Nr. <65
Zweites Blatt
<64. Jahrgang
Sfefsfjctnl täglich mit Ausnahme des SoimtagS.
„Malier ZamiliendläNer" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegl, das „Kreisfclatt (flt den Kreis Sietzen" zweimal
wöchentlich. Tie ..laiibrvirtschaftlichev Zeit- tragen" crtcheinen monatlich zweimal.
Gkhskek Anzch
Serreral-Anzeiger für Gberhefjen
iSrcitog, >>.M >9,-,
Rotationsdnlck und Verlag der BrühPschen UnwersitätS - Buch- und Steiudruckerel. R. Lange, ließen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^^ol. RedaktLon:^4K 112. Tel.-2ldr^ AnzeigerGießem
wa; produziert eine rrohl-nzeche?
Tic Frage erscheint etwa; naiv, denn was soll eine Kohlen- zeche anders produzieren als Steinkohlen. Und doch gehören die Zeiten längst der Vergangenheit an. wo eine Zcrl>e nur Stein kohlen erzeugt hat. Fn der Wirlschaitsweise der modernen Stein kohlenzechen dient die unterirdisch geivonnene Kohle eigentlich nur noch als Mittel Lum Zweck der Weiterverarbeitung. Bon den Kohlen selbst können die Zechen heute nicht mehr bestehen, weil zu wenig an ihrem Verkauf verdient wird: die Geminnungz und Fördcilonen sind zu hohe. Absolut ist der Preis der Kohlen gegen frühere Fohre sa erheblich gestiegen. Tenn tväbrend beisoieloioeisc Mute der 1850er Fahre die Tonne Kohlen im Durchschnitt noch Mk. 6,12 kostete, in den 1880er Jahren sich sogar nur auf durchschnittiich Mk. 4.88 stellte, kostet sic heute im Durchschnitt Mar! 10.96. Das ist rin ganz gewaltiger Preisunterschied. Wenn
trotzdem die Zeckten weniger daran verdienen, so liegt das in der Hauptsache an der Entwickelung der Lohn - und Arbeiterverhältnisse und dann an ihrer starken Belastung durch Ausgaben steuerlicher und sozialer Art, die ja anerkanntermasten aufterordentlich hoch sind. Tie Zechen, die an der Tonne Kohlen heute noch eine Mark und mehr verdienen, sind an den Fingen, der Land herzuzählen. Die meisten verdienen 50 Pfennig aus die Tonne und noch weniger, eine große Zahl geht überhaupt leer aus und verdient wegen ungünstiger unteriichischer Verhältnisse gar nichts mehr an der reinen Kohle.
Deshalb sucht man die gewonnene Kohle möglichst writcr zu verarbeiten und in möglichst andere Erzeugnisse umzmoandeln. Und da Fpiclen heute neben der Erzeugung von Gas und elc- trischcr Kraft die chcmiick'eu Produkte die Hauptrolle, die <rus der Kokserzeugung als sogenannte Nebenprodukte gewonnen werden. Es ist bckamrt, das; bei einem groben Teü der IZecknm die Gewinne aus diesen Nebenprodukten mehr als die Hälfte des Gesamt Überschusses darstcllen. Tic Zeiten werden auch nicht mehr allzutcrn sein, m» jede Zeche ihre chemische Fabrik unterhält, um ihre Nebenprodukte wiederum zu chemischen Prä- paraten selbst zu verarbeiten. Heute sind die chemischen Fabriken am Rhein und am Main die Hauptabnehmer der Zechen für diese Nebenprodukte.
Wie vielgestaltig diese aus der Koksprodnktion gewonnenen Nebenprodukte sind, ergibt sich aus folgender Aufzählung: Schwele l s a u r e s Ammoniak, Teer, Tecrvech, Benzol sind >)ie Haupt-Nebenerzeugnisse. Ferner wird an Destillaten gewonnen: Amm-.miakn>asser, Salmiik, Ammonsalpeter, Schweröl, Leichtöl, Waschöl, Anilnarenöl, Kreosotöl, Rohnaphtalin, Reinnavhtalin, Anthraeen, Rohbenzol. Reinbenzol, 90er gereinigtes dandclsbebzol, 80er und 50er grr. Handelsbenzol, Rohtoluol, Reintoluol, gereinigtes Tvluol, Rohxylol, Reinrnlol, ger. Tnlvl, Rohsolvcntnaphta, ger. Solventnophia, Navhtalinscküamm, Cumaronharz, Vorlauf, Treiböl, Schmieröl, Ziegelpreßöl.
Welchen Umfang die P r o d u k t i o n in diesen Nebenprodukten im letzten Jahrzehnt angenommen hat, geht aus der Tatsache hervor, dost von den Zeck-cn des OberbergaiutsbezirkS Dortmund
(Ruhrzechen) gewonnen wurden:
1908
1913 Steigerung
t
t in 0 /,
an sckwefels. Ammoniak . .
. 54 000
327 000 605
„ Teer ........
685 000 515
„ Teervech.......
135 000 710
„ Teerdestillaten.....
. 11 395
92 290 810
» Benzolerzengnisien . . . Dem Werte nach stieg die
. 11113
134 562 1110
Erzeugung bei den Zeckten des
Lbcrbergamtsbczirks Dortmund (Ruhrzechcn)
190.9 1913
in schmeiels. Ammoniak 12 528 000 Mk. 8 s 875 500 Mk.
. Teer ...... ' 3 258 500 „ 15 778 000 .
. Benzol ..... 2 333 730 . 27 215 088 .
Es ergibt sich aus diesen Zahlen, hast die Ncbenvrodukte Nicht nur der Menge, sondern auch dem Werte nach erheblich gestiegen und das: ihnen eine starke steigende Bedutung im Bergbau tzukonimt. Es sind unter Berücksichtigung der hier nicht ihrem Werte nach ausgesührtcn Tccrdcstillatc etwa 250 Millionen Mark, die die Zechen aus den Nebetiprodukten cinnehmcn.
Vergleicht man damit tiun die eigentlichen Zechenerzeugnisse Kohlen, Koks und Briketts, so ergibt sich der Menge nach folgende Entwickelung:
1903 1913
Kohlenlördcrung 64 899 594 1I0 8II590
Kokserzeugung 10 153 497 24 183 122
BrikcllherslelliNtg 1 827 1M5 4 954 329
und dem Werte nach ergab 1903 1913
Will. Mk, Mill, Mk. die Koblentördernng ca. 520 1155
. Kokser,zciiguiig ca. 152 363
, Brikettherstelliing ca. 22,8 81,9
Zweifellos weisen auch die eigentlichen Fördcrprodukte erbeblicke Steigerungen auf. wenn sie auch prozentual ganz erheblich hinter der Vermehrung der Nebenprodukte zurückblriben. Denn die Kohlenförderung weist in den letzten 10 Jahren eine Steigerung von rund 70 Proz., die Kokscrzcugung von rund 133 Proz. und die Brikettherstelliing von rund 170 Proz. auf. Die W e r t st ei g e r u n g hat sich, wie eingangs schon hervor» gehobcn, bei Kohlen in den letzten 10 Fahren um 27. Mk. auf die Tonne durchschnittlich gelwben. Diese 2,50 Mk. werden aber durch die Steigerung der Selbstkosten und die stärkere Belastung der Zcck-en mit Steuern, Arbciterversichcrungs-Abgaben mehr als ausgezchrt. Be, Koks ist unter dem stockenden Absatz der Wert aus die Tonne nicht gestiegen, sondern eher zunlckgcgangen: er ist bei obiger Werlbercchnung mit 15 Mk. die Tonne angenommen. 2luch die Brikettpresse weisen gegen frühere Jahre keine wesentlichen Unterschiede aus; sie sind mit durchschnittlich 12,50 Mk. die Tonne angenommen.
j Aber mit den bisher ausgesührtcn Erzeugnissen ist die Pro- — dukriimslistc der Zechen noch nicht erschöpft, sondern es sind in den letzten fünf Jalwcn noch zwei Produkte hinzugetreten, die nach eine große Zukunst bezüglich ihrer Entwickelung zu l>aben scheinen, es sinh Gas und Elektrizität.
Die Gewinnung von Leuchtgas aus Koksöfen hat ent in Verbindung mit der fortschreitenden Entwickelung der Gassern- versorgimg stärkeres Interesse sür die Zechen gewonnen. Im Fahre 1903 betnig die Leuchtgasgewinnung bei den Zechen des Lber- bcrgamtsbezirks Tonminid 1,3 MiUionni Kubikmeter, im Jahre 1908 Nivr sic bereits aus 12.2 Millionen gestiegen und sic betrug im letzten Jahre 138 Millionen Kubikmeter. Davon erzeugten die THNssenschen Zechen allein 35 > - Millionen und die Stinnes- zechen 18 Millionen Kubikmeter. An der Erzeugimg elektrischer Kran sind die Zechen mit ihren Koksöfen nicht ausschließlich
> beteiligt, sondern hier dienen auch die Hochofen-Abgase als Krast- gnellc. Auf den Zechen und Hütten im Ruhrrevier wurden im
l Jahre 1909 566,1 Millionen Kilowaltstunden und im Jahre 1913
> 1502,2 Millionen Kilowattstunden erzeugt, also auch hier eine starke l Steigerung Bemerkenswert ist, hast die elektrische Kraft bisher l aus den Hütten und Zechen meistens selbst verbraucht wird. Es
wird nur etwa ein Drittel der Gesamtcrzcugung an Dritte abgegeben.
Das Fazit dieser Erzeugungsziffern in Geldwert ausgedrückt ergibt, daß die Zechen des Ruhrreviers aus ihrer Gcsamterzeu- gung an Kohlen. Koks mrd Briketts rund 1600 Millionen
Mark einnehmen, aber »II höchlten Falle daran 160 Millionen ver: lenen, dast der Wert ihrer gesamten Nebenerzcugnng dagegen etwa 700 Millionen Mark ausmacku, dast der Rcinvcrdienft turair aber jene 160 Millionen weit übersteigen dürfte.
5tichwahl in Labian-Wchlaii.
Labiau, 16. Juli. Bei der heutigen Reichstagsersatz- wahl für den verstorbenen Abgeordneten v. Massow erhielten: Amtsrat Schrowc (Kons.) 7504 Stimme», Bürgermeister Wagner (Forlschr. Bpt.) 6123 Stimmen und Linde (Soz.) 2192 Slimmeii. Es findet Stichwahl zwischen Schrowc und Wagner statt. Ein Bezirk steht noch aus.
Bei der Hauplwahl 1912 erhielt der Konservative v. Massow 8356 Stimmen, der Freisinnige 5850 und der Sozialdemokrat 2961 Stimmen. In der Stichwahl wurde dann v. Massow mit 9104 gegen 8694 Stimmen gewählt.
Au» StaSt «uv CassO,
Giessen, 17. Juli 1914.
•’ Der Grobh. Hessische Gesandte und Bundes- ratsbevollniächtigte Freiherr von Biegelebcn, Exzellenz, und sein Sekretär werden int Laufe der Woche Berlin mit Urlaub vcrlasten. Die Geschäfte der Gesandt, schast werden in dieser Zeit von der Königlich Baiicrischcn Gesandtschaft in Berlin geführt.
** Akademische Wahlen. Gestern fanden die Wahlen der Fakullätsvertrelcr zum Geiamtausschust der Gießener Studentenschaft statt. Der grostc Teil der Nickft- intorporierten wählt zum ersten Male auf Grund der neuen Satzungen, die durch eine leider sehr verzwickte Art von Proportionalwahlrccht und Listenwahl den paritätischen Ehorakter des Ausschusses garantieren sollen. Eine sehr eifrige Wühlarbeit tvar voraufgegangen. Als Wahlparole war ausgegebrn: Für soziale Tätigkeit, gegen den Fn- difserentismns des bisherigen Ausschusses. Da vorauszusehen tvar, daß eine einzige Stimme unter Umständen die Entscheidung bringen konnte, tvar nichts unversucht geblieben, die Lauen und Säumigen znm Abstiinmcn zu bringen. Wahlausrufe und Flugblätter hatten eine intensive Wahlpropaganda Betrieben. In der Tat zeigte das Ergebnis die Berechtigung der Befürchtung, cs werde nicht gelingen, die allgemeine Vcrstündnisloftg'Ieit völlig zu überwinden. So z. B. hätte eine einzige Stimme mehr der thcologisckicn Fakultät einen weiteren Vertreter gebracht. Ebenso fehlten der vereinigten medizinischen noch 5, der philosophischen noch 3 Stimmen, und jede dieser beiden Fakultäten hätte einen Vertreter mehr erhalten. Es ist ja auch die allgemeine Klage der politischen Parteien, daß z. B. bei Gcmcindclvahlen ein günstiges Resultat bei der Proportionalwahl durch das Fehlen einer winzigen Zahl von Stimmen verhindert wird. Ter Gesamtausschust der Gießener Studentenschaft, der ihre Interessen im Winter- Semester 1914/15 zu vertreten hat, setzt sich nun zusammen ans 18 Vertretern der Korporationen und 9 Vertretern der Ntchlinkorporierten. Gewählt wurden von diesen gestern: Theologische: Erckmann, Friedrich, 18 Stimmen. Vereinigte medizinische: Kr e Hahn, Paul, mcd. vct., 36 Stimmen; Wunderlich, Arthur, 34 Stimmen. Juristische: I t t m a n n, Wilhelm, 22 Stimmen; D i e - t e r i ch, Hans, 18 Stimmen. Phi I o s o p h i s ch e: Schn e i- d er, Karl, 77 Stimmen: Geck, Brandel, 77 Stimmen: Schmidt, Martin, 75 Stimmen; Römer, Richard, 73 Stimmen. Die Nichtinkorporierten gewinnen also 4 Sitze.
"Unfall beim Mähen. In Sich cn Hausen vcrun- »nglückte ein Mädchen dadurch, dass cs sich beim Wetzen der Sense die Sehne des rechten Taumes durchschnitt. Sic wurde in die Gießener Klinik gebracht.
" Die Preise sür die Ruderregatta der Gießener Rndergesellschaft sind im Schansenster de? Möbelhauses Oßmann am Seltersweg ausgestellt worden.
" G i e st e n e r b e i in K r i e,g e r s e st in D a r m st a b t. 31» dem Kricgeriest, daS nm Sonntag i» Darmstadtstattftndet l40jnhriges Jubiläum der beide» ällesten Kriegervereine, Standartenweihe des Kavallerievereins»Flaggemveihe des Marinevereins usiv. usw.), beteiligen sich auch drei Gießener Mrlit. Vereine und zwar der Krieger», Kavallerie- mrd M a r i n c - V e r e i n. Ter F e stz» g wird an Gröste nsiv. einer der bedeutendsten werden, den Tarmstadt je gesehen hat. Es iverde» über 100 Vereine und mehrere historilche Gruppen IN, Festzug vertrete» lern. Den Porbeimarfch nimmt der Giobherzog ab, der aurb dem Feste selbst beiwohnen wird. Das Fest und das Fesliviel wird im Orangeriegarten, der hierzu zur Versügrmg gestellt wurde, abgehalten.
** Das Groß herzoglich Hessische Regierungsblatt Nr. 17 vom 15. Juli hat folgenden Inhalt: 1. Gesetz, die Tagegelder und die Reisekosten der Ständemitglicder betreffend. — 2. Bekanntmachung, die Wahl der Versicherungsvertreter als Beisitzer der Versicherungsämter betressend. »
Landkreis Gießen.
-L Lich, 16. Juli. Beim gestrigen schweren Gewitter schlug der Blitz in das vor der Stadt an der Butzbacher Straße alleinstehende Haus des Fritz Lcdermann ein. Wenn er auch nicht zündete, richtete er doch einigen Schaden an Wänden und Türen des Hauses an, die gerissen und durchlöchert sind.
Kreis Büdingen.
7,. Berstadt, 16. Juli. Bei der B iirgerm eister- wahl wurde unser bisheriger Bürgermeister Wolf zum vierten Male wiedergewählt.
Kreis Lautcrbach.
h. Freiensteinau, 16. Juli. Nach amtlichen Mitteilungen liegt für den Bau einer Kleinbahn von Freiensteinau nach Salmünster bereits ein Projekt vor, das demnächst dem Ministerium vorgelegt werden soll.
Kreis Friedberg.
Q Friedberg, 14. Juli. Im Winterslerngebret fällt die Heidelbeercrnte dieses Jahr nur spärlich aus. Durch die Mailröft« sind die meisten Blüten, die vorzüglich angesetzt hatten, vernichtet worden. De» armen Beerensammlern ist die 'Mißernte recht unwillkommen.
§ Steinfurth, 14. Juli. In unserer Gemarkung steht jetzt die erste Flur der Rosen in voller Blüte. Die Rosen- ieldcr gewähren jetzt einen präckstigen Anblick. Der Versand ist im Gange, jedoch ist man mit dem Absatz nicht sehr zufrieden. Die meisten der hier gezüchteten Rosen gehen aus den Berliner Markt.
Hessen-Nassau.
sj Marburg, 16. Juli. I» Anwesenheit von Vertretern der evangelischen und tatholis hcn Geistlichkeit, der ilaatlichen, städtischen und Nnivcrsität» bchürden fand heute nachmittag die feierliche Grund st einl eg» ng zu dem am Ortenbcrg in iininiitclbarcr Nähe des Bahnhofs zu errichtenden K rüppc l he i m 8 statt. Ein Kindcrchor des ElisabethhauicS leitete die Feier ein. Es folgten Ansprachen von, Konsistorialpräsidenten Freihcrrn Schenk zu SchwcinS- berg-Kasiel. des Metropolitans und Pfarrers a. D. Manger. Marburg und des Pfarrers a. D. Sardemann» Kastel. Tie Anregung zu dem schon lange vrojektierten Baue eines Krüppelheims hat bekanntlich das hessische Diakomsscn- hans in Kastcl gegeben, das auch die ersten 100 000 Mk. zu den Baukosten zur Versügung stellt.
h. Frankfurt a. M., 16. Juli. Im Konferenzsaal des Hauptbahnhoss nahni heute eine aus mehrere Tage berechnete Tariskonferenz sür das Eisenbahnwesen ihren Anfang. An den Bcrhandlungc» nehmen Vertreter der preußisch-hesstschcn und aller süddeutschen Bahnen teil.
X Hanau, 15. Juli. Wie bekannt, besteht die Absicht, den bei Durchführung der Kanalisierung stark z» staunenden M a i n zur Erze ng u ng von elektrischer Energie zu benutzen, und in Verbindung mit der Eddcrtalsperrc einen großen Bezirk mit ihr vorteilhaft zu versorgen. Ins Auge gesagt ist als VersorgungSbczirk der südliche Teil Kurhessens, von Hanau lns Hünseld. Nachdem am 25. April d. I. in Hanau eine Konferenz von Vertretern der beteiligten Kreise und Städte sowie der Wescr-nnd Piainstrombanvcrivaltnng stattgcslindcn hat zur Besprechung de? vorliegenden Projektes, sind in der Zwischenzeit iveitere Verhandlungen gepflogen ivordcn, auch ist ein VeclragSentwurs zur Ausarbeitung gekommen, mit dem sich die beteiligten Stadt-»nd Landkreise demnächst zu belassen haben werden.
? V o m T a >, u u s, 14. Juli. Die gewaltigeu Holzvorräte, die der Eturniwlnd vom 1. Juni 1913 im HochtannnS niederleqte, Iverden augenblicklich durch eine bolzhandlung aus dem Elsaß in Köhlereien zu Holzkohlen verarbeitet. Der eigenartige, icit zivei- bnndert Fahren INI Taunus nicht mehr ausqeübtc Betrieb lockt täqlich viele Neugierige an. Gegenwärtig arbeiten die Köhler zunächst i» der Schloßborner Eemorknng.
-j- Eschwege a. d. Werra, 16. Juli. Zum Kreis- schulinspektor im Hauptamte für den Bezirk Eschivegc würbe der Krcisichulinspektor Schräder aus Hohenstein (Ostpr.) vom I. Oktober d. Js. ab ernannt.
Gerichtssaal.
— Gießen, 14. Jul,. (S ch ö f f e n q e r i ch tl) - Um sich einen Hasenstc» ll zu bauen, entwendeten die beiden Jugendlichen Robert K. und .^arl D. von Heuchelheim an dem Gartenzaun des z. Zt leerstehenden Gasthoses »Windhos' bei Giehen ein gröberes Stück Drahtgeflecht. Sie erhielten beide die Strafe des gerichtlichen Verweises. - Nt i t e i n e nr O ch s e n zi e m e r schlug der Fuhrmann Georg R. von hier bei einem Wirtshausdisvut einem Pgstboten derart ans den Kopi, dah eine klaffende Wunde entstand. Ter Streit war >vegen ,/1'titünaens" eines Liedes durch den nicht zur Tischgesellschaft gehörenden R. enttanden. lLr erhielt wege „Körperverletzung eine Geldstraie von 20 Mark.—Der öfters vorbe st raste Arbeiter Philipp Sch. von hier stand wieder einmal vor den Schöffen, weil er einen anderen Arbeiter mit einem Scheitholz ans den Kops geschlagen und mit den Fäusten dessen Gesicht verarbeuet hatte. Er mutz 2 Wochen i n s 6^e- s ä n g n i s. — 10 Mark G e l d st r a f e wegen Körperverletzung erhielt der Schlosser Heinrich Kl. von Hier. Bereits auf der Arbeitsstelle war er nrit einem Arbeitskameraden in Streit geraten. der sich ans der Bahnhoh'trahe in Giegen sortsetzte und am Volksbad damit endigle, daß K. seinen Gegner mit einem Gnmmi- ichlauch gehörig verschlug. — Wegen Diebstahls ireigesproch e n wurde der Schnhumcher Heinrich Schr. von Frankfurt a. Dt. Er hatte sich das Fahrrad seines Schwagers ohne dessen Wissen und Erlaubnis angeeignel und mar, trotzdein seine Schweiler — die Frau des Bestohlenen — der Entfernung des R'ades widersprach, nach Frankfurt a. Dt. gefahren. Erst am übernächsten Tage brachte er das Fahrrad wieder in die Behausung seines Schwagers zurück, doch halte dieser nnttlerweile bereits Anzeige erhoben. Das Gericht konnte in der Handlungsweise des Angeklagten einen Diebstahl nicht erblicken und sprach ihn frei.
• Bl > tzlchäden. Ans Oedhei in lWltbg.l, 18. Juli, wird gemeldet. Bei dem gestern nachmittag niedergegangenen, lchweren Gewitter wurde die 40 Jahre alte Eheirau Franz Decker, die unter einem Weidenbanm Schm; gesucht hatte, vanr Blitz getötet. Ferner wurde die Ehclrau des Uhrmachers Alvslhas vom Blitz getrosten und schwer verletzt. Ter Brielträger Blollhai, der ebenlglls unter de», Baume Schutz gesucht batte, kam mit dem Schrecke» davon. — In Mirkl, ailsen sKreis Wtttgensleiti) ist ein Süleinnge vom Blitz getötet worden. — In der Eitel gingen gestern sehr schwere Gewitter nieder. Zwei Männer und ein inngcs Mädchen wurde» vom Blitz erschlage».
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