Seltersweg, Näheres siehe Anzeige des Zweigvererns vom Roten sßrrirz in heutiger 9binrmrr.
** Das landwi rtschastliche Institut der llni- ocrsrtät ist bereit, Unterweisung in Landarbeit zu erteilen an Männer, die gewillt sind, auf dem Lande müzubellen, Perwnlickie Meldung erbeten im lanünnrtschastlichen Institm, Semkrnberg srraßc l5, vormittags,
**TaSGros;h, Hessische Regierungsblatt Nr 29 eom 15, August 1914 enthält: 1 Vollmacht Tr, Kgl, Hoheit des Großherzogs sür Ihre Königl, Hoheit die Grostherzogin, — Be kanntmachung, die „Prosesjor Brockmann-Stiftung" zu Ossenbach betrcssend.
Landkreis Gießen.
?lllendori a. d, Lda., 18. A»g. Tie vom hiesigen Ortsausschuß iür da» Rote Ure», veranstnltele 8 a m »> t » » g oo» bans zu Haus ergab den Betrag von 513,40 Ml.; die schon vorder nach unmittelbarer Antündiqung in der Kirche erhobene Kollekte betrug 40,75 Mt. Weitere Gaben stehen von den hiesige» Vereinen ln Aussicht
Kreis Frievbera,
Friedberg, 13. Aua Tie Geschälte der Garnisouällesten l», Standort Fricdberg hat Oberst Weimer übcrnonimen.
Hessen-Nassau.
X banau, 17, Auq. I» der heutigen Stadloerord- niteniihung ist beschloffen worden, denjenigen Familien, deren Ernährer zur Jahne einberuie» ist, die gleiche Unter st Übung zu
gewähren, wie ne der Staat leistet. Zur Berhütnng von E bwir» ric,feiten iür die Vermieter lost von der städtische» Unterstützung iür die Miete ein Betrag einbehalte» werden, der an, Ende des MonalS von den zu benachrichtigenden Vermietern gegen Quittung aui der Stadtkasse erhoben werden kann,
h Frankfurt a, M., 18 Ana, In der M et a lli nd»st r i e nimmt inioiqe des Kriege« die Stillegung der Betriebe bereits einen gewaltigen Umiang an. Bis heute wurden in Groß-Irank- stirt 56 gröbere und kleinere Werke qeschlosien. die in normalen Zeiten 3^00 — 4000 Arbeiter beschäsligen. Zahlreiche andere Betriebe stellen die Schliebung iür die nächsten Tage in Aussicht
Geschäftliches.
Feldpvstverkehr, Pakete zur Belörderiing an unsere im Felde stehenden Truppen nimmt die Post vorläufig noch nicht an. Dagegen werden Feldpostbriefe bis zu 50 Gramm portosrei, solche bis 950 Gramm gegen 20 Psg, Porto bcl'Srdert, Tie Firma Wild, Moeser, Großb kess Hofltesercmt. hier, bat nun geeignete Um eüllungen Herstellen lassen, in welchen als Feldpoübrieic Zigarren, ein lehr begehrter Artikel für unsere tapferen Krieger, befördert werden können, Tie genannte Firma gibt ihre bekannten Zigarren marken in diesen Umhüllungen ohne jede Tondrrbcrechnung ab. Näheres siehe heutiges Inserat,
Letzte Nachrichten.
Eine neue belgische Barbarei! i. Köln, 19, Aug. In der Nacht zum Montag wurde in der belgischen Lrtschast Bise ein deutscher Offizier und ein Unteroffizier von belgischen Einwohnern getötet und 6 Mann verwundet. Darauf wurde Bise cinge äschert und die Einwohner nach Aachen gebracht, wr ihr Schicksal entschieden wird,
Amsterdam, 18, Aug, Terbelgische,König und seine Familie sind nach dem Schloß in Antwerpen übcrgesicdelt. Die Ucdersiedelung der Regierung von Brüssel nach Antn>erpen bat begonnen In der Umgebung von Brüssel wird durch die Bürgerwehr der Stadt die Verteidig ung vorbereitet — rius London »oird gemeldet, daß das dculsck»« Vorrücken bis Tiiuant im südlichen Belchen die sranzösische Heeresleitung voll kommen überrumpelt habe, (Franks, Ztg,)
Wieder eine Probe russischen Heldentums. Berlin, 19. August, Tas 8-Uhr«Abcndblatt meldet aus Lemberg, daß Oberleutnant Weiß vom 50, Leu, berger Regiment mit seinem Zuge von einer 10fachen über lcgenen Kosaken-Abteilung angegriffen und beschossen worden, wobei ihn zwei feindliche Kugeln streif tcn. Der Oberleutnant kommandierte Schncllfc iter und brachte dem Feinde derartige Verluste bei, daß dieser die Flucht ergriff.
Die Stimmung in Sofia.
Sofia, 19. August, Me Nachrichten von den Erfolgen Oe st erreich -Ungarns gegen Serbien sind hier mit großer Genugtuung ausgenommen worden. Das Publikum bespricht sic lebhaft und kann die Niederlage Serbiens kaum erwarten.
Die ausländischen Lügen,
Berlin, 18, August. Die „Nordd Allg, Ztg," schreibt unter der Ueberschrift „Englische Preßlügen gegen Deutsch- land": Der Leiter der großen amerikanische» Zeitungsver- bindung Associated Preß Newuork, Medwille Elone, richtete unter dem 14, August an den Reichskanzler folgendes Telegramm: Exzellenz! Ta die englische Regierung täglich Preßbcrichte über den Fortgang des Krieges ansgibt, so ivürdcn uns ghnUche Verlautbarungen von der deutschen Regierung sehr angenehm sein, Ter Reichskanzler antwortete: Deutschland ist vom internationalen dcachrichienverkehr abgeschiiiite». Es kann sich gegen Lügen mdit verteidigen und vertraut daraus, durch Taren die Falschheit seiner Feinde zu erweisen. Es dankt jedem, der die Wahrheit verbreiten hilft,
Prnlünftigc Stimmen aus Holland.
i, Köln, 19, Aug, Die „Köln, Ztg," meldet aus Amsterdam: Ter „Neue Rottcrdamrr leourant" geißelt die
Lü g e n b c r i ch t e in französischen Zcümigen, Der „Matin" läßt 2 deutsche Armeekorps gegen Holland marschieren, wozu das Blatt selbst eine gezeichnete skizze gibt. Das allgemeine Handcls- biatt warnt die Leser, iich nicht durch alberne und gedichtete Sieges- nachrichlcn, wie sie fast stündlich von der belgischen, französischen und englischen Presse ausgetischt iverden, bestechen zu lassen. Noch ’rt außer in Lüttich, leine größere Schlacht geschlagen. Was a» de» Grenzen geschehe, seien Rekognoszierungen mit größeren oder kleineren Gesechten,
Amsterdam, 13, Aug, Dos „Handelsblad" bespricht die Meldung der deutsckicn Preße, daß der Zar eine Proklamation „An meine lieben Juden!" crlasien bade und bemerkt dazu, daß es unglaublich erscheine, daß die russische Regierung cs wagte, ein solches Dokument zu verbreiten: denn indem man diesen Aufruf lese, trete ein Stück Geschichte vor das geistige Auge, das in mancher Hinsicht ein Schanvsteck sür die Kültur sei, nämlich die Iudcn- henen. Progroms, die moralischen und körperlichen Mißhandlungen, die Acchlung der Juden und ihre Ausstoßung aus dem Kreise der gebildeten Menschheit. Seitdem Rußland Polen annclliert habe, habe den Juden der Zutritt zum heiligen Boden Rußlands nicht mehr verwehrt werden können, denn sic waren es, die in Polen Handel und Industrie trieben; Rußiaiid habe also die Juden mit in Kant nehmen müssen, habe sie aber als Parias und Bogrlfreic behandelt. Man habe ihre Dienste gebraucht und benutzt, sic aber unter eine Gesetzgebung gestellt, die eine unnnicrbrockwne Drohung und -cknkanicrnng und ein Hindernis sür ihr moralisches und iniellektuelles Leben bedeutete, In der Duma sei öffentlich aus- Aciprocheii worden, daß die ganze Polizei von erpresierisckn-r Aus- laugung der Juden lebe, sogar der Vizegonverneur von Charkow bekomme jährlich 6000 Rubel von diesem Iudengeld, Wie könne Sg die Rede sein von den Wohliaten »ird Her Liebe des Hauses Romanow? Durch die letzte Revolution Kälten alle Völker ge wonncn, nur die Juden nicht. Ajn den Beilis-Prozeß rrimimit' ich reibt dos „Handelsblad": Nein, vielmehr ist der Haß und die Abneigung des Slawcnvolkes gegen die Juden immer genährt und künstlich erhallen worden. Wie wäre also jetzt eine solche Proklamation des Zaren möglich?
Tic Erstürmung von Sabatsch.
Ofen Pest, 18, Aug. Der Pester Lloyd bringt den Bericht eines Teilnehmers an der Erstürmung von Sabatsch, welcher besagt: Am Freitag um 2 Uhr nachts wurde Alarni geblasen. Wir nmrbcit ans Kähnen übergcsetzt, Die feindlichen Befestigungen, die von regulärenr Militär und Komi- Zatscht- besetzt waren, wurden mit dem Bajonett genom inen, ohne das; sie großen Aiderstand geleistet hätten, In Sabatsch selbst dagegen entspann sich ein verzweifelter Straßenkampf, Nach einstündigem Gefecht wurde der Ort besetzt. Aber auch dann noch wurde ans Kellern, von Böden und aus deir Dachseirstern der Kirche aus uns ge schossen, Zn einer nabe gelegenen Mühle versckfanztcn sich etwa 60 Komitatschis, die .Handgranaten warfen. Die Mühle
wurde in Brand gesteckt. Am nächsten Tage erneuerten die
Serben den Angriff, wurden aber unter großen Verlusten zurückgeroorfen,
Wien. 18, Aug, Die „Wien, Mg, Ztg," meldet ans Lfenpest: Ein hier etitgetroffcncr verwundeter östvrrcichsschcr Offizier erzählt über die Kämpfe an der Driwa und Save: Unsere Truppen grissen, abgesehen vmr der Ueberwindung der Gefahren beim Uebersetzen dieser Flüsse, den Feind in seinen stärksten Stellungen an. Während des Kampfes desertierten die Serben massenhaft in voller Ausrüstung. Bis zu meiner Bertmindnng betrug die Zahl der Deserteure 600, In gleicher Weise verlief das Treffen bei Losniea, doch lmtlcn wir einen viel stärkeren Feind gegen uns.
Die Haltung der Pforte,
Ko n st a n t in ope l, 18. August, Die Pforte hat an alle ausländischen Vertretungen eine Note gerichtet, in der sie erklärt, daß alle Handelsschiffe, die die Tarda n eilen passieren, ihre Apzxrratc für drahtlose Telegraphie am Lande znrücklassen müssen und sie bei der Ruck- fahrt wieder an Bord nehmen können, Bor Erlaß der O.'otc hatten die Marinebehörden in den Dardanellen von dein französischen Paketboot Saphalien die Apparate für drahtlose Telegraphie entsernen lassen.
Ans Italien,
Rom, 18, Aug, Ministerpräsident Salundra halte heute vormittag eine längere Unterredung mit dem italienischen Bot schailcr in Berlin, Bollati. Ter Ministerpräsident ließ den im Auslande befindlichen arbeitslosen Italienern, besonders denjenigen in Paris und in anderen Orten Frankreichs, Unter stütz» »gen ziikomnieii. Außerdem treffen die StaalSeisen bahnen Vorkehrungen für ibrc Heimbesördcrung. Ebenso sind von Staats ivegen Dampfer ausgerüstet nwrden, um nach Marseille, Port Vendrcs, Algier und Casablanca zu gehen, — Bissolati, der Partei sichrer der reformistischen Sozialisten, meldete sich sür de» tkriegs- fali als Kricgssrciwilliger,
Rußland zur Srr,
i, Köln, 19, Aug, Die „Köln, Ztg." meldet aus Amsterdam: Der holländische Kapitän des Schißes „Aleor", jenes Dampfers, den die Russen geraubt haben, in gestern mir
der Besatzung von Halgö angekommen, Cr erzählt, daß das Schiit durch Tpnamil gesprengt und im Hasencingaiig veisenkt worden sei.
Eine Kundgebung deutscher Gelehrten,
Jena, 19, Ang. Ernst H et cf c I und Rudolf Euden, beide feit langer Zeit durch zahlreiche Wissenschaft liche Abhandlungen und Reisen mit England verbunden, vcr össenllichcn eine Erklärung, in der sie ihrer äußersten E ni p ö r n n g über das B e r b a l t c n Englands Aus druck geben und in der cs u, a, heißt:
Lsas heute geschieht, wird in den Annalen der Weltgeschichte als eine unauslöschliche Schuld verzeiämet werden. England kämpft zugunsten einer flawistsschen hall»asiatisck>en Maclit gegen das %> manenlum, Cs kämpst iiüiit mir aui der Seile der Barbarei, sondern auch des moralischen Unrechts, Tenn es sei iwch nicht ver gessen, daß Rußland den Krieg begonnen, weil es keine gründliche Sühn« einer elenden Mordtat wollte, England ist es, dessen Sckzuld den gegenwärtigen Krieg zu einem Weltkrieg eriveiterle und damit die gesamte Kultur gefährdete. Und das alles, weshalb? Weil es auf Deutschlands lyröße neidisch ivar, weil es ein weiteres Wachstmn auf jeden Fall verhindern wollte. Cs wartete nur auf einen günstigen Augenblick, >vo es zur Schädigung Deutschlands lwrvorbreclien konnte und e? benützte daher den für Deutschland novoendigen Einmarsch in Belgien, nm dem brutalen Egoismus das Mäntelchen von der Neutralität- lir-ung pmzuhängen.
Der Schlußsatz der Erklärung lautet:
Me Weltgeschichte zeigt, daß eine solche Gesinnung die Völker nicht auswärts, sondern abwärts sühn. In der Gegenwart aber perlrauen wir fest aus das gute Recht, die Ueberlegenheit unserer Nräste und aus unbeugsanien Sicgeswillen des deutsclnni Volles, Doch müssen wir zugleich lies beklagen, daß jener schrankenlose Egoismus aus unabsehbare Zeit das g e i st i g c Z u s a in m cn - w i r ke n der beiden Völker gestört hat, das so viel Gutes sür die Entwickelung der Menschheit verhieß. Aber sie haben cs dort ge- nwllt. Aus England fällt die ungeheure Schuld und die welthistorische Verantwortlichkeit,
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