.ihrivi *u Haus anntfawti np i. tont in der Stadt überall starke Em-
auarttcrnng nur Und ivieder saßen um- mit den Kindern beim 'WnWuu im 'feiler und lernen »ne »m Mitternacht auf Matratzen,
i.' find unzählige Verhaftungen oonienomnum. Ein Kloster in ;H iedIshci I» soll ausgehoben fein, weil hier eine ganze Kompagnie Franzosen versteckt war. Andere Leute sind sofort erschossen worden, als man die Franzose» bei ihnen fand. Nestern den ganzen rag gab's Haussiichimgen mit aufgepflanzlern Bajonett. In der ctadl find viele Zivilisten erscküagen worden."
Dar Konklave.
Wie es zustande kommt und verläuft.
VonDr. Kuhn.
Kaum hat ein Papst die Augen geschlossen und der Eamerlengv mit silbernem Hammer, den er tuiis die Stirne des Papstes aui- fchlagen läßt, amtlich den Tod festgestellt, so übernimmt mit dem gleichen Augenblick dieser Camerlengo die Zwischenherrschast jim Batilän und der Kirche. Der Hosstaac des Papstes wird entlassen und der letzte Kardinalstaatssekretar muß deir Batikanpalast vcr- lassen. Die Leiche deS Papstes wird einbalfmnieirt und am nächsten und nächstfolgendem Tage feierlich in der SakrameutSkapelle des Pcterdoms ansgebahrt, am Abend dieses zweiten Tages jedoch in dem provisorischen Grabe, einer Nücke im linken Seitenschiffe der Pelerskrrche, beigefetzt. Am Tage daraus beginnen die fogenanutcn „novembiales", das heißt die neuntägige BorberertungSzeit, während derer man die Ankunft der auswärtigen Kardinäle abwartct und die mittlerweile eingetroffcnen Kardinäle Borverfammlungen abhaltcn, deren Gang und Beratungsgegenstand genau vorgeschrie- ben wird
Der Eamerlengv hat den Antritt feiner Herrschaft dem Volk von Rom durch den Kardinalvikar bekannt zu machen, den Kardi- näleu durch den Dekan, und muß dann die Tore des apostolischen Palastes schließen lassen, in den ohne seine Erlaubnis niemand mehr eiutreten darf. Sollten bewaffnete Leute eindringen wollen,, >ö bleiben die Tore erst recht geschloffen. Vertreter der italienischen Negierung darf der Camerlengo im Palast selbst nicht empfangen. Gegen irgendwelchen Versuch der italienischen Regierung, die Freiheit des Vatikans anziitasten, muß an das diplomatische Korps protestiert werden. Die Vorverfammlungen aller Kardinäle finden im Vatikanpalast statt. In diesen Versammlungen müssen die Kardinale alle Proteste erneuern, welche die Päpste seit 1870 zur Walzrung der Freiheit der Kirche stets aussprechen und diese dem diplomatischen Korps bekannt geben. In der ersten Versammlung sollen die Kardinäle mit allen Regiernngcnz die schon lclegraphilch vom Tode des Papstes unterrichtet sind, in Verbindung treten.
Leo XIII. hatte auch die Verfügungen von Pius IX. erneuert, wonach das Kollegium der Kardinäle jede äußere Einmischung zurückwcisen und tnc Papstwahl leibst so viel als möglich beschleunigen sollten. Tann aber befahl er, daß alle aus das Konklave bezüglichen Verfügungen der Päpste den Kardinälru in einem besonderen Bande übergeben werden sollten und zwar ,,sub vincolo silentii“, so daß die Kardinäle nicht nur die Geheimhaltung des Bandes, sondern auch dessen Empfang beschwören und ihn nach der Lektüre in die Hand des Eamerlengv znrückgeben mußten.
Alle übrigen Versammlungen finden in der Sakristei der Peterskirche statt. In der zweiten Veriammlung mürben vor 1870 alle Aemter des Kirchenstaates und deren Inhaber neu bestätigt, jetzt aber wird nur der Ort des Konklaves bestimmt. In der dritten findet hie geheime Abstimmung über den Beichtvater des Kon klare statt. In der vierte» werden die Akrzte, in, diu fünften die Apotheker und Barbiere des Konklaves geiväblt. Ist der sechsten lost der letzte Kardfnaldiakon die Nummer der einzelnen Wohnungen ' ;ieilen) für die Kardinäle im Konklave ans. Die iirtentet Sitzung ist der Wahl alles Dienstpersonals gewidmet, das in das Konklave zugelassen werden soll, die achte beschäftigt sich mit dem (befolge der Kardinale int Konklave, den sogenannten Konklavisten. 1908 wurden für jede Eminenz nur zwei Konklavisten zugclasseN gegen drei, wie früher Brauch war, ein geistlicher Sekretär und ein Diener. Me neunte Sitzung tvähll eine aus drei Kartinälen be- ftehvnbc Kommission, welche für die Ueberivachiing, den Verschluß und die Polizei des Konklave verantwortlich ist. Da die Versammlungen ihre Arbeiten bald erledigt haben, so bieten sie den Karbi- nälen Zeit -eenug, Vorbesprechungen über die Lage der Kirche und die eventuellen Papslkandidaten abzuhalten.
Während der „noverndicilis" ivird stark gearbeitet, um den von der Welt abgefperrten Konklaveraiim herzurichlen, er umfaßte 1908 den ersten Stoch des Vatikans mit der Sala Regia und der Capella Ssstina, sowie die um die Loggien Raffaels im .zweiten Stoch gelegenen Räume. Fr drei Gemächer, eines für den Kardinal, das also Sckzlas«, Speisezimmer und Bureau zugleich» war, und die andern für die beiden Konklavisten, wurden zu einer sogenannten ,.Zelle" hergerichtet, dann ein gemein schastlicher Spessesaal, eine Küche usw. gerüstet. Alle Fenster und sonstige Oesniungen des abgesperrten Raumes wurden verschlossen und tzunr Teil mit Bretterverschlägen versehen, um iedc Berührung mit der Außenwelt zu verhindern.
Am zehnten Tage 'Nachmittags ziehen die Kardinale in den KonNaveraum. Gegen fünf Uhr findet rn der Wahlkapelle eine feierlichze Andacht statt, in der alle Kardinäle und die Konklavisten vereidigt werden, und der jeweilige Ehcs der fürstlichen Familie Ebiga, die das Amt erblich) bat, als KvnklavernarschaU eidlich Mite sWaclze zu lzalteu ctzelobt. Nach dieser Feier wessen die Zeremonienmeister asse ambefugten Leute laus dem Konklaveraum hinaus, dessen Hauptzugaug dann. verschlösse» wird. Eine Stunde später zieht der Camerlengo begleitet voii den Chefs der Kardinalbifchvie, der Kardinalpriester mrd Kardinaldiakone, mrd geführt von Fackel- trägeni durch alle Räume, um zu prüfen, ob sie auch vorschriftsmäßig gegen außen al>gefperrt sind/ Bon fetzt ab können die - Insassen des Konklave nur durch vier Schalter, die an der Konklave pcwipherie verteilt sind, mit der Welt draußen verkehren, freilich nur tmter strengster llebenvachung, irrit der Ordcns- suverioreil betraut snid. Sie »lüfseii alles prüfen, war dirrch dre Schalter kommt, Lebensmitlel, Wäfelie, Briefe. Zeitungen, Tperfen und Eßgefchirr. Auch» müssen sie mir ölten Mitteln verhüten, das: duvch das Schalter irgend welche (bespräche geführt oder Zeichen gewechselt >oerden. protz aller diefer Vorsichtsmaßregeln waren jedoch 1908 Diplvmasse und Regierung läglich vom Gang des .Konklave unterrülstet und eine liberale Zeitung konnte das Menü des ersten Konklavediiiers mitteile». Wie dos möglich war, ist nie bekannt geworden: d,n Konkiavenigtschall hatte zwar den Verdacht, daß mit Brieftauben und »wißen Tuctstignalcu gearbeitet ivordeii sei, hatte aber trotz energischer Nachforschungen nichts entdecken können. Vorschrift ist ferner, daß jeden Abend um 9 Uhr Stille im Konklave herrschen und iich alle Konklave- iusasfeu in ihr Zimmer zurückziehen sollen.
Am Tage nach dem Eftizua in dis Konklave wird zuirächit in der Kapelle eine feierliche Messe gelesen, während derer der Zelebrierende, der Vorschrift nach der Kardinal-Eamerlenqo, allen Kardinälen die Kommunion erteilt, Gegen zehn beMirnt dann iur Wahl raum die Sitzung. So viel Kardinäle, als das hl. Kollegium zählt, so viel Schreibtische find ausgestellt, über denen sich ein beweglicher Baldachin erhebt, der die Trauersarbe lüolctt hat, lueirn die betreffende Eminenz vom verstorbenen Papste ge- wählt, hingegen >rnin ist, wenn die Eminenz von einem andern Papste gekürt wurde. Außerdem liehen in der Mitte des Raumes noch drei andere Schreibtisch', für den Fall, daß einige Kardinäle möglichst unbemerkt ihren Stimmzettel ausfüllen wollen. Vor dem Altar befindet sich senkrecht zu de» anderen der Tisch der Sttimn- vrüfer, rechts von ihm der päpstliche Thron. Pavstgewänder, je drei von verschiedener Größe liegen auch bereu Nachdem die Wahl der Revisoren erfolgt ist, beginnt die Abstimmung stiach bau Range schreiten die Kardinäle einzeln »um Tisch der Revisoren und geben ihren Zettel ab. wobei sie die Eidesformel wiederholen, daß sie nur den Würdigsten lväblen wollen. Ist e a Resultat verlesen, so kan» der regelrechten Abstimmung noch die Wahl ..Accessit“ skattsinden, wobei ,eder Wähler Nir den Kandidaten mit dem Wort „Accedo“ — Ich trete bei, stimmt, fern er (eine Stimme an zweiter Stelle geben würde. Durch dieie Wahl von zweiter Hand wurde oft das ganze Venahren l eickleunigt, weil sich herausstellte, daß oft ein schon begünstigter - einal bedingungsweise noch mehr Gesotgschast hatte, als die 'regelrechte Abstimmung vermuten ließ. Es wurden also viele
Schwankende aus ihn aufmerksam gemacht. Die Wahl wird so lange fortgesetzt, bis Zweidr i ttel Mehrheit erreicht sst.
Mit dem Augenblick der Verkündigung des Wahlsieges fallen alle Baldachine durch den Zug an einer Schirur, wir der des Gewählten bleibt stehen. Nachdem er auf Befragen die Annahme der Wahl erklärt und seinen Papstnamein genannt hat, wird er durch sein Gefolge und den 'Sekretär des Kcmklav»», der ihm das weiße Papsttnützchen reicht, mit dem Papstgewand bekleide!. Dabei ist es Brauch, daß der neue Papst dem Konklavesekretär sein rotes Kardi nalrnsttzckien schenkt, wodurch dieser von selbst zum Kardinal erhoben wird. Während dieser Vorgänge wird die Türe, die vom Konklave zur Papstloggia, das Mittelscnster über dem Porta! der Peters kirche, führt, geöffnet imd üi pomphaftem Zuge schreitet der Chef der Kardinalsbiakonen dorthin, um dem Volte drmrßen mft dev Formel: ,,Habemu!» pontificem“ die Neuwahl zu verkünden Tann eriolgt tue feierliche Huldigung der Kardinäle vor dem neuen Papste, die in Knieiall und Akkolade besteht. 'Nack ihr bildet sich ein neuer Festzug. der vo(r 1870 den Papst zur Papstloggia ge leitete, von n>o aus er dem aut der Piazza versammelten Volke den ersten Papstsegen erteilte. 1878 und 1903 gingen aber die neuen Päpste zu dem diesem äußeren entsprechenden inneren Fenster der über der Portalhalle gelegenen Aula Beatisicationis nnb segneten nach der Pcterskirche bin. Dieser Unterschied war seit 1870 nolweu- dig geworden, um den Anschein zu vermeiden, daß der neue Papst das Königreich Italien anerkannt habe.
Rom, 22. Aug. Die Wallfahrt zur Sl. Peterskirche dauerte den ganzen Tag an. Es wurden 6 Messen zelebriert. Um 1 Uhr nachmittags wurden die Tdre von Sank: Peter ge schlossen und die Vorbereitungen für das Begräbnis begannen. Nachdem dem ventorbenen Papste von dem Vizegeranten Msgr. Ceppetclli die Absolutio» erteilt loorden nnir, wurde die Leiche uw 6 Uhr nach der Vorkapelle getragen, um ein dreifacher Sarg und ein mit rotem Damast bedeckter Tisch bercitstandcn. Hier waren zwei Kardinäle und das diplomaftichc Korps bei!» päpstlichen Stuhl anwesend. Unter dem Gesänge des „Miserere" wurde die Leiche aus den Tisch, gelegt. Nach abennaliger Absolution wurde die sterbliche Hülle mit rotem Damast bedeckt und in den Sarg gelegt. Sodaim hielt Msgr. G a l l i die Trauerrede, wahreich der Palastvizepräfelt dos Gesicht des Papstes mit einem weißen Schleier und der Vizezeremonienmeistcr cs mit einem zweiten Schleier bedeckten. In den Sarg wurden auch drei Behälter mit den während des Pontifikats Pins X. geschlagenen Münzen ge legt. Um 6.50 Uhr wurde der erste Sarg aus Tannenholz geschlossen. DerEamerlengo-Kardinalbischos dellaBolpe, Staatssckr. Kardinaol Merrp del Val sowie der Majordomus Monsignore Ra- nuzzi Bianchi setzten das Siegel aus den Sargdeckel. Um 7,30 Uhr wurden auch der Zinnsarg und der äußere Sarg aus Ulmeubolz geschlossen. Der Leicheuzuq bildete sich von neuem, uitd geleitet von Nobelgardisten wurde der Papst aut eiirern kleinen Wagen zur Gruft gefahren und in diese hinabgelassen Nachdem sich die Kardinäle zurückgezogen hatten, gab der Vizcgerant von neuem die 'Absolution. Ter Sarg wurde in einer provisorische» Gruft heigesktzt. Tie Zeremonie war um 8,10 Uhr beendet. Etwa tausend Eingeladnie waren bei der Trauerseier zugegen.
Aus Staöt «nv Cait&
Gieße», 24. August 1914.
** Verlustliste. Ta mit dem Fortschreiten des Küiegs die Verlustlisten umfangreicher werden, müssen lvir davon abschen, diese ganz zu veröffentlichen Wir heschrän ken uns deshalb aus die Bekanntgabe der Namen solckier gefallener oder verwundeter Soldaten, die aus Hessen und den angrenzenden Gebieten stammen r Inf-Regt Nr. 112, 2. Komp.: Musk. Heinr. Sohns ans Plentersbach Kr Eberbach) schw. verw. — 4. Komp. Mu.sk. elkud. Sommer aus Frankfurt a M, vermißt. — Ins.-Regt. 11 x, Leib komp : Uffz. d R. Georg Trümmer, Worms, v,n. I. Komp Musk Karl Schuch, Bechtheim, tot 10. Komp. R. Aug. Staufs, Oberslörsherm, vm. Thür. Ulanen Regt. 'Nr. 6, 2. Eskadr.: Karl Schlingloss, Hanau, im; Gsr. R. Hch Bloch, Lauterbach, vm. 4. Eskadr.: R. K. Ioh. Klammer zell, Fulda, tot: Benedikt Böttcher, Bickenriede, lu.; Hch Weil, Trocknerfurth, schw. v.. Halsschuß: Scrg. Fr. Otto Hartmann, Hohensolms, tot. — Feldart.-Regt. 61, 2. Batt.: Peter Edelmann aus Airlenbach, tot.
** Hessische Krieasversicherung u n b laud wirtschastltchcGenossenschafteu. Die Zentral- kasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, e. G. m. b. H. zu Darinstadl, ist An nahmestelle der hessischen Kriegsversicherungen auf Gegen seitigkcit für den Krieg 1914. Damit ist die umfassende Organisation des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens in Hessen mit rund 335 der Zentralkasse angeichloisencn Ein zelgenossenschasten in die Dienste der Kriegsversicherung gestellt. Jede dieser Genossenschaften kann durch Bermittelung der Zenlralkosse die erforderlichen Versicherungsscheine de ziehen und in der denkbar einfachsten Weise die Vcrrechwlnq vornehmen. Es empfiehlt sich dringend, daß die Genossenschaften von dieser segensreichen Einrichtung Gebrauch machen und erneut ihre wirtschaftliche Kraft und ihre Eri stenzberechtigung in der Volkswirtschaft unseres Landes dar tun. Die Zentralkasse ist bereit, den Genossenschaften jede gewünschte Auskunft zu erteilen.
** Hessische Kriegs-Versicherung auf Gegen seitigkeit für den Krieg 1914. Nach dem Vorhilde der^ nassauischen Krieqsversicherung, die sich im Kriege 1870 71 sehr gut bewährte, habeit die beiden hessischen Kran kcnverbände unter dem Vorsitze des Großh. Obcroersiche rungsamtS eine hessische K r i e g s v e r s i ch e r u n g aus Gegenseitigkeit für den Krieg 191 4 errichtet zur Unterstützung der Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern. Das Großh. Ministerium dal erklärt, dieses Unternehmen zu fördern. Diese Kriegsversicherung ist eine Sterbekasse aus Gegenseitigkeit. Es werden Anteilscheine st 10 Mark ausge geben, für eine versicherungsberechtigle Person dürfen höchstens 20 Anteilscheine gelöst werden. Versichert werden kann jeder zum Heeresdienst Eingezogene, dessen Wohn, sitz unmittelbar vor der Einberufung int Großherzogtum Hessen war. Anteilscheine dürfen nicht mehr für solche Personen gelöst werden, die bereits gefallen oder verwundet sind, es sei denn, daß ein Arbeitgeber für seine sämtlichen Angestellten und Arbeiter Anteilscheine löst. Die eilige gangencn Beträge werden nach Maßgabe der gelösten Ans: icilscheine an die Hinterbliebenen der während des Krieges gefallenen oder gestorbenen Versicherten ausbezahlt. Die Per waltung der Kriegsversicheruug ist eine ehrenamtliche. An teilscheine können bei allen hessischen Krankenkassen und deren« örtlichen Verwaltungsstellen gelöst werden, außerdem bei allen sonst noch zu errichtenden Annahmestellen. Arbeitgeber können ihre Angestellten und Arbeiter, Eltern ihre Söhne usw. versichern. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß dritte Personen Anteilscheine zu Gunsten Bedürftiger lösen und diesen schenken können. Es möge niemand versäumen, von dieser Gelegenheit Gebrauch zu machen. Eile tut Not. Jeden Tag können unsere braven Truppen in die Schlacht kommen. Es ist daher notwendig, daßdieAnteilscheinesofortgelö st werden.
** Gießener Lazar e t tw« sen Genau wie in anderen Städten hat man sich auch bei uns gerüstet zur Aufnahme von im Kriege vernamdeter und erkrankter Soldaten. Von der Militärbehörde wurden eingerichtet: Re- serve-La^arett^ l, das bisherige Garnison Lazarett, das coangeWshe Schtuefterzchaus, das kaufmännische Vercrns»
haus, die Ärrnhakle an der Nord-Anlage, das katcholrsche Verernshaus und Steins (Karten mit 400 Betten- Reserve-
Lazarett II, ProvinziahSäechenansvalt (Männer-LkbünLing) 200 Betten imd die alte Klinik 300-350 Betten. Bei weiterem Bedarf werden Krankenbzrracken auf der Lrebrgö>°-
höhe für 150—200 Betten errichtet. Weiter finden perwun.-- dete Krieger Aitfnahme in den ÄereinslaFaretten des Roten Kreuzes. Me Oberleitung des Lazarettwesens am Platz) liegt in den Händen des znm LaKarettdirektor ernannten Oberstabsarzt a. D. Dr. Seegert, dem als Chefärzte Prof. Tr. Walther und Stabsarzt M. Winther zur oeitc stehen. Eine sehr große 'Anzahl von Privatärzten aus Gießen und der Provinz hat sich bereits in Friedenszeiten der Arntcc- verivaltung für den Kriegs fass zur Verfügung gestellt, diese iverden mit Eingang des .Krankenzugangs für den Lazarett-- dienst cinbernfen. 'Außer den 1300—1400 Betten in den Lazaretten haben sich in dankenswerter Weise noch Private erboten, Rekonvaleszenten mit Berpflcgung gern aufzu- nehmen, um dadurch die Lazarette zu entlasten, und' hofft man derarttgc Angebote, weirn sie erforderlich seftr werden, noch mehr zu bekommen. Es ist erfreulich und ein schönes Zeichen von Opfermut, daß man, ohne darum angegangen zu sein, auch der Lazarettverivalttnig gedacht ltzit. Reiche l'ieldbciträge sowie Liebcsgaöen, als Taschentücher, Hemden, Strümpfe usw., besonders aber auch Lebensmittel, sind der Oberleitung für Lazarettztoecke zugegamgen.
Hessen-Nassau.
Marburg, 23. 'Aug. Auch unsere ländliche Be- völkerung ist in hohem Maße bemüht, der Not des Krieges zu steuern. In allen Orten wird neben Kleidungsstücken und Naturalien auch Geld gesammelt. Me Gemeinde Ebsdorf, >oo aus diese Weise mehr als 1000 Mt. zusamnren- gcbracht wurden, stellte außerdem in ihrer Äeinkinder-- schule 25 Betten mit vollständig freier ärztlicher Behandlung und Verpflegung zur Berfiigung.
Marburg, 23, Aug. Tie bekannte Tabaksabrik Niederehe, die^brrcits bei dem Abmarsch der hiesigen Truppen diese mit Tabak und Zigarren beschenkt, hat neuerdings zur Verteilung unter die im Felde stchciiöcn 'Angchörigan des I I. und 18. Armeekorps 10 Zentner Rauch- und Kml- tabak gestiftet.
Untverfitäts-Ntictiriciiten.
— E r n a » (i t wurde der außerordcutliche 'Professor für alt- lestamcutliche Eregese an der llniverfität Halle a. ix S. Dr. theol. et phil. Karl Stet, er naget junt ordentlichen Broiessor in der evangelisch theoloaischen Fakultät der Universität BreSlan alS Nachfolger des Geh. Konsiftorinlrats Pro'. W. Rothslein.
Meteorologische veobachtungen der Station Giehen.
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Verantlvorllich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz.
Bnsrus!
Die glänzende Entwicklung imseres nationalen Flugwesens darf durch den Krieg nicht zum Stillstand kommen! sie muß im Gegenteil init allen Mitteln weiter gefördert iverden. damit die , imqüe Wasse mit vollem Erfolg für die Vetteidigung des Vaterlandes mit- cingcseyt werden kann!
Ter Nachschub von Flugzeugen an die Armee und die Marine ist durch besondere Maßnahmen gesichctt worden Die Verwendung der Ziyilpilot«» im Heeres und Marinadienst ist eingcleitct. Tiie Fliegerschulen setzen ihren Ausbildiiiigsbeiried fort. 'Mer die Möglichkeit großer 'Abgänge, mit denen im Kriege natuvganräß noch mehr als im Frieden zu rechnen ist, zwingt zu rechtzeitiger Vorsorge sür die Ausbildung weiterer Flugzeug Führer für den Krieg. Die Meldungen von Kriegstteiwilligen überschreiten zlvar — wie bei allen 'Dassen so auch bei der Fliegertruppe den augenblicklichen Bedarf weitaus. Indessen muß hier eine besonders sorgfältige Auswahl getroffen werden, und auch von den Ausgewädlten roerben int Lause der Ausbildung noch viele zurücktreten müssen.
Es kommt deshalb daraus an, von vornherein die (Keeiguetsten als Kriegsfreiwillige einzustellen, d. h solche, die neben der erforderlichen Intelligenz und tüchtigen Edaraltereigenickiasten im besonderen auch schon Borkemitnisse in der Bedienung und Vllege von Flugmotoren besitzen. Solche Persönlichkeiten werden sich namentlich unter dcnscnigen Stttdierendeu der Technischen Hochschulen und anderer technischer Lehranstalten finden, die sich diesem Sondersach zugewcndet haben.
Außerdem werden geübte Mechanilcr und Monteure gebraucht.
K r i e g s s r c i w i l I i g e melden sich zur Ausbildung als Flugzeugführer oder zur Einstellung als Hilssmonieurc bei der Königlichen Iuivektion der Flie- gertruvven in Berlin Schöneberg, Alte Kaserne • Fiskalische Straße) — Auswärtige schriftlich —,
Berlin, den 13. August 1914
K r i e g s rn i n i st e r i u rn.
Bekanntmachung.
B e t r.: Ten Dienst bei Großh. Kreisveterinäramt Gießen.
Gemäß Verfügung Großh. Ministeriums des Innern vom 22. August d. Is. zu Nr. II 5291 bringen wir hiermit zur ös- senllichen Kenntnis, daß bis auf weiteres der Dienst im Tienst- bezirk Großh. Kreisvetcrinäramts Gießen auf den Großh. A s - sistenzveterinärarzlBlumeinGrünbcrg übergegan- gen ist. Dieser wird bei Ausübung de» Dienstes von Tierarzt Dr. Köhlern n dSchlachthofdireltorModde,beide i n G i e ß e n , untcntützt:
Tie Diensteinteilung ist festgesetzt wie folgt:
!. Tic Allgemeinen Dienstangelegenheiten Großh. Krctsveteri- näramts Gießen iverden von Größt, Assistenzveterinärarzt B(.....e in Grünberg erledigt. (Telephonrui Grünberg 211.)
2. Sämtliche Obdukttouen von an seuchcnverdächttgen Krankheiten gefallenen Tieren !vcrden von Schlachthosdirektor Modde vorgenommen. (Telephonrui Gießen 32.)
3. Ten gesamten übrigen veterinärvolizeilichen Dienst versieht Tierarzt Tr. Köhler. (Telephonrui Gießen 310.)
Gießen, den 23. August 1914.
Gooßherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: H em in crde.
An öir Großh. Büryrrmristrrrien der Landgrmemden des Krrisrs.
Vontehende Bekanntmachung wollen Sie mehrfach in ottsüb- licher Weise verössenttichen
Wir weisen Sie besonders an, alle Anträge wegen Obduktionen von an scuchenverdächtigen Krankheiten gesallenen Tieren an Herr» Schlachtdosdirektor Modde in Gießen ein.zusenden und die vorgr- schriebenc telephomschc Benachrichtigung über solche Fälle an den Genannten (Telephonrui 32) zu erstatten.
Gießen, den 23. August 1914.
Großherzoqltches .'lrrisamt Gießen.
I. B.: Hemm erde.


