Ausgabe 
25.7.1914
 
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Nr. \l 2

Drittes Blatt

164. Zahrgang

Erjcheini.'Uch mit Ausnahme des Sonntags.

DieEichener ZamilienblSttcr" werden dem »Anzeiger^ dierinai wöchentlich beiqeiegi, das llreisbiatt für de» Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Dl«kanöwirtjchastlicheu Zeit» Irazeit" erscheinen monatlich zweimal.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oderhessen

Samstag, 2.'.Zuli t6t4

Rotationsdruck und Verlag der Brühlffchea UniversiiäiS - Blich- und Eieindruckerei.

R. Lange, Dießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» slraße 7, Expedition und Vertag: Redaktion: ^»S llL. Tel.-Adr.:A»zeigerDießen.

Die honicrulekonfcrenz aescheitert.

Soribo n, 24. Juli, Premierminister Asquith teilte mit die Homerule-Konserenz habe die Möglichkeit erwogen, ge misse Gebiete abzugrenzen, die von tzen Bestimmungen bei Homerule-Bill ausgeschlossen werden sollen, sei aber nicht imstande gewesen, im Prinzip oder rn Einzelheiten darüber eine Einigung zu erzielen und habe ihre Beratungen ge schlossen, Ter Sprecher als Vorsitzender habe dem König darüber Mitteilung gemacht Asquith fügte hinzu, die zweite Lesung der Ergänzungsbill werde am 28. Juli statt finden, DaS Haus vertagte sich darauf in großer Erregung,

Jttt» Qcfitit.

(L) Aus dem Landtagswahlkreis Lauter- b ach-Sch l itz, Im ganzen Wahlkreis erregt es großes Aus sehen, daß der frühere nationalltberale Landtagsabgeordnete Bürgermeister Z i n ß.e r - Schlitz, der 1908 als Kandidat der Reformpartei unterlag, diesmal bei den kommenden Land- tagsmahlcn für den Bund der Landwirte kandidieren wird, Ta Bürgermeister S t ö pl e r. Lauterbach, wie bestimmt ver- verlau' cme Landlagskandidatur nicht niehr übernehmen wird, so ist die endgültige Entscheidung der beiden liberalen Parteien baldigst zu entarten, Tie Stimmung ist in beiden Lagern einer Einigung durchaus günstig Man scheint sogar in nationalliberalen Kreisen geneigt zu sein, gegen irgend- toelche Kompensationen den fortschrittlichen Kandidaten bei der letzten Reichstagsn-ahl, Psarrer Möbus-Udenhauscn, der sich im Wahlkreis großer Beliebtheit erfreut, als gemein­samen liberalen Landtagekandidaten aufzustellen. Sein Sieg dürfte dann sicher sein. Jedenfalls sicht man unter den ge­gebenen Umständen der kommenden Entscheidung mit großer Spannung entgegen.

Deutschs» Reich.

Dem Führer der nationalliberalen Par­tei, Ern st Baffer mann, der am Sonntag sein 60, Le­bensjahr vollendet, ividmet diePossische Zeitung" Worte der Anerkcnmmg, Sie weist darauf hin, daß Bassermann, als Bennigsen der parlamentarischen Tätigkeit entsagte, die Leitung der Partei übernahm Er habe seine Stellung gegen­über allen Angriffen, die nicht nur von den Gegnern, sondern auch aus den eigenen Reihen erfolgten, behauptet. Ms ein nationaler und liberaler Politiker könne ihm auch die be­freundete Fortschrittliche Volkspartei ihre herzlichen Glück- ivünsche darbringen.

Auslanv.

BeniselosReisevcrgebens? Athen, 24. Juli, Man glaubt hier, daß die Begegnung zwischen dem Minister­präsidenten Veniselo-s und dem Großioesir in Brüssel keine Resultate zeitigen wird, obivohl auch auf türkischer Seite der lebhafte Wunsch besteht, zu einem Abkommen mit Grie­chenland zu gelangen E * sclwint, daß in türkiselien Regie- rungskreisen einige P.. inungsverschiedenheiten bestehen. Der größte Teil der verantwortlichen Persönlichkeiten in Konsbanrinopel erkennt die gemeinsamen Interessen an, welche durch ein 'Abkommen mit Griechenland geregelt wer­den könnten. Diese Kreise erachten auch, daß die Jüselfrage für die Türkei viel an Bedeutung eingebüßt habe, seitdem die griechische Bevölkerung an den asiatischen Küstenstrichen lzaupisächlich durch mohammedanische Bevölkerung ersetzt worden ist. Der andere Teil der maßgebenden Persönlichkeiten steht indessen airs dem Standpunkt, daß die Jnselsrage imnier noch die wichtigste aller Fragen für die Pforte ist, Falls die griechischen sPreife in Konstantinopel sich zu kei­nen Konzessionen an die Türkei in der Jnselsrage geneigt zeigen, würde die Konferenz in Brüssel tatsächlich "frucht­los verlaufen.

ver prozetz geaen Zran Caillanr.

Paris, 24, Juli, Labori erwartete die Ankunft der zu Anfang der Verhandlung abwesenden Frau Gnehdan, um über die Briefe eine Erklärung abzugeben. Bei der Abgabe seiner Zeugenaussage sprach sich der Abgeordnete Ceccaldi in herzlicher Weise zu Gunsten der Familie Eaillaup ans, Ta­bei rief er zuerst bei den Advokaten und dann bei Barthvu Widerspruch hervor, Darauf sprach Darthou der Angeklagten seine aufrichtige Achtung ans, fügte aber hinzu, daß er seinen Freund Calmette bedauere und schätze, den die Angeklagte getötet Hobe Ferner bedauere er die Kinder, ivelche ihren Datcr beweinten. Rach einem Rededuell Caillaur-Barthou über den Bericht Fabres traf Frau Gnendau ein, Labori bat, aus den Slkten fünf Briese zurückznziehcn, die, wie er sagte, von einer Frau geschriehen seien tind mit dem Prozeß in keinerlei Beziehung zu stehen schienen, Labori war der An­sicht, daß man öffentlich drei andere Briefe vorlesen könne, die von Eaillaux geschrieben ivorden seien, Ehenu wider­sprach dem, indem er forderte, daß die tzleschworenen von allen Briefen Kenittnis nehmen sollten, Frau Giikvdan be­stand energisch darauf, daß man entweder alle Briefe vor­lese, oder gar keinen. Daraus wurde vorgeschlagen, sic Ehenu zu übergeben Es folgte eine lebhafte Debatte zwischen den ildvokaten und Frau Gueydan, bis Labori erklärte, daß diese Briefe ihm jetzt gehörten, und daß er damit machen werde, ivats er wolle, Unter lebhafter Aufregung wurde die Ver­handlung unterbrochen.

Au» Stadt und Canv.

Gießen, 25. Juli 1914.

Gräfin Sophie z» SolmS-Rödelheim h. Zn Tannenhof bei Lüttringhausen (Rheinland) ist die Grästit Sophie zu SolmS - Rödelheim >m 48. Lebensjahre nach längerem Leiden gestorben. Die Verstorbene ist die älteste Schwelür des Chefs ihres Hauses, Karl Franz Graf zn Solms-Rödelheim und Ajfcnheim, und wurde am 20. Sep- tembec 1866 in Assenheim (Oberhessen) geboren.

Historischer Ausschuß für Hessen und Wal deck Der soeben erschienene Jahresbericht des histo­rischen Ausschusses für Hessen und Waldeck enthält als Ein­leitung einen Bericht über die am 20, Juni im Senatssaalc der Universität Marburg abgehaltene 17, Jahresversamm­lung, bist der Professor Frhr, von der R o p p -Ddarburg den

Vorsitz fiihrlc uxrd an der 26 Patrone, Mitglieder und Mit­arbeiter aus Cassel, Marburg, Hanau, Wiesbaden, Fried­berg und Gießen tcilnahmen In der Versammlung wur >cn die verschiedenen Pcrsonalveränderuiigen im Bestände X's Ausschusses und auch die Rechnungsablage bekannt ge­geben, Die Einnahmen hetruge» 17 830,11 Ml, die Aus­gaben 12 201,85 Mk, Bestand 5034,20 Mk, Der Bericht ent galt ferner eingehende Mitteilungen über die wssenschast- ick>e» Unternehmungen mW ein Namcnsverzeichnis der Stif­ter, Patrone und Mitglieder,

** Bon der Ausstellungsleitung der Ge­werbe - A u s st c I l u n g wurden die beiden hiesigen Feuerwehren sowie die Sani tät s kol o n n c und die sreiwilligcn Feuerwehren der Umgegend aus Dienstag abend 8 Uhr zu einem Fa in i l i e n ab e n d, verbunden mit Kon­zert der Feuerwchrkapcllc und sonstigen Darbietungen ein- gcladen. Ten Leuten der Feuerwehren und Sanitätskolonnc ist der Eintritt in Unisorm mit ihren Angehörigen frei,

''Vom Stadtlhcater wird uns geschrieben: Alle auswärtigen Besucher der Gewerbe-Ausstellung werden aus­drücklich daraus hiiigewicscn, daß sich am nächsten Diens­tag eine letzte Gelegenheit bietet, .den Schlager aller Büh­nen, die Posse mit GesangWie einst im Mai", kennen zu lernen' Tas Werk hat hei jeder Aufführung jubelnde» Beisall gesunden und sicher, wird auch diese Vorstellung, die bei kleinen Preisen stattsindct und durch die glän­zende Ausstattung allein schon sel)eilswert ist, die bewährte Anzichungskrast ausüben,

** DasUnion-Theater" (Seltcrsweg 81) bringt von heute ab auf drei Tage das aus ergreifenden Szenen bestehende dreiaktige Traina:In Schl an g e ngc wal t", Ter Inhalt der Tragödie ist, wie man uns schreibt, sehr spannend und von nachhaltiger Wirkung, Ferner gibt es Die Tochter des Gcizl)alses", ein nicht ans Alltägliche er­innerndes Drama in zwei Akten, mehrere Humoreske», wissenschastliche sarbenprächtige Raturausnahmen und an­deres, (Siehe Inserat,)

** Selbstmordversuch, Am Donnerstag abend gegen 7>/4 Uhr kam weinend in aller Hast ein Knabe zum Viadukt in der Neustadt gelaufen. Er wies auf einen nach dem städtischen Lagerplatz eilenden Mann und erklärte: Vater will sich das Leben nehmen!" Schlossermeister Euler sah noch, wie der Mann über die Einfriedigung des Lagerplatzes hinübersetzte, er lies aus die Brücke und be­merkte, wie der Man» seinen Rock auszog und sich an­schickte, in das Wasser zu gehen, Schnell eilte Euler ans User, er sah den Kops des Menschen im Wasser austanchen und schritt daraus selber bis au den Lnrls inS Wasser, Hier packte er den schon Ertrinkenden, der sich vergeblich) Mühe gab. von seinem Retter loszukommen. Es glückte, den Mann bis in die Nähe eines Bootes zu bringen, au das sich Euler mit der noch freien Hand festhielt. In dieser Lage kam ein gewiffer West druck zu Hilfe, und der Anstren­gung der beiden Leute gelang es, den Lebensmüden ans! dem Wasser in das Boot zu sclMscn, von wo er mit Gewalt ans Land gebracht werden konnte. Man übergab den Mann zwei Polizeibeamten am Viadukt der Neustadt, Es handelte sich um einen Arbeiter Brauer ans Gießen, der als geisteskrank der Heil- und Pftcge-Anstalt an der Licher Straße überwiesen war und von dort entwischt war,

** Das Großherzoglick Hessische Regierungs­blatt, Beilage Nr, 1l, vom 23, Juli, hat folgenden Inhalt: l, Bekaniltmackung, die Genehmigung von Sckenkungen betresfend,

2, Uebersickt der von Großherzoglichem Miiristerium des In­nern für das Rechnungsjahr 1914 genehmigten Umlagen zur Be­streitung der Kommunalbedürfnissc der israelitischen Religionsge- mciiwen des Kreises Bingen, 3. uebersich! über die in den israelitischen Religionsgcmeinden des Kreises Oisenbach zu erheben­den Umlagen für das Rechnungsjahr 1914. 4. Uebersicht über die in der Stadt Bensheim zu erhel>ende» Gcmeindcumlage» für das Rechnungsjahr 4914, 5. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern stir das Etatsjahr 1914 genehmigten Um­lagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Groß-Gerau, 6, Uebersicht der von Großhcrzog- lichem Ministerium des Innern für das Jahr 1914 zur Bestrcilung der Gemeindebedürsnisse der israelitischen Religionsgcmeinden des Kreises Bensheim genehmigten Umlagen, 7. Uebersicht der er­forderlichen Knltussteuern zur Bestreitung der Bedürfnisse der is­raelitischen Rcligionsgemcinden in den Landgemeinden des Kreises Mainz für daS Kalenderjahr >914, 8. Errichtung von Kirchen- gemeinden und Piarreien sowie Aenderung der Bezirke derselben,

9. Ordensverleihungen, 10. Verleihung der StaatSmedaillc für Ausstellungen,

** Ärundstücksverkehr, Grundstücke zu O b b 0 r n h 0 - s e n, die aus den Namen des Georg Heinrich Litt und dessen Ehe­frau Marie Katharine gcb, Nuppel in Obbornhosen eingetragen waren, sollen Montag, den 28, September 1914. nachmittags 2 Uhr, au) dem Ortsgericht Obbornhofen im Wege der Zwangsvolfsircckung versteigert werden,

** Güterrechtsregister, Der Bäcker Reinhard K ü n st- lcr zu Weckes heim und dessen Ehefrau Karoline geh, Loos haben Gütertrennung vereinbart,

" Konkurse in Hessen. Der Konkurs über den Nachlaß des Artbur Claus von Eherstadt ist nach erlolaterAbhaltung des Schlußtermins ausgehoben ivorden. In dem Konkursvcrlohren über das Vermögen der Vereinigte» P u tz w 0 1 l w e r k e, ffl. m. b. ff. zu Mörlenbach i. O,, soll mit Dencbmiaung des Droßb. Heß, Amtsgerichts Fürth i. O. die Schlußocrteilvna statt- ßndcn. Zn berückßchiige» ßnd Mk, 2388, bevorrechtigte und l'lf. 32 992,42 »ichtbevorrechtigte Forderungen. Tie verlügbare Masse deiräat Mk. 4394.6t). Ivovon jedoch noch dag im Schluß- iermin lestzujetzende Honorar de? GläubiaeranSIckuffeS ,» begleichen ist. lieber den Nachlaß des ain 17. 'Mai 1914 verßordenen, zu­letzt in Tarmsiadi wolmbalt gewesenen KanimannS Pcicr Jose! B entg e n ist am 18. Juli das Konkursverlabren eröffnet worden, da die Wüme des ErblafferS, Marie, acb, Mnckeri. in Eiberieid, iür ibre ininderjährige» Kinder die Eröffnung beaniragt Hai und der Nachlaß überschuldet ist. AmISgerichtStarator Heinrich HilSdors m Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. KonknrS- iorderungen sind bis zum 20. Ana»st 1914 bei dem Oierichte anzu- mclden. ES wird zur Bejchlußlaffuiiq über die Beibehaiiuna des ernannten oder die Wahl eines andere» Verwalters ujw. an! Frei­tag, den 28. Augtcki 1914, vornnttagS 16 Uhr. vor deni Anusgerichi Darmuadt Termin anberauml.

Landkreis Gießen.

cht, Grüningcn, 25. Juli, In Grüningen ist eine Keuchhusten-Epidemie crusgebrochen, Tic Krank­heit tritt in vielen Familien auf. Besonders Zind es die Kinder im Alter von 310 Jahren, die darunter leiden. Wenn das Auftreten dieser tückischen Krankheit an und für

sich schon beklagenswert ist, so ist es gerade jetzt, wenn die Ernte im vollen Eüing ist, besonders schlimm, Tie Feld- bereinigung hat hier ihren Anjang genommen, Tic Geometer sind jetzt beim 'Abst ecken der" Wege beschäftigt. Es werde» 34 Jahre vergehen, bevor die Feldbereinigunßs» arbeiten hier zn Ende geführt werden können, da örüniiv gen einen reichen Bestand an Baumstücken l>at,

KrriS Schotten,

Laubach. 24. Juli, Bei der gestrigen Beigcord- nctenwahl wurde in Stinnncneinheit von 54 Wählern Kausmonn Hermann Dich! aus die Zeitdauer von 6 Jahren zu», dritten Male wiedergewählt.

Kreis Fricdbcra, h Butzbach, 24. Juli, Der Ro enzüchtcr Bend ix aus Steinfurth bei Butzbach fuhr heute mittag auf dem ftcilabsallcndcn Röderbcrgwegc zu Frankfurt in rasen­der Fahrt mit seinem Automobil gegen einen Steinhausen. Bcndix flog aus dem Wagen und in einen soeben ansge- grabencn Straßenschacht, aus dem er durch Arbeiter, die in der Nähe arbeiteten, gezogen wurde. Er kam schwer­verletzt in das Krankenhaus,

Starkeiiburg und Rhriiihessen. ch, Bingen, 24, Juli, Als der KahnMannheim Nr, 18" an der hiesigen Kaimauer fcstgemacht werden sollte, platzte ei» zur Befestigung benutzter Hakckn, Er schlug zurück und traf den Matroje» rFanz Gutbrod aus Ebcrvach in Baden am Kopfe. Der Matrose erlitt schwere Dcrletzuncp'n der Sck)ädcldecke und wurde bewußtlos im Hospiial zn Bin­gen eingeliesert. Ohne das Bewußlsein erlangt zu Inchen, starb der erst 24jäl)-rigc nach einigen Stunden an seiner Berletzung,

Hessen-Nassau.

z. Biedenkopf, 24, Juli, Die von den Kreisen des diesseitigen Regierungsbezirkes ^u entrichtende Bezirks- abgabe für 1914 ist ftir den Hinterlaudkreis aus 10319,46 Mark festgesetzt, Tie Zahlung hat zu erfolgen mit je einem Viertel an, l, August, 15, September, 16, November d, I, und 15, Februar k, I,

X, Hanau, 24, Juli, In Lütter bei Fulda ist am Abend des 12, Juli auf einem Krie^erfestc bei 20 Jahre alte Arbeiter Eduard Böhm aus Sckimaluan er- s ch 0 s s e n ivorden. Ter Täter, der 20 Jahre alte Arbeiter Franz Friedrich Müller aus Eichenzell bei Fulda, ist jetzt in das Hanauer Landgerichtsgesängins eingeliesert ioor- den. Er hm ein g c staii d e n, die tödliche Kugel, die in der Tchultcrgcgenb cingedrungen war und ans ihrem Wege die Halsschlagader durchschlagen hatte, ans Böhm abge- feuert zu haben. Der Schneidergeselle Gustav Hart mann aus Dck>malnau,, der ivegen Verdachts der Teilnahme an dem Verbrechen zusammen niit Müller verhaftet uwrden war. ist aus der Haft entlassen worden. Der Tat ivar vorauf- gegangen eine Anrenrpelung mit nachfolgendem Worttvechsel zwischen mehreren Burschen miS Eickwnzell und Schmalnau. Hierbei waren Böhm und Müller besonders l)art aneinander geraten.

Siegburg (Lahn), 24. Jnli. Auf der Fahrt von Frankfurt a. M. nach Riedcrbrechen stürzte ein Auto- omnibnS um und rollte die vier Meter hohe Böschung hinab. Der Chauffeur und ein Seminarist ge- riete» unter den Omnibus und ivurden erdrückt: die übrigen Insaffen kamen mit leichten Verletzungen davon.

Svovt-

Südwestdkiilsche Zuverläjfigkeitsfahrt.

Darmstad1, 25 Juli. Die vom He ist sch en Auto­mobilklub veranstaltete S ü d m e st d e u t fch e Z » v e r l ä j s i g- keitSiahrt hat beute lrüh ihren Anlang genommen. Der erste Wogen !»hr um 6 Ilhr vom Start ab, in Abstände» von je zivei Minuten iolgte» die übrigen neun Wagen. Tie erste Eiavv« geht über Dieburg durch den Odenwald bis an de» Bodenjxe. Am ersten Tage find mindestens 230 Kiiomeier zurückzulege».

DiedcutschcMeiftcrschaftsrcgaita.

Mannheim, 2l. Juli, Ter NennmigSschluß zu der 9, deut­schen Mcisterschastsregatta, zugleich 36, Oberrheinischen Regatta, die am 9, Rilgust im Mannheimer Rheinhafen stattiindet, ist gut aus­gefallen, Aus Gießen sind gemeldet: Junior-Einer, Franksurter Äuderverein, Mainzer Rudergesellsckxist. Stuttgarter Rudergesell- sck>ast, öließencr Rudergesellschast, Einer Wie« st euer Rudergcsellschasi, Franffnrter Rudergesellschast, Franksurter Ruderverein, Mainzer Rudergesellschast,

Lingesairvt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Ruhe ist vornebm! Sie ist. auch notwendig zur Erholung und Entspannung der Nerven, Tüvvn scheint jedoch eine im Schistcn- bcrger Weg in unmittelbarer Näbc der Kaiser-Allee wohnende Fa­milie, die »ach den Grüßenverlniltnissen der dorttgen Wohnungen vermutlich den besseren Ständen angchört, nicht überzeugt zu.sein. Denn sonst tmirde sie cs zu verhüten wissen, daß das herzzerreißende Wchegeschrci eines Kindes gegen 9p» und in er­höhtem Maße gegen 10'A Uhr in die Nacht hinausgellt. Schon srüher ist die ähnliche Wahrnehmung gemacht und öffentliches Acrgernis genommen worden. Aber nicht nur das Aergernis um der gestörte» Ruhe willen ist cs, das in diesem Falle zur Flucht in die Oefscntlichkcü veranlaßt ioas gegenüber späten Musikanten, heulenden Hunden u, dgl, die Regel bildet son­dern das, was der Begründer der chriAichen Religion gepredigt hat: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Das Mitgesühl mit einem alllem Anschein nach ganz unvernünftig behandelten größeren Kinde,

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Amtlicher Wetterbericht,

Oeffcntlicher Wetterdienst, Gießen.

WetterauSsichten in Hessen am Sonntag, den 26. Jul! 1911: szoridauer der bestehenden Witterung.