Ar. 150 vienes Blatt
Erscheint tä-iich mit Ausnahme des Sonntags.
164. Jahrgang
Di« „Hiehrner Famtlienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da« „KrroWatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „randwirllchasllichen Seil-
fragen" erscheinen monatlich zweinial.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger sür Gberhesjen
Dienstag. 30. Zuni!914
RotationSbruck und Derlag der Briihl'ichea Universität« - Buch- und Steinbrnckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» stratze 7. Expedition und Verlag: ^^öl. Redaktion:sEN2. Tel,-Adr,:Anze>ger<ö>esen.
„30000 SoIÖQtcnmifba Muiigcn' 1 vor Gericht.
rr- . . . .. Berlin. 24, 3uni.
. loznaldemokratticher Parteitag im Keinen bat sich heute
«rtzmlgsjaale der vierten Straikammer des Landgerichts eta JJ 1 ™ Aul der Ankloaebanl iini die bekannte „chenossin" R a s a ^^^"nurg auS dem idbllischen Roienoororte Tiidende, wäh- rend al., ihre Verteidiger die beiden iaualdemnfratischen Rechts anwolto Dr. Kurt R o s e n s e l d und Tr, L e v i (Frankiurt a. M.) sungieren. Am Berichterstattertiich sitzt neben verschiedenen Be- mchterltattern deS „Vorwärts" und auswärtiger sozialdemokratischer •olaiter der ReichStagsabgeordnete Arthur S t a d t h a g e lt aus der .»cmgenhank. ierner sieht man den R-ichsloasabgeorbnoten Tr.
bknecht, seiner Spiegel iDüsseldorsi, Pinka n lLciv- z>g^, vasenzahl (Essens und P e u S Teiiau>. Auch der Zu- börerraum ist säst ausschließlich voll Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei angeiüilt und hier iällt vor allem der greise Par- teischriitsteller Tr. Franz Mehring in- Auge.
ES- handelt sich in dem Prozeß. der h»ule seinen Ansang genommen hat und dessen Ende noch gar nich- zu lehen ist. um eine antimrlitaristische Rede der Frau Tr. Rosa Luxemburg >Lübeck),^die sie zu Aniang diese- FahreS in Freiburg i. Br. gehalten hat. Sie folt dabei, von einem Soldatcnselbstmoro in Metz ausgehend, behauvtet baden, das; sich hinter den Mauern der deutschst Kasernen täglich solche Tramen abivielten. Während aber nun die ZtaaiSanwalllchait aui dem Slanovunki steht, daß der Metzer Fall als eux^tvpiläier Fall von Soldoienmißhandlung über Haupt nicht onzumrechen lei und datz Selbstmorde aus Anlaß von Soldaienmißbandlnngen zu den seltenbeilen zäblte», vertreten Frau Tr. Rosa Luxemburg und ihr Berteidigerstab die Ansicht, daß die Zahl der Loldatentragödien Legion lei. Und als der Staatsanwalt sich aus den Metzer Fnb znrückzichcn lvill, um einer ins Userlose gehenden Verhandlung vorzubengen, erhoben sich die beiden Verteidiger soiort, um im Verein mit der Angeklagten dies als maskierten Rückzug, ja als eine Bankrotterklärung der TtaatS- onwaltschait zu bezeichnen. — Rechtsanwalt Tr. Rojenfeld zitierte den Ausdruck Kaiser Wilhelms, das; wir Deutsche Gott, aber sonst nichts auf der Welt sürchten, um daran die Bemerkung anzu- knüpsen, das; man „oben" doch wohl die von der Angeklagten angebotene Beweisausnähme zu sürchten scheine. Tenn in dieser Beweisausnabme werde es sich nicht darum bandeln, etwa 150 gediente Soldaten über allerlei ihnen beim Militär widersahrene Unbill als Zeugen zu vernehmen, sondern rund .30 000 Soldatcn- nrißhondlungen sestzustellen. die sich im Lause der letzten Fahre >n der Armee abgespielt hatten und von denen nicht einmal 1 Prozent in der Preise zur Sprache gekomnien iei, geschweige die Militärgerichte beschäftigt bitte, also der klassischste Beweis sür die Behauptung der Angeklagten, das; sich in den Kasernen säst täglich Tramen abspielten, von denen Ivir überhaupt nichts eriühren. Diese knappen Mitteilungen lassen schon erkennen, auf welcher Basis sich das weiierr Prozeßversahren beloegen wird, zu denr der heutige Tag lediglich die Einleitung bildete, denn über Erledigimg einiger Formalien kam der Gerichtshof im Lause seiner sechsstündigen Verhandlungen nicht hinaus. Zunächst hielt der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor S e l i g m a n n, cine bemerkenswerte Anivrache. in deren Verlauf er erklärte, datz er teincr- ivi Erörterungen. Aeutzerungeii und Kritiken -ulai'en werde, die über das Erforderliche und den Zweck der Verhandlungen binaul
gingen, und die unter Umständen dazu dienen könnten, Personen. Beruisstände oder ZtaatScinrichtungc» anzugreisen und herab zmvürdigen. Daraus verbal cr sich einen der Würde des Gerichtes etwa nicht entsprechenden Ton und alle politische» Erörterungen, denn die Verhandlung sei nicht dazu da, varteioolitischen Leiden- schasten freien Laus zu lassen oder gar Zeugen und Zuhörern Anlas; zu Kundgebungen irgend ivelcher Art zu geben. Sofort erhob sich der Verteidiger Dr. Rvsenield, um zu erklären, datz er in dicsen Ausführungen eine Präjudizierung und eine Beschränkung der Verteidigung erblicke. Auch der zweite Verteidiger, R.-A. Leos, erklärte, datz er sich Vorbehalten müsse, zur Entlastung der Angeklagte» unter Umständen Aeutzerungeii gegen bestehende Staatseinrichtungen zu tun und Kritik all ihnen zu üben.
Tie Erregung, welche schon dieses Präludium im ganzen Saale hervorgeruien hatte, wurde noch gesteigert, als später das Erscheinen des preußischen KriegSministers o. Falken Hann von der Verteidigung behandelt wurde. Sie hatte dem Kriegsminister zu heut die Ladung durch den Gerichtsvollzieher ins Haus geschickt, wädrend der Vorsitzende den Standpunkt vertrat, datz der Kriegsminister als Militärperson nur durch die Militärbehörde, also durch sich selbst geladen werden könne. Auch sei dem Kriegsminister kein Fahrgeld und Zeugengebühren angeboten worden, so datz sich ein Antrag des Verteidigers wegen Bestrafung des KriegsminislerS damit erledige.
Daraus lehnte der Verteidiger RechtSanwalt Dr. R o l e n i r l d dieieitigen Mitglieder des Gerichtsboses ab. und zwar wegen Bc- iangenheit, die in einem militärischen Verhältnis stehen, und zwar sowohl den Vorsitzenden Landgerichtsdirektor Seligmann als auch den LandgerichtSra! Schultz. Er begründete diesen Antrag damit, datz der Strafantrag vom Kriegsminister gestellt sei. mit der Begründung, daß durch die Angeklagte das preußische beer mit allen Vorgesetzten, also auch die Tssiziere a. T„ beleidigt worden seien. Obwohl beide Richter erklärten, daß sie sich nicht deshalb für besangen hielten, und trotzdem der eitle Richter schon vor 30 Jabren als Leutnant der Reserve verabschiedet ist, traten die Richter doch so bange ab, bis ein von der inzwischen gebildeten Hilsslammer gefällter Beschluß ihnen bestätigte, daß der Ablehnungsantrag unbegründet sei, da die beiden Herren als linbesangen zu gelten hätten.
Rack Verlesung der inkriminierten Rede bezw. der Zeitungsberichte darüber gab es eine sehr lange währende Auseinandersetzung zwischen den Verteidigern und dem Staatsanwalt darüber, ob das Beweislhema genügend formuliert sei. Tie S t a a t s a n -> w a l t s ch a s t stellt in aller Form den Antrag, die gesamteli Verhandlungen zu vertageir, beim das Beweisthema sei so wenig formuliert und abstrakt, datz sie eS ableh- n c n müsse, in eine Beweisaufnahme einzutreten, umsomehr, da sie sich nicht nach den Zeugen Utid den einzelnen Fällen habe erkundigen können. Tie Verteidiger widersprachen dem in längeren jtiristischen Auskühriiirgen, der Vorsitzende schlug vor, daß die Verteidiger morgen enger zu sormu- lieren versuchen sollten und demgemäß erging auch der Gerichtsbeschluß.
lieber den Antrag des Staatsanwalts wurde nichts beschlossen, er wurde zurückgestellt. Morgen geht die Verhgndluv.n weiter. Tie Zeugen lind erst zun; Freitag geladen, ein Teil ist bereits beurlaubt worden und wird mir im BedarsSsalle eine neue Vorladung erhalten.
Sport.
*• Tie in dem T u r u ß n u Hessen in diesem Jahre neu ein- gefuhrlen B e z i r t s « M e i st e r s ch a \ t ä f p i c l c wurden am Sonnlag sür den Ivetten Bezirk ans denr Trieb ausgetragen und zrvar waren hierfür balgende Hauiiballiuannsckaslen gemeldet: In der 1, Klasse Turnverein Großen-Linden; dieser spielte, da er in dieser Klasse kemen Gegner hatte, direkt um die Gau Meisterschaft. In der 2. Klasse standen sich die I. Mannschaft des Männer-Turn- vereins Gießen und der Turnverein Gießen gegenüber. Erl'lerer siegte hierbei mit 57:43 Punkten und wurde hierönrch BezirkS- meisler der 2 . Klasse. In der 3. Klasse svielten die II. 'Mannschaft des Männer-Turnvereins Gießen gegen den Turnverein Grimberg. Tieses Spiel ging ebenfalls zu gunsten des Männer-Turnvereins mit 55 : 51 Punkten aus und er ivurde auch in der 3. Klasse Meister.
ie Bezirksmeisler spielen setzt aus dem Gau-Turnfest, das am 11., 12. und 13. Juli in Kirchbaiu slattfiudet, um die Gan-Meister- schabt. Nach obigen Spielen fanden noch einige Gesellschaftsspiele statt: sie hatteii folgendes Ergebnis: Mä'mler-Tnrnverein Gießen I — Großen-Linden 61:57, Turnverein Gießeii — Grüiiberg 35: 31, Großeu-Linden — Atäuner-Turnverein Gießen II 55:40 Punkte.
KRIU/Üß
Elie Fetie^reisg umsüHSt |
kann der Gewinner dieses Preis-A:ts*ehreibens erzielen. Gerade wahrend der E: Reisezeit hat die reelle Sehönbeitsseife Providol die beste Gelegenheit, = ihre vielen segensreichen, von ersten wissenschaftlichen Auto- = ritÄtcn anerkannten Wirkunge« zu entfalten. Nirgends ist eine Desinfektion = nötiger wie aot der Reise, wo man Tag für Tag in eine fremde Um- ^ aebung kommt und mit vielen Menschen, die man nicht näher kennt und = die krank sein können, in Perhlirung g-'langt und gemeinsame Gegenstände = gehraaebt; nirgends aber auch wird von ilar.n und Frau so viel Wert darauf == gelegt, setvön zu sein, wie gerade in der köstlichen Erholang6zeit. =
Für den Herrn der Schöpfung gibt es diesmal aut der ßeise noch eine EE besonde.re Annehmlichkeit, und das ist die Providol R-asier-Seife, ein Triumph der öffentlichen Gesundheitspflege, die infolge ihrer hohen Des- = Infektionskraft aut <1rr Reis>e unentbehrlich ist. =
Wir setzen nun folgende Preise aus:
1. Preis M. 300. -, 2. Preis IWI 15a-, 3. Preis M. 100. , awel =
Preise ä M. 50. - — Wl. lOO.-, vier Preise ö M. 25.— — =,
M.100.-.50 Preise r» M.5__ M. 250.— und SOOPrelse imWerie =,
vonJN. 3- - fV*>. 1SOO. , zusammen 559 Preise — M. 2500. =
nad zwar iflr den besten Herichr in Hinacben Bchlagvnden Worten, wie sich =
Prtrrkiol a*rf der Reise bewährt und warum gerade sowohl di* Schön- =
hetts»eif© wie auch di«: Rasier-Selfe Providol anf der Bei.se ein so kost- ^
barer, unentbehrlicher Gegenstand Ist. Jeder beobachte die Wirkung =
der Seife an »ich und seiner Umgebung an heissen Tagen, nach =
längeren Fusstouren, bei Sonnenbrand usw. und schreibe dann, =
'^^Ed'Ikgtlm^hci der fabelhaften Wirkung dor Providol Seife auf die =
Scbö-ixheit und Gesundheit der Haut nur an tatsächlichen =
Beobachtangen : sollte jemand noch weitere Anregung gebrauchen, so kann =
er diese atus dem der Seife beigepackten Prospekt ersehen. =
Wir bitten diejenigen, die sich du icli unser erstes Preis-Ansscnreiben = schon mit den Vorteilen der Seife vertraut gemacht, sich auch an diesem Preis- = Ansschreiben mit einer Schilderung ihrer Beobachtungen zu beteiligen.
Jede Einsendung wird sofort nach Eintreffen registriert; bei gleich guten =
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Barpreisc sind bei der Direktion der Disconto-Gesellschaft, Berlin, =
deponiert, während die 500 Trostpreise im Werte von je M. J.- in den =
bekannten Providol Präparaten bestehen. Die Lösungen sind mit dem Motto: =:
Reise-Prels-Ausschrelben“ an die Providol Gesellschaft m. b. H., =
Abteilung Berlin NW bis spätestens zum 15. September 1914 zu richten. =
Das Preisrichteramt haben gütigst übernommen: =
E Auasoach, Direktor der Providol Gesellschaft; Dr. E. Herzberg, Berlin; =
Dr. J. W. Kerb, Ber.D-nabkm Dr. R. Pinr.er, Berlin; BecbtsaDwalt =
Dr! H. Pohl, Berlin; Rechtsanwalt Fr. Ramien, Ber'in. =
Die Prämiierung li»d«-t am 15. Oktober 1214 «tatt. Das Resolut und die = Namen der Preisträger weiden nach erfolgter Prämiierung in den Zeitungen ^ veröffentlicht. _ =
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