Nr.
Zweites Blatt
tb4- Jahrgang
Erscheint täglich mit Nu?mrhme deZ Sonntags.
Tie „«ietzemr Fa»Meavrätter" werden dem ,Anje,qer* vwrmal wöchentlich beiqelegt, das „Nrekdlatt Mr den Kreis Gießen" zrvermal wöchentlich. Die ..tandwirtschaftlichen Aeit- fro-e^I"^ erscheinen monatlich zweimal.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejjen
Mittwoch, 8. Juli J914
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unlversiläts - Brich- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. E^redition und Verlag: e^A bl. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerÄieben.
hessische Zweite Aammer.
rbDarmstadt.7. Juli.
Am Regierungstisch: Licucksnünister Tr v. E w a 1 b, Finanz- rnrnfh-r $t. Braun, Minister des Innern v. H o m be t 9 I. Stamsrütr Wilbrand , Tr Becker, Tr B e st, L 0 r b a che 1, Ministrrralräle Hölzinger. Tr. Kratz. Tr. Weber u a.
Präsident st ö b i e r erüssnet die Sitzung um I0> . Uhr. Er widmet zunächst dem Mg. Friedrich einen herzlichen Nachrut.
Na>^>em der Präsident die Einladung zum oisiziellen Land- tagsschlnß verlnen, erledigte das Haus zunächst R ü ck ä 11 st e r u n - gen der Ersten stamm er. Abg. Raab iSoz. berichtet als Ausschußberichlersiatter über den von der Ersten »ammer in mehreren Punkten al>geändenen Gesetzentwurf. belr die Losgescll- schasten, und beantragte Beitritt zu den Beschlüssen der Ersten Kammer. Auch Staalsmiiuster Tr. v. Ewald ersucht um Beitritt und das Haus beschließt deingemäß.
Abq M 0 l t H a n (Zentr I berichtet über die Regierungsvorlage, betr. die Tienstbezügc der st a a I l l ch b c st ä t i g t e n F 0 r st- warte. Ter Finanzausschuß Inchaurc lebliait, da« die Erste Kammer nicht aut die Beschlüsse der Zweiten Kammer eingegangcn fei und statt der beschlossenen 75 Proz. nur die in der Vorlage vor gesehenen 70 Proz bewilligt habe Üm aber nicht die ganze Vor tage scheitern zn lassen, beantragt der Ausschuß einstimmig Beitritt zu den Beschlüssen der Ersten'Kammer.
Die Abq. Henrich und Ulrich bedauern gleichsalls den Beschluß der Ersten stiimnier, woraus der Beitritt beschlossen wird.
Wg. Brauer lBbd.i berichtet, daß die Erste Kammer beschlossen bat, den Gesetzentwurf, betr. die Förderung von Krast- linien nicht mehr in Beratung zu nehmen. Ter Ausschuß beantragt, diesen: Beschluß beizutreten
Abg. Molthan beantragt, den Beschluß des andern Hauses „Wt fifttntnii" zu nehme», während ^
Ad«. Ulrich beantragt, aus dem srüheren Beschluß des Hauses lalso Annahme der Vorlage, .zu beharren. Rach längerer Gcschästs- ordnungsdebatte beschließt das Haus, den Beschluß der Ersten Kammer zur Kenntnis zu nehmen.
Tie Regierungsvorlage, betr. den Staatsvertrag zwischen der badischen und hessischen Regierung über den Bau einer Eisenbahn von Ncckarsternach nach Schönau im Odenwäldcr Steinachtal, wird nach dem Ausschußantrag des Abg. Molthan ohne Tebattc genehmigt
Tic Bcrrrtrrng der beiden Regierungsvorlagen, betr. den Erwerb der Svlms-Braunfelsichcn Braunkohlengruben und den Ausbau des Krccktwerl- „Ludwigshaffnung" wird sür die morgige Sitzung zurückgestellt.
Zur Regierungsvorlage, betr. die Ausführung des Besoldungsgesetzes vom 21. März 1914 liegt ein Antrag Tr. Weber vor, die Wirkung des Art. 27 Abs. 2, 3 und 4 inso- secn zu mildern, daß nicht nur die erste Ausrückungssrist, sonder» auch die weiteren Aufrücknngssristen derart festgesetzt werden, daß die betroffenen Beamten bereits nach jeivcils einem Fahr in die nächste Gehaltskiaste aufrücken, bis sie den nach Tienstalter und Wesvldirngstoris ihnen zukvmmenden Gehalt, der ihnen ohne An- wendrmg der Bremsvorschristen des Art. 27 zuteil geworden wäre, erreicht hoben.
Ahg. Henrich (Fortschr. Vp.> berickstet an Stelle des bchinder- len Ahg. Dr. Osann über den zustrmnrenden Ausschußantrag und befürworte, saigende von ihm selber eingebrachten Anträge:
„1. Zu Art. 32: Ick, beantrage, die Großb. Regierung zu ersuchen. diejenigen Beamten von gleicher Vorbildung und gleicher SlaalSvrüsimg, die bisher in Bezug aus ihre erste Anstellung in der Regel als eine einheitliche Klasse behandelt worden sind, insbesondere die Inhaber von TienwleUen für die das Finanz- exanrrn erster Kategorien vorgeschriebe» ist, als zu einer gemeinsamen DienstUossr im Sinne des Art. 32 gehörig zu behandeln.
2. Eventualanlrag zn Art. 27: Im Falle der Ablehnung des Antrags Tr. Weber beantrage ich, Großb Regierung zu ersuchen, und zu ermäckitigen, die im Art. 27 Abs. 4 gegebene Vollmacht in dem Sinne anzmvendcn. daß ein Beamter sein Höchstgehalt tunlichst nicht mehr als 3 Fahre später erreicht, als er ihn ohne die Anwendung der Beschränkungen des Art. 27 erreichen würde.
3. Jusatzantrag zu dem Antrag Dr. Weber als Pos. 3, bezw. zn dem Evcnlualantrag: Die Großh. Regierung zu ersuchen, bei Anrechnung der in eineni früheren Amte verbrachten Zeit die nunmehr in einer Besoldungsklasse vereinigten Beamten gleich - uiäßig zn behandeln und zwar in dem sür die Beamten günstigeren Sinne."
Staatsrat Tr. B c st wendet sich gegen den Antrag Dr. Weber Und führt des Näheren aus, daß die Durchführung desselben etwa 40 000 Mark Mehrkosten verursachen würde. Tie Regierung ersncht aus finanziellen und rechtlichen Gründen, die Anträge abzulrhnen.
Mg Tr. Weber (Bbd.l wendet sich gegen die Ausführungen des Regicrungsvertreters. Es habe wohl niemand daran gedockt, daß die Wirkung seines Antrags eine Mehrbelastimg von 40 000 ßlkark bringen würde. Wenn das wirklich zutrefse, so sei cs unverständlich, warum die Regierung dies nicht früher gesagt habe.
Nach einigen weitere» Ausführungen der Wg. Dr. Weber und kl e n rich führt
Staotsrat Tr. Becker aus, man werde es in der Bevölkerung nicht verstehen, und sür möglich halten, daß das Haus jetzt schon wieder in eine solche Besoldungsdcbatte hineingeraten sei, nachdem man erst vor 2—3 Monaten die mehrjährigen Kämvse über die Besoidimgsrcform beendet habe und dieselbe überhaupt noch nicht voll in Kraft getreten sei.
Tie Bestimmungen des Art. 27 über die Bremsvorschristen seien vollständig klar gefaßt, und es konnte über ihre Wlirk-ung gar kein Zweifel bestehen. Es sei auch unzutreffend, daß die Beamten um große Beträge geschädigt würden. Von den im ganzen in Betracht kommenden Beamten seien nur 46 um eine und 38 um zwei Klassen gebremst. Nur diese letzteren könnten sich überhaupt getroffen sühlen: es liege aber im.Charakter der Bremsvorschristen, daß sic auch bremsend wirke» müßten.
Abg. Ulrich bemerkt, die Anträge bezweckten ebenso, wie die Regierungsvorlage, nur die Beseitigung von Ungleichheiten in der Bksoldung und deshalb seien die Anträge ebenso juristisch zulässig, wie die Vorlage scloer.
Mg. C a l m a n regt an, die Anträge so zu sormulicren, daß sic der Regierung als Material überwiesen werden.
Nach weiteren Bemerkungen des Ttaatsrats Dr. Becker und der Abg. Weber und Ulrich schließt die Debatte.
Bei der Abstimmung wird die Regierungsvorlage einstimmig angenommen. Tie Anträge Tr. Weber und Henrich werden gegen die Stimme des Abg. Best genehmigt.
Ein Antrag Singer fordert die Bewilligung eines Staatszuschusses von 3000 Mk. zur Renovation des in seinem Bau ge- säbrdeten, baugeschichtlich bedeutungsvollen Steinheiiner Torturmes in Seligenstadt. Nachdem der Antragsteller seinen Antrag begründet und Abg. Ulrich bemerkt hat, daß die Kosten geringer gewesen wären, wenn die Regierung rechtzeitig die Gemeinde zu der Reparatur veranlaßt hätte, wird der 'An trag angenommen.
Drei Vorstelliingen der Eisenbahn-Obersekretäre E w a l d , E i - m e r und Pianz inbetrcfs ihres Bcfoldungsdienstalters werden von den Abgg. K0 r cl l-Angenrod. Dr. W ols-Gonsenheim, Wiegand, Tr. Schmitt und Ulrich befürwortet und dar nach dem Ausschußantrag entsvrechend angenommen.
Es folgt dann noch eine Geschästsordnungsdebattc über die noch morgen zu erledigenden Gegenstände, woraus die Sitzung kurz vor 1 Au: geschlossen wird. — Nächste Sitzung Mittwoch früh 97» Uhr.
Vereinsnachrichten.
_ - Verein ehemaliger 116er zu Gießen Am
«amslag abend hielt der Verein seine dttsjährigc Viorrrliahrsver > iammlung ab, die von über 6» Mitgliedern besucht ivar. Zunächst! erstattete der erste Vorsitzende, Rechtsanwa» K a u i m a n n, Bericht über das abgelauscuc erste Viertel des neuen Vercinsiahrcs und insbesondere über den Haiiiatag in Butzbach. In Bezug auj da- Scheibenschießen wurde beschlossen, in Zukunst in zwei Klassen ichietzen zu lasten, dergestalt, daß jedes Mitglied, welche- bei einem ' Preisschieben einen ersten, zwecken oder dritten Preis erschossen hat. nur noch in der ersten Schießklasse mitschießcn darf. So ist auch den minder guten Schützen Gelegenheit gegeben, mit Erfolg sich an den Preisjchießen zu beteiligen. Bei der daraus vorgcnommenrn Wahl der Fahncngruvve zeigte sich eine schöne Einmütigkeit. Ge wählt wurde als Fahnenträger Bademeister Müller, als Be glciter die Kameraden Heb bei und Schwan Aus dem dann von dem Prüfungsausschuß erstatteten Bericht über die Rechnungs obläge vom Regimcntsiesl 1913 ist zu ciitnehmen, daß Anstände sich nicht ergeben hatten, weshalb der Antrag aut Entlastung- crteilung einstimmig angenommen wurde. Nunmehr hielt der erste Vorsitzende einen etwa einstündigen Bortrag über unicre moderne Hvchsecilotte und seinen Ausflug an die Wasserlante nach Wilhelmshaven, der sehr beisällig ausgenommen wurde. Dann ging man zum gemütlichen Teile über, der die Teilnehmer noch lange bcisammen- hiclt. Als Gast konnte der Verein an diesem Abend aus Tarmstadt Erzcllenz Generalleutnant Bernhardt, in seiner Mtttc he- grüßen. — Am Sonntag beteiligte sich der Verein mit 36 Mann am Haiila-Bczirk-iest in Leihgestern und fand dort, besonders durch seine einheitliche Kleidung angenehm aufsallend, eine außerordentlich freundliche Ausnahme. \
Gicsicucr Ltraskammcr.
Gießt», den 7. Juli 1914.
^ Freigesvrochen
wurde der K^unuann >G. in Gießen aus die Berufung gegen das ihn in Strafe nehmende Urteil dss SchössengcrickstS Butzbach. Er war beschuldigt, bei einer Durchfahrt durch Butzbach das hintere Zeichen seines Kraftivagens, trotz eingetretener Dunkelheit, nicht beleuchtet zu haben. In der heutigen Hauvtvcrhandlung konnte die Identität des betrestenden Autos mit dem des Angeklagten nicht mit Sicherheit sestgcstellt werden.
Dreißig Mark Geld st rase erhielt der Hotelbesitzer b. zu Bad-Nauheim wegen Vergehens gegen 88 240 Zist. 3 u. 4 K. O. Er hatte keine kaufmännischen Bücher geführt und keine Bilanz gezogen, trotzdem er als Hotelier in das Handelsregister eingetragen war.
Zwölf Tage Gefängnis erhielt der Streckenarbeiter B. aus Trais-Münzcnberg wegen Vergehens gegen 88 l 14, 185, 200 St. G. B. Im- übrigen wurde seiner Berufung gegen dos Urteil des Schöffengerichts Butzbach, das ihn zn sieben Wochen Gefängnis verurteilte, stattgcgeben und er wegen eines Uebersalls ans den Nachtwächter in Trais-Münzenberg mangels hinreichenden Beweises sreigesprochen.
Freigesvrochen wurden die Tienstmagd G. aus Nicdcr-Stokl und ihr früherer Liebhaber O. aus Hartershausen von der Anklage des Abtreibungs- Versuchs und der Beihilfe dazu.
Freigesvrochen wurde ein seiner Zeit gemeinsam durchgegangenes Licbesvnar, nämlich einBäcker L. und die Ehefrau eines Landirnrts E. in Rödgen. Sie hatten seiner Zeit die Absicht nach Amerika zu gehen, wurden aber in Hamburg angehalten und verhaftet, weil die Ehefrau E. ihrem Ehemann fremdes Geld mitgenommen haben sollte und sich herausstellte, daß sie die Bestellung der Schissskarte mit dem Namen der Ehefrau L. unterschrieben hatte. Die Familien L. und E. haben sich inzwischen unter sich ausgesöhnt und so konnte den Angeklagten die Rechtswidrigkeit ihrer Handlungen nicht »achgewicscn werden.
Lufticbissahrt.
= Sie deutsche Luftschiffahrt, die am 1. Juki 1913 allein in der Freiballonabteilung einen Jahresverbrauch von 1 845 686 Kbm. Gas auszuweisen hatte, und damit in der Föde ration Aeronautique Internationale an erster Stelle stand, hat seitdem ganz außerordentliche Fortschritte gemacht. Die Zahl der anerkannten Flugzeugführer ist von 345 aus 601 gestiegen, hat sich also nahezu verdoppelt. Die Zahl der im Deutschen Luitiahrcr- verband zuiammcngeschlossenen Vereine ist ans 92 angewachsen, die über rund 80 000 Mitglieder verfügen, über 138 Freiballone und 6 Lustschisfc. Mit den 138 Freiballonen wurden rund 1200 Fahrten gemacht: ^Wettfahrten fanden 15 statt. Bei 15 Flug- wektbeioerbcn wurden insgesamt 475 000 Mk an Preisen und Geld cntschädlgnngcn ausgeivcndet. 53 Flieger sind im vergangenen Vereinsjahr verunglückt. Neben 36 Lustschisfhallcn sind 37 offene, mit Vcrankcrungsvvrrichtungen versehene Luftschiff-Landungsplätze vorhanden und rund 100 Flugplätze und Flugfelder. Die Zahl der Frciballonsührer war bis zum 31. Dez. 1913 auf 1017 an- gewachsen, die der Luftschisführer betrug am 1. März 1914 39. Auch eine ganze Anzahl Gipfellei st ungen errang die deutsche Lustschissahrt. Der Ballon Duisburg (Hugo Kaulen) fuhr vom 13. — 17. Dez. 1913 während 87 Stunden von Bitterseld nach Perm über 2827,90 Klm. Der einzigartige Hühenslng der Professoren Süring und Person, die am 31. Juli 1901 mit dem Ballon Preußen 10 800 Mtr. hoch stiegen, ist bisher noch nicht wieder erreicht worden. Die von den Fliegern bis zum 1. Ja». 1914 erzielten Gipsclleistungen, die von Schirrmeister, Gscll, Faller und T a b l a t n i n g erreicht wurden, sind in diesem Jahre schon wesentlich überholt worden, wie auch die Zahl der Freiballone usw. nicht unerheblich gestiegen ist. _
Sport.
Freiburg i. Br, 7. Juli. Die Einweihung des neuen Sporthauses der Universität findet am 18. Juli statt. Mit derselben ist ein Wettkampf Mischen den Universität cn StrastchlrgttEundFrciburgsBr^crbundein
Uttiversitäts-Nachrichteir.
— Versetzt mürben die ordentlichen Professoren Dr. med. Eugen v. Hippel von der Universität Halle nach G öt t i n g e n und Dr. Walter Otto von Greifswald nach Marburg; v. Hippel übernimmt die Leitung der Göttinger Augenklinik als Nachfolger von Geh. Rat Prof. T-r. Arthur v. Hippel: Pros. Otto wird in Marburg Nachfolger des Historikers Elimar Ktebs.
— Im Alter von 66 Jahren ist in H a l le a. S. der Romanist der dortigen Universität Geh. Rat Professor Dr. Hermann Suchicr gestorben. Seine akademische Laufbahn begann er im Jahre 1873 als Privatdozent in Marburg.
— Sic. theol, Tr. Phil. Hans Preuß, Oberlehrer am Königin-Carola-Gymnasium in Leipzig hat den Ruf als ctatsrnäßiger a. 0. Professor der Kirchengeschichte an die Universität Erlangen zum Beginn des kommenden Wintersemesters angenommen.
verinisclite».
* M ißglückter Todes sprung. Aus Paris, 7. Juli, Ntird gemeldet: Gestern ttbend sprang eine 48jährige
Frau in einem 'Anfall von Neurasthenie aus dem 5. Stockwerk ihres Wohnhauses in Ncuilln. einem Vorort von Paris. 'Lassanlcn brachten die Frau ins Spital, >vo sie nach wenigen Minuten zu sich kam. sic verlangle nach Hause zu gehen. Der Arzt mußte ihrem Verlangen nachgeben, da sestgcstellt wurtnl, daß die Frau durchaus unv rletzt war.
* Waldbrände verwüsten wr te Strecken im Nord- osten Rußlands Bei Petersburg und längs der Eisenbahnen nach Warschau brennen große ilorsmoorc Bei Witebsk sind die Wälder verbrannt: in der Gegend von Tünaburg und Ljuzin nehmen die Brände den Charakter einer ösjentlichen Kalamität an. Ter Feuergüriel umgibt über 5000 Desjatinen und vernichtet Getreide, Heu und Torfmoore. Der Gouverneur hat sich an die Brandstelle begeben. — In Starajarujsa setzte ein 'Arbeiter durch eine soriizeivorsene Zigarette einen Reitbau in Brand, der, durch den Wind und die Trockenheit gesördert, 15 Häuser binnen zwei Stunden zerstörte. Bei Opotschka vcrursack>tcn mehrere Waldbründe insvlg« der Trockenheit, durch die Hitze und den Wind schweren Schaden. Im Bezirk Tischwin herrschen Waldbrändc: größere Vorräte zum Verlaus hergcrichteten Holzes sind vernichtet worden. Tie Stadt ist in eine Rauchwolke gehüllt.
* Gin Seebär. Dame (aus dem Promenadendeck eines Ozcanriesen): „Nicht wahr, Herr Kapitän, die Passagiere ermüden Sie doch allzu sehr mit ihren Fragen?" Kavüän: „Fa, gnädige Frau, und was wünschen Sic noch zu wissen?"
Märktr.
tlücßen, 7. Juli. Ter heutige R i n d v i c h m a r k t, bei dem der Zutricb aus dem Regierungsbezirk Kassel usw. mit Ausnahme der angrenzenden preußischen Kreise Wetzlar, Marburg und dem Dillkreis, wegen der Scuchengejahr ausgeschlossen war, hatte nur einen Vorrat von etwa 800 Stück Eiroßvieh und etwa 400- 500 Jungtieren und Kälbern. Der Ausfall des dieswöchentlichcn Biel>- marltcs in Fulda, der wegen des Ausbruches der Maul- und Klauenseuche in dortiger Gegend nicht stattsindctj der gestern und heute „nabläsiige Regen gab unserem diesmaligen Markt ein aiißer- ordcntlichcs Gepräge. Hinzu kam, daß die Einkäufer, die recht zahlreich schon am Montag an den Marktort gekommen Ivaren, regen Bedarf hatten, den sic decken mußten. Ter verhältnismäßig kleine Vorrat und die ganze Art der Rachsrage ichon am Vormarkt brachte ein Steigen der Preise sür alle Viehsorten gegenüber den Preisen vor 14 Tagen zuwege. Nur die Kälberpreise blieben die alten. Gute Ware in Milchvieh wurde bereits am Pormarkt vollständig geräumt. Fette Kühe wurden von Einkäufern vom klihcin ebenjalls am Vormarkt ausgenommen. Bessere Kühe und fette Rinder wurden von Metzgern aus dem Lahn- und Tillgcbiet, die jetzt regelmäßig zum Markt kommen, gelaust. Ein Thüringer Ein- käuser stellte sich einen größeren Transport Milchlülie in mittlerer Qualität in hessischer Landrasse zusammen und legte auch guten Preis dasür an. — Mit Beginn des Hanvtmarktcs ivar gut die Hälfte des Vorrats bereits abgesetzt, die Verkäufer und Einkäujer hatten Eile, den durchweichten Boden des Marktplatzes zu verlosten und unter Dach und Fach zu kommen, weshalb denn auch der Markt lange vr-r 10 Uhr schon sein Ende erreicht batte. Bezahlt wurde für das Stück: Frischmelkende und tragende Kühe
1. Qual. 575—700 Mk., 2. Qual. 420—525 Mk., 3. Qual. 300 bis 375 Mk., tragende Rinder 1 . Quak. 400—500 Mk ,
2. Qual 325-400 Mk, Fahrkühe 1. Qual. 460—525 Mk.,
2. Qual. 400—500 Mk., 3. Qual 300—350 Mk.. junge Rinder und Stiere je nach Rasse und Form, 6—8 Monate alt, 90—140 Mk., 9—12 Monat alt 150—180 Mk., 1—1--jährig 180—240 Mk. Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder >. Qual. 85—87 Mk., 2. Qual. 82—84 Mk., scttc Kühe 1. Qual. 77—80 Mk., 2. Qual. 69—74 Mk.,
3. Qual. 60-64 Mk., Kälber 1. Qual. 77—80 Mk.. 2. Qual. 69—74. Mk., leichte Tiere fehlten am Markt. Es standen etwa 8—10 Paar Fahrochsen am Markt, für die jedoch kein Interesse vorhanden n>ar, so daß die Tiere unvcrkanst den Platz verließen. Der sonstige üebcrstand war unbedeutend. — Nächster Markt 21. und 22. Juli b. I.
ch. Rieocr-Jiigetheini, 7. Juli. Cbftmorft. Kirschen 12 — 28 Mark, Eidveerei, 00 Mk., Stachelbeeren 7—li Mk., FohanniSbeereii 13 — 14 Mk., Pfirsiche 00-00 Mk., Jrnhbiriien 20—00 Mk. der Zentner.
le. Frankfurt a. M. Schwei nemarktber! ,-h: vom 8 Juli. Anlaetrieben waren 1 2’ Schwel»«. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Irg Lebendgewicht 40.00—18,50 DIk., Schlachtgeivicht bO.OO—62.00 Mk., vollsieiscbige Schweine iiNter 80 d» Lebendgewicht 45.00—47.00 Mk„ Schlachtgeivicht 58.00—80.00 Mk.: vollkleijchige Schweine von 100—120 bg Lebendgewicht 46.00—48.50 Mk„ Schlachtgewicht 56.00—58 Mk.: votlfleis chige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgeivicht 46.00—48.50 Mk, Schlachtgewicht 56—58.00 Mk. Gelchast lnngiam, bleibt Ueberstand.
Io. Frankkurl a. M-, 8. Jilli. kOrig.-Telegr. des »G,ej. Aiiz.") tzlmtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktoreiie. Weizen thiesiqeri Mk. 21.50—21.70, Kurl,einscher Mk. 21.50—21.75, Welterauer Mk. 00.00-00.00. Roggen lhieiigeci Mk. 1800 — 18.25, Gerste (Wetterauerl Mk. 16.50—18.00. Gerste, Franken, Mälzer, Ried Mk. 16.50—1800, vaier Mk. 17.00-17.50, Mais Mk. 13.50-15.75, Weizenmehl 0 Mk. 00.00—00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00 - 00.00, Weizenmehl III Mk 00.00 — 00 00, bloggenmehl 0 Mk. 00.00—00.00, Roqgenmeht OIL Mk 00.00— 00.00, Roqgenmehi I Mk. 00.00 —00.00, Weizenkleie Mk. 0.00 —0.00, Weizenschalen Mk. 0.00—0.00, Roggenkleie Mk, 00.00 — 00.00, Malzkenne Mk. 00.00—00.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alles per 100 kg ab hier.
fc. Franksurr a. M., 8. Juli. (Orig.-Telegr. des .Gienenee Anzeiaerd".) Kartosselmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Wagons Mk. 6.50-7.50, ü» Kleinhandel Mk. 7.56—8.50 lür je 400 kg.
Müllersche Bndeanstalt.
Wai-erwärme der Lahir ain 8 . Juli 14' K.
Verantwortlich sür den politischen Teil i. V.: R. L a n g e.
Tcr Kinder bester Schutt gegen Krankheit ist außer Sauber- köit uiid Abbärmng eine einiache.regelniäßige Ernährung. Zu letzterer wäbli eine kluge tMultcr das ' csttesichc Kindermebl. eine naturge- niäße, leicht verdauliche und gern genommene Nahrung, welche die Kleinen vor Darm- und Magenkatarrben schützl und das Enlwübnen bedeutend erleichicrt. Probe und illustrierte Broschüre graiis und franko durch ?teftle'& KindcrmeHl G. m. b. •£>., Berlin W. 57. (850 s s
Brauerei-Füllung
Brauerei-Füllung
I Liebhaber einer Flasche guten Bieres verlang, aus drück!
iGiessener Brauhaus-Bier!
hell und nach ülünchener Arf.
| Sanithts-Kraftbler: alkoholarm —extraktreich I # Ausschließlich Brauerei-Füllung 9 daher Gewähr für beste Beschaffenheit
Direkt vom Lagerfaß in die Flasche


