Nr. 2|8
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erschein! täaltrft, auiser EonnlagS. — 'X'ciloqtn: viermal nräcfMntlidi •fetfiicrSamfliratilättcr; uocunal rt>dc6«itLKref$> »teil türdrnUreisSietzen (Dienstag »nd Freuaq); jweinial tniid-
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Erster Blatt
M- Jahrgang
Donnerstag, 1.7. September lW
General-Anzeiger für Gberhessen
Rotßfionsimtf und Verlag brr Vnchl'schen Univ.-Srrch- un- Stcinöruckcrei 8. Laug«. Redaition, Lrpedition und Druckerei: 8ck»lstratze 7.
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monatlich 75 Hl., vierteljährlich ’JJtt. 23); durch Ab hole- u. Zweigstelle» monatüofi 65 Pf.; durch diePoft Mk.2.— viertel» jähri. ausjchll Besleüg, Zeilenpreis: lokal 15 Pß auswärts 20 Vsennrq. Cheiredakteur: 21 Goetz. VcranttvorUich für den volit. teil: Auq. ®oetj; sür »Feuillewn^, »Vermischtes^ und.lSerichtS- saal": Karl Neurach; für »Stadt und Land': Kurt Benüt; sür den Anzeigentell: H. Bert.
Unveränderte Lage ans dem Westlichen Kriegsschauplatz. Wird die Neutralität vanemarlr geachtet?
MTB.) Großes H a u p t o u a v t i c r . 16. Septemb. (Amtlich.) Dir Lage des wcstlich en Kriegsschauplatzes ist seit gestern unverändert. Die an einzelnen Stellen der schlachtfront erfolgten Angriffe französischer Truppen in der Nacht vom 15. zum 16 Sept. sind im Laufe des 16. Sepk. zurückgcwiesrn worden. Einzelne Gegenangriffe der Deutschen waren erfolgreich.
Auch dir neue Meldung ans dem deutschen Hauptquartier spricht von der unveränderte n Lage auf dem westlichen Kriegsschauplätze. Aber es liegen auch wieder Beweise vor fiir das nitberechenbare Gemüt der Franzosen, bei denen Lachen und Weinen nahe beieinander wohnen. Ter »»Figaro" hat sein Friedenslager in Bordeaux aufge- schlthgrn. und trotzdem faselt er auf Grund der bekannten LnrÄknrchme des äußersten rechten Flügels der Dentschen, daß diese nun wohl bis zum Rhein zurückgchen würden, wo sie sich ausruhen könnten! Welche heilere Naivität, die in so ernster Stunde Lei den Franzosen aber nicht als ein Zeichen gefunden Bolksgesühls bezeichnet werden kann! Das Blatt ist so großmütig, anzuerkennen, dgß der deutsche Rückzug in einer „geradezu klassischen Ordnung" sich vollzogen habe. Es kann sich also bei der Ansage der weiteren deutschen Entschlüsse nicht um einen schlechten Witz handeln.
Die Tnrincr „Dtampa" erweckt niit ihrer Wiedergabe von Aenßeruugen eines französischen Divisionsgenerals über bas Verhalten der Deutschen schon eine weniger heitere Stimmung. Dort heißt es, die Franzosen seien vor Paris doppelt so stark als die Deutschen, und unerklärlich sei die „wunderbare Widerstandskraft des Feindes". Aus der Betrachtung dieser französischen Aenßerungen kehrt uns immer wieder das stolze Bewußtsein zurück, daß unsere künftigen Aussichten in den Händen der deutschen Heeresleitung gut aufgehoben sind.
Bezeichnend ist, daß es die Franzosen sind, die nunmehr zuerst vvrsthlagen, der Große Belt müsse unbedingt für die englische Flotte geöffnet werden! Das „Echo de Paris" hat mit anderen französischen Zeitungen hinzugefügt, „selbst wenn Dänemark dabei seine Neutralität cinfgcbcn müsse", sei dieser Schritt unerläßlich. England schweigt zunächst. Es hat sich ja festgelegt durch seine heuchlerische Erklärung, der Schutz der belgischen Neutralität habe ihm die Waffe in die Hand gezwungen. Was würde die Welt nun sagen, wenn Sir Edward Grey über die dänische Neutralität hinwegschr eiten wollte! Das dänische Regierungsblatt „Politiken" hat bereits geantwortet, „daß die Kriegsbcgebenhciten ans dem Kontinent — wie sie sich auch entwickeln mögen — nicht auf den Entschluß des dänischen Volkes einwirken können, während des Weltkrieges die strengste Neutralität aufrecht zu erhalten."
Da -die deutsche Regierung in der „Nordd. Mlgem. Ztg." gestern auf eine englische Lüge bestinnnt geantwortet hat, Deutschland denke nicht daran, die Waffen niedcrznlegen, bevor es sich für seine Zukunft die nötigen Sicherheiten erstritten habe, wird man ja bald sehen, ob die Briten den ' französischen Rat besolgcn. Freilich steht dem gegenüber die von englischer Seite geäußerte Ansicht, England dürfe es aus einen entscheidenden Kampf zur See nicht ankommen lassen, da es sonst seine Vorherrschaft zu Wasser iu zukünftigen Tagen möglicherweise verlieren könne. Wir können also auch hier in großer Ruhe abwarten, was die nächsten Tage bringen werden.
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Lügen über deutsches Friedensbcdürsnis.
Berlin, 16. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt; In dem Lüge n selb zu g, der den Krieg des Dreiverbandes gegen Deutschland begleitet, treten seit einiger Zeit auch Meldungen über ein deutsches Frie- densbedürfniS, die sich mehr und mehr znspitzcn, auf. Bald wird von einer angeblichen Aeußerung des Reichskanzlers über Deutschlands Geneigtheit zum Fricdcnsschluß gesprochen, ivoranfhin Grev durch die Verniittlung Ainerikas eine stolze Antivort erteilt habe. Bald heißt es, der deutsche Botschafter in Washington bemühe sich, den Frieden für Deutschland zu erlangen. Die Neutralen sollen durch solche Ausstreuungen den Eindruck empfangen, das Deutsche Reich sei kampsesmüde und müsse sich wohl öder übel den Frie- densbedingnngen des Dreiverbandes fügen. - Wir setzen diesem Gaukelspiel di« Erklärung entgegen, daß unser dentsches Bolkin dem ihm ruchlos anfgezWunen en Kampf die Waffen nicht eher nicder- egen wird, bis die sür seine Zukunft in der Welt erforderlichen Sicherheiten erstritten sind.
Pariser Bilder.
Interessante Episoden ans dem Leben und Treiben des von seiner Regierung verlassenen Paris erzählt der Pariser Korrespondent eines großen Londoner Blattes. Zunächst plaudert er von den unzähligen Leben des Generals Percin, des Kommandanten von Lille, der die Festung bekanntlich ohne Kamps wlsgab. Das Pariser Stadtgespräch beschäftigte sich tagelang mit diesem ,Verräter", und hätte er unwillige Leben gehabt, er hätte ne alle verloren, denn jeder Mann berichtete nach „glaubwürdigen Quellen", er sei erschossen, gehängt, grviertcilt, gemartert worden. Schließlich einigte mau sich dahin, daß er im Eherchc-Midi-
Gefängnis in sicheres Gewabr>am gebracht worden sei, um durch
ein Kriegsgericht abgeurteilt zu werden All diesen Gerüchten machre aber e-nc ossiziclle Mitteilung«ein Ende, die liebenswürdig seststellte: „Ich kann die Freunde des General Verein über sein Schicksal beruhigen. Er hielt sich zwei Tage in Fontainebleau aus und ist jetzt auf einer Reise durch Franlreich begriffen, um die neuen Artilleriesormationrn zu inspizieren". Wenn man sich nickst mik der Weitergabe der ivildesten Gerüchte die Zeit vertreibt, ist es in Paris jetzt sehr rüstig. In den manschenleeren 'Straßen sitzen die Portiers vor den Türen, um etwas Lust zu schöpfen, und die stcknder spielen Krieg, ohne sich vor den früher sv gesährlich dahstr- sausendcn Autos in acht nehmen zu brauchen. Macht man ihnen Ausflug in die Umgegend, so trifft man aus Schritt und Tritt aus Schützengräben und Verhaue, die als Zeugen einer bcdrohlickien Zukunft Stimmung raubend das Herbstidvll durchziehen. Arbeitslose lungern umher, und als einziger Ueberrest des einst so tätigen Paris sind die getreuen Angler an den Usern der Seine geblieben, die diese nationale Lieblingsbeschästigung nicht ansgeben wollen und noch mitten im Kriege bewegungslos mü gespannter Aufmerksamkeit ihre Angel in die trübe Flut halten. Mehr Leben kommt in die Sonnenstadt bei den häufigen Truppen- diachzügen, und besonders wurden die T u r k o s bejubelt, die von Marseille durch Paris zum Heere zogen. Aus ihrem Triumphzug durch den Boulevard St. Michel, bei dem sich ein R^gen von Blumen, Süßigkeiten, Zigaretten und sogar Küssen über ste ergoß, machten sic mik ihren braunen.Händen die snmbvlischc Gebärde des Halsabschneidens und fletschten dabei wie Kinder, die einander gruselig machen «vollen, die Zähne. Die Mädchen sparen begeistert, und besonders freute man sich über das Versprechen eines Turkvs. „Geben Sie mir Ihre Adresse, Fräulein," sagte der Biedermann zu einer holderrötenden Schönen, „und ich schicke Ihnen einen preußischen Helm." „Wer," svagte die Patriotin zu bezweifeln, „wenn Sie ihn mir nun nicht mehr bringen können?" „Oh, macht nichts," erwiderte der Tnrko, „dann bringen ihn meine.Kaineraden für mich." „Ja, Fräulein, >vir schwören Ihnen, Sie sollen Ihren Heim haben," schrien die andern Turkos, und zwanzig schrieben sich die Wrcsse des Mädckiens ans. . .
Das finstere London.
Die Zeppelin-Gefahr, vor der die Londoner zu stehen fürchten, wirst ihre Schatten voraus. Man macht bereits Versuche, wie man sich am besten dagegen schützen könne, und ein richtiges Luft Wachschiff hat seinen Dienst ausgenommen. Das erste wichtigste Mittel der Abwehr aber soll die — Verfinsterung Londons sein. Am vorigen Donnerstag erschien ein Erlaß des Polizeikommissars der Hauptstadt, in dem es hieß: „Um die Feststellung bestimmter Teile Londons schwieriger zu machen, wird ersucht, daß Bogeulicht, Lichtrcklanien und starke Beleuchtungen aller Art für die Zwecke der Außenreklame oder glänzende Erleuchtungen der Läden vermieden werden. Wo die Ladenfront aus einer beträchtlichen Glasfläche besteht, die von innen hell erleuchtet wird, soll die Belenchttmg des Innern vermindert iverden. Diese Aufforderung steht im Zusmnmcnhng mit der Beobachtung der Londoner Beleuchtung ans der Höhe, die von einem Marche-Luftschiff in den nächsten und den folgenden drei oder vier Nächten gemacht werden soll." Diesem Erlaß entsprechend lag London in der folgenden Nacht tatsächlich fast in Finsternis da. Die Beleuchtung vieler großer Läden ivar stark vermindert, und man hatte Vorkehrungen getroffen, die Wirkung der notwendigen Lichter nach außen abzndämpsen. In den Straßen wurden viele Lampen nicht angezündet. Auch Lichter in den Straßenbahnen wurden nicht angedreht, und zur Erhöhung der Vorsicht wurden die Vorhänge in den Wagen hcrabgczogen, wenn sie sich den Brücken über die Themse näherten und .darüber fuhren. Wer London in dieser Nacht von Hügeln ans der Nähe saih, wird erstaunt bemerkt haben, wie anstelle des Lichtmeers, das man sonst vor sich sieht, eine nur von spärlichen Lichtern unterbrochene Finsternis sich ansbreitete. B.
Der französische Goldschatz wird nach England gebracht.
Rom, 16. Sept. Wenig passend zu den französischen Siegesfanfaren wird aus London gemeldet, daß die Bank von Frankreich ihren Goldschatz aus Paris nach London ins Gewahrsam der Großbritischen Nationalbank gebracht habe, wohin auch viele große Pariser Privatschätze befördert worden sind.
Südsrankreich sür Fonrnalistcn gesperrt.
Kopenhagen, 16. Sept. (W.B. Nichtamtlich.) „National Tidende" meldet ans London: Tie südfranzösischen
Provinzen scheinen für Journalisten gesperrt zu sein. Englische und vier amerikanische Preisevertreter wurden am Montag angchalten und unter Eskorte nach Toulon gebracht.
Plünderungen französischer Soldaten.
Berlin, 16. Sept. MTB. Nichtamtlich.) Unseren Truppen fiel folgender Befehl des Kommandanten der ersten französischen Armee in die Hände:
„Es ist dem Oberbefehlshaber der ersten Armee durch die Stadtbehörde von Nambervillers zur Kenntnis gebracht worden, daß sich Soldaten in dieser Stadt zu Alten der Gewalttätigkeit und Plünderung haben hinreißen lassen. Diese Handlungen sind umso bedauerlicher und verwerflicher, als sie aut französischem Boden begangen wurden. Der kommandierende General des 21. Korps wird sofort eine Untersuchung in dieser Angelegenheit einleiten, damit die Urheber der Verbrechen den Kriegsgerichten übergeben werden können, (gez.) Dubai l."
Mit diesem Dokument wird die besonders bei unserer kronprinzlichen Armee gemeldete Wahrnehmung, daß die französischen Truvven sogar im eigenen Lande plündern und rauben, von amtlicher französischer Seite bestätigt.
Bergiftctcr Kaffee.
Berlin, 16. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Generalmajor Frhr. v. L., Kommandant einer Kavalleriebrigade, überreichte am 5. September vormittags der cheinischen Untersnchungsstclle beim SanitätSamtc seines ?lrmeekorps einen Rest von Kaffee, nach dessen Genuß er sosort unter Vergistungserscheinungen erkrankte, v. L. erhielt diesen Kaffee in einem französischen Dorfe
in der Nähe von Lunäville. Die UMersnchung ergab zweifelsfrei, daß der Kaffee arscnige Säure, davon einen Teil in Pulverform am Boden der Flasche enthielt und zwar in einer Menge, die genügte, um den Tod eines Menschen herbeizusühren. Der Generalmajor ist chzwischtn wieder hergestellt worden.
Lestcrrcicher und Russen.
Wien, 16. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Korr. Bureau, Die Petersburger Telegraphenagentnr hat in den letzten Tagen die gewohnte» phantastischen Siegesmeldungen anläßlich des 'Abbruches der Schlacht bei Lemberg gebracht. Ms Beleg für diese wird von 36 000 Kriegsgefangenen, die die Russen gemacht hätten und vom Verluste von 0 0 Kanonen gesprochen. Es ist interessant, scstzin- stellen, daß in dem offiziellen Communiqne des russischen Generalstabes vom 14. September über die Ereignisse um Lemberg nunmehr von 30 Kernonen und 8000 Gefangenen die Rede ist. Von der Armee des Generals Brussilow wird zugegeben, daß sie sich in kritischer Situation befand und daß es ihr nur nach schweren Känrpfen gelungen ist, uns den Sieg zu entreißen. Es war zu erwarten, daß die russischen Commnniqnes, die aus strategischen Rücksichten trotz des Sieges unserer Heereskörper um Lemberg erfolgte Zurücknahme unserer Armee zum Anlaß nehmen würden, Siegesnachrichten in die Welt zn posaunen. Daß dies in so zahmer Weise geschieht, dürfte die Oeffent- lichkeit davon überzeugen, daß man unseren offiziellen Nachrichten, die nichts beschönigen und nichts verhehlen, vollstes Vertrauen entgegenbringen kann.
Ter russische „Sieg" in Masuren.
Rotterdam, 16.Sept. Die russische Lesart desSie- ges des Generalobersten von Hindenbnrg an den masurischen
Seen lautet:
Vom 28. August bis zum 7. September trafen fortwährend deutsche Verstärkungen im Gebiet der masurischen Seen ein. Es wurde darauf eine Offensive in jenem Olebiet unternommen, in dem die Deutschen gut Bescheid wissen. Es besteht aus einer Reihe von Durchgängen zwischen Seen und Wäldern. Die Deutschen schoben ihren rechten Flügel nach vorne uich dann eine große Trnppcnmacht über die Front Neidenburg—Goldap—Suwalki, eine Aktion, die die Truppen des Generals Rennenkampf in eine ernste Lage zu versetzen drohte. Der Vorstoß stieß an den Flügeln auf Widerstand unserer Deckungstrnppen, welche die Deutschen mit Selbstverleugnung bis zum 14. September aufhiellen, doch sind die russischen Truppen nach sür den Feind verlustreichen Kämpfen in voller Stärke aus ihrer schwierigen Lage entkommen. (Solche Lüge!) Sie besetzen Stellungen, um später die Operationen wieder anfzunehmen.
Hindenbnrg und unsere österreichischen Bundesgenossen.
Wien, 16. Sept. (W. B. Mchtamtlich.) Tie Blätie« geben ihrer Freude über die von der Oeffentlichkeit vollauf geteilte Anerkennung Ausdruck, welche Kaiser Franz Joseph dem General v. Hindenbnrg für die herrlichen Waffentaten in Ostpreußen durch Verlechung eines der höchsten österreichischen Orden bezeugt hat. Die „Zeit" schreibt:
Bei der gewaltigen Energie, mit der Deutschland den französischen Feldzug führt, konnte im Osten nur mit bescheidenen) Kräften gearbeitet iverden. Die Ausgabe Hindenbnrgs schien keine beneidenswerte. Man rechnete bereits mit einer längeren russischen Besetzung des schwer heimgesuchten Grenzlandes. 2lber mit dem Blick des geborenen Strategen erkannte Hindenbnrg die günstigen Ehamen sür cinsn Angrisj auf die Narewarmee, packte den Feind an seiner verwundbarsten Stelle und warf ihn mit ZierhälMismäßig nicht bedeutenden Kräften in die masurischen Seen und Sümpfe, wo es kein Entrinnen gab. Hindenbnrg, der trotz des nahen Greisenolteri noch voll Jugcndkraft und Elastizität ist, ruhte aber nicht au) seine« Lorbeeren, sondern schlug die zweite russische Armee mit überraschendem 2lngrif) aufs Haupt. Von diesem Hindenburgschcn Feldzug werden noch ferne Geschlechter bewundernd erzählen. Das deutsche Volk wird dem tapferen General eine unauslöschliche dankbare Erinnerung bewahren.
Der Rache der Ukrainer zum Opfer gefallen.
Krakau, 16. Sept. (WTW. Mchiamtlich.) Hiesige Blätter hüben ans Umwegen Einzelheiten über den Anschlag auf den Grafen Bobrinski erfahren. Darnach hat Bobrinski in Kiew in einer Versammlung gesprochen, in die sich trotz aller Vorsichtsmaßregeln auch einige Ukrainer Einlaß verschafft hatten. Der Redner sprach über den Krieg, der von jhen Feinden der Slawen inszeniert sei. Es sei Sache des gesamten russischen Volkes, für die ffawische Sache, ohne Rücksicht aus die erforderlichen Opfer einzuircten. Dabei kam er auch ans die Ukrainer zu sprechen und behauptete nach der Manier russischer Slawophilen, es gäbe kerne u k r a i n i s ch e N a t i o n. Die ganz« ukrainische Bewegung sei nur auf Intrigen Deutschlands zurückznführcn. Werter konnte Bobrinski nicht sprechen, nkrainischc Studenten erhoben Lärm uni bald hörte >man drer Rcvolver- s ch ü s s e nacheinander. Bobrinski sank, von einer Kugel von hinten in die Sckjulter getroffen, zu Boden. Der Täter ist verhaftet worden. Ebenso ist bei allen hervorragenden Ukrainern und in allen ukrainischen Klubs lokale Haus- suchnng abgchalten worden. Viele Ukrainer, in erster Linie viele ukrainische studenvu- werden verhaftet.


