Nr. *62
Zweites Blatt
*64. Jahrgang
Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntag?.
Tie „«it&cntr Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wochcnttich bcigelcgt, das „«reikdlatt für den Kreis Siegen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschasttichen z«it-
srogen" erscheinen monatlich zweimal.
«chener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
Dienstag. *4.)utt *9*4
Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen UniversilätS - Brich- und Sleindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e=3^51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Befürchtungen der österreichischen Kolonie in Belgrad.
Belgrad, 13. Juli. Nachdem bcr ästerreichisch-unqa- rt|tficn Gesandtschaft zuverlässige Nachrichten luaeaaiiqcn waren, daß eine ernste, über den Rahmen einer Demonsrra- tion hinausgchende Aktion gegen die Gesandtsck>ait geplant sei, wurden gestern abend aus Intervention des dlcsandte» Jrhr. v. Gicsl von der serbischen Polizei außerordentliche SichcrheitSmn,:nahnicn beim Gesandtichaftsgebäudc ge- trosfcn. Bis 12'-> Uhr nachts ereignete sich kein Zwischensall.
Belgrad, 13. >zuli. Unter den Biilgliedern der ösrer- rcichisch-ungarisck)eii Kolonie verbreitete sich gestern da.- Gerücht, daß gegen die in Belgrad lebenden Oesterreicher und Ungarn von serbischer Seite ein Attentat geplant sei. Infolgedessen sandten viele Ocsterreiä)er und Ungarn ihre Familien nach Semlin, um sie dort übernachten zu lassen. Un gefähr 40 Frauen und Kinder suchten in der hiesigen öfter reichisch-ungarischeit Gesandtschaft und im Konsulat Zuflucht und verbrachten dort die Nacht. Die ganze Nacht verlies in- dessen vollständig ruhig. Kein österreichisch-ungarischer Un tcrtan tvurdc bedroht oder belästigt. Es kam auch zu keinen Ansammlungen in der Nähe der Gesandtsclxift. 'Nach An- sicht der Belgrader Stadtpräsektnr dürfte cs sich infolge der erregten Aeußcrungcn der serbischen Presse um eine blinde Panik unter einem Teile der österreichisch-ungarischen Kolonie handeln.
Deutsche» Ncich.
Der Kaiser unternahm nach einer Meldung aus Bake st r and einen fast ziveistündigen Landausflug. Mittags fand ein kriegsgeschichtlicher Portrag des (Kencrals Freihcrrn vyn Frevtag statt, Nachmittags bearbeitete der Kaiser die von dem Kurier gebrachten Eingänge. Tas Wetter ist andauernd schon.
DcrdeutscheGe sandtetn China v. Haxthausen ist <rm Montag in Berlin gestorben.
2lu»la„v.
Der französische Heeresersatz. Nach einer offiziösen Meldung hat die diesjährige Gestellung, die durchtveg zwanzigjährige Leute umfasste, trotz strenger Auswahl ein Kontingent von 201370 Rekruten für den Waffendienst und 1118!)' Rekruten für den Hilfsdienst ergiwcn. —i Das „Echo de Paris" behauptet, daß die Ge- sanitzahl der Gestellungsflüchtlinge und Deserteure an 80 000 betrage. — Diese ungeheure Ziffer sei nur damit zu erklären, daß die Nachforschungen und Verfolgungen in sehr laxer Werse vorgenommen würden.
Ein Ratgeber des Zaren ermordet. Dem „Ptit Parisien" wird aus Petersburg gemeldet, daß der am Zarcnhofe überaus einflußreiche Mvstikcr R a S- putin in Pokrowsk (Sibirien) von einer Frau, einer An- hängcrin des bekannten Mönches Jliodvr, ermordet worden sei. Die Frau erklärte, sie habe Rasputin getötet, Iveil er ein falscher Prophet sei und den Zaren betrüge.
Russisch« Anarchisten. In Stahns bei Paris wurden zivei Russen namens Maharasch n»i li und Wurenski verhaftet, die geständig sind, mit den kürzlich in Beaumont festgenommenen Ruffen Kiritschek und Androjanowski in Verbindung zu stehen. Bei Maharaschwili wurden 6000 Rubel in Gold sowie mehrere Revolver geftinden. Er soll gestanden haben, daß das Geld aus einem von ihm und seinem Genossen in Rußland verübten Raube hcrrührc. Am Bahnhöfe des Pariser Vororts Asniöres wurden zwei Bomben gefunden, die vollständig den bei Kiriffchek gefundenen und beschlagnahmten gleichen.
Die b u l g a r i s ch - r it m ä n i s ch e n Z lv i s ch e n - fälle. Aus Sofia, 13. Juli, meldet die Agcnce Bulgare: Der neue Zwischenfall an der bulgarisch-rumänischen Grciize hat sich folgendermaßen zugetragen: Vorgestern begaben sich drei bulgarische Soldaten in die Ortschaft Kujundschuk auf rumänischem Gebiet, um dort einer Hochzeit beizutvohncn. Sie erblickten alsbald die Braut, die vor acht rumänischen Soldaten und vier rumänischen Gendarmen, die sie verfolgten, flüchtete. Die Soldaten nahmen die junge Frau in Schutz. Es entwickelte sich eine lebhafte Auseinandersetzung, worauf schließlich die Rumänen einen Bulgaren angrisfcn und ihn grausam mißhandelten. Die zwei anderen Bulgaren flüchteten, Hollen ihre Gewehre und kehrten dann zurück, um ihren Kaineraden zu befteien. Im Laufe des sich nun entwickelnden Gewehrfeuers ivurden zwei Rumänen verletzt. Rumänische und bulgarische Osfczicre haben sich sofort an Ort und Stelle begeben.
Kundgebungen für Waltz. Aus Gerard- m er, 13. Juli, wird gemeldet: Wie berichtet wird, ist der Karikaturist Waltz hier cingetroffcn, nachdem er auf dem Schluchtpasse nahe an .der deutschen Grenze eine Zusammenkunft mit seinem Vater und seinen Brüdern gehabt hatte. Waltz erklärte einem Berichterstatter, er habe alle seine körperliche und geistige fbrast zusammen- genommen, um vor deni Reichsgericht zu erscheinen. Er habe gehofft, gerechte Richter zu finden, aber jetzt sei er niit seiner idraft zu Ende und er fühle sich nicht imstande, eine lange Haft in Preußen zu ertragen. Er habe aus Leipzig das Gefühl unsäglicher Entrüstung und ungeheurer Traurigkeit mitgenommcu, er sei erschüttert bei dem Gedanken, welche Folgen der von edm obersten Gerichtshof Deutschlands gefällte Urteilsspruch für seine elsässischcn Freunde haben weiche. —! Auf die Frage, ob er für immer in Frankreich zu bleiben gedenke, sagte Waltz: Für den Augenblick will ich mich ausruhen. Ich werde mich den Schächern stellen, sobald ich mich körperlich stark genug dazu fühle, um die Strapaze» ini Gefängnis zu ertragen. Auf dem Schluchtpasse tvuicheii Waltz 'von Ausflüglcrn lebhafte Ovationen bereftet. Frauen eilten auf ihn zu Und küßten ihm die .Hände.
Briesträ geraus stand in Tanger. In Tanger traten die Briefträger des französischen Postamts in den Ausstand, nachdem die Briefträger des englischen Postamtes infolge Streiks eine Gehaltserhöhung durchgesetzt hatten. Der französische Botschaftsleiter Villa-' son ersetzte die Streikenden durch Aushilfsbriesträger, was zu einer argen Rauferei Anlaß gab, währeitd welcher Villa- son verwundet wurde
Vereinsnachrichten.
— Der Evang. Arbeiterverein Gießen biclt am letzten Sonntag bei guter Beteiligung auf der Liebigshöbc fein diesjähriges Ä a i t e n i c st ab, das in bester Weife verlief. Während der kleine Saal für den Eisenbahnverein Frankcnbcrg, der einen Ausslug nach hier unlernommcii hatte, reservicil war. ciilwickettc sich im großen Saal, sowie im Garten ein buntes Treiben. Besonders die Jugend kam auf ihre Rechnung. Außer de» Aufführungen des Kindcrchois, der sehr zahlreich vertreten war und unter Leitung von Mujillchcer Gcrnhardt wieder Lobcnsii'ert.st bat, war den Knaben durch Prcistlettcrn, den Mädchen durch Eicrlaufcn Gelegenheit geboten, ihre Fertigkeiten zu zeigen, um außer den allgemein verteilten Bretzeln und Fähnchen eine besondere Bc> lohnung cinzüücckcn. Im übrigen trugen die musikalischen Darbietungen, sowie die Gcsangsvorträgc des Gemischten Chors des Vereins wesentlich zur Verschönerung des Nachmittags bei. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde die Fcststimmung durch die aus- gcführtc Lamvionpolonaise angenehm erhöht.
kh. Watzenborn-Stcinbcrg, 13. Juni. Ter diesige Obst-u.Gartenbauvercin unlcrnahm gestern einen Familien Ausflug nach Bad-Nauheim mit einer Beteiligung von nahezu hundert Personen. Unter Führung des l. Vorsitzenden, Lehrer Bcndcr, besichtigte man die Quellen, die Badehäuser, die Salinen und die Trinkhalle und" sonstige Sehenswürdigkeiten Recht interessant war für die Mitzsticdcr die Besichtigung von mustergültig angelegten Gärten. Ferner wurde noch ein Aufßieg nach dem Johannisberg untcrnommew
kl. Lollar, 12. Juli. Der hiesige Veteranen- und Kriegrr- verein „Ludwig zur Treue" beging heute sein 70iähiiges Stisiunqsscst durch einen Familienausslug mit Musik nach dem Cichwald am L o l l a r c r Kopf. Nach einigen Musikvorträgen hielt der 1. Vositzcndc, Kaufmann Schiemangk, die schwungvolle Begrüßungsansprache, die in einem begeistert auigenommcven Hoch aus den deutschen Kaiser ausklang. Das Hoci> aus den LandeSsürsten brachte Bürgermeister Schmidt aus. Hieran reihte sich die vatriotische Ansprache des Vorsitzenden des Hasiiabczirks Gießen, des Lehrers D aab-Lollar. Für die Schuljugend fanden allerlei Sviclc statt, wobei Bretzeln und sonstige Geschenke verteilt wurden. Die beiden hiesigen Gesangvereine „Germania" und „Liedertafel" verschönerten die Feier durch Vortrag verschiedener Lieder. An den Kaiser und Grobherzog wurden Huldigungstelcgrammc abgesandt Im Lause des Nachmittags traf solgendes Danktelegramm vom Großhcrzog ein: Herrn Schiemangk, Vorsitzender, Lollar. Sehr erfreut über Ihr Huldigungstclegramm, danke ich dem Vctcranen- und Kriegerverein vielmals. Ernst Ludwig. Ein DanNelegranim des Kaisers traf am Montag nachmittag ein, cs hat folgenden Wortlaut: Veteranen- und Kricgeiverein „Ludwig zur Treue", Herrn Vorsitzenden Schiemangl, Lollar. Seine Ma>eftät der Kaiser und König lassen für das Gelöbnis der Treue danken. Der Geheime Käbinettsrat, in Vertretung, v. Strempel.
A Lang-Göns, 12. Juli. Zinn 10j ährigcn Stif- t»ngsfeste unseres Kriegervereins hatten sich 16 auswärtige Kriegcrvereine aus der hessischen und preußischen Nachbarschaft, aus den Kreisen Gießen, Fricdberg und Wetzlar cingefunden. üm 2 Uhr bewegte sich ein Festzug durch das mit Fahnen, Tannengrüu und Kränzen geschmückte Dorf. Voraus marschierte die Schuljugend mit deutschen und hessischen Fähnchen ausgerüstet. Daß die schmucke Hüttenberger Volkstracht immer mehr verschwindet, erkannte man wieder daran, daß unter den zahlreichen Festjungsrauen nur einige in der allen Landestracht erschienen. Aus dem Fcstplatzc begrüßte der Vorsitzende Kiefer die Gäste, woraus Pfarrer Weber eine Ansprache hielt. Die beiden Gesangvereine „Germania" und „Frohsinn" überreichten einen Fahncngurt, die freiwillige Feuerwehr schenkte einen Fahnennagel. Als Vertreter des Bezirks Butzbach war Tr. Vogt erschienen. Ans dem Festplatz crjolgte im Laute des Tages der Vrrkaus der Rvte-Kreuz-Postkartcn. Die schon früher vorgenommene Rote-Kreuz-Sammliing l>attc 226 Mk. ergeben.
Sport-
— Ettingshausen, 12. Juli. Der Kriegerverein veranstaltete ein Scheibenschießen, das folgendes Ergebnis hatte: Ehrenpreise erhielten Hch. Lannsbach, Hermann O p p c r und Johannes Keil XVI. Die Ehrenpreise waren von dem Jagd- Pächter Müller-Butzbach gestiftet. Weitere Preise errangen: 1. Preis Philipp Ovpcr, 2. Joh. Keil XVI., 3. Phil. Serth, 4. Förster Hch. Keil II., 5. Hch. Sommer, 6. Phil. Serth, 7. Ladung Römer, 8. Ferdinand Görnert, 9. F. Görnert, 10. Karl Schneidert 11. Phil. Keil IV., 12. Karl Keil, 13. Hch. Vogler, 14. Hch. Pfeiffer, ferner Hermann Opper, Hch. Lannsbach.
— Krofdorf, 13. Juli. Am Sonntag fand hier das
P r e i s s ch i c ß c n der drei vereinigten Schützcnvereine Krofdorf, Großen-Linden und S t e i n d o r f statt. Es wurde auf 100 Meter Stand und 13er Ringscheibe geschosscv. Das Ergebnis war sehr günstig. Insbesondere verdient hervor- gehobcn zu werden, daß der noch junge Schüyenverein Großen- Linden von den 12 ausgeworsenen Preisen sechs einheimste, Es erhielten 1. Preis Leib-Gleiberg: 2. Preis E. Wagner- zkrosdorf: 3. Preis Keßler-Großen-Linden: 4. Preis Albach- Großcn-Linden: 5. Preis Fett-Großen-Linüen, sämtlich mit 39 Ringen: 6. Preis Schädlcr-Großen-Linden: 7. Preis Fabcr-
Großcn-Lindcn, mit 38 Ringen: 8. Preis Martin-Steindorf mit 37 Ringen: 9. Preis W. Wagner-Krofdorf: 10. Preis Stoll- Großcn-Linden mit 36 Ringen: 11. Preis Spies-Steindorf mit 35 Ringen und 12. Preis Wcimcr-Steindorf mit 34 Ringen.
Universitäts-Nachrichten.
— Der Berliner Privatdozent Professor Tr. med. Walter A l b r e ch t ist als Nachfolger von Pros. Jos, Wagcnhäuser zum außerordentlichen Professor und Direktor der Klinik iür Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankhciten in Tübingen berufen worden. Er ist zu Ulm a. D. geboren.
vermisstes.
* Ein schwerer Äutomobilunfall ereignete sich «ruf der Chaussee von Troisdorf nach Spich in der Nähe von Siegburg. Ein hessischer Mühlenbesitzer, der seinen aus dem Truppenübungsplätze Wahn dienenden Bruder besuchte, unternahm mit zehn Soldaten einen Auto- mobilausflng. Dabei platzte der Hinterradreifen, das Automobil geriet ins Schleudern, fuhr gegen einen Baum und überschlug sich. Ein Soldat war sofort tot, ein zweiter erlitt schwere Unterleibsverletzungen; an seinem Aufkommen wird gezweifell. Der Bruder des Muhlenbesitzers erlitt schwere Gcsichtsverletzungeu und zeigt Anfälle von Geistesstörung: zwei weitere Insassen wurden leichtar verletzt. Ein Soldat wurde in die Krone des Baumes geschleudert und erlitt einen Nervenschock: er konnte nur mit Mühe aus seiner Lage befreit werden.
* Opfer der Berge. Einer Blättermeldung aus Innsbruck zufolge fanden Touristen aus dem Großvenediger in der Nähe des Umersulzbachcr Törl die Leichen von vier unbekannten, wahffcheinlich in einem Schncesturm umgekommencn Touristrn, Eine Bergungsexpedition, die von Windisch nach Mattei
ahgcgangen war, sand noch weitere drei Leichen. Es haichclt sich vermutlich um eine größere Touristengcscllschast. die in einen Schncesturm geraten und umgckomme» ist. — 4!ach einer Blätier- mctduiig aus Kufstein wurden im Wilden Kaiser die Leichen zweier Münchener Touristen gesunden, die vom Kopilörlgrat ab- gcstürzt waren. Eine Führcrexpcdition ist zu ihrer Bergung ab- gcgangcn.
* M i t ihren Kindern ertrunken. Aus Tiegen- bos, 13. Juli, meldet ein Privattelcgrai m: Bei dem Versuche, ihre beiden Söhne im Alter von 9 und 12 Jahren zu retten, welche beim Baden in der Weichsel in die S.römung gcralcn waren, crlrank die Beiitzcrssrau Zielkc aus Groß-Scküiiicrberg an der Weichsel zusammen mit den beiden Knaben,
* Ter mehrfache Millionär Sloane, der seit längerer Zeit sck»i>er leidend loar, sprang von einer 30 Mcler hohen Brücke in den Hudsonstuß und ertrank.
* E i u schiveres Unwetter rief in Paris wieder mehrere Erdsciikungen hervor. In der R u e C a u m a r t i n erfolgte nachmittags eine Erdienkiing von einem Meter Breite und noch» nicht sestgcstellter Tiefe. Der Waacn- verkehr ist dadurch unterbrochen. In der Rue Mari- vaux gegenüber der Komischen Oper entstand gegen Abend gleichpills eine Senkung in der Baugrube eines Neubaues. Der Straßendamm wurde aus eine Länge von 5 Metern mit in die Tiefe gerissen: Pcrsoucn wurde» nicht verletzt. Auch auf dem Boulevard Ney entstand um Mitternacht eine Erd- scnkung nud eine Automobildroschle mit ztvei Personen fiel in das etwa 60 Zentimeter kiese Loch, das plötzlich un Stra- ßcudamm entstanden war; auch hier blieben die Personen glücklicherweise nnverletzt,
"UnglücksfällebeieincmStiergcfecht. Aus Madrid, 13.Juli, wird gemeldet: Bei dem gestrigen Stiergefecht tvurde der Torrcador Freg von einem Stier getötet und ein Zusckiauer durch einen Degen, den ein Stier von sich abgesckücudert hatte, tödlich verwundet,
* Die frühere Geliebte des Exkönigs Atanucl. Wien, 13. Juli. Die bedeutende Tänzerin Geby Dclu, die srül?ere Geliebte des Exkönigs von Portugal Manuel, hat deni Gericht, vor das sie zitiert worden war, weil sie ihre Juwelen nickst bezahlen wollte, ihren Lcbenslaus beichten nrüssen Sie ist 1884 in einen! Dorfe in Mähren geboren. Ws junges Mädck>en war Hebung Nawratil, so lautet ihr bürgerlichcn: Name, vicla Jahre als Ticnstmäbck>cn tätig. Eine Tante entdeckte dann IN ihr das Genie und ließ ihr Tanzunterricht erteilen. 4!ack>dem sic dann in verschiedenen Etablissements imtcr veffchiedcnen Künstler- Minen ausgetreten war, reiste sie nach Paris, wo sie ungehcnrä Erfolge erzielte.
* Die Wahl we ib e r. Der größte Teil dep Eisenbahnstation Blaby bei Leicester ist abgebrannt. Man rttmmt an, daß die Brandsttstung von Frauenrechtlerinnen herrührt. — Ferner wurde gestern iu der Kirche von Saint John in Westminster nach Schluß des Wendgottesdienstes eine Bombe mit einer brennenden Zündschnur gefunden: eine Frau »vurd« verhaftet. — Als der König und die Königin in Edinburgh zum Gottesdienst fuhren, warf eine Anhängerin des Frauenstimmrechts einen GummibaII,<nt dem ein Schriftstück befestigt >var, gegen den königlichen Wagen. Der Ball fiel« der Königin aus den Schoß, die ihn lachend zur Seite stieß Die Frau wurde verhaftet, die Verhaftung jedoch nicht aufreckzt erhalten.
Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gicßcner Fleisch- und Brotpreise
__ am 13. Juli 1914. _
Echlachtviehpreise in Frauf f urt ct. 9)1.
Fleischpreise in 65i e ö ca
Ochserr
Kälber
Schweine
60 Kg. Schlachtgewicht 64 — 38 Mk.
V, Kg. Schlachtgw. 68-96 V*. V, . . 66—62 ,
’/, Kg. 36-96 üi}.
. 90-94 .
V, . 60 -90 ,
Eelreidepreise in 2! a n n h e im
Vrotpretse in Gießer
Weizen 10« Kg. 21,25-21,75 Mk. bioggen 100 Sii). 17.50—13.25 Mk.
Weißbrot 2 «g. 62 Vn. Echivarzbrot 2 Kg. 54 Pfg.
Müllcrschc Badeanstalt.
Ü9 nf i e rnj arme der Lahn am 14. Inl i, 19 ' II.
Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.
Juli
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Tunst
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17.3
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Nebel
Höchste Temperatur am IS.— 13, Juli 1914 = -f- 27,6' - Niedrigste , . 12.—13. , 1314 = + 16,5’.
Niederschlag 3,5 mm.
Verantwortlich für den politischen Teil i, V.: R, Lange.


