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Zweiter Watt
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Erscheini täglich mit Ausnahme des Sonntag;.
Die „Kietzener LamilienblStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „tlreiLblol! für den Kreis Sietzeu" zweimal wöchentlich. Die „candwittschastllchen Sett-
fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger Kr Oberhejsen
vienstag, *8. August *9*4
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universums»Buch- und Steindruckertt.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: e®51. Rcdaktion:«^112. Tel.-?lür.:AnzcigcrGicßen.
wo Oesterreich schlägt.
Nun hoben die österreichischen Truppen den Vormarsch -ins serbische Land begonnen, und sie haben ^machst senen NvrdrvestNpsel des Lcntdes in ihren Besitz gebracht, der von der Save im Nvtt>en und der Drina im Westen vrngesabt äst Biebsach gewunden ist der L-ruf der Save, die der Schiff» fahrt durch Untiefen und weite Riedsrrecken so manches Lnudernix. entgegensetzt, die Drina aber, die in Lied und Sprrchworr viel berufene, ist ein träge strömender Fluß, der sich in einem etwa 500 Meter breiten, malerischen Telia in die Save ergießt. Die Stromrinne am serbischen User ist dort nur schmal und sie wird von einem von Menschenhand nicht berührten Urdirkicht von Weiden, Erlen. Eichen und Unter» Hotz aller Art begleitet. Dieser Nordwestzipsel des serbischen Landes ist ein Zentrum des bekannter Pflaimrenhandels; .aber es ist Mgjleich ein geschichtlicher Schaupkrtz. eine alte Äaakpfstätlc. aus der sich schon seit Jahrhunderten blutige au»d entscheidvngsvolle Kriege um den Besitz des Landes «rtsponnen haben. Und besonders ist Sch ab atz, das die österreichischen Truppen jetzt bereits in ihre Land bekommen Hader, von jeher ein geschichtlich und militärisch rviichtiger Mstch gewesen.
Schadatz ist ein etwa 10000 Seelen zählender Ort an ider Save, der recht freundlich ist und in neuerer Zeit einen ndhi unerheblichen Aufschwung genommen hat. Dieser Aufschwung prägt sich auch in der Erscheinung der Städr aus, die eine Anzahl ansehnlicher öffentlicher Wcbäube, und in der Peter- und Paul »irche ein Gotteshaus anfweist, daß, wenn auch künstlerisch nicht einwaichsrei. so doch für eine Stadt Venn Range von Schabatz ungewöhnlich stattlich ist. Wohlstand und Bedeutung der Stadt beruhen auf ihrem Pflaumeund Fruchthandel; die militärische Bedeutung dieses Punktes aber hatte schon der kundige Blick der alten Römer bemerkt, die Iper eine Festung angelegt haben. Auf dem Grundrisse des römischen Werkes erhob sich dann später die türkische Zitadelle von Schabatz. die ein gesondertes' Christen - und ein Moslem-Viertel beherrschte. Diese Feste hat Sultan BLahmud im Jahre 1471 gebaut, nachdem er die Stadt in seine Gewalt gebracht hatte, freilich ist die türkische Herrschaft iiber den ivühtigen serbischen Gren-zort seit damals innner wieder bestritten worden. 1476 hat der tapfere Ungarnkönig Matthias durch eine „trefslich große Bestürmung" Schabatz in seine Hand gebracht. 1521 miride die Stadl dam: dauernd türkisch, aber 169.', nmrdc sie bereits wieder durch den Grafen ibuido Starhembcrg beÄvungen, auch 1717 und 1737 haben die österreichischen Truppen, .zum Teil mit Erfolg, um Schabatz gestritten und so ist die Stadt unausgesetzt ein Kampfobsekt zwischen Türken und Oesterreichern gewesen. Im Jahre 1786 hat Kaiser Josef II. die türkische Besatzung von Schabatz geschlagen und die Feste erobert, die damals auch den Mann in ihren Mauern soh>der der letzte Kaiser des alten römischen Reiches deutscher diation sein fällte: den späteren Franz ll.
Eine neue Epoche in der wechselvoklen Geschichte der
Stadt begann, als die Serben sich gegen das türkische Joch erhoben. Da cutbranuten neue hefiige .Kämpfe um den Besitz der Sapestadt. Die Pforte legte dabei, wie Felix Kcrrtttz bemerkt, aus den Besitz des alten Türvenschlosses den allergrößten Wert, und noch im 19. Jahrhundert sorgte sie für die Ausbesserung der verfallenen Festungswerke. Die Lage der türkischen Garnison war damals nick« angenehm: die Soldaten durften das ungesunde Fort nur selten verlassen und ihre Einkäufe in der Stadt zu zweien besorgen. Bald mußte der Halbmond von der alten Festung herunter gehen: im April 1867 zog der letzte soldat des Sultans aus oer einstigen Save-Feste.
Sv wurde Schadatz, das ost österreichischer und Kruge türkischer Besitz gewesen war, serbische Landesstadt urrd eine
Itarke Garnison wurde rn die «dadt gelegt. Jetzt ist diese längst verschwrrnden und hat sich vor den Oesterreicheru ins Innere zurückgezogen. Bon den Wällen der Festung von schabatz aber weht jetzt die schwarzgelbe Fahne, die die tapferen Oesterreicher bald weiter gen Osten urrd Süden tragen werden.
Die Erfolge der Lesterrcicher-
C e ti n j e, 17. August. Die rnoutenegrinischeu Truppen haben fett zwei Tagen in der Umgebung des Berges Lisa- nitz in der Gegend von Grahowo gegen bedeutende österreichische streitkräste gekämpft. Die Verluste der Montecw- griner in diesem Kampfe betrugen 45 Tote und Verwundete.
Das 16. österreichische.Armeekorps greift die Westgrenze Montenegro auf der Lutte Kri oac a-Gr a h o wo an. Das 15. österreichische Korps marschiert ans die Linie Tscharn icha-Gatzkv Die österreichische Flotte bombardiert die montenegrinischen Stellungen auf den Lovren.
Wien, 17. August. Die gestern gemeldeten Kämpfe au der Drina hoben zu einem e n t s che ideubcnSiegc der österreichisch-ungarischen Truppen über starke feindliche Strertkräftc geführt. Zalstreiche Gefangene wurden gemacht und viel Kriegsmaterial erbeutet. Die Verfolgung deS Feindes ist im vollsten Gange. Unsere Truppen kämpf ten mst bewunderungswürdiger Tapferkeit gegen den in starken Stellungen befindlichen und an Stärke ebenbürtigen Feind. Besondere Brwähnung verdient das Barasdirier Infanterie-Regiment Nr. 16, dessen Offiziere rrnd Mtumscixrf» ten unter den schwierigsten Verhältnissen mit der altbewährten Tapferkett der stets kaisertreue» Kroaten zum Siege stürmten. Ausführliche Nachrichte« über den Verlauf der Kämpfe und über die erbeuteten Trophäen folgen.
Die in ausländischen Zeitungen erschienenen Nachrichten über angebliche russische Erfolge in unseren Grenzgebieten stehen mit der Wahrheit in vollstem Widerspruch. Einige russische Detachements, die stellenweise im Grenzbereiche einige Kilometer wett vorgeriickt waren, sind gleich wieder über die Grenze zurückgeworfe» worden. Dagegen sind mehrere unserer Kavalleriekörper wett über die russische Grenze jn dpts Innere Rußlands cingcdrnngen.
Keine Waren der Feinde mehr taufen!
Wien, 17. Aug. Die Reichs orgnnisa ti ön der Kausleute Oesterreich-Ungarns hat <rti die Präsidenten der Handels- imh Gewerbekammern ein Schreiben gerichtet, in dem diese ersucht werden, bei ihren Mitgliedern mit Rücksicht auf das Vorgehen Frankreichs, Engkrick-s und Belgiens die Deutschen dahin zu bringen, daß die Mitglieder der Handelskammer absolut keine französischen, englischen und belgischen Waren mehr kaufen into zu diesem Zwecke einen Aufruf an die Kaufleute ihrer Bezirke zu richten.
Die Ahnen -er Maschinengewehres.
Der Laie, der in diesen Togen hier oder dort inmitten von Truppcnkörpern Maschinengewehre vorüberziehen sieht, blickt auf sie mtt besonderer Aufmerksamkeit, scheinen sie ihm doch die neuesten Errungenschaften der Militärtechnik dar-, zustellen. Aber diese Anschauung ist nur zu einem sehr ge-, ringen Teile zutreffend, in Wirklichkeit ist das Maschinen-, gewehr fast so alt wie die artilleristtsche .Kunst überhaupt. Die Stückemeister des Mittelalters haben das Problem des Maschinengewehres bereits klar formuliert und auch auf ihre Weise gelöst; wenn ihre Lösung in unseren Zeiten vergessen wurde, so lag das daran, daß sie im Laufe der Jahrhunderte gegenüber den großen Fortschritten der artilleristischen Leistungsfähigkeit zurückblcibcn mußte. Der Zweck des Maschinengewehrs ist es, mit möglichster Schnelligkeit eine möglichst
große Anzahl von Geschossen gegen den Gegner zu schleudern. Diese Ausgabe suchte man schon im 14. und im 15. Jahrhundert dadurch zu lösen, daß man eine Anzahl von kleineren Geschützrohren zu einem Ganzen verband. Jn den Fehden und Kämpfen jener Zeit ist oft von diese» ll rahnen des Maschinenqeivehrs die Rede, uittcr allen möglichen pittoresken Name» spielten sie tapfer ihre Rolle. Aber um die Mitte des 16. Jahrhunderts verschwanden sie aus dem Arsenal des Artilleristen und lebten nur noch tu gelehrten Berichten »nd Abhandlungen über Ballistik jorl.
Erst in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts begann die Wiedergebutt des Maschinengelvehrs ; eigentlich ü» amerikanischen Sezessionskriege Hier lauchlcn zuerst die Gatling- schen Revolverkanonen auf und spielten bei manchen Kämpfen eine wichttge Rolle. Sie waren in der Tat imstande, in der Minute 300 Schuß astsiigeben. Freilich, heutigen militärischen Allsprüchen würde diese Revotverkanone nicht ge nstgen, aber s,r gab doch den Anstoß zu wettergehenden neuen Versuchen. Ihre erste Frucht wurde die Mitrailleuse von Rcishe, dir kurz vor 1870 im französischen Heere eiuqeführt wurde, »nd von der sich die Franzosen bei ihrem Kampfe gegen uns Wunderdinge venprache». Wir wissen, daß düse Mitrailleuscn unsere Truppen nicht auizuhalteu vermochten: jene ade französische Mitrailleuse bestand gleichsam ra» einem Bündel von 25 gezogenen Läusen: das Gesäioß hatte ein Kaliber von 13 Millimeter. Allein der' kompllzierte Mechanismus dieses Maschinengewehres bewährte sich nn Feldzug nicht, und auch seine Leisttingeri — man konnte 150 Geschosse in der Minute aussenden enttäuschten. Reden den Rcsfye-Mitraillcusen stchtten die Franzosen damals gegen uns auch die Monttgnh-Mitrailleuscn. Es half ihnen nichts, und nach dem Kriege verloren diese vielbewimdeNen Ma schinengcwehre ihr Ansehen. Aus Festungen und aus Schissen fristen sie kümmerlich ihr Leben fort.
Den entscheidenden Anstoß zur Bervollkommining des bisher unerreichten artilleristtsche» Klein feuermateriols brachte der amerikanische Artillerie-Ingenieur Hotchkrß mtt seinem Maschinengewehr. Ihnen folgten die Maximschen Maschinengewehre, die freilich im Anfang auch nicht den Erfolg fanden, den man ihnen phrvphezeit hatte. Dü eigentliche Entwicklung des modernen Maschinengewehres setzte erst vor etwa 20 Jahren ein; die Engländer lernten die Masse 1898 bei ihren Kämpfen im Sudan und später im Bureukrioge schätzen. Jn größerem Umfange trat das Maschinengewehr jedoch erst im russisch-japanischen Kriege in Aklimc; bei Mukdcn sah man auf seiten der Japaner gegen 260 und auf seiten der Russen gegen 100 Maschinengeivehrc in Tätigkeit und konnte sich davon überzeugen, welche Vorteile diese Waffe sowohl beim Angriff wie auch bei der Verteidigung bieten kann.
Die Fortschritte der modernen Maschinengewehttechnik liegen nicht nur in der Ausnützung des Rückstoßes oder der Pulvergase zur Selbstladung, sondern vor ollem in der Ber- einsachung der Konstruktion und in der Verbesserung der notwendigen .Kühlung des Laufes. Dazu kommt gegenüber allen älteren Modellen die erhebliche Berminderung des Gewichts.
Gewerbe-Ausstellung Gietzen
Resultate der PrciSbrwkttiingrn.
Nachdem bas Oberste Preisgericht am Donnerstag, den 16. Juli seine Arbeit beendet und die Bonschläge für die Verteilung der Staatsmedaillen, Medattlcn der Provinz Oberhessen und der Stadt Gießen durch Sc. Königl. Hoheit den Großherzog, Großhcrzogliches Ministerium des Jnuern, die Großherzoglichc Provinzial-Direktton, bezw. den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen die Geneh- nttqung erfahren haben, wurden solgenden Ausstellern Preise zu- crkairnt:
1 Goldene Staatsniedaille und Goldene Aus -
st el l u ngs - M eda i ll e: Gail'sche Tampsziegelei und Ton-
ver Aönigsfieg am \S. August.
.Laut donnert'; im Westen, hell zuckt der strahl,
Der greise Kaiser schwingt selber den Stahl,
Der greise König mit Hecresmacht Rückt selber an zur Franzoienschlacht," ingt der Dichter vom 18. August : denn bei Elravelottc geschah es .um ersten Male, daß König Wilhelm persönlich den Oberbefehl n einer Schlacht führte. Bis dabin loarcn alle Gefechte Bcgcg« umgsichlachien geweieir imd hatten wenigstens längere Zeit lgn- mrch der höheren einheitlichen Lcttung embeyrt. Erst die Schlacht wn Gravelottc-st. Privat war von vornherein gcptanl und vor- >creitct. Sic sollte das vollenden, was am 14. und 16. August >egoimen war: die Rheinarmee unter Bazaine auj Metz zurück- uwcrien und an der Vereinigung mit Mac Mahon zu hindern, dies« Entscheidungsschlacht wurde erst 4 Wochen nach der Kriegs- rklürun-i geschlagen: auch letzt ist ein entscheidender Schlag wohl aum früher zu erwarten.
Noch in der Nacht nach der Schlacht von VioiwiNe-Mors la lour am 16. August hatte Bazaine an seine auf dem Schlachttelde iwattercnden Truppen den Befehl ergehen lassen, sich mtt Tages- rauen näher an die sfestung virückzuzichen. Tie neue Stellung, >8che seine Korps jetzt am dem Höhenrücken zwischen Roncourt nd Rvzericulles einnahmen, icac ichon von Natur außerordeM- ch stark und wurde zudeni durch alle Mittel der Feldbesesti. 7 nng erstarkt. Der Marscholl hielt immer noch an dem gänzlich irrigen Hauben fest, die Deutschen nwllten ihn von Atetz abdrängen, und ntrrnahm daher am 17. keinen Angriff, wie im deuff'chcn Haupt- uartter erwartet worden war Am Abend des 17. verfügte er der eine Truppenmacht von 125000 bis 150 000 Mann in einer Vi Meilen (nt der Luitlinie' langen Stellung
Dcutscherietts handette es sich darum, bis zum 18. Apgnst rm Feinde gegenüber hinreichend starke HeereSmafsen am linken losettöer zu vereinigen, um mit ihnen die Eicljcheidmig herbei- chren zu können. König Wilhelm trat am 18. Augnü morgens m 6 Uhr aus Ponts a Mousson aut der Höbe südlich von -üwignn ein und übernahm den Oberbefehl. Es waren zarr telle von der eilten Armee das 7. Korps i'üdkjch von Grave- >ttr, das 8. südlich Rczonville: vmr der z:veitcn Armee das Korps zwischen Rezonoille und Bionvttte: das preußische «rdekorps zwischen Bionoüle und Mars la Tour und das 12. önigliä, sächsische > Korps sndliäi Mars la Tour. Das II. Korps fand sich erst von Pont a Mousson her rm Anmarsch,
, Lon Berneville schollen gegen 12 Uhr die ersten Kanonen- Wf herüber. Hier war das 9. Korps, welches das Ende des artzösischen rechten Flügels schon bei Anranmllers glauüle, rechts agqchwenki und hatte den Angriff begonnen.
Es zeigte sich nun bald, daß man keineswegs gegen den seind- lickien rechte» Flügel, sondern ungefähr gegen die Mitte der französischen Stellung vorgestoßen war, weshalb die zunächst aus- sahrendc Artillette des 9. Korps dem^weit überlegenen Feinde gegenüber in eine schlimme Lage kam. Sie nmßte aber durch ihre vorzügliche Präzrsimi im Schießen wie durch die Kaltblüttgkeit und Stand ha ittqkeit ihrer Btt>icnungsmannschasten trotz der ge- walttgen Verluste ihre Position zri behaupten. Die Jnsantette des 9. Korps geriet gleichfalls sehr bald in verheerendes Feuer.
, Inzwischen erhielt das ltzardekorvs, das nebst dem 12. die Unrgestuny des rechten stanzösischen Flügels bewerkstelligen sollte, auf seinem Vormarsche iniolgc der Wahrnehmung, daß jener rechte feindliche Flügel noch über St. Pttvat h-inausreiche, die Weisung, mit beiden Divisionen über Hebonville zu marschieren. Diesen Ott erreichte die zwette Division - General v. Budritzki- gegen 2 Uhr, als die 1. (General v. ^ 1*1 schon darüber hinaus war und St. All mit ihren Vottruppen besetzt hatte. Ungefähr gleichzeitig war die Avantgarde des 3. Korps bei Balillh, in der Nähe von St. Ail angelangt. Ent die 3. Infanteriebrigade des Gardekorps brachte im Verein mit der aus der Reserve vorgezogenen Kon^sanillette des 3. Korps den vom 9. verfrüht begonnenen Kampf ins Gleichgewicht.
Aus dem deutschen rechten Flügel batten auch das 7. und 8. Korps kurz naäi Mittag den Kamrö eröffnet. General v. Steinmetz ließ das 8. Korps (General v. Goebcn, über Gravelottc vorrücken. und auch hier war es wieder die Artillette, welche der Fn- fantettc »orarbttten sollte Dich sic hatte aber eine überlegene Maste von Geschützen, die noch dazu ganz omderkt ausgestellt war. sich gegenüber und bekam ans dem Gehölz von Geni- vaux außerdem empfmdliches Ehastepotfeuer.
General v. Zastrow (7. Korps) ließ daher sttnc Divisionsund ttnen Tttl der Korpsartillette südlich von Gravelotte aus- fahven, um die Arttllette des 8. Korps zu verstärken. Von letzterem Korps erhielt die 15. Division (v. Weltzien) den Aufttag, jenes Gehölz zu nehmen, während die 16. als Reserve in Gravelotte zu- rückblieb. Der Wald gelangte nach erbitterten Kämpfen auch wirklich in den Besitz der preußischen Trurnicn. ebenso wurde das feste Gehöft St. Hubctt bald nach 3 Uhr in ttnem heldenmütigen Anstürme gsrommen: dagegen wollte es nicht gelingen, die Gehöfte Moskou und Point du Jour den gkttchialls mit großer Bravour fechtenden Franzosen zu entreißen. Ein sehr krittscher Augenblick begann am diesem Flügel, als General v. Steinmetz bald nach 3 Uhr den Feind bereits weichen zu sehen glaubte und nun einen entscheidenden Vorstoß gegen ibn zu M>ren versuchte Nur das Eingreifen des 39. Regiments und die auioviernde Hilfe niehrercr anderer Truvventttle verhütete ttne Katastrophe. Nach 5 Uhr trat dann bei der ersten Armer eine kurze Kaolpjpanse «tu.
Dies ist der Augenblick, um uns nach dem deustchcn linken Flügel mnzuschauen, aus dem die Enstcheidung lag. Dott hatten kur; vor 3 Uhr nachmittags die sächsischen Battctten gemttnsam mit denen des preußischen ttzardekorps das Torf St. Marie au; (5Hönes beschossen, woraus das Garde- und 12. Korps den Ort nach heftigem Kampfe etttürmten, der nun als Stützpunkt der wttteren Ovcra- ttvnen gegen den snndlichen rechten Flügel besetzt imirde. Diesen Flügel batte nunmehr das sächsische Armeekorps zu umfassen, bis dahin sollte der Geschützkamps sortgesühtt und dann das stark bc- sestigtc Dott St. Pttvat glttchialls gemttnsam angegrisscn werden.
Während die Sachsen auf Roncourt mattchierten, hatte Pttnz August von Württemberg, der Kommandeur der Garde, seine 3. Brigade deni 9. Korps zu Hilfe nach Amanoillers gesandt. Als er dann gegen 5 Uhr französisclfc Truppen von Roncoutt nach St. Pttvat ttlen und jensttts Sie. Matte sich ttne lange deutsche Ärttllcttelinie entwickeln sah, so lstclt er das Eingreifen der sächsischen Umgehungskolonne für unmittelbar bevotttekend. Er unter- imhm daher, ohne länger zu warten, mit sttncn drtt übttgen Brigaden uni 5 3 /t Uhr ttnen Angriff auf das ftttungsattig ttne sanft anstttgende .Höhe krönende St. Privat, der die heldenmütig vor- dttntzende Garde förmlich dezimierte und doch mißlang, obwohl Tauiendc von Toten und Bcrwundtten den blutgetränkten Boden I>edeckten. Ettt nachdem die Attillette den Ott in Brand geschossen hatte und um 7 Uhr die Sachsen nach der Einnahme von Ron ‘ court von Norden gegen St. Privat vorgingen, l-attc ttn zwttter, von der Garde und dem 12. Korps gemttnsani unternommener Sturm den gewünschten Ettolg.
Der rechte sranzösischc Flügel war hiermit geschlagen. Ter strategisch wichttgste Tttl der Tagesaufgabe war gelöst, der letzte Weg nach Verdun für die Rhttnarmee vcttperrt worden. Die Erstürmung von St. Pttvat hatte den Tag entschieden, aber toelche Opfer hatte sie auch gekost«! Tie (tzarden hotten mit Einrrch- nung der btt Atnauvillers kämpfenden Bttgade über 8000 Mann vettoren.
Nachdem die Entscheidung btt St. Pttvat gttallen war, gingen das 3. »nd 10. preußische Korps aus ihrer Rttcrotttellung auf den Kamm der vielnmstrittenen Höhen westlich AmanvillerS vor, wodurch die Lage des 9. Kwrps btt Verneville eine wesentlich bessere wurde. Btt Beginn der Dunkelhttt trat Ladmirault mit seinem 4 Korps den Rückzug an.
Auf dem äußersten rechten Flügel hielt inzwischen das 7. Korps in sttner allen Stttlung zwstchni Vaux und der Gravelotte-Metzer Straße immer noch den Wald von Baux bttetzt; daneben stand des 8. Korps, das die starke Position von Moscou nicht zu nehmen vermocht hatte, aber den Wald von Genwaux und das wichttge Deftls von Gravetotte behauptete. Angttffsversuche der Franzosen wurden zwar zurückgewresen, allein inan konnte ohne wertere Unrer-


