Nr. J8<)
Der Stetzener
erscheint täglich, außer Eouiitagr. - Beitagen: viermal wöchentlich SiebeiierZamilienblätler; zweimal wöcheutt.llrei;- dlattsiirdeiirkreirSIeiien iDienstag und Freitag): zweimal monail. land- wirtschostlich« Zeitsragen fieriisprcch»Anschlnise: iür die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 51 Adresse Iür Depeschen: «nzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen Iür die Tages»,liininer bi« vonnittagö 8 Uhr.
Erster Blatt
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*64. Jahrgang
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General-Anzeiger sür Oberhessen
§rettag. * 4 . August *9*4
Die englische Uriegrerklärung an Oesterreich. Ein schmachveiler Mord in Petersburg.
Nun hat nckch einigem Zögern England auch unserem Bundesgenossen Oesterreich-Ungarn den Krieg erklärt. Das ist wiederum keine Ueberraschung, bedeutet aber wieder einen Markstein in der englischen Politik, die den Russen Knechtsdienste leistet. Tie Oesterrcicher rücken siegreich in Russisck)»- Polen vor, auch in den polnischen Landcsteilen Deutschs- lands bäumt sich der Widerwille gegen die slawische An maßung und Willkür auf, indem die Bistu,nsvcrweser von Posen und Gnesen den Polen einen trefflichen Spiegel der Tatsachen Vorhalten. England aber streck: seine schlitzende Hand über die Kojakenwirtschaft aus. Nach dem russisch englischen Marineabkommen sollten, wie Professor Schiemann in der „Krenzzeitung" aus „unbedingt zu verlässiger russischer Quelle" feststellt, russische Truppen auf englischen Schiffen in Pommern lan den. Tic Verhandlungen darüber wurden in London dem Marinebcvollmächtigten Wolkow übertragen und der Bot schafter von Penkcndorf war über den ganzen Plan unterrichtet. Der Abschluß der Konvention sollte erfolgen, wenn Prinz Ludwig von Battenberg im August in Petersburg eintreffe. Der Prinz ist nicht nach Rußland ge fahren: der von Rußland uns oktroyierte Krieg machte es unmöglich. Es konnte nun eher umgekehrt kommen, und die Russen haben durch Zerstörung des Hafens von Hangoc schon bewiesen, daß sic vor einem deutschen Einfall eine wahn sinnige Furcht haben. Die Heldentaten des belgischen Pöbels haben den Mob von Petersburg zu ähnlichen Leistungen angestachelt. Ein in Petersburg zurückgebliebener Beamter der deutschen Botschaft wurde schmählich ermordet: das Gebäude wurde in Brand gesteckt. Die russische Polizei hat dies angeblich nicht hindern können: das kennzeichnet die Kultur« höhe, auf der die Hauptstadt des Zarenreiches steht. Wir haben allen Anlaß — und die zivilisierte Welt muß es uns noch danken — daß wir der weiteren Ausbreitung dieser „Kultur" mit Feuer und Schwert cntgegcnwirken.
Tie englische Kriegserklärung an Oesterreich.
Wien, 13. Aug. Heute mittag H /2 Uhr ist der englische Botschafter im Ministerium des Auswärtigen erschienen und hat erklärt, daß sich England von gestern — Mittwoch — Mitternacht an als mit Lesterreich-Üngarn im Kriegszustand befindlich betrachte. Gleichzeitig Hai der Botschafter seine Pässe gefordert.
Ein Beamter der deutschen Botschaft in Petersburg ermordet!
Berlin, 13. Aug. Der „Bert. Lokalanzeiger" schreibt: Ein b e st i a l i s ch e r M 0 r d ist an einem bewährten Beamten unserer bisherigen Botschaft in Petersburg von dem russischen Pöbel verübt worden. Hofrat Alfred Katt- ner, der imt über dreißig Jahren in dein deutschen konsularische:! und diplomatischen Dienst in Rußland tätig 'war, und der bei der kürzlich erfolgten Abreise des Grafen ^Pourtales zurückgelassen worden war, ist ein Opfer des blutdürstige „Petersburg er Mobs geworden. Die grauenvolle Nachricht ist bereits vor einigen Drgen zugegangcn, es mußte aber aus naheliegenden Gründen von der Bekanntgabe Abstand genommen werden. Heute aber stehen wir nicht mehr an, unfern tiefen Abscheu über die empörende Bluttat vertierter russischer Horden auszu- chrücken. Daß sie möglich war, beweist den Tiefstand der russischen Kultur und die wahren Gesinnungen der dortigen Machthaber, die es nicht einmal für nötig erachteten, unserer Botschaft und ihrem Beamten jenen Schutz aiigedeihen zu lassen, auf den auch der Vertreter einer feindlichen Macht im Kriege bisher Anspruch erheben durfte.
Wie sich jetzt herausstellt, ist die mordgierige'Volks- masse ungehindert in die im Zentruin Petersburg gelegene Botschaft eingedrungen, machte zuerst den greisen deutschen Beamten in bestialischer W e i s e n i c d e r, p l ü n d c r t e d i e R ä u m e u n d st eckte das Palais in Brand. Ms die Polizei und die Feuerwehr heranrückten, war das Entsetzliche bereits geschehen.
Hofrat Kattncr, der aus Schlesien stammte, machte als Kriegsfreiwilliger den Feldzug von 1870/71 mit Auszeichnung mit. Nach Beendigung des Krieges bezog er die damals noch deutsche Universität in Dorpat in Livland, wo er besonders init dem Korps der Kürländer in besonders nahe Beziehungen trat. Bis an sein Lebensende unterhielt er mit den baltischen Deutschen, die seine ungewöhnlichen geistigen und gesellschaftlichen Gaben hochschatzten, enge Freunds chastsbandc.
Ein Ausruf der Biötumsverweser von Posen und Gnesen.
Posen, 13. Aug. Tie Bistumsverweser von Posen und Gnesen erließen am 1. Aug. in Posen und Gnesen folgenden A u s r u f an die Geistlichkeit und die Gläubigen beider Diözesen:
Geliebte Diözesancn! Ein überaus ernster Augenblick, wie bis dabin kein anderer in der Weltgeschichte, ist cs, in welchem wir tinrscr Hirtcnworl an Euch richten. Die Geschicke der Völker, also auch unseres Volkes, harren der Folgen schwerer Entscheidungen. Ln ganz Mitteleuropa lodert die Kriegs sacket, angc- sacht durch die russische Regierung, unter deren Grausayikeucn unser Volk in religiöser und nationaler Beziehung über hundert Jahre hindurch schmerzlich gelitten hat. Es ist Euch, geliebte Diö-
zcsanen, doch nicht unbekannt, wie viele Millionen der mit uns
verbrüderten Uniten mit Gewalt und barbarischer Unmenschlichkeit der russischen Orthodoxie zugcsührt wurden, wie viel Tausende von Söhnen unserer heimatlichen Erde ihrer von den Vätern ererbten Habe beraubt und nach Sibirien vertrieben wurden, wo sic zum Teil der grausigen Kälte zum Opfer sielen. Ihr wißt auch sehr gut, unter welchem Druck noch bis jetzt.die katholische Kirche im Bereiche von Kongreßpolen und L i t t a u e n stutzt. Die unserer Nation und unserer Kirche feindlich gesinnte Regierung hat hinterlistigerweise die größte Halste Europas in einen feurigen Kriegs Herd verwandelt und unseren allergnädigsten Landesherrn, den Verbündeten des greisen Kaisers von Oesterreich, gezwungen, mit Waffengewalt die gerechte Sache und sein Land zu verteidigen. Ohne Zweifel ist jeder Krieg ein großes Unglück, aber es ist manchmal unvermeidbar: denn in den gegenseitigen Beziehungen der Staaten treten ab und zu wichtige Lebensfragen auf, die nur durch die Schärfe des Schwertes entschieden werden können. Eine solche Stunde hat jetzt für uns geschlagen Leder Krieg ist ein Unglück, denn er entfesselt Ströme mnt Blut und Tränen, er fordert große Opfer an Leben und Gut. Vielleicht hat noch kein Krieg früherer Jahrhunderte solch schwere Ovler verlangt wie der, welcher gegenwärtig sich zwischen den mächtigsten Reichen abspielt. Auch Ihr, Geliebte, seid nun als Untertanen des deutschen Kaisers und Königs von Preußen berufen, an diesen Opfern teilzuncbmen. Eure zu len Fahnen cinberuienen Ehemänner,Brüder und Söhne haben schon angefangen, zu kämpfen, und sie ivcrden weiter fechten gegen die verbündeten Feinde Deutschlands und Oesterreichs, besonders aber gegen die Feinde jenseits unserer nahen Ostgrenze, gegen Rußland. In diesem Kampfe wird so mancher von ihnen sein Leben hinopfern. Aber möge Euch sür alle Opser, groß Und klein, das Bewußtsein trösten, daß Ihr sie darbringet für eine gerechte Sache. Ich weiß wohl, daß infolge der A u s n a h m e - gesetze, deren Wirkungen nur seit einer längeren Reihe von Jahren schmerzlich empfinden, das Vertrauen der polnischen Bevölkerung zur staatlichen Regierung sich vermindert bat, aber ich weiß auch, daß unter uns nicht das Gefühl der Pflicht gegen die uns von Gott gegebene Obrigkeit geschwunden ist, daß wir vielmehr immer der Mahnung des Apostels Paulus eingedenk bleiben: Jegliche Seele sei den Vorgesetzten Gewalten untergeben, denn es gibt keine Gewalt, außer der von Gott: die es aber sind, sind von Gott gesetzt. lRöm. 13,1.) Erfüllet also als würdige Söhne einer ritterlichen Nation mutig Eure Pflicht im Kampfe! Ihr andern aber, die Ihr am häuslichen Herde verbleibet, verhaltet Euch ruhig, vertrauet auf Gott, schenket insbesondere kein Gehör verdächtigen Agenten und Friedensstörern. Vertrauet, daß, wenn Ihr in dieser großen, überaus bedeutungsvollen Zeit treu und mutig zu Eurem Monarchen haltet, und Ihr durch Eure loyale Haltung zunt Srege des tapferen Heeres beitraget. Euer Landesherr tu seinem edlen Herzen unsere gerechten Forderungen erfüllen und alles beseitigen wird, was uns bedrückt. Vertraut auch, daß wir durch unsere Mitarbeit zum Siege der kaiserlichen Armee und damit unseren leidenden Brüdern jenseits der Grenze zum Erringen einer besseren Zukunft mitverhelsen werden. Da jedoch die Geschicke der Völker in Gottes Hand ruhen, und im gegenwärtigen Kriege von ilmr abgewogen werden, werdet Euch auch in Gemeinschaft mit Euren Seelenhirten in täglichen Gebeten zum Herrn der Heerscharen und stehet ihn an, er möge in seiner Gnade das kaiserliche Heer, den, auch Eure Männer, Brüder und Söhne angehörcn, nach dem Kriege mit Siegesruhm gekrönt in die heimatlichen Fluren zurücksührcn.
Der Aufruf schließt mit Vorschriften sür die Kirchengcbete. Gegeben zu Posen-Gnesenp den 9. August. Gez. Tie Bistumverweser: Bischof Dr. Eduard L i k 0 w s k i, Prälat Dorszeweski. Die Polenfrage.
B e r l i n, 13. Aug, Die „Germania" bemerkt zu der Wahl des neuen Erzbischofs von Posen, daß die polnische Bevölkerung sowohl in Preußen, als auch in Oesterreich ihrem Baterlande Treue und Lohalität in denk Maße bewiesen habe wie alle Glieder des deutschen 'Reiches. Im „Tag" schreibt das Mitglied des Reichstages Erzberger: Die deutschen und die österreichischen Soldaten gelten heute nahezu allgemein in Russisch-Polen als die Befreier des Landes. Wo alles gegen uns steht, muß alles Mitwirken, um den Feind zu schwächen. Weite Kreise von Russisch-Polen hoffen auf uns. Wir wollen, indem wir ihnen Freiheit und Recht bringen, uns selbst schützen.
Der Kaiser.
Berlin, 13. Aug. Der Kaiser empfing den Fürst e n W e r n h a r d p. B ü l 0 w und den bisherigen Gesandten in Ceftnje, v. Eckardt, in Audienz. — Die Kaiserin Hai heute nachmittag das Fürstenpaar Bülvw empfangen. Später begaben sich beide Majestäten nach Potsdam.
Tie norwegische Kolonie und der Kaiser.
Berlin, 13. Ang. Tie norwegische Kolonie richtete an den Kaiser folgendes Telegramm:
Ew. Majestät! In der schicksmsschweren Zeit, in welcher das deutsche Volk, von Feinden umringt, unter Führung Ew. Majestät dem Kampf für ferne Existenz, für die Kultur und das Wohlergehen des gesamten Germanentums anfnimmt, bittet die hiesige norwegische. Kolonie Ew. Majestät, den .Ansdruck ihrer warmen Sympathie und ihres anftichtigen Herzensanteiles darbringen zu dürfen. Mil staunender Bewunderung stehen wir vor diesem beispiellosen Opfermut und der begeisterten K a m p f e s f r e nd«, mit welcher das edle deutsche Volk, jung und all, ohne Unterschied de s Standes, wie ein Mann sein erprobtes Schwert ergreift, um seinen Herd und seine Ideale gegen eine Welt der Mißgunst und che s Neides zu verteidigen. Mit ehrlicher Begeisterung erfüstt, begleiten w i r stammverwandte Norweger diesen Hcldcnkampj unseres edlen Brudervolkes. Wir hegen die felsenfeste Ueberzcugnng, daß die heilige Begeisterung und die deutsche Zähigkeit Ew. Majestät ruhmvollen Fahnen.die machtvolle Erhaltung Deutschlands, worin
wir die Vorbedingung sür das Wohlergehen der gesamten zivilisierten Menschheit und ein zuverlässiges Unterpfand des dauernden Weltfriedens erblicken, sichern iverdcn. Mögen Ew. Masestät geruhen, den Tank der norwegischen Kolonie sür die ihr in Deutschland zuteil gewordene großzügige lüastfreund- schast und die empfangenen Kulturgüter entgegenzunehmen. Die Kolonie leitete unter ihren Mitgliedern eine Sammlung ein, deren Ertrag die Kolonie glücklich sein wird, dem Roten Kreuz überweisen zu dürfen.
Aus das Telegramm der norwegischen Kolonie ist folgendes Antworttelegramm cingegangen:
Der Kaiser und König haben mich beauftragt, dem norwegischen Klub in Berlin für die im Nanlcn der hiesigen norwegischen Kolonie in so warmen herzlichen Worten ansgedrückte Anteilnahme an Deutschlands Geschick in dieser ernsten Stunde sowie für das hochherzige Anerbieten zur Linderung der Wunden des Krieges, den allerhöchsten Dank zu übermitteln. Reichskanzler v. Beth- mann Hollweg.
Eiir Telegramm des Kaisers.
Karlsruhe, 12. Ang. Ter „Karlsruher Zeitung" zufolge hat der Großherzog von Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm erhalten: Dankbar unserem Gott für den ersten Sieg spreche ich Dir meinen Dank aus sür die Tapferkeit Deiner Landeskinder. Gott helfe weiter, gez. Wilhelm R.
lieber die Verluste in den Kämpfen um Lüttich
sind bei dem Zentraluachwcisbnreau des Kriegsministeriums, Berlin, Dorotheenstraßc 48, bereits sehr viele Anfragen eingegangen. Ihre Beantwortung wird, wie wir hören, leider erst in einigen Tagen möglich sein, da die Berichte der Truppen noch nicht eingetroffen sind. —1 Im allgemeinen Interesse ist es wünschenswert, daß die Anfragen recht kup; gehalten werden, denn die Durchsicht erfordert sonst so viel Zeit, daß die Auskunft erheblich verzögert wird. Die vorgeschricbenen, bei der Post erhältlichen Doppelt arten werden zuerst beantwortet. Sie sind also das beste Mittel, um schnell die gewünschte Auskunft zu erhalten. Der Gesamtheit wird ferner zugute kommen, wenn die Anfragen auf solche Fälle beschränkt werden, wo die Vermutung wirklich begründet ist, daß der Familienangehörige, um den es sich handelt, auch tatsächlich au einem Gesechc teilgenommc» hat. Es versteht sich vor selbst, daß das Zentralnachweisbureau, sobald es Nachrichten hat, mit unbedingter Offenheit Auskunft erteilen und nichts verheimlichen wird.
Ein Geretteter der „Königin Luise".
B e r l i n, 13. Aug. Auf dem Dampfer „Königin Luise" der vor der Thcmsemündung Minen legte und dabei zum Sinken gebracht wurde, befanden sich auch zwei Groß-Bcr- liner. Einer von ihnen wurde glücklicherweise gerettet, während über das Schicksal des anderen noch Unklarheit herrscht. Der Gerettete ist der 42Jahre alte Postassistent Georg Wit- t i ch aus Pankow. Wittich hatte sich kurz nach Ausbruch des Krieges der Marine zur Verfügung gestellt und war der Besatzung des Bäderdampfers „Königin Luise" zugeteilt worden. Auf einer an seine Angehörigen in Pankow geschriebenen Karte teilt er mit, daß er wie durch ein Wunder dem Tode entronnen sei. Er habe lange Zeit mit den Wellen gekämpft, ehe er eine Schifssplanke habe umklammern können. Nach längerer Zeit habe ihn ein deutsches Kauffahrtcischliff an Bord genommen und ihn nach Westerland auf Sylt gebracht. Jusolge der Strapazen und Quetschungen war Wittich so erschöpft, daß er sofort einer Klinik zugeführt werden mußte. Er hat sich aber schnell erholt und ist bereits gefterr in Wilhelmshaven eingetrosfen. Der andere Großberlinci von der „Königin Luise" ist der Maschineningenieur Bank aus Hteglitz, Sohn des Direktors der Steglitzer Eisvertriebsgesellschaft und früheren Gemeindeocrordnetenbanv Von ihm fehlt bisher jede Nachricht.
Ein deutscher Dampfer von Russen beschlagnahmt.
Berlin, 12. Aug. Der Dampfer „Prinz Eitel Friedrich" der neuen Tampferkompagnie Stettin, der am 30. Juli St. Petersburg verlassen hat mit Ladung für Stettin und gegen 40 Passagieren, ist am 31. Juli früh, also vor Kriegsausbruch von russischer Seite beschlagnahmt und nach Reval gebracht worden. Die Passagiere wurden zwangsweise über Helsingfors-Torma abgeschoben.
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Die Mobilisierung der Türkei.
Konstantinopel, 12. Aug. Der Sultan hat fol« gcudc Proklamation an die Armee erlassen:
Während wir im Frieden für den Fortschritt unseres Vaterlandes arbeiteten, ist in Europa ein großer Krieg ausgebrochcn. 11m mit Gottes Hilfe unser Recht zu wahren, habe ich alle meine Kinder zu den Fahnen berufen. Noch vor Ablauf der ersten Mobil- mckiungsuwche ist eine Anzahl junger Männer eingerückt. Die ersten Bedürfnisse der Armee sind gedeckt. Ich bin außerordentlich gerührt durch den Patriottsmus, den mein Volk an den Tag gelegt lwt. Ich ordnete an, daß die älteren unter den »ichtausgebildeten Eingezogenen zurzeit beurlaubt ioerden. Bis sie neuerdings zu den Waffen gerusen werden, werden sie die Feldarbeiten der bei den Fahnen verbleibenden Kameraden mitvcrichcn müssen. Meine Regierung will die Fortdauer des Friedens. Dank der Hilfe Gottes uich seines Propheten bin ich sicher, daß wir das Land und seine Rechte »Mer allen Umständen werden verteidigen und schützen können. Ich entbiete allen meinen Kindern meinen Gruß.
Die Proklamation schließt mit dem Ausdruck des Wunsches, daß die Soldaten ihren .Vorgesetzten gehorchen und im'


