Nr. *54 Drittes Blatt * 64 . Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tie „Eichener Zaviiiienblättee" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „«reirblatt fitr den Ktcis Siegen" zweimal wöchentlich. Tie „landwiritchastlichen öeit-
Iragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesjen
Samstag. ^.Zuli *9*4
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea Universiläts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
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Zasef Lhamberlain ^.
London, 3. Juli. Der frühere Staatssekretär für die Kolonien Sir Joseph (5 h a m b c r l a i n ist gestern abend gestorben.
Ehamberlain war geboren am 8. Juli 1836 in London als Sohn eines wohlhabenden Schuhfabrikanten. arbeitete zunächst im Geschält seines Vaters und trat mit 18 Jahren in die Birming. hamer Schraubcnsabrik von Nettlelold ein, womit selnc von da an ununterbrochenen Beziehungen in der großen Midland-Jndu- stricstadt begannen. Aeuhcrst crsolgreich als Geichäitsmann nahm er sehr früh und zwar als Radikaler allerschärt'fter Richtung. Anteil an den volltischen und kommunalen Kämvien seiner Stadt, ine ihn dreimal <1873—1875) zum Mayor Ivählte und ihm in seiner seinerzeit lebhaft umkämvstcn, später überall nachgcahmten Berstädtischungspolitik zum größten Nutzen der Gemeinde folgte. Seitdem seiner Mitbürger sicher, trat er 1876 ürS Unterhaus ein, wo er mit Bright und Dilke den radikalen Flügel der Liberalen leitete, Gladstone machte ihn bei der Bildung der Ministeriums zum Handclsminister. aber er kam erst während der Wahl kämpsc 1885 gairz zur Geltung und durch seine radikal-sozialen Vorschläge unter lebhafter Unruhe der gcmäßiglcn Elemente der liberalen Partei in den Mittelpunkt des Ssscntlichen Interesses.' Während er so aus dem Wege zu sein schien, die Nachfolge in der Parieiteilung im Kamps mit den Whigs aus Grund eines radikalen Programms sozialer Reform und getragen von der Popularität bei den großen Massen an sich zu rrifsrn, lösch er plötzlich seine Beziehungen zur Partlei, als dieie Gladitones üomcrulc annahm. Biele glauben, dah es ihm weniger aus die Niederlage der irjsclten Bill, als aus die Entthronung Gladstones ankam. Jedenfalls war es ein Abfall vom Radikalismus.
In den nächsten zehn Jahren stand er als Führer der mit ihm von der Partei abgesallcnen sogen, liberalen Unio- n i st e n zwischen den beiden großen Parteien, bosendcrs die Kon- servativen unterstühend sm Kamps gegen die zlvcitc Homerulc Bill 1893, Rail, dem Sturz des Ministeriums Roscbery 1895 1 über» na hip er, da der Annälzcrungsvrozcs; der Torys und der liberalen »nionisten genügend sortgcschriitcn war, unter Salisbury das Kolonialamt, das unter seiner Leitung das populärste, tätigste und wichtigste Staatsdepartement wtirdc. Tic Tatsache, dal, er unter dem Einflüsse des im Mutterland und in den Kolonien wachsenden und schliesslich von ihm selbst beinahe verkörperten I m- V e r i a l is m u s -die s ü d a s r i ka n i s ch en Gcgcnsühe sich zu einem großen Krieg entwickeln lieh, hat seine wirt- schastliche Kolouialpolitik etwas in Vergessenheit gebracht.
Von seiner südasrikanischen Reise (1902—03) zurückgckehrt, «öffnete er im Mai 1903 die große Propaganda für Tchutz- zölle und Jndustrieproduktc, Vorzugszölle zwischen Mutterland und Kolonien, wirtschaftlichen Imperialismus, mit überraschend großem Eriolge in der Partei, aber, ivie sich bei der Par- lamcutswahl 1906 herausstellte, ohne die Masse des englischen Volkes (und speziell die Arbeiterschaft, deren Heros er während des Kruges geivesen war) zu überzeugen. Gegenüber einer erdrückenden liberalen Mehrheit stand er nunmehr vor der Aufgabe, die er allein durchführen konnte, in einigen Jahren das Land zu seinen Ansichten zu bekehren, als ihn »löblich ein Schlagansall niedcrwarf, von dessen Folgen er sich nicht wieder crfjolt hat. Am 7. Januar 1914 erklärte er seinen Wählern in einem Briese, daß er sein Mandat niedcrlcge, da sein Alter ihn, die Erfüllung seiner parlamentarischen Pflichten unmöglich mache.
Er ist einer der wenigen englischen Staatsmänner, die keine Universitätskarriere durchgcmacht haben, aber er hat sich eine weite allgemeine Bildung erworben. Kein englischer Politiker der letzten Generation, nicht einmal Lloyd-George I dessen Bewunderung für Ehamberlain sehr groß ist, er hsleat zu sagen, daß Ehamberlain, wenn er bei den Liberalen geblieben wäre, für ihn nichts zu tun übrig gelassen hätte) ist von seinen Gegnern so gehaßt worden. Aus der anderen Seite hat er bei den englischen (und den kolonialen!) Massen seinen Namen zum Symbol der Reichseinlzeit gemacht.
, Arrs yc?sen.
Der Gesetzstebungsausschuß der Zweiten Kammer beschäftigte sich am gestrigen Freitag zunächst mit der Regierungsvorlage bctr. die L o s g e s e l l s ch a f t e n, an der die Erste Kammer verschiedene kleine Aendcrungcn vor- aenommen Ijatte. Nach Bericht des 'Abg. Raab, der den verhinderten Berichterstatter Tr. Fulda vertrat, wurde beschlossen, den von dem anderen Haus vorgeschlagencn Äb- ünderungcn beizutreten. Man bcsckästigte sich hierauf mit der Regierungsvorlage bctr. das Fel d st ra f g esetz. In den längeren Erörterungen ergaben sich noch verschiedene wichtige Mcinungsverschiedcnhditen grundsätzlicher Art, die sich mit Rücksicht ans die Kürze der Zeit nicht mehr beseitigen ließen. Der Ausschuß beschloß daher dem Plenum vorzuschlagen, so kurz vor dem Landtagsschlnß in eine Beratung nicht mehr einzutreten, da sich eine Verabschiedung des Gesetzes jedenfalls doch nicht mehr ermöglichen ließe. Zu dem Antrag Dr. Winckler bctr. Abänderung des Artikel 48 des Fischcreigcsetzes kam man nach Anhoven dev Regierung zu der Ansclxinung. daß es nicht angängig erscheine, das jetzt kaum zwei Jahre bestehende Gesetz jctzh schon in wichtigen Teilen abznändcrn, daß man vielniehr zunächst weitere Erfahrungen, insbesondere auch über die von dem Antragsteller vorgebrachten Mißstände abwarten müsse. Man beschloß, die Vorlage abznlchncn. Auch weitere Vorstellungen wurden für erledigt erklärt.
Dcntscbe ^colonlen.
Stuttgart, 3. Juli. Wie der „Schwäbische Merkur" meldet, tritt der nacionalliberale Abgeordnete Keinath, Berichterstatter des Reichstagsausschusses für den Kolonialetat, Ende Juli eine mehrmonatige S t u d i e n r e i s e in die deutschen Schutz gebiete in Afrika an, bei der er auch an der Eröffnung der Tanganyikäbahn und am Jubiläum der Qst- afrikanischen Schntztruppc tcilnchmcn wird. Keinath wird begleitet von dem früheren nationalliberalen Landtags- abgeordncten Kübel von Cannstatt.
Aus Staöt rrn- Land»
Gic Yen, 4, Juli 1914.
** Kurse in Säuglingspflege. Tie Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen veranstaltete in ihren Räumen in der Zeit vom 15. bis 30. Juni 1914, abends 8 bis 10 Uhr einen Schwestern-Fortbildungs- cknrsus. Ter Kursus umfaßte 12 Besprechungen an aufeinander folgenden Wochentagen ^und behandelte die gesamte Pflege und Ernährung des SäugliucM. Gleichzeitig fand vormittags von 10—12 Uhr ein ebensolcher Kursus für junge Mädchen und Frauen statt. Tic Kurse waren zusam
men von insgesamt 32 Teilnchinerinncn besucht. Ta bereits weitere Meldungen ciugegangcn sind, beginnt ein neuer uUrsus am 15. Julid. I. abends 8 Uhr. Tic Teilnehmerkarten sind im Bureau der Großh. Zentrale zu Tarmstadt zuni Preise von l Mark erhältlich
" 0 b c r h e s s i s ch e r Ku n st v c r e i n. Tie ausgestcll teil Sammlungen von Prof. Kaiser-München, H. Giebel- Marburg, I. Mannskopj-Taubhaujen und das „Kinder- gruppenbild" aus hiesigem Privatbcsitz von A. Wimmc- naucr-Münchcn bleiben nur noch morgen, Sonntag, ausgestellt.
Ceylon-Ausstellung. Es ist vielfach noch die Meinung verbreitet, als ob die Ausstellung eine Art Fachausstellung iväre, welche nur dem Gebildeten zugute käme. Das ist nicht der Fall Sowohl der Gebildete als auch der Mann aus dem Volke finden hier eine Fülle von Bildungsstoff, der überall an die gewöhnlichen Bedürfnisse des täglichen Lebens, anknüpst. Wie schon mitgeteilt, wird die Ausstellung, die nur noch kurze Zeit geöffnet bleibt, morgen ausnahmsweise auch am Nachmittag von 4 bis 7 Uhr geöffnet sein. Nach Bedürfnis findet Führung statt.
A n s d e m B u re an d es stadtthcaters. Es sei ausdrücklich bemerkt, daß die Aufsührnng der beliebten Gesangsposse „W i c e i n st i m M a i" am kommenden Dienstag bei kleinen Preisen stattfindet Sicher nehmen auch auswärtige Besucher der Gcwerbcausstcllung Gelegenheit, am Dienstag diesen lustigen und sehenswerten Schlager kennen zu lernen.
** Stenographische Unterrichtskurse. Ter hiesige Gabclsbcrgcr Steuographen-Bereiu (gcgr. 1831) hat unter der Leitung b 'wahrter Lehrer drei Ünterrichtskurse für Volksschülcr eröffnet, au denen sich im ganzen 79 Schüler, 44 Knaben und 35 Mädckfen des letzten Schuljahres beteiligen. Tie Anregung) zu diesen Kursen ist aus Schüler-- kreisen selbst gekommen, und der Stcnographen-Bercin hat dieser Anregung gern Folge geleistet, umsomehr, als schon seit Jahren an den Bereinsknrsen Volksschüler dc;r oberen Klassen mit bestem Erfolg am Ansängcrunlerricht tcilgenom- nien haben, so daß schon immer ein Bedürfnis vorlag. Es handelt sich zunäck)st um einen Versnck), der nach dem Interesse und dem Eifer, den die jungLn Leute an den Tag legen, zur vollsten Zufriedenheit aussallen wird.
’* Konkurse tu Hessen, lieber den Nachlaß des am 20. Sey- tembcr 1905 verstorbenen Karl Euler vo» Gießen ist am I. Juli das Koukursverlahre» eröffnet worden. Ter Ka»!ma»n Louis Althol! in (sichen ist zu», Koukursverivaller ernannt. Koukursiorderungeu k,»d bis zun, 20. Jul, 1914 bei dem Gerichte an- zumelden. Es ist zur Pelchlußiaffuug über die Beibehaltung des eruauutcu oder die Wahl eines andere» Ber,valle,s »iw, a»i Dienstag, 28. Juli 1914, voriiiiitagS 8'/, Uhr, vor dem Amtsgericht G,eßeu, Zimmer Nr. IS, Termin nnberaumt, — In dem Koukurs- vcriahren über dasVermöge» der Firma B o r b st ac d t L N o r t o», G. »,. b. i>., ,„ Liq. m Off ebnet), vertreten durch ihren Ligui- dafor Ingenieur Erwin Borbstaedt dafefhsi, ist Termin zur Anhörung der Gläubiger zwecks Einstellung des Verfahrens auf TonncrStag, 23. Infi 1914, vormittags lü Uhr, Saal 12 des Amtsgerichts Offcnbach, bestimmt.
Landkreis Gießen.
m. Lich, 2. Juli. Unter dem Vorsitze des Festpräsidenten, Lbcranitsrichters Rausch, lagte heute abend im Hotel zum Löwen der Gesamtansschuß des 30. Bundcssestes des Lahntalsängerbundes. Die einzelnen Vorsitzenden erstatteten Bericht über das bisher Geschehene. Das Ge-, samtergcbnis war als sehr erfreulich zu bezeichnen. Die gc- trossenen Vorbereitungen lassen auf einen würdigen Verlauf des Sängerscstes schließen.
Kreis Lauterbach. _
x Schlitz, 3. Juli. Die hiesige Sp'är- und Leih- kassc verband mit ihrer diesjährigen Hauptversammlung das Fest ihres 75jährige n Bestehens. Auch im ab- gclaufenen Geschäftsjahr hat tlie Kasse vorzüglich gearbeitet. Es kamen 7 Proz. Dividende zur Verteilung, nachdem 5000 Mk. dem Reservefonds überwiesen worden waren, der die stattliche Höhe von über IM 000 Mk. aufzuweisen hat. Für wohltätige Zwecke wurden 6M Mk. ausgelvvrsen. Ein Festmahl im Deutschen H)aus schloß sich an die Hauptversammlung an.
Starkeiiburg und Rheinhessen.
w. Ossen bach , 4. Juli. Ein tödlicher Unglücksfall trug sich gestern nachmittag kurz vor 4 Uhr in der Nähe des neuen Gütberbahnhofs am Lämmerspieler Weg zu. Ter 37jährige Italiener Josef Firri, der am Güterbahnhof mit Erdarbciten beschäftigt war, kam zu der angegebenen Zeit ans der dortigen Klantinc und wollte die Brücke an der Hafenbahn überschreiten. In dem gleichen Augenblick kam der Hamburger D-Zug N!r. 86 mit voller Fahrtgcschwindigkcit herangebraust, der ihn erfaßte. Dem Verunglückten, der sofort tot ivar, wurden Kopf und Beine abgefahren und der Körper in weitem Bogen die Böschung hinabgeschleudert. Das Kind des Kantinenwirtes, das er bei sich hatte, wurde ebenfalls getötet.
Kreis Wetzlar.
O Krofdorf, 3. Juli. Tie hiesige Hauptlehrcr- ste ll e ist zur Ncubcwerbung zum l. Oktober ausgeschrieben. Mit Vollendung des neuen Schulhauses an der Gleiberger Straße stehen für Krofdorf-Gleiberg 8 Unterrichtsräumc zur Verfügung. Tic uralte Gleibergerschule ivird zu diesem Zeitpunkt aufgelöst, trotzdem sie mehr als 80 Schüler zählt. Hessen-Nassau.
X Bieber bei Rodheim, 3. Juli. Jetzt werdcn die letzten elektrischen Hausanschlüsse vollzogen, es handelt sich um die Wohnhäuser der „Kellbach". — Tie im Herbst niedergebrannte Waldmühle wird wieder aufgebaut und mit modernen Einrichtungen versehen. Tie Bautätigkeit ist sehr rege.
X Hanau, 3. Juli, Die Stadt Hanau wird in nächster Zeit Kaiser Wilhelm l. ei» Denkmal setzen, wozu etwa 90 000 Mk. zur Verfügung stehen. Ueber die Form des Denkmals konnte man bisher zu keinem Entschluß kommen. In dem DenkmalsauSschnsse hatte man das Gefühl, daß Hanau, die Stadt, in der so viel künstlerische Arbeit geleistet wird. Nicht ein Schablonendenkmal Hinsehen könne, ein Denk- nial, wie eL in vielen Städten und Städtchen angetrossen wird.
Professor Hugo Leven, Direktor der König!. Zeichenakademie in Hanau, hat nun in einer der letzten Sitzungen de« Denk- malSausichusicS den Antrag eingebracht, die Frage zu erwägen, ob es nicht möglich sei, ein Monument zu errichten, daS, allegorisch aiifgesührt, ein ausgesprochenes Denkmal der Gold» jchmiedekunst fein könne. Diese Idee ist von dem Ausschüsse angenommen worden. In nächster Zeit wird ei» PreiS- ausichreiben zur Erlangung von Er 'würfen an die deutschen Bildhauer ergehen.
Gietzener «traskamnier.
Gießen, 3. Juli 1914.
Zurückgewiesen wurde die Berustmg der früheren Wäschebeschließerin in der hiesigen chir. Klinik M. gegen das »rieü des hiesigen Schöffengerichts, das sic zu 1 Monat Gefängnis verurteilte. Aul die Berufung der Slaaisamvaltichait wurde die Ttraic auf 2 Monate Gefängnis erhöht. Tie Verurteilte hatte ihre Stellung dahier mißbraucht und Slrümpic und Wäschestücke entwendet.
Fünfzehn Mark G c l d st r a s e erhielt der Viehhändler R. i» Friedberg. Er hatte im Febnmr d. I. mehrere Kühe von Ober-Wöllstadt nach Höchst a. M. verbringen lasten ohne hie erforderliche polizeiliche Genehmigung. Ober-Wöllstadt ivar damals Beobachtungsgebict wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche.
Der Berufung des Angeklagten stattgegebcn wurde in der Sache gegen den Arbeiter L. in Bönstadt. der einer alten Frau, die ihn unsittlicher Beziehungen, zu ihrer Tochter zieh, einen Ttallbescn über die Schultern geschlagen ltgt, daß der Stil desselben entzwei brach. Tas Schössen- gcricht Friedbcrg hatte ihn zu einer Woche Gcsängnis verurteilt, während das Berufungsgericht eine Geldstrafe von 40 Mark für ausreichend hielt, da der 'Angeklagte stark gereizt war.
Verworfen
wurde die Berufung eines Hausdieners P. aus Bad-Nauheim, jetzt in Nürnberg, weil er in der heutigen Hauvtverhandlnng trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen ist. Das Scbösten- gericht Bad-Nauheim hat ihn wegen Diebstahls eines Kittels zum Nachteil »eines Kollegen in eine Gcsängnisstrafc von einem Tag verurteilt.
Zehn Mark Geldstrafe erhielt der Fabrikarbeiter 0. aus Büdingen aus die Bcrusung gegen das ihn zu 5 Tagen Gefängnis verurteilende Schösfen- gerichtserkcnntnis. Er hatte in einer Wirtschaft in Wols ohne Erlaubnis Waren heraussvielen lassen. Das Schöiiengericht hatte angenommen, der Llngeklagte handle aus Arbeitsscheu, während heute sestgestcllt wurde, daß er aus Not gehandelt hat.
Eine Gesamtgcsängnisstrase von 7 Monaten erhielt der Schmied E. aus Elversberg, wegen Vergehen gegen 88 267. 268> und 246 St. G. B. Er hat die Quittung einer Firyna über Lieferung eines Fahrrads imd die daraus geleistete Teilzahlung so gefälscht, daß es den Schein hatte, als sei das Fahrrad ausbezahjt und sein Eigentum, um es weiter verkaufen zu können, was ihm hierdurch auch gelang.
Lustichiücibrt.
Amsterdam, 3. Juli. (Privattelegramm.) Der Mili- tärfliegei Leutnant Spandow, der gestern abend ans dem Flugplätze Svsterberg aus 50 Meter Höhe abgestürzt ist, ist heute morgen gestorben.
Reims, 3. Juli. Der Fliegerkorporal Mirat unternahm mit Korporal Godefroy als Begleiter einen Flüg. In einer .Höhe von 250 Metern stürzte das Flugzeug plötzlich ab. Godefroy war ans der Stelle tot. Mirat ist bald darnach seinen Verletzungen erlegen.
Märkte.
F0. Wiesbaden. Dtehho'-Marktberich! vom 3. Juli Austrieb: Rinder 3 (Ochsen Bulle» 9, Kübe lind Färieu 6 t,
Kälber 140, Schate II Schweine 178. Prelle für 100 Pid
Geichäst mittel. Lebend. Schlacht-
Ocht-n. aewicht
lkoffslellchlge. nusqemästste, liöchstsn Schlacht» Mä Mk.
wertes ln, 'Alter von 4—7 Jahren . . _. . 47—51 81—SO
Jima«. fleischige» nicht auSgemästete und ältere
ouSgemästete............ 46—60 82—89
Mäbia genährte junge und gut gegenährte ältere...........42—15 75—80
fflut t e n.
Vollfleffckilge, a»?qs>v, höchsten Schlacht v. 41—44 70—75
Pollffeffchlge, jüngere........ 38 —40 66 —70
Färsen. K>> he.
Pvllfleffchlqe ausgemästete Färien höchsten
Schlachtivertes........... 46—50 84—90
Voll fleischige auSgemästete Kühe höchsten
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren..... 38—42 68—76
Nettere ausgemästete Kühe und wenig gut ent-
wickelte jüngere Kühe......... 40—44 7a 80
Mäßig genährte Kühe und Färien . - - - 32—36 bl ui)
Gering genährte Küb« und Färsen..... 28—31 66—60
Feinste Mastkälb^:. 62-64 103—108
Mittlers Plast- und beste Saugkälber.... 55—59 92—98
Geringere Plast- und gute Saugkälber . . . 50—54 83—90
Gering« Saugkälber.......... 48—49 76—83
Schale Weidemastlchale:
Mastlämmer und iiuiaere Masthammel . 44,00—45,50 82—91
Schweine, kovsteffchigs Schweins von 80—100 h? Isbend-
geivicht.............. 44-46 57-59
Pollflelichige Schweine unter 80 üg-Lebendgewicht 43' r 45 56-58
Bollflelschige Schwellte von 100—120 Ir; Lebendgewicht .............. 45 1 /,-47 67—69
Bollfleffchige Schweins von 120—150 k» Lebendgewicht .............. 44-45 55—56
Fcttichweine über 150 kg Lebendgewicht . . 40-43 50—54
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