Ausgabe 
30.6.1914
 
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Nr. 150

Swenes ylaü

164. Jahrgang

Erscheint täglich mit Au?nahme de? Sonntag?.

DieKietzencr ZaiuilieiiblStter" werden dem »Anzeiger' »rennal wöchentlich beigelegt, da? Kreisbtalt für den Kreii Kietzen" zweimal

wöchentlich. Tie ..Landwirtschostüchen Seit­sragen" erscheinen monatlich zweimal.

Giehener Anzei

General-Anzeiger für Oberhessen

Dienstag, 50. Juni M4

Rotationsdruck und Verlag der Rrühl'schen Universums - Buch- und Sreindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e^s^51.

Tcl.-Adr.:AnzeigerGreßen.

Der Deutsche Tag und die Osimarkenpolitik.

~ All e nst ein, 28, Juni.

Unter überaus grosser Beteiligung begann bicr die diesjährige Dersonimlung des Deutschen Lstmarkenvcrcins, dem sich am Sonn­tag ein allgemeiner deutscher Tag anschlo ß In der Hauvtvcr- marnmluni,. deren Vorsitz an Stelle des erkrankten Majors von Tredemonn Justizrat Wagner Berlin sührle, wurde der Iab - resber, ch t erstattet. Tanach hat der Ostmarkcn-Verein 54150 Mitglieder. Im letzten Jahre habe er nur um 50 zugenommcn, weil angesichts der schwaiitkiideii tzaltung der Regierung mancher die Flinte ins Korn gcworjcn habe Uiid viele Postbeamte nach der Ablehnung der Ostmarkenzplage durch den Reichstag dem Berei» den Roi cken gelehrt hatten. Ter Bovkoit der Polen gegen deutsckw Gewerbetreibende habe, da er einen Gegenbonkott hcrvorgeruscn hätte^mit einer Niederlage des PolentumS geendet.

»in seiner B e g ß » n gS a n s v r a ch e betonte Justizrat Wagner, datz auch die Provinz Ostvrenßen vom Polentum bedrobl in. Ter bekannte Fall des volitischen Svions im Ostmarkenverein, Trdorski, habe dem Verein weder moraliiiti noch materiell geschadet. Ter Verein habe sich deshalb Mil de» Ruthnien in Verbiiidiing geletzt, um an Stelle polnischer Arbeiter rutbenischc nach dem Osten zu sühren. Fürst Bülow habe einen ersvlgreichcii Kurs eingc- ichloaeri. der jetzige geschehe leider unter dein Wahlspruch: Nunguam retro rsum. Es sei die Politik der angebliche» Versöhnung, das Sv- sltem ^chwartzkapi. Wir aber brauchien einen Obervräsiocnie» von Posen, der eisenbart sei Slürm Zustimmung.l Ein günstiger Amang scj das Güterteilungsgesetz. Es vermeide aber leider alles, was dnr Eindruck eines Ausnahmegesetzes erwecken könne. In einer Kritik des Gesetzes bemängelt I R. Wagner, dost cs in vielen Paukten unklar und zu umgeben in. Besonders die Rechtsgültigkeit der Bestimmungen über das Vorkaufsrecht seien unklar. I» einer Entschließung, die cinslimniig angenommen wurde, verlangt die Bersammtnnq, dast die Forderungen im Interesse des TeutschtilNis in der Ostmark Zweck iind Fiel des Gesetzes lein müstten.

ttebcr Mastnahmen zur Förderung des D e u t s ch t u m s svrach Oberst a. T. Kardinal v o n W > d d e r n. Er begrüstte es, dast die Regierung endlich dem Trängen der ostmärkischen .Klein­städte nachgegeben babc und etwas zunl Schutze des deutschen Ge Werbestandes in den Städten tun wolle, denn der Gcwerbestand sei vielfach aus den Geschäjisgegcnden in die Kteinstrasten zurückgc- diängt ivorden und d,c Polen hätten sich an die Steile der Deut­schen gesetzt.

Generalsekretär Bosb c r g-Poscu. der über das Thema sprach, widerlegte an Hand von statistischem Material, daß durch die Kolo­nisation die Polen in die Städte gedrängt worden seien. Um das Deutschtum z» stärken, müsse der Gewerbestand in den Städten durch Gewährung von Personatkredit, durch Vergrößerung des Ab satzgebietes gestärkt werden, ferner dadurch, daß die Städte von einem Ring kauskrästlgcr deutscher-Bauernsiedelungen umgeben würden. Eine im Sinne des Referates gehaltene Entschließung wurde mit einem Zusatzantrage des frühere» Chesredakteurs des Graudenzer Geselligen", Fischer, der Erleichterung der drücken­den Steuerlasten empfahl, damit nicht so viel besser gestellte Teut- iche aus dein Osten abwanberten, angenommen.

Ilcbei- den Ort der nächsten Tagung wurde »och keine Einigung erzielt. An den Kaiser, an den Reichskanzler und den Oßerpraiidenlen der Provinz Ostpreiisten wurden Telegramme gesandt. An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes M alten- k I o t t - Breslau wurde Justizrat Tr. E s k a r t - Breslau gewählt. Am Abend fand ein großes Gartenfest statt und am Sonntag mittag bewegte sich ein imposanter Festzug durich die Straßen der Stadt, an deni deutsche Ansiedler, Korporationen und Vereine sich außer­ordentlich zahlreich beteiligt batten. Ten Schluß des Deutschen Tages bildete ein G a r t c n s e st in Jakabsberg, bei dem auch die volkstümlichen llebungcn zu ihrem Recht tamen. '

Auf das an den Reichskanzler gerichtete Tele­gramm ist derMenstcincr Ztg," zufolge folgende Ant­wort cingcgangcn:

An den stellvertretenden Borsitzcnde» des Hauptoorstandes, Justizrat Wagner. Etv. .siochwabtgeborcii sowie den Herren, die zum Teutschc» Tage für Ostpreußen versammelt sind, danke ich verbindlichst für die freundliche telegravhiichc Begrüßung. Tie Frage des deutschen R a t i o n a I b e >v u ß l s e i n s und d c u t« scher Kultur in den Ostmarken bleibt für alle Zeit eine der w i ch t i g st e n st a a t l i ch c n Aufgaben, an deren Löfung mit- zuarbeiten alle deutschen Männer berufen sind, Reichskanzler v. Bclin nann tzollweg." _

2l«s Reffen.

rb. Darmstadt, 29. Juni. Die Finanzausschüsse beider Ständekammcrn hielten heute abend von hl/z bis 8 Mir eine gemeinsame Beratung ab, au welcher auch die j>ra Minister und zahlreiche Regicrungskommiisare ' tcilnabmcn. Ten einzigen Bcratungsgegenstand bildeten die beiden noch in letzter Stunde gleichzeitig beiden Häusern des Landtags vom Finanzmini­sterium übersandten Vorlagen, bctrciscnd den Ausbau desKrast - WerksL u d w i g s h o s s II II n g" und den damit in Verbindung stehenden Erwerb der Fürstlich Solms-Brauniclsschen Braunkohlen - gruben in der Wcttcrau. Es Ivurde vor einigen Tagen die Vorlage der Regierung hier schon ihrem Wortlaut nach wiedergegcben. In der heutigen gemeinsamen Sitzung der beiden Finanzausschüsse fand nun zunächst nach den näheren Tarlcgnnacii der Regierung eine Aussvracste darüber nach verschiedener Richtung statt Die Rcg,e- riingSvertreler legten Rentabilitätsberechnungen Var und crlauter teil besonders das Verhältnis des staatlichen Kraftwerks mit der Provinz und den beiden Kreise» Alsicld und Lautcrbarh. Man kam dahin überein, es zunächst: bei dieier allgemeinen Auslvrache zu belassen und b estimmte Beschlüsse noch nicht zu lassen.

Ru» KtaSt rrild CctttSf

Gieße » . 30. Juni 1914.

** Engel i n der Kunst. Ter Deutsche Frouen-- berein vom'Roten Kreuz für die Kolouien schreibt uns: Gestern abend fand die Rechnungslegung über die Wohl- tätigkeitsvorstellung der hiesigen Mteilungen des Deut­schen Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien und des Frauenbundes der Deutschen Kolcmial-Gesellschaft Engel in der Kunst" statt. Der Rcincrtraj;, der unter die beiden Vereine und das Rote Kreuz zu drei gleichen Teilen verteilt werden soll, beträgt etwa 4500 Mk. Dieses Ergebnis kann als hocherfrculich bezeichnet iverden und es ist zu- standegekoimncn dank der unermüdlichen Mitarbeit aller Mtwirkendeu, die sich in den Dienst, der guten Sache ge­stellt haben. Namentlich gebührt Danl der umsichtigen Lei tnng von Fräulein Elisa Rcinect, die. etwas >änftlerrsch Vollendetes geboten hat und deren Bilder für jeden, der sie sah. einen bleibeirden Genuß bilden werden. Die Wirkung dieser lebenden Bilder kam zur vollen Geltung durch die musikalische Leitung, die in den so ojt bewährten Händen des Herrn Professor G. Trautmann lag und der unter­sucht wurde durch Mitglieder des akademischen und des evangelischen Kirchengesangvereins und besoirders von den Damen Frau El. Nebelung-Knapp, Frau ö- Schudt, Frau

H- Spohr und den Herren O. Görlach, B. Hermann, Pro­fessor Tr. Walther. Der gesangliche und musikalische Teil war ei» Genuß für sich, der erhöht wurde durch die dis­krete Art der Begleitung und die genaue Abstimmung zu den einzelnen Bildern.

** Gegen b i e Mückcnplagc. Alljährlich um den Be­ginn der Sommerzeit, 1 dieses Jahr wegen der allerwärts herr- Ichenden kühlen Temperatur wohl etwas später wie gewöhnlich, wird an unzähligen Stellen in Deutschland die Mückenplage und die Frage erörtert, wie man sich gegen die Plagegeister am besten zu schützen vermag. Die Mücken brauchen zur Fortpflanzung un­bedingt Lachen von stehendem Wasser, in das sic ihre Eier legen können: sließende Gewässer sind dazu ausgeschlossen, da die Larven in solchen nicht die nötigen Lebcnsbedingungcn linden. Bei stehen­den Geivässern kommt es aut Größe jedoch nicht an. Seen, Teiche, Tümpel, nur noch halb mit Wasser gelullte Feuer- und Regen- tomien, die unbedeutendste Pfütze, eine Viehspur im Bode», ei» aller Blumentops, ja ein Glasscherben, wenn sic alle nur etwas Wasser enthalten, können für zahllose Mücken die Brutstätte abgebe». Tic Mückenplagc läßt sich also sehr beschränken, wenn i» der Nähe menschlicher Wohnungen jede Wasseransammlung, und sei sic noch so klein, beseitigt wird. Die Gefährlichkeit größerer Tümpel, ja selbst der Tesche usw. in dieser Hinsicht kann man dadurch aus- hcbcn, daß man solche Wasserflächen mit einer dünnen Schicht Pe­troleum bedeckt. In ein solches Waller legt keine Mücke Eier, auch geben unter der Oclschicht alle Mückeularven zugrunde. Aber von Feit zu Zeit »Verben doch immer noch Mücken in die menschlichen Wohnungen gelangen: sie davon fern zu halten, dajür gibt es auch einige recht brauchbare Mittel. Ten Stechmücke» lind die bal­samischen Ausdünstungen mancher Gewächse, z B. des Eukalnvtus- baulnes, außerordentlich zuwider. Ein wenig zerstäubtes Enkallivtus- öl oder Räucherungen mit Eulalhptiisblättcrn bewirken schan eine so starke Ozonisierung der Lull, daß sie den 'Mücken lästig lvird. Leider lind die Mücken sehr lästige Geschöpfe, die zwar ihre eigenen Gewohnheiten nicht ändern, aber sich sehr leicht an die Mittel ge­wöhnen. die sie sernballc» sollen. Mit Kajeputöl ist es ähnlich: es wirkt manchmal, aber manchmal auch nicht, doch scheint es dabei mehr aus die Mückenart anzukommen. Diese Mittel werden aber übcrtrofsen von gutem Jiisekleupulver, Räucherung mit gutem Insektenpulver wirkt mit völliger Sicherheit: auch das Verdampsen von Jnscktenvulvertinltur IN Ptatinschwamm über der Lampe hat dieselbe Wirkung: alle 'Mücken verschwinden sofort. Gegen die Lorven also Erdöl und Zuschüttung der Wasserlüchcr, gegen die Mücken aber selbst Jnsekienpulver! Daneben dars man natürlich auch andere Hilfsmittel lischt vernachlässigen. Eines der besten davon ist der Lustzug, der die 'Mücken stets vertreibt,

** W ärNi eschII tz in den Städten. Eine der wichtigsten gesundheitlichen Zuknnstsaiisgaben des Städtebaues ist die günstigere Gestattung des Tonimerkliinas der Großstädte. Mit ihrem Wachsen nimmt der Schutz gegen Wind und Kälte zu. Aber die Ansamm lung der Wärme bei andauernd sonniger Sommerwitterunq führt zur Belästigung und zu Gesundheitsschädigunacn der Großstädter. Tie hohe Tommersterblichfett der Säuglinge kennzeichnet sie. Tie kurzen Nächte reichen nicht ans zur Fortführung per Wärme­mengen, die durch die Sonnenstrahlung den Steinmassen der Ge­bäude und Straßen zugcsühn imS. Das Einlagcrn der Häuser in das Grü» der Garten, die Vermehrung des Banmschlags zum Schattenspendcn, der Schlingvstanzen als Sonnenschutz, das Niedrighalten der Gebäude zum Ausnützcn der Erdkühlc find die wichtigsten Maßnahmen zur Verringerung dieser ungünstigen Sach­lage. Wichtig ist es ferner, die Tagesarbeit frühzeitig zu beginnen und unter Einhaltung einer kurzen Frühstückspause srühzcitig zu beenden, damit der Städter draußen zu wohnen vermag, sich an den Spätnachmittagen und Älrenden von der Mühe und der Hitze des Tages erholen kann. Tie Durchführung der englischen Arbeiis- zeit ist daher ratsam. Auch die Bauart des Hauses sollte mehr als bisher aus den Wärmcichutz Rücksicht nehmen. Tic Anwendung groß ­zelliger Steine und Mörtelgcmcnge für die 'Außenwände, der Schutz der Fenster durch Stabläden, die Deckung srcilicgendcr kleiner Hauser mit Stroh im Lehm, die helle Färbung der 'Außenflächen vermögen diesem Ziele znzuführen. Im Innern der Räume aber ist in warmer Zeit für ständige Lustbcwegung, nachts in den leeren Zimmern für Turchzug Sorge zu tragen,

Kreis Friedberg,

(Ls F r ic dbcrg, 29. Juni, Die Kirschenernte in un­serer Umgebung, Ober-Nosbach, Ockstadt, Ossenheim usw. fölllt reichlich aus. Heute kostete das Pfund Kirschen 18 und '20Pfg., ebenso reichlich ist das Bcerenobst ausgefallen, Erd­beeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren. Auch mit dem Heu sind unsere Landwirte zufrieden.

(L) Fried berg, 29. Juni. Gestern uin 11 Uhr mor­gens ivurde die Kunstausstellung eröffnet. In vier Zimmern sind über 150 Bilder hiesiger Künstler ausgestellt.

-E Aus der nördlichen Wetteroiu,30.Juni. Im Wcttertal ist seit Montag allenthalben die Heuernte im vollen Gang. Sehr verschieden sind die Graspreise, Bei den Versteigerungen wurden für den Morgen, je nach Loge und Güte 1540 Mark bezahlt.

Hessen-Nassau.

( ) Marburg, 29. Juni. Unter großer Beteiligung wurde gestern hier das Berbandssest der Jungfranenvereine Oberhejsens abgehalten.

( ) Kirchhain, 29. Juni .Kreistierarzt Vetcrinärrat Stamm beging heute sein 50jähriges Berufsjubiläum. Bierbrauerei bescher Bopp aus Marburg hat der Stadt Kirchhaiu eine größere Summe zu dom Zwecke überwiesen, den alten Friedhof in einen Park umzuwandeln. Die neue 'llnlage soll Anna-Park genannt werden.

h. Frankfurt a. M 29. Juni. In Torfprozcltcn am Main hat sich am Sonntag bei starker Beteiligung aus säst allen schiffahrttreibcnden Mainorte» eine Rccdercigenosscii- schast gebildet, die den NamenMain-SchisfahrtS- und Speditwnsgcnossenschast G. m. b h." siihrt. Zum Sitz der neuen Gesellschaft wurde Würzburg bestimmt.

(L) Neuenbarn im Taunus, 29. Juni. Das allen Tannusbesuchcrn i ckauntc BatzcnhäuSchcn ist gestern nach mittag zum Teil al.gebrannt.

h. Schlüchtern, 29. Juni. Im Distc lrase n - tunnel sprang bei der Durchfahrt eines mit Militär Pferden beladenen Zuges ein Tier ans dem Wagen. Es wurde von einem S6>nellzug übersahrcil und getötet

w. Fulda, 29. Juni. Tie drei Zigeuncrkiuder Eben der, deren tzldutter auf der Domäne Johannisburg bei Fulda arbeitet, sind wredcr gefunden worden: sic waren in einer Scheune zu Maberzell versteckt.

F-Eschlnege a.d. Weria, 29. Juni Gestern vorm ttag ertrank in. der Werra der >ei dem Kaufmann Kann cke in dem benachbarten Wanfried als OicidiittpJürr; .> >-i!t> v< 21 jährige Andreas Fe ick aus Obe rwegsurth bei

t erb ach in Obcrh essen. Er hatte die Pferde seines Dienstherr,, in die Schwemme geritten, glitt lncrbci vom Pferde ab und ertrank. Tic Leiche wurde'geborgen.

veriniscl'te».

Tic Farben der Blitze. Daß die Farben der Blitze eine große Monnigioltlakeit zeige» können, lehrt uns die tägliche Erfahrung, tteber die Häuiigkcit des Vorkommens der cinzelnen Farben lmt neuerdings der englische Meteorologe Speneer C. Russell inleressanic Auszeichnungen gemacht. Hiernach sind am häusigstcu die roten Blitze: unter 152 von ihm beobachtete» Linicii- blitzeii fälschlich auch Zickzackblitze genannt zeigten 37 die rote Farbe. An zweiter Stelle solgle die blaue Farbe, die 30 Blitze auswicsen, an dritter stelle die weiße Farbe mit 25 Blitze». Weiter gelaugten zur Beobachtung goldfarbige Blitze 21 mal, vio­lette und gelbe je I4mal, orangeiardcne 7 mal, schließlich grüne Blitze 4mal. Etwas anders als bei den Linicnblitzcn verteilen sich die Farben bei den Flächenblitzen. Bei diesen ist am häusigsten die weiße Farbe, nächst ihr komme» Rot und Gelb. Tie roten, blauen und violette» Blitze scheinen besonders aut dem Höhepunkt des Gewitters auszutrctru, während gegen das Ende des Gcimttcrs zu die Farben der Entladungen häufig zu Weiß, Goldig und Gelb verblassen, Tie seltenen grünen Blitze entstehen, wie man «»nimmt, in den größten Höhen: zumeist folgen ihnen Entladungen von blauer und violetter Farbe. 'Auch bei Gewittern, die von Hagel begleitet iind, treten stets Blitze von blauer Farbe aus. Jirtcrcssant ist schließlich auch die Bemerkung, daß zwischen der Farbe der Blitze und der 'Art des ihnen folgende» Donners rin gewisser Zusammen­hang zu bestehen scheint, Tie stärksten Donncrschlägc sollen noch den violetten und grünen Blitzen zu beobachten sein. Rote Blitze sind von lang rollendem Toiincr, blaue von einem mefor oder minder heftigen, bald längeren, bald kürzeren Krachen gefolgt, während der Donner, der die weißen Blitze begleitet, an die rasche Entladung von Geschützen erinnert.

* T r c S ch lv a m m f i s ch e r e i in der Wasserleitung, In einigen Stadtvierteln von Eardiis beklagte sich nach einer Mtt- teilung derKnowledge" die Eimrohnerschast über mangelhaste Zuführung des Leitungswasscrs. und die llmeriuchung, die daraui- l in angcstettt wurde, ergab die gewiß nicht allkägliche Erscktcinnng. daß das Innere der Leitungsröhren mit Süßivasserschwämmen (Svongitla lacustrrsl, überwuchert war, deren Arme eine Länge von teilweise bis zu zwanzig Zciitimeter erreichten. 'Man hat beobachten können, daß diese Schwämme die Kälte eines strengen englischen Winters gut überstanden toben, und die Beobachtungen zeigen außerdem, daß sie ebenso gut in der valtlommensten Dunkel­heit wie in, Tageslicht lebe» können. Man hat die inneren Wände der Lcitungsröh-rcn und der Wasserbehälter abgekratzt und mit geiältigter Salzlake abgcricben Tiesc Bohandlung bar denn auch Eriolg gehabt und die Schwämme sind seitdem vottlommcn ver­schwunden.

W i c entsteht Kurzsichtigkeit? Allgemein wird niigcnommen, daß Kurzsichsigkeit durch das Kcahehcranbriilgen des Gegenstandes an das Auge bedingt werde. Tiefe Annahme wider- legi, wie derPrometheus" lLeipzig, Otto Svamer- berichtet. G. Lcwinsohn, indem er nachivcin, daß die Beugung des Rumvses und Kopses bei der Arbcil die Brranlassung in. Das Auge (fallt dabe, nach vorn, und es eutstehen Zerrungen, besonders des Seb- »crvcii, die eine Längsdehnung des 'Angapscls zur Folge haben. Er stützt sich bei dieser Theorie aus Erfahrungen bei verschiedenen Berufen und eine Anzahl Tierversuche sowie anatomischer Befunde, Sv erzielte er bei Assen durch entsprechcndc Versuchsanordnung bei Beugen des Kopses künstlich Kurzsichtigkeit. Zur Bekämvsung der Kurzsichtigkeit wird daher der geraden Körvcrhaltung erhöhte Ausmerlsamkett ziigewcndct werden müssen,

Hk. W o z u d I e n t d e r B l III d d a r IN? Bleie lansende van Leuten, die das Bleuer dis ltlrzies vor devr Tode an »Blinddarm- entznlidiing' gerettet bat. lallten ohne den kleinen Btinddarmlortsatz cder nach dem volkstümlichen Svrachgebrauchc unter ..Vlinddarin' hier zu verüebe» lst> herum, io daß man fnft annehmen könnte, dieles Organ sei nicht? als ein Ilcberrest, der kci^ beslininiten 'Aus­gaben niebr zu ertnlle» habe. Dieser Bleiinniq Ht jüngst der tran- zöüsche 'Arzt Tr, Robinio» enigegengelrcten, ivorirer die Akademie der Wissenschatle» verhandelt hat, und jetzt liitt der Italiener Tr. Margera seinem sranzöstschen Vorgänger zur Leite, indem er Versuche mitteilt, ans denen ec die Rolle de, Ä inddarmsorljatzc? (oder des ganze» Blinddarmes?! hernu?ge>mide» zu habe» be­hauptet. Nach den Mitteilungen der »Pellt Revilbtique' hat er ini Tierversuche lestgestestt, daß Tiere <»alii>lick> leine Pflanieniresser) starke Verstopsunge» bekamen, wenn man ihnen das scagliche Organ eiiikernte, und lcrner soll die Verstapsang durch Vcrabreicbmig von Bkiiiddarmsast behoben ivorden sei». Hieran? inill der Arzt nun den Schluß ziehen, daß der Blinddarnikortiatz tatsächlich eine wich­tige Rolle bei der Verdauung jviel!. Tr. Robinson, der diese Ver­suche des Italieners gründlich erwogen liat, begnügt sich init dem vorsichtigen Schlüsse »die Chirurgen sollien mit der E»ver»»»g des Blinddurmiorlsatzes vorsichtig sein". Bisher unseres Wisse»? über Erscheinungen bei der Bcrdauinig nach Entternmig des Blind­darmes von keinen, 'Arzte irgend etwas nachteiliges berichtet worden, so daß die Meinung des Italieners als z» kraß anzu- svrechen ist.

* Umschrieben.Ick habe beute, als ich soUging, meiner Frau einen Regenbogenkuß gegeben."Was h.'ißi denn das, ei» Regenbogcnkuß?"?!a, der Regenbogen kommt doch »ach dem Sturm."

vüchertisch.

A n d r e e s Handatlas. Sechste 'Anllage lBelhagcn &. SUafing, Bicleleld und Leipzig . Tie soeben erschienene zivene Liese- rung zeigt ivieder an allen Karlen die grobe Soralalt, mit der dieses Werk überall verbessert und vermehrt wurde. So erhielt z. B. die prachtvolle geologische Karte vo» Mittelenrova eine ivesentliche Bereicherung durch Einzeichnnng der ciszettliche» Endnioräiienzüqe und der denlschen Urllrointälsr: an! der Karte von Mittelamcrika und Westindien ivurde» die so wichtigen drei niiltelameriknnischen Isthmen >» größerem Mabitabe neu bciaegeben. In der Kurie von Persien wurde durch eine Eriveiterung de- Rahmens da- Karlen- bild verbessert und verschönert, jo daß nun der Persische Goli voll ständig bi?ach 'Maskat hin bargestcllt ivird. Eine besonders In dustriellen und ivirtschnitsgcogrovhisch Interessierte» willkommene Neuerung >v,rd die Rückseitenkarte der 'Mittelenglischc,, Iudnstrle gebiete und der neuen Nebenkarte des Llordenglischen Industrie gebiets sein, andere werden sich treuen über die schöne große Dar- stellung des Weichjeldeltas und der llmqebiing vo>> Paris^ Ticje wenigen Probt» möge» genügen, das n» Spätherbst in 15 Liefe­rungen zu ic zwei Mark vollständige Werk auch iveilcr in emp- lchlende Erinnerung zu bringen. _

Ferien reisende erhalten für d i e besten St- r>djtc darüber, wie sich die Schönhcitsskise Providot und die Rajierfcise Providol an heißen Tagen etc. bcwobri naben. 559 Preise von 3 Mk. bis 300 Mk., - - zusammen 250" X ,l, worüber die Anzeige in der heutigen Nummer näheren Anüchlutz gibt. Nachdem die Beteiligung an dem ersten Preis- Ausschreiben, dessen Preisträger im Juli genannt werden, sehr groß gewesen irrte» ftiii-r auch an diese« neuen Preisausschreiben dev-Pro- oidol-GentlKNaf, viele Leser teilnchmen. kr ' «.