Budapest, 22. 9tug. Sämtliche Blätter feiern in Ausdrücken echter Begeisterung den Triumph der deutschen Waffen.
Der „Bester Lloyd" schreibt: „Die deutsche Armee hat sich das Kostbarste errungen, ivas es in einem Kriege geben kann. Sie hat de» Feind genötigt, sich dort zu stellen, mo sich für sie die günstigsten Aussichten eröiinen. Wo der Feind die Offensive ergriff, wurde er zurückgcschlagcn. Wo die deutsche Offensive einsetzte, dort fegte sic jeden Widerstand hinweg."
Das „Bester Journal" schreibt: „Deutschland stemmt sich mit den Schultern gleich seinen sagenhaften Recken gegen die Feinde von rechts und links und verschafft fid> mit einem Ituck Raum und Lust."
Ter „Besti Hirlap" schreibt: „Wir sind stolz aus die deutschen Siege und aus die Todesverachtung unserer herlichen Armee. Sie gilt uns als ein Unterpfand, daß sich unser Heer als ein würdiger Bundesgenosse erweisen wird."
Widerhall in der Türkei.
Konstantinopcl, 23. Aug. (W. B.) Die Nachricht über den großen Sieg der Deutschen bei Metz hat in allen Schichten der türkischen Bevölkerung gewaltige Be- eisterung hervovgcrufen. Die äst erreich isch- eutsche Kolonie veranstaltete ein besonderes Frcu- densest.
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Lin deutscher 5ieg gegen die Russen.
Berlin. 22. Aug. Starke russische Kräfte sind gegen die Linie Gumbinnen—Angcrburg im Vorgehen. Das Erste Armeekorps hat am 20. d. M. den auf Gumbinnen vorgehenden Feind angegriffen und gewor- fen. Dabei sind achttausend Gefangene gemacht und acht Geschütze erbeutet worden. Von einer bei dem Armeekorps befindlichen Kavallcriedivision war längere Zeit keine Nachricht da. Die Division hat sich mit zwei feindlichen Kavallcriedivisionen herumgeschlagen. Sie traf gestern bei dem Ersten Armeekorps mit s ü n f h u n d e r t G e- fangcnen wieder ein. Weitere russische Verstärkungen sind nördlich des Pregcl und südlich der masurischen Seen- linic im Vorgehen.
Ucbcr das weitere Vorgehen unserer O st a r m e c muh noch Schweigen bewahrt werden, um dem Gegner nnscrc Mahnahmen nicht vorzeitig zu verraten. Ucbcr die Fortschritte im Westen werden in Kürze weitere Mitteilungen folgen. Ein neuer Versuch des Gegners, im Obcrelsaß vor- zudringcn, ist durch den Sieg in Lothringen vereitelt. Ter Feind befindet sich auch im Oberelsah im Abzug.
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Deutscher Waffenersolg gegen die Serben.
Berlin, 23. Aug. (W. B.) Aus Sarajewo ging heute nachmittag folgende Meldung beim Admiralstab der Marine ein: Am 20. August Serben st ellung Höhe 054 bei V i se g r a d genommen. Secsoldaten in erster Linie. Drei tot. zwei Offiziere 21 Mann verletzt. Verhalten Mannschaft mustergültig. Gez. Major Schneiders
Es handelt sich um unser Skutari-Detachcment, das sich nach dem Abzug von Skutari den österreichischen Operationen angeschlossen hat.
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DieAntwort auf das japanischeUltimatum.
Berlin, 23. Aug. Auf das Ultimatum Japans ist dem hiesigen japanischen Geschäftsträger heute vormittag die nachstehende mündliche Erklärung abgegeben worden:
„Auf dir Forderungen Japans hat die deutsche Regierung keinerlciAntwortzu geben. Sie sieht sich daher veranlaßt, ihren Botschafter in Tokioab zu berufen und dem japanischen Geschäftsträger in Berlin seine Pässe zuzustellcn."
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Die siegreichen Rümpfe der Oefterreicher.
Wien, 22. Aug. (Wiener Korr.-Bur.) Von dem russischen Kriegsschauplätze lassen sich schöne Erfolge unserer schneidigen Kavallerie vermelden. JnTomaszvw wurde eine feindliche Truppendivision überfallen, zwei Ko- sakenregimentcr und eines ihrer Ulanenregimcnter muhten flüchten. Der Angriff einer russischen Kavallericdivision ist znsammengebrochcn. Eine ihrer Brigaden wurde bei Turynka vernichtet, die andere bei Kamionka-Strumilowa sehr stark mitgenommen. Unsere Flieger erzielten bei anherordcntlich kühnen Flügen, die sic weit in russisches Gebiet hineinführten, vorzügliche Aufklärungsresultate und riesen durch das Herabwerfen von Bomben große Verwirrung in den feindlichen Lagern und Trains hnwor. Auf dem südöstlichen Kriegsschauplätze wurden östlich von Visegrad und Rudo etwa 30 serbische Bataillone mir zahlreicher Gebirgs-, Feld- und schwerer Artillerie nach hartnäckigen Kämpfe» am 20. und 21. d. M. auf der ganzen Linie geworfen. Es handelte sich dabei um die Schunia- Division (erstes Aufgebot, vier Regimenter Infanterie, ein Kavallerieregiment, ein Artillcrieregiment und je ein Regiment erstes, zweites und drittes' Aufgebot der Drina- Division).
Wien, 22. Aug. Amtlich wird gemeldet: Mit dem Eingreifen Ruhlands in den Kampf zwischen Oesterreich- Ungarn und Serbien waren nur genötigt, unsere ganze Kraft ftir den H a u p t 1 a m p f i m N o r d o st e n zusammen- zufassen. Damit wurde der von der Ocftentlichkeit vielfach als Strafexpedition aufgefaßte Krieg gegen Serbien von selbst zu einer der Hanptcntschcidung kaum berührenden Nebenaktion. Nichtsdestoweniger liehen die allgemeine Lage und die Nachrichten über den Gegner eine Offcusiv- aktion zweckmäßig erscheinen, die aber niit Rücksicht auf die vorstehend dargelegten Gesichtspunkte nur als ein kurzer Vorstoß auf das feindliche Gebiet gedacht war, nach dessen Gelingen notwcndigeaveise zu der früheren zuioartenden Haltung zurückzukchren war, um bei Gelegenheit abermals zum Schlage auszzuholen. Dieser kurze'Offensiv stoß erfolgte denn auch zwischen dem 13. und dem 18. August durch einen Teil der im Süden verwenbcten Kräfte mit hervorragender Tapferkeit und Bravour und führte dazu, daß er fast die ganze serbische Armee auf sich zog, deren mit großer numerischer Ueberlegenheit geführten Angriffe unter schwersten Opfern an dem Heldenmut unserer Truppen
scheiterten. Daß auch diese zum Teil bedeutende Verluste erlitten, ist bei dem an Zahl weit überlegenen und um seine Existenz kämpfenden Gegner nicht zu verwundern. Als unsere auf dem serbischen Gebiete weit vorgedrungenen Truppen am 10. ds. abends nach erfüllter Aufgabe den Befehl erhielten, wieder in ihre ursprüngliche Stellung an der unteren Drina und Save zurückzukehren, ließen sie aus dem Kampfplatze einen vollständig erschöpften Gegner zurück. Unsere Truppen halten heute die Höhen auf serbischem Boden und den Raum um Schab atz besetzt. Im südlichen Serbien befinden sich die aus Bosnien dorthin vorgedrungenen österreichisch-ungarischen Truppen unter forlwährcndcn Kämpfen im Vorgehen in der Richtung auf Valjewo. Wir können voller Beruhigung den weiteren Ereignissen entgegensehen, deren Verlauf das Vertrauen rechft eiligen wirc>, dessen unsere unter den schwierigsten Verhältnissen kämpfenden und.mit einer Laien undankbar erscheinenden Aufgabe betrauten braven Truppen vom 13. bis 19. sich wieder im vollständigen Maße würdig gezeigt haben.
Wien, 22. Äug. Die Blätter melden: Die Statthal- terei veröffentlicht folgendes Communique: Die feindliche Kavallerie, die sich gestern in den Grenzgegcnden im Norden von Lemberg bewegte, ist auf der ganzen Linie zurückgcworfen worden. Sie zog sich fluchtartig zurück. Auf feindlicher Seite ist ein General gefallen; ein General ist verwundet ins Garnisonhospital in Lemberg übcrgesührt ivorden. Der Feind hatte viele Tote und Verwundete, auch sind viele Gefangene gemacht worden.
Wien, 22. Aug. Tie in der Richtung auf Sokal vorgedrungene feindliche Kosakendivision der Vortruppen, verstärft durch Infanterie, wurde gestern von unseren Truppen angegriffen und nach kurzem Kampfe geschlagen, wobei eine Brigade vollkommen zersprengt wurde; zahlreiche Gesungene wurden gemacht und Kriegsmaterial erbeutet.
Lemberg, 22. Aug. „Przeglad Livowski" meldet: In der Nähe von Radziechow an der gsterreichisch^russischen Grenze kam es vorgestern zu einem größeren Zusammenstoß zwischen einer starken Slbtcilung russischer Infanterie und Kavallerie mit unseren Truppen, nämlich einigen Kompanien Infanterie, die von Husaren unterstützt wurden. Der tapfere Bajonettangriff unserer Truppen lichtete in kurzer Zeit die Reihen unserer Feinde. Die R u s s e n ergriffen in wilder Panik die Flucht. Sie ließen zaylreiche Tote und Berwundete zurück. Unsere Truppen zeigten eine aroßariige Tapferkeit und einen unerhörten Mut. Sie verloren keinen einzigen Mann, auch die Zahl der Verwundeten ist ganz gering.
Wien, 23. Aug. (W. B.) Aus dem Kriegspreßquartier wird vom 21. August amtlich gemeldet: Vom 20. August liegen folgende ziisammenfnsseude verspätet cingegangane Meldungen vor: Aus dem südlichen Kriegsschauplätze bei Cattaro wurden wir vhne wesentlichen Erfolg von den Montenegrinern beschossen. Unsere Festungs- und Marineartillerie erwiderte das Feuer mit sichtlich größerer Wirkung. Bei Trobinje herrschte Ruhe, Bibeca wurde mäßig, aber ununterbrochen beschossen. Unsere eigenen Truppen haben am 18. August Plcolje besetzt und sind im Vergeben über die obere Drina und den Lim begriffen. An der unteren Drina haben unsere Truppen den aubefohlenen Rückmarsch vollkommen geordnet und vom Feinde unbe- lästigt durchgeführt. Bei Babanz hat ein erfolgreicher Vorstoß gegen den Süden stattgefunden, worauf die Truppen, wie befohlen, wieder zniückgingen. Auf dem nördlichen: Kriegsschauplätze schreitet die eigene Aufklärung mit gutem Erfolge fort.
Sofia, 23. Aug. (W.B.) Von der serbisch-bulgarischen Grenze wird gemeldet: Die österreichisch-unga
rische Arniee ist im erfolgreichen Vorrücken ins Innere von Serbien begriffen. Die Serben haben ungeheure Verluste erlitten. In N i s ch herrscht eine Panik. Unzählige serbische Flüchtlinge suchten eine Zufluchtsstätte in den bulgarischen Greuzorten. Nachdem in Nisch kein Platz mehr für die Verwundeten ist, sind- sie nach Pirol geschickt worden. — Der bulgarische Gesandte Tscha- praschikow ist unterwegs nach Sosra.
Wien, 22. Aug. Die Südslawische Korrespondenz meldet: Wie aus guter Quelle verlautet, wurden die von den österreichischen Truppen geschlagenen serbischen Abteilungen von russischen Offizieren kommandiert, die freiwillig in die serbische Armee cingetreten waren.
Das K. K. Wien. K'orr.-Bur. ist ermächtigt, die fortgesetzt vom serbischen Preßburcau verbreiteten dreist erfundenen Meldungen über Zusammenstöße zwischen den serbischen und österreichisch-ungarischen Truppen, bei denen die letzteren große Verluste an Maunschaften und Kriegsmaterial zu beklagen hatten, auf das Entschiedenste zu dementieren. Die phantastischen Nachrichten verfolgen augenscheinlich nur den Zweck, die in Serbien herrschende gedrückte Stimmung zu heben und die ins Ausland gedrungenen Nachrichten zu entkräften.
Wien, 22. Aug. Nach hier cingelaufencn amtlichen Meldungen ist die Lage für die Serben in Mazedonien außerordentlich kritisch. Bevor die scrbisckzen Behörden abzogen, verkündeten Maueranschläge, daß die Familien derjenigen, die sich dem Militärdienste entzogen lzaben, getötet und ihre Häuser niedergebrannt werden. Daß die Zustände in Altserbien auch nicht mehr siclzer sind, beweist, daß zahlreiche altscrbische Notabeln mit Familien nach Saloniki flüchten, wohin in den letzten Tagen auch das geheime Staatsarchiv und die Goldbestände der Banken gebracht worden sind.
Grausamkeit der Serben.
Sofia, 23. Slug. (Agence Bulgare.) Der Kommandant von S t r u m i tz a telegraphiert, daß drei mazedonische Flüchtlinge, die sich aus bulgarisches Gebiet zu retten suchten, um den serbischen Nachstellungen zu entgehen, von den serbischen Grenzwächtcrn angegriffen wurden. Diese töteten einen und verhafteten die zwei anderen Mazedonier, die sie grausam folterten. Acht anderen von Gewgeli Geflohenen gelang cs während der Nacht die bulgarische Grenze zu errcickzen. nachdem sie den serbischen Gendarmen, die sie wahrscheinlich niedermetzeln wollten, entkommen waren. Ihr Besitztum wurde mit Beschlag belegt und ihre Kinder festgenommen und gemartert. Das Vorgehen der serbischen Behörden in Mazedonien hat große Erregung unter der Grenzbevökkernng hervorgerufen.
Die Haltung Bulgariens.
Sofia, 23. Aug. Das Organ der Sozialisten und Syndikalisten sagt, der bulgarische Soldat werde mit allen Kräften die Unabhängigkeit Bulgariens yogeft fremde Uebergriffe verteidigen und keinen Moment zögern, gegen das despotische Rußland zu marschieren. — Das Blatt „Dnewnik" verösfeiitlicht Erklärungen eines hervorragenden bulgarischen Staatsmannes. Dieser verurteilt die
Aeußernngen russensreundlicher Blätter, daß dev bulgarische Soldat nicht gegen Rußland kämpfen würde., als eine unpatriotische, vollständig unwahre Behauptung, denn jeder Bulgare würde .zur Verteidigung des Vaterlandes auch aus den eigenen Bruder schießen; folglich auch aus die Russen, wenn sie in Bulgarien einfielen. Hierzu sagt die „Kainbana", der bulgarische Soldat habe jederzeit seine Waffen erhoben gegen jeden Einbruch in sein Vaterland; auch heute gehe, wenn Rußland Bulgarien zwingen ivollte, Serbien zu helfen, die Verteidigung des Vaterlandes allem anderen vor. Das Organ der Sozialisten und Syndikalisten sagt, der bulgarische Soldat imerde mit allen Kräften die Unabhängigkeit Bulgariens gegen fremde lleber- grifse verteidigen und "keinen Augenblick zögern, gegen das despotische Rußland zu marschieren.
Der griechisch-serbische Vertrag.
Wien, 22. Aug. Der griechische Ministerpräsident Venizelos erklärte dem Vertreter der russischen „Birshe- wija Wjedmosti", daß zwischen Griechenland und Serbien ein Offensiv- und Desensivverlrag bestehe. Griechenland habe sich durch diesen Vertrag verpflichtet, die serbische Grenze gegen Bulgarien zu schützen. Zu diesem Zwecke würden drei griechische Divisionen in Mazedonien einrücken und dieses bis einschließlich Uesküb okkupieren. (Reichspost.)
Die Dardanellen für Handelsschiffe freigcgcben.
Konstantinopel, 22. Aug. Die Pforte hat an die hiesigen und ausländischen Missionen eine Zirkular-Depesche gerichtet, in der sie mitteilt, daß Handelsschiffe die Dardanellen frei passieren können.
Der Zar.
Moskau, 22. Aug. (W. B.) Die kaiserliche Familie ist nach Zarskoie Sselo abgereist.
Der .Kaiser
hat folgende Kabinettsorder erlassen:
Mobilmachung und Versammlung des Heeres an den Grenzen sind vollendet. Mit beispieckloserSicherheitund Pünktlichkeit haben die deutschen Eisenbahnen die gewaltigen Transportbewegungen ausgcsührt. Dankbar gedenke Ich zunächst der Männer, die seit dem Kriege 1870/71 in stiller Arbeit eine Organisation geschaffen haben, die nunmehr ihre erste Probe glänzend bestanden hat. Allen denen aber, die Meinem Rufe sol- gcnd mitgcwirkt haben, das facutfcfte Volk in Waffen auf den Schienenwegen dem Feinde cntgegcnzuwerfen, insbesondere den Linien kommandantu re n und Bahnbevolrmächchg- t e n sowie den deutschen Eisenbahnverwaltungen vom ersten Beamten bis zum letzten Arbeiter, spreche Ich für Ihre treue Hingabe und Pilichtersüllung Meinen Kaiserlichen Dank aus. Die bisherigen Leistungen geben Mir die sicherste Gewähr, daß die Eisenbahnen auch im weiteren Verlauf des großen Kampfes um des deutschen Volkes Zukunft jederzeit den höchsten Anforderungen der Heeresführung gewachsen sein werden.
Großes Hauptquartier, den 22. August 1914.
gez. Wilhelm I. k.
Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt:
Weithin durch die deutschen Lande und in alle Welt binaus klang die Kunde von unserem herrlichen Siege bei Metz. Vorbereitet mit allen Mitteln modenier Kriegssührung, erkochten durch höchste Kraitlcistung von Mann und Roß, daheim erwartet in Geduld und ohne Zagen. Was dieser große Sieg für unser Volk bedeutet, weiß jedermann bei uns und die verklärten Gesichter überall bezeugen es. Drei Wockzcn sind »ergangen, seitdem der Kaiser die Mobilmachung des deutschen Heeres und der Marine befohlen hat. Drei Wochen eines imindcrbaren Aufschwungs der ganzen Nation, Wollten unerniüdlichstcr Arbeit im Felde und in der Heimat, Wochen, worin jeder einzelne an seineni Platze das hergab, was in ihm ist. Eine erstaunliche Wandlung ging in unserem Volke vor. Vor dem Ernst der Zeiten hrnwcg- gcblasen, was im Frieden, im Kampfe der Parteien und Interessen wie eine schier unüberwindliche Schranke zwischen den verschiedenen Gruppen unseres Volkes zu stehen schien. Es ist, als obi in dem Feuer, das der Haß unserer Feinde rings um uns anb 1 gefacht hat, die deutsche Nation zu einein stahlbarten Block zu-> sammcngeschmiedet ist. Auch in den g e m i s cht s pr a ch i g rir Landesteilen wird jetzt klar, wie fest die Krilturgeineinickmft uns zusammen hält gegenüber unseren Feinden im Westen und dem barbarischen Gegner im Osten, der vergeblich mit gleitenden Worten seine Jahrhunderte alte Schuld zu übertüncheii jucht. Ten tiesbeglückendcn Eindruck dieser ersten Kriegswvchen von Lüttill: bis zum Siege bei Metz kann nichts mehr auslöschen. Einig in Not und Tod, fest zusammenstehend in Prüfung und Sieg, so wird unser Volk in dem gewaltigen Ringen, das begonnen hat, unüberwindlich sein! Ties eingeprägt trägt leder von uns das Bewußtsein in sich, für einje gerechte Sache einzustehen, nnd deshalb ist bei jedem auch die lleberzeugung so unerschütterlich, daß wir es schaffen werden. Wen rührte es nicht in leinen Hcrzcnstiefen, zu sehen, wie unsere Familien in Dorf und Stadt, Arme uich Reiche, ohne ein Wort der Klage ihre Väter, Brüder und Söhne dahingegeben, als trügen sie das fromme, tapfere Wort mit sich, das R o o n vor Düppel seinem Freunde Perthes schrieb: „Als unsere Söhne auszogen, da haben! >vir sie schon weggegeben, ganz und gar. Kehren sic einst unverletzt zu Uns zurück, so sind sic ein neues Geschenk unseres gnädigen, Gottes." Welch ein Kinderspiel damals — und es war doch: eine weltbewegende Leistung —, gemessen au der unerbörten Aus» gäbe, die unserem Volk heute zu lösen bestimmt ist. Schon sind. Taten vollbracht, die sich an die größten Kriegslcistungen des deutschen Volkes würdig anreihen. Größere werden und müssen folgen. Wir müssen siegen! Ehern steht der Entschluß in alle« Köpfen und Herzen und ehern wird ihn die weitere Tat bewahren. Wir waren von einem dichten Lügengewebe cingesvonncn. SJotit die Kriege mit Druckerschwärze und Zeitungspapier misgeiochben würden, so wäre Deutschland heute mausetot. Es ist immer französische Art gewesen, sich von phantastischen Selbsttäuschungen wiegen zu lassen, bis dann das Erwachen und der Zusammenbruch in derselben Stund« kam. Mit dem ungeheuren Lügenapparat aber, der in diesen Wochen von den Franzosen und Engländern in Bewegung gesetzt wurde, ist noch ein ganz bestimmter Zweck verfolgt worden: Es war ein Kampf um die Seele der Neutralen und es handelte sich darum, die neutralen Staaten zur Stellungnahme gegen Deutschland und Oesterreick^-Ungarn zu bewegen, ehe die Tatsachen des Schlachtfeldes das entscheidende Wort sprachen. Heute ist der erste große Sieg, der zählt, in aller Welt bekannt, uich damit der Schleier der Täuschung zerrissen. Unsere Armee bestand ihre Probe glanzvoll über alles Maß. Dankbar Und stolz grüßt Deutschland seine tapjerca Söhne!
Das erste eiserne Kreuz.
Berlin, 22. Aug. Das erste eiserne Kreuz von 1014 empfing aus der Hand des Kaisers, wie die „Neue Gesellschaftliche Correspondenz" meldet, der .Haupturann v. Har- b o u vom Gencralstab, der an der Erstürmung von Lüttich teilnahm und unmittelbar nach dem Fall von Lüttich nach Berlin entsandt wurde, uni dem obersten Kriegsherrn als Augenzeuge über diesen glorreichen Sieg der deutschen Waffen zu berichten.
Warum der König von Sachsen nicht ins Feld zieht.
Dresden, 22. Aug. Wie halbamtlich gemeldet wird, hat König Friedrich August sich das Opfer auferlcgt, nicht dem Heere auf dem Kriegsschauplatz zu folgen, nicht zuletzt vermutlich in der Erwägung, der 1870 Bismarck so oft
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