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Nr. |93

Der Stehener Anzeiger

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Erster Blatt lbf. Jahrgang

Mittwoch, 19. August 19H

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monatlich 75 Vi.,vierlel- jährlich 'Bit. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pst: durch diePost Mk.2. viertel- jäbrst auSschl. Bestellq. ZcilcnpreiS: lotallbPs, au-Zioärls 20 Psenniq. E hcsredaktcur: 2b lAoeq. Verantwortlich für bfu polit. Teil: Aug. Goeg; für .Feuilleton', .Ver­mischtes' und.lScrichIS- soal": Karl Neurath; iür .Stadt iiud Land';

Rotationsdrvck und Verlag der vrühl'schtn Uoiv.-Vuch- und Steiudruckerei 8. Lauge. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Lchulstrahe 7. An^,,ie,u-ä:' v? Bech

Ein Sieg über die Russen bei Ztallupönen.

Berlin, 18. Aug. Das Generalkommando des I. Ar­meekorps meldet, das, am 17. August bei Ltallupönen ein Gefecht stattfand, bei dem Truppenteile des l. Armee­korps mit unvergleichlicher Tapferkeit kämpfte», so das; der Sieg erfochten wurde. Mehr als 3909 Gefangene undsrchsMaschincngewclirc fielen in unsere Hände: viele weitere russische Maschinengewehre, dir nicht mitgeführt werden konnten, wurden unvrauchbar gemacht.

Unser Grenzschutz im Osten liegt in guten Hände». Bon der Grenze bei Eydtkuhnen her waren die Russen in der Richtung auf Insterburg vorgedrungen, sie kanien aber, t» ivclcher Stärke weis, man noch nicht, nur wenige Kilo­meter bis zu dem an der Haupteisenbahnlinie gelegenen Städtchen Stallupönen, wo ihnen, nach der vorstehenden Meldung, von den wackeren Ostpreußen gehörig hcimgeleucki- tet worden ist. Das amtliche Telegramm klingt so, als sei der Feind in zahlenmäßiger Ueberlegenheit gewesen. Die Tapse» teil und der Siegerioille aber lag, wie bei allen bisherigen Zusammenstößen mit den Russen, auf deutscher Seite. Die Russen verloren über 3000 Gesangene und eine Anzahl Maschinengewehre; also find sie wieder verjagt tvvrden. Die kurzen Worte der amtlichen Meldung machen den aller­besten Eindruck, und ivir kernen immer mehr einsehen, das; im ruisischen Heere wie in der Verwaltung ein sehr übler Schlendrian eingerissen sein muß.

Deutsche Truppen habe» dagegen wieder einen erfolg­reichen Vorstoß in Russisch Polen unternommen Der Gegner von Soldau inußte über die Grenze zurück, und die Deutschen 1»aben das etwa 30 .Kilometer von der Grenze gelegene russische Städtchen Mlawa besetzt Die Richtung des deut­schen Vorgehens geht direkt auf Warschau. Hoffentlich wird inan dem Väterchen Zar bald neue Abrechnungen präsen­tieren können!

Nach einer heute cingetrofsenen gerüchtweise» Meldung aus Peking soll Japan sich mit der LLsicht tragen, au Deutschland ein Ultimatum zu rickpen, und zivar wegen Kiaulschaus. Wir dürfen ruhig abwarten, ob das nicht auch nmeder eine englische Lilgeninar ist. Daß die englischen In- triganten nicht immer Glück haben, beweist ihr Vorgehen gegenüber der Türkei, der sie bekanntlich zwei neue Kriegs- sthrsfe vorcnthalten haben. Ueber die näheren Umstände dieses Völkcrrechtsbruches finden unsere Leser im heutigen Blaue interessante Einzelheiten. Nun soll die Türkei, nach sranzösischc» Meldungen, einen Gegenzug getan haben, der indessen vielleicht zum Bruch mit England führt. Die beiden deutschen SchisseGäben" und ..Breslau" sollen nämlich von der Konstanfiiwpeler Regierung angckaust worden sein und würden daher, solange die Türkei neutral bleibt, vor der englischen Ueberlegenheit verschont vleibeu müssen. Wie lange das dauert? DasBerliner Tagebl." erklärt übrigens, venichern zu können, das, dieGäben" und dieBreslau" vollständig unbeschädigt seien.

Potemkin" im rusfischcn Heere.

I» zahlreichen Kriegsbriesen von der Ostgrenze wurde übereinstimmend die Tatsache berichtet, daß desertierende Ko saken in den deutschen Grenzprovinzen ihre Pferde zu dem anscheinenden Einheitspreis von 20 Mark l o s z u s ch l a g c » suchen. Was hscr einerseits der in den russischen Grenzrcgi- mentern oüc^'char ziemlich allgemein herrschende Hunger, an­derseits das fittlidi« Niveau der Stcppensökinc bis zu einem gewu'scn (Sp; crflalirf) erscheinen läßt, ist aber nur in etwas gewählterer form guter Brauch auch im russi­schen Ossstzierkorvs. Cffne Zuschrift in derKreuzzlg." schil derl das solgcnbc Erlebnis, für dessen wahrheitsgemäße Dar stellung sich die Einsenderin verbürgt:

20,lang der neunziger Jahre fuhren mein Mann und ich nach Rujs>>tt>-Po>en zum Besuch der Berwandtcil meiner Mutter, einer geborenen Gräfin... Mein Vetter, Kommandeur eines dortigen Kavallerieregiments, machte sich eine besondere Freude daraus, uns zu Ehren eine Parade anzusetzen, in der Absicht, meinem Manne, dem preußischen Garde-Kavalleristen, das Beste zu zeigen und ihm nach Möglichkeit zu imponieren Au, unsere interessierten Fragen nach allen möglichen Einzelheiten, nach Dienst, Leute material, Picrdcn uiw, wurde uns überall bereitwilligst Auskunft gegeben, uitd da hörten wir unter anderem zu unserem Staunen, aber von durchaus zuverlässiger Seite, mit größter Selbstverständlichkeit erzählt, das folgende: Der Etat sieht natur gemäß für jedes Regiment c,ne bestimmte Anzahl von Pferden vor und wirst dafür auch die nötigen Gelder aus. Statt daß nun aber die vorgesehenen Pierdc daiür angodxtm werden, ist es allenthalben gang und gäbe, etwa nur die Hälfte der Zahl autzukaureu, den Restbetrag des Geldes aber brüderlich unter den in Bc trackt kommenden Stellen aufzuterlcn je nach der Charge, es geht genau zu dabei. Nun sollte man meinen, dar: die verantwortlichen Herren gelegentlich durch Besichtigungen und dergleichen in Verlegende» gebracht werden könnten Aber da gst es ein einsacheS Mittel. Ta nämlich dieser gute Brauch überall besteht, so borgtman" sich in Fällen der Not die Pferd-, gegenseitig, von Regiment zu Regiment, undPotemkin" feiert Triumphe DaS soll, wie man mir treuherzig versickerte. durchai,. und überall üblich sein. Niemand soll etwas dabei rinden, in. Gegenteil, di« höchsten Vorgesetzten sollen dabei ihre Rechnung fnrden.

Etwas Aehnlickes hörte ich ent kürzlich von der russische, Artillerie. Tie Artilleri,. so hieß es, übte ohne G e >' ch ü st rv dre (!), weil diesenoch nicht auS dem russisch»iaoaniichen FAdsuge zurück" rein sollen. Ich kann für die Richtigkeü dieser Er Zählu ng allerdings keine Gewahr übernehmen, aber ist es nicht - Aon bezeichnend genug, daß dergleichen Geickiühren in der russischen Armee selbst umbergerragen werden?"

_ Da wach läßt sich die Vermutung wohl nicbt ganz von der

Hand weisen, baß die Männer um den Zaren diesen Krieg, der den Rubel ja wieder rollen machr, vielleicht in einer ganz bestimmtenHoffnung auf Segen" gngezettelt hüben!

Darkehmen, 19, August, Die Russen feiern lcuit die Eroberung einer deutschen Fahne, die sie in dem Gefecht bei Marggrabvtva erobert haben wollen. Es han­delt sich um eine Fahne, die bei feicrlichien Gelegenheiten auf dem Postgcbäudc aufgezogen wurde!

Deutsches Vordringen in Rusfisch-Polc»,

Berlin, 18. Aug. Mlawa ist von den deutschen Truppen besetzt worden.

Der Kieler Dampfer Alepaudra von den Russen beschlagnahmt.

Der der Reederei Sartori und Berger gelsöriqc Dampfer Alexandra" ist in Wasa in Rußland, Ivo er Holz laden sollte, beschlagnahint worden. Die Mannschaft ließ man lausen, sie kam gänzlich mittellos in dem schwedischen Hasen Lulca an.

Beschlagnahinte russische Holzseudungen.

Wie das Kaiserliche Prisenamt mitteilt, sind von deut­schen Kriegsschiffen 16 Segelschiffe und ein Tampscr auf­gebracht worden. Es sind dies durchweg unter russischer Flagge fahrende finnische Schoner, Treimastschoner und Barken, größtenlcils init Holz beladen.

Schwedische Sympathie.

Christiania, 18. 2lugust. Björn Björnson, der Sohn des Dichters Björnstjerne Björnson, veröffent­licht imMorgcnbladct" einen Brief, der mit starkem Gerechtigkeitssinn für die deutsche Sache eintritt. Björnson sagt:

Wenn man von dem russischen Doppelspiel liest, dann begreift man Deutschlands unermeßlichen Zorn über die gebrochenen russi­schen Ehrenwerte und die Friedenstelegramme des Zaren. Der Zorn über Rußlands heimtückisches SSorgeften sei unbeschreiblich gewesen Die Deutsck>en fühlten, daß der Kampf gegen Rußland ein heiliger Krieg sei. Björnson schildert fernerhin in dem Artikel mit Bewunderung das Funktionieren des deutschen Militärappara tcs. Dieses Richrikwesen, bas so f>,, und unpersönlich gewirkt hätte, sei in diesen Tagen genial gcivvrden. Die einmütige Stimme des Volkes gibt Björnson mit folgenden Worten wieder: 2llle, die in den Krieg müssen, strablen vor Begeisterung. Ich habe unter Tausenden hier keine einzige Ausnahme gesehen. Alle marschieren in taktfester Disziplin, glücklich in dem festen Glauben auf Deutsch­lands gute Sache zu den Grenzen. Ich sprach mit den verschieden­sten Menschen, sie sind alle zusammen gleich. Arbeiter und Mittel­stand, es besteht kein Unterschied mehr und bei jedem neuen Feind, der sich tagtäglich meldet, werden sie nur noch sicherer und fester in der Kampfeslust. Bei den Zurückbleibenden besteht derselbe Eindruck, es herrscht keine Vcrztveislung, sondern imponiercirde Ruhe. DaS ist das große Volk, so gehen sie in diesen Krieg, einen der größten der Weltgeschichte, den je ein Voll aus einmal durch- zukämpien hatte. Björnion schließt mit den Worten: Gesetzt den Fall, Deutschland und Oesterreich würden verlieren, so wären cs England und Frankreich, welche dem Henker seine Opfer geben würden. Mein Herz blutet.

* . *

Ein Ultimatum Japans?

Peking. 19. Aug. Telegramm der Deutschen Kabel- Gesellschaft: Hier geht das Gerücht, daß Japan im Begriff sei, rin Ultimatum an Deutschland wegen Kiaut- schau zu stellen.

Berlin, 19. Aug. Zur Haltung Japans äußern sich die Berliner Morgenblättcr in gleicher Weise. TieVossische Zeitung" sagt:

Ter Inhalt des Pekinger Telegramms entspricht den Gerüchten, die gestern vielfach schon in Berlin verbreitet waren. Wenn Japan ietzt im Interesse Englands in den Gang der Ereignisse eingreisen sollte, so wird dies unsere verantwortlichen Staatsmänner nicht allzu sehr überraschen. Wir können mit kühler Gelassen­heit abwarten, wie Japan zu tun gedenkt Wir haben ihm gegen­über ein g ii t e s G e w i s s e n. Wenn auch die Zahl unserer Gegner in diesem Kriege der Zahl nach vermehrt wurde, so ist es doch klar, daß die Entscheidung aus dem Gang der Dinge einzig und allein aus dem europäischen Kriegsschauplatz fallen muß.

Raub der türkischen Dreadnoughts durch England.

Die Zurückhaltung der beide» auf englischen Werf- ten für Rechnung der Tiirkei gebalzten Dreadnoughts ..Reschadieh" undSultan Osman" bedeutet, wie die Münch. N. N. schreiben, einen Völkerrechtsbruch, wie er krasser kaum gedacht werden kann. Als der Marinem in ist er Djciiial Pascha sich Ende Juni beeilte, der Einladung des Präsidenten Poincarä zu den srairzösischeu Sommcr- inanöver» zu entsprechen, waren alle Dispositionen ge­troffen, damit dieReschadieh" mit Tjemal Pascha an Bord l eim kehre. Es gingen im Lause des April. Mai und Juni etwa 200 Mann und säst 70 Offiziere der türkischen Marine nach England, welche aus derReschadieh" in Dienst ge­stellt wurden, um sich frühzeitig in die Technik des neuear üriegsschifses einzuarbcilcn. Ter Rest der Mamischaften und Offiziere sollte vorläufig bis zur definitiven Uebergabe aus Engländern gebildet sein. Ende Juni wurde jedoch plötzlich -ic 2l r t i l l e r i c aus derReschadieh" zum Erstaunen des türkischen Marineamtes gewechselt, schon damals ließen die englischen Werften Dsemal Pascha verständigen, daß die Ablieferung dieses ersten Dreadnoughts sich verzögern werde. Ueber diese Mitteilung herrschte in Konstantinopel nicht geringe Bestürzung. Dir Edward Grey ließ erklären, daß bei der Armierung einige Fehler gemacht worden seien, die unbedingt ausgebessert werden müßten. Es ist eigentüm­lich. daß in der Zeit, als die Fehler bemerkt wurden, der russische Marinebevollmächtigtc in Konstantinopel, Fre­gattenkapitän Ts ch eg low, im Auftrag seiner Regierung volle vier Wochen aus den englischen Wersten weilte. Er ersvauele täglich nach Petersburg Bericht über den Fort­

schritt der Schlisse. D e rR e s ch a d i e h" ist v o k l st ä n d i g bezahlt Die Beschlagnahme der beide» Dreadnoughts Sultan Lsinan" war erst Ende September abzuliesern bedeutet eine der größten Enttäuschungen für die heutige Türkei.

Wien, 18. Aug. DieReichspost" meldet: Der Sultan hat dem Kriegsminiiter E n v c r Pas ch a und dem Marine ministe! X i c m a I P a s ch a die goldene Flottenmedaillc ver­liehen. Ein Dekret betont die ausgezeichneten Verdienste, welche sich die beiden Minister um die Ausgestaltung der otlo manischen Flotte erworben haben.

2. M.Gocbcn" vor Philippcvillc.

Berlin. 17.Aug. Ein Maat derGoeben" hat an seine hiesigen Angehörigen eine aus Messina voin 6. August datierte Postkarte gerichtet, der ivir folgendes entnehmen:

Am 3. August, 4,30 Uhr, habe» ivir zwei französische Häsen in Nordafrika beschlossen. Der kleine KreuzerBres­lau" beschoß den Hasen von Bona und ivir den Hasen von Philippevilte. Wir fuhren aus 300 Meter an den Hafen heran. Bei der ersten Salve stürzte die 10 Meter hohe Mole ein. bei der zweiten epplvdierten zwei große Petroleum,- magazine. Die übrige» Salven vernichteten mehrere Krane, Eisenbabnanlagcn und einige Schisse. Als wir weilcrsuhren, stand alles in Flammen. Wir sind von der Festung mit Haubitzen beschossen tvorden, allerdings nur wenige Schüsse, und die fielen auch noch 1200 Meter von uns entfernt ins Wasser. Eine deutsche Artillerie hätte das nicht sein dürfen. Desto besser für uns! Der Engländer war auch einmal nahe an uns."

Das Vordringen der Ocsterrcichcr.

Wien, 18. Aug. In einem der letzten Kämpfe gegen Serbien ist der Kommandeur des Teutschmeister-RegimentS Oberst von Holzhausen gefallen.

Ofenpest, 18. Aug. An der Spitze des Amrsblattes erschien heute ein Allerhöchster Befehl, in dem angeordnev wird, daß die Honved-Truppen und der Landsturm während der ganzen Dauer der Mobilmachung im Be­darfsfälle auch außerhalb der Landesgrenze verwendet werden kann.

DieNeue ?rreie Presse" meldet: Genicral SVatinj Pascha hat infolge der Kriegserklärung Englands <ru Oesterreich Ungarn sein Amt als Generalinfpektor des Su­dans niedergelegt und ivirb sich nach Wien begeben, um sich dem Baterlande zur ^Verfügung z» stellen.

Eine Kaiser-GeburtStagSseicr in Wien.

Wien, 18. 2lug. Das Deutsche Volkstheater, das gestern die Saison erössnete, feierte den Vorabend des GeburtssZtes des Kaisers in erhebender Weise durch eine Festvorstellnng, deren Erträgnis den, österreichischen Verein vom Roten Kreuz gewidmet ist. Eingeleitet wurde die Festvorstellnng durch einen von Direktor Weiße vorgetragenen Prolog, der in die Natioiialhvinne ausklang, die von dem Hanse nnd sämtlichen Darstellern in lveihevoller Stimmung stehend initgesungen wurde. Sodann wurdeHeil dir im Sie­ge rkranz" angesfimmt, das helle Begeisterung auslöste. Hierauf gelangte die Rütli-Szene ausWilhelm T^ll" undW a l l e ii st e i n s Lager" zur Aussühruiw. T-ie mar­kanten Stellen wurden wiederholt stürmisch applaudiert. In den Zwischenakten spielte die Musik patriotische Weisen sowie den Rakoczy-Marsch und dieWacht am Rbein", die be­geistert ausgenoniinen wurden. Der Vorsteltung wohnten u. a bei der Minister des Innern v. He in old. Vertretet des Kriegsministers, und des Korpskommandanten, Polizei­präsident C o r u und ein zahlreiches auserlesenes Publikum. Am heutigen Vorabend des Geburtstages des Kaisers durch­zogen bei Einbruch der Dämmerung Veteranen mit Kapellen, begleitet von Soldaten, die Lampions trugen, mit klingen- dein Spiele die Straßen Wiens. Eine große SNenschenmenge schloß sich dem Zuge an. Die Weisen der Atusikkapellen lösten überall hellste 'Begeisterung sowie Hochrufe aus den Kaiser aus.

Polnische Legionen unter den österreichischen Fahnen.

K r a k a » , 18. August. Der Polen klub beschloß nach längerer, beifällig anfgenommener Ansprache des Obmanns Tr. Leo durch Zuruf die von der parlamentarischen Kom­mission vorgeschlaaenen Anträge betreffend die Gründung, sowie betreffend Errichtung rwn polnischen Legio­nen im österreichisch-ungarischen Heeresvcrbande. Ferner wurde ein von allen Mitgliedern des Polenklubs Unter­zeichneter Aufruf beschlossen, in dem der PolenNub auch iwmens aller anderen polnischen bisher ihm nicht ange» hörigen Parteien auf die yroßen Pflichten und au/ die ein­mütige gemeinsame und äußerste Anspannung der Kräfte des Volkes in diesem historischen Augenblicke hinweist. In dem Llufruse heißt es:

Ter edle Herrscher dieses Reiches, unter dessen gerechter und weiser Regierung es einem Teil unserer Nation gegönnt war, ein halbes Jahrhundert lang die polnische nationale Kraft zu ent­wickeln, hat seine ganze mächtig« Armee zur Verteidigung der höchsten kulturellen Ideale in den Krieg entsandt. In einem sol­chen Augenblicke mutz die Nation beweisen, daß sie lebt und leben will und daß sie bestrebt und beiähligt ist, den ihr von Gott zu- gewiesencn Platz zu behaupten und vor dem Fcirrde zu verteidigen. Aul zur Verteidigung Eurer Frriheü und des Glaubens Eurer Väter!"

In der weiteren Beratung des Polcnllubs am Abend, der auch zahlreiche Mitglieder des aufgelösten galizischen Landtages beiwohnten, wurde die Gründung eines alle bisher vorhandenen polnischen OrZ<«isarioneir urufaiseuden