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t)«rxltd>Miti; der französischen Waffen nach und nach säst ganz eingeschlnmwcrt, und inan ist auch in den erwähnten ZettiingSorgtiilen davon abigefommen, jede französische Preß- stimme, die von deutschen ÄngrifsSgclüstcn melden wollte, cinsach nactiznvrten und zu bestätigen. ES ist auch bemerkens­wert, daß gerade, elw im französiselwn Senat die Stimme der Kritik und des Tadels laut wurde, in diesen Tagen in den Spalten derMorningPost" eine englische artilleristische Autorität in ein paar gewichtigen Artikeln kritisch und gründlich die ^Nachteile des seit einigen Jahren hier in die Mode gekotnmcnen französischen Systems der artilleristischen Ausbildung und Taktik beleuchtet und bloßstcllt. Man denke nur, dieser Ketzer wagt sich an die Artillerie, den Stolz der sranzvsischen Waffen, heran, und er ist augenscheinlich der Meinung, dast daS deutsche System vorzuziehen sei, in- soscrn als es viel mehr Wert und Nachdruck auf gutes Schießen und Tressen legt als die Anhänger des franzö­sischen Systems, das hier, wie es scheint, tvohl nickst gerade sehr schmeichell-ast mitunter als dasAllez, allez-System" bezeichnet wird und das mehr einen sogenannten mora­lischen Eindruck anstrebt. Dpr Genxihrsmann der Morning Post versäumt auch nicht hervorzuhebcn, daß gerade guten und sesten Truppen gegenüber dieser moralische Eindruck, ivenn er nicht durch 'sichere Treffer Nachdruck erhält, eher das Gegenteil der beabsichtigten Wirlung erzielt/

In Mexiko ist nach der Abdankung Huertas wohl für einige Zeit Ruhe eingekehrt, in Alba nie n ist immer noch alles beim alten und in Deutschland ist gegen­wärtig auch nicht viel los.

Die Stichwahl in Lab iau - We hlau hat keine besondere Ueberkaschung hervorgernsen, bemer- kenswcrt ist jedoch, daß der konservative Kandidat 852 Stimmen weniger erhalten hat als bei der Hauptwahl im Jahre 1912 und der freisinnige 273 Stimmen mehr, wahrewd die Sozialdemokraten 769 Stimmen verloren haben. Die Reichstags-Ersatzwahl in Lad tau-Wehlau ist durch den Tod des konservativen Abgeordneten v. Mässow er- jordcrlich geworden. Bei der Wahl im Jahre 1912 erhielt v. Ma ssow 8397 Stimmen, der fortschrittliche Bürger­meister W a g n e r-Tapiau, der in einer Nachwahl der vori­gen Legislaturperiode gewählt worden war, 5856, der so­zialdemokratische Kandidat 2962 Stimmen. In der Stich­wahl siegte v. Massow mit 9704, während Bürgermeister Wagner 8694 Stimmen erhielt. Gegen die Wahl war ein. umfangreicher Wahlprotest eingereicht tvvrden, der in der WahlprüfungSkommission zu mehrfachen Beanstandungen führte. Die Entscheidung wurde ousgcsctzt, weil über ver­schiedene Protestpnnktc Beweis erhoben werden sollte. In der Ersatzwahl kandidiert für die Fortschrittliche Bolks- partei wiederum Bürgermeister Wagner. Die Konserva tiven haben den Amtsrat Schrcwe ansgestellt, der bei der letzten Landtagswahl ins Preußische Abgeordnetenhaus gewählt worden ist. Für die Sozialdemokratie kandidiert wiederum Parteisekretär Linde. Tic Stichtvahl in Sachsen- Koburg ist gestern zu Gunsten des Freisinns entschieden wor­den, womit die Zahl ihrer Wgeordneten ans 45 gestiegen ist.

Behutsam und hinter verschlossenen Türen ist in Lester­reich die Untersuchung gegen die Mörder von Serajewo und ihre Hintermänner geführt worden. Merlei ist in der Oesscntlichkcit gemunkelt und auch laut gesagt worden über angebliche Mitschuldige und Helfershelfer diesseits und jen­seits der Grenze der Donaumonarchie. EltvaS absolut zuver­lässiges über die llntersuchung ist indes bis heute noch nicht an den Tag gekommen. Um die Mitternachtsstunde von Mitt­woch aus Donnerstag ist der Präsident der franz. Republik von Paris ausgebrochen. Das Ziel seiner Staatsvisite ist die Hauptstadt des Zarenreiches, der Zweck neben begreiflicher Höflichkcitserweisung. die Besprechung über die neuen Pro­bleme der großen Politik und die Stellungnahme des Zwei­bundes ihnen gegenüber. Tie Enffcheidung über das Ver­halten Rußlands vor allem in dem heraufziehenden öster­reichisch serbischen Konffikt wird in diesen Tagen geräusch­voller Feste und geruhiger Bcratuitgen fallen.

Der österreichisch-serbische Konflikt ist noch recht unent­schieden. Es scheint, als ob man sich in Oesterreich-Ungarn diesnml wirllich sür ein Vorgehen bis zur klaren Ent­scheidung entschlossen hat, entschlossen unter dem Eindruck der Blutarbeit, die als unwiderlegliches Symptom gezeigt l>at, >vas man hei Lässigkeit und Friedensliebe um jeden Preis vom zügellos geworden«,! Grostserbentum zu ge­wärtigen hat. Man denkt, wie in Wiener und Budapester diplomatischen Kreisen versichert wird, an nichts weniger als an eine Pression, an ein Ultimatum in irgendwelcher Form von vornherein. Wer man wird in allem Ernst nicht nur Genugtuung verlangen, sondern auch gewisse Garan­tien für anständiges und loyales Verhalten' der Belgrader Regierung gegenüber den- großserbischen Umtrieben Man wird die Ausstoßung und Bestrafung der kompromittierten Persönlichkeiten verlangen. Mehr vorerst kaum. Sollten aber die serbischen Staatsmänner sich ruhigen Vorstellungen ver schließen, so wird nran weiter gehen. Daran ist nicht zu zweifeln. Es liegt aber im Bereich der vollsten Wahrschein­lichkeit, dast nian in Belgrad schnell genug nachgeben wird. Ter Augenblick»! Mir Serbien so ungünstig wie nur möglich. In dem einen Lager steht ganz Europa mit seiner bis ins tiefste entrüsteten - Weltanschauung von politischer Moral; in dem andern Serbien allein mit der seinigcn. Es ist heute selbst den Panslawisten schwer gemacht worden, sich in einem etwaigen, aus den! blutigen Schlagjwort Serajewo enffprungenen Konflikt hinter das Baltantönigreich zu stellen. Dieses hat zudem eben auch seinen treuesten Freund und Heiser am Zarenhos, den Gesandten v. Harttvig, ver­loren und steht so mit der befleckten Skrupellosigkeit seiner Pläne allein. Freilich, ein Umstand scheint die österreichisch- serbische Angelegenheit zu vernnckeln. ES ist immerhin mög­lich, daß die Wiener Staatsmänner den Augenblick für günstig erachten, auch das drohende Problem der serbisch montenegrinischen Union anzuschneiden. Die Worte Tis- zas von der Notwendigkeit der Klärung des Verhältnisses zu Serbien scheinen darauf hinzudeuten, und hier ist,es, wo rin Strich durch Rußlands längst nicht mehr geheime Zu kunstspläne gemacht werden könnte. Hier wird es auch sür Rußland schwer genug sein, ju schweigen. Damit erst wäre die zweite Phase des Konslikts da, die ininier wicderkchrende - Rußland gegen Oesterreich. Alles wird darauf ankominen ob man in Wien und Budapest nun endlich die ruhige Festig­keit aufbringen wird, die absolut nötig ist.

Au» und (an\

Gießen, 18. Juli 1914.

** TageSkalender für Samstag, den 18., und Sonntaa den 19. Jul,: G e ,v e r be . A u S st e l l n n g: Samstag nachmittag oon 47 Uhr und abends von 8II Uhr-. Tiroler Gesang. und Tanzgruvve. Sonntag nachnnllaq und abends Kontert der Kapelle des 2. Nass. Pionierbataillons.

Freilichtbühne: Samstag abend 6 Uhr:Der Pfarrer von Kirchfeld."

Giebener R » d c rg e l c l l I ch a f t: Ruderregatta Sonntag uachiniliaa 3 Uhr. Vorrenne» : Samstag »achniiltag 4 '/, Uhr und Sonntag vormiltag VI, Uhr.

C e y l o n - AuIst el l u ng im Botanische» Marten. Sonntag geöffnet vorniiitagS oon 812 Uhr und nachmittags von 27 Uhr.

Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.

U » i o » - T h e a i e r: Täglich Vorstellung.

M i 11 e l d e n I s ch e r Sängerverband: Sonntag nach­

mittag von 1 Uhr ab Vcrbandstag in G ro b en -L i n d e n.

" Offene Lehrer st eilen. Erledigt sind: Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Biblis, Kreis Bcnshcim, eine katholische Lehrcrslelle an der Volks- schule z» Bechtolsheim, Kreis Oppenheim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine evangelische Lehrerstelle an der Volksschule zu Eimsheim, Kreis Oppenheim, eine katholische Lchrerinsielle an der VolkSschiiic zu Weisenau, Kreis Mainz. Die Ausschreibung der Lchrerstelle zu Hör gen au, Kreis Lantecbach, ist zurück- genominen.

" Ernennung. Am 1. Juli wurde der bis­herige Oberlokomotivführer Topp von der Biebertalbahn zum I. Werknieisler ernannt. Herr Topp erfreut sich in seinein Berufe hoher Achtung bei seinen Vorgesetzten und bisherigen Kollegen.

" Ernennung. Durch Entschließung deS Großh. Ministeriums der Justiz wurde der Referendar Dr. Waldemar Kissel in Bad-Ranheim ziini GcrichtSasseffor ernannt.

** Entlvurs eines neuen Warenzcichengesetzes. Das Großh. Ministerium des Innern hat der Mainzer Handels­kammer mitgcteilt, von verschiedenen Seiten sei angeregt worden, in dem Entwurf eines Warenzcichengesetzes besondere Bestimmungen zum Schutze der Wapven, Familiennamen. Eigenbildnisse und Fir­men gegen mißbräuchliche Verwendung im Warenzeichen auszu­nehmen, und die Handelskammer um eine Aeußerung zu dement­sprechenden Zusätzen zu § 8 und § 20 des Entwurses ersucht Die Handelskammer hat in ihrer letzten Sitzung die Ausnahme der­artiger Bestimmungen in das Warcnzeichcngesetz bcsürworiet.

** Gewerbe-Aus st ellung. Das oberste Preis­gericht hat seine schwierige Arbeit gestern erledigt. Seine Vorschläge wegen Verleihung der Staatsmcdaillen, der Me­daillen der Provinz und der Stadt sind an die betreffenden Behörden abgegangen; die Veröffentlichung wird nack, Ein­gang unverzüglich erfolgen. Im übrigen ist es den Aus­stellern un-benommen, von heute an schon durch Schildchen in der von der Ausstellungsleitung zugelasscnen besonderen Form kenntlich zu machen, welche Äusstellungsanszeich- nungen ihnen zuerkannt worden sind. Zum Äinder-Korsö sind bis jetzt 28 Kinder angemeldet und weitere Anmel­dungen sind in sichere Aussicht gestellt. Me Anmeldefrist läuft Sonntag, abends 6 Uhr, ab. Es werden eine erheb­liche Anzahl Preise verteilt. Jedes zum Korso gemeldetes Kind erhält außerdem eine kleine Ueberraschung. Eltern mit Kindern, die am Korso teilnehmen, iverden durch das untere Tor am Liebigsmuseum "Einlaß erhalten und zwar von i/ 2 4 Uhr an, jedoch wird dringcno gebeten, daß keine Verspätung cintritt. Tie Ausstellung erfolgt aus dem Platz von Althesscn. An diesem Nachmittage werden vom Ans- stellnngsgclände eine Anzahl Luftballons aufgelassen.

** Ueber den Truppenübungsplatz für das 18. Armeekorps bei Bad Orb werden noch folgende aus amllichen Quellen kommende Nachrichten von Interesse sein; Die Arbeiten ffi'r seine Zweckbestimmung sind im Gange. Während- die Truppen, die zur Hebung ans dem Platze weilen, jetzt noch in den alten Dorfhäusern in Lettgen­brunn und Villbach nntergebracht sind, wird das Lager in großem Umfange auf der Höhe der sogen. Wegscheidc, etwa 4 Kilometer von der Stadt Bad Orb, errichtet, woselbst Klaserncments zur gleichzeitigen Unterbringung von 9000 Mann errichtet werben. Tie Abholzung des umfangreichen Bauplatzes ist bereits erfolgt. Me Kleinbahn Wächiersbach Orb ist durch ein mehrere hundert Meter langes Anschluß- geleisc durch die Haselstraße verlängert. J!m Endpunkt der­selben beginnt die etwa 5 Kilometer lange elektrisch be­triebene Drahtseil-Förderbahn, die dazu bestimmt ist, zu­nächst die Baumaterialien zur.Baustelle des Lagers zu be­fördern. Me Wasserversorgung des Lagers ist bereits fertig- gestellt. Das .Wasser der bei Mernes im Dal liegenden Quellen wird durch eine Motoranlage ans die Höhe des Trupvcnlagers gepumpt. Die Ortschaft Mernosß die die Quellen verkauft hat, ist auf diese Art ebensalls zu einer Wasserleitung gelangt. Der Truppenübungsplatz hat eine Größe von 4770 Hektar.

** Besichtigungsreise. In den Taigen vom 7. bis 12. Juli hat die zweite diesjährige Besichtigungsretse heffen- nassauischer Landwirte nach dem Ansicdlungsgebiet in Posen und Wcstprcnßen stattgeffinden. Es waren hierzu Teilnehmer aus den Kreisen Cassel-Land, Marburg, dem Bezirk Wies­baden, der Provinz Oberhessen u. a. in Cassel einge- trosscn, welche in der Frühe des 7. d. M. unter Führung des Lertraucnsmannes der König!. Ansiedlungskommission die Fahrt nach dem fernen Osten antraten. Die Reiseteil- nehmer äußerten sich sämtlich sehr befriedigt über das An- siedlniigswcrk in dein zukunftsreichen Osten unseres deut­schen Vaterlandes. Besondere Verwunderung rief cs hervor, daß man fast überall in der Provinz Posen schon am 7. Juli mit dem Schnitt des Roggens begonnen hatte. Auch im übrigen waren die Feldfrüchte bedeutend weiter vor als in .Hessen und ergaben einen untrüglichen Beweis von der Fruchtbarkeit des Bodens. Mit Rücksicht darauf, daß eine größere Anzahl Landtvirte unserer Provinz ihre Beteiligung an dieser Reise zugesagt, aber wogen der verspäteten Heu­ernte nicht erscheinen konnten, soll in diesem Jahre noch eine dritte Besichtigungsretse ani 8. September nach dem Ansiedlungsgebiet stattfinden.

" Die Ceylon-Ausstellung wird morgen außer am Vormittag von 8 Uhr an, am Nachmittage von 2 bis abends 7 Uhr geöffnet sein. Die Ausstellung wurde bis beute von rund 6000 Personen besucht. Fast täglich treffen Schulen auS der näheren und weiteren Umgebung Gießens ein.

Vom Bureau des Stadtthea-terS wird uns niitgeteilt. daß der .Jtdele Bauer" am Dienstag nur ein­malig bei kleinen Preisen gegeben wird.

" 4. Verbandssest des Mitteldeutschen Sängerverbandes. Die Vorbereitungen für das morgen in Großen-Linden stattfindende'4. Berbcmds- scst des Mitteldeutschen Sängerverbandes sind beendigt, und die Feststadt ist bereit, ihre Gäste zu euipsamgcn. Der Fest­zug stellt sich um l llhr in her Bahnhofstraße auf und bewegt sich von da aus durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Festplatz an der Turnhalle. Es beteiligen sich außer den gemeldeten 27 Gesangvereinen auch der Rad- falwcrvcrein. die freiwillige Feuerwehr, der Schützen-, Krieger und Turnverein Großen-Linden, sc, daß der Fest- ! zug nicht weniger als 38 Nummern aufweist. Hoffentlich ist »deni Feste auch das rechte Festwetter beschchchyn.

" Fttnlzig Jahre als Lehrer tätig. Wie nur bereis kurz meldeten, leierle Lehrer Strack zu OrleShanfc^ >«>>> 50-jähriqeS Dtenlijndiläinn. Vormittags brachleu ihin tu: Schnl-

Haufe das Großh Kretsamt Büdingen, sowie dir !Irc-i»schul-" lommisffon die Glückwünsche dar, wobei ihin das voni Grotzhertog verliehene SHittcrfrcuj 2. Kl. des Verdienstorden« überreicht wurde. Feriier dankte der Vertreter der Ktrcheiibchörde Inr die der Kirche bewiesenen Dienste als Lektor »iid ReligionSlehrer, di« Lehrer-- vereiiiiglinqen brachten ihm Glückwünsche nebst Gcschenkcii. Die« Schulkinder, soivic der OrtSvorstand der Geiueliide Orleshausen brachten ebensalls Geschenke. Unter den Gratulanten belanden sich; auch alle Bekannte aus GtaShüIte» und Rainrod, auch ein Bild- deS -LchulbnuseS Rainrod, wo Lehrer Strack 1884 als 18-fährigee leine Lehrtätigkeit beqanii, wurde ihm überreicht. Die Feier im Hotel Ster» zu Büdingen hatte eine ansehnliche Schar von Freun­de» um die Familie Strack versaminelt. llnter den Reden sei die des BürgernieisterS Viehl von Rainrod bejoiiderS gcnaiini, itt der dieser die Schnlverhättnisie vor ctiva äO Jahren schilderte. Der Redner selbst war ein Schüler des Jubilars. Lehrer Strack war der erste seminaristisch gebildete Lehrer in der Gemeinde Rainrod. Seine Gattiii wählte sich Lcbrer rckrack ebenialls in Rainrod, sie war eüie seiner ehcinaiigc» Schülerinnen. Heute um- ringt das Ehepaar eine ansehnliche Zahl von Söhnen »iid Töch­tern, sowie Schwicgerlöhnen und Enkeln. Der Jubilar aber ist lisch ein rüstiger Man», sein LebenSabeiid ist rein vom Glück beschieltem

" T i eiist j n b i l äu »>. Heute steht das Dienstiiiädchei, Martha Wo lisch läger sünsnndzwanzig Jahre in Ttensle» bei Herrn Rroseffor Gisevins. Das ihr znkoinnicndc Goldene Kreuz sür I. nnmdzivanzigiährige Dienstzeit Ivurde ihr trotz eiiriger Bemü- huiigci, ihrer Herrschait nicht ziierkannt, weil Herr Proseffor Gisevins erst elf Jahre in Gießen a ns äs s i g ist !

"Ausbau deS SelterSivegeS. Mit einem Zu­schuß der Stadt soll jetzt das Erdgeschoß des Geschäftshauses Adolf Welz zurückgesetzt werden, so daß die Straßcnflucht des SelterSweges zwischen dem Neubau Wirsig und der Ecke der KaplanSgaffe fortan in gerader Linie laufen kann.

** Frankfurter Würstchen in Amerika. In der Streitfrage über die BezeichnungFranffurter Würstchen"', die in Neu-Isenburg und Sprendlingen größtenteils hergcftcllt und nach den Bereinigten Staaten abgesetzt wcrden, hat die Offcnbacher Handelskamnier erwirkt, daß die BezeichnungFrankfurter Würst­chen" für die in Neu-Isenburg hergcstellten Würstchen nicht mehr beanstandet wird. Bisher wurden diesen Würslcktcn insofern Schwie­rigkeiten in den Vereinigten Staaten bereitet, als aufgrund einer Erllärung des Bureau of chcmistrh des Ackerbaudepariements der Vereinigten Staaten von Nordamerika dieFranffurter Würstchen" als mit falscher Bezeichnung versehen im cpiime des Artikels 8 des amerikanischen Nahrungsmittelgesetzes erachtet und danach zur Einfuhr nur dann zugelassen wurden, wenn die WorteFranffort sausages" (Frankfurter Würstchen) aus den Etiketten der die Würst­chen enthaltenden Blechdosen inFranffort style sausages" (nach Franffurter Art) abgeändert waren.

" Die Maul- und K l a »e n s c u ch e ist auSgcbrochen aus dem Schlachtoiehhof z» München.

** Aus der guten alten Zeit. Ueber ein alt-hcssen- nassauisches Schulidnll berichtet die Wiesbadener Zeitung: Bis znm Erlaß derAllgemeinen Schulordnung für die Volksschulen im Herzogtum Nassau" im Jahre 1817 herrschten im Nassauer Land» chen ans dem Gebiete des Schulwesens nock, mancherlei idyllische Zustände. So kam es z. B. häufig vor, daß die Lehrer, wenn es ihnen beliebte, aut ein paar Tage oder Wochen den Schuluntcr- richi aussallcn ließen und anderwärts die selbstgcschasscncn Ferien in Ruhe und Behaglichkeit genossen. Mehrere solcher Fälle lourden jedoch dem Herzoglich Nassauischen Konsistorium zu Wiesbaden hinterbracht, und dieses erließ daraus am 4. Juli 18l0 folgende Verordnung:Nachdem die Anzeige geschehen, daß die protestanff- schen Geistlichen und Schullehrer in den hiesigen Herzoglichen Lan­den viele Tage, ja Wochen lang ihre Wohnorte ohne vorherige An­zeige und cingeholtc Erlaubnis verlassen, sogar die Schullehrer sich beygehen ließen, nach eigenem Gutdünken Ferien zu machen, solches aber schlechterdings nicht gestattet werden kann; als wird hiermit von Consislorii wegen die dicserhalben bestandene Perordniiiig da­hin erneuert, daß kein Geistlicher ohne geschehene Anzeige bey sei­nen! Ephorns (Superintendent) über zwey Tage, und kein Schul­lehrer ohne Anzeige bey seinem Pfarrer, über Nacht von seinem Wohnort sich entfernen solle. Zugleich wcrden alle Geistliche hier­durch nochmals angewiesen, wenigstens die Woche zwcymahl die ihnen zur Aussicht anvertrauten Schulen zu besuchen, lind den Leh­rern und Kindern die nöthige Zurechtweisung nach Pflichten zu erthcilen. Schließlich wird allen Schullehrern ernstlich anbetohlen, den Kindern keine weiteren Ferien, außer denen, die in der Schul­ordnung bestimmt sind, besonders vor und nach den hohen Festen zu gestatten, zugleich denen Evhoris und Ortsgeistlichcn aufgegeben, aus die strenglichc Befolgimg dieser Verordnung ein genaues Augen­merk zu schlagen."

** Giiierrechtsrcgister. Steinmetz Eugen Rudolf Frischauf und seine Ehefrau Alma Emilie Markha gcb. Binder­nagel zu Friedberg haben unter Aushebung ihres bisherigen Güierstandcs vollständige Gütertrennung unter Ausschluß der Ver­waltung und Nutznießung des Mannes am Frauenvcrmögen ver­einbart. i i

" Konkurse itt Hessen. In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Landwirts Ferdinand Fritz von Obborn­hofen ist der Schlußtermin auf Montag, den 10. August 1914, vormittags 10 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Hungen bestimmt

worden. In dem Konkurs über das Verinögcn des Gutspäch- lers Heinrich Hahn zu H o s - A l l e n r o d ist Termin zur Gläu- bigervcrsammlung aus Donnerstag, den 6. August 1914, vormit­tags ll Uhr, bestunmi worden. Ueber den Nachlaß des Heinrich Simon II., Sieinhauer in Flonheim, ist am 14. Juli 1914, vorniitiags 8 Uhr, das Konkursversahrcn eröffnet. Der Notariats- gchilse Wilhelm Groß in Alzey ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssordcrungen sind bis zum 30. Juli 1914 bei dem Gerichte anzumelden. Aus Mittwoch, den 5. August 1914, vormittags II Uhr, ist vor dem Amtsgericht Alzey Termin anbcraumt. Ueber das Vermögen des Schneidermeisters Timon Schuh­macher in Worms ist am 13. Juli 1914, nachmittags 4 Uhr, das Konkursveriähren eröffnet. Rechlsann>all Looss in Worms wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungcn sind bis zum 15. August 1914 bei dem Gerichte anzumclden. Termin ist auf den 5. August 1914, vormittags 11 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeicn Forderungen aus Mittwoch, den 26. August 1914, vormittags 11 Uhr, vor dem Amtsgericht Worms, Saal Nr. 16, anberaumt. Der Zusammenbruch des Bankhauses Plaut, Heß u. Co. hatte auch den Privatkonkurs des Bankiers Heß zur Folge. Aus dieser Konkursmasse wurden jetzt 0,983 Prozent sür die Gläubiger ausgeschüttet. In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Tonwcrk Pfaffen »Becrsurth, Ge­sellschaft mit beschränkter Haktpslicht in Pfafscn-Beersurth i. O., ist Termin zur Abnahme der Schlußrechnung und zur Anhörung der Gläubigerversammlung über Einstellung des Verfahrens, da eine den Kosten des Verfahrens cntsorechende Masse nicht vorhanden ist, auf Samstag, den 8. August 1914, vormittags 10". Uhr, vor dem Amtsgericht in Reichelsheim im Odenw. besffmmt. In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Ludwig G r ä c m_« n n, Gastwirt in Osfenbach a. M., ist zur Abnahme der Schluß­rechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen der Schlußtermin aus Donnerstag, den 6. August 1914. vormittags 10 llhr, Saal 12, vor dem Amtsgericht Ossenbach bestimmt.

Landkreis Gießen.

4 Lich, 18. Juli. Im Zuscrmmeirhcnrg mit der Feld- berernigung werden gegenwärtig hier mehrere B rücken» bauten ansgeführi Kir die geplante Rin gstraß-e, die die Alfftadt direkt mit dem neuen Stadtteil an der Bahn verbinden wird, sind allein ztvei große Brücken nötig, eine über die Wetter und eine über denWeidgraben". Tic Ge­sellschaft sür Beton- und Eisenbetonbau ,n. b. H., Gieren hat mit der neuen Wetterbrücke bereits angejangen.