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Nr. *76

Zweiter Blatt

164. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.

Tie ..«iehener ^aniilienhlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigeleg!, das Kr«i*Watt fflr den Ktm «tetzen" zweimal wöchentlich. Diecondwirktchchtlichen Seit-

fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Deutschlands handelsbezichungen zu Serbien

Ikon Dr. Phil. Paul St raum er, Danzig, (Techn. Hochschule).

?lacküwuck verboten.! Unter den Ländern, die die ReichZstatrstik in der Abteilung R^Spezialhandcl mir den hauptsächlichsten Bezugs- und Absaygr- , bieieu unter Aufführung der nnchngstcn Waren" beha-.chell. er- >ßhc,ni Serbien mit einem (öeiamiumiatz von 24,9 Mill. Mark «n letzter Stelle. Roch vor ihm stehen von den Balkanländern Bulgarien mit 39,1 Mill. Mark und Griechenland mit '50,3 MiL Es darf dabei natürlich nicht übersehen werden, daß rin großer Teil des serbischen Handels nich unmittelbar statistisch .rrsatzbar ist. sondern vornehmlich in den 1,932 Milliarden Mark, die Ein- und Ausfuhr unicres Nachbar- und Bundeslandes Tcsterreich-Unyarn ausmachen, enthalten iind. Der vor- unegend londwinichoftlichc Clxirakler des von der Morawa durch sch»,lenen Berglanoes zwischen Bosnien und der Walachn, daS Serbien darnctlt. kommt im statistischen Bilde deutlich zum Ausdruck, mir ist das Bild infoiern etwas verschoben, als von brr «nmittelbaren Einfuhr Deutschland», die 1913 10,5 Mill. Mark betrug, nicht ein Produkt der Viehzucht, des wichtigsten Zwei- grS serbischer Landtvrrrschaft und hier des Schweines, das nian daS heüigc Tier" der Serben nennen konnte, steht, iondern da» es die Zwetschge ist, in deren Kultur Serbien seil je Ruhm ge- nießt und die man entforochmd ,chie heilige Pflanze'" der »Serben nennen könnte, die mit 2,3 Mill, Mk. am stärksten an der Einfuhr auS Serbien beteiligt ist. Aus Zweffchgen hergeitrlller (Mus kam für 300000 Mk, zu uns, Weizen, von deni im Jahre 11912 für nahezu 6 Mill. Mk bezogen, trat 1913 mit l,1 Mill. > 'Mark auf, Bon Produkten der Schweinezucht kauiten wir 1913 für 900000 Äkk. Scktweineschmalz. Nicht imbeträchllich ist für die '.erbliche Bolkswtrffchoft die Federviehzucht. 1912 nahmen mt für 2.9 Mül. Mk,. 1913 für 1,4 Mill, Mk, Eier u> für 390000 Mk. geschlachtetes Federvieh aus, AIS Kleidung der Balkanvöller, auch der Serben, sind die Schaf­pelz« allgemein bekannt. Wir bezogen 1913 an roden, be­haarten Lamm- und »Schaffellen für l Mill. Mk Auffallend ist eS, da» Mais, der 1912 mit 1,8 Mill, Mk, 1911 sogar mit 6*.j Mill zu beziffern war, 1913 in der Statistik gar nicht er» scheu!i. Gegenüber der ziemlich hohen Einfuhr von Weizen (LI Mill. ffit., 1912 5,9 Mill.) ist die von Roggeil aus Serbien mit 200000 Mk. (1912) recht gering, was auf den fruchtbaren Boden der serbffchen Gefilde, soweit sie nicht n>egen zu großer Aebirgigke» den Ast er bau gar nickst zulaffen, schließen lässt. Einen dmchmis nicht geringen Teil, nabe 1,5 der Einfuhr aus Serbien r»och< rohes Kupier mit 1,9 Mill. Mk, (1912 2,2 Mill. Mk.) I aus. Bon den 335, Mül. Mk., die Deutschland 1912 für Kupfer f an das Ausland zahlen nrufzte, wovon die Bereinigten Staat»! ' von Nord-Amerika 294 Mill. Mk. erhielteu, ist es freilich nur rrn recht kleiner Teil.

F üh r t e n wrr 1916 für 10,5 Mill. Mk auS Serbien ein, so Rlieferren wir dahin im gleichen Jahre für 19,4 Mill. an Waren. »Luch bei der Ausfuhr ist sehr daran zu denken, daß von den Aus- tzfn bewerten nach anderen Ländern, namrnüich nach Oesterreich »Teilc auf Serbien entfielen, die in der Statistik nicht Nar zur ^Darstellung gelangen, I!m vergangenen Jahre war unsere Han- dextzilonc zo- Serbien eine stark aktive, d. h, Serbien bezog von «ra* mehr als wir von Serbien, Das Saldo zu unseren Gumlen ' betrug 8,9 Mill. Mk. In den beiden vorhergehenden Jahren war sie passiv, das Saldo zu Serbiens Gunsten war 1912 1,2 SWI Mk , 1911 3,5 Mill , in den Jahren 1910 und 1909 da­gegen war sie wieder aktiv. 1910 lieferten wir mehr (17,9 Mill. Ernftchr, 19,1 Mill Ausfuhr! für 1,2 Mill Mk. 1909 betrug unser Pkus (Ernftchr 15,4 Mill., Ausfuhr 16,5 Mill. Mk, 1.1 Mill. Mark,

An unserer Ausfuhr nast, Serbien, die wie gesagt 10,5 Mill, Mk. betrug, wirren, der Jndustriearmut des Landes ent- 1 sprechend, Jndustricerzenginsje mit 7,3 Mül Mk. am stärksten [ beteiligt. Unter den Wauen, die die Statistik nennt (der Betrag mu» zu diesem Zwacke 100000 Mk. erreichen) gehen Erzeugnisse der Moschinenindnstrie mit 2.3 Mill Mk. voran. Obenan stehen davon Dampflokomotiven mit 1,2 Mill. Mk. ES folgen Eisenbahngüterwagen mit 0,4 Mill Mk. (eS sei hier an Felix Hollärtder-: FinanzromanSturmwind im Westen" cr- maer. deffen Held an unglücklichen serbischcir Effenbahnpro,ckt.n »ugri nde geht!. Unsere Eisenindustrie lieferte 1913 für 800 ODO Mk. int Ganzen, davon waren für sstmnebbares Esten, «ustz Träger», 0,6 Mill Mk.. Oefen, Röhren, Weichen uiw us schmiedbarem Eisen, bearbeitet für 200000 Mk. 1912 t»u ie Ersenindnstrre im tGanzen mit 1,3 Mill Mk. vertreten,

eeger

Eeneral-Anzeiger für Oberhessen

Donnerstag, ZO-Zuli

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UmversilälS - Buch- und Steindruckeret.

' R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e=^)51. Redaktion: 12, Tel.-2ldrp AnzeigcrGießen.

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wovon z. B. an eisernen Pflügen, fernen Messern. Scheren und Drahtstiften 400 0M Mk. abgeietzt wurden. Von den Erzeugniffcn der Masckunenindustric müssen als interessante Anzeickxm, welch« Richtung die langsam eiiisetzcnde Jndusrricetrtwicklun .1 des be­handelten Land«? einistüägt, noch genannt norden: Nähmaschinen mit Gestellen für 300000 Mk. (1912', Müllercimaschinen mit 200000 Mk. 1912 600 000 Mk.', sonne als besonders beachtlich Maschinen und Geräte der Zuckerinduftrie mit 200000 Mk. (1912!. Diese letzte Position verdient deshalb besondere Beachtung, weil auch sic ein Schriltlben zu der Bedrängung der dcuffchen Rübenzuckerindustrie und damit deS Rübenzuckeranbauc; durch ausländische Zusterkullur bedeutet, woraus Bersasser im Zu­sammenhang von Ausführungen über Flachsbau mehrfach hlnzu- weilen halte.

Die Textilindustrie, die 1912 mit 2,9 Mlll. Mk. voranging, steht 1913 init 1,8 Mill Mk. da. Bon ihren Er- zeugnissen wurden abgeietzt an Wollgewcden, Kleiderstoffen usw. 0,7 Mill. Mk an Garnen auS Wolle uiw. für den Einzcl- verbruf für 500000 Mk., an Frauen - und Mädchenklci- dcrn für 200000 Mk. und an baumwollenen Eleweben n, b. g. gefärbt, gedruckt, bunigavebt für 400000 Mk. (1912 0,8 Mill Marl, irr Textilindustrie sind Waren ivie Ledersckuhc' mit Soh­len (200000 Mk. , Sattler- und Täjchnerwaren 500 000 Mk ', sowie Ober- und Sohlleder (400000 Mk.) nahe zu stellen. Die unmittelbare Ausfuhr der Chemischen Industrie erscheint in der Statistik mit 1,4 Mill Mk. ES gehört hierher alS be­sonder»- intcreffant Sprengpulver und Dynamit für 500000 Mk.. ferner Teerfarbstoffe 200 000 Mk., verschic- denc Vitrio'e (200 000 Mk.! und endlich Arzneiwarcn für 0.2 Mill. Mk. Bei aller Sympathie für unseren österreichischen Bundesgenossen ist es doch zu bedauern, da» von den Ausivcn- dungcn für die Militärlieserungen nicht mehr zu unS geflossen ist. Um von den Ballanaufträgen. die namentlich auch nach Beendigung des jetzigen Kriege»; reichlich ergehen werden, mehr für die dentsckie Industrie enizu heimsen, wurde erfreulicher­weise der ^Deutsche Ba lkanvcrein" gegründet, der inso­fern auch schon Erfolge zu verzeichnen hat. als ihm sowohl die Vreffc als auch ine Regierungen der Balkanstaaien viel Entgegen- kommrii gezeigt haben und sich eine ganze Anzahl von Ballan- sinnen mit dem Anstichen an ihn wandten, Lieferungen für be­stimmte Aaren nackzzuweisen. Dabei handelte es sich um Auf­träge für Militäreffekten, Militärtuchlieierungen, Motoren, Jute- »varen, Karbid, Papier, Druckmaschinen, Porzellan, serncr Ein­rick,rungen für Druckereien, Fabriken und Dampfziegelrien. Wenn man bedenk:, welche schwere Sckfädigungen sckwn allein durch die polinickien Beunnchignngen und Unjicherheiten, die von den Bal- kanstaalen, nicht zuletzt von Serbien, auSgingen, deutschem Han­del und Wandel zugefügt worden sind, so ist der Wunsch, da» nach Erledigung der Streitigkeiten und Gesundung der Berhält- nijsc durch lohnende Aufträge, Entschädigungen and Gcgenwcrtr geboten würden, sehr wobt gerechtfertigt und begründet.

vor Heilverfahren in der AngesteStenoerfichenmg.

Zn der kurzen Zeit seit dem Znkrafttreten der An- flestekltenversickernng haben sieh die Fälle der Ernleituwg eines HeikverfaizrenS, das neuen der tstentengewährung die bedeuäsaurste und bis zinn Ablauf der zehnjährigen Karenz­zeit die einzige Gestenleistvng der ReichSverfichcrungsanstalt an die Angestellten darstellt, bereits in einer Weise ver- mehrt, die mit Rücksicht auf die hierbei zu Tage getretenen Mis-ständc ernste Beachtung verdient. 9chch den veröffent­lichten statistischen Mtteilungcn waren in den ersten drei Monaten des Bestehens der Angestelltenversickierung nicht weniger als 4027 Anträge auf Uebcrnahme des Heilverfah­rens gestellt worden, und diese Zahl tvar in ivachsendenr llinfange bis zum 22. November v.<fs. auf 9058 gestiegen. Mit Rücksicht auf ein stffches Anwachsen der Anträge hat die Rcick>svcrsicherungsanstalt vor einiger Zeit ein Rund- schrechen an die Pertraucn-smänner entsandt, in welchein vor übertriebenen Ansprüchen gcipcrrnt und zugleich daraus hingewiescn Ivorden ist, da» der Zweck des Heilverfahrens und die Grundsätze für die Gewährung des letzteren viel­fach vcrkännt würden.

Die Rechtslage in dieser Hinsicht ist folgende: Nach 8 36 des Angestellten-Bersicherungs-Gesetzes (ADG.) kann Vv» der Rcich-sversicherungsanstalt ein Heilverfahren emgeleitet

nwrden: 1. um die infolge einer Erkrankung drohende Bc- rusSunfähigkcit eines Bcrjicherten abzuwenden: 2. wenn zu crnxirlen ist, hast ein Heilverfahren einen Rulwgeld- empfänger wieder bcrufSfähig inacht. Der zweite Fall wird selten Vorkommen, da der Ruhcgeldempsäiigcr in den meisten Fällen zur AuSiibung feines Berufes dauernd unfähig ist oder das 65. Zal,r errciäll lzar. Es handelt sich somit wesentlich um die Einleitung de-s Heilverfahrens zlvecks Wivendung der infolge einer Erkrankung drohenden Berufst Unfähigkeit eines Bcrfickserten.

Die Einleitung des Heilverfahrens erfolgt ans eigene Veranlassung der ReichSi'crsiäx'rungSanstalt oder auf An­trag deS Versicherten. Eine Berpffichtung der ReiclzSvcr- sichcrungsanstolt oder ein Reciztsanspruch des Persick)erten auf die Einleitung deS Perchchrcns besteht nicht.

Während des Heilverfahrens erhalten gemäß 8 38 ABEI. die Angehörigen des Erkrankten, deren Unterhalt er ganz oder übrrn'icgend aus seinem Arbeitsverdienste bestritten hat, von der ReichsversichcrnngsMistalt ein Hausgeld int Betrage von täglich mindestcn-s '/«> des zuletzt gezahlten Monalsbeilrages. Diese»; Hau»sgeld toimnt i» Fortfall, wen» der Angestellte von seinem Arbeitgeber Lohn oder Gehalt aus i'ärund eines Rechtsaiüpruclw»; erltzilt. Ein derartiger Rechtsanspruch wird durch die Vorschriften des 8 616 BGB., des 863HGB. und deS 8l33aGO. gegeben. Z616B0lB. be­stimmt allgemein:

Ter zur Tcenftleisluna Bcrpilichtetc ivird beS Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, da» er für eine verhältnis­mäßig nicht erhcbliche Zeit durch emen in seiner Person liegen­den Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung ucrlnndcrt wird. Er muß sich jedocki den Betrag aureänien lassen, wclclwr ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund qeielc- licher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unsallversicherung zu kommt."

863HGB. bcstimint für Handlungsgehilscn und Lehr­linge:

Wird der Handlungsgehilfe durch unverschuldetes Unglück an

der Leistung der Dienste verhindert, so behält er seinen Anspri>ch aus Gehalt und Unterhalt, scdoch nicht über die Dauer von sechs Wochen hinaus. Der HandlungSgehilie ist nicht vervslichtet, sich dcm Betrag anrechncn zu lasse», der ih»r für die Zeit der Ver­hinderung auS einer Kranken- oder Uiiiallvcrsichernng znkomint. Eine Vereinbarung, welche dieser Vorschrist zuwiderläust, ist nichtig."

8 133c GO. bestirnmt für die sonstigen gewerblichen An­gestellten :

Gegenüber den im 8 133» bczeichnetrn Personen kann die Aushebtina deS DienstverhältniffeS insbesondere verlangt werden,, lveun sic durch anhaltende Krankheit oder durch eine längere Frei-, beitSstrasc oder Abwesenheit an der Verrichtung der Dienste ver-' hindert werden. In dcm Fall zu 4 bleibt der Anspruch ans die tm» tragSmäßigen Leistungen des Arbeitgebers für die Dauer wm sechs Wochen in Kraft, wenn die Verrichtung der Dienste ourch unver- jchnldetes Unglück verhindert worden ist, jedoch mindern sich die Anfvrüchc in diesem Falle um denjenigen Betrag, welcher dem Berechtigten ans einer auf Grund gesetzlicher Berpflichkung be­stehenden Krankenversicherung ' der lluiallversicherung jufontmt."

Ein wesentliclzer Unterschied der Bestiimrrniigen süv Handffmgsgehilfen und sonstige gewerbliche Angestellte be­steht also »ur in bezug ans die Anrechimng der ikranken- kassen und -ersichernngsgelder, nährend gemeinsMne Vor­aussetzung des Anspruchs auf Gehalt das Vorliegen einer unverschuldete» Erkrankung ist. In einem solchen Falle besteht eine Verffflichtung deS Arbeitgebers zur Gehalts­zahlung ohne lliückfickst darauf, ob ein Heilverfahren ein­geleitet jst oder nicht.

Die Anwendung des Heilverfahrens in der Angesiell- tenvcrsickzerung bedeutet somit de jore keine neue finan­zielle Belastung des Unternehmens, da er »ur in den Fällen zur Fortzahlung des Gelalltes verpflichtet ist, in denen er es auch ohne die Einleitung des Hvilversaltrens sein würde. Trotzdem aber wird d-rs .veilvcrsatxrcn de facto doch zu einer, und zwar erheblichen filranzicllen Mehr­belastung des Unternehmers führen, weil das AuSsdwidcu der Fälle, in denen der Unternehincr nicht zur itzelialiS-

Ueber ten Werl öts Nadiumr.

Bereits an früherer Stelle (G. A. v. 20. Januar 1914' haben wir oaraui krngrwiffen, da» in bcr Röntgenröhre ben Rädiunv, j Präparaten bald eine empiindlickw Konkurrenz erw«chien dünte, welche mirer Umftanden sogar dieselben völlig auSzuichalten im Stande fei. Wir wollen rms nicht aut drn Ttandonnh Frankels tBre-hn, stellen, welcher bei Gelegenheit einer Umfrage die Er- klSrnng atznib. dir ganze Aera der Röntgen- und Radiumstrablen, Meso vieles in der Medizin, werde vcifcluvinhen, io:veit cS sich um deren therapeutische .Anwendung handele, und der TtrahlciUl-erarne nur eine ganz eng begrenzte Berechtigung gibt.

Im allgemeinen ist wohl eine endgülffg« Stellungnahme Vl dem Wen oder UnweN der Röntgen- und Radiumiherapie bei Krrb»' »sw. noch verirühr. wir veriügrn noch nicht über Tauer- hähiug i, denn eine scheinbare Heilung, welche iich über zwei bis drei Jahre erstreckt, konnten wir bereits früher auf chirur- gilckiem Wege erzielen, und bei dem heutigen hohe» Sland- Dmkte der Chirurgie kamt man für einen iolcken En'olg der Operation eine ziemlich iwitgeltende Garantie leisten. Nun haben wir in den Rönigenstrohlen ein wertvolles HüllSmittel erhalten, welches unS wenigstens unter Unrstänhcn die Möglichkeit gibt, eine zunächst nicht operierbare cRnchwulst in eine operierbare I» verwandein, dadurch, daß die X-Strahlen die Krebszellen zur Mnschmrlzung und die Geiänvulst so zur Schrumlnung bringen. Wie verhält eS sich dagegen mit dem Radium, für welche; im Vcr- «ui des vorigen JphreS so sehr Stimmung gemacht ivurde? E»Z ist stiller davon geworben, denn die Röntgentechnik hat nicht .^Muht. Kirstkin (Marburg kommt in seinem Ilebersichl»:-rcserai 'Wa-; hrachle da; Jahr 1913 der gynäkologischen Röntgentherapie'»' tu dem Schluß: daß kem Grund vorliegr, den radioaktiven Sub- «ancen das Feld zu räumen. Strebcl (München hat nun »n- ßwöchen hen Nactgveis erbracht, daß in den sogenannten äußeren Katlw demrrahlrn ein den Radium- und Meothorrumstraklcn ooll- werrigrr Ersatz vorhanden ist. Mit dem Physiker Tmrle konstruierte Otrebtl ffne Röhre, mit der man ein OKmiich von äußeren »athodennrohlen (entsprechend den primären und sekundären Ttrah- ün des Radiums > sowie von Rönlgenstrahlcn Gamma-Strahlen de; Radiums, erzeugen kann. Diese Strahlen wirken aui Gcschwulst- tbe ganz analog wie solche beS Radiums und Mesoihormms. brdars also nur einer verhältnismäßig ciniachen Ergänzung "S Rön t gei t st r uu i en tariilm, um die traren anderen Präparate lu enctzen.

' Abgesehen von diesen Versuchen sind auch bereits andere Forscher »rähnltchcm Ergebnis gekommen, und man kann wobl mit *»Se Kc^chliguvg jagen, .daß die Hochkoniunklu: Oeä RaüunnS,

soweit es die Behandlung deS Krebses betrifft, vorüber ist", wenigstens komm»en nur noch Geschwülste an ganz wenigen, unseren sonstigen Hülssmitteln unzugänglichen Stellen in Frage, und da fragt es sich nock. ob Wir durch die Bestrahlung inS Ungewiss« an unzugänglicher Stelle, wo wir den »Erfolg unserer Bchcrndlung nicht kontrollieren k»nn»cn, nicht unter Umständen mehr Unheil anrichlen als nützen. Wie wir ferner dcm Berliner Tageblatt" vom 28. Juli entnehmen, konnte Gehcimrat Summ, der Direktor der Brrlcncr Fraucicklinik, in der Huielandischen Gesellschaft bereits irüher gemoäne Angaben jetzt dahin bestätigen und erweitern, daß ei mit Hülfe stark gefilterter und großer Massen harter Röntgcnstrahlen gelingt, bis zehn Zentimeter Nef in das erkrankte Organ cinzudringrn, während die Radiumstrahlen nur tvenigc Millimeter cinzudringcn vermögen. Im allgemeinen neigt sich die Aniicbt unicrer maßgebenden Gelehrten der Rönlgenbeitrablung unter Anwcnd:mg geeigneter Hülfsmittel, wie sie uns gerade die letzte Zeit brachte, zu. ' -

Ob eine Heilung deS Krebses überhaupt möglich, zweifeln die Pathologen sehr an, denn in den meisten Fällen, in welchen eine Heilung festgeitellt wurde, lag pathologisch-anatomisch kein KrebS vor. und wurde ein solcher festgestellt, so vermochte man eben nur vorübergrhendc Besserung zu erzielen, was bei einer Erkrankung wie dem Krebs ia immerhin schon rin großer Eriolg fein kann. T»er Berliner Pathologe von Hansemann hat in diesem Samenoch keine Heil»nng des Krebses beobachtet". Was an Tiergeickwülsten erreicht ist, läßt sich nicht beim Menschen erzielen, weil Tier» und McnichcnkrebS verschieden sind, und was beim Menschen be­obachtet wurde, sind niemals Heilungen, meistens nur Effolgr von lehr kurzer Tauer. Wir daben also beute noch mehr wie früher daS Recht, uns bei der Beschaffung von Radiinnpräpaeaten ab- n-artend zu verhalten. In kurzem werden die künstlich hoch- jgeschraubren Preise des RadiumS icdensallS bedeutend sinken, und für die Zwecke unserer unnnttrlbcrren Forschung und für die zweckmäßige thrrapentiiche Anwendung nnd unsere in Frage kom­menden Jnstinite genügend »ersehen. Das waS man im Anfang dachte, den vraktffchcn Aerzten von den Zentralstellen aus die Präparate in geeigneter Form zu mäßigem Preise oder um­sonst zur Verfügung zu stellen, hat sick bei der Gefährlichkeit des .Radiums in unerfahrenen Händen als ganz unmöglich heraus­gestellt und wird auch unter den allergLnsrigsten Umständen stets unmöglich bleiben.

Ein interna tional er Musikwettstreit wird von der »Stadt Nantes zu Pfingsten des kommenden Jahres vorbereitet. Der Wettstreit erstreckt sich auf Chorgciaag, also auf Gesangvereine, und auj Faaffarrn- und Bloierkon^rre und ist voü

der Stadtverwaltung mit sehr ansehnliclxni Preisen auSacstaltet. DaS städtische Parlament von Nantes hat bereits 30000 FrS. be­willigt, die sowohl in Ehrenpreisen wie auch in Geldpreise» an die am Wetckamps teilnelmnnden Vereine verteilt werden. Als Generalkommissar des Musihvclfftreites nnrkt M. Morisson, der Leiter deS Choral Nantais" uich Präsident der Federation musicalc der Bretagne und von Anjou.

Wälder, die sich selbst entzünden. Schon mehr­fach ist von Reisenden die BehaiU'tunq ausgestellt worden, daß Wälder sich durch die Reibung der von, Wind bewegten ausgctrock- neten Aeste von selbst entzünden können. Durch die fort­währende Reibung erhitzt sich daS Holz, und schließlich kommt der Augenblick, da eine lleine Flamme mcszüngelt, und das trockene Holz Feuer fängt. ?lus diesem Vorbild der Natur, so nnirbf oft vermutet, schöpfte der vriminve Meissch den Gedanken, durch das Aneinanderreiben trockener Hölzer Feuer zu getoinncn. Allein fast alle Reisenden begnügten sich damit, die Wadrscheinlich- keit dieser selbsttätigen Emstelrung von Waldbränden zu b.tonen, Augenzeugen eines solchen Vorganges ffhllen. Darum ,7l die Be­obachtung des Ingenieurs R. I. Eldrigde, die im Geograybiral Journal veröffentlicht wird, von erhöhtem Interesse. Eldrigde Halle monatelang auf einer etwa 200 Kilometer südlici, ton Hongkong liegenden Ncinen Sandinsel zu arbeiten, die an Vogel­dünger sehr reich ist und einen Buschwald von nwa sün, bis sechs sMctcr Höhe trägt. Die Büsche haben einen niedrigen Stamm, be­reits in einer Höhe von dreißig Zentimetern zweigen sich die zahlreichen Aeste ab und verschlingen sich mit denen der Nachbar­bäume. Im Verlause von drei Monaten erlebte der Ingenieur in diesem Buschwold verschiedene Waldbrände, die man aiiiang; auf die Unvoriichiigkeft und die Nachlässigkeit des chiueiisciien Personals Zturücisührte. Die Chinesen oerteidigten sich und behaupteten, die Brände entständen durch die Geister der aus der Insel begrabenen Ahnen. Eines Tages aber konnte Eldridge beobacht.ni, wie sich in seiner unmittelbaren Nähe ein Ast unter Umständen entzündete, die den Ingenieur von der gleichsam selbsttätigen Entstehung des FcnerS überzeugten Die Flamme leuchtete piötztka> aui, währte einige Augenblicke und erlosch dann. Als Eldridge den Ast unter», suchte, fand er alle Spuren des vollzogenen Verbrennungspro­zesses: gebrannt hatte offenbar eine sehr leichte sasernhaltigg Masse mit welken Blättern. Weitere Beobachtungen zeigten nun, daß dir Daldbrände in der Tat nur während der trockenen Jahres­zeit und zwar ausschließlich an windigen Tagen entstehen. Es ist sonrft kaum zwesselhast, daß der enie Funke dieser Waldbrände durch die Reibung nebeneinander liegender trockener Aeste ent­steht, dec von dem jBitu>e bewegst und durch die Reibung erhitzt werden,