Weiter Die MusißflSpaliere stimmten „Deutschland, Deutsch-, lanb üder alles" an, waS von dem Publikum imtgesnnqcn iourde. Nach Beendigung der kurzen Feier im Lustgarten rückten die beiden französischen Geschütze vor das kronprinze lichc Palais, die drei russischen Däcrsckstriengewehre vor die Kommandantur. Unter den Äugen der Kronprinzessin und der kleinen Prinzen protzten die Geschütze unter dein Jubel der Menge ab und wurden von den Mannschaften über den Bürgersteig vor die Rampe deS kronprinAlicberr Palais geschoben, wo sie für längere Zeit ausgestellt bleiben. In gleicher Weise fanden die Maschinengewehre einen Platz vor dem Garten der Komrnandantnr.
Die RcichSlande zu Altdcutschland.
Straßburg, 2. Sept. Zur heutigen Gedenkfeier bringt die elsaß-lothringische Presse begeisterte Artikel, worin sie die Bevölkerung anffordert, den Sedantag von jetzt ab mitzuseiern. Wenn Altdentschland feiert, feiert auch Elsaß-Lothringen mit. Wenn nicht die Segiluugen der 44 Fricdensjahrc, so haben die letzten Ereignisse die Marka- tionslinie zwischen Altdcutschland und Elsaß-Lothringen zcr- i stört. Unvergessen wird in Deutschland bleiben, wie die clsaß- ! lothringische Bevölkerung einmütig für die deutsche gerechte 'Sache Partei ergriff. In Elsaß-Lothringen aber wird unvergessen bleiben, in welch gemeiner Weise die angeblich wahre i Kultur Frankreichs den Krieg heraufbcschivor. Tic Fortführung von über 100 clsaß-lothriugischcn Einwohnern, über deren Verbleib noch keine Nachricht eingctrofsen ist, zeigt den Elsaß-Lothringern, welche Bewandtnis cs mit der Kultur jenseits der Vogesen hat. Altdeutschland wird nunmehr Elsaß- Lothringen mit umfassen und Neudeutschland wird irur aus Gebieten bestehen, die bisher außerhalb der Reichsgrcnze lagen.
Die „Straßburger Neue Zeitung" schreibt: Bei den andau- Vrüden Erfolgen der dentsärrti Truppen aus der ganzen Linie hat cnrch sofort nffeder das Zu tra h c ii z u den Sparkassen zugenvmmen. Ein Beweis ist die außerordentliche Spannung zwi- sck>en den ein- und rückge,zahlten Beträgen bei der hiesigen Sparkasse. In der vergangenen Woche wurden von 654 Einlegern, wv- von 71 neue, die verhältnismäßig außerordentlich l>oh: Summe von 25 t 155 Mark eingezahlt und an 858 Einleger die Summe von 76 050 Marl zurückgczahlt.
Landesverräter.
(W.T.B.) Colmar, 1. Sept. Bekanntmachung. Ter Maler ! Jean Jrcoues W a l tz gen. Hansi, der Rechtsanwalt Alb. H e l - : m e r und der Zahnarzt Karl Duck, alle 3 aus Colmar, welche sich bei den französischen Truppen befinden, werden für Landesverräter erklärt. Wer ihnen Ausentlralt gewährt oder ihren Aufenthalt verheimlicht, wird nach Kriegsgebrauch erschossen.
Durch kriegsgerichtliches Urteil vom 28. Aug. 1914ift der Stein» chaucr Alexander Keusling aus Logelbach wegen.Landesverrats um Tode verurteilt worden. Das Urteil ist am 29. August urch .Erschießen vollstreckt ivorden. Ter Verurteilte hatte einem französischen Posten die Pfadfinder als Personen verraten, welche 'der Landesverteidigung Dienstc leisteten. Er hatte dadurch den Posten zum Schießen aus einen Knaben veranlaßt, den derselbe •für eilten Pfadfinder hielt. Der Knabe wurde durch zwei Schüsse schwer verwundet. Colmar, 29. August. Der Ortskommandant'- v. Mellenthin, Oberstleutnant z. D.
Straßburg, 2. Sept. lWB. Nichtamtlich. Aus Kol mar schildert der Berichterstatter der „Straßburger Post" das rigorose Vorgehen der Franzosen in bcwegicn Worten. Zu den sestgeslclltcu Verhaftungen von Beamten und Altdeutschen wird festgeslcllt, daß die französischen Truppen mit fertigen Verhaftnngs- listen in die Dörfer kamen, wobei der bekannte Kalmarer Maler Jean Jacgnes W a l tz, gen. Hansi, die traurige Rolle eines Ängebers und Verräters spielte. Tie Leute in dm Dörfern, die Hansl täglich in der Uniform eines französischen Fnfanteristm aesebm habm, erzählm mit Abscheu von dem gemeingefährlichen Treiben dies^ Vaterlandsverräters. Die Franzosen warm in denk festen Glauben. daß sie das Elsaß nicht mehr würden verlassen müssm. Sie hißten rmter theatralischen Ansprachen an dem Turm zu Türkheim die französische Fahne, stellten die Uhr nach französischer Zeit, regelten die Verkaufspreise, verboten der Bevölkerung jedes Verlassen des Torfes, das Liänanzünden usw. rnid ivarru nberbaupt so mißtrauisch, daß die «rslm Pickelhaubm als wal-re Erlösung begrüßt tvurdm.
Außer dem nicbtswürdigcn Hansi befand sich auch sein Verteidiger, Rechtsanwalt Helmer, bei dm Fcanzosm im MüNstrr- tal, desglkick-m mich eine unbekannte Größe, der Zahnarzt Duck. Der Ortskommandant erklärte, wie schon berichtet, alle drei für Landesverräter. Er warnt die Bevölkerung davor, ihnen Aufenthalt zu gewahren oder ihrm Aufenthalt zu verheimlichm Dansts Rucksack, Unisorm rmd Munition wurden im Münsterta! gefundm. Der ,Deld" ist anscheinend in Zivil geflüchtet. Bon seinen beiden Gcstnnungsgcnotsen Wetterls und Blume nthal schreibt der erste als „ehemaliger RetchStagsobgeordneter" seine giftigen Artikel gegen Teutsckiland und Elsaß im „Echo de Paris", letzterer im „Matin", nalürlich gegen gute Bezahlung, wie aus Offertm der Zeitung hervorgeht, die in Hansis Rucksack getundm wurden. Blummtlzal schädigte sogar vor seinem „Abschied" noch die Staatskasse, indem er sich am 31. Juli nock> sein Elehalt für dm Monat August in Döhe von 1000 Mark auszahlen ließ, obwohl er damals bereits wußte, daß Herr Diefenbach als .Bürgermeister bestätigt war. „Wir gönnen den Franzosen von Herzen solche Lmt«, und frmen uns, daß wir diese politischen Brnnnenvergister mdgültig los sind," bemerkt hierzu die „Straßburger Post".
Aus Deutsch-Belgien.
Kopenhagen, 1. Sept. Wie aus Antwerpen gemeldet wird, berichten dort eingetrosfenc Flüchtlinge, daß in Brüssel ein deutsch-ibelgisches Finanzministerium gebildet Morden ist, das die K riegssteuer n einzieht. Dann wurden alle Uhren Belgiens eine Stunde zurückgestellt, so datz sie jetzt deutsche Zeit haben. Ms die Bürger prvtestiertcn, erwiderte Generalgouvcrneur Fahr. v. d. Goltz, daß Deutschland einheitlich« Zeit haben müsse. Die Bürger Brüssels geben zu, daß im deutschen Deere glänzende Manneszucht herrsche. Me Zählungen erfolgen in Gold oder Anweisungen auf die Deutsche Reich-banr.
Brüssels Kontribution.
Rotterdam, 2. Sept. Der „Daily Expreß" meldet, haß die vier reichsten Belgier, die Herren Solvay, Baron Lambert de Rothschild, Warogue und Baron Empain die Brüssel lauserlcgtc deutsche Kriegs st euer von 200 Millionen Francs bezahlen werden. „Daily Telegraph" meldet, daß die Lebensmittel in Brüssel anfangen, knapp zu werden. Nur wenige können noch Fltzisch, Eier und Milch bekommen.
Entführung deutscher Frauen und Kinder durch Franzosen.
(WTB.) Berlin, 2. Sept. (Nichtamtlich.) Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:
Ueber die gctoaltsame Wegführung von Frauen und Kindern deutscher Beamten durch Franzosen aus dem Grmzortc Saales macht einer der betrosfenm Beamten fvlgmde Angaben: Am
1. August gegm lt1>/r Uhr vormittags, als die letzte Schwadron deutscher Kavallerie von Saales abgeritten war und auch die letzte Radsahrerkompagnie sich zum Rückzuge sammelte, verließ ich als letzter Zollbeamter Saales Meine Frau mußte ich dort lassen, fbenio wie e- auch die meisten meiner Kameraden iwtten tun müssen. Am 25. August nachmittags kehrte ich zurück, nachdem ich mich bei
den zunächst zurückgehenden und dann wieder vordringenden deutschen Truppen ausgehalten hatte. Mit mir kamen zwei Zollaufseher und der Gcmeindesörster von Saales. Schon vor dem Orte nmrde mir mitgeteilt, daß oie Beamtenfrauen mit den Kindern von den Franzosen abgefüdrt worden seien. In der Wohnung fand ich meine Frau nicht, auch sonst nirgendwo im Orte. Die Wohnung befand sich in einem trostlosen Zustand, die Möbel waren größtenteils zertrümmert, Bilder und Spiegel zerschlagen, selbst Photographien zerrissen. Der Boden und Sie Trümmer waren mit Unrat beschmutzt. Es hal sich herausgcstcllt, daß ll Beamtensraucn mit 20 Kindern und 2 erwachsenen Töchtern aus Saales wcggeführt worden sind, außerdem 3 Frauen von Angc- stelllen des Sanatoriums Tanncbcrg mit 5 Kindern. Die Frauen und Kinder der Beamten wurden von französischen Gendarmen sestgenommen und zunächst eingesverrt. Am 21. August tourden sie aus zwei Ochsenwagen verladen und abgeführt. In einer Fabrik in St. Diö wurden sie abgeladen. Weiteres über ihr Schicksal ist nicht bekannt.
Die italicnischc Presse gegen die Londoner Lügensabrik.
Rom, 1. Seht. In der „Gazetta del Popolo" wendet sich Lorcnzo d'Addcr gegen die von London aus verbreiteten Lügen über blitzartiges Vordringen der russischen Kavallerie nach Berlin, so namentlich gegen die Behauptung, die sich in Londoner Blättern befindet, daß russische Reiterei in vier bis fünf Tagen in Berlin sein würde. ?ldsa nennt London eine Lügenfabrik, wie cs Schanghai während des russisch-japanischen Krieges war.
Unpasscndc Scherze.
Rom, 1. Sept. Zwei Telegraphenbeamte des Kreises Rom, die sich in einem dienstlichen Gespräch mit Berlin eine anzügliche Bemerkung erlaubt hatten, wurden ihres Amtes enthoben, ihres Gehaltes verlustig erklärt und vor den Disziplinarrat verwiesen. Die beiden Beamten versichern zu rhrer Entschuldigung, nur harmlos' gescherzt zu haben. (B. Z. a. M.)
Deutsche Frauen i» England fcstgehaltcn.
Genf, 1. Sept. Aus London meldet das „Journal": Da mehrere deutsche und österreichische Frauen, denen vvm Ministerium des Aeußern gestattet wurde, England zu verlassen, ihren Ländern wichtige Informationen (!) hinterbracht haben, hat die Regierung beschlossen, jetzt auch alle Frauen der feindlichen Lander znrückzuhalten. Tie englische Regierung lxft diesen Beschluß dem amerikanischen Botschafter mitgetcilt. (B. Z. a. M.)
Tic Besatzung „Kaiser Wilhelms des Großen" gerettet.
Berlin, 2. Sept. (WB. Amtlich.) Nach einer telegraphischen Meldung des Kommandanten des nach dem Gefecht bei Rio del Oro versenkten Hilfskreuzers „Kaiser Wilhelm! der Große" ist wahrscheinlich die gesamte Besatzung gerettet worden.
Spende der Kaiserin.
Berlin, 2. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Die Kaiserin hat der Provinz O st p r e u ß c n zur Linderung der Not unter der durch den Einsall der Russen leidenden Bevölkerung 10 000 Mk überwiesen.
Freiwilliges Marincstiegcrtorps.
B e r l i n , 2. Sept. (WB. Amtlich.) Auf den Aufruf des Reichsmarineamtes, die Gründung eines Freiwilligen Ma- rine-Fliegcr-Korps betreffend, haben sich in wenigen Tagen über 3000 Kriegsfreiwillige gemeldet. Von diesen konnte zunächst nur eine beschränkte Zahl eingestellt werden. Die Gesuche, die ein sehr beredtes Zeugnis von dem Interesse und dem Drang nach Betätigung im Dienste des Vaterlandes oblegen, alle einzeln zu beantworten, ist dem Korne mando des Marine-Flieger-Korps nicht möglich gewesen. Bei weiterem Bedarf wird auf die vorliegenden Anmeldungen zurückgegriffen werden.
Dumdum-Geschosse der Gegner.
Berlin, 2. Sept. (Amtlich.) Unsere Armeen haben, wie schon gemeldet, den gefangenen Franzosen und Engländern Tausende Jnfanteriepatronen mit tiefausgehöhl- ten Ge schoß spitzen abgenommen. Die Patronen befanden sich zum Teil noch in der mit dem Fahrtkstempel versehenen Packung. Die maschinenmäßige Anfertigung der Geschosse ist durch Zahl und Art unzweifelhaft festgestcllt. Im Fort Longwy wurde eine derartige Maschine vorgefunden. Die Patronen wurden also von der Heeresverwaltung den Truppen in dieser Form geliefert, ltzefan- gene englische Offiziere versichern ans Ehrenwort, daß ihnen Munition für die Pistolen ebenfalls nrit derartigen Geschossen geliefert worden sei. Die'Verwundungen unserer Krieger zeigen die verheerende Wirkung dieser Dumdum-Geschosse. Während Frankreich und England unter grober Verletzung der Genfer Konvention Geschosse zulassen, deren Bertven- dung ein Merkmal barbarischer Kriegsführung ist, beobachtet Deutschland die völkerrechtlichen Bestimmungen genau. Fm gesamten.deutschen Heere wird kein Dnnid»ni-Geschoß verwendet.
Weibliche Kriegsfreiwillige.
Berlin, 1. Sept. Wie in den Freiheftskriegen vor hundert Jahren zeigt sich auch jetzt der Patriotismus der deutschen Frauen und Mädchen. Cs' mehren sich die Gesuche an zuständiger Stelle von Frauen und Mädchen, die bereit sind, ihr Leben einzusetzen. Die Correspondenz' Piper veröffentlicht eines dieser Gesuche:
„Da ich in der Zeitung gelesen habe, daß Jnngftauen und Frauen von 18 bis 30 Jahren sich zur Ausbildung als Soldat melden sollen, und da mein Bemühen, mich als Samariterin am Kriege zu beteiligen, vergeblich war, habe ich mich entschlossen, mit Leib und Seele Soldat zu werden und in den Kampf zu ziehen, da, wo es am schlimmsten ist. Ich bitte Sie herzlich, mir sofort Mitteilung zu machen, wo und wann ich mich stellen muß, da ich sobald als möglich Soldat sein möchte, um an der Seite meiner acht Angehörigen für Kaiser und Vaterland zu kämpfen, und zwar am liebsten beim 1. Garde-Regiment zu Fuß oder bei den 24ern in Neuruppin. Ich hoffe, daß mein Wunsch und meine Bitte bald erfüllt werden. Ich bin 19 Jahre alt und im Kreise Lyck in Ostpreußen geboren. Mein Vater ist ein armer Maurer und Landwirt."
Pom Herzog von Koburg-Gotha.
(WTB.) Gotha, I.Sept. (Nichtamtlich.) Herzog Karl Eduard hat an den Staatsminister v. Bassewitz folgendes Telegramm gerichtet:
Ich ermächtige Sie, öffentlich bekannt zu geben, daß ich die Stelle des Chefs des Regiments Seaforth High- land aufgegeben habe, da ich es nicht als deutscher Bundcs- sürit in Einklang bringen kann, Chef eines Regiments zu sein, dessen Land uns in schändlich st er Weise überfallen hat.
Karl Eduard.
Fluchtversuch eines gefangenen französischen Offiziers.
München, 1. Sept. Ein kriegAgefangener französischer Offizier hat den Truppenübungsplatz Lager Lechfeld trotz seines gegebenen Ehrenwortes verlassen und zu fliehen versucht. Es gelang, ihn bald wieder festzunehmen. Er wurde nach dem Lager zurückgebracht, wo er seiner Bestrafung entgegensieht.
Arbeiter und Arbeitgeber.
(WTB.) Berlin, 2. Sept. Die deutschen Arbeitgeber-' verbände wenden sich energisch gegen die Versuche einzelner! Unternehmer, die durch den Krieg herbeigesührte Schwächung der Gewerkschaften zum Bruch der tariflichen Abmachungen, zu mißbrauchen. In einem Aufruf des Arbeitgeberve-bandes für das Bange >v er de heißt es:
Alle Verträge mit den Arbeiterorganisationen behalten ihre Gültigkeit. Die Arbeiterzentralorgarrisationcn haben die bestehenden Streiks und Aussperrungen aufgehoben und damit erkennen gegeben, daß sie während des äußeren Kampfes im Jnncni den wirtschastlick>cn Frieden erhalten wollen. Es wird in den ernsten Zeiten ant beiden Seiten nicht der gute Wille fehlen, alle Reibungen zwischen den für die Fertigstellung der Bauten noch verfügbaren Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu vermeidcn. Die Mehrzahl der deutschen Arbeiter steht heute neben unseren Mitgliedern im Felde. Wir wünschen allen eine glückliche Heimkehr.
Eine schöne Ehrung des deutschen Namens in Ofenpest.
(WTB.) Ofenpest, 2.Sept. (Nichtamtlich.) In der , gestrigen Sitzung des Magistrats der Hauptstadt stellte der < Bürgermeister Dr. Stefan Barczy folgenden Antrag: . . ;
Ich stelle dem löblichen Magistrat den Antrag, den Vaczi- Boulevard nach dem Namen Wilhelms II. in „Kaiser-Wilhelms-Straße" umzutaufen. Es hat eine symbolische Bedeu- * tung, daß ich gerade an diesen Boulevard denke. Er ist die Haupt- '
aber, durch die der Blutkreislauf unserer Nation als durch das- '
Herz des Landes dringt. Es ist der Weg, der uns von Norden nach *
Westen führt zu der p n Kraft und Bildung mächtigen: 1
Nation, mit der gemeinsam wir jetzt den K a m p s d c r m « n s.ch- lichcn Gesittung gegen tierische Wildheit und ' t hochstehende Verderbtheit führen. Der Königliche Mann, mit dessen ll
Namen wir diese unsere Hauptstraße schmücken, verkörpert all das, >
was unsere Seelen jetzt bewogt, wovon die Luft glüht: die Kraft, ^
die Bildung, die Macht, demütige Entschlossenheit, Güte und Recht- . c schassenheit. Dieser mächtige Herrscher war cs, der mit Genialität: ^
und kluger Rechtschaffenheit die Bedeutung unserer Nafton netdlosi ,
anerkannte und sie mit der dichterischen Inspiration seiner Rasse- "
hochpries, der jetzt für seine Erkenntnis auch eintritt, während er> «
mit unserem weisen, edlen Herrscher im Bunde, mit unseren glor-^ "
reichen Armeen die Erde erzittern macht, der seine Lauf-^ >!
bahn den ©eftirnen zuführt und nicht nur mit uns, son-> j
dern auch für uns kämpft. Wir erstatten der eine well hist»-, rische Mission erfüllenden Nation und dem an ilrrer: Spitze leuchtenden Heldenmut und Mannestum unseren Dank ab, wenn wir unseren Boulevard nach dem Namen des VerkörpererS deutscher Kraft und deutschen Wissens nennen. Ich bitte um die ^ Annahme des Antrages und Unterbrcitunq an den hauptstädtischen I' Baurat, damit er das Nötige in der Sache veranlassen werde. I
Ein Wiener Lob.
(WTB.) Wien, I.Sept. Zu dem letzten Bericht über das Vorgehen der Deutschen in Frankreich und den glänzewt den Sieg des Generals v. Hindenburg schreibt die „Wiener Allgemeine Zeitung":
Neberall sind die deutschen Truppen in stetigem Vormarsch an- zunehmen. In Frankreich ist es ein Triumphziig, bezw. irgend in seiner heroischen Pracht, seiner Schnelligkeit, Methodik und^ exakten ttzewalt, erschütternd durch die Riesenmenge des herrlichstcn- menschlichen O-pscrmutes, treuester Tapferkeit und Selbstlosigkeit. Als ebenbürtiger Partner stellt sich an die Seite die deuffche Ostarmee. Ueberraschend ist der gewaltige Sieg von Neidenburg. von genialen strategischen Dispositionen und unvergleichlichem Heldenmut einer Minderzahl zum Teil nicht aktiver Truppen fünf feind«, liche Armeekorps zerschmettert, drei von ihnen fast ganz zersprengt und vernichtet. Mit einer Ziffer von 70000 Gefangenen ist ein Erfolg erzielt, der an den Sieg von Sedan heranreicht.
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Eine Sedanfeicr in Prag.
Prag, 2. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Im Garten des „Deutsche» Hauses" fand gestern eine Sedanfeicr statt, deren Erträgnis für die Familien von Wehrmätmer» bestimmt ist, die ans Prag nach Deutschland ein gerückt sind. Der Festredner feierte die bisherigen Siege der deutschen Truppen und drückte die Hofsining aus, daß es auch' den österreichischen Truppen vergönnt sein möge, mit den deutschen weitere Siege zu erringen. Sodann wurden die Bolkshymne und „Heit dir int Siegerkranz" gesnngem Hieran reihten sich patriotische Vorträge. Abgeordneter Schreiner hielt eine mit großem Beifallsaufgenvmmene Rede, in der er das Bündnis zwischen Oesterrerch-llngarn: und Dentsckland feierte, das durch den gegenwärtigen Kbieg festgckittet werde; der Redner schloß init einem L>och auf die verbündete Armee. Die Anwesende» zogen schließlich zum deutschen Konsulat. An die Kabinettskanzlci des Kaisers Franz Josef und an Kaiser Wilhelm wurden H»kdtgungs-l' telegramme gesandt.
O f e n p e st, 2. Sept. (Nichtamtlich.) Gras Ti s z a richtete! eine Depesche an den österreichisch-ungarischen Gesandten in Bakrest, Czerin, in der cs heißt, er sei glücklich, die Nachricht bestätigen zu können, daß die ganze rumänische Bevölkerung Ungarns mit patriotischer Begeisterung an hem großen Kampl teil» nehme, der für die Sache der Zivilisation und Freiheit des europäischen Südvstens geführt werde. Diese große Wahrheit, die ich seit einem Vierteljahrhnndert gepredigt habe, schreibt Gras Tisza, die der Solidarität der Lebensinteressen der imgarischen und ritmii- nischen Rasse, offenbart sich in der gcgenwärftgen ruhmrcick»« fruchtbaren Krise.
An die Königin von Holland zu ihre»» Geburtstage.
(WTB.) Düsseldorf, 2. Sept. (Nichtamtlich.) Anläßlich des Geburtstages der Königin Wilhelmina von Holland sandte eine Anzahl in R h c i n l a n d n n d W e st s a l c n ansässiger Holländer das nachstehende Huldigung s te le g r am m an die Königin nach dem Haag:
„An die Königin Wilhelmina von Holland. Zum beutigen Geburtstage gestatten sich zahlreiche, in Rlreinland und Westfalen ansässige Holländer die ehrerbietigsten Glüchvünsche darzubringcn. In dieser ernsten Stunde, die ganz Europa iu blutigem Kriege sieht, sind alle Hollärcher in ganz besonderem Maße von den innigsten Wünschen stlr das Wohlergehen Ew. Majestät erfüllt. Gleichzeitig drängt es uns, unseren tiefgefühlten Dank auszn- sprechen sür die energische Initiative, mit der Ew. Majeftäl Regierung in dieser schweren Zeit über die strengste Neutralität der Niederlande wacht. Dankbar, und von Stolz erfüllt aus unser altes Vaterland, begrüßen wir die Vorkehrungen, die Ew. Majestät Regierung zum Schutze der Landcsgrcnzcn Hollands getroffen hat. Die von Holland proklamierte, strikte neutrale Haltting gegenüber allen Staaten und die gleichzeiftge, kraftvolle militärische Besetzung der holländischen Landesgrcnzen lassen alle Holländer, wo sie auch weilen, zuversichtlich hoffen, daß ^ von keiner Seite gewagt wird, das neutrale Gebiet des srtedsamcn, holkändischen Volkes zu überschreiten, oder dessen Territormlitäk anzutasten.
Wir Holländer in Rheinland und Westfalen, deren neues Vaterland an der Westgrenze des in den Kampf vernickelten Deutschen Reiches liegt, die wir seit langem den rechtlichen, stets aufrichtigen Charakter und die grundehrliche Gesinnung der Deutschen kennen und schätzen gelernt haben, sind fest überzeugt, daß der Deuffche Kaiser uns seine Regierung den Krieg nicht gewollt haben. Wenn trotz der Friedensliebe Wilhelms II. Deutschland in den Kamps zu ziehen gezwungen war, wissen wir, daß eine Verletzung der Neutralität Hollands von diesem Lande nicht zu bcsürchtcn ist. Einen Vttveft hierfür lieferte uns kürzlich noch die takwolle, äußerst peinlich
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