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wissen wir auch, wer der Heldenjüngling ltmr E S war Prinz F r i e d r i ch K a rI, der älteste Sohn des Prinzen Friedrich Leopold, der als junger Offizier sich seines Namcns- paten und Großvaters ivcrt erwiesen hat,

Vic ^>e Franzosen im Elsaß hauste».

Stroßbrrrg, 5, Sept, (WTB, Mchtamtlich.) In einem Bericht desElsässer" aus dem vorderen Weiler­tal heißt es u. a,: Wie die uieisten Bogcscntäler, so hatte auch das vordere Weilcrtal unter der, iveim auch kurzen Fremdherrschaft der Franzosen zu leiden. So machten sie sich bei ihrein Einzug in Weiler besonders über die öffent­lichen Gebäude her, Zuerst drangen sie in das Bürger­meisteramt ein, wo sie in erster Linie die Kaiserbüste in Stücke schlugen. Dann gings zum Postanit, wo die meisten Einrichtungen zertrümmert und die Dienstwohnungen und sonstige Postzimmer gewaltsam geöffnet wurden, ein Teil der Möbel wurde zertrümmert und beschmutzt. Bon hier ging es zum Bahnhof, Die Weichen wurden entfernt, die Diensträumc geplündert und die Fensterscheiben cingeschla- gen. Auch in Privatbetrieben richtete man Verwüstungen an. In Trimbachs nahm man den sGastwirt Paulus gefangen ; inan drückte ihm ein Gewehr in die Hand, mit dem er aus die deutschen Truppen schießen sollte. Es gelang Paulus, »u flüchten und wieder zu den Seinigen zu gelangen. Zwei Lehrer aus Breitenau und Urbeis wurden ebenfalls gefangen genommen und sind bis heute nicht zurückgekehrt.

Französische Mängel.

Basel. 5, Sept, (WTB, Nichtamtlich.) Hier liegen folgende Zeitungsmeldungen vor: Dem PariserMatin" zufolge befinden sich in Paris 600000 Arbeitslose, Ein an die italienische ZeitungStampa" von dem italieni­schen Hauptmann der Reserve Arnaldo C ip a l l o aus Paris gerichteter Brief besagt, die Engländer hätten sich offen über das völlige Unvorbereitctsein der Franzosen ausgesprochen, Eipallo sei in Lille auf französische terri­toriale Truppen gestoßen, die mit alten Graßgcwehren be­waffnet gewesen wären. Die englischen Offiziere hätten besonders beklagt, daß, die Franzosen sich in den Waffen­gattungen, die sie selbst erfunden hätten, von den Deutschen hätten überflügeln lassen. So hätten die Deutschen über viel mehr Aeroplane verfügt und diese sowohl bei Er­kundungen wie in der Schlacht selbst mit viel größerer Geschicklichkeit gebraucht, als die Franzosen, Der Rückzug aus Lille habe sich in großer Unordnung vollzogen. Kein Mensch hätte gewußt, wohin er gehen solle, Eipallo betont, daß er nichts von Grausamkeiten der Deutschen gehört habe, Tie Engländer hatten Befehl gehabt, nach­dem sie morgens in Lille cingcrückt waren, abends wieder nach der Küste in die Gegend von Hozcbronk abzugehen, Ta der Zug nicht gefahren sei, mußten sie zu Fuß ab­rücken, Schließlich sei ein leerer Zug gesandt worden, wo­mit sie nach Etaplcs gefahren seien. Die Marokkaner und Senegalesen hätten am 2, September auf dem Durchmarsch nach dem Osten Paris passiert, Ter Vorbei­marsch hätte zwei Stunden gedauert. In Paris befänden sich viele englische und belgische Offiziere,

Die deutsche Abteilung ans Skntari bei der Abreise von Wien.

Wien, 6, Sept, iW B Nichtamtliche Nachdem der deutsch« Kolschosler v, Tsckirslp sich ans dem Hofe der Heumarktkaserne von der deutschen Abteilung aus S l u t a r i berzlich ver­abschiedet lnttte, marschierte die Triwv am Abend unter Boran­tritt der Kapelle des Deutschnkeister-Remments nach dem Bahnhof, Eine unabsehbare Menschenmenge umsäumte die Straßen und gab den deutschen Bundesgenosse!! unter uuaushörltchen Hock»- und Hurrarufen das Geleite, Auf der breiten Ringstraße standen die Menschen Kops an Kopf, sodaß der Truppe das Dorwärtskommen beinahe unmöglich war. Beim Radetzkydenkmal vor dem Haupt­tore des Kriegs Ministeriums standen zahlreiche Offiziere, aus dem Balkon erschien der Kriegsmimstec. Unbeschreiblick>er nbcl erscholl, als die deutschen Soldaten mcker den Klängen des Ra- detzko-Marsches im Parademarsch vor dem Kriegsininister vorbei- gingen. Ans den dichtbeictzten Fenstern ries man der Truppe die herzlichsten Gruse zu. Es >oar oficnbar, daß alle durch ihre unaufhörlichen begeisterten Kimdgchuugen sür die Sk»tari-?lbtci- lung zugleich ibrm Gdfschle-I der Bewunderung Und des Vertrauens zu der gesamten deutschen Wehrmacht und ihrem hochverehrten starken Kriegsherrn Ausdruck geben wollten. Auf dem Babnhot fanden sich in Vertretung des Botschafters ein: der zur Botschaft kommandierte Oberleutnant Prinz zu Erbach: ferner der Landes- verteidigunqsminisier Freiherr von Georg!, Stadtkommandant Wil- - kullil. der KdicgsminiÜer-Bcnreter, viele Offtvre der Statthalter von Nieder-Oesterreich, der Polizeipräsident, die Herren der baye­rischen und sächsische» Gesandtschaft, sowie viele in Wien ansässige Reichsdeutsche, Kurz vor der Äbsahrt des Zuges hielt Major Schneider eine Ansprache, in der er für die überaus ehrende und überwältigende Ausnahme in Wien dankte. Hieraus stimmten die deutschen Truppen das LiedDeutschland, Deutschland über alles" an, das von allen Anwesenden mitqesnngen wurde. Unter erneuten Hochrufen und herzlichen Grüßen und Wünschen von allen Seiten, setzte sich der Zug in Bewegung,

Ei» Preisausschreiben des Zaren!

Kopenhagen, 5, Sept. Nach einer Privatmeldung desPolitiken" ausPetrograd" wurde dort aus Veranlas­sung des Zaren ein nationaler Flaggentag veran­staltet. mit Verkauf russischer Flaggen, Es kamen 500001 Rubel zusammen. Der Zar bestimmte, daß die Summe dem russischen Soldaten zu überreichen sei, der zuerst Berlin erreichte.

Keine Revolution in Odessa,

Hamburg, 6, Sept, (WDB, Nichtamtlich,) Von dem gestern hier cingetroffcnen Mitglied der .Hainburgcschen Sonnensinsternis-Exvedition Dr, Graff wird dem.Ham­burger Frcmdenblatt" berichtet: Die über Rumänien ge- kommencn Nachrichten von dem Ausbruch einer Revolu­tion in Odessa mit St raste nkämpsen, Erschießung von höheren Offizieren und Polizeibeamten, sowie einer Be- schicfmng der Stadt durch ein ruffisches Kriegsschiff usw, sind unrichtig. Ms zum 9, August, an welchem Tage ich Odessa verließ, herrschte jedenfalls in der Stadt und der Umgebung vollkonrmenste Ruhe und Ordnung Die in Odxssa zurückgehaltenen Deutschen befinden sich ebenfalls außer Gefahr, Ihre Verschickung in andere Gouvernements ist, wie die staatlichen Behörden noch am 29. August ver­sicherten, vorläufig nicht in Aussicht genommen,

Fubel in Rumänien über die deutschen

Siegesmeldungen.

B u k a r e st, 4. Sept. Durch Extraausgaben und durch Anschlag an der deutschen Botschaft wurde gestern nachmit­tag der Sieg über die Russen bekannt, Die Nachricht löste bei der Bevölkerung ungeheuren Jubel aus. Vor der deutschen und der österrccchisch-ungarischen Botschaft kam es zu großen Sympathiekundgebungen, Die Ge­bäude der französischen und russischen Botschaft waren unter starker Polizeiaufsicht, doch kam es zu keinem Zwischenfall.

Die Stimuiuiig in Konsiantinopcl.

K o n st an t i n o pe l, 5. Sept, (WTB, Nichtamtlich.) Die österrcichiscki-anlgaoische und die deutsche Kolonie sowie das türkische Publikum nahmen die Nachrichten von dem Siege der österreichisch-ungarischen Waffen mit großer Freude auf,

Jkdam" schreibt:Die im Westen von den Deutschen und im Osten von Oesterreich-Ungarn erfochtenen Siege sind jo groß, daß die beiden Verbündeten Grmid beben, zu jubeln. Es steht außer Zweifel, daß diese Siege aus die allgemeine europäische Politik großen Einfluß ausübcn werden,"

TerO s in a n i s ch e Lloyd" hebt die Bedeutung des öfter - reichisch-migarischen Sieges hervor, der den linkeir russischen Flüge! gefährde und sagt, es sei wahrscheinlich, daß der angebliche rus­sische Sieg sich sehr bald in eine sür Rußland furchtbare ^Kata­strophe verwandeln werde. Das Blatt brandmarkt zum Schluß die Verbreitung lügenlxister Meldungen,

Die Abschiedsproklamatio» des bisherigen Königs von Albanien.

(WTB.) Rom, 5, Sept, (Nichtamtlich.) Somy Bcy Vrioni, der Hofmarschall des Prinzen zu Wied, telegra­phierte an dieAgcnzia Stesani" folgende Proklama­tion des Prinzen an das albanische Volk:

Albanesen! Als Euere Abgesandten kamen, um Mir die Krone Albaniens anzubieten, folgte ich mit Vertrauen dem Apvell eines edlen ritterlichen Volkes, das mich bat, ihm bei dem Werke seiner Wiedergeburt behilflich zu sein. Ich bin zu Euch gekommen, mit dem brennenden Wunsch, Elch bei dieser patriotischen Aufgabe bebilflich zu sein, Ihr hobt gesehen, daß ich mich von Anfang an mit all meiner Kraft der Reorganisation des Landes gewidmet habe mit dem Wunsche, Euch eine gute Verwaltung imd Recht für alle zu geben. Nun haben unglückliche Erei g n i s s e u n - ser gemeinsames Werk verhindert. Einige von der Leidenschaft verblendete Geister baden den Wert der Reformen nicht begreifen und der sich entwickelnden Regierung kein Ver­trauen schenken wollen, und dar Krieg, der in Enrova ausge- brochcn ist, gestaltete imsere Lage noch komplizierter. Ich dachte also, um das Werk nicht unvollendet zu lassen, dein ick meine Kräfte und mein Leben gewidmet habe, werde es nntzlichsein, daß ick in ich einige Zeit nach de in Westen begebe. Aber wisset, daß ich fern wie nah nnr den einen Oiedanken haben werde, zu arbeiten für die Wohlfahrt unseres edeln und ritterlichen albanesischm Vaterlandes, Während meiner Abwesenheit wird die von Europa, das unser Vaterland gesckiassen, eingesetzte inter­nationale Kontrollkommission die Regierung über­nehmen.

schandtaten der Russen in Ostpreußen.

Berlin, 5, Sept, (WTB, Amtlich.) Bei ihrem Ein­dringen in Teile von Ostpreußen haben die Russen zahl­lose Schandtaten und Grausamkeiten begangen. Aus der unendlichen Menge der darüber vorliegendeir Nach­richten teilen wir aber zunächst nur solche Fälle miß die durch amtliche Ermittelungen bereits zuver­lässig beglaubigt sind.

Eine Reihe von L a n d r ä t e u sind von den Russen fest­genommen und nach Rußland geführt worden. Der Landrat von Goldap sei gezwungen worden, Vieh, das aus seinem Kreise von den Russen zusammeugetrieben worden ist, nach Rußland zu treiben. Von vielen Gendarmen des Greuz- bezirks fehlt jede Spur. Fest steht, daß ein Gendarm aus dem Kreise PillkaRen erstochen worden ist. Der Gendarm aus Bilderweitscheu wurde von den Russen gefangen ge­nommen, Man hat gesehen, wie er auf einer Protze gefesselt durch Eydtluhnen gebracht wurde, dann ist er erstochen wor­den. Seine Leiche lag auf dem Marktplatz in Kirbaty,

Die evangelischen Pfarrer in Kukowen, Kreis Marggrabowa, und in S z i t t k e h m e n, Kreis Goldap, wei­gerten sich, den Russen Angaben über die Stellungen unserer Truppen zu uiachen. Sie wurden deshalb in den Mund geschossen. Der eine ist tot, der andere wurde schwer verwundet ohne Hoffnung auf Genesung in das Krankenhaus nach Goldap gebracht.

In einem Dorfe im Kreise Pillkallen wurden Frauenund Kinder zusammen in ein Gehöft getrieben, die Hostore geschlossen und das Gehöft in Brand gesetzt. Erst als die Eingeschlosscnen in höchste Not und Bedrängnis ge­rieten, wurden die Tore geöffnet und die gequälten Leutü herauSgclassen, Aus dem Gutshofe in Szittkehmen wurde der alte Gutsbesitzer erschlagen. Die Witwe wurde genötigt, den Russen Speisen und Getränke zu bringen. Als alles aufgezehrt war, mußte sie in einer Gasse, die von russischen Soldaten init auf gepflanztem Bajo­nett gebildet worden war, Spießruten laufen und wurde dabei schwer verletzt.

In einem Dorfe des Kreises Stallnpönen wurden unter öer unwahren Behauptung, daß aus dem Dorfe geschossen worden sei, eine Reihe von Bewohnern, dar­unter Frauen Und Kinder, nach vorheriger Marterung erschossen. Ebenso wurden in dem Dorf Schorellen im Kreise Pillkalien zehn Personen unter dem gleichen falschen Vor­gehen niedergcmacht.

Im Dorfe R a d z e n haben die russischen Soldaten fast alle Gebäude angezündet, so daß im dingen blick fast das ganze Dorf in Flammen aufging. Auf die unglücklichen Bewohner des Dorfes wurde mit Hieb- und Schußwaffen losgegangeu. Getötet wurden in diesem einen Dorf zwei Männer und acht Frauen; drei Männer werden vermißt.

Aehnliche Vorfälle von Mord, Brand und Ver­wüstung werden ans zahlreichen Grenzorten gemeldet. Beim Mordbrennen gingen die Russen in der Weise vor, daß sic zunächst die D o m ä n e n g e h ö f t e als königliches Eigen­tum mit allen Vorräten nicderbraunten, dann die Güter Wegnahmen und darauf dieDörferanzündeten, Bis zum 15, August waren aus dem Gumbinner Bezirk sechs Domänen, aus dem Pillkaller Kreise allein über 15 D ö r f e r u n d t e r n i e d e r gebrannt. Nach den vorliegenden Schilderungen sind die Russen bei diesen Mordbrennereien ganz systematisch vorgegangeu. Den Truppen zogen mit Zündmaterial ausgerüstete Brand­kommandos voran, ivelche die Häuser mit in Petroleum getränkten Schwämmen versahen und dann Brand anleglen. Gewöhnlich wurden die Bewohner zuvor aufgefoichert, die Häuser zu verlassen. Mancher Kommandant ließ gelegentlich die Wohnhäuser stehen und beschränkte sich auf das Abbren­nen der Ställe und Scheunen, Die Vernichtung der Dörfer wurde häusig unter dein Vorwände vorgenommen, daß aus ihnen geschossen worden sei. In Wirklichkeit ist dies nie­mals der Fast gewesen. Die in den westlichen Gouverne­ments garnisonierenden Truppen, besonders dos Garde­korps, scheinen im großen und ganzen di« Grundsätze des Völkerrechts eher beobachtet zu haben. Gelegentlich waruven solche Truppensührer, die bei früheren Durchzügen eine ihren Wünschen entsprechende Ausiiahme gesunden hatten, Pfarrer und Gutsbesitzer vor den Grausamkei­ten ihrer eigenen später eintrefsenden Kameraden.

Die Nüssen in Alle«stein.

Berlin, 5, Sept, Einen Dag haben die Russen hier gehaust. Die Stadt sollte in Brand geschossen w erden. Man fand diesen Befehl bei einem russischen Flieger, der glücklicherweise bei Wartcnberg hcrabgcschossen wurde. Die russischen Truppen klagten, daß sie hungern müß­ten, Auch nsurdc ihnen gesagt, daß, wie schon Verwundete in Osterode mittcilten, es sich nur um Trupvenübungcn handle.

Erst an der Grenze erhielten sie scharfe Munition, Zugleich meinten ihre Offiziere, in wenigen Tagen sind wir in Berlin, da können wir uns ausruhen, Nachdenr wir Kaiser Wilhelin gefangen genommen haben, kehren wir nach Hause zurück.

Die Mehrzahl der Leute glaubte, daß von Allenstein nach Berlin n u r n o ch ein Katzensprung sei. Allenstein mußte gewaltig für die Verpflegung der Russen sorgen, wenn sie gleichwohl nur ein Viertel des Verlangten an Brot, Zucker, Mehl, Tee, Reis usw. austrieben. Die Russen hatten gerade 24 Stunden in der Stadt gelegen, da knallte es anverschiedenenEndcn, Die llnsrigcn rückten mit Hurra ein und es kam zu einigen blutigen Zusammenstößen auf der Straße, Es gab russischerseits Tote und Verwundete, die Mehrzahl wurde gefangen genommen. Verschiedene Sol­daten hatten sich in die Häuser geflüchtet und mehrere schossen von dort aus. Wir holten von dort noch am letzten Sonntage einige aus den Verstecken hervor und nun trafen sie wirk­lich in Berlin ein. Nur anders wie sie sich vorgcstellt hatten und ohne den Kaiser Wilhelm gefangen zu nehmen! (Bcrl, Tagblatt,-

Ein deutsch-russisches Abkommen.

Petersburg, 5. Sept, (WTB.) Zwischen der russi- scheu und deutschen Regierung ist ein Abkommen getroffen worden, durch das den beiderseitigen Untertanen gestattet ivird, das feindliche Land zu verlassen. Diese Erlaubnis erstreckt sich auf Offiziere, sowie Personen zwischen 17 und 45 Jahren und auch Verdächtige nicht.

Aus Schweden.

Berlin, 6, Sept, (W, B.) DieNorddeutsche Ml- gcmeinc Zeitung" teilt mit: Die schwedische Regie­rung hat die kürzlich erlassene Anordnung aufgehoben, wo­nach Deutsche nicht vhne besondere Erlaubnis schwedisches Gebiet betreten dürfen, Deutsche, die nach Schweden reisen wollen, müssen sich aber mit den nötigen Ausweispapieren versehen; denn nach einer neuen (Verordnung der schwedi­schen Regierung sind Ausländer, die nach Schweden kom­men, verpflichtet, sich bei der zuständigen Polizeibelchrde anzumelden. Sie haben dabei ihren Namen, Beruf, Staats­angehörigkeit und Heimatort, sowie den Tag und Ort ihrer Geburt sowie ihren Aufenthaltsort in Schweden anzugeben.

Aus der Schweiz

erhalten lvir von einem Gießen er Landmann folgendt Mitteilungen:

Nachdem Deutschland, Oesterreich und Frankreich Mobil- machung besohlen hatten, imißte mich die Schweiz zur Auirecht« crhaltnng der Neutralität die Grenzen besetzen. Da ein stehendes Heer nicht vorhanden war, siel der Grenzschutz der ersten Tage dem Landsturm der Grenzgebiete zu, jenen bärtigen Kriegern, ,

die das 40, Jahr überschritten haben, Wohl inanchem in jener (

auiaeregten Zeit aus der Schweizer Sommerfrische znrückreisen- reisenden Deutschen sind wohl diese Soldaten, die in Landsknecht- l Stellung mir anfgcpilanztem Bajonett die Balmböse bewachten, , noch in Erinnerirng, Da der Schweizer Wchrmann Uniform und ] Waffen nach der Uebung nach Hause nimmt, war es schon am 3, und 4. Mobilinachungstage möglich, jene wenig kriegstüch- * tigen Landsturm truppen durch gut geschulte »Auszug- und Land- t wchrregimenter zu ersetzen, ,'j i

Die östliche Grenze gegen Deutschland wurde von Anfang , an nur schwach besetzt, da man einen Einmarsch deutscher Truh pen für ausgeschlossen hielt, dafür waren um so größere Trnvven- massen hinter der Grenze BclsortBasel im Jura und im Süden vereinigt, nm das Land vor Ueberraschungen ans dieser Seite » > zu schützen. Als General Ivurde Oberst Ulrich Wiste, ein sehr fähiger Offizier, der ganz aus der deutschen Schule hervorge- I ' gangen ist, ttotz dem Protest einer westlichen Stimme gewählt, I

Weniger aut hat in der Schweiz die finanzielle Mobilmachung funktioniert, Tie Banken ivaren schlecht vorbereitet und sür die ; abnormale Zeit zu wenig liauid. Dazu kam, daß die Bevölke- I j ruug durch die widersprechenden Siegesnwlduugen, die aus allen kriegführenden Staaten ohne jede Zensirr eingingen, ängstlicher I 1 wurde als sie es der Lage nach sein durfte.

Von Anfang an standen die Sympathien der ganzen , deutschen Schweiz, sowie eines Teiles der französischen und italienischen Schweiz ans deutscher Seit«, Man fühlte, daß dieser Krieg ein Kampf um das Germanentum war, dem man selbst angehörte, Ast« jene kleinen Differenzen mit dem dcutsckien Nachbar, die immer ihren Ursprung in der wirtschaftlichen Kon- . kurrenz haben, waren mit einem Schlag verschwunden. Ms vollends ' der Telegrammwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren ! und dem König Georg bekannt wurde, ging eine Welle der '

Begeisterung für die hehre Gestalt des Kaisers durch die ganze 1

Schweiz,

Unter dem Einstuß der fortwährenden Siegesmeldungen der * Havas-Agenttrr, die ohne jede Zensur hier eingehen, machte : sich eine Zelllang ein Geftihl der Angst breit, ob Deutschland ( auch wirstich den Feinden ringsum Meister werden könne. Heute « urtellt man nur noch uach dem stassischen Erklärungen des dcut- > scheu Generalauartiermeisters von Stein und versucht eventuell ' noch zwischen den Zellen der Veröffentlichungen des französtichen Gcneralstabes zu leien. Das WortHavas-Schnauzc" ist zu eiuc« » schweren Schimpfwort geworden.

Die Kaiserin.

Berlin, 6, Sept, (Nichtamtlich.) Die Kaiserin z ist heute vormfttag 8 Uhr 24 Min, vom Stetttner Bahn- '> Hof nach Danzig abgereist,

Unterstützungen sür Familien der im Felde Stehende». £

Berlin, 5. Sept, (WTB, Amtliche Die auf Grund der <

Reichsgesetzc vom 28, Februar 1888 und 4, August 1914 zustehcnden Unterstützungen für Familien der in den Kriegsdienjt ii eingetrctenen Mannschaften tragen nicht, wie vielfach angenom- men wird, den Charakter von Armcnunterstntzungen, sondern cs sind Zuwendungen, die unbemittelten Angehörigen dieser Mann- t

schasten gesetzlich zu gewähren sind. Es werden im Falle »

der Bedürftigkeit gewährt: Für die Ehefrau in den Sonimcr- «

Monaten bis ciuschließlich Oktober mindestens 9 Mk,, in den Mo- 1

naten November bis einschließlich Avril 12 Mk,, für die übrigoi i

in Bettacht kommenden Personen, Kinder usw, inindeslcns 6 Mi, t

monatlich. Die Unterstützungen werden lzalbmonatlich im vor- aus bezahlt. Die Untcrstützunqsauttäge sind von den Empsangs- bcrcckitigten bei der Gemeindebehörde, in Slädten beim Magisttat il des Aufenthaltsorts zu stellen, nx> ihnen auch jede wettere Mrs-- « kauft erteilt wird. Den Anträgen sind die Ausweise in Fanillüm- Unterstützmigs-AngelegenHellen, welckie sich an den Kriegsbeorde- rungen befinden und nach Abslempelung durch die Truppenteile nsw, den Empfangsberechttgten durch die Einberufenen zugehen, beizufügen. Die Angehörigen können sich auch an die zuständigen , Bezirkskommandos wegen Ausstellung von Bescheinigungen üofi den erfolgten Diensteintritt melden. Ist mich diese Bescheüm gung nicht alsbald zu beschaffen, so empfiehlt es sich, den Rat iind die Bcrinittlung der Genieindebehörde in Anspruch zu nehmen.