Ausdruck verlieh, baß bie einem gekrönten ixru.pt geschuldete Rücksicht oft geeignet sei, dre eigentlidjen Aufgaben, der Kriegsführung zu erschweren. Der König hat sich indessen Vorbehalten, sobald die Verhältnisse es geftaiten, seine Armee im Felde aufzusuchen. (Berl. Lvkaiemz.)
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Das erschütterte englische GcschästSlcbcn.
^ Tie „Vvssifche Zeitung" gibt die Notiz der „Times" vom 13. August wieder, worin es beißt:
Die Bank von England ist lernt, solche Wechsel, die vor dein 4. August 1914 akzeptiert sind, auf Amrag bc? Inhabers unter Verzicht auf den gesetzlichen Rückgrifs aut den Einreicher zu diskontieren. Die Bank wird ferner zwecks Unterstützung der Wiederaufnahme eines regelmäßigen Geschäitsverkcbrs die von ihr diskontierten Wechsel zum Satz von zwei Prozent Über dem jeweiligen Banksatz bis auf weiteres prolongieren.
Tie „Boss. Ztg." schreibt dazu: Diese Meldung zeigt, wie schwer erschüttert bas englisclzc Gefchästslebcn sein muß. Der Verzicht der Bank von England aus den gesetzlichen Rückgriff aus den Einreicher ist nur denkbar, tvcnn die Großdiskontcure, um einett Zusammenbruch .zu verhüten, gestützt werden müssen. Tie neue Maßnahme der Bank von England muß ferner in Zusammenhang gebracht werden mit der kiuHlich gemeldeten Tatsache, daß der englische Staat gegenicher der Bank von England bis aus weiteres die Garantie für die von idr zu diskontierenden Wechsel, soweit diese vor dem 4 August 1914 ausgestellt sind, übernimmt. Nur aus Grund einer solchen Garantie kann die Bank von England aus die Haftung der Großdis- konteure, deren Unterschrift in normalen Zeiten die Wechsel überhaupt erst diskontsahig macht, Verzicht leisten. Zn Wirklichkeit gilt also die Staatshilse nicht nur der Bank von England, schidern vor allem auch den großen englischen" Diskonthäusern, die bisher als unerschütterliche Säulen nicht nur aus dem englischen, sondern aus dem ganzem internationalen Geldmarkt angesehen wurden.
Tie englische „Ersav-Artnee"!
O sendest, 22. Aug. Ter „Pester Llohd" meldet, daß der Plan, eine englische Ersatz-Armee von 500000 Mann zusammcnzubriugen, völlig gescheitert ist. Kein einziger Arbeiter hat sich anwerben lassen. Trotzdem versichert die englische Kriegsleitung, daß in einigen Wochen 100000 Mann gesammelt wären.
Englische Wühlerei in Amerika.
New Bork, 22. Aug. (W. B.i Die englische Regierung Hai ein Verbot für alle englischen Zirmen erlassen, Geschäfte mit solchen ausländischen Zirmen abzu- schließen, an denen Deutsche beteiligt seien, und sei es auch mir durch einen einzigen deutschen Teilhaber. Durch dieses Verbot, das ossensichtlich aus die Vernichtung der deul scheu .handclskonkurrcnz abzielt, werden zahlreiche amerikanische Häuser empfindlich getroffen. Das Vorgehen vereng, lischcn Regierung erregt hier Ileberraschung und Befremden.
Tie Behandlung der Engländer in Teutschland.
Tcn, Wolfs-Bureau gebt folgende Erklärung zrt: Nack» von Zeit zu Zeit in der europäischen Presse veröffentlichten Bericksteu scheinen in En gla nd falsckre Vorstellungen über die Behandlung britischer Untertanen in Deutschland vorzuherrschen. Um der Verbreitung salsck>er Berichte in dieser Angelegenheit zuvorgu» koinmen, bin ich als britischer Kavlan in Berlin von der hiesigen britischen Kolonie ersucht worden, in ihrem Namen zur Verbreitung in der englischen Presse folgende kurze Feststellung zu veröffentlickicn:
B<-i dein Ansbruch des Krieges war es natürlich Pflicht der dentichen Polizeibehörden, die Interessen de-? Landes gegen alle verdächtigen Zremden zu kichern, die sich auf deutschem Gebiete bekanben Zu diesem Zwecke mußten alle Zremden mit Einschluß der in Berlin wohnenden oder hier zu Besuch weilenden britischen Untertanen unter polizeiliche Aussicht gei'racht iverden. Wir sind der Meinung, daß die deutkckx-u Polizeibehörden bei der Aus- sübriing dieser Ausgabe ihre Pilichk nicht nur in gründlicher Weise zu um suchten, sondern auch gleichzeitig ohne Verletzrmg der lieber« lieserimgen von Gerechtigkeit und Höflichkeit, die eines großen modernen Staates würdig sind. Wir möchten kerncr iest- stelleu. daß die allgemeine Haltung der Bevölkerung, besonders der miltl-ren „nd gebildeten Klassen, gegenüber de» hiesigen britischen Untertanen sich in Zreundüchkcit und Höflichkeit nur wenig von der Haltung iu_ Zriedenszeiien unterschied. Kurz, in dieser Prü- sungszeit bewiese» sich die deuti'chen Gesetze, die deutsche Gerechtigkeit und Höflichkeit würdig einer Nation, die in der Zivilisation in der Well in vorderster Reibe stebt.
Unterschritt: Hy M. Williams, britischer Kaplan in Berlin.
Anr dem Reiche.
Karlsruhe, 22. Aug. Unter Vikloriaschießen und Glockengeläute veranstaltete die Karlsruher Bürgerschaft eine große Tiegesseier. Ttäbtische Gesangvereine trugen vor dem Residenzschiost patriotische Lieder vor. Anwesend waren das Großherzogspaar, Großherzogin Linse und das Prinzenpaar Max. Vom Tchlostbalkon hielt der Grob Herzog eine begeistert aufgenommene An- sprackn.
Aschasfenburg. 22. Aug. Hier sind gestern abend gefangene Franzosen, etwa 1100 Mann mit mehreren effilieren, durchgekommen. Es ist ein Teil der Leute, die in der letzten großen Schlacht in Lothringen in unsere Hände sielen und sogleich abtransportiert wurden. Sie sollen aus mehreren bayrischen Truppenübungsplätzen untergebracht werden.
Gotha, 22. Aug. Ter Koburg-Gothaische Oberhof- meister Freiherr von Rüxleben teilt mit: Ich habe mich meiner russischen, belgischen, und vor allem den englischen Orden entäustert und stelle den Erlös der Nationalstistung sür die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen zur Verfügung. Wer macht mit?
Dortmund, 22. Aug. Der Verband der Dortmunder Bierbrauer stellte dem Oberbürgermeister 125000 Mark für den .Kriegsliebedienst zur Verfügung.
An» Sta-t und Land.
Dießen, 24. August 1914. Von unserer Universität.
Tie Frage, die sich wohl manchem auidrängt, wie viel von den Jüngern unserer Alma Mater in den Krieg gezogen sind, läßt sich zurzeit noch nicht beantworten Bon dem Lehrkörper der Universität steht etwa der sünste Teil unter den Zabneu. teils im militärischen, teils im Sanitätsdienst Ueber die Bcteüigung der Universität an der vrivarrn Kriegssüriorge hören wir folgendes Eine Anzahl Dozenten betätigen sich bei dem Bakmho'sdienüe. bei der Einrichtung der Verbandstelle aus dem Badnboie und bei anderen Werken der Kriegsiurkorgr. In den Kliniken finden Kurse zur Ausbildung von Pflegerinnen statt, ebenso im hygienischen
Institut Kurse zur Ausbildung von HilsSkrästen. die der Seuchen-
gesabr oem Hygieniker zur Seite strden sollen. Die Dozentenschaft bat in ihren Privatwobnungen sür Rekonvaleszenten ungefähr hundert Betten bereit gestellt, die vor allem aus den als Lazarette dienenden Kliniken belegt werden tollen Sie stellt ierncr den Kliniksdirektorcn sür be-'ondere Einrichtungen zur Pflege der Verwundeten größere Summen zur Verfügung, vorläufig flli erste Rate 1200 Mark und sie macht ans ihren privaten Mitteln Zuwendungen an solche Familien von UniveriüätSanqehörzgen. die durch die Einberufung des Familicn-Oberbauptes in Schwierigkeiten geraten.
Wie bekannt, ist auch eine Sammlung von Büchern sür die Lazarette von der Universität in die Vsege geleitet tvorden. Sie bar erireulicherweise bereits einen erbeblütxn limiang an>renommen, io daß dem Roten Kreuz für iämtttdx Lazarette UitterhalrungS- lefrüre zur Beringung gestellt werden kann. Endlich möge erwähnt werden, daß dem .KricgSIindcrbort von der Universität Räume überlaüen nwrde» sind in dem pdarmakvlvgii'chen Fnüikul mir dem sich anschließenden Gartenland der alten Beterinärklintk.
** Wiederaufnahme des Güterverkehrs. Vom 2 4. d. M t S. ab wird der öffentliche Güterverkehr! wieder ausgenvinmen, soweit sich nicht aus dem Kriegsbetrieb Be'chränkungen ergeben. Eine allgemeine Transport Pflicht beit eh t nicht. Auch iverden Güter nach dem linksrheinischen Gebiet südlich der Linie Homberg (Rhein) Benlo und nach dem Gebiet östlich der Weichsel nur in beschräiiklem llinfange angenommen. Alle Lieser triften der Eisenbahnverkehrsordnung sind außer »rast gesetzt. Frachtbriefe mit Liesersristversicherung werden nicht angenommen. Bedeckte Wagen können nur gestellt werden, soweit solche verfügbar sind: auch die Gestellung anderer bestimmter Wagengat-- timgen wird nicht gewährleistet. Nähere Auskunft erteilen die Eilgut uitd Gülerabserligungen.
Achtung!
Landsturm Konlroll-Dersammlnngcn vom 2l». biS it. Auf,«ft siehe Bekanulttiachunfl in hcutiqer Nummer.
HKEasnnnBaBIRBHEgHiBHniRBBH
** Vereins- Spende». Der tierärztliche Provinzial - B c r ei n von Lbrrbcssen bat iür das Rote Kreuz 200 Mk. gewendet. — Ter Zinanzbeamten-Verein Gießen bat dem Roten Kreuz 50 Mk. als vorlänsize Spende
überwiesen.
** Gefangene Franzosen. Heute morgen kamen von Koblenz 9(30 Gefangene, darunter 12 Offiziere, ans den Kämpfen von Lüttich hier durchgefahren. Die Soldaten mären meist jüngere Leute; es besauden sich barmtter ausfallend viele Marinetruppen. Ter Transport wurde o»u preußischen Truppen bis Gießen geleitet, wo Landstürme den Transport bis Kassel übernahmen. Wie verlautet, werden die t üsaugeuen nach der Seuue bei Paderborn zzebracht. Die Franzosen waren übermüdet und sahen abgerissen aus. Tie tvaren in Koblenz verpflegt worden. Heute nacht zwischen 1—2 Uhr hat bereits ein Oiefangencutransport unsere Station passiert. Unter den heute vormittag eingetrofsenen Gefangenen befand sich auch ein älterer Herr in Zivilklei- duug, der natürlich Gegenstand verschiedenartiger Ber- muttingen m-ar, die natürlich ebensowenig zutresfeii, >oie die leise von Mund zu Mund gegangene Annahme, baß es sich um den Bürgermeister von Brüssel handele.
** Der Kreistag des K r ei s öS Ol i e ß e n bat in seiner Sitzung vom 22 d. Mts. solgendes beschlossen: l. daß die aut Grund des Reick»; geietzes vom 28. Februar 1888 und 4. August 1900 im Bcdürinisialle zu Lasten des Reiche? gebenden Unterstützungen in Fällen besonderer Bedürftigkeit bis zu 25 Prozent zu Lastei, de? Kreises zu erhöhen seien; 2. daß die Stellen, denen die Festsetzung der vorcrivähilten Unterstützungen obliegen, Fürsorge dabin tresfen, daß die sür Fälle besonderer Bedürftigkeit weiter bewilligten Krcisunterstützungen vorzugsweise zur Entrichtung solcher Beiträge venvendet werben sollen, die zur Aus- rechterhaltung der Rechte aus bei, sozialen Versicherungen des Kriegsteilnehmers einschließlich seiner Angehörigen nötig sind; 3. den KreiSaiis schuß zu ermächtigen, zur Deckung der, sei cs vor- lagsweisc, sei e? endgültig, aus die Kreiskasse zu übernehmenden Unterstützimgsbeiträge, je nach Bedürfnis ein Darlehen bis zu lMOOO Mk. gegen Schuldschein auszunehmen und im übrigen die Festsetzung der Bedingungen, unter denen die Kavitalauinahme zu erfolgen babe, dem KreiSausschuß zu überlassen: 4. den zurzeit unter Rubrik IV Zitier 2 des KreiskafsevoranschlayS gesübrten Fonds sür Unterstützung der Familien von Angehörigen der Reserve und Landwehr in Höbe von 11 115,17 Mk. in erster Linie zur Bestreitung der iür Gewährung von Unterstützungen in Fällen besonderer Bedürftigkeit criorderlich werdenden Ausgaben zu verwenden und z» diesem Zweck den genannten Fonds bestmöglichst slüssig zu machen: 5. dem Kreisausschuß sowie seinem Vorsitzenden sür da? seither Beranlaßtc, sowie jetzt schon im voraus sür alles weitere, infolge der Kriegslage etwa Anzuordnende, Indemnität zu erteilen.
Landkreis Gießen.
rt. W i e s e ck , 24. Aug. Der Gesangverein Eintracht bewilligte 300 Mk. sür die Angehörigen seiner ins Feld gezogenen Mitglieder. — Ter Kegel-Klub 04 u t Holz bewilligte 150 Mk. iür denselben Zweck. Weitere Hilic steht noch in Aussicht.
-- A l 1 e n d o r s a d. Lda . 22. Aug. Heute nachmittag zog ein schweres Gewitter Über unseren Ort. Ter etwa zwanzig Mr- nnlen anliaktende Regen war längere Zeit mit haleknußgroßen Hagelkörnern umermstcht, d»b ist der -Schaden nur geriirg. Aus dem Felde entzündete ein Blitzstrahl einen Weizenhaiiicn, und am Ziegcnbcrg fuhr ein anderer in eine Schafherde und lötete vier Äbast.
l. Mainzlar, 24. Aug. Tie in der hiesigen Gemeinde vorgenommenc -Sammlung sür das „Rote Kreuz" erreichte den 8sttrag Yen 750 Ästark. Weitere freiwillige Gaben sind in Aussicht gestellt.
-m. Hnn gen, 23. Aug. Das hiesige neue Schnlhans wurde in ein Lazarett sür Verwundete umgewandelt. Biele Betten, Bettzeug usw. wurde non den Einwohnern in hochherziger Weis: zu diesem Zwecke gestiftet, sodaß die großen Schulsälc voll au&* genützt weiden können und für eine gute Ilnterkunit der Verwundeten Sorge getragen ist. Ter Schulunterricht iindel jetzt lefls im Rathaus, der alten Schule und in einem ttzasthaussaalc statt.
Kreis Bübingen.
0 Bleichenbach, 23. Aug In diesiger Gemeinde wurden am B»ß- und Betrag in der Kirche und in der daraus folgenden Hauskollekte 784 Mark fürs „Rote Kreuz" gesammelt.
— AuS Oberhessen. 23. Aug In einigen Gemeinden des Vogelsberges wurden recht beträchtliche Summen für das „Rote Kreuz" gesammelt: so in Ulrich stein vorerst Über 1000 Mark; im nahegeleqenen Stumpertenrod ebcnialls 1000 Mark: in Bobenhau senil ergab die Hanskollekte 270 Mark und die Kirchensammlung 90 Mark. Das flaue Z« ilbach mit noch nicht 200 Ecnwobnern brachte den Betrag von 175 Mark zusammen. Ermenrod und Ruppertenrod iühtten beide je 600 Mark dem „Rolen Kreuz" zu.
Kreis AlSfelh.
v. V o ck e n r o d e, 22. Aug Ein hier bei Verwandten zu Besuch iveücndeS zehnjähriges Mädchen aus Sindlingen machte sich während der Abwesende t seiner Verwandten am Herde zu schassen. Die Kleider des Kttrdes fingen Feuer und bevor Hölle zur
Stelle war, stand das Kind in bellen Flammen und erlitt schwere Brandwunden am ganzen Körper Tie Bedauernswerte wurde l'oiort in das Kreislrankenbaus AlSield verbracht, >oo sie nach einigen Stunden durch den Tod von ihren Qualen erlöst wurde.
Kreis Friedberg.
b. Friedberg, 23. Auy In der Niederlage der Brauerei B i n d i n g , Bismarckslraße 42, ivurde der Fuhrmam, Philipp Schneider von einem sch>-u gewordenen Pferde mis demHnie derart gegen den Kops geschlagen, daß der Dod anr der Stelle cinlrat. Ter Verunglückte binierläsck eine Frau nnl zwei Kindern.
L. Bod-Naubeim, 23. Äug. Wahrend sonst um diese Zeit dos Badeweien pulsierte, ist es eben mit den »nntläustgen Promenaden ziemlich öde. Nur etwas über 2000 Kursremde sind anwesend.
Starkenburg unv Rßeinhessen.
Darmstadt, 24. Aug. Im Lause des gestrigen TageS sind hier von srüd bis nach Mitternacht zirka 800 verwundete Soldaten, zum überwiegenden Teil Franzosen, eingetrossen und aus die ver- lchicdenen Rcservelazarette verteilt worden. Im städtische» Krauken- bauie und dem Reiervelazaretle in der technischen Hochschule wurden je 150 Man» niitergebracht. Bei den am Abend cingelros- senen deutschen Soldaten, meist Bayern und Soldaten der 97. und 70. Regimenter aus den Kämvien von Metz und Saarbnrg, >oar auch die 09 r o ß d e r z o g i n Eleonore am Babuboi anweieich und begrüßte jeden einzelnen der Perwuiidclen in herzlichster Weise, bali idnni u. a. beim Schreiben von Postkarten an ihre Angehörige. Den deutsckten Soldaten imirden dnrchnn'g Blumeirsträutze überreicht „nd vom Publikum mit stürmischen Hnrrarusen begrüßt. Weiter trafen geilem nachmittag 1500 »„verwundete sranzöiiselie Gelungene ein unter iienmchung von bayerische» und lxrdisckxm --roldaten. Sie wurden »ach dem Truppenübungsplatz Griesheim üben'ührt. Mit den dort schon vorhandenen Geßrngenen sind in Tormstodt 3000 unlergebracht.
vermischte».
'Töchtern gelalle nerOlliziere gewährt die gemeinnützige Malbilde Ziminer-Stillung (Kurator: Pros. 0. vr. Zimmer i„ Berlin-Zehleiidorl) F r e i st e l l e» in einem ihrer 11 Töchterheiine
Li,,gesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortting.)
G l e st e », 24. August.
Eine Reihe van Beamieiivereinignngeu hat an ihre Mitglieder ein Rnndichreibe» mit Formulare» verlandt, durch das sie zur ständigen Abgabe eine» Teiles ihres iKehalleS iür di« Zwecke des Roten Kreuzes veianlasit werde» sollen. Bei voller Anerkenmmg der hohen vatriottichen Gesinnung, mit der diese Anregung hervor- gegangen ist, lastl sich doch nicht verkennen, das, gegen eine iolche Alntzregel mancherlei Bedenken erhöbe» werden könne». Zunächst trägt sie ohne Frage de» Eharakler eines gelinden Zwanges au sich, dem sich der Einzelne nur ichw.-r entziehen kann; bas LiebeSwrrk an »niereu Verwundete» aber iollte bester ein d „ r eli- a»S ireiwilliaeS bleiben. Ferner ist zu beachten, daß mir erst im Aniange euieS Krieges itekcn, besten Tauer und Eriorder- niste sich zurzeit gar nicht überlebe» lasten, und «4 erscheint daher etwa» nen'agl, setzl bereits über die Zuknuit veriügeu zu wollen. Wir misten ja gar nicht, wie sich die Vcrhältiiist« (Preise der LebeuS- mtttel. etwaige Aniorderniigeu des Staates u dergl.l im Laule der Zeit noch gestolteu'werdc». Endlich möge man bedenken, daß, wenn jetzt alle Mittel lediglich iür de» eine» Zweck, iür die Pflege der Verwundeten verwandt werden, andere hochwichtige soziale Ausgaben, die auch in dieser Zeit »nier keine» II»,stände» bei Seite gelastcn »'erden sollte» — wir machen beispielsweise nur ans die CäuglingSiürsorqe aninierisam — notgedrungen dariniler leiden müsten.
Amtlicher Wetterbericht.
Ocfscntliche Wetterdienststelle Gießen. Wetttraussichlen in Hessen am Dienstag, den 26. Aug. 1014: Fortdauer der bestehenden Witterung, Winde a»S östlichen ° Richtungen.
Letzte Nachrichten.
Dir Aufnahme der Siegesnachrichlen in Berlin.
Berlin, 24. Aug. Die „Deutsche Tagesztg." schreibt: „Ter gestrige Sonntag roar wie ein hoher Feiertag. Rach dem Kirchgang, der einer Völkenvanbernng glich, zogen uu gezählte Scharen von allen Seilen nach den Linden, ivo hie inzwischen bekannt gewordenen Nachrichten von dem Siege des deutschen Kronprinzen und den weiteren Erfolgen deck baherischen Kronprinzen von All und Jung besprochen >vnr- den. Die Erben der glorreichen Häuser vohenzolle'rn nnd der Wittelsbach als siegreiche Hcersiil)rcr mis dem Felde beitkicher Ehre! Das ist ein Bild von besonders froher und glück hastcr Bedentnng." — Tie „Tägliche Rundschau" sagt: Tie lakonische Meldung des Gencralstabes erzählt in lapidarer Schrift „Weltgeschichte großen Stils." — Die „Kreuz zeitung" läßt sich wsc folgt aus: „Sieg aus Sieg berichtet unsere Heeresleitung. Wohin auch in das welsche Land die deutschen Waffe» dringen, wo auch der Erbfeind durch die Windungen der Vogesen nach Tculschland einzubrcchen sich erbreiftetc: überall geht es Schlag aus Schlag, überall reiht sich Erfolg an Erfolg."
Die Belgier durch französische Versprechnnacn getröstet.
K ö l n, 24. Aug. Tic „Köln. Zeitung" melde! aus Itoitfit« bürg, an bet holländischen Grenze: Der Berichterstatter des „Neuwe Rvtterd. Evuranl" konnte bei seiner Wanderung ui Mittclbelgien wabrnchnien, daß man schon hier an der Bundes- treiie der Engländer und Franzosen zweifelt. Offenbar, um die Belgier zu beruhigen, erschien eine längere Note des Iran« zölischen Kriegsministeriums, welche die Untätig- fei t des französischen Heeres in Belgien nur nu» litärische Gründe zurückführt, aber verspricht, daß zur gegebenen Zeit schon alles geschehen werbe,
um die Barbaren zurückzuschlaaen. (!) Nebenher läuft eine Note dc§ englischen Presse- bureaus vom 22. August, als schon der große deutsche
Sieg in London, wie überall, bekannt sein mußte. In allgemein u Redersarten tvird dargelegt, daß alles, was sich bisher «ruf dem Kriegsschmivlatze zugetragen habe, eitel Vorspiel und unwesentlich sei. Tie Herren des „Dailn Mail" siird immer zufrieden zu stellen, aber die Belgier srugen ihre englischen Freunde „Wo bleiben eure Truppen?"
Es erregt große? Aussehen in Paris, daß die Deutschen der Stadt Brüssel eine Kriegs st euer vq^r 200 Millionen Franken auferlegt haben. In Antwerpen, >ov sich der Sitz der Regierung befindet, ivciß man nichts davon. Dagegen hat ein Mgeordncter in Brüssel einem Berichterstatter erstatt, daß von dieser Steuer auch nicht ein Centime eingebrach! werden würde. Lassen wir dies Sorge der chttitschen Heeresbehörden sein. Schon wird verkündigt, auch die Stadt Gent sei mit einer Forderung von 50 Millionen belegt worden.
i. K ö l n, 24. August. Die „Köln. Ztg." meldet aus Eranenburg: Eine Rundreise, welche ein Berichterstatter des Amsterdamer „Telegraph"' von dem Grenzorte R o z e n - d a a t auf Gent und Antwerpen unternahm, führte in zweistündiger Eifenbahniahrt durch das Maastal. In Gent ist alles aus den Einzug der Deutschen gerüstet. Tic Fabrikbevölkerung, welche zum Teil arbeitslos geworden ist, füllt die Straßen vor den Sammellokalen der Sozialdemvkrateu, Gent ist voll von fl-üchtenden Bauern.


