SViilcittwmpin: f»l(itvn der SRtflatta. Tie „SVftoria üuiie" der Haypg-Ltnie war mit Gästen für die Kielet Woche des ilNvrgens non Brunsbüttel knurrend, de, der Strauber eingcttvffen und in der Nähe des Startes vor Anker gegangen.
Bei der «eewcttfahrt des Kaiserliche» Nachtklubs ging der .Meteor" etwa INN IV« Uhr hinter „Germania" durchs Ziel de, Laboe.
Eilte Diippelseier in Kiel.
Kiel, 26. Juni. Heute vormittag traten eine große Anzahl KON Düppel st ürmern aus alten Teilen des Reiches z» einer Düppelicier hier ein. Auch die an dem «türm aus die Düppeler «chanzen beteiligte» Rech»,enter ltatten Abordnungen entsandt, darunter das baherische Infanterieregiment Nr. 6, die Ariillerie- reginienler Nr 2 und 22. Tie Begrüßung der alten Herren am Bahnhol war sehr herzlich. Bor dem Bahnhot hatten die Iticsigen Krieger- nud Militärocrcinc Aufstellung genommen, deren Fahnen sich beim Passieren . der Tüvpelstürmer senkten. Es bildete sich nun ein Fcstzug. dessen Spitze. frulterc Offiziere von s-üppel bildeten. Es folgten dm Fahnenabordnungen der Kricgervcreinc, an tvelche sich die Tüppeliiürmcr in einer Stärke von 400 Man» onschlvsjen. Unter den Klängen des Düppclmarschcs, gespielt von der Kapelle des Infanterieregimentes Nr. 85, bewegte sich der Zug nach dem Schloßgarten, ivo er sich auflöste. Tic Gäste tnurdcn dann in ihre Wohnungen geleitet. Im Laufe des Tages werden noch tveitere Tüppelslürmcr cintreffen und ebenfalls feierlich etn- gehvlt werden.
Um 7 Uhr abends nahmen die zur Düppelfeier eingetrosicnen Veteranen zu der Huldigung für den Kaiser Aufstellung aut dem Strandweg, weit über 4000 an der Zahl. Ter Kaiser in Admiral s u n i f o r m trat kurz vor 7Vs Uhr aus dem Portal des kaiserlichen Jachtklubs, begleitet von dem (sscfolgc sowie von Grotz- admiral v. Titvitz und anderen Admiralen und schritt die Fronten ab. Er zeichnete viele alte Leute durch freundliche Ansprachen aus, besonders solche, die das eiserne Kreuz trugen. Dann wurde zum Parademarsch angetreten. Nun zogen die alten Tüppelstürmer vorüber, keiner unter 70 Jahren, entblößten Hauptes, voran die Generale und Erzcllenzen, dann die Oesterrcichcr. Zuletzt sprach der Kaiser aus das freundlichste mit einigen Invaliden, die nickst hatten mttmatschicten können, besonders mit einem alten Mann, der einbeinig und sich der Krücken bedienen mußte, und dem man zwei Main, von den 85ern zur Unterstützung beigegeben hatte. Er trug seine Kriegsdenkmünzen vollzählig aus der Jacke und hatte einen Lorbeerkranz um die alte Soldatenmützc gcnmnden. Das Publikum brachte den Veteranen und dem Kaiser stürmische Huldigungen dar.
Zu Ebrcn der Veteranen von 1864 veranstaltete die gesamte Kieler Studentenschaft heute abend einen Fackel- zug, an den sich eine von der Stadt veranstaltete Begrüßungsfeier anschloß. ,
Berlin, 26. Juni. Heute morgen legten die D ü p p e l e r Kriegs Veteranen und das Ehrenkomitee am Denkmal Kaiser Wilhelms in der Siegesallee einen Kranz nieder. Weitere Kränze wurden niederaclegt vor den Denkmälern des damaligen Kronprinzen Friedrich, des Fürsten Bismarck, Moltkcs, Roons und Wrangels.
Au; Albanien.
Durazzo, 25. Juni, abends 8 Uhr. Die auswärts verbreitete Meldung, daß Prenk Bibdoda gefangen genommen, aber gegen Ehrenwort freigelassen worden sei, ist ans der Luft gegriffen. In der vergangenen Nacht sowie int Laufe des Tages ereignete sich nichts Bemerkenswertes. Die Ausrodungen auf der Sumpfsläche und die übrigen Befestigungsarbeiten werden eifrig fortgesetzt. Der Waffenstillstand wurde bis abends verlängert. Inzwischen laufen aus dem Süden fortwährend ungünstige, jedoch nicht genau kontrollierbare Nachrichten ein. Auch scheint sich der Fall Berats noch nicht zu bestätigen, jedenfalls sind aber diese und die Stadt Fieri gefährdet. Balona ist noch nicht bedroht. Ismail Kemal soll in Balona und in den südlichen Gebieten, wo er Einfluß besitzt, eifrig bemüht sein, ein Fr e i wi ll ig e n ko r p s zu sammeln, um den vorrückenden Aufständischen entgegen- zutretcn. Mit den Aufständischen fanden heute keine Verhandlungen statt. Die Lage ist allgemein ungeklärt. — eilte ras der Bruder ver Fürstin, Prinz Günther von Schocnburg-Waldenburg hier ein. Für morgen früh ist ein allgemeiner Artillerieangriff geplant, während die Stadtbattericn die feindlichen Stellungen am Rasbul bombardieren sollen. Auch soll die „Herzegowina" die Stellungen in der Richtung auf Kavaja und bei Sasso Bianca beschießen.
Tie „Neue Freie Presse" meldet aus Durazzo: Die Verhandlungen mit den Aufständischen sollen auf Betreiben der holländischen Offiziere vollständig abgebrochen worden sein.
Auslanv.
Französische Beschuldigungen. Aus Nancy wird gemeldet, daß von den dort verhafteten Ausländern, die Deutschen Harder und Acht und der Schweizer Alle inane, welche beschuldigt sind, einem Soldaten bei der Desertion Vorschub geleistet zu haben, diese Tat gestanden haben. Acht, der Photograph ist, soll auch zugegeben haben, daß er die von ihm hergestelltcn Photographien von Offizieren, Beamten und Privatleuten der deutschen Polizei verlaust habe, die hierdurch in den Stand gesetzt worden sei, die schweizerischen Reisenden besser zu überwachen.
Pcniidtc Kofenten.
JmGouvernementsratfürDeutsch-Ostafrika
wurden am Mittwoch bei der Fortsetzung der Besprechung der Arbeiterfrage Klagen über den Arbeitermangel besonders für Sisalpslanzungen vorgebracht. Das bisherige Ergebnis der Aiiwcrbeordiiuna habe enttäuscht. Ter Gouverneur legte dar, daß ungeachtet des zettweiligcn Zurückbleibens des Arbciterangebotes hinter der Nachfrage die Arbeiterverhältnissc in Deutsch-Ostafrika am günstigsten von allen deutschen Kolonien lägen. Ter Gouverneinentsrat billigte die Grundsätze der Denkschrift des Gouverneurs.
Ans Staöt uns Land.
Gießen, 27. Juni 1914.
Kirschen.
Zu den beliebtesten Arien des Frühobstes gehören die Kirschen. Um'er Kirschbaum mit seinen vielerlei Abarten hat d t f i S t a m m formen: die Vogellirsche ober Süßkirsche i Prunus avium), die Sauerkirsche (Prunus cerasmus) und die Weichselkirsche PrnnuS malmleb:. Von der Vogelkirsche, die fast überall in Hecken und Wäldern als Strauch und als mäßig starker Baum wächst, stammen unsere vielen Arien der Süß- und Herzkirschen mit gelben, rolen oder schwarzen Früchten, die durch die Kultur mannigfach in Olroßc tmb Farbe verschieden sind. Die schwarzen Hcrzkirschen, die Wachskirichen, Knorvelkirfchen und Marmorkirschen find als die bekanntesten Atten der Süßkirschen ein sehr beliebtes Tafelobst. Aus den Früchten der Stammart bereitet man ein gebranntes Wgsser, das Kirfchwasser, welches stch durch seinen, von einem Gehalt an Blausäure herrührenden, eigentümlichen Geruch auszcichnct.
Tie S a u c r ki r sch c, die durch Lueullus aus ihrer ursprünglichen Heimat am Schwarzen Meer nach Rom gebracht wurde, hat ebenfalls eine Menge von Spielarten, wie die Ostheimer und die Forclleirktrfchc, dte rote Maikirsche, die frühen und späten
Amarellen und die kleinen und großen Glaskirlchen. Die «auer- kirschcn reifen im allgemeinen etwas später wie die «üs,Ulrichen, gewähren al>er geräde in den heißesten Monaten da^ Jahres etn großes Labsal und werden deshalb sowohl, als^auch weil sie nie Maden enthalten, noch mehr geschätzt als die Süßkirschen.
Die Weickiselkirschc, anch Steinweichsel genannl, ist ein in den Gebirgswäldern von Süd- und Miilelenropa heimischer Strauch mit schwarzen, unangenehm bitter schmeckenden Früchten. Sein rötliches, wohlriechendes Holz dient zu seinen Drechstcr- arbeilen. Die geraden, schlanken Aestc sind als «pazietstöcke und Pseiicntühren oder Zigarrenspitzen lehr beliebt.
'Nachdem die Kirsche in ihren beiden Hauviarten, der «üß- und der Sauerkirsche von Asien aus einmal in Italien bekannt geworden War, hal sie sich bald über Gallien und Britannien verbreitet und wird jetzt in allen gemäßigten Ländern in ungemein vielen Parielälen angebaut. Als ein de son derer Verzug der Kirsche ist.cs anzusehen. daß sie so frühe mitten im Sommer reist und mrs in der heißesten Zeit des Jahres ihren erwischenden Satt spendet, wenn die übrigen Früchte mit der Zeit ihrer Reife noch im Rückstände sind. Dieser Umstand bat jedensatls wesentlich dazu beigeiragen. daß sich der Kirschbaum so rasch und so weit verbreitet hat. Tic Früchte haben denn auch eine vielseitige Verwendung: sic dienen zum Rohgenuß, zum Kochen, Dorren, Einmachen, zur Bereitung von »irschsast, Kirfchwasser »itd Kirsch- btanntwein und bilden in jeder Form einen gesuchten Handelsartikel.
Der Kirsch Wildling liefert Bäume, welche erst spät tragbar werden. Da auch die Früchte solcher Bäume nicht schön sind, so werden säst alle Kirschensorlcn im Obstgarten aus Mahaleb als Unterlage genomnien. Wenn aber die Äirschbäume in Buschsorm auf mageren,, wenig tiefgründigem Boden angcpflanzt werden, dann kann man als Unterlage auch Sämlinge der Vogelkirsche verwenden. Die beste und ein träglick st e Form des Kirsch- b a ii m e s ist der Hochstamm. Zur Bekleidung von Mauern ist der Kirschbaum recht wertvoll. Für die Anpilanzung an Landstraßen und Wegen eignen sich die Wcschselsorten nicht gut, da die Bäume nur mäßig in die Höhe gehen. Für die Anzucht zu Balinctteu sind alle Sotten, ausgenonimen die Heiz- und Knorpeltiriche», gut geeignet. Zur Zwischeiipstanznug in Baumgätten sind Amarellen, Glaskirschen und Weichseln gut verwendbar, aber auch für sich gc- pilauzt, ist die Kultur der Kirschartcn lohnend. Tie Bäume ent- wickeln sich schnell, sind bald tragbar und selbst dort, wo andere Öbstbäumc kaum noch sortkontmen. Junge Bäume werden gern von der Blattlaus hcimgcsucht. Zu deren Vertilgung bringen jetzt die Fabriken der Obstbaumschutzmiitcl gute Präparate aus den Markt. Sehr empfohlen wird aus Grund vieler Versuche und mehrjähriger Erfahrungen das Obstbaumkarbvlinenm und das „Flora- evit" ans der chemischen Fabrik für Tcerfabrikaie von F. Schockst in Brauuschweig. Auch gegen die Maden, die uns so osl de» Genuß der Kirschen verleiden, gibt cs jetzt gute Schutzmittel, unter denen sich die Hinsberg'schen Fanggüriel immer mehr verbreiten. In manchen Jahren tritt auch die K t r sch bl a 11 w c s p e stark ans, die int Jinli und Juli ihre Eier an die Blätter ablegt. Tie grünen Larven, d>"iich bald mit einem schwatzen Schleim überziehen, so daß sie wie kleine, schwarzglänzende Schncckchen aus- schen, weiden das Blaitslcisch ab, so daß auf der Unterseite nur noch die braune Oberhaut stehen bleibt. Auch die Kirschen- fliege, deren Maden das Innere der Kirschen um den Stein herum ausfressen, so daß die reifenden, süßen Kirschen faul werden, bringt manchmal großen Schaden. Sehr nützlich erweisen sich in den Kirschenamagen die Roischioäirzchen und Fliegenschnäpper. Sehr empfehlenswert ist aber die rechtzeitige Anlegung der bekannten Obsttnadensaklen von Hinsberg und eine vorschriftmäßigc Anwendung von Obstbanmkarbolincum im Winter und von Schachts „Floracvit" im Sammer. Obschon in inanchen Iahten die F r ü h - jahrssröstc die Ernte der Frühkitsckten säst ganz vernichten, beruht doch der Wohlstand mancher Gegenden aus dem Kirschbaum, der in großer Menge angcpslanzt und gut gepflegt, säst alljährlich eine reiche, lohnende Ernte bringt.
Die Lorbeerkirsche oder der Kirschlorbeer, der aus seiner ursprünglichen Heimat in Kleinasicn nach Europa gebracht wurde und jetzt in den Ländern am Mittelmcer wild wächst, wird bei uns häufig in Gewächshäusern und in Gärten als Zierstrauch gezogen. Er bleibt aber sttanchartig oder wird höchstens ein Bäumchen von 3—4 Meier Höbe mit hübscher Krone. Aus seinen Blättern destilliert inan das »irschlorbccrwasser, welches in der Heilkunde Verwendung findet.
Das Kirschbaum holz ist hart und glänzend, aber nicht sehr dauerhaft. Es nimmt leicht eine schöne Politur an und wurde daher früher mehr als setzt zu feinen Möbeln verwendet: es ist auch lienkc noch als Werkholz für Tischler- und Drechslcrarbeitcn gesucht. ^
** Tageskalender sür Samstag, den 27., und Sonntag, den 28. Inn,: G t e b e n e r Freilichtbühne: Samstag abend 6V, Uhr Eröffnungs-Vorstellung: Tie versunkene Glocke.
El e,v e r be a » S st el I un g : Sonntag nachmittag von 4 bis 7 Uhr und abend? von 8—II Uhr Konzert der Kavelle Weller.
Ober hessischer Kunst verein, Tie Geniälde-Ansslellnng ist täglich von 11—1 Uhr. Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, und an Sonntagen von II—3 Uhr geöffnet.
Ober hessisch es Museum und Gail'sche Sammlungen, Geöffnet Sonntag vonnittags 11—1 Uhr unentgeltlich.
MII s e »IN f ii c Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags vo» 11—1 Uhr unentgeltlich.
(Beide Museen find anch Mittwochs »nd Samstags von 3 bis ö Uhr gegen ein Einlrittsgeld von 21Psg. sür die Person geöffnet.«
Ceylon-Aus st ellung im Botanischen Garten vormittags von 9 — 12 Uhr. Nachmittags mir für Vereine nach vorheriger Anmeldung.
Lichtspielhaus: Täglich Dorstellung.
U n i o n - T h e a t c r: Täglich Vorstellung.
** Der Stern von Brabant. Der Großherzog! hat dem Kabinettssekretär Dr. Wilhelm W e h n e r in Darmstadt das Ritterkreuz 1. Klasse des Sterns von Brabant verliehen.
** Ruhestandsversetzung. Der Großherzvg hat den Oberrevisor bei der Oberrechnungskammer Rechnüngs- rat Georg H o o s auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Jutt 1014 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** U ebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Eduard Brand aus Biebelnheim eine Lehrerstelle mr der Volksschule zu Monsheim.
** Gewerbeausstellung Gießen. Durch Zuschrift des Großh. Kreisamts Gießen vom 24. Juni 1914 wurde dem Aussiellungsvorstand mitgeteilt, daß sich das Großh. Ministerium des Innern bereit erklärt hat. für die Gewerbeausstellung in Gießen 2 goldene, 3 silberne und 5 bronzene Staatsmedaillen zur Verfügung zu stellen. Wie sich aus der mit Ermächtigung des Großherzogs von dem Großh. Ministerium des Innern am 8. August 1003 veröffentlichten Bekanntmachung ergibt, wird die hessische Staatsmedaille in drei Klassen nur bei Ausstellungen von nicht bloß lokaler Bedeutung verliehen, um hervorragende Leistungen auszuzeichnen. Auf Vorschlag des Aussteltungs- preisgerichts wird die goldene Medaille direkt vom Großherzog, die silberne und bronzene Medaille von dem zuständigen Ministerium verliehen. Daß der Gießcncr Ausstellung diese große Anzahl von Staatsmedaillen zur Verfügung gestellt worden ist, zeigt, eine wie hohe Bedeutung man ihr in Bezug auf die Förderung unseres heimischen Handwerks höheren Orts bcimißt.
“* Statistik des Fleischverbrauchs. Aus Veranlassung des Reichskanzlers sollen während des Kalenderjahr«,e 1914 Ermittlungen über das DurchschniltsgewickK der
Schlachttiere stattsindcn. Die Ermittlungen der Getmchte haben als Grundlage der Fleischverbrauchsberechnung für das Deutsche Reich zu dienen, weshalb es darauf ankvmmt, möglichst zuverlässige Zahlen zu gewinnen. Das Großh. Ministerium des Innern hat.stch in einem eingehenden Aus- schreiben in dieser Beziehung an die Kreisamter gewandt und Grundsätze ausgestellt, in welcher Weise die Ermitt- liingen vorzunchmen sind. Die Durchführung dieser Anordnung stößt in den Kreisen des Metzgcrgewerb-s aus Schwierigkeiten, da vielfach angenommen wird, die Ergebnisse der Verwiegung fänden im Stenerinteresse Verwendung. Tic Handwerkskammer hat sich daher aus Veranlassung des.Ministeriums mit dem deutschen Fleischcrverband ins Benehmen gesetzt und der Verbandsvorstand erkennt an, daß das Fleijchcrgewerbc das größte Interesse an einer Statistik über das Geivicht der Schlachtticrc habe. Vor allem aber auch daran, daß dieser Statistik nicht angenoinmcne, durch Schätzung erhaltene Gewichte zugrunde gelegt, sondern nur solche, die aus Grund von einzelnen Verwiegungen eingesetzt werden. Wert wird weiter darauf gelegt, daß tatsächlich nur das Fleischgewicht sestgestctlt und deshalb Nieren- und Schlußfett vorher zu entfernen sei. Der Verbandsvorstand hält es für seine Pflicht, die Behörden bei einer Ausstellung zur Stattstit zu unterstützen, weshalb die Angelegenheit die verschiedeueu Bezirkstage und den Verbandstag beschäftigen soll. Die Handwerkskammer weist darauf hin, daß diese statistischen Erhebungen im Interesse des Metzgergelverbes liegen, weshalb es sich empfiehlt, der Aufforderung der Kreisämter auf das genaueste nachzukommen. Die Kreisämter sonore Meygerubcrmeister Lautz zu Tarmstadt sind jederzeit bereit, entsprechende nähere Aufklärung zu geben.
** L e h r p l ä n e s ü r d c n Ze i ch c >i u n t c r r i ch t. Dte oberste Schulbehörde hat bestimmi, daß au die Stelle des'
Z 10 der Lehrplane für die Gymnasien und Realgymnasien vom 18. Januar 1893, und sür die Lberrealschuleu vom 4. Februar 1901, sowie der Ziffer 9 des Lehrplans für die Realschule» vom 6. Dezember 1839, fortan die entsprechenden Abschnitte eines neuen Lehrplanes sür den Zeichenunterricht an den Gymnasien, Realgymnasien, Oberrcal- schulcn und Realschulen zu treten haben. Tic methodischen Bemerkungen unter All dieses Lehrplanes gelten sür alle S ch u l g a t t u n g e u. Nach diesem neuen Lehrplan soll schon im lausenden Schuljahr unterrichtet werden und wie für alle übrigen Lehrfächer, so sind auch für das Zeichnen auf Grund des amtlichen Lehrplans Sonderplänc von d<m Fachlehrern zu entwerfen, in Sonderkonscrcnzcn festzustellcn und im ltzcsamiichrerra! unter dem Gesichtspunkte zu erörtern, ob und ivie auch andere Lehrfächer Gelegenheit haben, einerseits diesen Zweig des Unterrichts zu fördern und andrerseits selbst aus ihm Gewinn zu ziehen. Tie Ergebnisse dieser allgemeinen Erörterungen werden in den übrigen Sonderplänen als Ergänzungen ihre Stelle zu finden haben. An den mit pädagogischen Seminaren verbundenen Schulen haben die Lehramtsrescrendare. soweit irgend möglich, in geordneter Folge, von der untersten Stufe beginnend, bis mindestens zur 0III einschließlich, dem' Zeichenunterricht beizuwohncn und sich mit seiner Methode ^ tunlichst vertraut zu machen. Soweit es ihre Fädigkeit zuläßt, sollen sie auch geübt werden, einfache Skizzen und Zeichnungen, wie sie den Bedürfnissen des Unterrichts in den anderen Fächern gerade entsprechen, rasch mi der Tafel zu entwerfen. Die Schülerzahl einer Zeichenklajse auf der Oberstufe soll, wenn irgend möglich, 30 nichc übersteigen und Bereinigung mehrerer Klassen im Zeichenunterricht innlichst! vermieden werden. Das Lchrtnittelverzeichnis soll nicht als für alle Schulen schlechtyin verbindlich angeseyen werden, sondern nur „für ettvn nötig werdende Ergänzungen dep Modellsanimlung Ratschtage und WPke geben."
** Gießener Fretlich-t bühne. Falls die Vorstellung heute wec^.e schlechten Wetters aussallcii müßte, wird sie am Montag nachmittag 6 l k Uhr stattsindcn.
** Jung-Deutscyland. Zu dem am 4. und 5. Juli dieses Jahres stattfindcnden Wasser-, Turn- und Sportfest zeigt sich allenthalben eine rege Teilnahme. Tie Anmeldungen laufen tagtäglich in großer Anzahl ein. Es wäre sehr zu wünschen, tvenn sich die Herren Lehrer der Sache »varm annehmen und die Besten ihrer Klasse als Klassen^ oder Schulmannschast melden würden. Insbesondere ist dies für das Rudern notwendig. Hier können Eiiizelmeldungen nur sür das Grönlünderfahren angenommen werden, siir alle anderen Bootsgattungen müssen geschlossene Manusckxistett gemeldet werden. Pom Landesvvrstand haben die loeiden Vorsitzenden Herr General s la suite v Hepl und Exzellenz Bernhardt ihr Erscheinen zugesagt, ebenso haben sich einige Bezirksvertranensmänner aus der Provinz angemeldet, um einmal die hiesige Organisation in Augenschein zu nehmen. Tie Fachausschüsse sind fleißig an der Arbeit und in den Schulhöfen und allen freien Plätzen sieht nian Gießens Jugend fleißig üben. Hoffentlich hat der Himmel etn Einsehen und läßt die Sonne am 4. und 5. Juli scheuten. Um Jrrtümer zu vermeiden, sei noch erwähnt, daß von den Jungen keine Einsätze verlangt, auch von de» Zuschauern kein Eintrittsgeld erhoben wird. Jung und Alt ist wäll- kommen.
"Bei dem Erweiterungsbau auf dem Anwesen der Firma Schlüter werden sich die weiteren Erhebungen darum drehen, ob die Firma den Anbau nur zur Vergrößerung des Kontors benutzen will, oder auch zu Fabrikationsräumen. Ans dem Plan war nämlich einer der neu zu errichtenden Räume als Socliercaum bezeichnet, woran die Mcbrbcit der Stadtverordneten Ilnstand nalim.
** Unterbietungsverfahren. Die Vergebung der Arbeiten sür die Kanalisation in Alsfeld hat ein bemerkenswertes Ergebnis gehabt. Tie höchste Forderung hat eine Darmslädter Firma mit 343 075 Mark gestellt, während eine Gießener Firma mit 169 920 Mark die Mindestsorderndc war.
** D i e Wünschelrute, die seit dem letzten Jahrzent bei Ouellenaussindnng in Deutschland eine Rolle spielt, auch in der Gemeinde Krosdorf Hai man damit vergeblich versucht, eine Oucllv zur Wasserversorgung des Orts zu finden, ist in der Berg- wcrkshalle unserer G e >v e r b c a u s st e l l u n g in einer Auswadl durch Herrn Bertverksdirektor W i l d e n h a n n zur Veranschaulichung gebracht Die Wünschelrute wurde in früheren Jahrhunderten ufton im sächsischen Erzgebirge und im Harz angeivendei, um Erzlager ansznsiichcn, ivozu sogenannte Rutengänger staatlich angestellt waten. Verschiedene, geheimnisvolle Zeremonien wurden beim Schneiden der Ritte beobachtet, zu der man gewöhnlich die gabelsötmigcn Zweige des Mistel-, des Haselnnßstrauchs oder auch Weiden benützte. So mußte u. a. der Rittenscbneider bei _ Sonnenaufgang in einer heiligen Nackt (Johannisnacht) diese Arbeit unbekleidet verrichten. ES läßt die Wünschelrute aus Beziehungen zu dem aliscmttischkn Zaubcrstab schließen, der nach der Sage vom Baume des Lebens im Paradiese von Adam geschnitzt sein soll. Es liegt auch der Gedanke nahe, daß die Wünschelrute Beziehungen zum Schlangcnstab des Hcrnies, magischer Stab der Babplonier auch zu Moses' Stat hat. Außer aus Holz bedienen sich einige Rutengänger. Wünschelruten aus Messing- oder Stahl droht. Es steht fest, daß der menschliche Organismus in nicht seltenen Fätlen so sensitiv veranlagt ist. daß et Veränderungen in den Ausstrahlungen der Erde «vahrzunehuun


