Nr. |52
Zweites Statt
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Di- ..«ietzener ^amiBtnUetkr' ron*«n b«m ,3lnjcinet‘ » 1 -rmal wöchentlich beigelegl, das „ltrrisdlan für den Kr«ts Kietze," zweimal wöchentlich. Die „kwdwffffchaftiichen Je«. fra^ili“ erscheinen inonaeüch zwennal.
m Jahrgang
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesjen
vonuerstag. 2.Znü
Rotationsdruck und Verlag der «rühl'schen UnwerfilatS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Drtlckerei: Schulstraß« 7. Expedtkron und Vertagt e^®51. Redaktion: S-EII3. Tel.-Adr.:Anjc,gerG>eßen.
höfisch« Lrtze Aammer.
m w ~ rb. Darm stabt. 1. Juli.
^ n ^«^Zvt^w-dc- -taotsimnister Dr n. Ew a I d,Jrnan,- mttnfkr Dr. Braun. MinMer der Innern v Hombergk, Lraatsrar Lorbacher.
ir-.i dräsident Otraf v. Göry-<Lchlitz eröffnet die Satzung um
1 U 1 , 4 liQT
Ernrcher Beratungsgegenstand ist die Reqaerunazvorlaac betrestend die
Revision der Gesetze über die religiöse» Orden ic.
Nachdem dir Dringlichkeit der Vorlage beschlossen worden ist eritattrt
. j^eh^ .tUltijrat K l ein schm idt den mündlichen Aurschuß- .oio : .1 darauthin, daß die ganze Frage schon im Mörz
die Kammer bctchäfttgt Hobe und daß dieselbe frmar dem Er, '„chen der Antrags Tr. Schmitt aus Vorlemmg eines dier- bezuglichen Ge,etzentwur,s. nicht aber der Begründung des Antrag- nellerS bei getreten sei. in tvelcher ..Gleiche- Recht für alle" »erlangt wurde usw. Der Referent legt dann die oon der Zweiten ftanrnifr oesmlosienen Abänderungen der Regierunff^vorsage näher dar. Am meisten umitritten loar die Best mnuuu g über die erloci- tcrtr Zulassung von Lehrschwestern sür dos Institut der Äiglischen -'rintern „nd die Zulassung neuer Ordensniedcrlassungen. Be- 'vnderr beowrkenswert war der Beschluß der tlwenen Kammer, daß die Zulassung weiterer Lehrschtvestern nicht, wie dicRegierungs-, »orlaqe es wollte, nach Maßgabe des Bedürsnisses erfolgen soll, sondern die Zahl der Lehrschwestern aus den Stand vom t April 1914 beschränkt bleibt. Der Redner beantragt schließlich, der Regierungstwrlage nach den Abänderungsbeschlüssen der Zweiten Kammer znzustinrmen. Der Gcsetzgebungsausschuß beantragt serner die Annahme einer Entschließung Dr. Osann, daß die Abstimmung k-ine Präsudi; sür die bevorstehende Novelle zur Volksschulgesetzgebung bedeuten solle und den Antrag, die Regierung M ersuchen, alle drei Jahre in eine Tcnkschrist über den o>tand der Ordens- angelege»heiten- vorzulegen.
Die beiden Ausschußmitglieder Fürst Solms-Dohcnsolms-Lich und Gras E t o l b e r g - Rvßla erklären, daß sie nur aus Zwcck- maßigkeitsgründcn der Entschließung zustrnrmtcn.
In der Generaldebatte nimmt zuerst das Wort Prälat v Flöring Er stellt zunächst sest, daß bei dem Erlaß des O rdensqesetzes vom Jahre 1875 die Evangelische Kirche in keiner Weise beleidigt getoesen sei. Besonders die Zulassung neuer Ordens- niederlassungen in Bensheim und Offenbart, und die Genehmigung einer Benediktiuerniederlassung in Mainz babcn in weiten evangelischen .Ereilen große Besorgnisse erweckt, weil keinerlei Gewähr sür die Wahrung des religiösen Friedens gegeben sei und namentlich aus dem Gebiet der gemischten Ehen durch die neuen Niederlassungen weitere Ilnzuträglichkeitcn eintrelen würden Die Haltung der Regierung sei im Gegensatz zu srichcr jetzt viel entgegenkommender gewesen. Es sei doch uscht in Abrede zu stellen, daß mit der jetzigen Revision nur der erste Schritt zum Abbau der ganzen Ordeusgesetze getan wird.
Graf Erbach-Fürst-enau gibt seinem Schmerz und Be- dauern darüber Ausdruck, daß bei den Verhandlungen in der Zweiten .Kammer so viel Wasser in den Wein gegossen worden ist. Die schuld daran trägt die Agitation der evangelischen Geistlichkeit. Sie betont das historische und das ideale Moment und das ist sehr schön, aber sie vergißt, daß das alte Verhältnis schon lange nicht mehr besteht. Ms sich früher ein Monarch darüber beklagte, daß er die Vers! .... polnischen Namen nicht behalten könne, wurde ihm erwidert: Haben Majestät die verfl .... polnischen Länder eingesteckt, so nrüsjen Sie jetzt auch die verfl .... volnischen Namen behalten. Das müsse auch sür Hessen und seine katholische Bevölkerung Geltimg haben. Au» der ganzen Agitation und auch aus den Worten des Vorredners klang die Besorgnis heraus. Nur dann, tvcnn diejenigen Recht behalten sollten, baß in der evangelischen Kirche nur der Deckel der Bibel und von ihrer Tätigkeit nur der Kamps gegen die katholische Kirche übrig bleiben werde, sei eS an der Zeit, sich vor Rom zu fürchten.
Domkapitular D. Bcndix: Die Mitglieder dieses Hauses werden ja ihre Meinung schon längst sestgelegt haben, er halte sich aber doch für vervilickitek, noch einmal die ganze Entwicklung der Sache darzutege». Es handle sich durchaus nicht um irgend eine volltischc Aktion des Zentrums, irgend emen politischen Erfolg, und es könne durchaus nicht von einem S-ieg des Zentrums gesprochen werden, mir dies im gestrigen „Tägl. Anz." geschehe. Man wolle nur Hilse und Stütze erhalten sür die inneren Angelegenheiten der katholischen Kirche. Ohne die erst in letzter Stunde eingebrach- ten Anträge des Abg Korell-Jngelheim wäre die Vorlage der Regierung glatt angenouimeu worden, jetzt seien die Errungenschastei« aus ein Minimum herabgeschraubt worden. Die Fassung der Zweiten Kammer sei sprachlich ichlecht. gesetzgeberisch ungekämmt und sachlich nickt verbessert worden Redner wendet sich gegen die Befürchtung, daß durch das Gesetz in Hessen eine „Verklösterung" cintreten könnte. Wenn wirklich die Tätigkeit der Frauen und Mädchen in den Orden zunähme, so würde das doch in sozialer Beziehung gewiß kein Unglück getoesen sein. Sehr ausführlich bespricht der Redner dann die einzelnen Abänderungen und die Anträge Korell- Jngelheim, und fcctlam, daß >» der Debatte Ausdrücke, wie die „Macht der loten Hand" usw. fielen. Der Abg. Korell-Jngelheim habe den religiösen mit dem politischen Standpunkt zusammenge- wvrscn; sogar die rote Seite, die Sozialdeinokraten hatten bestätigt, daß Korell Recht habe und ihr Standpunkt von dem seinen gar nicht weit auseinander gehe. Eine große Gesahc für die Gesellschaft bilde dock, die Auiiassunq des „Pfarrers Korell", der sich als links- liberaler Theologe bekennt, daß er behauptet, auch das Wesen der katholischen Kirche von der gemütlichen Seite zu erfassen: D,e Abg. Dr. Osann und Dr. Stephan hätten Anschauungen vorgetragen, die der alten Zeit angehörtc», die aber aus dem altliberalen Standpunkt heraus zu verstehen seien. Es sei bezeichnend. daß der sozialdemokratische Abgeordnete Ulrich instinktiv hcraussühlte, es sei sür ihn in der Vereinigung des liberalen Pfarrers und des radikalen Schulmanns etwas zu holen. Ter Redner gibt zum Schluß eine von ihm und mehreren anderen katholischen, sowie einem evangelischen Mitglied des Hauses unlcrzcichnele Enrjchlicßung bekannt, Ivorin Ile erklären, daß Ire nur unter schweren Bedenken der Vorlage zustunmen tonnten, Sic bedauerten die Verschlechterung der Regierungsvorlage r» der Zweiten Kammer besonders durch die unbegründete Einfügung fchnlpolitifcher fragen int Zusammenhang mit der zu erwartenden Volksschulnovelle. 'Trotzdem wollen aber die Unterzeichneten nir die Berlage stimmen, um die Dringlichkeit und das Bedürfnis der Vorlage zu betoneii, andererseits auch, lneil ne zur megreruitg, deren sachliche. dem konfessionellen Frieden dienende .valtung ne dankbar anerkenne, das Vertrauen hegen, daß ne m Erkennung dieser Dringlichkeit eine baldige Amvendmrg des Gesetzes ermög
lichen wird. m * n cyf •
Nack, einer kurzen Pause wendet ,lch Pralat v Flortng gegen verschiedene ^Ausführungen des Grasen Ewbach^^tmau. Dessen Bebauer,i. daß etwas Wasser in den Wem bei den «er- Handlungen gegossen Ivordcn ie>, teile er Ntchl. Die Beho>wtung. daß die ganze Agitation durch die evangelische Gezstlichkeit hervvr- aeruien worden «ei, heiße doch, die Intelligenz des Landes niedrig einickätzen. Der Herr Graf ,volle mit lernen Bemerkung" den evangelischen Geistlichen nwhl überhaupt dm RechtavtMechor, nck über die,'« Frage zu äußern. We nn er, Redner, rwn B^orgin,stn m der cvangel. B-völkening gesvrochen habe, ,o lagen dme mcht.
,me Gras Erbath-Fürstenau wohl meinte, etwa darin, daß durch d>e Vorlage der Bestand der eoangelischen Kirche gesährdei werden könnte, sondern er hege nur Besorgnisse bezüglich des iriedlrchen Zusammenlebens der beiden Konsessionen. Für das, >vas Abg. Korell rn der Zweiten Kammer geäußert habe, brauche la wohl der Redner hier nicht emzutreten. Er müsse aber doch entschieden dagegen austreien, daß hier eine thevlogiicke Richtung in der Kirche mit einer bestimmten ootitischen Parlet idcittisiziert iverde. Der vom Grasen Erbach-Füntenau gegenüber betonten Ohnmacht 9er evangAischen Kirche bemerke er, daß ihre besten Waffen in der Bibel und in den Errungenschaften der Reformation liegen.
^ Gras Erbach - Für st en an erwidert kurz uud sührt aus, datz er den evangelischen Geistlichen iricht habe zu nahe treten wollen.
Damit ist die Generaldebatte beendet.
• In der E in zel her a tun g werden die verschiedenen Artikel des Ge^tzes mit den von der Zweite» Kammer beschlossenen Acn- derungen angenommen, desgleich die Entschließmig des Abg. Dr. Osann, daß mit diesen Beschlüssen sür die kommende Bcraiung der Novelle znm Polksschulgesetz lern Präjudiz geschaffen werde, und der ?lntrag Dr. Osanns, ivorin die Regierung um die Vorlage einer Deukschrist sür jeden Landtag ersucht wird. Wie vorher schon zwei andere Mitglieder, erllären jetzt auch Gras G ö r tz und Fürst Bscnburg - W ä chtersbach, daß ihnen die Zustim mung zu der Entschließung schwer werde und sie sich nur aus Zwecktnäßigkettsgründen dazu entschlossen hätten.
Bei der Gesamtabstimmung wurde alsdann das ganzeGesetznachdenBcschlüssender Zweiten Sammet mit allen Stimmen gegen die des Prälat l>. Flöring angenommen, der seine Wstimmung kurz motivierte.
Tie Tagesordnung ist damit erledigt und die Sitzung schließt um Uhr.
Nächste Sitzung: Mittwoch, 8. Juli. _
Au, Hessen.
Fünf neue Amtsrichter st eilen,
Darmstadt, 1. Juli. Der varlamcntarische Ausschuß zur Vereinfachung der Staatsverwaltung hielt heute nachmittag unter Vorsttz^des Staatsministcrs Dr. v. Ewald eine Beratung ab, der auch Staatsrat Dr. B e st beiwohnte. Ter Ausschuß hatte sich mit der Prüfung der aus Antrag der Abg. Dr. Osann, Dr. Stephan und Dr. Winzer bewilligten 7 neuen ?lmtseichter- und 2 neuen Staatsanwaltsstellen zu beschästigen. Das Justizministerium hatte in einer kleinen Denk- schrist von diesen neu zu schassenden Stellen fünf Amtsrichterstellen sür notwendig erllärt und zwar je eine für D a r m st a d t II, Mainz, Osfenbach, Gießen und Bad--Nauheim. Diese 5 Amtsrichterstellen wurden nach längeren Erörterungen vom Aussehnß gutgehelßcn und genehmigt, die weiter angesorderten 2 Amtsrichter- und 2 Ttaatsanwollsftrllen abgelehnt.
Darmstadt, 1. Juli. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer versammelte sich heute nachmittag zu einer Beratung über die beiden Regierungsvorlagen, betr. den Erwerb der Fürstlich Braunselsschen Braunkohlen» gruben zum Preise von 36V000 Mk. und der damit in Verbindung stehenden weiteren Vorlage aus Erweiterung der Braunkohlen grübe „L u dws gsh o s f n u n g", für welche die Anlage emes dritten Maichinenaggregates usw. zum Preise von 250000 Mk. durch den Erwerb der Fürstlich Braunfelsscheu Koblero- gruben erforderlich werben würde. Der Finanzausschuß besehloß nach eingehender Beratung, den vom Staat vorgeschlagenen Erwerb dieler .Kohlengruben und damit auch die gevlante Erweiterung der Braunkohlengrube „Ludtoigshosfnung" bei Wölfersheim zurzeit abzulehnen, weil sich aus den Unterlagen nicht mit vollständiger .Klarheit die Verhältnisse überblicken lassen und weil dem illüsschuß _bie Entschließung über so wichtiger Vorlagen so kurz vor dem Schluß des Landtags nicht mehr möglich und zweckmäßig erscheint.
vmazzo vor dem Zoll.
D lt r a j j o, 30. Juni Nach emem gestern abend hier eingelaufenen. bisher geheimgehaltenen Telegramm drmig Prcnk Bibdoda am Sonntag bis Malpiizi vor. Hier fand ein kurzer Kampf mit den Rebellen statt, woraus Prenk Bibdoda seinen Leuten den Rü ckzu g befahl nud bis Jsni znrückging. Die freiwilli-gen Artilleristen Mertens und Pekosta Czak brachten die dort befindliüien Geschütze in Sicherheit. Die durchaus unbegründete Flucht P r e n k Bibd o da s, welche teilweise auf freuide Einflüsse, teilweise daraus zuriukgeführt wird, daß der lgrößle Teil der Mannschaften, anstatt in den Stellungen zu verbleiben, auf Raub ausgezogen war, hat in Durazzo große Enttäuschung hervorgeritfe». FürdenNachmittag ober morgen wird ein Angriff der Rebellen aufdieStadterwartet. Es wirb befürchtet, daß, wahrend Prenk Wbdodas Truppen gegen Norden adziehen, die Rebellen die gegen Prenk Bibdoda konzentrierten Mannschas- ten zum Angriff auf die Stadt heranziehen. In der Richtung von Kavaja gegen Rasbul sind ungemein starke und lebhafte Verschiebungen der feindlichen Streitkräfte beobachtet worden.
Durazzo, 30. Juni. 10:40 Uhr abends. Nach einer Meldung der „Agenzia Steiam" hat Prenk Bibdoda seine Truppen ent- lassen und sich nach Alessio zurückgezogen. Anscheinend hat er die Unmöglichkeit eingesehen, den Rebellen noch länger Widerstand zu leisten, und es vorgezogen, sich zurültznziehen, um Plünderungen zu vermeiden.
Wien, 1. Juli. (W B.) Die „Neue Freie Presse" meldet aus Durazzo: Angesichts der schwierigen Lage hat die Re- gierunq beschlossen, die Minister Turturi und Musid nach Italien zu schicken, um mit Essad Pascha in Unterhandlungen einzutreten, damit er zu G u n st c n des Fürsten interveniere und ihn vor dem vollständigen Ruin bewahre. Tie Minister begeben sich dann nach Rom, um zusammen mit Turkhmi Paicha mit der ilalienischen Regierung zu konserieren.
Durazzo, 2. Juli. Heute früh 8 Uhr wurden die sterblichen Ueberrestc des Obersten Thomson, der in den Kämpsen vor Durazzo gefallen ist, durch albanesisck)c Gendarmerie nach dem Hafen gebracht. Die holländischen Lssiziere, Vertreter der Kontrotlkommpsion und die Btinister gaben dem Zuge das Geleit. Beim Konak schloß sich auch der Fürst dem Zuge an. !Hauptmami Thomson, der Älruder des Gefallenen, sprach seinen Tank für diese Ehrcnbczeugmigcn ans.
Wien, l. Juli. Wie die „Neue Freie Presse" von diplomatischer Seite erfährt, hat der srmrzösischc Botschaitcr T u m a i n e vor einigen Tagen dem Grasen Perchtold initgetcill, daß die sran- zösiscke Regierung grmidjatzlich mit dem Bonchlag einverstanden sei, daß dm Kommandant der internationalen Truppenabteilung in Skutari. Oberst Philipps mit Hilfe der in Ikntari antoe-
,enden internationalen Offiziere ein Korps von 3000 Mann bildet, das aus Albanesen refnmert und von europäischen Offizieren au sqebildet werden soll,
Wi ebi, l. Juli. Die „'Neue Freie Presse" meldet aus T>u- razzo: Hier wurde die Aufftellung eine. Fremdenlegion beschlossen. > — Tie Ausnahme in die Legion findet ansichließ- lich in Durazzo statt.
JIus nterfo.
Washington , 1. Juli Nach e „er Besprechung mit Staatssekretär Bryan bezeichnetc Präsident Wilson die Lage in Mexiko als so günstig, wie sie den Umständcu nach sein könne. Er hoffe immer noch, daß die Vernffttlung zum Frieden führen werde, und glaube, daß säum viel Gutes dadurch erreicht sei, daß das gute Einvcrnehme» zwischen den Vereinigtei, Staaten und dem lateinischen Amerika sich bestätigt habe.
Washington, 1. Juli. Der englische Gesandte in Ntexiko, Car den, benachrichtigte den englischen Boffchaffer i» Washington, die britischen Staatsangehörigen in Äiexiko seien im Begriff, die Stadt zu verlassen und in Soitderzügcn nach Beraeruz zu fahren. Tie Mffffin, die Fliichtlrnge nach Puerto Mexiko zu bringen, sei gufgegeben worden.
Niagara Falls, 2. Juli. Die Absicht, die Vermitt- lungskoujerenz aus unbestimmte Zeit zu vertagen, ist aut Vorstellungen der .Regierung ber Vereinigten Staate» «oieder ins Wmiken geraten. Die amerikanische Regierung deutete an, daß eine solche Vertagung als -ein Abdruck, der Vcrbaudtungen gedeutet werden könnte. Diese Anschauung der Regierung der Vereinigten Staaten wurde den sichanierikanlickü» Delegierten mu- geleilt, die daraus erllärtcn, ihre 'Abreise bis morgen verschieben zu wollen.
Provinzial-Ausschutz der Provinz Obcrhefleiu
Gießen, den 1. Juli 1914.
Anwesend: Prorffnzialdircktor Geheimrat Dr. Usinger, als Vorsitzender, 4 Mitglieder und 1 Ersatzmitqlied. Beainu 3>/, Uhr, Ende 5'/- Uhr.
Enteignung von Gelände in der Gemarkung Alsfeld zur Erweiterung des Bahnhofs Alsfeld. Zur Ertoeiterung des Bahnhofs 'Alsfeld bean spracht die Kgl. Eisenbahndirektiou Frankfurt a. M. eine Anzahl Grundstücke, über deren 'Abtretungsprets sich eine gütliche Einigung nicht erzielen ließ. Die Lokalkommission erstattete unter Zuziehung Sachverständiger ein eingehendes Gutachten und legte die Akten dem Prooinzialausfchuß zur Entscheidung vor. Nachdem dieser an Ort und Stelle Einsicht genommen hatte, ivar heute zu,lachst über den Antrag der Eiscnbahndirektimi mis vorläusiqc Besitzeinweisung zu entscheiden. Der Proviuzialauchchuß erkannte das Unternehmen als dringlich au und erklärte die Eintversung der Unternehmerin in den Besitz der zu enteignenden Grundstücke gegen Hrnterlegumg der von der Lokalkvmmission begutachteten Entschädigungssumme von 47 198 Mark für zulässig. Spätestens nach Mäuf von zwei Monaten nach Rechtskraft dieser Entscheidung ist unter Erbringung des Nackzweises der reckstsgllltigeu Hinterlegung der Entsckwdi- gungssumme die Befitzeinweifung zu beantragen. Die Kosten des Verfahrens fallen der Unternehmerin zur Last. Uebcr die Höhe der zu ge'.vährenden Entschädigungen hat ber Pro- tnnzialausschuß nach erfolgter Besitzeinweisung zu entscheiden.
Aus Stavt und CanO,
• Gießen, 2. Juli 1914.
** Verein für hessische Geschichte undLan- deskunde. Die diesjährige Dersammlung des Vereins für hessifckze Geschichte und Landeskunde findet am 7. ?Iugufk M Kirchhain statt.
** Der Gießener Ko hl eub e z u g s v er ei n , der jetzt 18 Jahre besteht, hat es während dieser Zeit verstanden, regulierend aus die Brennstoffvreise im Kleinhandel im Interesse der Allgemeinheit einzuwirkm. Die Bereinigung bezweckt, ihren Müglicdern, die sich aus allen Kreisen der Bevölkerung zuianimensetzen, Kohlen usw. aus geiwssenschastlichcr Grundlage zum Selbstkostenpreis zuzüglich der Unkosten und 3 Psg. Verwaltungskosten für den Zentner zu liefern. Der Umsatz für das Winterhalbjahr hat sich aut öS 153 Zentner gegen 48 315 Zentner im gleichen Zeitrauni des Vorjahrs gestellt. Die den Mitgliedern berechneten Wintervreise stellten sich sür den Zentner: Nußkohle 1.22 (1.19) Mk„ Antrazitkohle 1.78 (1.74 1 Mk, Hüttenkoks 1.54 (1.48: Mk., Enorm Antrazitbrile-es 0.83 (0.83) Mk. frei Haus. 'Das Einbringen in den Keller wird für den Zentner mit 2 —3 Psg. berechnet. Tie Veremigung ist in Gießen der größte Abnehmer in Breimmaterial, soweit der Handel in Frage kommt, der den Kleinkonsumenten versorgt.
' Die Heuernte im Vogelsberg. Die Heuernte hat mit Anfang dieser Woche im Vogelsberg allgemein begonnen und fällt durchschnittlich befriedigend aus. Roch vor 14 Tagen rechnete man mit einer schlechte» Heuernte, da dos Bodengras durch die kühle Witterung nicht zum Wachstum gekommen ist: doch haben die letzten 8 Tage noch vieles nachgeholl, so daß man mit einem Turchschnittscrtrag von 70—80 Prozent rechnen tarnt. Aus den Bcrgwicscn steht das Gras allerdings spärlich, dagegen ist aus inanchen Talwicsen reichliches Futter vorhanden. Für den Zentner gutes Wicscn- heu wird von dem Proviantamt Fulda- 2,70 Mk. geboten, frei an Ort und Stelle geliefert. Tic Landwirte halten jedoch mit dem Verkauf noch zurück, da sie später auf bessere Preise hoffen. Zudem ist man noch aus den Ausfall dev Grnmmeternte angewiesen, die selbst bet günstigem Wetter im Vogelsberg keine» großen Ertrag liefert, da man wegen des früh ein'setzenden Herbsditebels schon zeitig mit dem Grummetniachen beginnen muß, >vo das Gras noch in bestem Wachstum begrisfeu ist.
Landkreis Gießen.
= Lick, 1. Juli. Für das sür den 11., 12. und 13. Juli unter dem Protektorat deS Fürste» Karl ,» Solms-Hobensolms-Lich peplante 3 0. Bun dessest des Lahntal-Sänaerbundes arbeiten die emzeinen Ausschüße mit Elser, ,»» den alten Rul Lichs als Feststadt auch diesmal wieder zu Ehren zu bringen. Für 600 auswärtige Sänger sind die Quartiere bereits vorgesehen, das Fefl- buch mit emer eingehenden Darstellung der Geschichte Lichs wird in nächster Zeit erscheinen und auch aus dem Festplatze beginne» bereits fleißige Hände steh zu regen.
Kreis Büdingen.
II. Büdingen, 30. Juni. G e m c, n d e r a I S , i tz u » g. Der Voramchlag der höheren Bürgenchule -Mädchenschule: zu Büdingen für 1915 Ivird vorgelegl. Der Zuschuß der Stadt beträgt 250 Mark, die bereits in den städtischen Vorauichlag cingc» stellt und genchmrgt ivorden sind. — Tie Aussühruna der


