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fknfeeu. Wie man erfährt, wird Premierminister Asquith heute nn Ureterhause eine förmliche Mitteilung darüber machen. Die ,TnneS- fügen hinzu, daß folgende Herren an der Konferenz teil- nehorenwerden: Für die Negierung Asquith und Lloyd George, lür die Oppasttron Lord Lanßdowne rmd Bonar Law, für die Nationalisten Ledorond und Dillon, und für die Ulsterleute Sir Edward Cursor und Grayg.

Ministerpräsident Viviani hat den russischen Regierungs- kreisen nrrtteilen lasten, daß er, getreu seinen demokratischen Grund- sähen, keiiie DrdeuSauSzeichiitmg zu erhalten wünsche. Ter Zar werde deshalb Bwiani als Erinnerung an die Reise nach Rußland einen Krnrstqeqen stand znur Geschenke machen.

Ein Geistlicher als deiltscher Spion? Irr Bernay (Eriredepartement) wurde der Pfarrer von Fontaine Heurteboud unter der Beschuldigung der Spionage verhaftet, weil e^c dem Staticnisvorfteber von ThiberviÜe eine Sumnie von 500 Franks für einen Eisenbahnmobiüsierungsplan angeboten hatte. Der Stationsvorsteher ivar auf diesen Vorschlag scheinbar einaegangen und hatte die Polizei verständigt. Als der Pfarrer beim StatwnS- vorsteher erschien, wurde er festgenomnien. Einigen Blättern zu- folge soll er gestanden haben, daß er für Deutschland Spionage betrieben habe, nach anderen soll er geisteskrank sein.

Wie aus Bernall weiter gemeldet wird, wurden in dem Dause des wegen Spionage verhafteten Pfarrers Heurteboud zahlreiche wichtige Schriftstücke beschlagnahmt. Heurteboud soll durch ein In­serat. in dem gut bezahlte Mitarbeiter für eine Zeitschrift gesucht wurden, mit einem Lpionagebureau in Perbindung getreten sein. Tie Blätter erzählen, er habe dem Stationsvorsteher von Thiber- ville mitgeteilt, daß er mit ihm zusammen 500 000 Francs ver- 'dienen könne, wenn er ihm den Mobilisierungsplan der Nord- bahnlinien verschaffen würde. Tie Untersuchung ergab, daß Heur- teboud ein kostspieliges Liebesverhältnis mit einer Pariserin unter­hielt. Auch in der Wohnung dieser Frau wurde eine Haussuchung vorgenommen, es wurden jedoch nur Liebesbriefe vorgesunden.

ver Prozeß gegen Zrau Caillaux.

Paris, 20, Juli, Ter heute mittag beginnende Schwurgerichtsprozetz gegen die Frau Caillaur wird voraussichtlich noch eine größere Zahl von Berhandlungstagen in Anivrnch nehmen, als von der Gerichtsbehörde in Aussicht genommen worden war. Man glaubt, daß der Wohrivruch der Geschworenen im besten Falle in der Nacht zum Tonnrag verkündet werden wird, Ein ganzer Verhandlungstag dürste durch die Aussagen der Chirurgen P o t z i, Tonen und F r c i s s e u. a, ausgeiüllt werden, die van dem Verteidiger der Frau Chaillaur geladen wurden, um Larzulegen, dosz Calmettc mittels eines chirurgischen Eingreifens hatte ge­rettet werden können. Allgemein herrscht die ileberzeugung vor, daN die Prozeßoerhandlungcn einen überwiegend politischen Cha­rakter annchmen werden und daN der Gatte der Angeklagten, der ehemalige Ministcrpräsideni und Abgeordnete Caillaux die Gelegenheit benuxen werde, um die von Calmette gegen ihn ge­richteten Angrisse ,n allen Einzelheiten zurückzuwcisen, Der Nachfolger Calmcttcs i» der Leitung des ,,Figaro", der Aka­demiker Cavus schreibt: Cs scheint, daß die Partei, welche Calmettc ermordet hat, den Versuch machen wird, sein Andenken zu beschmutzen Plan hat dies bereits in Broschüren und Flug­blättern angekündlgt, welche die (Geschworenen >eden Morgen vor ihren Türen linden. Man will beweisen, daß der heldenmütige Di­rektor des ,,Figaro" ein skrupelloser Mann war, der sein einfluß­reiches Blatt in den Dienst seiner persönlichen Interessen und nicht in den seiner lleberzeugung gestellt hat. Man will zeigen, daß das Leben, weiches man ihm genommen hat, voller Zügel­losigkeiten und Ausschweifungen war Man schreckt vor kernen Nachforschungen zurück, man respektiert kein Geheimnis. Forderte man doch iogckr den Fiskus aus, die Zister des von Calmette hinter- losscnen Vermögens zu verraten. Diese Mochenschasten können uns nur ein verächtliches Lächeln entlocken. Tic Freunde Cal- mettes fürchten nichts für seine Ebrc, Er wird sich ilcckcnlos ganz allein im Lichte der Prozcßverhandlungen verteidigen.

Die nationalistischeLibre Parole" sagt: Man will den Pro­zeß Caillaur in einen Prozeß Calmettc umwandeln, und der Pro­zeß Calmette soll der Prozeß der Journalisten im allgemeinen werden. Wie, cs gibt noch unabhängige Schriftsteller, die mit ihrer Feder die Gewaltigen des Tages zu züchtigen wissen? Das ist ein «kaudal, welchen Frauen, rote die Gattin lCaillaux u. andere zu ahn­den verstehen! Man will sie wie Carlvtte Cordah verherrlichen. Die radikaleLanterne" schreibt: Der Prozeß, der heute beginnt, ist nicht der Prozeß der Fra» Caillaur, cs ist der Prozeß der Demo­kratie gegen das Privilegium der Reichen, Man wird bald wissen, ob cs eine Justiz des Volkes und für das Volk gibt,

Ter Schwurgerichissaal ist bis aus den letzten Platz mit sZeugen, Berichterstattern und Advokaten gefüllt; nur ein kleiner, durch ein lßeländer von dem eigentlichen «aal getrennter Raum in für das Publikum reserviert. Gegen ' -1 Uhr erscheinen die Mitglieder des Kerichtshoses und alsbald wird auch die Ange­klagte, Frau Cailhaux, van zwei Justizsoldaren begleitet, in den Saal geführt,

Gerichtspräsident Albancl ersucht die Zuhörer, mit Ruhe lund Würde den Verhandlungen beizuwohncn, und richtet so­dann die vorichriitSmäßigc Ansprache an die Geschworenen, Rach deren Vereidigung verliest der Gcrichtsakruar die Anklageichrist, die sedoch, da sic durch die VcröffciUIichung in den Blättern bereits bekannt ist, nur mit geringer Aufmerksamkeit angehört wird. Bei dem Ausruf der vorgeladenen 75 Zeugen finden nur die Namen der Damen d'Estradere, einer ehemaligen Mitarbeiterin desFigaro" und Guevden, der ersten Frau Caillaur? und der ehemaligen Minister Caillaux und Barthou einige Beachtung, Ter Präsident fordert Frau Caillaux aus, den Geschworenen eme Darlegung chrcr Tat zu geben, Frau Caillaux, welche in ihrer schwarzen Toilette »war ziemlich blaß, aber durch die lange Untersuchungshast keineswegs allzu angegriffen ausjietn, schildert mir ziemlich leiser, manchmal stockender «timmc zunächst ihr Vor­leben, Sie berichtet, das sic nach ihrer «cheidung von ihrem ersten Manne, dem Schriitsteller Leon Cloretis, den Minister Caillaur geheiratet und in dieser Ehe das vollste Glück gefunden Hobe, «ic erzählt eingehend und mit großem Nachdruck, welch heilige Angrisse Caillaux von seinen politischen Gegnern, nament­lich in der Presse, erfahren, wie man ihn verdächtigt habe, den Kongo an Deutschland verkauft zu haben, und erhebt mit lauter und zorniger Stimme Einsmuch gegen die Verleumdung, daß ihr Gatte seine Stellung dazu benutzt habe, um sich zu bereichern, Ihr Verteidiger würde den Beweis erbringen, daß sie und ihr Gatte nur das besitzen, was sie von ihren Eltern erholten habe. Die volltische Fehde gegen ihren Gatten sc, mit alten Mitteln geführt worden. Man habe einen intimen Briet ihres Gotten veröftcntlicht. um ihn bloßzustellen, und habe auch andere intime Briese vcröftentlichcn wollen, von denen die erste Frau ihres Mannes, Madame Guevden vhotograhhiiche Bcrvicl- sältigungcn erhalten habe, um sich an Caillaux wegen dessen zweiter Ehe zu rächen. Frau Caillaux bespricht sodann aus­führlich die vomFigaro" geführte Campagne,

Der Vorsitzende legt ihr eine Reihe von Fragen über Briefe vor, die aus der Zeit vor ihrer Ehe mit Caillaur stammen und deren Veröftenttichung sic fürchtete. In einem dieser Briefe bähe Caillaux seiner ictzigen Frau auseinandcrgcsetzt, aus welchen Grün­den er die Scheidungsklage gegen seine erste Frau nicht gleich ein­geleitet habe, Gründe sehr intimer Natur, durch deren Veröffent­lichung derFigaro" seine Kamoagnc gegen Caillaur noch wirk­samer gestalten wollte.

Die Verhandlung wurde nach einer kurzen Unterbrechung um 2 Uhr nachm wieder ausgenommen. Frau Caillaux ivrach über den Besuch des Präsidenten Monier bei ihr, Ci antwortete aut ihre Frage noch dem Anklagcgrundc gegen denjenigen, der Privatbrieie veräftenttiche» wollc, daß cs in Frankreich kein Gesetz gäbe, das den Journalisten die Verleumdung öffentlicher Persönlichkeiten un­möglich mache Damit müsse man sich entweder zufrieden geben oder mi, eigenen Mitteln vcncrdigcn, Ausrechl stehend, die Hänbc gegen die Bank gestützt, erklärte sie, daß sie die Tat nicht mrl Vorbedacht ausführte, oder zum mindesten, wenn sie den Gedanken,

aus Calmette zu schießen, in Betracht zog, blieb ihr Entschluß dis zuletzt unentschieden.

Um 4> . Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen und aus morgen vertagt.

i An» Stadt und Land.

Gießen. 21. J»l, >0> l.

Besuch des Grobherzogspaares in Gießen.

Der Großherzog und die Grobherzogin werden am San,Stag nachmittag nach Gießen kommen, um die Gewerbe.Ausstellung zu besichtigen. Ein offizieller Empfang findet voraussichtlich nicht statt.

Im Anschluß an die Besichtigung wird das GroßherzogS- paac die Aufführung der Freilichtbühne besuchen, die um 8 Uhr beginnt. Der Großhcrzog ha! schon wiederholt sein leb­haftes Jnterefle für die Gießcncr Freilichtbühne ausgesprochen,

" Tageskalender sür Dienstag, den 21, Juli: Stadt­theater: .Der fidele Bauer,- Aniang 8 Uhr.

Gewerbe-Aus st ellung: Tiroler Gesangs- und Tanz­gruppe in Alt-Hessen, 47 und 811 Uhr.

** A n den Kaisermanövern wird in Bad Homburg v. d. So. eingegangenen Nachrichten zufolge Prinz Heinrichvon Preußen teilnehmen und beim Landrat v, Marx wohnen,

** Verleihungen, Das Ehrenzeichen für Mit­glieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Grvffherzog Theodor L eigner, Karl Le ihn er, Adam Hock, Karl Dönges, Jean Enflelter und Julius Kann, sämt­lich zu Friedberg, verliehen,

"VonderTechnischenHvchschule, Die Diplom- Ingenieure Otto Scheck aus Fechenheim und Otto Sch inehl aus Darmstadt haben sich am 17, d, Mts, der mündlichen Doktor-Fngenieur-Prüsung tm Chemischen Fach unterzogen und sie mitgut" bestanden, Zu Beginn des nächsten Wintersemesters 191415 sind an Studierende der Technischen Hochschule etwa 9 Studiengelderlasse und eine Reih« Stipendien zu vergeben, An der zu Beginn des folgenden Wintersemesters stattsindenden Di­plom-Vorprüfung sür alle Abteilungen nehmen 135 Kandidaten teil, in Architektur 26, Bauingemeurwesen 2, Maschinenbau 46, Papierfabritation 5, Elektrotechnik 19, Chemie 9 und Elektro-Chemie 4,

' Landesverband der Hausbesitzervereine im Großherzogtum Hessen. Die Vorstandssitzung des Landesverbandes in Neu-Isenburg war von den Vereinen: Dormstadt, Gießen, Mainz, Mainz-Kostheim, Mainz-Mom- boch, Neu-Isenburg und Offenbach beschickt. Es wurde end­gültig über die Beitrittsmodalitäten zürn Zentralverband der Hans- und Grundbesitzer-Bereinc Deutschlands verhandelt und dis Herren Grünwald-Mainz und als Stellvertreter v. Heffcrt- Tarmstadt dem Zentral-Verband zur Wahl in den Vorstand vorgcschlagen. Sodann wurde über den Erfolg der Eingabe des Landesverbandes, betreffend die Wertzuwachsstcuer, berichtet und die diesbezüglichen - Kamineroerhandlungen be­sprochen. Im Anschluß hieran ward dem Abgeordneten Frei- herrn Or. v. Heyl zu Herrnsheim in WormS a, Rh. der Dank der Hausbefitzervereine für dessen tatkräftiges Eintreten in der Ersten Kammer für die Eingabe des Landesverbandes durch ein Schreiben ausgesprochen,

** Gewerbe-Aus st ellung. Der am Montag ge­plante Kinder-Korso ist aus fruchtbaren Boden gefallen; denn über alles Erwarten groß war die Beteiligung seitens des Publikums, 48 verschiedenartige Gruppen mit 75 Kin­dern nahmen teil. Alle Fahrzeuge waren mit Sorgfalt ausgeschmückt, daß das Preisgericht, 2 Damen und 3 Herren, große Mühe hatten, um ihres Amtes zu walten. Die Be­wertung erfolgte von 5 Stellen aus ohne Kenntnis der Besitzer nach Nummern Neben den Preisen wurden sämt­lichen Teilnehmern am Korso Ueberraschungen zuteil. Gegen 7 llhr verkündigte der Vorsitzende des Bergnügungsaus- schusses, Fabrikant Wilhelm Homberger, das Ergebnis des Preisgerichtes: 1, Weißenberg, Emil, Kaufmann, 2, Jas- lowskn, Max, Gastwirt; 3, Kaufmann, Kurt, Rechtsanwalt; 4, Dambron, Johnp, Küchenchef; 5, Wittmann, Gustav, Gärtner; 6, Knapp, (Georg, Geometer 1, Kl,; 7. Heilbronner, J Kaufmann: 8, Peters, Ludwig, Rechtsanwalt; 9, Bakvfs, Hermann, Redekunstlehrer: 10, Niemann, Ernst, Bahnhofs- restaurateur; 11, Peters, Ludwig, Rechtsanwalt; 12, Schütte, Heinrich; 13, Neurath, Karl, Redakteur; 14, Schulze, Bern­hard; 15, Moog, Johann; 16, Noll, Ernst; 17, Bergen, Otto, Direttor; 18, Neurath, Karl, Redakteur: 19, Breuer, Anton, Mechaniker; 20, Heinz, Hubert, Kaufmann; 21, Dr, Siring; 22. Neuling, Friedrich; 23, v, Düring, Friedr,, Kaufmann: 24, ütppel, Heinrich, Installateur,

--Das Schützenfest, welches der GießenerSchützen- vcrcin alljährlich veranstaltet, war am Sonntag und gestern, besonders abends, sehr gut besucht, Tie Beteiligung am Schießen hätte allerdings besser sein tonnen. Besonders fremde Schützen waren beim Preisschießen schwächer als früher vertreten. Die Gießener Schützen hatten viel aus­geboten und ein reich besetzter Gabentisch winkte für gute Fresser, Tie Prctsverteilung zeigte solgendes Ergebnis: 100-M e te r - S ch eib e, 1, Heinrich Gögy-Laubach 35 Punkte. 2, Ph, Rilokaus 35 P, 3, Guth-Wetzlar 34 P, 4, Palm-Wetzlar 33 P, 5, Eberts-Wetzlar 33 P 6, Aug, Pascoe-Dutenhofcn 33, 7 Georg Llppel 32 P. 8, Seibert- Wetzlar 32 P, 9, Ritter-Laubcich 32 P. 1 7 5 - M e t e r - Scheibe, 1. Heinrich Schmidt 54 P, 2, Aug, Pascoe- Tutenhvfen 53 P 3, PH, -Nikolaus 50 P. 4, Georg Appel 43 P, 300-M e t e r - Sch eib e, 1, Nikolaus 51 P, 2, Heinrich Schmidt 49 P. 3. Aug, Paseoe-Dutenhofen 48 P 4 Georg Appel 47 P, 5, Hch, Noll 46 P, 6, Friedr, Groß 45 P, Lausend-Wildscheibe, 1, Aug, Pascoe- Tutenhosen 33 P, 2, PH, -Nikolaus 29 P, Tic Schützen ohne Lrtsbezeichnung haben ihren Wohnsitz in Gießen,

' Jugcndsest. Anläßlich des JugendfcsteS wird vor­aussichtlich ein sehr starker Verkehr be, der Straßen­bahn z» erwarten sein. Im Intcrcffe der paschen Abwickelung des Verkehrs wird den Fahrgästen geraten, sich möglichst schon vor der Fahrt mit Fahrniarken resp. Kleingeld zu versehen, damit die Wagenführer nicht durch Ausgabe von Fahrmarken und Wechselgeld in ihren sonstige» Dienstobliegenheiten be- hindert werden.

--T erWiescnnachbar alsHeinzelmännch«n Aus Herchenhain wird uns geschrieben: Wenn man Glück hak, verrichten einem auch heute noch die Heinzelmännchen des Nachts die sür den kommenden Tag gedachte Arbeit. Ein Landwirt, der bei der Gemeinde ein Stiük Heugras gesteigert hätte und sich nun gestern morgen dotthin begeben wollte, um das Gras ab- zumähen, gewahrte bei seinem Näherkommen, daß es schon dar­nieder lag. Zein Wiescnnachbar hatte diese HeinzÄrnännchenarbeit

verrichte: In der Absict». lein eigenes Stück avzumahcn, hatte « sich irrtümlich an dem Eigentum des andern vergriffen,

* Kleine Mittellunge n, I» Bilbel starb bei seinem Lohne der srühece langjährigeKreisstraßenmeister H o h e ii a b ei. InGeln h a » Ie » stürzte ein jünger Mann von einem Kirschbaunr und trug innere Verletzungen davon, die eine Verbringung in dt« Gießener Klinik nötig machten, - I» Marburg sprang am Montag ei» Geisteskranker von der Brücke bei der Hauplpost mit voller Kteidilng ins Wasser Ter Uiigliickliche wurde ln Lickierheit gebracht und ärztlicher Behandlung übergeben, I» die M a r b ii r q e r Klinik ivnrde ein Mann aus Froiihausen e>n- gelieleri, der im Iähzorii in einer Wirlschast eine Glasscheibe zer­trümmert und sich dabei den Arm total ausgerissen hatte. In Erbach i. C. land gestern und beule die Feier des schon über tvü Jahre destedende» Eulbacher Marktes statt, Ter Wirt und Kolonial,varenhäiidler Beter z» Darmstadt wurde wegen eines an einem ininderjährigen Mädchen begangeneil SitilichkeitS- verörechens verhaslel. Die in Franksurt a. M. als Köchin be- dienslete sbjähriae Anna M ei sch, die vorübergehend bei ihren Verwandten in Offcnbach weilte, begoß mn Montag ihre Kleider mit Petroleum und setzte sie dann in Brand, Glncklichermeise kannte der Plan der Lebensmüde» noch rechtzeitig vereitelt werden. Mit schweren Brandwunden bedeck! wurde die Unglückliche von der Rettungswache in daS städt, Krankenhaus gebracht,

Kreis Alsselü,

ra Homberg, 30. Juli, Der Fuhrmann Fleisch­hauer war damit beschästigt, im Steinbruche bei dem Dorse Appenrod Steine aufzuloden; dabei hatte er sich zu nahe an eine überhängende Wand gestellt. Plötzlich rollte von dieser ein schwerer Stein herunter »nd traf Fleischhauer mit solcher Wucht aus den Kopf, daß die Schädeldeckc zertrümmen wurde und der Tod ans der Stelle eintrat.

Kreis Schotten.

2 Ober-Seemen, 20. Juli, Das achtjährige S ö h n ch e n des Landwirtes Johannes H o f m a n n von hier ging gestern Mittag in der Absicht, sich auf das Nieder- Seemer Fest zu begeben, ohne Begleitung vom Hause fort und ist bis heute Morgen noch nicht zurückgekehrt.

)( Ulrichstei», 20. Juli. Am vergangenen Samstag; sand hier tm Gasthaus zum .Darmstädter Bo>' eine Hauptversammlung der Mitglieder der hiesige» Svar- und Darleheuskasie statt, Tie Kasse verlor durch den Konkurs der Darinstädter Genossenschafts­bank 72 000 Mk. lim diesen Verlust wieder zu decken, wurde be» sliniint, daß von den Kavitalien der Aktionäre 20"/» abgezogen werde» sollte. Ferner müssen die Mietglieder der Kasse sür dieses Jahr aus die sonst 6°/.igei, Zinsen verzichte». Fast einstimmig wurde von der ganzen Versa»,»,lnug der gemachte Vorschlag gut» geheitzen, die bisherige Spar- und Darlehenskasse mit unbeschränkter Haftpflicht in eine solche mit beschränkter Haitpsttcht nmzuwandeln. Aber erst vom nächsten Jahre an, kann die Kasse als solche ange­sehen werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

= Mainz, 20. Juli. Ani SamStag Nachmittag sank ans dem ÜRain eine Baggermaschine. Mit den Bergungs­arbeiten wurde alsbald begonnen.

Hessen-Nassau, p Marburg, 20. Juli, Am Samstag entwich aus dem Landgcrichtsgcsängnis der 27 Jahre alte Strasgesangene Jakob Forst aus Castellaun, Der Mann batte vorher einen Selb st Mordversuch gemacht,

h, Franksurt a, M 20, Juli, Unter der Leitung des zweiten Vorsitzenden L e o v o l d /Berlin) begannen heute im Kauf­männischen Verein die Verhandlungen des 4 3, Verbands- tages des Bundes deutscher Barbier-, Friseur- und Pc rücken m acher-Jnnungen. Dem Verwaltungsbc- richt zufolge gehören dem Bunde 24 Bezirksverbändc mit 237 freien und 222 Zwangsinnungen an. Die Zahl der Mitglieder beträgt 20 200 Meister, 13 198 Gehilsen und 8893 Lehrlinge, Der Bund unterhält 247 Fachschulen, von denen 85 Anstalten mit rund 17 000 Mars staatlicher und städtischer Gelder unterstützt werden. Die Stcrbckasse verfügt über 40 181 Mark, die Bermögenskasse über 45 627 Mark, Uebcr die einheitliche Regelung des Laden­schlusses nahm man einen Antrag auf Abänderung der Ge­werbeordnung an,

Höch st, 20. Juli. Selbstmord verübte am Samstag abend in einem Gasthouse in Unterliederbach der dort ivohnende Arbeiter Will, der in den Farbwerken in Stellung war. Er hatte zuvor aus seine Frau ge­schossen, ohne diese jedoch ernstlich zu verletzen, und hier­nach Selbstmord begangen. Grundlose Eifersucht soll den Mann in den Tod getrieben haben.

Wiesbaden, 20. Juli. In seiner Wohnung am Jdsteiner Weg erschoß sich der Geheime Banrat Eduard Schugt, weil er befürchtete, geisteskrank zu werden. Ein Fuhrwerk geriet, als eS eine Straßenkreuzung passieren wollte, zwischen zwei in voller Fahrt befindliche Straßenbahnwagen. Die Insassen, der Fuhrwerkshalter Schauß, seine Frau und ein sechsjähriges Söhnchcn wurden aus der Droschke herauS- geschlelidert. Schauß selbst wurde leicht, seine Frau und das Kind schwer verletzt. Der Kutscher Schäfer geriet zwischen das Fuhrwerk und einen Straßenbahnwagen und wurde totgeguetscht.

veretnsnachrichtrn.

Landwirts Gastlicher Lokalverein Gießen, Begünsttgt von prächtigem Wetter hielt der landw, Lokalverein Gießen gestern auf dem Schiffenberg sein diesiähriges Fa­milie nk r ä n z ch e n ab. Die Mehrzahl der Mitglieder hatte cs vorgezogen, im eigenen Wagen zu erscheinen, so war es eine reck» itatllichc, »um Teil sogar hoch elegamc Wagenreihe, die festlich geschmückt den Korso nach dem Schisienberg fuhr. Bei der Kaffeetatcl in der Kavclle des alten Klosters, an der sich rund 80 Personen beteiligten, herrschte schon eine sehr heitere Stimmung, die sich noch steigerte, als nach einem Rundgang burcki die landschaftlichen und landwirtschaitlichcn Sehens­würdigkeiten des hoben «chiffcnbergs eine unter sachocrständiger Leimng des Herrn cand. Vogel gebraute Erdbeerbowle erschien und bas tunge Volk nach den Klängen der Mititärnmük das Tanz­bein ichwang. Noch lange nach dem bei magischem Lampionschein in der Kavclle eingenommenen Abendbrot lockten die munteren Weisen znm Tanze und begleiteten die in milder, lauwarmer Sommernacht heimwandernden älteren Teilnehmer wie liebe Er­innerungen an eine schone, frohe Zeit,

4. Lich, 19. Juli, Der Kliegcrvereilt Mühlheim a, M, unternahm heute unter Führung von Herrn Hanvtlehrcr Alk von Friedberg über Bad-Nauheim und Arnsburg einen Ausftug hierher und verweilte längere Zeit in unserer Smdt, die ein­gehend besichtigt wurde,

" Ils dors, 20. Juli. Heute und gestern hielt der Krieaer- oereiii sein F a h n e » w e ihs e st in Verbindung mit dem Be­zirks kriegers e st des Bezirks Grünberg ab. Zugleich nwr diele Feier das-jährige Sti<ti>»gs>«st, an dem der Verein die löroßherzogsschleilc verliehen bekam. In dem großen Festzng, den drei Reiter, als Blücherhusaren gekleidet, cröflneten, schritten 12 Vereine. Tie Straßen und die Häuser ivareu prächtig geschmückt. Der große Jestvlatz besand sich zwilche» Jlsdoff und Solms-Jlr- dort aus einer Wiese, Mit einem Chorlied erössuete der Gesana- uerein Groß-Cicheu die Feier, Obersteiger Zciler begrüßte als Festpräsident den Vertreter der Kreisbeborde, die Bezirksobmänner von Laubach und Grünbcrg, die Kriegerkameradeu und Festgäste

i nud schloß mit einem Hoch aus de» Kaiser, Der Präsident des Krieaervereins, Bürgermeister Veite», beivillkonimete iuehrnials die Festteiliiehmer, Fräulein Theiß überreichie die neue Fahne. KreiSamtmann Blumers hesleic die vom Großherzog verliehene