Avs -sn Archen um Paris.
Ei« «n&m&tuBejS Bild von einet Fahrt aut der Straße j:»ii<6tn Clernront und Paris, die inmitten der Vorbereitungen -Ür -dir -Bclageruna der französischen Hauptstadt unternommen »mrde, zeichne, O. Bitevi im , Eorriere della Sera", Er komint zunächst nach Cle rnrorrt. 50 Küometer nördlich von Paris, und finbet dir Stadt pvar voller Bewegung, aber trotz der Nähe des Feindes doch ruhig, „Irden Augenblick könnte ein GeschvßhagA eintretmr, weil die französische Artillerie sich gerade in der Stadt ausgestellt hat, die die einzige erholst« Lage in der ,<ui;en nmgebachcn Ebene Hot, Drr Befehl, die Stadt ju räumen, ist bereits gegeben: aber- ein guter Teil der Bevölkerung bleibt zurück, denn er ist überzeugt, dah die Deutschen nicht durchkonnen, too sooiele Fmuzosen such, M«h die Soldaten an der Front, die den feindlichen Stob erwarten, sind viel ruhiger als die andren, die ich in den Reservekmien sah. Diese haben nur aine einzige Sorge- Paris, Sie fragen mich alle, Offiziere nnd Soldaten, mit größter Angst: Was macht man in Paris? Was denkt man? Ist die Bevölkerung ruhig oder herrscht Panik? Und wenn ich sie versichere, dag abgesehen von den Flüchtlingen di« Pariser sich damit abgesimdeii haben, auch eine Belagerung zu erleben, so sehe ich, wie alle Gesichter sich aushellen, Die Erinnerung an di« Kommune ist iwch zu lebendig, „Ich kehre gegen Paris ans der großen Nationalstraße zurück, die mich schon die schweren Schaden des Krieges erlitten hat. die lange nicht geheilt werden können. Es ist Mittagsstunde, Die Straße, die sich »wischen zuwimneiv- hängcnden Gehölzen hmzieht, ist mit Karawanen von Flüchtlingen Iieiät, die irrt Sdjattai ansruhen. Auch Abteilungen von Jnsanterie und vom Roten Kreuz sind hier in großer Zahl, Ich mache einen Augenblick bei Lioncourt Dali, an einer entzückend frischen und ruhigen Stelle, wo schon Soldaten ausgestreckt auf einer grünen Wiese ruhen und das von der Lust unv der Sonne verbrannte! Gesicht in das frische Gras tauchen. Das Feuer und die ischlacht haben keinen tiefen Eindruck bei ihnen hinterlassen. Sie erinnern sich nur, daß sie viele Tage lang so unendlich viel marschieren mußten, von 2 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, Uni die Umgehung durch den rechten deutschen Flügel zu vermeiden, ist nach Charleroi ein wahrer Fnßwettkampi von, linken französischen Flügel ausgekochten worden, ein Kampf, der über acht Tay« gedauert hat und in dem die Franzosen, weniger widerstandsfähig für lange Marsche, täglich geschlagen wurden und die Einkreisung nur vermeiden konnten, indem sie das Terrain arisgaben nnd diagonal gegen Süden abschnitten. Als man bei den Soldaten erfuhr, daß ich »ach Paris ging, kamen in wenigen Augenlüicken .Dnndcrte von Briefen und Karten aus den Taschen hervor, einige wursen auch schnell noch geschrieben, die ich mitnehmen sollte. Ein langer Bursch, der schlief und von dem Lärm des Aufbruches geweckt wurde, gab mir seine Besuchskarte und bat mich mit Tränen in den Augen, ich möchte seinen Eltern mitteilcn, daß cs ihu^gut ginge. Ein anderer, dem die Uebermüdung ein wenig den Sinn vertvirrt haben muß, gibt mir einen Brief und flüstert mir mit erregter Stimme ins Ohr: „Kleiner, Du wirst nicht nach Paris hineinkommen! Paris ist geschlossen, Du wirst schon sehen,"
In der Nähe von Ereil steht ein Automobil; zwei Soldaten bitten mich, ich uüichtc Wasser holen, urti> gls ich dieses einen Kilometer iveil ltcrbeigeschafft habe, zeigt es sich, daß nicht nur das Wasser der Maschine fehlt, Tic beiden Soldaten gestehen mir, daß sie das Automobil in Lioncourt reguiriert und nur Benzin hineingcgossen hätten. Das Oel haben sie , . , vergessen vier sie wißen nicht, wo sie cs hintun sollen. Es sind zwei Herren, die ihre Wagen in Paris iührten, aber alle Sorge dasür den Mechanikern überließen Schließlich kam der Wagen doch wieder in Gang ... In Ereil, wo viele Reserve- und Territorialtruppen stehen, ist die Ueberwachung sehr streng. Die Brücke über die -Oise wird von acht Posten bewacht (Zs ist eine kleine Eiscnbrückc, die eine traoifcfjc Zier von elektrischen Drähten und Explosivstoffpaketen erhalten hat. Es sind die letzten Lebensstunden der armen Brücke, die in wenigen Tagen in die Luft fliegen wird.
Wir kommen nun in den schönen Wald von Chantilly, der auch binnen kurzem verschwinden muß. In der Ebene von Vidamöe erbeben sich zwei Farman-Flugzeuge, die Luffpvlizei von Paris, die Patronillendienst tut, um dem deutschen Flugzeug seine Angriffe unmöglich zu machen. Längs der Straße wird der Zug der Flüchtlinge, die nach Paris gehen, immer größer. Ein Jüngel -chrn von 14 Jahren auf dem Rade hält mich an und fragt mich naiv mit Tränen in den Augen: „Wohin soll ich gehen?" Ich sehe ihn Überrascht an nnd er zeigt mir eine lange Reihe von etwa zwanstg Wagen, die mit Frauen und Kindern beladen sind, und sagt zu mir: „Es sind alles unsere! Wir mußten fort, aber wir wissen nicht wohin," Der kleine Führer, der allein für alles verantwortlich nnd die einzige Stütze so vieler Schwachen ist, weint herzzerbrechend. Ich suche ihm Mut zu machen und ihm den Weg zu zeigen, und ans einen Wink des kleinen Führers setzt sich die lange Aagenreihe wieder in Bewegung, Je mehr man Paris naher kommt, umso mehr wächst die Nervosität, man hört, daß in der Hauptstadt die verzwcisettsten Gerüchte über die Lage umgeben. In Lnzarches, weniger als 30 Kilometer non Paris, fragt mich ein Autobus der Hceresverpflcgung, ob man bis Ereil Vordringen kann. Ob da — Gefahr wäre! Alle sind überzeugt, daß die Tcutschen schon in Ereil sind. Unter dem Vorwand, mich nach meinen Papieren zu fragen, halten mich alle Militärpcrionen längs der Straße an, weil sie Nachrichten über die Stellung des Feindes haben wollen. Die Straße ist jeftcn Kilometer durch künstliche Hindernisse versperrt. Im Gürte! von Paris sicht man überall Posten, Auf allen Seiten sehe ich Soldaten und Arbeiter Gräben ausheben und Feldbahnen zur Beförderung von Munition und Material errichten, und ich denke an eine Mitteilung, die vor einigen Tagen erschien und in der es hieß, daß das verschanzte Lager von Paris schon vollständig ausgerüstet wäre! In Sa int- Denis, d, h, an den Toren von Baris, sehe ich auf einem kleinen Hügel, von dem man den Horizont überblickt, viele Leute >m Grase liegen, die mir Ferngläsern bewaffnet sind und den Himmel abiuchen. Sie erwarten den Deutschen! Die Pariser sind immer dicselbm: nackchem die erste Erregung vorüber ist, beherrscht sic vor allem die Neugier,
Der gestörte weltpostkongreh.
An, 10. September sollte zu Madrid endlich der siebente Wcltpostkongreß znsmmncntreten, nachdem die Eröffnung der Tagttng schon imederholt hi,,ausgeschoben worden war, sowohl wegcir des rlalienisch-türkischen Krieges, wie auch wegen des großen Balkankrieqes. Nack, dem Weltpvstver- nage soll ein Kongreß „spätestens fünf Jahre nach dem Inkrafttreten der ans den, letzten Kongreß geschlossenen "Akte abgelMlten werden". Der letzte Weltpostkongreß hat nun im Frühling 1006 in Rom stattaefnnden. Seine Beschlüsse traten am l, Oktober 1907 in Kraft, Demnach hätte der neue Kongreß schon spätestens 1912 abgehalten werden müssen. Er wurde aber zniüichst auf 1913, dann ans 1914 verschoben. Und nun teilt das Organ des Weltpostvereins .mit, daß er wiederum, nnd zwar „auf unbestimmte Zeit vertagt worden" sei. Bei dem gegenwärtigen 'Weltenbrand ist das selbstverständlich. Es werden gewiß, wie eingcweihte Kreis« an nehmen, einige Jahre vergehen, käs eine friedliche Beratung der Völker des Erdenrunds! über ihre gemeinsamen Postverkehrsinteressen wieder möglich sein wird.
Dieser neue Weltpvstkongreß sollte ichrigens — das ist hervorzuheben — von ganz besonderer Bedeutung sein. Denn zum erstenmal in der Geschätzte umfaßt der Welt- postverein nun alle Länder mit reqelrnäßigen Posteinrich- tnngen. Auch China gehört ihm seit dem 1, September 1914 an und wollte den Kongreßberatungen nun als stimmberechtigtes Mitglied beiwohnen
Mit Spannung erwarteten die Kreise von .Handel und Industrie aller Staaten, daß auf diesem Kongreß endlich die brennende Frage des W-Ll^penn ypo-rt-os gelöst
würde, Jeiieg einheitlichen billigen Briefportos, das Jn- und Ausland dem gleichen Tarif unterwerfen sollte. Miau hoffte, das Weltpeunypoeto würde im Järniar 1915 in Kraft treten können, au demselben Tage, da 75 Jahre vorher (1840) in England das cpocl^enrachendc inländische Pennyporto eingeführt worden war. Daran ist ja nun jetzt gar nicht zu denken. Wir werden -uns eben noch eine Weile gedulden -müssen. _
Die Wirkungen der Krieges aus dar Buchkuckgewerbe.
Der Deutsche Buchdruck erde rein bittet uns
um Aufnahme folgender Ausführungen:
Der Krieg und die durch ihn hcrbeigeführten allgemeinen geschäftlichen Stockungen haben auch das deutsche Buchdruckgewerbe auf das scbwerste in Mitleidenschaft gezogen. Nicht nur, daß von seinen Angehörigen viele Hunderte von Bnchdruckcreibesitzern nnd viele Tausende von Angestellten und Beschäftigten dem Ruse des Kaisers zur Verteidigung des bedrohten Vaterlandes folgten, sondern es wurde auch den Bnchdruckereicn plötzlich durch Entziehung der Aufträge und Arbeiten der Lebensnerv unterbunden, Biele haben infolgedessen den Betrieb gänzlich einstellen müssen oder doch nur in beschränktem Umfange ausrecht erhalten können. Die nachteiligen Wirkungen des fast völligen Darniederliegcns des Buchdruck- geweibes machen sich min iricht nur bei den Großbetrieben, in denen bedeutende Kapitalien angelegt sind, schwer fühlbar, sondern besonders bei den zahlreichen .Klein- und Mittelbetrieben, die meist nur sckuoach fundiert sind und deren fernerer Bestand ebenso wie die Existenz der darauf angewiesenen Familien von dem Fortgang der Beschäftigung ganz und gar abhängt.
Eine weitere Folge dieser schtveren Schicksalsschlägc ist, daß in den wenigen Wochen seit Ausbruch des Krieges unter der Arbeiterschaft des Buchdruckgewerbes eine so weitgreifende Arbeitslosigkeit einqetreten ist, daß sie trotz der gewerkschaftlichen Hilfe viele in äußerste Notlage bringen muß, wenn ihr nicht bald gesteuert werden kann, ZehMansende von gänzlich Arbeitslosen sind vorhanden, daruMcr zahlreich Faiinlicnoäter, die in der nächsten Zukunft keine Aussicht aus Erlvcrb haben, seiner andere Zehn- tausendc, die auf luilbe oder noch geringere Arbcitszeft gesetzt sind und infolgedessen in absehbarer Zeit ebenfalls Mangel leiden. Diese tief zu beklagenden Zustände beziehen sich nicht nur aus die gelernten Gehilfen, sondern auch aus das zahlreiche ,hilfsper - sonal, insbesondere die Arbeiteri nn ne n , von denen jetzt viele Tausend« ohne Arbeit und auch ohne Aussicht auf solche sind.
Von den deutschen Buchdruckereibesiyern haben diejenigen, denen es inöglich war, nach Kräften helfend in diesen Notstand eingcgrissen, indnn sic den Familien der Einberufenen oder Beschäftigungslosen Unterstützungen gewährten und oft unter den größten Erschwernissen ihre Betriebe in Tätigkeit zu erhalten suchten, um keine weiteren Arbeiterentlassungen vornehmen zu müssen. In der Entlohnung haben sie an der im Frieden durch Jahrzehnte bewährten Tarisgemeinschaft mit dem Lohntarif sestgehalten, also keine Abzüge eintreten lassen.
Aber alle diese Opserwilligkeit konrmt nur einem kleinen Teil der Arbeiterschaft des Buchdruckgewerbes zugute, dem Grundübel des jetzigen schtveren Notstandes, der Gefährdung des Bestehens zahlreicher Betriebe und der wcitgreifendcn Arbeitslosigkeit, vermag sie nicht beizukommeii, Hier Abhilfe zu schaffen, das ist cs, worauf es jetzt und in der Zukunft ankomml. Das einzige Bdittel, mit dem das Uebel, unter dem Arbeitgeber wie Arbeitnehmer leiden, bekämpft werden kann, ist Ar bei t! Dem Buchdruckgewerbe müssen wieder Drnckauftr äqe zngesührt werden, damft es für sich und seine Arbeiterschaft sorgen kann.
Diese Zuführung von Druckansträgen ist nicht so schwer, als es für den ersten Augenblick scheinen inng, besonders da es unseren tapferen Armeen gelungen ist, den vaterländischen Boden von Feinden zu säubern und deren Widerstgndskraft zu brechen. Es brauchen zunächst nur die vielen Aufträge wicker erneuert zu werden, die den Druckereien bei Ausbruch des Krieges entzogen wmdcn. Es braucht weiter die Geschäftswelt und insbesondere der Buchhandel nur in Erwägung zu ziehen, daß die Kaufkraft und Kauflust des Publikums mit dem Fortschreitcn der Siege unserer Heere immer mehr wachsen wird, und daß der zu erwartende geschäftliche Aufschwung nach Niederwerfung der Konkurrenz unserer Feinde einen Bedarf von Geschäfts- und Rellamedrucksachcu nüt sich brin- gen wird, den matt als ganz außerordentlich einschätzen kann. Die staatlichen und die kommunalen Behörden können zur Nenbelebung des Buchdruckgewerbes ebenfalls viel veitragen dadurch, daß sie mit der Deckung ihres Druckscichenbedarfs nicht zurückhälten, Das Buchdruckgelverbe setzt sich zum überwiegenden Teil aus Mittel- und Kleinbetrieben zusammen, ine alle beschäftigt sein ivollen. und es ist nur gerecht und billig, die behördlichen Druckarbeiten diesen, nicht den gesicherten Reichs nnd Staatsdruckereien zuzuwenden. Nicht zuletzt kann bei der Zuführung von Arbeiten in die Buchdruckereien auch das große Publikum hilfreiche Hand anlegcn; denn auch dessen Bedarf an Drucksachen ist im ganzen ein erheblicher.
Alles in allem gilt es also, dem Buchdruckgcwerbc Arbeit zuzuführen, um die Arbeitslosigkeit einziischräuken, und ein leder, der für anitlichen, geschäftlichen oder persönlichen Bedarf Drnckarbciten zu vergeben hat, sollte nicht säumen, den Buchdruckern über die schwerste Zeit himvegzuhelscn!
Au» StaSt ttnft Sanft»
Gießen, 14. September 1914.
** Die Verlustlisten, Von zuständiger Seite wird dem Wolff-Bureau geschrieben: Das Zentral-kNachwei§>-
brrreau des Kriegsministeriums, Dorotheenstraße, wird noch immer mit Aiiftagen überhäuft, die zu beantworten es gar nicht in der Lage ist. Es sei daher auf folgendes hin- gewiesen: Ms Material für Auskünfte über Angehörige des Heeres dienen hem Nachweisbureau alle Verlustlisten, die es von den Truppenteilen erhält, und dann die Rap- porte der Lazarette, Da die Verlustlisten sogleich) nach Eingang veröffentlicht werden und in den Lazarettrapporten die Namen der von den Truppen als verwundei Gemeldeten naturgemäß noch später ein ge heu, ist es doch klar, daß man frühestens damit rechnen kann, über einen Angehörigen Auskunft zu erhalten, wenn man seinen Namen in der, Verlustliste gefunden hat. Die manchmal laut werdende Ansicht, daß die Veröffentlichung der Verlustlisten vom .Kriegsministerium aus irgendwelchen Gründen zurückgehaltcn würde, ist durchaus irrig. Jede von der Truppe ljier eingehende Verlustliste wird so schnell tvie möglich veröffentlicht, Wenn jetzt erst die Verluste veröffentlicht werden, die wochenlang zurückliegen, so liegt das daran, dah unsere braven Truppen während der fortdauernden .Wüchse und Riesenmärschc der ersten vier Wochen des Krieges eben keine Zeit gefunden haben, Verlustlisten aufzustellen, Zar Erledigung einer solchen Arbeit gehört dock» ein Augenblick der Ruhe, Ein solcher ist vielen Truppen seit ihrem Aus- rücken aber noch nicht beschieden gewesen, daher aber auch unsere Erfolge,
**SireichungausdemVerzeichnisderStu- dierenden. Auf Anordnung des Rektors der Landes- unrversität sind folgende Studierenlde aus dem Verzeichnis gestrichen worden: al Studierende ans Rußland: Isaak Abramowitsch aus Wilna, Jodidi 4lrane aus Aosli, Witold Bendetson aus Warschau, Meer Flier aus St, Petersburg, Isaak Jpp aus Kowno, Boruch Jsraeltävitsch aus Mitau, Mex Jaroslatmew aus Perni, Solomon Kähan ans Orani, Cäcilie Katznelsvhn aus Lffbäu, Sosche Leikin aus Riga, Wolf Lichtenfeld aus Kowno, Hersch Lnbicz aus Lodz, Mex Maschkowtzeff aus Moskau, Gustav Meyerawitz aus Riga, Lcwon Wirimauian aus TiM, MchchLochttkm
Moros' aus Kiew, Beno NesselsttanF aus Kown», Melanke Neuhaus aus Tuckum, Boris Piues mrs Warsckjau, Suniuir Reines aus Smorgon, Gyta Rosenstein aus Libau, Michaek
Rosenthal aus Baku, Moral,am Tckstirderoff aus Elisabeth- grad, Joseph Segat aus Sch-ildlcn, Paul Sißtc aus Riga, Pauline Steinhauer aus Lodz, Jakob Sriritz aus Dlvinsk, Anna ttmanska aus Elaterinoslaw, Rogate Werpe aus Kurland, Moses-Meicr-fWischnick aus Riga, Viktoria Woy. tiak aus Petersburg, Joseph Wulffohn aus Friedrichstadl, Sinaida Melik-Schäh-Nasarjanz aus Schuscha, Gregor Pe- troff ans Pvltawa, — d) Studierende aus Eng. land: Stephan Brrchta aus London, Archib, Rich, Cns- den aus Reading, Leo Jung aus London, Mnrshall Mont- gomery aus Liverpool, — c) Studierende aus ©er« bi« n : Daniza Bontschits aus Belgrad, Morissaw Joxinvo» witsch aus Mirffchna, — d) St udiercnde aus Belgien : Jan Nocst aus Antwerpen, — e) Studierende aus Japan: Sozo Jida aus Chiba,
** Geldsendungen nach dem Auslande. Das llm- rechnungsverhälMis für die in der F-rank«nwährnng aus- znsteNcnden Postanweisungen nach fremden Ländern (Italien, Schweiz nsw.) ist ans 100 Fr. — 84,25 Mk, (nach Rumänien, 100 Lei -- 84,25 Mk.) und das llmrechmmgsverhÄtnis für Postanweisungen nach den Niederlanden und den niederländischen Kolonien aus 100 Gulden -- 176,50 Mk, neu festgesetzt worden.
** Paketscndnngen nach dem ,A ns lande. Ans dem Wege über die Niederlande können lwrläustg noch keine Pakete nach dem neutralen Auslande beordert werden.
Ailhykt dikKrikgSllttlejhev!
iiHHfiimmiiüüiiiüiüiMMHitimüiiiHiüimiimniiHminMmimimmnmiifiimiimuuiuuiiiiiin
** Bon der Post wird uns geschrieben: Icker Landbrref«i träger führt ans seinen. Bestell gang ein Annahnrebuch mit sich,'
welches zur Eintragung der von ihm angenommenen Telogramn>e,> Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, Zählkarten, ge-, ivöhnlichcn Pakete, Nachnahmesendungen und Zeitungsbestrllun« gen sowie der.zur Frankierung der Sendungen, zur Bestellung!, der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm Übergebenen Beträge dient. Ein gleiches Annachmckuch sühn rcker Inhaber einer Posthilfsstellc für die bei dieser nickergelegtrn Wert-, sendnngen. Es ist zweckdienlich, daß die Ausgcker die Eintragung, der Sendungen in die bezeichnctcn AmralMebücher eigrmbändigl, besorgen oder sich wenigstens von der Buchung durch deu Land- briesträgcr oder den Postlstlfstelleninhaber überzeugen. Da diese Bestimmungen noch immer nicht ausreichend bekannt sind, werden sie erneut zur öffentlichen Kenumis gebracht,
** Dem Marine-Verein Gießen, der das Einsammckn, und Versenden von Liebesgaben an unsere braven blauen IungcuS! nach der Wasserkante gleichmäßig an alle Kommandos besorgt, sind schon einige Dankschreiben ziugegangen. Ein Schreiben, das den Geist unserer Marine nicht trefflicher schildern kmm, ist das vom Kommando S, M. S, „Hessen". Das Schrechen lautet: Elbe, den 9, September 1914.
Dem Marine-Verein Gießen sage ich im Namen der Besatzung S, M, S, „Hessen" für die treuen Wünsche unb- dic sehr willkommenen Liebesgaben herzlichen Dank, Allzeit bereit, warten wir hier der Stunde, wo wir die Probe aus urher Können siegreich beste!,en wollen.
Mit kamevadschaiWchem Gruß gez, K ü s e l. Kavftän zur See und Kon,Mandant.
Men Gckern von Liebesgaben sei an dieser Stelle der herzlichste Dwrk ausgesprochen Weitere Gaben nimmt Georg Hebstreit gern entgegen,
Kreis Büdingen.
-n- Hirzenhain, 12. Sept. Die Sammlung für das. Rote Kr e'u z ergab nahezu 1590 Mark, Schon in den ersten Tagen des Krieges wurde hier ein Frauenbund ins Leben gernten und ihm vorläufig durch freiwillige Beiträge 609 Mk. zur Versiigung gestellt. Damit sollen die Familien der ins Feld gezogenen Krieger unterstützt werden. Der Kriegerverein sandle an alle im Heere stehenden Hirzenhainer, auch an die Nicht- initglieder, Liebesgaben. Von Frmien und Mädchen werden Slrnmpse, Kniewärmer und Stauchen gestrickt; das Garn hierzu hat der Kriegerverein gestellt, aber viele Familien geben noch freiwillig Kar» oder gestrickte Strümpfe. Wenn man bedenkt, daß Hirzenhain fast nur aus Arbeiterbevölkerung besteht und viele Männer und jungen Leute im Felde stehen, so muß man die Opferwilligkeit hoch anrechneu,
Hessen-Nassau.
F, C, Limburg a, b, L„ 11, Sepi, Die Stäbttschk Kommission zur Ueberwachung der L eben s ni i tte l- preise in Limburg a. d, L, prodesticri öffentlich gegen die hohen Karioffelprcise, die nach der amtlichen Notierung auf dem letzten Limburger Markt bezahlt wurden, nämlich für 50 Kilogramm Winierkartofscln 3,00—3,20 Mk,, int Kleinverkauf für das Pfund 4—5 Pfg, Daß diese Preise noch zu hoch sind, ergebe ein Vergleich mit den entsprechenden Septeinbrrprciscn der Jahre 1913 und 1912 ( 2,00 —2,50 Mark bezw, 3—4 Pfg, pro Pfund in 1913 und 2,30—2,50 Mark bezw, 2,5 Pfg, pro Pfund in 1912), Ta die diesjährige Ernte an Winterkartoffeln anerkannternraßen eine sehr gute und reiche sei und obendrein genügend billige Arbeiterkräste zum Einholen der Kartoffeln zur Verfügung, standen nnd stehen, muß ettvartet werden, daß die Preise in Kürze mindestens aus die Preise der Borjalsrc zurull- gehen. Die Kriegslage dürfe keinesfalls zur Verteuerung der Kartoffeln, eines wichtigen Volksnahrungsmittels, führen und würden die zuständigen Behörden keinesfalls dulden, daß der .Kriegszustand zur Erhöhung der Kartoffel« preise benutzt werde.
Quittung.
Für die Verwundeten unserer Marine spendeten weiter iolgende Beträge: A. Mann 3 Mk., RendanhHansnlt ö Mk., Frau Regierungsral Snell, Hungen, 5 Mk, Pfarrer Siebeck, Merlau, 5 Mk„, Geh. Hoirat Proi, Dr. Pasch 20 Mk., Geh. Schulrat Tr. Rausch 10 Mk,, zusamnien 48 Mk,; mit den srüheren Spenden von 1303 Mk, gingen im ganzen ein: 1356 Mark. — Ten gütigen Gebern herzlichen Tank. Proi. Polzing, Goethcslraße 19.
Gicßencr Strafkammer.
Gießen, 11, September.
Brandstifter aus Freude am Feuer wurde der erst 15jährige Stukkateurlehr« ling Otto H, m:s Gießen, Oester hat er das Kino besucht und dort in Vorstellungen Brände gesehen, die ihm derart Freude bereiteten, daß in ihm ein förmlicher Drang Feuer zu sehen, lebendig wurde und so steckte ec verschicken« Scheunen in Brand, dann Zeitungen in Briefkasten, ferner Gardinen an Vorfstatz' fenstern. Das Gericht verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände im weftgehendsten Mas^, trotz des lwhen Schadens, den das Verhalten desselben verursachte, wegen dreier Verbrecklen der Braudstiftuna und zweier Vergehen der Sachbeschädigung auf Grund der §§ 308, 303, 74, 57; StGB, zu zehn Ottmaten und zwei Wochen Gefängnis, Drei Monate Untersuchungshaft wurden ausgerechnet.
Vertagt
auf den 22, d, M. wurde eine Sache gegen einen russisch-polnischst Bergarbeiter Johann H, wegen Dichstahls, weck der Zeuge m der Sache nicht erschienen war.
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