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Der kleiner Anzeiger
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Erstes Blatt
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(64. Jahrgang
5re!tag, 51. Juli 19(4
General-Anzeiger für Oberhessen
Rotation$»ni(f nni Dtrlag »rr Srihflschc» Uxio. yuch. »,» St««i>ru<ferti R. Laage.
Vezu q-vret-:
monatlich75B1., vierteljährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zmeigsleller: monatlich 65 Pf.; durch die Po t Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestell^. ZeilenpreiS: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pienniq. Chefredakteur: A. (Äoetz. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Goeq; für .Feuillelon", ,Ber- mifchtes^ und^Gerichls- faal": Karl Neurath; für .Stadt und Land-:
RedaMon. Lxpetzitioa u«ü Vriuktrei: SchMrahe 7. 5“£i®n"Jii: : t.'ü&J!
vie Oual der 5pannung.
Keine deutsche Mobilmachung.
Berlin, 30. Juli. Die Meldung, daß der Kaiser die Mobilmachung des Heeres und der Marine angeordnet hat, ist u n wahr. ».
Der Kaiser hat gestern nachmit- tag im Neuen Palais bei Potsdam den Vortrag des Reichskanzlers entgegengcnommen. Beim Reichskanz^r fand heute mittag eine Beratung des Staatsministeriums statt.
Berlin, 80. ^,uli. Dem Vernehmen nach findet morgen «me Si tz ung d e s B u n d e « r a t s statt, Gegenstand dar Beramiig bilden minderwichtige Angelegenheiten, weshalb die sttmmsührenden Minister der Bundesstaaten nicht daran teilnehmen.
Depesche,Wechsel zwischen Zar und Kaiser.
r l i n, 30. Juli Die Nachricht von den fortgesetzten rusi>sck>e>i Mobilisierungen rief hier große Auftegung cher- ivor. Es werden ernstliche Beratungen über den einzunehmenden Standpunkt Deutschlaads gepflogen. Der Tepeschen- wechsel zwischen Zar und Kaiser dauert fort.
Falsche Gerüchte.
Berlin, 30. Juni. Der „Berliner Lokalanzeiger" verbreitet folgendes Extrablatt: Durch einen groben Unfug hnirtcn heute mittag Extrablätter des „Berliner Lokal- anzcigerS" verchreitet mit der Meldung, dal; Deutschland die Mobilmachung des Heeres uich der Flotte ungeordnet habe. Wir steflen fest, daß diese Meldung unrichtig ist.
Berlin, 30. Juli. Ein hiesiges Abendblatt meldet, der Kaiser habe soeben die Mobflmachungsordre für daS erste, fünfte und siebzehnte Armeekorps erlassen. Auch diese Meldung ist falsch.
Berlin, 30. Juli. Der K. K. österreichisch-ungarische Botschafter teilt mit, daß laut einem Telegramm des Stadt- Halters von Böhmen, Fürsten zu Thun, die Nachricht gewisser Blätter über eine Behinderung der Mobilisierung in Dux und Brüx durrl) Spannen von Drähten ans der Luft gegriffen ist. ,
Paris, 30. Juli. Ein Mittagsblatt veröffentlichte heute vollkommen unrichtige Angaben über Entschlüsse militärischer Art, die von der Regierung gefaßt worden seien. Diese Nacht hat kein Ministerrat im Elnsee stattgefundeii. Tie Einberufung von Rescrvisien- klassen ist keineswegs beabsichtigt. Tie Regierung hat unverzüglich Maßnahmen ergriffen, um die Weiterverbieitung dieser durchaus phantastischen Gerüchte zu verhindern.
Tic Stiiiimnng in Berlin.
B e r l i n, 30. Juli. Die herrschende politische Spannung 'drückt sich heute auch in dem Straßenleben von Berlin un- verlennbar aus. Bor den, Palais des Reichskanzlers sam- ; vielten sich um die Mittagsstunde, als die Minister beim Kanzler zur Besprechung erschienen waren, größere Men- ■ schengruppen an, die wahrend der ganzen Tauer des Mi- iristerrais beisanimen blieben und die Minister beini Verlassen des Reichskanzlerpalais still, aber achtungsvoll begrüßten. Natürlich bildete der vermutliche Gegenstand der Ministerbesprcchuiig. der völlig geheim gehalten wird, das Thema der allgemeinen llnterl>a!tung. Bon der Börse her war das Gerücht bekannt, daß das Königsberger Armeekorps uwbilisiert sei. doch maß man dem Gerücht, da die Beglaubigung ausblieb, ebenso wenig Bedeutung bei, lvie der Behauptung, daß der Buudesrat telegraphisch zusammen- bcrufen worden sei. Auck) Unter den Linden bildeten sich an verschiedenen Steflen große Menschenansammlungen, Die vor der russischen Botschaft stehenden Schutzmannschasten htttten keinerlei Anlaß, irgendwie einzusthreiten, weil dort, wie überall die taktvollste Ruhe beobachtet wurde. Ebenso zeigte sich in der Umgebung des Schlaffes eine gewisse Ergriffenheit des Publikums, die sich in Gruppcnbildungen kundlat. Der Grundzug der allgemeinen Stimmung ist Zuversicht und Vertrauen in die weitere Entwicklung. Uebrigcns heißt cs, daß die politischen Bemühungen, eine Annäherung zwischen Oesterreich und Rußland herbeizuführen, auch jetzt noch uicht außgegeben worden seien und noch lange nicht alle Hoffnung gescknvnniben ist. — Ein unrichtiges Extrablatt eines Berliner Blattes betreffend die Mobilisierung rief eine gewisse Aufregung hervor, die sich aber sogleich legte, als das Blatt selbst die Meldung zurücknahni.
Eine Warnung.
Die Köln. Ztg. schreibt: Ruhig Blut! Zeiten wie die heurige gel»n mit den abentenerlick-stcn stferüchten sckvvonger, lmä ein Beispiel dafür, wie sic in die Oefsentlichkeit gefangen, zeigen bist gestrigeu Vorgänge in Berlin. Daß auch bei uns die Mobil- machungsoader in der Lust liegt, ist heute, nach der Nachricht, daß Rrißland offenkundig zum Kriege rüstet, sür keinen Menschen ein Geheimnis mehr. Dieser Möglichkeit müssen wir in aller Ruhe ins Auge sehen. Um einen Rekord in der Fixigkeit zu erzielen, latte eine Berliner Zeitung Sonderausgaben sür den Fall der Mobilmachung vorbereitet: sie waren aber aus ihrer Offizin gestohlen und auf den Straßen verbreitet worden, imd erst als die Polizei einsrhrüt und die Blätter konstszierte, und als amtliche Stellen die Nachricht als unwahr bezeichneten, trat wicher Beruhigung ein. Inzwischen verbreitete sich^das falsche Gerücht über ganz Deutschland. Möglich, daß zur Stunde, wv wir ine Zxilen schreiben, tatsächlich die Mobilmachung schon vollzogen ist, möglich aber, auch, daß uNiere Heer^verwaltung sie noch nicht für notwendig hält, und niöglich schließlich, daß sie in Anbetracht der furchtbaren schwere der Folgen und der immer noch nicht auigc- a ebaizcn tzoffchinS der Diplomatie, den Frieden trotz allem zu er
halten, noch vermieden wird. ?lbcr selbst, wenn imiere wassen- sähigcn Männer zur Jahne einberusen werden sollten, bedeutet das vorderhand iwch nicht den Krieg, sondeni iwr die Bereitsclzrit, ihn zu Aihrcn. Darum auch dann noch: ruhig Blut! Das Spiel mit der Ungewißheit wird sich in den nächsten Tagen und Wochen, vielleicht Monaten noch oft wiederholen Gcwiffenlose, die sich nicht schämen, mit der Sensation »ich der öffentlichen Neugier Geschähe zu machen, sind in soliden Zeiten an der Arbeit, um Nachrichten zu sabrizieren und sic zu Gelb zu inachen. Das wird sich schon bei den Kriegsereig- nissen aus den, Balkan zeigen: es sei deshalb daraus ausmerlsam geniach«, daß alle Nachrichten über krieOwische Doffälle, formt lie nicht die amtliche Beglaubigung tragen, mit der größten Vorsicht auszunehmen sind. Schon ,etzt waltet i» Oesterreich-Ungarn die strengste Zensur bei allen Meldungen, die irgendwie auf die Kriegslage Bezug haben. Man darf deshalb getrost annehmen, daß Sensationsmeldungen nicht von, Kriegsschauplatz stammen, sondern irgendwo in einer dunsten Stube mit einiger Kombinationsgabe ausgesetzt irttb zurechtgemacht sind. Drum abermals und abermals: kaltes Blut und Nerven!
Eine Entspannung zwischen Dreibund und Dreiverband?
Paris, 30. Juli. Der Ministerpräsident Viviani empfing heute die Direktoren sämtlicher Pariser Tagcslblätteu und crftichte sie, fortan Wer militärische Bewegungen nur amtlich begliiubigie Mitteilungen zu veröffentlichen. Minister Malvv erklärte, daß durchaus noch nicht alle Hoffnung auf Erhaltung des Weltfriedens auf-gegeben sei, tvefl eine Entspannung zwischen dein Dreibund und d>m Dreiverband sich vorbcreite. Ter Schwerpunkt der Lage siege heute in Petersburg, wo die Verhandlungen zwischon Seiso- nvw und dem deutschen Boffchafter Fortdauern.
Günstigere Beurteilung in Paris.
Par-is, 30. Juli. Der Minister des Innern, Malvh, erklärte heute abend in den Werndelgängen der Kammer, daß. aus Deutschland Nachriebten ein gelaufen seien, die eine günstige Beurteilung der Lage znlassen. Eine ähnliche.Erklärung gab kurz darauf der Unterrichtsminister Augagneur ab. Infolge der Laue beschloß die Mgierung eine Gesetzes- llausel, betreffend ine Sparkassen vom 24. Juli 1895, in Kraft treten zu lassen, derzusolge den Einlegern lediglich Summen bis zu 50 Franken bei 14tägiger Kündigung aus» gezaW werden sollen, j
Bemühungen zur Aufrcchtcrhaltung des Friedens.
Berlin, 31,Juli, Wie der „Berl, Lok.-Anz." hört, ist die deutsche Negierung noch anhaltend bemüht, eine Versöhnung der Standpunkte von Wien und Petersburg herbeizuführen,
Paris, 31. Juli, Man nimmt hier an, daß Deutschland mit einem positiven Vorschlag zur Versöhnung und zur Vermittelung hervortreten werde, der sich dem Londoner Vorschläge bis zu einem gewissen Grade nähere.
London, 31, Juli. Hier ist aus Paris die Meldung eingetroffen, daß nach einem Telegramm aus Berlin Deutschland sich bereit erklärt habe, mit Rußland, England und Frankreich in Unterhandlungen zu treten, um den österreichisch-serbischen Konflikt zu lokalisieren.
London, 31. Juli. In diplomatischen Kreisen verlautet, daß Sir Edward Greh gestern der deutschen Regierung anhcimgestcllt habe, eine diplomatische Akliou zur Ueberwindung der Schwierigkeiten anzuregen, die von Oesterreich-Ungarn g»billigt werde. Man erwartet Deutschlands Antwort hier mit Spannung, da der weitere Verlauf der Krise zum größten Teil von dieser Antwort abhangen werde.
Die rusfischc Mobilmachung.
Petersburg, 30. Juli. Ein kaiserlicher Ukas ruft unter die Fahnen l. die Rescrvisteir vou!23 ganzen Gouvernements und von 71 Distrikten von 14 anderen Gouvernements ; 2. einen Teil der Reservisten von neun Distrikten in vier Gouvernements; 3. die Reservisten der Flotte von 64 Distrikten aus 12 russischen und einem finnläichischeu Gouvernement; 4. die beurlaubten Kosaken des Dongebietes, Lubau, Tcrck, Astrachan, Orenburg und Ural; 5. die entsprechende Anzahl von Reserveoffizieren, Aerzten, Pferden und Wagen. l '
Notiz des Wolffbureaus: Zu der russischen Mobil- mack)uugsorder ist zu bemerken, daß das europäische.stiusp- land 58 Gouvernements hat. l
Rußlands Borsichtsmaßregeln.
Wien, 31. Juli. Rußland erklärte den Mächten, daß es militärische Vorkehrungen treffe, um beim Ausbruch eines Krieges nicht ungerüstet zu sein und sein Prestige auf dem Balkan irahren zu können. Denn ^iutzlaud wolle nicht zn- geben, daß Oesterreich nach dem Kriege ein Protektorat über Serbien.ausübe.
Rußland will keinen Krieg mit Deutschland.
Fr au k furt a. M., 30. Juli. Der ehemalige russische Ministerpräsident Graf Witte hat sich heute nach Beendigung seiner Kur in Bad Salzschlirf in Frankfurt aufgehalten. Er fuhr abends nach Paris weiter. Angeblich soll er sich in: unverbindlichen Gespräch dahin geäußert haben, daß die Bemühungen um die Erhaltung des Friedens noch nicht gänzlich aussichtslos seien. Rußland wolle keinen Krieg gegen Deutschland. Indessen lehnte er Preffevertretern gegenüber eine Aeußerung ab.
Die Stellung Rußlands.
Berlin, 30. Juli. Wau schreibt der Korrespondenz Piper aus Petersburg: Aus Grund meiner Unterhaltungen nrii hiesigen leitenden Persünsichkeit-en möchte ich wie folgt resümieren: Der Standpunkt Rußlands wuL in
den anderen Ländern nicht richtig beurteilt. Es ist richtig, Oesterreich hat erklärt, es beabsichtige kesiir Gebietserweiterung auf Kosten Serbiens. Das ist aber nach der Auffassung, die hier herrsche mcht genügend. Oesterreich mag Serbien besiegen und die dlncrkennung seiner Rote erhallen, soweit sie alle austroplwben Bestrebungen und Vorgänge betrifft, und keinen Zoll serbischer Erde behalten; aber wenn Serbien in eine abhünaige Stellung M Oesterreich hingedrängt wird, die auf eine ^töncug seines gegenwärtigen Einfluffes aus dem Balkan lffnauslauft, dann fft das schlimmer, tvie eine fleinc Gebietsabtretung. Solange Rußland nicht außer der zuverlässige,, Zusicherung der Erl>altung der territorialen Integrität Serbiens eine ebensolckze Zusicherung erhalten hat, daß sich Oesterreich-Ungarn auch in Zukunft keinen Einfluß auf Serbiens Staatsleitung anmatzen wird, soweit die internationalen Beziehungen -Serbiens in Frage kommen, solange kann Rußland die Krise nicht als gelöst betrachten, -d. h. auf DeMscki, daß Rußland rüstet, um jeden Augenblick für die Hegemonie auf dem Balkan oder anders ausgedrückt sür den vorherrschenden Einfluß in den Balkanstaaten ein-> schreiten zu können.
Der Ausstand in Russisch-Polen.
Wien, 30. Juli. Man hat hier zuverlässige Nachrichten ans RUssisch-Polen, tvonach der Aufstand dort nicht nur nachgelassen hat, sondern weiteren Urnsong minimnit. Die Sprengung des Pulvertnrms in Worschmr ist ein Werk der Aufständischen. Warsckian soll sich schon in Revolution befinden.
Bombenattentat in Warschau.
Krakau, 31. Juli. In Warschau ist ein weiteres Bomben- attentat und zwar auf das Haupwostanrt verübt worden. Das Gebäude soll m Flammen stellen; auch andere Anschläge im fgestungsbereich sollen ersolgt sein.
Fapan tritt in Erscheinung.
W i e n, 30. Juli, Als außerordentlich bedeutungsvoll wird! eine Unterredung angesehen, die der neue japanische Botschafter in Wen heule mit dem Grafen Berchtold hatte. Di« Konsceeuz nachni 2>/. Stunden in Anspruch. Ihr Ergebnis! wird streng geheim gchaltru es heißt jedoch, daß der Zweck der Unterredung sei, zu treffende Vereinbarungen zu besprechen, die zwischen Oesterreich und Japan für den Fall einer kriegerischen Verwicklung mit Rußland> in Kraft treten würden,
Italiens Bermittlungsbeslrebungen.
Wi e n, 30. Juli. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist Italien im Verein mit England noch wie vor bc- nrüht, in Petersburg zu vermitteln, und wie es heißt, soll Rußland einer italienischen Vermittelung.ge- n e i g t s e i n. Der italienische Boffchafter in Petersburg hat jedoch nach Wien gemeldet, daß eine Preisgabe Serbiens von russisckfcr Seite unter allen Umsbäichen ausgeschlossen sei.
Fagdreise des Königs von Italien.
Rom, 30. Juli. Der Wnig hatte gestern längere Konferenzen mit dem Kriegs- und Marineunnister, sowie mit dem C^f des Generalstabs. Der König reiste sodann zum Jagdaufcnthalt ab.
Eine amtliche Erklärung Englands.
London, 30. Juli. Amtlich wird gemeldet, daß die. militärischen Behörden keine Maßregeln getroffen haben, die. den Charakter einer Mobilisierung hatten. Die einzigen Befehle, die gegeben worden sind, sind lediglich Vorsich ts-> maßregeln und tragen defensiven Charakter. Die Maßregeln der Marine sind ebenfalls Vorsichtsmaßregeln und keine Mobilisierung ist angeordnet worden. Die Blätter mel», den, daß die erste Flotte gestern von Portland unter versiegelter Order nach westlicher Richtung in See gegangen.
London, 30. Juli. Sir Edward Grell erwiderte ans eine Anstagc Bonar LakoS rm Unterbaue: Ick) kann nur sehr wenig sagen und bedauere, nicht sagen zu können, daß die Lage wenigen, ernst als gestern ist. Die wichtigsten Tatsachen sind ziemlich unverändert. Oesterreich-Ungarn bat den ikrieg gegen Serbien begonnen und Rußland hat eine teilweise Mobilisierung anaeordnet. Dies hat, so viel wir wffsen, nicht z» entsprechenden Schritten seitens anderer Mächte gesühtt. Wir fahren fort, das große eins Ziel zu verfolgen, den europäischen Frieden zu erhalten. Zu diesem Zwecke halten wir enge Fühlung mit anderen Mächten. Hierin hatten wir, wie ich mit Freuden bemerke, soweit keine Schwierigkeiten mit anderen Mächten, wenn es auch für die Mächte nicht möglich war, sich der diplomattschen Aktton anzuschlicßen, die am Montag vorgeschlagen wurde.
Der Premicrniinister beantragte die Vertagung der zwritcu- Lcsung der Zusatzbill und sagte: Wir versammeln un? heute unter- Bedingungen, deren Ernst in unser aller Erfahrungen kaum seinesgleichen hot. Die Frage, ob Krieg oder Frieden hängt in der Schwebe Wir stehen ecner Katastrovhe gegenüber, deren Umfang und Wirkungen unmöglich abgeschätzt werden können. Unter diesen Umständen ist es von vitaler Bedeutung sür das Interesse der ganzen Welt, daß England, das keine eigenen Interessen direkt aus dem Spiele stehen hat lBeisall) eine geschlossene Front zeigt tLrbhafter Beifall) und imstande ist, mit der Autorität einer einigen Nation zu sprechen und ja handeln Ti« Debatte über die Zusatzbill könnte unter solchen Umständen verderbliche Wirkungcti aus die internattvnake Lage haben. Er beantrage daher übereinstimmend mit Bonar Law die Vertagung und sprach die Hoffnung aus, daß der Patriotismus aller Parteien dazu beitrage, soviel als dies in Englands Macht liege, das Unheil, das die ganze Welt bedrohe, wenn nicht abzuwenden, so doch wenigstens zu umgrenzen.
Englands Haltung.
London, 30. Juli. (W, B.) „WcstminsterGazette" schreibt: Wir vertrauen, daß G re >, jedes denkbare Mittel er- schöpsen wird, um Frieden durch eine Konferenz und Verhandlungen zu erhalten. Inzwischen send wir ent-


