«ft- «ZI Drittes Watt Zahraana
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Gietzener Anzeiger
Seneral-Anzciger für Gberhesien
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hessische Lrsie ttammer.
rb. Darmstadl, 30. Juni.
Am Regierungsft'che: ^taatsmiiftster Dr. v. Ewa l d.Finanz- mrmster Dr Braun, Minister des Innern v Hvm'bergk, ^taatsrätc Suffe r^t und Lorbacher
President Gros v. Görtz-Schlitz eröffnet die Sihlivg um
10',« Ubv.
9«üA Verküntagvng einher Emläuft machte der Präsident Mitteilung von einer Einladung der qroßbcr zvg 1 rck) en Negierung zum Befuch der Gewerbe- ansstellung zu Gießen am l 7. Juli und tato zu wbl- vnrhrr Beteiligung ein.
”1)10 Regierungsvorlage, betreffend 9üack>sycisunqen über die Staatseinnahmen und -Ausgaben des Großherzogtums 'm Etatstabre 1910 nebst 61 Anlagen ,md den von der Ober reebnunaSfammer gegebenen Erläuterungen, nnrd ohne Debatte genehmigt, ebenso d,e Regierungsvorlage betr. die Tagegelder und Reisekosten der Ständemitglieder.
Bei Beratung des Antrags Fenchel, Leun u. Gen., betr. die Gebühren für Gemeinde- „nd Kirchenreckmungen erklärt Pralat s). Flö ring, daß er dem »om Ausschuß gestellten Antrag aus Ablehnung dieses Antrags nicht beitreten könne. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß an die Mschgffung dieser Gebühren nur gedacht merdeu kann ,m Zusammenhang m,t einer durchgrerfenden Organ, fotion dieser Revisionsbehörde.
Dar> bau* tritt dem Antrag auf Ablehnung bei.
Bei dem Antrag .Henrich u. Gen., betr. das Wahlrecht der 'ttievttabnbeamten und Arbeiter beschließt das HauS Beitritt zu den? Beschluß der Zweiten Kammer.
Zu, Regierungsvorlage betr. den Gesetzentwurf über die L o-s g c s e l l i ch a f t e n, die Veräußerung von Inhaberpapieren und den Handel mit Lotterielosen, legt Staatsminister Dr. v Ewald kurz den Zweck des Entwurfs dar und empfiehlt, die vom Gesetzgebungsausschuß beantragten Abänderungen zu Art. 1 und 2 der Vorlage anzunehmen und den Art. 7 nach der Regierungsvorlage anznnehmen.
Geh. Iwsttzrot Dr. Leist bestätigt die Ausführungen des StaattmftnrsterS und das Haus genehmigt ohne weitere Debatte die sämtlichen Artikel dem Antrag des Ausschusses gemäß. Inbetreff to Vorstellung deS KanzlerbienerS A. Wersel in Dann- stabt, to Vorstellung das Iustrzrots und Rechtsanwalts Lin dt in Darmstadt, bett. Besserung der Zustände im Anwaltswesen, tritt das Haus to, Beschlüssen der Zweiten Kammer bei
Drc Regierungsvorlagen, betr. Durchführung der elektrr- ichen Straßenbahn durch die Äochfchulsttaße in Darm- stodt und dett. Auflösung und Verkauf des HofgutS Senßfelder N>oi, werden genehmigt, desgleichen tritt die Kammer den Bc- 'ckckLHen des anderen Hauses betr des Antrags Leun und Fenchel über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, bett'. die Vor. steLrng des Landesverbandes der Rirrgernreister der Landgemein den. betr dre PvowkoOrernng der IlmmobttiarveräußerungSver- rr4ge drnel: die Ortsgertehfe imd betr der Vorstellung der Orts- «rnd Pokrzerdrener Oberhellens um Regelung ihrer Gehalts- und AnÄeÜuwgsverbälrniste bei. Bei der Vorstellung der 'Zrereivigung ei i 'ktt-r j chei- Sve.mlftibrikrn m Berlin, betr die lleberlanbzenttata der Stadt Offenbach, cntspinnt sich eine längere Debatte.
Oberdurgettneiste, Dr. Göttelmonn führt als Ausschuß referent ans, daß die kleinere» Landgemeinden von den großen (Aertrizttäbsgesellschafteii meist übers Ohr gebauei: werden. Der Ausschuß beantragt desl>alb die von der zweiten Kammer hierzu besctzchjenr Resolution wie folgt abzuändern:
„Zur Versorgung der Gemeinden mit Elektrizität, Gas, ^Zaster und dergleichen ist den Gemeinden zu empfehlen, sich zu Vvovinzialnerbänden oder (-verkverbänden unter Führung einer größeren, durch den Besitz entsprechender Werke hierzu besonders befähigten ^tadt zusammenschließen ri>cr sich einer bestehenden städtischen lleberlandzenttale auzm'ckließen Nicht zu empfehle,: ist der Zusammenschluß von ländlichen Gemeinden allem ohne Iührnng einer größeren Stadt zu solchen Zweckverbänden, ebensowenig der Zusamnienschluß von ländlichen Gemeinden und einer Vttvatqesellschatt oder der Abschluß von Lieiernngsverträgcn von londlütot Gemeinden init einer Privatgesellschaft."
Mftftster von Hombergk wendet sich gegen die vom Aus- scknrßberi'chterstatter ausgesprochenen Befürchtungen und erklärteauch einen vom Banllürektor Parcus beantragten Zusatz zu der Entschließung für überflüssig, da die Regierung nach ben Bestem mmigen der La,rdgemeindeordnung schon ohnedies eine Prüfung und Genehmigung dreser Verträge vorzunehmcn hat.
Nach weiterer Debatte, in welcher Gewcrberat Falk dafür ein tritt, daß bei der Vergebung der Arbeiten auch die kleineren Ge wertoreivendcn berücksichtigt würden, zieht Bankdirektor Parcus seinen Antrag zurück. Ein vom Fürsten I s e n b u r g-W ä ch t e r S- h o di gestellter Antrag, der Entschließung der Zweiten Kammer beizutreten, wird schließlich abgelehnt und die vvrgeschlagcnc Ent schließnng des Ausschusses Erster Kammer mit 18 gegen 14 Stimmen angenommen.
Ohne Debatte tritt das Haus dann den Beschlüssen Zweiter Kammer bezüglich einer Reibe von Vorstellungen bei. Dagegen wird den Ausschußanträgen entsprechend beschlossen, der Vorstellung des Vereins seminaristisch gebildeter Lehrer an den höheren Bürgerschulen um Gleichstellung mit den Lehrern der höheren Lehranstalten, und dem Antrag des Abg. Dr. Winkler, betr. die Bekämpfung des Heu- und Sauerwurms, iftcht beizutreten.
Bei Beratung der Vorstellung des Verbandes der HauSbesitzcr- vereinc Hessens, betr. die Aufhebung der Wertzuwachs- st e u c r. die dahin ging, die Werlzuwachssteuer aus Haus- und ländlichen Grundstücken von, 1 April 1914 völlig amzubebcn und lns dahin die Wertzu,vachssteuer außer K-raft zu setzen, hatte die Zweite Kampier Llblehmtng der Vorstellung beschlossen. 'Der Ausschuß der Ersteit Kammer beantragt dagegen, die Vorstellung der Großb. Rcgierüng zur Berücksichtigung zu überweisen.
Frbr. H e i, l zu H e r n s h e t m gibt eine ausführliche Be gnütdung des Ausschußantrags. Das frühere hessische Gesetz habe sich mis die Gemeinden mit mehr als 3000 Einwohnern beschränkt, wogegen das Reichsgesetz aus alle Gemeinden ausgedehnt werden könne. Bei der Veranlagung zur Gemeindesteuer sei neben dem gemeinen Wert auch der Mittelwert zuläsftg, der sich aber nicht als praktisch oder vorteilhaft erwiesen habe. Man habe bei der Ermittelung des Wertes bei Gebäuden in Rheinhessen Vergleiche mit Tarmstädter Gebäuden und bei solchen in Darmftadt sich aus Hauser in Wiesbaden bezogen, um den Begriff „Luxuswert" sest- .ustellen Es würde,: auch'alte Gebäude, d,e unter Denkmalsschutz stehen und nicht veräußert oder verändert tverdcn könnten, als Luxusgebände besteuert. Nickst etloa durch Aufdeckung von stener- binterziehungen, sondern durch das von den Finanzämtern erfolgte Prinzip, möglichst hohe Steuererträgc zu erzielen, sei to der Bcr onlagung ein Mehrertrag von 263000 Mk. erreicht tvorden. Dre Grundbesitzer in den Städten hätten von dem Erttagswert vielfach deshalb keinen Gebrauch gemacht, tveil die Berechnung des 2osachen
hoch ,lnd das 20sachc das Mchttge iväre. Die Wehrsteuer und uock, mehr die Bentzsterter hätten zu unklare Bestimmungen und Begriffe über Lurus und Ertrag geführt. In den Republiken, z. B. in der Schweiz, werde von jedem Einwohner eine Kopffteuer erhoben. und'es wäre kaum unbillig gewesen, wenn man auch dem Ackeftei die Möglichkeit gegeben hätte, dem Vaterland eine kleine EhrentaistunA, und wenn auch nur 50 Psg., zu opfern. Würden
tock> in manchen sozialtoitokrotischen Gewerkschaften bis zu 92 Mark Beitrag im Jahre bezahlt. Die Grundsteuer sei in allen hessischen Städten ganz erheblich gestiegen, die in der jüngst vorge- legtcn Denkschrift übe: die Wirkung des Gemeindeumlagengefetzes bezeichneten Klagen dürsten ihtt volle Berechtigung haben und man »verde sich voraussichtlich init dieser Denfschrist noch näher beschäs ft gen. Bei der Geiverbesteuer müsse auch die Frage der Berechnung des Betttebstapitals rtahcr erörtert und klarere Bestimmungen über die Ermittelung des Enrages getroffen werden.
Minister v. Hon, bergk erklärt, daß die Neuregelung bei Wenzuwachssteuer bis zum 1. April 1915 eNolgt fein müsse und die Regierung beabsichtige, auch an die Städte und Gemeinden mit Umfragen heranzutreten. Dabei wird das Ministerium auch die sehr beachtenswerten steuerpsl,chftqen 91uSsührungen in Bc rürtsichtigw,g ziehen. Den Gemeinden die Autonomie bei der Wertzutvachsstcucr wieder zu entziehen, erscheint nwhl nicht angängig.
Oberbürgermeister Tr. G ö t t e l m a n n wendet sich gegen verschiedene Ausführungen des Frbrn. v. Hehl und erklärt, daß er dem ?1usschußantrag mif Ueberweisung der Vorstellung an die Regierung zur Berücksichtigung nickst zusftmmen könne, da dieselbe sehr starke Uebertreibungen und Unrichtigkeiten enthalte. Es sei richtig, daß der ländliche und städtische Grundbesitz gegenwärtig eine schwere Krise durchzumachen habe, aber man könne doch nicht überall mit Gesetzen Abhilfe schassen wollen. Redner beantragt, die Vorstellung der Regierung „als Material" zu überweisen.
In der weiteren Debatte wendet sich Frbr. v. Hehl gegen den AbänderungSanttag des Vorredners und betont, daß vor allem der Standpunkt der Gerechtigkeit festgehalten lverden müsse Der Ausschuß habe es nicht nnt den etwaigen llcbcrtreibungen in der Begründung zu tun. sondern nur mit den beiden Sätzen des Antrags.
Oberbürgermeister Dr. Göttelmann befürwortet nochmals die Annahme seines Antrags
Bei der Abstimmung wird der Antrag des Ausschusses auf Ueberweisung zur Berücksichftgung mit allen gegen 3 Sftmmen angenommen.
Ohne Debatte werden daraus die Regierungsvorlagen, betr. den Londdamm in der Gniarkung R ü s s c l s he i m , s^>wic betr. die OKlandeobttetirng in der l.'öemarkung Gei ns beim, weiter die Vorlage betr. die Dienstbezüge der st o a t l i ch b e st ä t: q t e n Forst warte mrd betr. die Anstellungsverhältnisse der hessischen mittleren Beamten in der preußisch-hessischen Eisenbahngemein- schast und betr. den Automobilvcrkehr Trösel—Wein Hein, in der Fassung der Zweiten Kammer angenommen. Dagegen beschließt das Haus den, AuSsckmßantrag entsprechend, die Regierungsvorlage, betr. die Förderung von Kroflwogcnlrnien nickst mehr in ^Beratung zu nehmen, sondern die Regierung zu ersuchen., den Ständen aus Grund der Erfahrungen mit den bisher staatlich unterstützten Kraftwagenlinien rn andern Bundesstaaten eine neue Gesetzesvortage zugehen zu lassen.
Damit ist die Tagesordnung erledigt und der Präsident schließt die Sitzung
Nächste Sitzung : Mittwoch vormittag 10 Uhr. Einziger Be ratungsgegenstand ist die Ordensvorlage.
veretnsnachrichte«.
-- Sten»<rravkie Ain Somiiai, den 28. send
in nietttxHb die biec-iöftrifle 'Se.irBnerl'nmmUmg her 2 to>ze- idurenftben ©dmleritrrtogrnöber. mi* Heiden und Ärct? Wetzlar statt Do-.. Dettstttreiben. da? wie geN'ödniich den Mittelpiinft der Taffimg bildete, sand ernc Beteiligung von über lOOSchüier-- steiwgravlie». Der diesige Verein am L. il. Gdmuasium hatte »an seinen 24 ordentlichen Mitgliedern nick» iveniger als 18 sür lOssenboch aus die Beine gekracht, die trotz der diesmal erschwerten Bedingungen sgintlich mit Preisen gusgeteichnet werden konnten. ?lbt. 200 <£ilbeit: 1. Preise: TVcrrb. Strack. Ludw. Bücking, Abt. 160 <3iCbcitj 1. Preise: Kurt ssrey, W Lchggs, Franz Haber. Mt. 120 gilben: l. Preise: .itarl (s kl gisch, 28. Trautmann, Hch. Nikolaus: 2. Preise: E. Grein, O. Henning, H. ilkniever. Abt. 4 00 Silben: 1. Preise: B. Bleber, A. 28estphal, K.Movtz: 2. Preise: E. Rernekoatd, loch, tzgpke. ?Ibt. 8 0 Silben: l. Preis: Tilly JLeil. Abt. 6 0 «ülben: 1. Preis: K. Selig. Beim Wett- lesen errang der Verein 8 Preise, darunter den 2. und 3. Dank dieser hervorragenden Leistungen war es dem Verein auch diesmal vergönut, heim Wettbewerb um den Wanderpreis, den er zu neiNeidigen hatte, als überlegeuer Sieger Ireroorzugehen. Der iWanderpreis, ein präcittiges Bild, wird aisg auch weiterln» die Aula des L, L. Ghrmigsrums ziereir.
— R o d h e i nt 0 . d. Bieber, 28, Juni. G g l d e i> e s Jubiläum des Gelgiigvererns .Eintracht". Perrlichos Sonnenwetter brachte der Sonntag; ein imvosanler Festzug be- wegte sich ngchniittags durch die schön gcichmückten Straßen. Mit dem Begrüßungschor: »Laßt iroh den Festgeiang ertönen" wnrde der Reigen der Gesangsvorträae orössnet, steheer Clo es gab in seiner Ansvrache einen Rückblick über die Geschichte des Vereins, der jetzt dem Dünsberg-Sängerbnndc als jüngstes Glied beigelreteci ist, Ter Festredner bealückwcmschte besonders den Gründer Pirsch Rosenbanni, der alle alte» Mitglieder überlebt, und ließ ein Hoch aul ihn nnsbringeci, Tai, zwisehen den einzelnen Ortsveremen ein gutes Einvernehmen herrscht, davon legten die vielen Angebinde cn> schönes Zeugnis ab. Der altere Turnverein hatte ein Fahnenbandelier, die ireimillige Feuerwehr einen Fahnennagel, der Gesangverein .stiederkranz" eine Fghiienlchleiie und der Männer-Turn- verein ein Diplom geiiiitet. Bundesvorsitzender Lehrer Löll-Bicbcr überbrachte die Glückwünsche des Dünsberg-Sängerbundes. ES lolgten sodann die Liedervorträge iiachslehender Gastvereine, die durch,oeg mohlgeübte Chöre hören ließen: I. Gesangverein ,Con- egrdia"-FellingShausen, 2. ,Fort»na"-ilinzenbgch, 3, „Aederkranz"- Rodheim, 4, ,Gernranig"-HeucheIheim, ü. .Teulonig'-Frgnkenbgch, 6. ,Liederhain"-Bieber, 7. „Liederkrgnz"-WgldgirmeS, 8, .Lieder sreund'-Königsberg, I, „Licderkranz'-Wtlsbach, 10. „Lahntal"- Dorlar, II. ,Liederkranz"-Heuchelhein>, 12. „barmonie"-Cru,nbgch, 13, .Liederkronz" - Tnlenhoscn, 14. „Gerncania" . Krosdori und
15 . ,E>ntrgcht"Betzberg,
Sport,
(i) Hungen, 29. Juni. Am Sonnlag erhielt der hiesige R a d i g h r e r v e r e i» »Germania" bei dem Radfghrersest in Dornholzhausen den 5, Preis in, Korsoiahren in Klasse A.
Luftschiffahrt.
Ein neuer Weltrekord,
Petersburg, 30. Juni, Der Flieger Sikorsko, der nach seinem Wiederauistieg bei Orschg wegen MolordesektS^glecch wieder niedergehen mußle, legte gestern die 611 Werft lange strecke Petersburg — Orschg in 8 Stunde» zurück und stellte damit einen neuen Weltrekord aus,
Gietzener Strafkammer.
Gießen, 29. Juni.
Zurückgcwiesen wurde die Berukuna der Stgalsanwaltschast gegen dos Urteil des schöfsengerichts Lich vom 22. Avril 1914, das einen Landwirt R. m Ästuschenheim und scinen Diehickhverzer V, von der Anklage des Waijerzusotzes zu Milch freiivrach.
Freigesproctien wurde der Arbeiter Sch aus Lich Er votte sich in einer Wwischajt cn Mnicheuheiin in trüber Morgenstunde zwei Kiertrlchen schnaps und ein Glas Bier gebe» lassen, obwohl er wußte, daß er keine Geldmittel hatte und unter Verjchn^igung dieses llmsiandrs. Nach tröalich hol er seine Zett>e luzahll. Es tvurde awicimminen. daß er sich, zumal er esu starker Trinker ist, der Rechtswidrigkeit seines Handelns nicht bewußt war.
Eine Gesamtgeiängnisilrase t an zwei Jahren erdiell der Fubrmami V aus Friedbeia we ien Veriehlvnge» gegen z 174 2Ihs. I St. G. B. Ein Monat Nntersuchungsbait tmirde ihm angerechnet. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeisent- lichkeit statt.
C<rid)iiiaal.
Gießen, 30. Funl. (Schöffengericht.) Die Sttri.u.d- chen bei den Kirchweihen. Der Landwirt und Mnsrker H. M. III. von W. tvnr durch Strafbescheid des Finarrzeunts Gießen in eine Geldstrafe von 5 Mk. genonune.n worden, weil er beim Anfspielev vm: „Ständchen" bei Kirchweihen nicht im Besitze des erforderlichen W a n d e r g c w e r b c s ch ei n c ö gewesen sei M. rief hiergegen die geruhtlichc Entscheidung' an. indem er bestritt, daß außer dem ihn: bereits ausgestelllen Gewkttbcftheftr als Musiker lim Nebenberufe> noch die Lösung eines besmrderen WandergewerbesckreineS erforderlich sei, um die to Äirckpverhen seit alters her üblichen „Ständchen'^ rwr den Hä nimm von Orts' cinwohnern zu veranstalten. Die „Ständchen" seien meist vorher' bestellt, uuch werden bei Vereinbarung des Preises sür die 'Tanzmusik die Einnahmen aus den „Ständchen" berücksichtigt- Das Schöffengericht schließt sich heule im wesentlichen den ^llissühr ror ge n des Angeklagten M. an, die auch durch die BeweiserHebungen z. T. bestätigt wurden, und sprach ihn von Strafe und Kockten frei. — MS ein „unvorsichtiger M o t or s aftre r" stand heute der H. V. III. von M. vor Gericht. ?lln 14. Apftl fuhr er, als er aus der Senckenbergstraße in die Ost -Antagt einbicpen wollte, eine über die Straße gehende alte Frau rim, die du rch deir Fall am Kopfe Verletzungen davontrug. Ein Warnungszeicheir soll der Fahrer nach Angabe der Frau nicht gegeben haben. Er wurde wegen „fahrlässiger K ö r p e r verle tzu ug" zu 40 Mk. Geldstrafe verurteilt.
Universitätr-Nachrichten.
Professor Dr. Eugen von Hippel, Drrekbor der Augenklinik zu Halle, hat den stdrs am die llnrversiiat Göttingen als Nachfolger von Geh. stört Prof. Ldrthur von irrppel «igenoninren.
— Der Ordinarius her praktischen Dheotogie in der Heidelberger theologischen Jcrkultal, Geh. Eirchenrat Prof. Dr theoi Johaornes Dauer, wurde tttmt Grotzher^og von Baden zum Mitglied der (tzeneralshnode berufen
— 'Der G rc r f s mal d e c Historiker Prof. Dr. Wolter Otto hat die Berufung an die llniversitirt Mxrr brrrg an - genommen; er wird dort Nactisolger des vom Letzromte zu- rurktretenden Professors Dr Etimar .sieb s.
l- Professor Dr. für. Wilhelm He de mann. OiBino- rius des römischen und bürgerlichen Rechts rn Jena hat den stius an die Frau kfn r t e v Universität atigelehnt.
— Berufnn g an dieFrankfurterUniv-ersi- t ö t. Der Germanist Prosessor Dr. Julius P e t e-r f o n in Basel hot einen Ruf als Ordinarius em die Iliriverfilät Frankfurt erhalten und zum l. Älpril 191.6 angenommen.
— Die Universität zu G ö t t i u g c n zählt in diesem Semester 2834 immatrikulierte Studierende. Dazu kommen 97 Hörer.
Märkte.
— Herdorn, 29. Juni. Aus den, hente abgehaitenen 7. diesjährigen Markte waren ansgeteiebe» 121 Stück Rindvieb und 500 Schweine. Es wurde bezahlt lür Fetlvieh und znnlr Ochsen 1. Oiialität 90—92 Alk., 2. Qualität 86—89 Dlark. Kühe lind Rinder I. Oualität 8ö—87 Mk., 2. Qualität 89—84 Mark für 50 Kilo Schlachtgewicht. — Aus dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 50—60 Mk., Läuse, 70—90 Alk. und Einlegschweine 95—120 Mk. das Paar, Der nächste Markt findet an, 23. Juli 1914 statt.
ob. Rieder-Ingelheim, 30. Juni. Spargel I. Sorte 44 Mk, Kirschen 10 bis 28 Mk., Stachelbeere» 12—20 Mk., Johannisbeeren 12-11 MI. der Zentner.
Müllerschr Baöeanstalt.
Walierwärme der Lahn a>n I. Juli 18" R.
Meteorologische veobachtungen der Station Siehen.
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Höchste Temperatur am 29.-30. Juni 1911 -- 4- 26,1 "e. Niedrigste . , 29.—30. „ 1914 — + 14,0",
Niederschlag 0,0 mm.
Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i, B, : K. Neurath.


