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irettjtontc und dem Zentral-Komitee des Roten Kreuzes ins« esomt 3000 Halde Flaschen Deutscher Scherer-Kognak und 3000 Haschen Scherer-Npselwein zur Verfügung gestellt.

Kreis Wetzlar.

re. Atzbach. b. S«pt. In Berichtigung der Notiz in Nr. 207 >ird uns mitgeleilt, dali bisher nur drei Verwundete und lein oter in Atzbach zu verzeichne» sind.

Dcssen-Nassau.

d. F r a n k i u r t a. M., 4. Seot. Als ein Zeichen der ge- esserten wirtschaitlichen Lage jst eS an,sehen, das; die Adler- i»rkc ihren Betrieb wieder in vollen, Umfang« auigcnoininen aben. Auch andere Geschäfte und Werke, di« an'angs Entlassimgeii ornahnien, lassen wieder in der bisherigen Weise arbeiten.

m. Neustadt, 4. Seht. Unter den vom deutschen Skutari- letachenient vom Kaiser Frau, Joseph ausgezeichneten Soldaten esindet sich auch ein Kind unserer Stadt, der Sergeant Eugen Unser, dem die silberne Tapserkeitsmedaille erster Klasse verliehen inrde.

Kassel, 4. Sept. DieStadtverordnetenversamm- ung nahm einstimmig den Vorschlag des Magistrats an, dem Generalobersten v. Seeringen das Ehrenbürgerrecht der Stadt u verleihen. Generaloberst v. Seeringen entstammt einer in Seifen ingewanderten Familie, ist in Kassel gehören und hat hier seine lugend verlebt. Als Kommandant der hiesigen 22. Division st er der Kasseler Bevölkerung bekannt geworden.

Gietzener Strafkammer.

Gießen, 4. Sept.

Zn rückgewiesen niwe die Berufung des Arbeiters Johann Phil. Sch. zu Gießen egen das Urteil des Schöffengerichts Gießen vom 10. Juli 1914, as ihn wegen Beleidigung und Körperverletzung zu einer Gesamt- esängnisstrare von 15 Tagen verurteilt hatte. Er hatte einen Mit- rbciterSchlammbeißer und Pollock" beschimpft und ihm einen wlzhammer ins Gesicht geworfen.

Ein ungetreuer Angestellter »r der Kaufmann Albert M in Frankfurt a. M, der bei einem Aühlenbesitzcr in Großen-Lindcn als Reisender mit Inkassovoll­macht angestellt war. Er benutzte diese Vollmacht dazu, nach und ach Gelder bis zum Betrage von über 5500 Mk. zu unterschlagen, has Geld will er in Frankfurt a. M. zu Wetten bei Pferderennen nrckgebracht haben. Das Gericht verurteilte ihn wegen Verqehens S. der ,<?§ 266 Abs. l Ziff. 2, Abf. 2, 216, 73 St.G.B. zu iner Gefängnisstrafe von einem Jahr, unter Anrechnung einer lntersuchungshast von 6 Wochen.

4 Wochen Gefängnis rhielt der Arbeiter Philip» Sch. zu Gießen, weil er einen an- >eren Arbeiter ohne Veranlassung mit der Faust blutig geschlagen wt. Das Schöffengericht Halle ihn zu 2 Wochen Gefängnis ver- irdeilt. Auf seine Berufung wurden heute mehrere Zeugen ver- lommen und die Sache weiter aufgeklärt. Mit Rücksicht darauf, Angeklagter schon mehrfach wegen Roheilsdelikten verurteilt vorden ist und seine Tat als eine rohe darstellt, wurde die Strafe >urch das Gericht erhöht.

9 Monate Gefängnis rhielt der russische Arbeiter Joses A., zuletzt in Lich, weil er dort ine Baubude erbrochen unb daraus einen Rucksack und einen Gürtel ntwendet hat.

vermischte».

* Gewerkschaftliche Fürsorge Der Vorstand des eutschen Buchdruckerverbandes, ein« der bestsundiecien unter den :cien Gewerkschaften Deutschlands, rechnet nach vorläufiger Ab- hätzung mit einer Ausgabe von 4 bis 5 Millionen Mark für ie Unterstützung ihrer «rrbeitslosen Mitglieder. Bon einer am 5. August mitgenommenen Statistik wurden 59 000 Mitglieder ivn insgesamt 70000t ersaßt Bis zum genannten Zeitpunkte >aren 11 510 Verbandsmitglieder zum Heeresdienst cinberufen, rbeitslos waren am gleichen Termin 14 952 Mitglieder und ei verkürzter Arbeitszeit wurden 6825 Mitglieder beschäftigt, leben den arbeitslosen erfordern die Unterstützung kranker Mit­lieder (19081 uiib Invaliden (1025) gewaltige Summen. Die lnterstützungseinrichtunqcn des Verbandes erweisen sich in diesen chweren Zeiten als ein Degen für seine Mitglieder und im 'eiteren auch für das Wirtschaftsleben des Vaterlandes.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentliche Wetterdien st st elle Gießen. Wcttcraiissichtcn in Sesscn am Somitaa, den 8. Sept. iSlli liter und trocken, nachts kühl, Winde aus östlichen Richtungen.

Letzte Nachrichten.

Tentsche Preffestimmen.

Berlin, 5. Sept. Wieder ist eine französische Festung u die Hände der Deutschen gefallen. Reims ist ohne Kampf >esetzt worden. TieV o s s i s che Z e i tu n g" schreibt dazu: Reims bildete mit La Fere und Laon zusammen die sog. weite Verteidigungslinie, die sich dem Vormarsch des Feindes ius Paris vorlegen sollte. Diese Besestigungslinie hat eine Front- lusdehnung von 90 Kilometern. Reims lag aus dem rechten Flügel >nd war von 6 Forts umgeben, in denen mehrere permanent ge- mulc Batterien lagen. Die Befestigungen von La Fere und Laon varen schon gestern als gefallen gemeldet. Mit der Besetzung pon Keims hat diese ganze Verteidigungsstellung aufgehört. Die Fran- osen haben sie wahrscheinlich aufgegeben, weil sie bei den wirkungs- wllen Artillerieangriffsmitteln der Deutschen kein Vertrauen mehr ruf chze Widerstandskraft ihrer Befestigungsanlagen hatten. Sie ogeu es vor, die Besatzung zur Feldarmee hinzuziehen, und diese

so verstärken statt sie einer nutzlosen Belagerung auszusetzen, die

nach wenigen Tagen doch ihre Gefangennahme zur Folge gehabt hätte. Wenn dieser Gesichtspunkt auch richtig sein mag, so beweist er doch, wie sehr die französische Armee zerrüttet sein muß, daß sie ihre i.m Frieden mit so vielen Kosten erbauten Festungen bet der ersten Annäherung des Gegners sofort kampflos räumt. Der Rückzug der Franzosen scheint nach allen bisherigen Nachrichten südlich zu crsolgen.

In derDeutschen Tageszeitung" heißt es:

Nun liegt bis Paris hin unserem rechten Flügelhecre keine Befestigung mehr im Wege. Das bei dem linken Flügel der Armee unseres Kronprinzen allein liegen gebliebene Verdun vermag keine /Verzögerung mehr hrrvorzubringen. Es wird sich, weirn cs nicht selbst vorzieht, sich zu ergeben, nicht davor schützen kmrnen, daß .mserc 42 Zentimeter-Geschosse auch dort ihr Machttvort sprechen. Wenn wir jetzt mit eisernem Schritt über die Linie ReimsLa FdreLaon hinwegschreiten, dann wollen wir uns auckf erinnern, dasi ihr« Namen mit dem Kämpfen unserer Braven vor hundert Jahren aufs ruhmvollste verknüpst sind.

DieKr euzz eitu n g" schreibt:

_ Die bcdingur.gs- und kampflose Preisgabe einer starken Be- festiaung, die. wenn sie auch den deutschen Mörsern und Haubitzen gewißlich nicht standgchaltcn haben würde, sich doch wohl eine ge­raume Zeit hindurch hätte verteidigen lassen, kennzeichnet den tiefen Niedergang des französischen Wafscnrnhms.

Ein Slufruf zur Hilfe für Ostpreußen.

(WTB.) Berlin, 5. Sept. (Amtlich.) Für Ostpreu­st e n wird ein vom Reichskanzler, dem Stellvertreter des Reichskanzlers Dr. Delbrück, dem Minister des Innern, dem Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen von Wiud- heim, dem Landeshauptmann der Provinz Ostpreußen von Berg und dem Oberbürgermeister von Königsberg Unter­zeichneter Aufruf veröffentlicht, in dem es heißt:

Herrlich hat sich in dieser großen Zest die Opsersreudigkeit des deutschen Volkes bewährt: wo immer der Krieg Not schuf, taten sich alle Hände auf, sie zu.lindern. Nun hat die barbarische Kriegsführung unserer Feinde im Osten neue schwere Not über unser Vaterland gebracht. Weite Strecken unserer gesegneten ostprcußischen Fluren waren vorübergehend vom Feinde besetzt und sind säst überall barbarisch verwüstet worden. Viele unserer Lands­leute sind grausam hingemvrdet worden: wer das nackte Leben gerettet hat, ist zumeist an den Bettelstab gebracht irwrden. Namenloses Leid ist so über tausende Familien gebracht worden. Wohlan denn, liebe Mitbürger, laßt uns ihr Leid als eigenes Mitempfinden! Helft unseren armen, von Haus und Hütte vertriebenen Zandslcutcn! Spende ein jed«r freudig nach seinen Kräften! Jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Ganz Deutschland wird sicherlich freudig an unserem Werke mithclfen. Geht doch durch diese für unser teures Vaterland so schfvere, aber auch so große und gewaltige Zeit nur ein Gedanke: Einer für alles. Alles für Einen.

Diesen Ausruf des Oberbürgermeisters der alten ostpreußischen Krönungsstadt, der sich an die Königsberger und die preußischen Städte wendet, nehmen wir für das ganze deutsche Vaterland und für jeden einzelnen Deutschen auf. Es gilt, den Dank des Vater­landes abzustatten an die, die auf der Wacht im Osten standen. Beiträge werden von der Reichsbank und sämtlichen Nebenstellen entgegengrnommen. Zahlungen sind zu richten: Für das Konto für Kriegsnotleidende in Ostpreußen.

Das Eiscnik Kreuz I. Klasse.

(WTB.) Karlsruhe, 4. Sept. «Nichtamtlich.) Der Kaiser hat dem Kommandierenden General des 14. Armeekorps, Frhrn. von Hoiningen Len. Hüne unter wärmster Anerkennung cleisteter Dienste, hervorragender Erfolge in der Führung seines lrmeekorps vor dem Feinde die Auszeichnung des Eisernen Kreuzes l. Klasse verliehen.

Das Zusammcnwirkrn von Deutschland und Oesterreich.

(W TB.) W icn, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Die von dem deut­schen Generalstabc verößenilickste Nachricht über die ausg^-ichnete Wirkung der von Oestcercich--Unaaiu gesandten schweren Mo­torbatterien gegen belgische und französische Festungen hat hier lebhafte Genugtuung hcrvorgcrusen, DieR e i ch s P o st" schreibt: Diese Feststellung gereicht uns zur Ehre und erfüllt uns mit Stolz. Sie ist aber auch deswegen hocherfreulich, weil sie bc zeugt, daß das Zusammenwirken der Wehrkraft der beiden ver­bündeten Kaiserstaaten nickst nur im Osten und Süden, sondern mrch im Westen eine eherne Tatsache ist. DieNeue Freie Presse" sagt: Die gesamte Bevölkerung wird sich freuen, datz unsere Armee, die in Galizien alle soldatischm Tugenden in eurer znm Herzen spreckendeu Weise bewährt hat, auch der verbündeten Armee nützlich werden formte.

Die strategische Lage in Galizien.

i. Köln, 5. Sept. DieKölnische Zeitung" meldet aus Wien: Der Bericht des Generalstabes über die rie- sigeSchlachtinGalizien zeigt, daß die Heeresleitung nicht zu viel getan hatte, als sie erklärte, daß die Lage für die österreichisch-ungarischen Truppen im Norden des galizisch- polnischen Kriegsschauplatzes günstig sei. Die Umfassungs- bewegung im Westen, die mir höchster Kraft, bewunderns­werter Ausdauer und Tapferkeit der Mannfchaftcn durch- geführt wurde, hat zu einem vollen Erfolge geführt. Dadurch droht der russischen Aufstellung Gefahr, von

Norden her durch die siegreichen Armeen von

Auffenberg und Dankl gefaßt zu werden.

i. K ö l n, 5. Sept. DieKöln. Ztg." meldet aus O f e n « Pest: Graf Tisza erklärte in einer Sitzung der Arbeiter- Partei, daß die Lage der österreichisch-ungarischen Armee über Erwarten günstig sei und den kühnen Hoffnungen ent­spreche. Die letzten Wochen seien sorgenvoll gewesen, aber jetzt scten die bösen Stunden vorüber.

Streit im englischen Unterhaus.

WDB. London, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Im Uuter- hause entstand eine heftige «Szene wegen der vomerule- Fra g e. Asq ui th sprach in versöhnlichem Sinne und be­antragte die Vertagung des Hauses bis zum 9. «September. Er erneuerte die Versicherung, daß keine Partei ans der Vertagung des innerpolitischen Streites Vorteil ziehen ober dadurch einen Nachteil erleiden solle. Der Entschluß der Re­gierung. die Homcrule-Bill und die Walisische Kirchenbill rechtskräftig zu machen, sei unverändert. Da aber eine irische Zusatzbill eingcbracht sei, wäre es unbillig, das Parlament zu vertagen, gleich als ob die Zusatzbill nicht vorgclegt wäre. Tie Regierung hoffe, in der nächsten Sitzung Vorschläge machen zu können, welche allgemeine, wenn nicht vollständige Billigung fände. Sonar Law untersuchte den Antrag und sprach die Hoffnung aus, daß ein Streit vermieden würde. Die Nation würde denen, welche den Waffenstillstand brächen, nicht leicht vergeben. R e d m o n d forderte energisch, daß. die Homerulc-Bill Gesetz würde, was auch immer aus der Zusatzbill würde. B a I f o u r erwiderte heftig, es sei unmög­lich, die irische Frage ohne tiefe Bitterhüc zu erörtern) es sollte daher nicht versucht werden. Diese Rede erweckte große Erbitterung bei den Iren und Radikalen, deren zor­nige Zwischenrufe das Echo bei den Unionisten hervorriefen. Dies war eine äußerst peinliche «Szene. Seit langem hatte leine Rede Balsours einen solchen Ausbruch von Feindselig­keit erregt. Als Balfour das Haus verließ- während Sir Joseph Walton sprach, brachen die Radikalen in lauten Beifall aus, als ob sie sich freuten, von seiner Gegenwart befreit zu sein. Balfour jvar sichtlich von dem Sturmr der Leidenschaftlichkeit überrascht, welchen seine Rede entfacht hatte. Premierminister Asguith legte sich ins Mittel und berichigte das Haus durch die feierliche persön­liche Bitte, diese so gefährliche Erörterung fallen zu lassen. Er schloß mit den Worten: ,^Laßt

uns einig bleiben, solange wir können!"Daily Tele­graph" schreibt hierzu: Asquith rettete die Situation und ließ vernünftige Menschen ruhiger atmen. Aber es war ein beklagenswerter Rückfall in die Parteisucht und mußte so manchen Augenzeugen zittern machen. Eine zweite solche Episode wäre ebenso beklagenswert, lvie eine verlorene Schlack)!. Die Nation solle darauf bestehen, daß vor dem Zusammentritt des Hauses am 9. September der irische Aus­gleich Tatsache wäre.

Eine italienische Stimme über Englands Verhalten.

(WTB.) Mailand, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Per-> severanza bemerkt:

Ter Artikel derTimes", der die Franzosen zum Widerstand bis zum äußersten in Aussicht auf rusiische Hilfe ausfordcrt, ent­hält mehr das Interesse Englands an der Verlängerung des .ikrieges als Eifer für Frankreich. Das Ziel Englands ist tatsächlich die Zerstörung des Seehandcls Deutschlands und die Eroberung seiner besten Kolonien. Es ist daher natürlich, daß, so lange dieses Ziel nicht erreicht ist, England nicht wünscht, daß Frankreich zum Frie­den neige, selbst wenn es erschöpft ist. Die Franzgßen je­doch sollten fragen, ob es für sic nützlich ist, unbegrenzt enorme Opfer an Blut zu übernehmen und die Friedens­bedingungen zu erschweren, damit Großbritannien schließlich seinen Vorteil finde. Frankreich würde dann für seine Verbündeten be­zahlen müssen.

Die englische Verlustliste.

(WTB.) London, 4. Sept. (Nichtamtlich.) Das Presse­bureau gibt eine wettere von dem britischen Hauptquartier über­mittelte Verlustliste bekannt, in welcher 18 Offiziere und 62 Unter­offiziere und Mannschaften als tot, 78 Offiziere und 312 Unter­offiziere und Mannschaften als verwundet und 8 6 Offiziers und 4672 Unteroffiziere und Mannschaften als vermißt ausgeführt werden. Von den Vermißten befänden sich 2882 wahrscheinlich in den verschiedenen Lazaretten.

Selbstbetrug in Antwerpen.

i. Köln, 5. Sept. Bon der holländischen Grenze meldet dieKöln. Ztg.": Aus Antwerpen kommt die Nachricht, daß die Deutschen bei St. Quentin durch die Verbündeten geschlagen worden seien. Diese Meldung ist um so auffälliger, als Antwerpen immer noch mit Holland in Beziehungen ge­blieben ist und man sich dort durch die holländischen Blätter von der wahren Kriegslage überzeugen konnte. Es geht rnit aller Deutlichkeit >rns derartigen Meldungen hervor, daß diejenigen, die in Antwerpen unterrichtet sind, alles auj- bieten, um das Volk fernerhin zu betören.

Der päpstliche Staatssekretär.

(WTB.) Nom, 4. Sept. «Nichtamtlich.) Der Papst er­nannte d«m Kardinal Domcnüo Ferrata zum Staats sekrc- l ä r. Das erste Konsistorium loird vom Papste am 8. September abgehalten werden.

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