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fcrnfrgtfflfirte Umgehung Maastrichts beim Aufmarsch der deutschen Truppen an der belgischen Wrnue. Wir bedauern deshalb, das, manche falsche oder verstellte Nachricht in die Welt hinans- aegangen ist, die De » tschland niedere Motive z u - jchreibt, wodurch auch in den neutralen Ländern große Beun­ruhigungen hervorgcrusen, und die an sich schon schweren wirt­schaftlichen Schädigungen, die jeder Krieg in den Nachbarländern hervvrrusen muß, noch gesteigert wurden Im Interesse der Auf­rechterhaltung von Handel und Verkehr in den benachbarten Län­dern und deren engen, wirtschastlichen Beziehungen, lxgrüßten wir es deshalb sehr, daß unwahre, tendenziöse Nachrichten, gleirliviel von ioeltl)cr Seite sie auch kamen, in Holland mehr und mehr die verdiente Zurückweisung erfahren haben. Gott schuhe Holland und das Königlickie Haus! Im Aufträge gezeichnet: Fritz H o o s e - ma n n s - Düsseldorf,

Amerikanischer Rachrichtenverkchr.

Berlin, 1. Sept, Die Deutsch-amerikanische Handelskammer von New Jork hat an den Präsi­denten Wilson nach Washington einen Brief entsandt, in dem es heißt:

Das Kabel nach Deutschland ist durchschnitten imd die draht­losen Stationen befinden sich unter Zensur, Andcrett'eits werden die englischen und französischen Kabel offen betrieben und stehen unter keiner Zensur, Instruktionen und Nacknichten über Bewe­gungen deutsckwr Schiffe werden von hier nach England und Frank- ^ick> über diese Kabel gemeldet, imd sodann drahtlos englischen, wanzösischen und russischen Kriegsschiffen überiniltctt. Gleichzeitig werden diese Kabel offen vcrweirdet, nni in den Vereinigten Staaten und von hier nach andere» Teilen der Welt falsche Gerüchte uno Uebertreibungen zu verbreiten. Sind diese Tatsachen nicht Ver­letzungen der von den Bereinigten Staaten erklärten Ncuttalitäl, und sollten diese Kabel nicht auch unter strenge Zensur gestellt werden?

Gleichzeitig hat sich die Handelskammer mit der Radio- Station in Tntkerton (New Aork) in Verbindung gesetzt, um den Versuch zu machen, wenigstens auf drahtlosem Wege einige ungefärbte sttachrichten über die Kämpfe in Belgien und an der russischen Grenze zu bekommen. Die Station soll mit Eilvese in Hannover in Verbindung treten, um die Erlaubnis für funkentelegraphischen Kriegsnachrichiten-Ber- kehr von Kaiser Wilhelm zu erlangen. Zu den Direktoren der Gesellschaft gehört der bekannte ehemalige 4ldiniral Buechse, durch dessen Berniittlung man die Einwilligung der deut­schen Regierung, die während der Feindseligkeiten alle Sta­tionen unter Aufficht genommen hat, zu bekommen hofft.

Russische Schönfärberei.

Petersburg, 1. Sept, (WTB, Nichtamtlich, Meldung der Petersb, Telegr.-Agent,) Ein Communiquö aus dem Stabe des Generalissimus besagt: Im südlichen Ost­preußen führten die Deutschen erhebliche Verstärkungen von der ganzen Front herbei und griffen mit erheblich über­legenen Krästen unsere beiden (!) Armeekorps cm. Diese erlitten schwere Verluste durch schwere Artillerie, loelche die Deutschen aus den benachbarten, an der Weichsel gelegenen Festungen hcraugebracht ljatten, In diesem Kampfe fiel der General Samsonow, Wir sind weiter in Fühlung mit dem Feinde und haben neue Ver­stärkungen herangeführt Auf der österreichischen Front wer­den die hartnäckigen Kämpfe fortgesetzt,

Enver Pascha.

Kvnstantinopel, 2, Sept. (WB, Nichtamtlich,) Eriegsminifter E n ver P asch a ist von seinem Unwohlsein wieder hergestellt und hat seine Tätigkeit wieder aus­genommen.

2fa» Stadt und Land.

Gießen, 3. September 1914.

Landwirte, sorgt für normale Winterbestellung.

Nachdem die Getreideernte fast ganz geborgen ist, wird ?S in dieser ernsten Zeit z» einem dringenden Gebot, mit allen Mitteln für eine normale Winterbestellung zu sorgen, Ts ist unter allen Umständen erforderlich, dnß die Wintcr- | Bestellung, Bodenbearbeitung, Düngung mit tierischem und künstlichem Dünger, sowie Aussaat in demselben Um- ange und mit derselben Sorgfalt vorgrnommen wird ! vie in FriedenSjahren. Da das Wintergetreide in Deutsch, and fast SO Prozent der gesamten Getreidefläche beansprucht, würde eine Vernachlässigung oder Einschränküng unserer ! Winterbei'lellnnq gegenüber ihrem nornialen FMedenSstande | geradezu eine Katastrophe nicht nur für die Landwirte selbst, andern für die gesamte VolkSernährimg herbeiführen können.

»

** Ordensverleihung. Die Großherzogin hat t)en Kamnierninsttern Ludwig En mann und Lonis Gothc WS Silberne Ebrenkrenz für 2b Jahre Hofdienst, dem Hof» heaterdicner Wilhelm Eisenhauer das Silberne Kreuz des | Philippsordens verliehen,

" Das Ehrenzeichen für Mitglieder srei- ivilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Friedrich lÄrieSbach in Heusenstamm.

** Schnellzugsverkehr, Die Schnellzüge kl und 72 (FrankfurtHamburg), 52 und 53 (Berlin Frankfurt) und 123 und 124 (CoblenzGießen) verkehren | voraussichtlich von morgen, Freitag, ab wieder,

**EinEinigungSamtderHcss, Handwerks­kammer und Großh, Handelskammer in Darm- tadt wird, wie uns geschrieben wird, errichtet. Seine Aus­gabe ist der Ausgleich der Interessen der Gläubiger und Schuldner, sofern einer von ihnen seinen Wohnsitz in Hessen tat, in der durch den Krieg hervorgerufenen Krise, Zu die- em Zweck wird das Einigungsamt einerseits auf Antrag des Gläubigers die zahlungsfähigen Schuldner nach Kräften zur Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten anhalten Es wird rndererseits für den 'Schuldner, dessen Lage Nachsicht er- 'orderl, mit den Gläubigern wegen freiwilliger Gewährung >er erforderlichen Frist verhandeln. Es wird eine Verstän­digung beider Teile hierbei erstreben. Das Einigungsamt wird auf Antrag beider Parteien diesen aus seiner Mitte | sur Entscheidung, ob ein Anspruch auf Ausstand besteht, ein Schiedsgericht zur Verfügung stellen. Das Schiedsgericht oll aus drei Mitgliedern bestehen. Zwei davon muffen sdauffeute bezw, Gewerbetreibende sein. Sie sollen den per- cknedenen Interessenkreisen entnommen sein. Die Bestellung b«s Schiedsgerichts erfolgt durch den Vorstand aus den | Mitgliedern des Einigungsanrtes,

, ** Vermittelung von Arbeitsgelegenheit,

Die vom Deutschen Jndustrieschutzverband, 'Sitz Dresden, lotott nach Kriegsausbruch eingeleitete, aus den Ausgleich ?ks durch den Krieg in vielen Branchen eingetretenen Ueber- lchusses und des in einigen Industriezweigen entstandenen

Mangels an Arbeitskräften gerichtete Aktion hat sich trefflich bewährt Wenn auch angesichts der überaus großen Menge

überschüssig gewordener Arbeitskräfte leider nicht daran zu denken ist, daß alle als entlassen Gemeldeten anderweit unter-/ gebracht werden könnten, so ist es dem Eingreifen der großen Organisation des Deutschen Industrieschutzverbandes doch gelungen, den Notstand n>enigstens einigermaßen lindern zn helfen. Der Teursciic Jndustrieschutzverband, mit seinen mehr als 5000 Mitgliedern, die größte gemischt-gewerbliche Orga­nisation Deutschlands zur Vertretung von Arbeitgebcrinter- essen. ist gern bereit, Anmeldungen, auch von Nichtmitglio-' dern, einerseits der überschüssigen und andererseits gesuchter Arbeitskräfte zwecks der Ermöglichung des Ausgleichs auch weiterhin cntgegenzunehmcn,

^ »* Sie L i st e der Geschworenen, Zur Bildung der

Svrnchlistc für die am 28, September 1914 beginnende Sitzungs­periode des Schwurgerichts des 3, Quartals 1914 wurden nach­stehende Geschworenen auSgelost: 1, Karl Friedrich, Landwirt in Wallcnrod: 2, Ludwig Grießbaucr, Bantdirektor in Gießen; 3, Peter Buchenau, Landwirt in Reuters; 4, Heinrich Weller 2., Landwirt in Maar; 5, Karl Sandmann, Seisensabrüäiit in Lauter­bach; 6, Wilh, Möller 2,, Kaufmann in Lauterbach; 7, Joh, Eduard Duchardt, Kondiwr in Lautcrbach; 8, Dr, Ernst Lcutert, Professor in Gießen; 9, Otto Georg Walther, Landwirt in Langd; 10. Joh, Algaicr, Ingenieur i» Lollar; 11. Karl Lorz, Kaufmann in Nidda; 12, Bernhard Hosmann, Gutspächter in Ranstadt: 13, Heinr, Hardt, Kupscrschiniedemeister in Lauterbach; 14, Konrad Häuser 20,, Landwirt in Nieder-Weisel; 15. Philipp Mohr, Land­wirt i» Vilbel; 16, Adam Hosmann 5,, Bürgermeister in Wölsers- hcim; 17, Heinr. Friedr, Diel, Bcigcordnclcr in Ober-Wöllstadt; 18, Jatob Kröll 6,, Landwirt in Rainrod bei Schotten; 19, Ferdi­nand Wcndcberg, Fabrikant in Schotten; 20, Adolf Laurenze, Kaufmann in Groß-Karben; 21, Adolf Henscl, Landwirt in Dortel­weil; 22, Karl Friedr, Winter, Landwirt in Büdesheim; 23, Frd, Wilh, Häuser. Schnriedcincistcr in Friedberg; 24, Alexander Leon, Kaufmann in Friedberg: 25. Kaspar Schalt, Landwirt in Groß- Felda: 26, Heinr, Graulich, Landwirt in Rainrod, Kreis Alsfeld;

27, Heinr, Eisländcr 2,, Bürgermeister in Rainrod, Kr, Alsfeld;

28, Karl Emil Gauterin, Landwirt in Potteüveil; 29, Albert Fauerbach, Landwirt in Okarben; 30, Heinr. Walz, Metzger in Vilbel,

** Der Ortsgewerbeverein hielt am Dienstag eine Vorstundssitzung ab, die sich mit den durch den Krieg besonirers ungünstig gestalteten Verhältnissen im Handwerk beschäftigte. Der Vorstand beschloß, die beab­sichtigte Gründung einer sogen, Kriegskreditkassc tatkräftig zu fördern. Gleichzeitig wurde ein Ausschuß gewählt, der durch die jetzigen Verhältnisse in Not geratenen Mitgliedern durch Rat und Tat zur Seite stehen soll.

** Kriegshilfskasse, Wie bekannt, tmrrde bei der letzten vom Bürgcrvcrein ei »berufenen Bürger- versamnilung auch die Gründung einer Hilfskriegkaffe angeregt, deren Zweck sein soll, kleinen Gcschästsleutcnt und Handlverkern Darlehn zur Wetterführung und Erhal­tung ihrer Betriebe zu gewähren, Tie in der Versammlung mit der Bearbeitung des Gegenstandes beauftragten Ver­treter einzelner .Körperschaften hielten am Dienstag im Rathaus eine Sitzung ab, in der die Sache nochmals beraten wurde. Einstimmig wurde die Ansicht vertreten, daß die Einrichtung einer splckzen Hilfskricgkajse ein dringen­des Bedürfnis sei. Es wurde daraus ein Gcschäftsaus- schuß gewählt, der die Grundzüge für die Einrichtung legen spll. Dem morgen Freitag im Handelskanrmergebärrde zusannnentretenden Ausschuß gehören an; Vertreter der Stadt, der Handelskammer, des Orts-Gewcrbeocrcins, des Kaufmännischen Vereins, des Detaillistenvereins und des Bürgcrvereins. Wünschenswert erscheint es, daß, Winke, An- regrurgen und Ratschläge aus den interessierten Kreisen zur Kenntnis des Ausschusses gelangen; man beliebe solche dem Bürgerve-rein schriftlich mitzuteilen,

** Die Postsendungen an die Krieger im Felde, Man schreibt uns: In den Spalten Ihres geschätzten Blattes stand kürzlich eine Mitteilung, wonach der Brief- verkehr aus der Heimat nach den Kriegsschauplätzen geregelt werden sollte lind ivouach man hoffen durste, daß die schmerz­lich empfundene Sperre, welche fast jede brieffidic Mittei­lung an die Lieben im Felde unmöglich machte, endlich auf­gehoben würde. Von alldem ist aber noch nichts zu bemerken und säst verztoeiselt schreiben und telegraphieren die vor dem Feinde stehenden Angehörigen nach Hause, warum sie keine sttachrichteir erhielten. Man möge doch bedenken, wie unglücklich sich ein Familienvater, ein Ehegatte fühlen muß. der sich vielleicht Vvn einem kranken Kinde, einer leidenden Frau losreißen mußte und nun im Ungewissen über das Schicksal seiner Lieben leben muß. Wäre er nicht beruhigter und ginge er nicht freudiger in den Kampf, Ivenn er Nach­richten von zu .Hause erhalten könnte. Mag die von der Militärverwaltung getroffene Maßnahme ein Versagen der deutschen Reichspost kann und mag man nicht anneh- men im Anhang unvermeidlich gewesen sein, so erscheint sie jetzt, nachdem sich die ganze Armee in Feindesland auf dem Vormarsche befindet, doch nicht mehr gerechtfertigt. Möge man daher dock) die strenge Zurückhaltung der ins Feld an unsere braven Soldaten gerichteten Post fallen lasse» und nun auch den Paketverkehr freigeben. Dieser Verkehr spielt sich allerdings nicht einfach ab und bildet für die Postverwaltung keine leichte Aufgabe, der sic aber doch un­bedingt gewachsen sein dürfte,

Kreis Büdingen.

99 ii b i« fl e n. 2 Sept. Der Gesa nvereinLieder- k r a n j* bat seine im Felde sichenden Mitfllieder fleflen Krieqs- flesahr veisickiett,

Kreis Schotten.

-4- Freienseeii, 2. Sept, Für das Rot« Kreuz werden in Freiciiieen monatlich Hanslanimliinflen erhoben. Im August flinae» einlchliestlich der Kiichentollekle und der Gaben bei den Haiislniniiitiinaen 617 Nit. 71 Psfl. ein. Ain Stricken nehmen über 70 Frauen und Wädcbn teil.

Starkcnblirg und Rheinhessen,

rm, T a r m st a d t, 2. Sept, Am Dienstag abend kamen von dem französischen Kriegsschauplatz mit der Bahn 18 Feldgeschütze, 3 Maschinengewehre, sowie 9 Protzen, letztere säst alle noch stark mit Geschossen aller Art geftillt, hier an, die von unseren wacke­ren todesmutigen Streitern des Infanterie-Regiments nach hartem Ringen dem Feinde abgenonimen worden sind, Sic wurden durch Mannschaften des Artillerie-Regiments 61 vorläusig nach der Wagenhalle des Artillerie-Depots gebracht,

rm. Darmsladt, 1, Sept, Der Mörder Bogt, welcher im Juli d, I, seinen Wohltäter H e y d r i ch erschlug und das An­wesen in Brand steckte, um mit der Ehefrau H, uiigestötten llm gang pilegen zu können, wurde heute zier Untersuchung seines Geisteszustandes nach der psychiatrischen Klinik nach Gießen ge­bracht, Frau H , die mit angeschulbigt ist, kommt nach der Londes- irrenanstalt zur Untersuchung, wtwa 170 französische Gefangene, darunter eine Anzahl Verwundete, kamen heule nachmittag hier an und wurden nach dem Truppenübungsplatz zu ihren dort schon befindlichen Leidensgenossen gebracht. Die schwer Verwundeten kamen nach dem Garnisonslazarett.

m. Offenbach a, M,, 2, Sept, Kredithilfe für Handwerk und Kleingewerbe, Aus Veranlassung des Offenbacher Gewrrbcvcreins ist e-n Verein mit den Innungen, ge­werblichen Bereinigungen, dem Detaülistrnverein imd Offenbacher Bankverein eine Kreditgenossenschaft für das Handwerk und Klein­gewerbe begründet worben. Der einzelne soll einen Gesamtkredü

von 500 Mart in Anspruch nehmen können Für den Garantie- sonds sind bereits 25 000 Mark gezeichnet worden. In Anbetracht der wirtschaftlichen Not des Klcinhandwerks und Kleingewerbe wird auch die Stadt selbst einen entsprechenden Betrag sür den Garantiesonds zur Verfügung stellen,

Hessen-Nassau.

siMarburg,2, Sept, Der berühmte Marburger Hygieniker, Wirst, Geh, Rat Prof, Dr, Exzellenz Emilvon Behring hat die ihm im Jahre 1909 verliehene große goldene Medaille des Kgl, Großbrüanischen Instituts für öffentliche (tzesuiid.jeit dem Oberbürgermeister Troje hier zur Verwendung für die freiwillige Spende zum Besten der durch den Krieg in Not geratenen Familien überwiesen.

h, Frankfurt a, M,, 2, Sept, Der 32jährige Polizei- diätar Neese, der augenblicklich als Feldwebel-Lcntnant will' tärischc Dienste tut, geriet in der vergangenen Nacht, als er aus dem Lokalbahnhof Sachseiihausen einen sckwn fahrenden Zug be­steigen nwllte, unter die Räder und wurde sofort getötet, An der Blockstation Rebstock wurde heute früh die von einem Zuge zerstückelte Leiche eines jungen Mannes aufgcsunden, Da der Tote keinerlei Ausweispapiere bei sich führte, tonnte seine Pcrsönlick;- keit noch nicht sestgestellt werden,

Frankfurt a, M,, 1. Sept, Der Kelterobstmarkt im Osthaiengcbict an der Jntzestraßc beginnt am 12, Sept. Die Aus­sicht über den Marst untersteht der städtischen Marktverwaltung unter Mitwirkung eines Jnteressentenansschusies aus hessen-nas>au- ischen und hessischen Obstzüchtern und Händlern,

h, Frankfurt a, M,, 1, Sept, Eines schaurigen Todes verstarb am Montag das eineinhalbjährige Töchterchen des 3ijähr, Taglöhners Karl Mandler, geboren in Dorlar, Als das ohne­hin schniächliche Kind in seinem Wagen schrie, riß es der Vater an den Händen aus dem Wagen und warf cs mit voller Wucht aus den Fußboden, Das arme Wesen verstarb nach kurzer Zeit, Der rohe Patron wurde verhaftet,

ch, Nieder-Jngelheim, 1. Sept, Obstmarkt, Birnen 47 Mt,, Ae viel 10 Mt, Zwetschen 45 Mt, Mirabellen! 78 Mt,, Pfirsiche 814 M,, Reincstaudcn 3 Mk, der Zenttier,

vermischte».

* Apotheker und Lokomotivführer, In der Apo­theker-Zeitung schreibt Dr, E. Lückcr-Berga, daß einer seiner Schüler das Lokomottvführerexamen bestanden habe und vor der Hand als Heizer aus Güterzügen beschästtgt werde. Der junge Apotheter habe monatlich 142 Stunden Eilenbahndienst und ver­sehe dann noch in Westfalen eine Rezepturstclle, Er will aus diese Weise dem Batcrlandc nützen, da er als Kriegsfreiwilliger nicht angenommen wurde.

Amtlicher Wetterbericht,

Oefsentliche Wetterdienststelle Gießeu. Wctteranssichten in Hessen am Freitag, deu 4 Sept, 1914: Zunehmende Bewölkung, doch noch meist trocken, kühl; Wrbde aus ivesltichen Richtungen.

Letzte Nachrichten.

Die gefangenen Franktireurs von Löwen.

Köln, 2, September, Die FranNircurs von Löwen sind nach dem Trupvenübungsplatz Munster transportiert worden. Es bcsandcn sich unter ihnen ein achtjähriger Knabe, Jun­ge n s von 13 bis 16 Jahren und zwci ehemalige Hei­delberger Studenten. Auf der Fahrt von der Westgreirze bis ins Hannoversche wvtlte sich em Franktireur durch einen Sprung aus dem Zuge befreien. Er nmrde durch einen 1>-Zug aus dem Neben>üeise zermatml. Ein hünenhafter Bauer warf ltzeldstücke und seine goldene Uhr durchs Fenster und wollte daraus einen Wachtposten ernntrgen. Er mutzte durch mehrere Bajonettstiche und eine Kugel getötet werden,

Graf Witte als Retter?

Wien, 2 . Sept, Eine mit «rmerikanischen Berhältniffen tvohl vertraute Korrespondenz meldet; Die Rückberu­fung des Grasen Witte nach Petersburg wird mit den bereits kurz nach Kriegsausbruch verbreiteten Nach­richten in Zusammenhang gebracht, daß Witte einen hervor­ragenden Posten im Reiche übernehme, Wittes Anwesenheit in Petersburg entspricht dem dringenden Wunsch des Zaren, Es heißt, Witte solle al»s Ministerpräsident Goremvlin ab- lösen, welcher jetzt vielleicht schon zurückgetreten sei. Es besteht auch die Möglichkeit, daß Witte mit besonderer Mission alsbald wieder ins Ausland reist, wohin, wird nicht gesagt.

Serbische Gewalttaten gegen Muselmanen.

Serajewo, 2, Sept, Die Serben beginnen in Neu­serbien eine Vernichtung der Muselmanen, Sic brannten viele Dörsev nieder und mordeten die Einwohner, Di- Türken flüchten scharenweise nach Bosnien und dem Sandschak

Lob der Nordländer.

(W.T.B.) Malmö, 3, Sept. (Nicht amtlich.) Das Sydsvenzka Dagbladet" schreibt:

Wir bewundern wohl alle in dieser Stünde die unerhörte Energie und Kraft, den großartigen Mut und das Selbstvertrauen, womit das deutsche Volk gegen 3, um nicht zu sogen gegen 4 Grostniächte kämpst, ?tbgesehen von der sitt- lickicu Kraft in dem deutschen Volke, ist es die gute Hecresorgani- sation, durch die das deutsche Volk ein Voll in Waffen ist, ivelclwr die bisherigen Erfolge zu danken sind Vnd welche die Möglichkeit gibt, misznhalten oder sogar zn siegen in dem ungleichen llampsc. Was bislier in erster Linie ansschiaggebend war, bie_ militärische Erziehung, ist der verketzerte und verhöhnte deutsche ^.rill, loclcher nunmehr Triumphe feiert,

(WTB.) Christiauia, 3, Sept, Bei der heutigen Immatrikulation hielt der Universitätsprofessor G c r h a r t eine Ansprache, in welcher er ausführte;

Man kann seine Sympithie und Antipatie verberge;: wo mau will, in einem trifft sich die ganze Welt in erstaunter hingcrisserrer Bewunderung der deutschen Tatkraft, die überwäl­tigt, Diese gewaltige Tüchtigkeit beruht vor allem dar­aus, daß kein anderes Volk so duchsetzt ist von Wissenschaft, wie daS deutsche, Mau hot vicj von dem preußischen Kriegsgeist gcsvrochen, aber darin stehen die Poeuhen bis heute hinbw vielen Völkern Afrikas und Asiens zurück, und nicht daraus komiut es an in einen modernen europäischen Krieg, sondern ans die Wissenschaft, diese imponierende Genauigkeit, die fast umehtbar ist. Jeder Knops trifft seine Leitung, jede Leitmlg sühtt nach der Zenttalc,

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