ein Bericht des Vize- adniirals Patey von der australischen Marine bestätigt, daß das Unterseeboot „AE 1", eins der größten und modernsten Unterseeboote der englischen Marine, mit 3t Offizieren und Matrosen, ge sanken ist. Es hatte einen Torpedosender und zwei Kanonen ari Bord. „A E 1" gehörte zu den Unterseebooten, die in England für die australische Flotte gebaut worden sind; es war im vorigen Fahre vom Stapel gelaufen.
Tie Abreise des englischen Marincausschnsses aus Konstantinopel.
Mailand, 23. Sept. Wie die Blätter ans Kairo berichten, hat der aus Kairo abgereiste englische Marineausschuß weder dem Großwcsir noch irgendeiner amtlichen Stelle einen Abschiedsbesuch abgestattct. Die Offiziere der Marine hatten auf höhere Weisung hin den englischen Ma- rineausschuß zu einem englischen Abschiedsmahl eingeladcn, an dem auch zwei Minister teilnahme». Obwohl eene Absage durch die Engländer nicht erfolgte, blieben diese dem Bankett fern, das dann oime ihre Gegenwart im Marineministerium stattsand. Die Abreise des englischen Ausschusses erfolgte auf griechischen Handelsdampsern. Mit ihr verließen etwa 230 in Kairo aufhältliche englische Staats-l ungehörige die Türkei.
Die kanadische Hilfe.
Berlin, 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der kanadische Minister fiir Milizen und Landesverteidigung, Hughes, kündigt an, daß er 31200 Mann als Hilfskorps entsenden wolle, das sind 10 000 Mann mehr, als Kitchener verlangt habe. Ebenso werde Kanada 300 Maschinengewehre entsenden.
Dürfen wir einmal das früher von Engländern mitunter gegen Deutschland angeführte Wort gebrauchen: „Bellende Hunde beißen nicht"?
Dänische Minen im Großen Belt.
(WTB.- Kopenhagen, 23. Sept. (Nichtamtlich.) Zu der von der Agence Havas verbreiteten Tempsmeldung über dänische Minen im Großen Belt bemerkt die hiesige Presse gleichlautend: Die Erklärung des „Tcmps" zeigt, daß das Blatt sich vollständig darüber klar ist, daß die Minensperre im Belt eine in jeder Hinsicht berechtigte Neutralitätsmaß- nahme ist. Gegenüber den anderen Bemerkungen des Blattes müssen wir wieder unterstreichen, daß wir hier in Dänemark darüber einig sind, eine loyale Neutralität zu bewahren, und daß man davon ausgcht, daß diese Neutralität von allen Zeiten respektiert wird.
Eine sehr berechtigte Strafandrohung.
Straßbur gi. E., 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der stellvertretende Gouverneur gibt bekannt: „Es werden in der letzten Zeit wieder eine Un m en ge u nwah - rer Gerüchte verbreitet, u.a. über die Gefangennahme einer Landsturm-Arbciterkolonnc, über angebliche Erfolge tinsercr Feinde, und dadurch die Bevölkerung beunruhigt Ich warne vor der Verbreitung solcher erlogener Gerüchte und werde die Verbreiter und Urheber vor dos Kriegsgericht stellen."
Das Gesamtergebnis der deutschen Kriegsanleihen.
Berlin, 23. Sept. (Amtlich.) Aus die Kriegsanleihen sind gezeichnet worden:
1318190 800 Mark Rcichsschatzanweisungcn,
1177 205 000 Mark Reichsanleihe mit Schuldbuchein- lragung,
1894171200 Mark Reichsanleihe ohne Schuldbuchein- __tragung.
4389 576 000 Mark
Ter elsässischc Landtagsabgcordnetcr Immer.
Straßburg (Elf.) 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) (Wie die „Straßb. Post" meldet, ist der Landtagsabgeord- mete I m m c r - Metzeral von den Franzosen wieder frei- gelassen worden.
Ei» Stimmungsbild aus dem Osten.
Berlin, 23. Sept. Von seiner Fahrt in der Umgebung Don Suwalki berichtet der zum östlichen Kriegsschauplatz entsandte Sonderkorrespondent des „Bert. Tagebl.:
Die Fahrt geht durch Insterburg nach Gumbinnen. Tic Felder und Accker, die die Chaussee begrenzen, waren der Schauplatz heftiger Kämpfe am AuSgang der vorletzten Woche. Die Stadt Gumbinnen selbst hat nur wenig gelitten. Zwischen Gumbinnen und Stalluvönen liegen^ sämtlick>e Häuser in Trümmer. Nichts ist erhalten geblieben. Stalluvönen ist nicht so schrecklich verwüstet, als zuerst vermutet wurde. E h d t k u h n e n , das an 6000 Einwohner zählte, b e st c h t n i ch t m e h r , nur Ruinen und nur selten lebende Wesen. Gleich dem deutschen Teil Eydtkuhncn besteht der russische, Kibarty. nicht mehr, ebenfalls nur Ruinen. Der Bahnhof ist erhalten geblieben. Mit Kibarty und Wirballcn beginnt Rußland. Entt'etzliche Wege: so daß unser Auto plötzlich «vrünge wie ein gelernter Akrobat macht. Wir ziehen die Wanderung zu Fuß vor Weite Felder rechts und links. Hier muß der Rückzug der Russen m oolllte Flucht ausgcartet sein. Tote Pferde in Massen, hunderte von Karren, Protzkästcn, Bauernwagen, ganze Hausen von unbenutzten Patronen, Gefährte für Scheinwerfer und für Telegraphie, Sättel und Geschirr liegen auf den Feldern.
Bom russischen General Martos.
Berlin, 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) In der deutschen Presse ist die Nachricht verbreitet worden, der kricgsqcfangcnc russische General Martos sei gefesselt in Halle cingebracht worden Dies trisst nicht zu. General Martos besindet sich in Neissc llebrigens wird s c l b st v c r tt ä n d l i ch d a s g c r i ch t l i ch e E r - m i t t l u n g s oeriahrengegenallejenckriegsgefan- genen Offiziere eingeleitct werden, die verdächtig sind Greueltaten oder Vergehen gegen das Völkerrecht geduldet oder gar gefördert zu haben.
Französische Raubmörder.
Berlin, 23. Sept. (WTB. Amtlich. Ctr. Bin.) Der «bersten Heeresleitung liegt folgende Meldung eines Jn- fanterie-Regiments vor: Bethcncourt, 10. Sept. Am 8. September wurden zwei A u t om obilemitVerwun- beten, welche die Genfer Flagge führten im Foret Doma- niale von einer französischen Radfahrer-Abteilung unter- der Führung eines Offiziers überfallen. Verwundete und der Führer wurden ermordet u n d b e r a u b t. Nur zwei Maml entkamen verlvundet uird machten diese Angaben dem Stabsarzt ihres Bataillons, der sie der Sani tätskompagnie fit Gondr e ville am 9. September über gab. Gez. N, N,, Regimentskommandeur.
Russinnen in der Schweiz verhaftet.
Genf, 23. Sept. Wie gemeldet ivird, wurden in Zürich zwei Russinnen dem Untersuchungsrichter des Militärgerichts überwiesen, welche verdächtigt werden, die Bildung eines polnischen Freikorps in der Schweiz betrieben unv so deren Neutralität verletzt zu haben. (Berl. Tagebl.) Ter neue bulgarische Gesandte in Petersburg Sofia, 23. Sept. Anstelle des Generals Radko Timi- triew wird nach Petersburg der bisherige Londoner (Gesandte Michael Madjarow gehen. Madjarvw war ehemaliger Minister im Kabinett Danew. (Deutsche Dagcsztg.)
Ein „Heldenstück" der französfischen Flotte. Oesterreichisches Kriegspressequartier, 23. Sept. (WTB.) Eine neue „Heldentat" der französischen Flotte wirft ein eigentümliches Licht auf d-ie ritterliche Art der Seebären:
Wie [jeute im Kriegspressequartier bekannt wurde, statteten am 19. September mehrere von Malta kommende französische Torpedoboote dem 60 Kilometer von der adriatischen Küste gelegenen Fnselchen Peligosa einen Besuch ab. Aus der Insel befindet sich ein Leuchlturm, der alle 30 Sekunden durch ein weißes und durch ein Blinkfeuer die Schisse vor Gefahren warnt. Die einzigen Bewohner sind der Wärter mit F rau u nd Ki n d e r n , die ab und zu von der dalmatinischen Küste mit Lebensmitteln versehen werden. Das Regenwasser wird in einer großen Zisterne gesammelt. Die Franzosen rissen die schwarz-gelbe Fahne ab, zerstörten den Leuchtapparat und die Zisterne, nahmen der Wärtersfamilie allen Proviant und alle Wäsche weg und dampften dann wieder ab, ohne Rücksicht aus den Kummer der jetzt der Not preisgegebenen Leute.
Bom Kaiscrpaar.
Berlin (Schloß Bellevue), 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kaiserin empfing gestern den Herzog z u Trachenberg, den General der Kavallerie v Pfuehl und den Generalarzt Paalzow, um mit diesen und den Herren ihrer Umgebung eine eingehende Besprechung zu halten. Es handelte sich hierbei besonders um Auskünfte über die Verwendung des bereitstehenden Pflegepersonals, die Versorgung der Feldlazarette, den Transport von Verwundeten von dort in das Land hinein und eine beschleunigte Versendung notwendiger Gebrauchsgegen- stände an die Armee im Felde durch das Rote Kreuz. Am Nachmittag empfing die Kaiserin den österreichisch-ungarischen Botschafter nebst Gemahlin.
lieber das Befinden des Kaisers und der kaiserlichen Prinzen bei der Armee liegen, Gott sei es gedankt, gute Nachrichten vor. Die Prinzen teilen mit »en ihnen unterstellten Truppen alle Gefahren und Anstrengungen. Die Verheilung der Schußverletzung des Prinzen Joachim nimmt einen günstigen Verlauf. Der Ver- narbungsprozeß hat an der Ausschußöffnnng bereits begonnen. An der Einschußöffnung ist der durch die Kugel bedingte Substanzverlust säst völlig ausgeglichen.
Der Geburtstag des Herzogs von Cumberlaud
(WTB.) Hannover, 22. Sept, (Nichtamtlich.) Die „Deutsche Volkszeitunq" veröfsentlicht an der Spitze des Blattes folgenden Telegrammwechsel zwischen dem Kaiser und dem Herzog- von Cumberlaud:
Herzog von Cumberlaud, Gmunden. Großes Hauptquartier d. 21. Sept. In ernster schwerer Zeit gedenke ich dier Deines Geburtstages mit den aufrichtigsten Wünschen für Dein und der Dei- nigen Wohl. Gott der Herr, der schon so Großes für uns getan, wolle in Gnaden weiter mit unseren tapferen Truppen sein und uns schließlich den Sieg über alle Feinde verleihen. Du wirst stolz sein auf Deinen Sobn, der das Eiserne Kreuz wohl verdient hat. Herzlichen Gruß an Thyra. Wilhelm.
Sr. Majestät den Kaiser, Großes Hauptquartier. Tief bewegt und herzlich gerührt durch Dein so überaus gnädiges Gedenken meiner Person in dieser erhebenden Zeit bitte ich Dich, meinen innigsten, tieigesühltcücn Dank dafür entgegennehmen zu wollen. Ich bin stolz und hochbeglückt durch die gnädige Mitteilung, daß mein Sohn im Kampfe für Deutschlands Ehre und Ruhm sich das Eiserne Kreuz erwerben durste. Möge Gott dem tapferen Heere weiterhin den Sieg verleihen und unserm teuren deutschen Valer- lanbe und seiner gerechten Sache einen ruhmreichen Ausganz bescheren. Thora und ich empfehlen uns auss wärmste als stolze Eltern. Ernst August.
Die deutschen Flugzeuge.
London, 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegskorrespondent des „Daily Telegraph" teilt das Urteil eines fianzösischen Fliegers über die Vortrefflichkeit der gegen Flngzeuge verwendeten deutschen Geschütze mit. In einer Höhe von 1800 Metern wäre kein Flugzeug sicher, wenn gut gezielt würde.
Ausnahme ins Kadettenkorps.
Berlin, 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Während sonst nur im April eine kleine Anzahl von Stellen im Kadettenkorps neu besetzt iverden kann, sind jetzt infolge der Mobilmachung viele Kadetten in die Armee eingetretcn und dadurch eine verhältnismäßig große Zahl Stellen frei. Wie wir hören, haben die ersten Aufnahmeprüfungen ^schon stattgefunden, doch sollen in der nächsten.Zeit noch weitere folgen. Zur Aufnahme dürfen Knaben angemeldet werden, die ein Lebensalter von 16h« Jahren nicht überschritten haben.
Ein Kricgshcim für Kraiikenpstegerinncn vom Rote« Kreuz.
Berlin, 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Kriegs- Heim sür Krankenpflegerinnen vom Roten Kreuz hat der Hauptvorstand des Vaterländischen Frauenvereins, Berlin. Tiergartenstr. 28 (Fernspr. Lützow 9492) für Krankenvilegerinnen eingerichtet, welche als Begleiterinnen von Verwundeten- imd Krankenttansvorten in Berlin eintressen und dort keine anderweitige sichere Unterkunst haben. Das Kriegsheim ist in einer in einen: großen Park gelegenen BiUa eingerichtet, gewährt seinen Gästen sür einen oder mehrere Tage vollständig unentgeltlichem, Auscntball mit voller Verpflegung und soll den von ihrem Seele und Körper in gleicher Weise angreisendcn Berus geschwächten Krankenvilegerinnen Erholung gewähren, Der Hausvorstand des Vaterländischen Frauenvcreins ladel alle iw Berlin ankommendcn oder sich dort vorübergehend aufhaltenden Krankenpflegerinnen vom Roten Kreuz zum Besuche seines Kriegerheims ein. In ihm sind selbstverständlich auch alle anderen in der Kriegskrankenvflege lättgen Krankenschwestern auss herzlichste willkomnien. Für sic gilt die gleiche Einladung wie sür die Krankenpflegerinnen vom Roten Kreuz.
Bom österreichisch-ungarischen Heer.
Wien, 23 Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die ,O)ester- reichische Volkszeitting" erfährt: Das Kriegsministerium hat einen Erlaß herausgegeben, der sich gegen den vielfach austretenden tradifionellen Geist des Offizierkorps und das sich offenbarende Bestreben v e r trn n betet und kranker O f siziere wendet, noch vor devi abMschloffewen herkmgs-
prvzeß in die Front zurückkehren, Nicht voll geneserie Offiziere würden bei ihrem vorzeitigen Ein rücken zur operieren- den Armee den Strapazen nicht gewachsen sein und bald ber vielleicht wesentlich verschlimmerten Zuständen ins Hinterland zurückkehren müssen. Die Offiziere, bereit Zustand dieses ermöglicht, würden dem allerhöchsten Dienste Er sprieß, licheres leisten, wenn sie sich vorerst! bei der Ausbildung der Ersatzformationen betätigen.
Prag, 23. Sept. (WTB. Mchtamtlich.) Gestern rückten wieder größere Truppenabteilungen aus Prag ab. Die abrückenden Soldaten, die in gehobener Stimmung untren, sangen patriotische Lieder und wurden von dem Publikum auf den Straßen und ans den Fenstern enthusiastisch begrüßt. Tie Kundgebungen erreichten ihren Höhepunkt, als gegen Abend eine Jnfanterieabteilung des Hausregiments nbmarschierte, Tausende bildeten Spalier und zogen mit Alle Fenster und Balkone waren von einer dichten Menschen, menge besetzt. Die schwarz-gelben und die weiß-roten Fah- neu sowie das Käiserbild, das im Zuge getragen wurde, erweckten immer wieder begeisterte Kundgebungen. Unter den Klängen von Militärmärschen zogen die Truppen, unablässig begrüßt, zur Bahn.
Aus Wien.
Wien, 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich. Korr-Bur.) Tie von ausländischen Zeitungen verbreitete Meldung, daß 400000 Arbeitslose in Wien Straßenknndgebungen veranstaltet hätten, ist eine lächerliche Erfindung. Tie hier an- ivesenden Vertreter der neutralen Staaten, sonne die überaus zahlreichen Fremden können jederzeit beweisen, daß sich in Wien nicht das Geringste zugetragen hat, was eine derartige lügenhafte Tcndenznieldnng veranlassen könnte
Die englischen Rekruten.
London, 23. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Daily Chronicle" richtet einen scharfen Angriff gegen das Kriegsamt. Die Rekruten für die neu zu bildende Armee würden abscheulich behandelt. Das Kriegsamt zeige sich seiner Aufgabe nicht gewachsen. Die Erhöhung bk Körpermaßes ans 5y» Fuß mache die Rekrulierunz in Wales unmöglich. Nicht eine Beschränkung der Körper- größe tue not, soirdern eine bessere Organisation.
Selbstmord eines italienischen Friedensfreundes.
Schio (Italien), 23. Scpt. (WTB. Nichtamtlich) Der frühere Minister, Lehrer des internationalen Rechts und Mfiglied dos Haager Schiedsgerichtshofs, Staatsmrnislri Mgeordncter Guido Fusinato, hat heute vormittag seinem Leben durch einen Revolver schuß ins Herein Ende gemacht.
Amerika betet fiir den Frieden.
Berlin, 23. Sept. Der „Berliner Lokal-Anzeiger* meldet aus Kopenhagen: Aus Ne w ?) o r k wird berichtet: Präsident Wilson richtete einen Änfruf an das amerikanische Volk mit der Aufforderung, am 4. Oktober in allen .Kirchen des Landes einen Gottesdienst abzuhafien. Die Geistlichen sollen ein besonderes Gebet ftir den baldigen Frieden unter den Kriegführenden sprechen.
Au» StaSt und Land.
Gießen, 24. September 1914.
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargcbieten.l
Eiuj.-Gefi. Hermann Möbus, Ins.-Regt. 116 aus Grebe».
— Gesr. Heinr. Stehh, Jnf.-Regt. 116 aus Weitcrshain. — Res.-Artillerist Otto Jo x aus Oberbcssingeu. — Krankenträger Joh. Baptist Eisinger, 18. Res.-Anneekorps aus Frankfurt a. M. — Lt. Karl Ferd. K n ö l l, Jnf.-Rcgt. 98, Frankfurt n. M,-Seckbach, — Unter, ). d. Res. Gerichtsaktuar Jos. Augst ein, Ins.-Regt. 87 aus "Lorchhausen. — Uitterofi. d. L, Vicwr E y ssen , Jnj.-Regt, 87 aus Frankfurt a. M. — Unter»fs. b. Rei. Heinrich LuN, Feldart-Regt. 63 aus Frankfurt a. M. — Res. Arthur Löbsack in Frankfurt a. M. — Einj.-Freiw. Hanns Carl Freiherr von Bibra. Jnf.-Rcgt. 116 aus Worms,
— Lt. Ernst Ludwig von Friederich, Regt. Königsjäger zu Pserd ans Tarnrstadt. — Ofs.-Stellv. und Privatdozent Dr ing. Prcuß aus Darmstadt. — Unleroff. d. Landw. Conrad Ers- mayer ans Mainz. — Gesr. d. Res. Tr. Paul Ortolph, Jns-Regt, 168 aus Offenbach a, M. — Res. Karl Henrichs aus Wiesbaden. — Landwehrm. Jacob Dombrower aus Wiesbaden. •— Hauptm. und Batteriechef Otto Müller, 8. baner. Fcldart.-Regt, aus Wiesbaden. — Feldw, Wich, Weber, Jns- Rcgt. 80 aus Wiesbaden, — Lt, b. Res, Curt Weyher, 15, daher. Jns.-Regt. aus Hanau. — Einj.-Freiw. Unteroff. und Dü<< Ing. Max Holtmann aus Mainz. — Fahneniunker Sigi Hiepe. Feldart.-Rcgt. 59 mis Wetzlar. — Landwehr«. Hermann Dickermann, Res.-Jnf.-Regt. 116 aus Wetzlar. — Reservist Heinrich Spory, Jnf.-Regt. 83 aus Hermannstein.
*
** Kriegs-Anleihe in Hessen. Wie uns von zustäw diger Stelle mitgeteilt wird, berechnen sich die Zeichnungen auf die KriegsanleiheimGroß Herzogtum Hessen im ganze» auf 66 129 500 Mark, und verteilen sich auf die in Bettacht kommenden Reichsbankvlätze im einzelnen wie folgt: Darmstadl
23 091 200 Mark, Bensheim 1 162 600 Mark, Offenbach 5 941 10« Mark, Alsfeld 630000 Mark, Lauterbach 609 400 Mark, Friedberg 1 200 000 Mark, Gießen 6 900 000 Mark, Bingen 1 548 3« Mark, Worms 6 343 000 Mark, Mainz 18 803 900 Mark.
** Einstellung von Kriegsfreiwilligen. Auf Anordnung des stellvertretenden Generalkommandos 18. Armeekorps in Frankfurt a. Mi dürfen bis au .7 weiteres Kriegsfreiwillige, die das 20. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, nicht mehr eingestellt werden. Es findet vorläufig nur noch eine Vormerkung der sich meldenden Leute statt und zwar am 25. und 26» d. Mts. in de? neuen Kaserne. Diese vorgemerkten Leute werden nur in ein- tretenden Bedarfsfällen eingestellt.
** Rendant Doering f. Aus Alsbach kommt die Rcub richt, daß der langjährige Rechner und spätere Direktor der Gicßcner Bezirkssparkasse, Rendant Hermann Docring im Alter vxn 70 Jahren verschieden ist. lieber den Lebenslauf des in Gießcn und bcr allen Kreiseingesessenen allgeniein beliebten Mitbürgers teilen wir folgendes mit: Hermann Doering ist geboren zu Alsfeld, Nach Vollendung seiner militärischen Laufbahn, toährend der er die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitmachte, trat er beim Großh, Krcisamt Gießen als Burcauvorsteher in Dienst. I" Jahre 1888 ivnrde er zum Rechner der Spar- und Leihkasse, jetzt Bezirkssparkasse Gießen, und am 1. Oktober 1906 zum Direkvn dieser Kasse ernannt. Aus Anlaß der Feier des 75jährigen Bestehens der Sparkasse wurde Herrn Doering das Ritterkreuz 8- **■ des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Am l. Mar 1913 trat er in den Ruhestand und verzog in fein eigenes Heim nach Alsbach a. d. B. Sein leutseliges und gegen jedernwn» sreundliches Wesen hat ihn zu einer allgemein beliebten .Perio» jichkeit gemacht. Auch in sozialer Beziehung hat Docring JB» deutendes geleistet. So war er Mitgründer und langjähriger sitzender der hier bestehenden Baugenossenschaft des Ev. Arbeite» Vereins und der Elisabeth-Kleinkmderschulc, da ihm das Do» der minderbemittelten Klasse sehr am Herze» lag. Er bek tzidck» ^ ferner im Rebcnamte lange Jahre die Rechnerstelle der Ev. Kinne Gießen, der Balserschen und der Lutherstistimg. Ein Herzleiden poang ihn, die ihm lieb gewordenen Beschäftigungen aufiugebcn


