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lust an^Toten: dazu kommen 15 Prozent Verwundungen, deren Schwere sich nur ungefähr schätzen läßt. Die Mann schast unserer Kriegsschiffe ist nun nicht nur im Verwunde tenlransport vollständig ausgebildet, sondern darf und soll sich auch gegenseitig sogenannteerste Hilfe" bei leichteren Verletzungen leisten, wozu aus den einzelnen GesechtSstationen Taschen mit sterilen Einzelverbänden niedergclegt sind. Diese Taschen enthalten aber auch schon Schienen und Watte zur Stillstellung eines Gliedes bei Knochcnbrüchen und vor allen, Gummibinden, die bei schweren Blutungen an Ort und Stelle schnell umgelegt und so lebensrcttcnd wirken können. Achnliches gilt von der künstlichen Atmung, i» der die Mannschaften ebenfalls ausgebildet sind. An cigent lichem Personal für die Verwundetenversorgung sind Kran kenträger Lazarettgehilfen und Aerzte vorhanden. Auf kle: nercn Schiffen mit einem Arzt findet sich auch nur e i n Ver bandplatz, doch hält man einen zweiten in Reserve für den Fall, dass der erste zerstört wird. Unsere Linienschisfe haben drei Aerzte, die sich in den Dienst derart teilen, daß einer aus den, sogenannten Hilfsverbandplatz die herangebrachten Verwundeten sichtet und zwei auf dem Hauptverbandplatz tätig sind. Diesem werden alle Schwerverletzten zugcwicseu: doch beschränkt man sich im Interesse der Verwundeten auch hier auf lcbensrettende Eingriffe, wie Stillung schwerer Blu­tungen, Rolamputationen, Luströhrcnfchnitte, vielleicht Bauch und Brustschnitte u. dgl. Im übrigen ist man, ähnlich wie bei der Armee, auf möglichst schnelle Beförderung in geordnete Lazarettverhältnissc bedacht, wobei die Lazarette der Armee allerdings im Seekrieg oft durch das Hospitalschiss Ersatz finden müssen. Japan, England und die Bereinigten Staaten haben solche ständig in Dienst, Deutschland harte 1900 bis 1901 Gelegenheit, Erfahrungen auf diesem Gebiet in Ostasien zu sammeln, woSavoia" undGera" als Laza- rettschifie vcrivendet wurden. Fast die wichtigste Aufgabe der Schiffsärzte ist und bleibt aber die Fernhaltung von Seuchen, die, einmal ausgebrochen, bei der Besonder^tit der Bord- verhältnisse früher oft gewaltige Dimensionen annahmen und durch Schwächung des Mannschaslsstandcs ein Kriegsschiff leichter kanlvsunfähig machen konnten als die Kanonen des Feindes.

Au» Stadt «nd Land»

Kiesten, 14. August 1314.

Von der Handelskammer

wird uns folgendes geschrieben, Der Ausbruch des Krieges hat in allen Schichten der Bevölkerung eine derartige Ver­wirrung hervorgernfen, daß es dringend notwendig er­scheint, mit allem Nachdruck immer lmeder darauf hinzu- weisen, dass der Krieg an der Pflicht zur Erfüllung vorher übernommener privatrechilicher und öffentlich-rechtlicher Derpslichtungen nichts ändert. Stellt sich der Einzelne be­wußt oder unbewußt mit den ihm obliegenden Verpflich­tungen in Gegensatz, so schädigt er nicht mrr sich selbst, sondern er gefährdet auch den gesamten Wirtschastsorga- nismus. Wenn imn in weiten Kreisen des Handels und Verkehrs die Auffassung besteht, daß nur durch den Erlaß eines für das ganze Reichsgebiet geltenden allgemeinen Moratoriums einer ernsten Wirtschaftskrisis vorge- beugt werden könne, so sei demgegenüber darauf hige­rne sen, daß den Vorteilen eines allgemeinen Moratoriums vielleicht noch schwerer wiegende Nachteile gcgenüber- stehen. Auf jeden Fall kann es keinen, Zweiset imterliegcn, daß von einer solchen gesetzlichen Maßregel in erster Linie der faule und böswillige Schuldner zum Schaden des ehrenhaften Kaufmanns Gewinn ziehen wird. Aus diesem und noch anderen Gründen hat denn auch die Reichs rcgie- rung sich nicht zu dem folgenschweren Schritte eines Mora­toriums entschließen können. Wohl aber hat sie in Anbe­tracht der durch den Krieg veränderten Wirtschaftslage eine Reihe von Anordnungen getroffen, ivelche in ihrer Gesamt­wirkung geeignet sein dürften, die vielfach befürchtete Ver­nichtung zahlreicher kleiner und mittlerer Existenzen zu verhindern. Tie trächtigste der twm Bundesrcrte getroffenen Maßnahmen betrifft die gerichtliche Bewilligung von Z a h l u n g s f r i st c n. Hiernach kann das Gericht für eine vor dem 31. Juli 1914 entstandene Eieldfordcrung Zahlungsfrist von längstens 3 Monaten gewähren, wenn die Lage des Bellagten dies rechtfertigt und die Zahlungs­frist dem Kläger nicht einen unverbältnisMüßigen Nachs­teil bringt. Bon nicht geringerer Bedeutung sind die vom Bundesrate angcordnete Verlängerung der Fristen des Wechsel- und Schcckrechts sowie die Suspendierung von AuslandSforderungcn. Werden alle diese Anordnungen in einer den veränderten Zeitverhälttttssen völlig Rechnung tragenden und verständnisvollen Weise durch die Behörden aufgelegt und angewendet, dann darf auch gehofft werden, daß die Reichsregiernng von der NotwendigkÄt des Erlasses eines allgemeinen Moratoriums, welchesleicht die Räder unseres Wirtschaftslebens zum Stillstand bringen würde", enthoben lvird. Im übrigen erklärt sich die Han­delskain m er, um dem Schuldner die Anru­fung des Gerichts zu ersparen, bereit, die Erlang ungeinerZ ah lungsfri st aufdemWege der Vereinbarung, zu verniittclu.

*

** G nt t, f a n g. Der Großhcrzog empfing am 12. August den Generalmajor z. D. von Hartmann, den Oberstleutnant Maistre.

** Ruhestandsversctzung. Der Grobherzog hat den Obcrlondesgerichtsrat bei dem Obcrlandesgericht Peter Fleitz aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lang­jährigen treuen und ersprießlichen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1914 bis zur Wiederherstellung seiner Gesund­heit i» den.Ruhestand versetzt.

** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Oberlandesgerichtsrat Peter Fleitz das Ehrenkreuz des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

" K > n de rf ürs o rg c. Gestern abend fand im Saale de- Ca Leib eine ziemlich gut besuchte Versammlung statt, in der die erschienenen Mütter über die in Aussicht ge- ouimeiien Maßnahmen zur Beschäftigung und Versorgung der Kinder während der KriegSzeit belehrt wurden. Viele Mütter wissen schon jetzt nicht mehr besonders sind es solche, die tagsüber einem Verdienst nachgehen müssen wie sie ihre Kinder behüten sollen. Aller unbeaufsichtigten Kinder wollen sich nach Kräften die ins Leben gerufenen Kinderhorte annehmen. Sie bieten auch den besten Schutz gegen die in Kriegszciten drohende Verwilderung der Jugend. Wir verweisen auf die in der heutigen Nummer dieses Blattes erscheinende Bekanntmachung des .Ausschusses für Kinder- fürsorge' und cnipsehlen dringend, besten Bestrebungen zu unterstützen.

** Aus dem Militärwochenblatt. Zu Leutnants, vorläufig ohne Patent, besürdett: Haagner im Inf.-Regt, --"iser Wilhelm (2. Grosth. Hess.) Nr. 116, Prinz Maximilian von .»ei­len H. im Lcib-Drag.-Regt. (2, Grosth. Hess.) tztr. 24, Knackfuß

im 2. Grosth. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, Loerbroks, Meyer im

Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116. Im Beurlaubtenstanü: Der Abschied bewilligt dem Leutnant der Reserve d. 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nsr. 168 (I Berlin). Zn Oberleutnants befördert: die Leutnants der Reserve Weber (Katt Reinhards d. 5. Großh. Hess.-Inf.-Regts. Rr. 168 (Dessau), Dach- sold d. Leibgardc-Jiif.-Regts. (I. Großh. Hess.) Nr. 115 (I Essen), Waldcck d. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 (I Trier). Der Abschied bewilligt dem Leutnant itrackc d. Res. d. tzirosth. Hess. Train Abt. Nr. 18 (Gera). Zu Obetteutnants be­fördert Maurach d. 2. Grosth. Hess. Feldart.-Rcgts. 9tr. 61 (Ra­statt). Zun, Leutnant der Reserve befördert der Vizcwachtmeister Ncufchwender (Karlsruhe) des 2. Großhcrzvgl. Hess. Feldart.- Regts. Nr. 61. Zum Fähnrich befördert der Unteroffizier Grast in die Großh. Hess. Train-Abt. Nr. 18. Im Benrlaubtenstand: Zu Leutnants der Reserve befördert die Bizeseldwebel dczw. Vize­wachtmeister Arnold (II Darmstadt), d. Leibgarde-Jns.-Rrgts. (1. Grosth. Hess.) Nr. 115, Barthel, Aibrecht (Mainz), d. Grosth. Hess. Train-Abt. Nr. 18. Im Veterinärkorps: Versetzt der Untcrvctcrinär bei der Mil. Beterinär-Akad. Dr. Kahnert zum Garde Drag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23, unter Beförderung zum Veterinär.

** Personal nach richten der Ober-Po st dirck- tion Darm st ad t. Verliehen aus Anlaß des Scheidens au-s dem Dienste das Preußische Äerdicustkreuz in Gold dem Post­sekretär T i 11 m a n n in Büdingen, das .Hessische Allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" dem Oberbrieiträger Bcchtold in Erbach mW dem Landbriefttäger Henzcl in Groß-Rohrheim. Versetzt: Obcr-Pvstfekretär

Brinkmann von Alsfeld nach Hildesheim, Postsckretär Hoch von Worms nach Alsfeld unter Ernennung zum Ober-Pvstsekrctär. Ernannt: zu Ober-Postsekretären die Postsekrctäre Keller, Röder und Wolf in Tarmstadt, Hoffmann in Ofscnbach: zu Ober-Tclegravhensekretären die Tclegraphensekretäre Ger - mann in Darmstadt und Ackermann in Worms: zu Post­meistern die Postsckretäre Bauer in Rüssclrheim und Will in Erbach. Etats mäßig angestellt: Pvstgchilsin Kratz und Tclegrapl^engehilfinnen Lehn und M ü s s i g in Darmstadt, Goc- b e l in Worms. Bestanden: die Postassistcntenprüfung Post- ai,Wärter von K l i p st c i n in Groß-Gerau, Müller in Worms und Postgehilic Stvll in Dieburg. Angenommen: zu Telc- gravhengehilsinnen K n ö ß in Butzbach, Baumüller und Schneider in Darmstadt. Pille, Seekatz und Meißrnger in Friedbcra. Burg, Enenkel, Hein, Kissel, Zeiger in Mainz, S ch l i e ß h a h u in Osfenbach, Bangert, Hüther. Weg mann und Muth in Worms: zu Postagcnten: Denzel in Groß-Rohrheim; zur Postagentin Susanua B o p p Witwe in Bellersheim. Freiwillig ausgeschieden: Telegraphen­gehittinnen E n t> e r s in Osfenbach und Luxem in Worms: Post­agent Heß in Groß-Rohrheim. Gestorben: Postsekretär S ch w e i tz e r in Mainz, Postagent B o p p in Bellersheim.

** Osfenhaltung der evangelischen Kirchen. Während der Kriegszeit sollen auf Grund einer Anregung des Oberkonsistoriums die hiesigen evangelischen Kirciren in jeder Woche am Samstag abend sür diejenigen offen gehalten tverdcn, die in dieser unruhigen, schweren Zeit sich an einem stillen Otte inner­lich sammeln wollen und Ruhe für ihr Gcmütsleben suche». Bon 7V28 Uhr wird in jeder der beiden Kirchen Orgclspict stattsinden. Als Gottesdienst ist das ganze nicht gedacht, es soll nur am Schlüsse ein Bibelabschnitt verlesen werden. Jedermann kann kommen und gehen, wie es ihm gerade beliebt, vielleicht auch bttngen die, die an dieser Veranstaltung teilnehmcn, Bibel, Gesang- oder Gebet­buch oder etwas anderes, von dem sie sich Aufrichtung versprechen, zum Lesen mit. Samstag, den 15. August, soll in beiden Kirchen damit der Anfang gemacht werden.

** Vercinsspenden. Der Geflügel- und Bogel- Zuchtverein Gießen und Umgegend 1897 E. B. be­willigte in seiner gestrigen Generalversammlung zur Unterstützung seiner ins Feld ziehenden Mitglieder vorläufig den Betrag von 700 Mark, der bei dem 1. Vorsitzenden Jvhs. Schäscr III., Bleich- strastc 6, ausgezahlt wird.' Der Verein Frohsinn beschloß in seiner am Mittwoch stottgeiundcncn Versammlung, dem Herrn Oberbürgermeister für den Wohlfahrtsausschuß der Stadt 200 Mk. aus der Vercmskasse als Kriegssvcn.de zu überweisen, ferner auch seinen Kriegsteilnehmern eine Extranntrrstützmrg zukommen zu lassen.

** Vom Roten Kreuz. Die Sammlung von Liebesgaben nimmt einen erfreulichen Fortgang. Bis jetzt sind an die Liebes- gabensammelstelle im Roten Kreuz etwa 20000 Mark in bar ein­gegangen, ein erfreulicher Beweis für die Opfcrwilligkeit unserer Einwohnerschaft, die sich, wie schon früher, auch in diesen ernsten Tagen glänzend bewährt hat.

** M i t bene redde mer deutsch. Man schreibt uns: Als ich dieser Tage einen bei mir einguartietten Landwehrmann beim Studium eines französischen Wötterbuches traf, bemerkte ich, daß er eigentlich auch bemüht sein müßte, sich den Engländern ver­ständlich zu machen.Was, den Engelännern," ftagte er weg­werfend,mit dene redde mer deutsch!"

** Silberne Hochzeit feierten heute Laternenausseher L. Petri und Frau.

Landkreis Gießen.

r. Wieseck, 13. Aug. (Gemeinderatssitznng.) Infolge Ein­berufung des Bürgermeisters Schomber führt von Montag den 17. l. Mts. ab der Beigeordnete Schäfer die Bürgermeisterei­geschäfte. Zu dessen Stellvettreter wurde das dienstälteste Ge­meinderatsmitglied Becker gewählt. Zur Unterstützung der durch den Krieg in Not geratenen Familien wird ein vorläufiger Kredit von 2000 Mark bewilligt Die Unterstützung soll nicht in barem Geld, sondern in Verabreichung von Brot, Kartoffeln und Brenn­material, soweit dies erforderlich ist, bestehen. Die Verteilung soll durch ein Komitee besorgt wcvden, dem Gemeindeeiimehmer- bus, die Gcmeindcratsmitglieder Wacker, Erb, Seibert und die Bürger PH. Hch. Mank, Ph. Hch. Keller, Wilh. Hildebrand, Leo­pold Löwenstcin und Hermann Katz angehören. Bei der am Sonn­tag veranstalteten Sammlung für das Rote Kreuz gingen rund 1000 Mark ein.

-. Altenbork a. d. Lda., 12. Aug. Für die Krieger aus unserer Gemeinde bewilligte der Denieinderat 5 0 0 Mark. Tie zweckdienliche Verwendung dieser Smnme baiAvotheker Welcker übernommen. Ten Vorsitz im Ortsausschuß des Noten Kreuzer isihrt Pfarrer M i ck e l.

R. Odenhausen (Hessen), 11. Aug. Auf Veranlassung des Pfarrers .Hamburger soll lsier ein Lazarett eingerichtet werden. Freifrau von Nordcck zu Rabenau, welcher das hiesige Hofgut ge­hört, stellt einen Saal imBurghof" zur Verfügung. Eine Samm­lung brachte beinahe 200 Mk. ein, außerdem wurden 14 Betten zur Verfügung gestellt. Die Pflege der Verwundeten werden Dr. Hcnnemann und Krankensäüvestcr Marie Schmidt von hier über­nehmen. An der Spitze der Organisation stehen Lehrer Höchst und der Vorsitzende des Kricgervereins, Bahnhofs-Aufseher Weber, so­wie die Krankenschwester. Die Schulmädchen, Frauen und Jung­frauen sollen Sonntags zusammenkommen, um sür unsere Krieger Strümpfe zu stricken. Zum Stticken, sowie zur späteren Aufnahme von Verwundeten stellte Gastwirt Balling seinen neucrbauten Saal zur Verfügung.

Kreis Lauterbach.

R. Rimbach, 13. Ang. Me bei dem Bahnbau Schlitz Niederjossa beschäftigten in der hiesigen Gemeinde wohnenden russisch-polnischen Arbeiter haben eine Sammlung zu Gunsten des deutschen Roten Kreuzes veranstaltet, die den Betrag von 6,50 Mk. ergab. Wenn auch diese Gabe genug ist, beweist sie doch die Shm- palhie. die die Russisch-Polen gegenwättig für Deutschland haben. Ihr Verhalten hat bis jetzt zu Klagen keinen Anlaß gegeben.

Starkenburg und Nheiichesscn.

rm. Darinstadt, 13. Aug. Im Falle VogtHevdrich, in welchem bekanntlich Anfang Juli der Privatgelehrte Hcydrich durch den Studenten der Medizin jedenfalls unter Milwisscnschaft der Ehefrau ^endlich erschlagen und das Wohnhaus Hevdrichs in Brand "Nickt wurde, ist nunmehr nach Abschluß der Vorunter­suchung ourch den Untersuchungsrichter die wettere Beobachtung beider Angeklagten aus ihren.Geisteszustand in einer Irrenanstalt

beantragt worden, damit dürste die Verhandlung der Ankkige vor

dem nächsten Schwurgettcht nicht mehr möglich sein.

__ m. Offenbach a. M., 14. Aug. Einem raffinierten Schwindler zum Opfer gefallen ist die Ehestau eines hiesigen Beamten, die aut dem Postamt Geld einzahlen wollte. Während sie die Einzahlungskarte schrieb, trat an sie ein Unbekannter mit der Frage heran, ob sie ihm nicht eine Banknote gegen S i l b e r g e l d geben wolle. Die Frau erllärte sich dazu bereit und übergab dem Mann einen Hundertmarkschein. Dieser händigte ihr dafür ein einer Gcldrolle ähnliches Päckchen aus und entfernte sich. Als die Frau die vermeintliche Silberrolle, die die Aufschrift:100 Mk. in Stücken zu 1 Mk., Städtischer Viehhof, Osfenbach a. M." trug, öffnete, mußte sic zu ihrem Ent­setzen wahrnehmen, daß sie einem Gauner in die Hände gefallen war, denn die Rolle enthielt statt Silbergeld ern Stück Eisen.

m. Offenbach, 13. Aug. Mit der Frage der fkriegsnnter- stützuncien für die Familien der zur Fahne Elnberuienen befchäs-- tigte sich gestern mittag der Kreistag des Kreises Ofscnbach, der unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrats Lvchmann zu einer dringenden Sitzung zusammen gettrtni war. Es handelte sich namentlich um die Erhöhung d» durch das Gesetz fest­gelegten Untcrstützungsbeittäge für die Angehörigen der Z»S Feld gezogenen Soldaten, die für die Ehefrau während der Sommer­monate l)Mk. und während der Wintermonatc 12 Mk. bettagen. Außerdem »oird fitt jedes Kind eine Unterstützung von 6 Mk. pro Monat gezahlt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Mindest­sätze für die Bestreitung des Lebensunterhaltes nicht cmsrcichen. Aus dieser Enoägung beschloß der Kreistag, der mit 22 Abgeord­neten vertteten war, diese gesetzlich) vorgeschriebenen Unterstützungs- sätze von 8 Mk. aus 14 Mk. während des Sommers und von 12 Mk. auf 16 Mk. während des Winters zu erhöhen. Der Untcr- stützimgsfatz von 6Mk. sür jedes weitere Kind soll bei behalten bleiben.

ch. Bingen, 12. Aug. Me Abhalttmg von Kälbermärkten in Bingen ist bis aus weiteres von der Bürgermeisterei mit Zu­stimmung des Großh. Krrisamtcs Bingen genehmigt worden. Zugetrieben dürfen ans diesen Märkten jedoch nur Kälber werden, welche in Bingen geschlachtet werden. Damit >oll eine Erleichterung m der Fleischwrrsorgung der Stadt Bingen herbeigeführt werden. Hessen-Nassau.

1s M a r bu r g, 13. Aug. Utt heute hier abgchalteuc Schweinc- mrrrkt brachte bei geringer Zufuhr ganz außergnvöhnlich niedrige Pttise. Es wurden z. B. 610 Wochen alte Ferkel sür 1820 Mk. das Paar verkauft. Auch die Lauser kosteten nicht viel mehr. 3 bis 4 Monate alte Ware wurde mit 2535 Mk. und ältere Tier« je nach Größe und Qualität mit 4050 Mk. das Paar verlaust. Der Handel blieb trotz der niedrigen Preise stau.

X Hanau. Id. Aug. Ti« hiesige Ortsgruppe des Reichs­verbandes gegen die Sozialdemokratie hat sich a » f g e l ö st und ihr Vereiusvermöqen de». Rote» Kreuz übermittelt. Tie hie­sigen Ireien G e w e r k s ch a I t e n haben den Dersammlungssaal ihres GewerkichaitShanles kür Zwecke der Derwundelenpstege a» die Militärbehörde a^etreten.

An England;

Old England, denkst du nicht mehr daran,

Wie in Cbina vor vierzehn Jahren Von dcutfckzen Soldaten viel laufend Mann Deine treuen Mitkämpfer waren?

'Vier Worte reichten hin nur vier.

Sie ins Vordertreffcn zu stellen,

Und die vier Worte sollen dir Deut' laut in die Olnrn gellen:

Me Deutschen können des gleiche hörst du. Was sie damals in China gekonnt.

Nur breh'n sie den Spieß nm und rufen dir zu: Hurra!Oermans to tste krönt!"

vüchrrtisch.

Sensationelle Entlarvungen geiviegter Ver­brecher, die es mit elegantem Raisinement verstehen, ihre Svuren hinter sich z» verwischen, bilden den interestanten Inhalt der neuesten Kriminalerzählung von W. Detteminkel, die unter dem Titel »DaS Lackschränkchen" soeben in Kürschners Bücher- schatz Nr 9S3 erschienen sind. (Hermann Hillger Verlag, Berlin und Leipzig).

Hesse? Volksbücherei. Nr 922-936. Preis jeder Nummer 20 Vkg. Leivzig, Heffe & Decker Verlag. Die neueste Serie von HesteS Volksbücherei bringt eine Reihe von klangvollen Namen. Walter vo» Molo läßt unter dem Titel2>ls ich dis bunte Mütze trug" <Nr. 931) Eludenlenerinnernnacn erscheinen. Weiter enthält die Serie die ErzählungMeine Frau >md ich" (Nr. 927230) vo» Nicolai (Henrik Scharling),i'lui Capri, der Eirenentnsel" (Nr. 963936) spielt ei» Roman de? Erzähler- Conrad T e l m a n n. Ter Täne Jen? Peter I a c 0 b s c 1, ist ver- Ireten durch die Novelle,Möge»?" (Nr. 922). Nach Alt-Wien fahrt ei» Roman von Pantraz S ch » k:Ferdinand Raimunds letzte Liebe" (Nr. 923926). Tic Nummer 932 füllen HmnoreSken des Erzähler? Karl B i e n e n st e i n.

Nonatl. llebersichl Ser Tederfülle kn der Stadt Sketzen.

Monat Jnli 1914.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

I. Lebensjahr: 2.IS. Jahr :

Blntvergiltung

1(1)

1 (1)

Tuberkulose

8(1)

8 (I)

Lungenentzündung anderen Lungen-

5(2)

2(2)

2

1

krankheilen

4(1)

2(1)

2

Herzkrankheiten

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Schtagfluß

2

2

-

Darmtatarrh

2

1

I

Blinddarmentzündung 3 (3) andere» Darin-

3(3)

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Niereukrankheit

6(5)

6(5)

Krebs

6(2)

6(2)

Selbstmord

3(2)

2(2)

1

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1 (1)

1 (1)

-

anderen Krankheiten

12 (7)

5(

5(4)

2

Summa: 65 (33) 47 >26) 13 ( 4 ) 8 (3)

A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel ter Todesfälle in der dctreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentlichcr Wetterdienst, Gießen. WcttcrauSsichten in Hessen am SamStag, de>! IS. Aug. 1914: Fortdauer der bestehenden Witterung: nordöstliche Winde. Nachts kühler.

Letzte riachrichten«

Das Moratorium in Oesterreich.

Wien, 14. Aug. DieWiener Ztg." veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung, nach der das am 14. August ad- laufende Moratorium bis zuni 30. September ver­längert wird.

Ein Dampfer gesunken.

Triest, 14. Aug. Der DmnpfcrBaron Gautsch" ist auf der Fahrt noch Trieft gesunken. Bis gegen Abend wurden 130 Personen gerettet, 20 Leickien geborgen.

Ausftihrvrrbot in Bulgarien.

Sofia, 14. Aug. Ein königlicher Ukas untersagt die A u ssu h r von Nahrungsmitteln, Bieh, Pferden, Maul­eseln, Eseln, Mehl, Kleie, Getreide, Kartoffeln, Gemüse. Leuchtöl und Brennholz.