Ausgabe 
1.7.1914
 
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Kr. 151

Zweiter Blatt

Ertötinl I-glich mit Ausnahme des Sonntags.

Die«ietzeuer Kwtüienblätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Urcisbtott fflr de- Kreis Giehen" zweimal

wöchentlich. Diecandwittschgstlichen Seit-

fragen" crfcheincn monatlich zweimal.

164. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhejsen

Mittwoch, tzZuII »SU

Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'scher Uniyersitäts - Buch- und Steindruckerei,

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuld

straße 7. Expedition und Verlag: ^3§>E>1.

Redaktion: ^«112. rel.-Lldr.:Anze,gerÄießen.

politijclic Caaeijehtm,

R chtkinladung drS Bischofs Benzler zur kaiserlichen Tafil,

Wie bekannt, ivurde Bischof Benzler gelegentlich des letzten Kaiserbesuches in Metz nicht zur kaiserlichen Tafel gezogen; ebenso wenig aber mich der evangelische Konsisw- rialprä,ident und der ebcrrabluner. Allgeinein wird die Nichteinladniic, des Bischofs mit dem Fall jenes katholischen Priesters Henncquin von Mopcnvic zusammengebracht, der toegen seines undeutjchen Benehmens vom Bischof trog der Aufforderung der Regierung nicht geinaßrcgelt wurde. Nun schreibt dieStraßburger Post" 27 Juni, hierzu folgende höchst auffallende Zeilen:

Natürlich wechselt der Bezirkspräsident schon des Na um mangels ,m B e,z i r ks v r ä s i d > u m wegenl!) mit diesen llinladungen ab. So waren daher in diesem Jahr zumeist andere Persönlichkeiten geladen als im vorigen fahr, wo u. a. auch die Vertreter der Geistlichkeit, dagegen andere Spitzen der Behörden nicht geladen waren. Wahrend diese nun dieses fahr eine Ein» ladung erhielten. haben u. o. bie Vertreter der geistlichen Behör­den (Bischof, Präsident des Konsistoriums. Oberrabdiner) an dem diesjährigen Diner nicht teilgenomme». Aus dieser Auskunft er­gibt sich. i*ift von einem den Bischof oder die bischösliche Behörde kränkenden oder beleidigenden .^Schneiden" des Bischoss nicht die iliede lein kann, und daß insbesondere auch die von einigen Blät- tern gebrncktte Nachricht, dasSchneiden" des Bischois habe die Billigung des Kaisers gesunden oder sei ans die Initiative des Kaisers zurück,ns,ihren, in das Reich der Permutungen <Aha!> ,u verweise» ist. Wenn die Niclneiuladung des Bischoss was mir. nicht ertalireit konnten (!) überhaupt in einem Zu­sammenhang mit den Berhanblungen über das Perhalten des Psar- rers dnineguin steht, so hat ihm der Bezirksvräsident jedensalls dadurch, daß er auch die Vertreter der anderen Kulte nicht ein­geladen hat, jede beleidigende Stütze genommen, und dies bürttc der Zusammenhang vorausgesetzt nur Anerkennung und nicht Tadel verdienen."

Man fragt sich, wozu diese Zeilen geschrieben sind. Tenn schließlich sind sic ein Zugeständnis, daß der Bischof wegen seines merkwürdigen Benehmens nicht eingeladen wurde: höchst verwunderlich muß cs denn freilich berühren, wenn zugleich erklärt lvird, es sei nur recht und billig, daß die Vertreter der anderrn KAlte nun auch nicht eingeladen wür­den. Sind denn die anderen Konfessionen dem Bischof als Begleitung beigegebcn und darf cs semals so scheinen, als ob besonders die evangelischen Kirchenbehörden in Elsaß- Lothringen volitisch so unzuverlässig seien wie die ®eiftii^^» feit deS Bischoss Benzler? __

rin» fKffen.

Das neue Ordensgesrtz

rB Dar in ftadt, 30. Zum. Ter GesctzgcbungS- ausscbuss. der Ersten Kammer bielt heute nachmittag eine längere Beratung ab, in der er sich eingehend mit der Regie­rungsvorlage, bclr. die Revision der Ordensgesetz­geb n n g, und den von der Zweiten Kammer dazu beschlosse­nen Abänderungen beschäftigte. Der Ausschuß beschloß, dem Kamnrerplenum die unveränderte Annahme des Gesetzentwurfs in der von der Zweiten Kammer be­schlossenen Form zu empfehlen.

veutjctie» Reich.

In dem Ausschuß für das Kommunalab­gabe ngesetz des preußischen Abgeordneten­hauses begründete am Dienstag ein Zentrumsred­ner einen Antrag, im §59 des Rerchs tvertzuwachs- st e u e r g e s e tz e s vom 14. Februar 1911, wonach Reichs- steucr und Zuschläge zusammen 30 vom Hundert nicht über­steigen dürfen, die Höchstgrenze für diese Zuschläge aus 15 vom hundert sesizuseyen. Ter Redner führte dazu ans, di? Wertzuwachs-steiler im Reiche sei lediglich deshalb anfge- hobetzi, weil sie zu hoch sei. Deshalb müsse eine Grenze ge­zogen werden. Gegen den Antrag des Zentrums wandte sich ein NatioiiLlliberaler. der dafür cinlrat, daß den, Gemeinden die Dertzuwachssteuer voll überlassen bleiben müsse. Auch ein F o r t s ch r i t t l e r sprach sich für Wahrung der Autonomie der Gemeinden aus und betonte, daß die Wertzuwachsstcuer sich vor Erlaß des Reichsgesetzes bewährt habe: dieses habe au Undurchsichtigkeit gelitten, da es die Berschiedenartigleit der Verhältnisse nicht berücksichtigte. Tie Wertzuwachssteuer inllsse ausschließlich den Gemeinden Vor­behalten bleiben. Die Gemeinden hätten durchaus das Be­streben, die Sätze so z» fassen, daß der Grunüstücksmarkt nicht lahm gelegt werde. Tie K o n s e r v a t i v e n und F r e i - so»servativen stimmten dem Zentrumsanlrag zu. Ein Regierungsvertreter er Harte, die Behauptung, daß das Reichsgcsetz wegen der zu hohen Sätze aufgehoben worden sei. sei nur zum Teil richtig. Der Hauptgrund sei der Ge­winn, daß man die Doppelbesteuerung insolge der Reichs­vermögenszuwachssteuer vermeiden wollte. Denn man den Gemeinden völlig die Wertzuwachssteuer überließe, würde ihnen auch das Recht gegeben, das Gesetz durch eine Steuer­ordnung zu ändern. Der vom Zentrum vorgcschlagencn Aen- derung töniie die Regierung nicht zustimmen, weil dann die Autonomie der Gemeinden zu sehr eingeengt würde. Weiter wandte sich der Regierungsvertreter gegen einen von natio- nalliberalcr Seite gemachten Vorschlag, bis zum Fahre 1016 nur die bisherige Wertzuwachssteuer in den Gemeinden be­stehen zu lassen und sic dann neu festzusetzen. Die Sihung wurde vertagt, damic die Ausschnßnntglieder sich erst mit dem Reichszün-achssteuergesetz vertraut machen können.

Ausland.

Zwei Teutsche in Rußland als Spionever- haftet Aus E n d , k u h n e n vom 30. Juni wird gemeldet: Ter Bankbucbhalter Seidlitz und der Speditronsgehtlse K u ch t a von hier sind am Sonntag in W i r b a ln wegen Spion agcverdack'tes verhaltet worden. Sir hatten eine Waqentour nach Wirballen unternommen und dorr meh­rere photoaraphisckw Ausnahmen gemacht. Ta das Photogra­phieren in Rußland Ausländern streng verboten "t. eriotgle die Verhaftung. Tie Verhafteten wurden gestern nach W,l-o-

wischki gebracht. . .

Tum u lte wegen Brotteucrun g rn Spanien.

Infolge des Prcisaüsschlages von 10 Centimes au, ein Kilo­gramm Brot kam es in Madrid am gestrigen wienstag zu Ausschreitungen, Hunderte von Burschen stürmten die

Bäckereien u n d p l ii n d e r t e n sie. Mehrere der Ein­dringlinge wurden von den Bäckern durch Wurfgeschosse ver letzt. Einige Bäcker, die sich mit Waffen zu verteidigen such len, wurden mißhandelt

Spanische Verluste in Marokko. Nach einer Meldung ans Al ge ei ras sollen die Verluste der Spanier i» dem letzten Kamps bei dem Ileberfall ans einen Lebensmittel transport, der in der Umgebung von Ccuta staitfand, drei bis vierhundert Tote und V e r wn n d e t e betragen. Eine Bestätigung dieses Gerüchtes steht noch aus.

_ Tas Abkommen über die Bagdadbahn. Staatssekretär Gr cp hielt im englischen Unterhaus eine lllcdc. in der er sagte: Ta wir die britischen Interessen im persischen Gols gelvahrt und ein Abkommen mit Teutsch- l and und der Türkei geschlossen haben, vcrjolgen wir nicht eine Politik, dem Ban der Bagdabbahi, ein Hindernis in den Weg zu legen. Wir haben mit der Türkei verschiedene Abiommen und mit Tcutschland besvndcrc Abkommen über die Bagdadbahn und einige vcrivandtc Gegenstände be­schlossen, Einige dieser Abiommen mit der Türkei Unter­zeichneten wir, andere mit der Türkei und Deutschland sind paraphiert. Llllc sind zur Unterschrift fertig, können aber nicht unterzeichnet werden, so lange nicht die Türkei und Deutschland ihre eigenen, besonderen Verhandlungen abgeschlossen haben. Ick, hoffe, in kurzer Frist alle diese Abkommen dem Parlament vor- zulegen. Sobald dies geschehen ist, ivird man, wie ich glaube, linden, daß viele sehr störende Fragen ihre vollständige Erledigung gesunden haben. Das Abkommen über die Bag dadbahn setzt fest, daß lvir nicht daran tcilhaben und daß die Bakpr in Basra endet. Nach dem Lkbkoinincn mit Deutschland und der Türkei soll die Bcihn nicht über Basra oder über den Golf hinaus ohne ein etwaiges/ künftiges Abkommen mit uns geführt werden. Wir haben gleich, mäßige Frachtsätze vereinbart. Tie Dahn wird zwei britijcheTirettorcn haben.

Heer «rnS> Flotte.

Grat Schmettow, Generalleutnant von der Armee, ist zum Inspekteur der vierten Kavallericinspcktion ernannt worden, an Stelle des von dieser Stellung enthobcncn Generali eittnantS v. Knorzer.

5chlimme Lage in Mexiko.

Der britische Gesandte in Mexiko hat allen britischen Untertanen geraten, das Land zeitweilig zu ver­lassen. Der Gesandte soll der Meinung Ausdruck gegeben haben, daß der Verkehr vom Süden bald wegen Mangel an Feucrungsmaterial cingesteUt würde und daß es dann schwer sein würde, die Küste zu erreichen.

Nach Privcttdepeschen aus der Stadt Mexiko hat Huerta seinen Sohn und seine Tochter nach Puerto Mexiko gesandt und seine eigene Abreise vorbereitet.

Niagara Falls, 30. Juni. Es wird bekannt gegeben, daft sich die V e r m i t t l u n g s ko n f e r e n z morgen sormell vertagen wird, bis die Vertreter Huertas und der K o n st i t u - tiona liste II die inneren Fragen Mexikos vertraulich erörtert haben. Man glaubt nicht, daft sich die Konferenz vor zwei oder drei Wochen wieder vereinigen wird.

Slcrici'tslaal.

Berlin, 30. Juni. Ter Bnchdruckereibefitzer Amandus Moelmann in Finkenwerder bei .Hamburg, der für den prak­tischen Arzt Hengesbach in Neuenfclde bei Hamburg zwei Flugblätter gedruckt hat, in denen der Geheime Medizinalem Proiessor Bier des Plagiats beschuldigt und mehrere Richter sowie ein Berliner Staatsanwalt beleidiat wurden, ist heute von der Strafkammer des Landgerichts Berlin I zu 900 Mk, Geld­strafe ober für jede 5 Mk. zu einem Tage Gefängnis verurteilt worden. Ten Beleidigten wurde die Befugnis zugesprochen. das Urteil in derMedizinischen Wochenschrift" und in denHam­burger Nachrichten" zu verüssentlichen. Tie Verhandlung gegen Hengesbach wurde abgetrennt und vertagt,. da er während der Verhandlung in Raserei verfiel. Ter mcHizinische Lachverstän- dige Weigand, Direktor der Hamburger Staatsirrenanstalt, er­klärte, Hengesbach sei zur Zeit der Tat unznreckinungsfälng ge­wesen und sei cs auch jetzt. Tie medizinische Fakultät in Jena hat ein Gutachten abgegeben, wonach von einem Plagiat Biers nicht im entjerntesten die Rede sei.

Luftsckiffabrt.

B u d a v e st, 30. Juni. Heute vormittag ist der Flieger Schneler mit seinem Fluggast Seekatz mit einem Doppeldecker aus Berlin hier eingetrofjen: er machte nur eine Zwischenlandung und slog heute mittag nach Sofia weiter.

Uiikvcrfitäts-Nach richte»».

Der Vertreter der Geographie an der Universität Leipzig, Kgl. sächs. Geh. Hofrat und preuß. Geh. Regie- rungsrat Pros. Tr. Joses Part sch, hat einen Ruf an die Universität Berlin erhalten. Pros. Partsch, ein geborener Schlesier (geb. zu Schreiberhau) steht im 63. Lebensjahre.

vermischte».

* Der Schrei nach dem Rohr stock. Nicht die Sus- sragetten find cs, die ihn erheben und auch nicht ihnen ist er zugedacht. Einer der angesehensten englischen Aerzte, Sir Dyce Duckworth ist es, der öffentlich den Schrei nach dem Rohrstock erhebt und mit einer zornigen Philippika gegen die Verweich­lichung der modernen Erziehungsmethoden hcrvortritt. Und merk­würdig : es scheint, daft er mit seinen Anickfanungen auch in unserer Zeit, die sich so gern in Humanität übcrbietet. in England Vieh Widerhall und viel Zustimmung findet.Die Autorität der Eltern ist in unseren Tagen erschüttert und untergraben", erklärt Sir Dyce Duckworth.Als der Rohrstock der Schule genommen wurde, nahm man ihr Arons Zauberstab, nahm man ihr die Waste, mit der allein schlechte Streickw bezahlt werden können, nabm man ihr das Mittel, daft nichtsnutzige Jungen und auch Nichtsnutzige Mädchen mir allzngut gebrauchen. Nun leben wir in­mitten einer Generation, die niemals in ihrer Jugend, wenn sie es verdient hatte, eine ordeMliche Tracht Prügel bekommen 5at. Und da dieser ungeprügetten Generation die Weisheit Sa­lomos fehlt, fit sie selbstbewußt und eingebildet geworden. Nichts ist ihnen heilig, sie schämen sich, Ehrfurcht zu hegen, sie schämen sich ihrer Religion, und sie würden sich auch schämen, Verderbt­heit und Lasterhaftigkeit zu verurteilen weil siefrei von Vorurteilen" sein woUen. Wir sind seigc geworden, armselig»: Ge­schöpfe, wirkliche Kleine Engländer, Die Großen Engländer sind die Männe,', die den Mut ihrer lleberzcugung haben und ihr

auch unbekümmert um die Nachbarn gerade heraus Ausdruck ver­leihen. Schlechte Manieren und Mangel an Respekt treten uns in der Jugend aller Stände entgegen. DaS äußert sich >n allem in Kleidung, Benelnnen, 'Auftreten, Sprackw und Fühle»." Und darum, so meint resolut Sir Doce Duckworth, täten wir gut, wenn lvir reuig und vertrauensvoll wieder zum Rohrstock zurück- kehrten. Tenn die Jugend ist nun einmal so, daft sie die Nach­teile einer verdienten Tracht Prügel bald verwindet, die Vor­teile aber mit hinausträgt in das Leben..... .

OandeL

Siegen, 30 Juni. In der Versa nmlung des Siegerländer Eiscnsteinvereins wurde scstgestellt, daft die Förderung im Mai 193 592 Tonnen und der Versand 190 701 Tonnen betrug. In den ersten 5 Monaten des lausenden Jahres steUIc sich die Gesamtiörderiing aus 97,3 Prozent und dir Versand ans 97,7 Pro­zent der Anteilziffern, Für den Monat Juni wird aUerdings mit einem Rückgang im Versand gerechnci, hauptsächlich wegen der beoorstehenden Inventur, jedoch hvjjt ma» im Juli wieder mit einer normalen Förderung rechnen zu können. _

Märkte.

, Frankfurt a. M. kclimei nemnrftfierf rfi: vom 1. Juli.

Autgetrieben waren I 56 Schweine. Bollslclsehtge Sckvveine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 45.0047.00 Pik., Schlachtgewicht

58.00 60.00 vollsleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht

44.00 46,00 Ptk., Schlachtgewicht 56.0058/0 Pik.: voll fleischige

Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 45.0047.00 Schlachtgewicht 54.0057 Mk.; vollsleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgecvicht 42,0047.itO Mk, Schlachtgewicht

5255.00 Pik. weichas! mittelmäßig, bleibt Ueberstand,

le. Franksuet a. M,, 1, J»li, lOrig-Telegr. di? ,Gleä- Anz.") 9timlrcf)c Notierungen -der heutige» Frucht,narklpreite. Weizen thieügerl Mk 21.5000 00, .<lnn>ellischer Mk. 21.2521.50, Welleraucr Mk. 00 . 00 - 00 . 00 . Roggen (hteügerf Pkt. 18 00 00 . 00 , Gerste (Welteraucrf Mk, 16,50 17,50, Gerste, Franten, Platzer, Rrea Pit, l->.7517.75, Haler Mk. 17.00-18.50, Mais Pik. 15.50-15.75, Weizenmehl 0 Mk, 00,0000,00, Weizenmehl l Mk. 00.0900.00, Weizenmehl IN '!!(. OOOO-OOOO, Roggen»,egl 0 Pik, 00,0000.00. Roggen,»ehl 0,1 Mk, 00.0000.00, Rogqenmehl I Mk. 'X>,00-00.00, Weizenkleie Mk. 0.000.00, Weizenschalen Pik. 0.000.00, Roggen- kleie Mk, 00.00-00.00, Malzkeime Pik, 00.09-00.00, Biertreber 00,00 - 90,00, Fuitergentr Mk. 00,00 00,00. Lilles per 100 kg nb hier.

le. Fraillkurt a, M., 1, Juli. lOrig.-Telegr, des ,Giene,>ee Anzeigers".) Kgr tollelmarkt, Ma» notierte: Kartofseln in Wag­gons Pik. 6.50-7.00, im Kleinhandel Pik. 7.50800 inr se 100 kg.

Eingesanvt.

<Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber »einerlei Verantwortung.)

Dir vrrunstencn Friedhöfe,

Bo» einem Leser unseres Blattes in Essen wird uns ge­schrieben :

In dem zweiten Blatt Ihrer letzten Tonnerstag-Ausgabe vom 25. Juni berichten Sie über einen Vortrag, de» Psarrer Schulte- Großen-Linden aus der allgemeinen Psarrerkonferenz der e v a n g e l, Geistliche» O b c r h e [ f e n i ins Steins Garten überD e r P s a r r e r n n d d e r Fr i e d h o s i n O b e r h e s s e n" gehalten hat. Ich selbst bin Oberhesse und die Aussühningen baden mich um deswillen besonders interesfirrt, weil ich den Mangel, den der Redner beklagt, ebensalls schon oft empsunden habe, wenn ich Gelegenlwit hatte, den Friedhof meines Heimaldorsrs zu be­suchen, Sehr zutressend charakterisiert .Hem Psarrer rochulte dje Friedhöse alsA u s b e io a h r u n g s st ä t t r n für Stein- Hauer-Arbeiten", Auf den obcrhesfischen Friedhöfen wirken die Steinhaner-Arbeiten ganz unbeeinslnftt von irgend einer Natur- schönhcit in ihrer ganze» Härte und Gemütlosigkeit ans öder Flur! Ein Stein steht neben dem ander», einander gleichend wie eine llnisorm der anderen zsie rühren ja von demselben Fabrikanten brr - und ansgerichtet aus Matz, daft icder Mathematiker seine Freude haben muß 1 Besonders bedauerlich ist die Entfernung jedes Baumschmuckes, den die Torf-Friedhöfe aber bis vor wenigen Jahren auswiesen. Wenigstens erinnere ich mich, daß aus dem alten Teil des Friedhofes meiner Heimat dieser Baum­schmuck ichch bis vor etwa 78 Jahren vorhanden war: dann aber aut Anordnung des Kreisanits seinerzeit entiernt werden mußte. Unsere Bauern in Oberhessen sind in diesem Punkte gar nicht so geschmacklos, weil sie viel zu konservativ sind und am Altberaebrachten hängen Es entzieht sich meiner Kenntnis, welche Gesichtspunkte für die Verfügungen, durch die die Friedhöfe so verödet worden sind, maßgebend gewesen sind. Das Kreisamt wird jedensalls die Schuld auch von sich abschieben und die F r i e d h o f s o r d n u n g" dafür verantwortlich machen, Ta wären wir ja denn an der richtigen Stelle, Jedenfalls stehen die solcherart modernisierten Friedhöse i» einem merkwürdigen Gegensatz zu den Ansorderungen, die sich ans allen Gebieten der Kunst, der Architekti'r, der Plastik, der Malerei und insbesondere auch der 5?andwerksknnst geltend aemacht haben. Und für Hessen ist das um deswillen besonders aunallend, weil diese Umwälzungs- Bestrebungen in der Geschmacksrichiung doch von T a r m st a d t ausgegangen sind und auch heute dort noch unter der Aegide des kunstsinnigen und kunstverständigen Großherzogs Vorbildliches ge. leistet wird. Ein jedes Ding soll auch äußerlich seine Zweck- be'Nmmung erkennen lassen. Ein Friedhof ist eine Ruhestätte nach dem ansgesochtenen Lebenskamvi, Eine solche Stätte, die den Frieden nach dein Kamyse zum Ausdruck bringen soll, muß auch äußerlich abgeschlossen von dem Leben und Treiben des Alltags unter ragenden Bäumen angelegt sein, wie wir schon im Leben nicht aus ödem, freiem Felde, sondern in der Stille des Waldes Erholung suchen, M, E. dürsten cs gerade die Geistlichen sein, die hier am Aenderung des schuldigen Teils, also der ,.Fried- hossordnungen", hinarbeiten müßten, denn die Gemeinden unterstehen dem Kreisamt und sind unselbständig in dieser Frage, Herr Pfarrer Schulte bat sich jedenfalls mit der Anschnciduna der Frage ein großes Verdienst erworben, 33,

EinWenig" und dochViel!" kennzeichnet so recht den hohen Nährwert des Eicr-Milchflammeris

,-k°cht mi, !H o n d a in i n.

Er vereinigt in schöner Form: 1 Liter Milch, 70 gr Mondamin, 2 Eigelb, 1 Teelöffel Butter, 45 gr Zucker,

An heißen Tagen sollten sorgliche Mütter solche Speisen statt der ungeeigneten Fleischgerichte den Kindern häufig geben. Mit geschmortem Obst ge­reicht, sind diese Dtondamin-Flammeris den Kindern bedeutend gesünder, weil ersrischend und doch nahrhaft!

@reignetc Rezepte Bietet jeder Mondamin-Paket, a 60,30 u. lb Pfg.