flfftcnt Das Luftschiff roar 68 Metei lan« und Satte 10V, Meter alsi geäfften Durchmesser, Es faßte 3600 Kubikmeter Eos und batte zwki 3itftfätfc, einen im vorderen und einen NN Siitterere GasrauNi. die dem Scknjf einen Ausstieg bis zu 1500 Metern gestarteten. Das Luftschiff war balbstorr und diente nur zu Schut- und tlebungszwecken. Die österreichische Heeresleitung verfügt fetzt nur noch über einen ffn Jahr 1909 hergestetlden unstarren Parseval.
Bericht über die Lage des Arbeitsmarttes in Hessen, Hksscn-Nassan und waldeck im Mai
Und) dem Bericht des 'Arbeitsamtes'Frankfurt a. M. war In der M e t a 1 l i n d u st r i e die Gesamtlage, besonders bei der Groß- rndustrie, immer noch günstig. Besonders groß war die Nachftage nach schmiede». Alle Schmtcdcgefttlcn wurden untergebracht, t'lnch für Davschloiier, Spengler und Installateure war die ilrbeitsmarkt- lagr ziemlich günstig. Dagegen konnten in Wiesbaden Schmiede, Schlosser, Dreher, Spengler und Installateure wenig Beschäftigung finden. Wenig günstig tvar für Metallarbeiter die ArbcftSmarkUagc auch in Mainz. Nach dem Bericht des Arbeitsamtes Frankfurt a. M. war im Sattler-un dTapeztcrcr- Gewerbe für Tapezierer reichlich Arbeitsgelegeuhest vorhanden, und zwar auf Kundschaftsarbeiten und für Banklcber. Für Polsterer und Matratzenarbeiter setzte Anfang Mai ein reger Geschäftsgang ein, der aber gegen Ende des Monats wieder abslaute.
In der Porteseuille-Jndustrie trat nach dem Bericht dar Handelskammer Offenbach a. M. gegen den Vormonat eine kleine Besserung ein. Trotzdem Ivar die Beschäftigung immer noch schlechter als im Vortaür um die gleiche Feit. Es herrschte Ueber- angebot von Arbeitskräffen und es sandelt zahlreiche Verkürzungen der Arbeitszeit in vielen Betrieben statt. In bist Industrie der Holz - und Schnitzstosse bat nach dem Bericht des Arbcits- amtez Frankfurt a. M. die Zahl der Arbeitsuchenden etwas nachgelassen. Besont-ers wurden Bau- und Möbetichreiner sowie Schreiner für Kundschastsarbeiten und zum Möbetpvtieren verlangt, die teilweise in dauernde Stellungen kamen. Für Bauschreiner und Anschläger I?at sich die Arbeitsgelegenheit etivas gebessert, immerhin war noch) e>i, groffer Teil arbeitslos.
Der Geschäftsgang in der Zigaretten-Jndustrie war nach dem Bericht des Deutschen Tabakarbeiterverbandes in Frank- surt a. M. im Berichtsmonat wegen der Feiertage besser als in den vorbergehendeu Monaten. Im Bekleidungsgewerbe war nach dem Bericht des Arbeitsamtes Frankfurt a. M. der Ge- schästsganz für Säiubmacher in der ersten Hälfte des Monats Mai gut Für ttwic Arbeiten, sowie für Reparaturen gingen die Aufträge gut ein, nur fehlte es an Gehilfen für die neuen Arbeiten, und bei den Reparaturen war Mangel an längere» Gehilfen. In der zweiten Hälfte des Monats wurde der Geschäftsgang rutngcr, hauvtsächlich die Reparawrarbeiten tieften nach. Im Sckmctdcr- gewerbe war der Geschäftsgang der gleiche wie im Vormonat.
Im Baugewerbe war nach dem Bericht des Arbeitsamtes Franksnrt a. M. die ArbeitsgelegenIirit für Dachdecker besser als im Vormonat, für Maler und Weitzbinder die gleiche wie im Vormonat, für die übrige» Berufe aber ungünstig. Im graphischen Gewerbe hat sich die Arbeitsmarktlage nach dem Bericht des Arbeitsamtes Frankfurt a. M., obwohl in den einzelnen Geschäften noch Ucberstundcn gentacht wurden, verschlechtert. Nachdem in einigen Scktrtftgicßcreien schon längere Zeit verkürzt gearbeitet nnirde, wurden jetzt auch Kündigungen vorgeuommen. Im Gastwirtsgewerbe konnten nach dem Bericht des Arbeitsamtes Frankfurt a. M., trotzdem die Witterunzsverhältnisse im Berichtsmonat viel zu wünschen übrig ließen, im allgemeinen dockt befriedigende Ergebnisse in der Vermittlung erzielt werden. Anfangs stunden allerdings die Angebote insolge des anhaltenden Regens im umgekehrten Verhältnis zur Nachfrage, erst gegen Mftie des Monats besserte sich die Lage derart, daff fast alle Gruppen von Angestellten gvgen die gleiche Zest im Vorjahre eine erhöhte Der- mittlungsziffer anfwrisen konnten. Bemerkenswert bleibt nach dem Bericht immerhin, daff im großen und ganzen stets regste Nachfrage nach jüngeren Leuten herrschte und sich daher an derartigen Leuten ein gewff'ser Mangel bemerkbar macht, lvährend die älteren Bewerber kaum Berücksichtigung ftnden können.
In der Landwirtschaft war nach dem Bericht des üft- beffsanues Frankfurt a. M. die Arbeitsmarktlage ruhiger als im Barnronat, und die gleiche wie im Parallelmonat des Vonabres. Vorwiegend war Nachftage nach Pferdeknechten, während Tag« löhnee nur in gMtz em*eltten Fällen verlangt wurden.
Auf dem weiblichen Ärbeitsmarkl lvar nach dem Bericht des Arbeitsamtes Frankfurt a. M am Anfang des Berichts- monatss die Beschäftigungsgetegenheit gut. Den Wasch- und Putzfrauen kannst xmn Test andere Arbeit, wie Kartoffel- und Zwiebel- auSlcsen, zugewies«, werden, ebecho fanden verschiedene Frauen Beschästigung bei der Spargel- lind Erdbeeeeuernte. In Wiesbaden war die Bermiitlungstätigkeit niyigrr als im Vormonat, eine 'Erscheinung, die jedes Jahr um diese Zeft wiederkehrt Die Haupt- wechselzeit ist März lind April. Junge Mädchen, die nicht, oder nur etwas zu kochen brauchen, waren genügend vorhanden: ebenso war das Angebot von Hausmädchen ziemlich zahlreich, doch mangelte es wieder an Köchinnen und älteren Meinmädchen. In den höheren Veruftn war das Angebot von Stellensuchenden wieder groß Leider konnte nur ein kleiner Teil vermittelt iverdrn, da die Nachftage nicht sehr groft, war. In Mainz hat in der Frauenabteilung des Arbeitsamtes die Zahl der »"»gemeldeten offenen Stellen sowohl im Gastwirlsgewcrbe als im Privalhaushalt eine Sleigerung gegenüber dem Vormonat erfahren. Die Zahl der steltcsuchckudcn Dienstboten ist aber beträchtlich zurückgegangen. Dagegen ist das Angebot von Frauen für Mvnatsstctten gestiegen.
Enge! in der ttmist.
Gießen, 21. Juni.
Zum Besten des Roten Kreuzes sür die Kolonien veranstalteten die hiesigen Abteilungen des Deutschen Frmienoereins vom Roten Kreuz für die Kolonien (Abteilung Gießens und des Frauenhnnds der Deutschen Kolonialge>ellschast am Samstag und Sonntag unter dem Titel Engel in der Kunst Darstellungen von Engeln in lebenden Bildern nach Werken alter Meister. Die von Frl. Elisa Re in eck geleiteten Aufführungen, die eine grvffe Reche bekannter Engclssigurcn in sehr guter Darstellung brachten, ivaren vvn musikalischen Vorträgen begleitet, die Herr Prot. Trautmanu mit bekannter Meisterschaft leitete. Es war ein sehr glücklicher Gedanke, diese musikalischen Darbietungen hinter den Vorhang zu verlegen, denn dadurch bekam die Minze Veranstaltung etwas geheimnisvolles, mystisches, das einen sehr starken Eindruck hintcrlieff.
Eröffnet wurde der Abend mit der Pastorale ftir Harnionium von Joh. Seb Bach, die Herr O. G ö r l a ch prächtig wiedergab. Es folgte danii ein Prolog, den Fräulein Lullu Wilson mit natürlicher, ungesuchter Redekunst sehr gut und ivirkungsvolt vartrug Das erste Bild stellte den Engel der Verkündigung in der Art des Simone Martini (Fräulein Else Waftensels, dar, Ivoz» der Gem Chor das Luthersche Lied Dom Himmel hoch da komin ich her mft jubelnder Beseelung sang. 2. Bild: Spielende Engelche,, in der Art des Albreckü Dürer (Fritz Ploch, Rols Lanqermann. Marion Langeömann, An», Körner, Herta von Eicken, Lieft! Bichler, Gisela Gncßbancis: Frau E. Schudt sang dazu: Ihr kleinen Vögele,» geistlicher Lieb von Kopv. 3. Bild: Musizierende Engel nach Melozzo da Forl, (Fräulein Gertrud Schwan. Fräulein Hildegard Leutertd Als Musik dazu Adagio cantabile sür Cello und Klavier vo» G. Tartini (Herr B. Herrmann, Frau Ct. .Nebelung-Knapp, 4. Bild: Blumen tragende Engel nach Fra Angelico da Fiesvle (Fräulein Elfe Wagner, Fräulein Hilde Bötticher. Fräulein Mathilde Braun, Fräustin Ilse Kemps'. Als Musik Panis angeliens von Cäsar Frank (Frau H. Spohr, Frau Cl. Nebelung-Knapp, Herr D. Herrmann, Herr O. Görlach,. 5. Bild: Engel der Verkündigung im Stile Stephan Lochners (Fräulein Käthe Mueller, Ms Musik Adagio in C-moll von Joh. Seb. Bach für Violine und Klavier (Frau H. Spohr, Frau Cl. Nebelung .Knapp'. 6. Bild: Kl»ine singende Engel nach Rassarl ,Greiel Challftr, Marionnr Gail, Gisela von Eicken. Gertrud Hoddes, Lore Langermann, Lillv Eck. Htervi sang der Gem. Chor mit herrlicher TonsüNe „Es ist ein Ros' entsmungen ... 7. Bild: Enget der Berkündigimg,
Schule alter deutscher Meister (Fkäuletn Emily Bänmngcrj. Air
Musik: Mein gläubiges Herz sroblocke, Arie a b. Piingstkantate „Mso hat Gott die Welt geliebt" von Joh. Sri. Bach (Frau E Schudt, Herr B. Herrmanus. 8. Bild: Anbeten',e Engel nach Filippo Llppi (Marie Benner, Ilse Grein, Leni Gumiann, Cläre oon Hähling, Annemarie Koeppe, Marie Krüger, Inge Opitz, Paula Pfeiffer, Lieselotte Schaffer, Liefet Schmidt, Erna Schudt, Thekla Schudt, Elsbeth Stoeriko. Kstroline llrstadt, Elisabeth Wiener, bans Frees. Emarruel Schirmer. Dazu sang der Gem. Chor „Wirs dein Anliegen aus den Herrn. . .".
In der Pause entwickelte sich in dem Foyer und den Gängen, ivo mehrere Büfetts ausgcschlagen waren, ein.buntes, gesellschast- liehes Leben Der Absatz der verkäujlichen Gegenstände ging sehr statt von stallen, imd dürste ein günstiges Ergebnis zeitigen Nach der Pause folgte als 9. Bild: Verkündigung nach einem Relief von Donatellv (Fräulein Edith Lenhardt, Fräulein Hanna Lejeune,. Dazu spielte Herr L. Görlach das Präludium sür Harmonium oon Joh. Brahms. 10. Bild: Tie drei .Erzengel inst Tobias im Stil des Botieelli (Fräiilein Greiel Heinrichs, Fräulein Anita Rosenberg, Herr sind. Haggenmüller, Mbrecht Kindt' Frau E. Schudt sang hierzu „Laffi uns singen von der Gnade des Herrn . . .", Arie a „Paulus" vvn F. Mendelssohn. 11. Bild: Gruppe musizierender Engel nach Luea Signorrllr (Fräulein Toni Baue. Fräulein Else Bock. Fräulein Marie Gisevins, Fräulein Carola von Jungenseid. Fräulein Anni Strubel,. Dazu Nocturne sür Violine, Cello und Klavier von Ch. M. Widor (Frau H. Spobr, Frau Cl. Nebelung-Knapp, Herr B. Herrmann,. >2. Bild: Ein Engel nacki einem Relief im Stile des Robbia (Fräulein Carlvtta Usinger). Dazu.Andante in A-dttr für Violine und Klavier von Pietro Nardini «Frau H. Spohr, Frau Cl. Nebelung-Knapp,. 13. Bild: Singende Engel nach Perugino ,Fräulein Erna Kirch, Fräulein Herta Lejeune. Fräulein Eleonore Silberei, ent. Dazu sang der Frauenchor „Hebe deine Augen aus . . .", Engel-Terzett aus „Elias" von F. Mendelssohn. 14. Bild: Musizierende Engel nach Carpaccio (Marie Luise von Bibra, Elch Hosmann, Clärchen von Jordan, Annemarie Zurbuch,. Dazu Romanze für Vivtoneell und Klavier von C. Saint-Saöns (Herr B. Herrmann, Frau Cl. Nebelung-Knapft. lb. Bild: Schutzengel nach Murillo (Fräu- Fräulein Grete Fiebig. Fräulein Frieda Schreiner, Fräulein Anne- lied nach dem Spanischen für Alt und Viola von Joh. Brahms (Frau E. Schudi, Herr Prof. H. Walther- 16. Bild: Gruppe lobsingender Engel nach Benozzo-Gozzvli (Fräulein Anna Engelhardt, Fräulein Enid Bouieiller, Fräulein Helene Jhring, Fräulein Paula Sehrt. Fräulcin Marie Kovb, Fräulein Grete Barnaß, Fräulein Grete Fiebig, Fräulein Frieda Schreiner, ränlein Anne« tolle Sievers, Fräulein Elly Prätorius, Fräulein Heidi Elbs, Fräulein Anni Kock,, Fräulein Else Huntemann. Fräulein Hanni Siobwasser, Fräulein Tora Welz, Fräulein Bärbel Netto-. Hierzu sang der Frauenchor ..Gott ist mein Hirt". Psalm oon Fr. Schubert.
Nach der Vorstellung setzte sich der Basar in der üblichen Weise noch einige Zeit fort. Ein Teil des Reinerftags ist auch sür das allgemeine Rote Kreuz bestimmt.
Au» StaSt ttiift Land.
Gießen, 22. Juni 1914.
** Schulangelegenheiten. Erledigt sind eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Friedberg und die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu H ö r- genau. Dem Inhaber dieser Stelle kann eine Ortszulage bewilligt werde».
•• Ue bertraqen wurde dem SchnlamtSaspirantcn Heinrich Held aus Eroß-Zimmern eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Heubach: dem Lehrer Christian Fa atz in Zell eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Westhofen.
** B e stätigt wurde der von dem Graftn zu Erbach- Erbach aus die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Schönnen präsentierte Schulamtsaspirant Ludwig Walter aus Dudenhofen, Kreis Offenbach, für diese Stelle: ferner der von §em katholischen Pfarrer zu Ober-Abtsteinach, sowie den Ortsvorständen von Ober-Abtsteinach, Unler-Abtsteinach, Trösel, Flvckenbach, Gorxheim, Löhrbach und Mackenheim auf die erste Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober-Abtsftinach, im Kreise Heppenheim, präsentierte Lehrer Franz Dem l zu Hattenrod sür diese Stelle.
** Warnung vor Ge hcimmitteIn. Das Großh. Polizeiamt in Darmstadt macht in einer Bekanntmachung aul nachstehende Wartmng des Kgl. Polizei-Präsidiums Berlin nut- merksam: Seit längerer Zeit Uwrdcn in der Presse unter der Maske redaklloneller Besprcchnugen nllcrtct minderwertige Mittet, besonders Entseltungsmittet, in marktschreierischer Weise zum Kausc cmgrpricsen unter Pbautasienamen wie Salrado. Ausy, Onadat, Rcsiablätter und Boraniimibeeren. Den Vertrieb dieser Alillel, vor deren Ankauf ich hiermit warne, haben die Firmen The Salrado Comp, in Hamburg, C. F. Asche u. Eo. in .Hamburg und die Deadorn-Gesellschasi in Berlin, Poftftr. 12, übernommen.
"Die Bl aul- und Klatccnsetichc herrscht fort in N odheim, Kreiß Friedberg, in Finthen, Kreis Mainz, in Welgesheim, Kreis Alzey, in Ober- icnd Nieder- Jngelhcim und Jugenheim, Kreis Bingen. Die Seuche wurde fcilgestellt in Schwaben heim und Groß- Wintcrnhcim, Kreis Bingen. — Ferner ist die Seuche auSgebrochen in den bayerischen Bezirken Tirschenreuth lObrrpsalz), AnSbach (Mittelfranken), Vamberg (Ober- franken) und Dachau (Oberbayernf.
** Aus dem Büro des S tadtt hea ters. Am kommenden Dienstag findet, wie schon bekanntgegrben, ein einmaliges (tzasffviel des „Wiener Luftsviel-Ensembles" statt, dem von Wiesbaden und Stuttgart ein glänzender Ruf vorauSgcht. Das Programm ist äußerst mamtigfaltig. Der erste Abend bringt vor allem einen originellen Einakter „Lord Spleen", bann den größten Lachcrfolg der Saison „Das Bett Natwteons" dazwischen eingestreut in bunter Folge erstklassige K'abarettvorträge. Die Rezensionen ans Sllittgart ,md Wiesbaden, von denen wir eine Iper folgen lassen, sind so heroorragend, baß ,ebem. der für Humor und Pikantcrie etwas übrig hat, der Besuch nur anempsobten werden kann. T»s „Stuttgarter Tagblatt" schreibt: „Ein seiusinnig zusammengestelltes Programm, bestritten von Künstlern, von denen jeder ein Meister seines Faches ist: eine Vereinigung von Persönlichkeiten, von denen jebe in ihrem speziellen Gebiet etwas Besonderes und dieses Besondere neu und originell zu sagen weiß: Vertreter und Nncschöpser zugleich aus dem viclumstrillenen Gebiet des Ucberbrettls, deren Wahlspruch und Fähigkeit sich llifft in der Tatsache, im Gebiete dramatisckier Kleinkunst künstlerisch Hervorragendes z„ leisten: das ist das Wiener Lustspielensemblc, das am Samstag abend im Friedrichsbau vor außerordentlich stark besetztem Häuft sein Gastspiel mit einem mächttgen Erfolg eräsfnete. Mit vornehncer Sicksrrbeit macht MftnS Fmk den Conftreneicr: man fühlt, er weift, eine Künsllerschar hinter sich, die für sich selbst zu sprechen versteht. So Sophie Stöckl. ^Der erste Eindruck ist, daß sie mit ihrer anscheinend spröden Stimme durch ihre Rezitationen nicht sonderlich auftcgen toird. Aber man täuscht sich, s ie be herrscht die ganze Leiter der Gefühle, sie reißt uns durch Himmel und Hölle. Ms »moderner Sprecher leistet sich Alsvns Fink den glänzenden Witz, eine Pantomime, sozusagen einen hv- maristischen Film zu spielen von unsagbar komisckter Wirkung: dann als Stotterer eine Rede zu reden, die sürchlertiche Lackftlltrme enffessclt, und dazwiichen hinein zaubert er mit einer machtvollen Ballade die eisenktirrende Zeit des großen Pieuften-Königs beraiy. Anni Schittenbelm vom Residenztltealrr in Berlin ist eine eminente Schauspielerin von prickelndem Reiz nnd versteht die Rotte der jungen Frau im Bett Napoleons in äußerst launiger Weift dar- zustellen Carl Christoft im Programm als Meisterchansonnier bezeichnet, ist ein solcher im wabren Sinne des Wortes, der Heiteres und Ernstes mit ebensolcher Mcisterschast zu singen weiß, dabei eine Aussprache, die man wobl bei keinem unserer modernen Sänger sobald rindet. Kapeümeister Pani Pallös ist dazu cm scinsünngrr Begleiter. Alles in allem: Mt diesem Pro
gramm wird etwas geboten, was an Geschmack weit über deq gewöhnlichen Niveau des Varietes und Kabaretts steht
"Derb depunktdesJabresist nahezu crreicht.ö In dieser Woche beträgt die Tageszunahme nur noch zwei Minuten »nd zwar nachmittags. Dann geht es wieder abwärts.
" Blühende Felder Die Felder blühen. Nach den niüden, lichtlosen Tagen hat sich weit und breit ein heller Schein über die wogenden Ackerbreitcn gelegt, d«s: es von den Höhen der Berge aussieht, als schäumten da unten frisckgrüne Wetten über einen leuchtenden See. Die Aehren blühen. Das ist sür den Laitdmann eine erlösende Hoffnung, »in Vorgefühl der heiteren Erntestimmung tmd der erste Lotm sür tausend hctnlliche Sorgen. Tie anderen strcisen^ singend durch die schaukelnden Wellennreerc blühender Aehren. Sie grüßen den Sommer, der in seiner satten Fülle der bescheidenen Frühlingsblüten nicht bedarf. An den Aehren glänzen die zarten Blüten und schaukeln im leichten Winde und ven'enken in wunderbarer Heimlichkeit ihren bc- ftuchtcndcn Staub Ueber der Ackerftume aber mitten aus der bunten Wildnis von Kornblumen, Raden, Mohn und Winden sckstcicht an den Halmen schon das erste matte Getb empor, von einem Knoten zum andern. Blülzen und Wachsen und Sterben und Bermcl/ren, alles in einem scheinbar toien Organismus. Wie weise und wehmütig das zugleich ist, loie ein Gleichnis dcy ewigen Kraft, die miveigänglich Blüten treibt und unter dem Wachsen und Werden das Gewesene vergißt. Das Samenkorn, das einst unter der bleichen Herbstsonnc der Laudmann ruft reichen Hoisnungen oersenfte, ist tot und abgetan. Nur seine Kräfte nnd Säfte leben und blühen. Und toerdcn an ihres Lebens goldenem Nachmittag lallen und wieder blühen in ewig werdend ft»hem lkrcislaus. lieber dem Blütenmeer der Felder klettert die Lerche an ihrem Lied empor zum Licht, die Heimchen zirpen aus ihrem buschigen Versteck und die Sonne streicht zärtlich über die Wetten hin, daff es gebeinrnisvott widerrauscht in Herz und Angen des stillen, versunkenen Wsndercrs. Stimmen aus des Lebens Mittag sind's, Stimmen der itzrast und Freude und des starken Bewußtseins eines ewigen Wandels vom Leben zum Leben.
Landkreis Gießen.
li) Bellersheim, 19. Juni. Gestern abend wurde der Landwirt und Postagent Bopp ini Stalle von einem Pferde in den Leib getreten. Di« Verletzung war derart, daß er in das Krankenhaus nach Hungen gebracht werden mußte. Hier mußte cr sich heute einer Operation unterziehen. Sein Zustand ist sehr bedenklich.
Kreis Alsfeld.
(R) S t orn d o^rs, 18. Juni. Als am 11. d. M. die Scheunen der Landwirte Johs. Weiß, Hrch. Hosmann und I. Hamel^durch einen Blitzschlag abbrannten, ist es noch zu blutigen Schlägereien gekommen. Die wachhabende Feuer- ivehrmannschasl verletzte den Arbeiter Heinrich Schmidt von hier mit Knüppeln sehr schwer. Der Kopf war aufgespal- ten, und wie der Arzt seststellte, war auch eine Nierendrücknng vorhanden. Der Täter konnte noch nicht ermittelt werden. Gestern weilte die Staatsanwaltschaft hier, um die Sache zu untersuchen.
Kreis Lauterbach.
M Lauterbach, 21. Juni. Am 28. Juni findet vor. mittags um 11 Uhr in Lauterbach Gottesdienst für Taubstumme statt. Nach dem Gottesdienst ist gemeinsames Mittagcsten und größerer AtiSstug. Wegen Erlangung der Fahrpreisermäßigung wende man sich an Dekan Müller in Lauterbach, der auch Anmeldungen zum Mittagessen entgegennimmt.
Kreis Schotten.
tz. Herchenhain, 19. Juni Nach altem Herkommen werden auf Johannimarkt die auf dem Marktplatz ausge- banten Wirtszelte mit Buchen- oder Fichtenreisig erngefatzt. Der hiesige Gastwirt Karl Adolph, der auch sein Zelt so herzustellen gedachft, hatte sich, um hierzu lsteisig zu per schassen, im Feld auf eine Buche lregeben. Er kam dabei so uirglückfich zu Fall, daff er nebst einigen anderen Ber- letzunaen auch einen schweren Armbruch erlitt.
<R) Meiches, 19. Juni. Ein Wunderdoktor, dessen Spezialität Schröpfungen zu sein scheinen, übte dieser Tage sein einträgliches Handwerk aus. Er gab an, famose Heilmittel gegen gewisse Gebrechen zu besitzen, manchem sah er eine Krankheit im Gesicht an. Mit Rücksicht auf die bösen Gesetze gegen die unschuldig verfolgten Wunderdoktoren habe er aber die Flaschen mit den verschiedenen Hteiltränken draußen im letzten .Hause gelassen nnd ein Junge würde sie später bringen. Der Einfachheit halber nahm der Wackere das Geld sür die Medizin gleich mit. Auf die Tränklein warten die Käufer heute noch. Der edle Gesundheilsbringer aber war nicht mehr zu sehen.
tz. Aus dem südöstlichen Vogelsberg, 20. Juni. Durch die in Menge auftretenden Kohlweißlinge läßt sich schon jetzt die Voraussagung ansühren, haß in diesem Johre eine große Raupen plage entstehen nftrd, wenn ihnen die Witterung günstig ist. Ist der kommende Herbst regnerisch und kalt, dann müssen die Raupen zugrunde gehen, ist er aber warm nnd trocken, dann wird man die Folgest zu spüren bekommen. In anderen Gegenden werden viele dieser Schmetterlinge von der Schuljttgend gegen Belohnung eingesangen. Es wäre zu wünschen, wenn auch hier solche Schritte getan würden.
Kreis Friedberg.
I. Fauerbach v. d. H.. 20 . J,m>. Bürgermeister Möckel von hier wurde wieder zum B ü r g e r m e i st e r unserer Gemeinde gewählt.
Hessen-Nassau.
h. Fran kfn r t a. 9K„ 19. Juni. Der 33jährigr Schneider- Meister B. aus Säüitz in Obcrhesscn hat sich insolge ftankbaster llebcrrciznng im Main ertränkt. Die Leiche wurde heute bei Nied geborgen.
Landwirtsebaft.
— Vom Lande, 19. Juni. In diesem Jatwc ist der Stand der Kartoffeln überaus gut. Die Felder zeigen keine Lücken, tote dies im vergangenen Jahr der Falt mar, und die Stauden entwickeln sich kräftig. Bei dem fruchten Wetter macht sich das Unftmit breit, nnd viele Arbeit muß anigewcndct werden, um die Felder sauber zu bringen.
Att1versttät»-Nact»rict,ten.
— Die Universität Münster zählt im lautenden Sommcr- ftmestcr 2169 immatrikulierte Studierende. Dazu kommen 145 Hörer. Die Gesamtzahl der Berechtigten ist mitbin 2314.
Der a. o. Professor der klassischen Philologie an der Berliner Universität vr. Karl Meister hat einen Ruf als Ordinarius an die Universität Basel erhalten. Dr. Meister ist 1880 zu Leipzig geboren.
Gictzcner Strafkammer.
Gießen, 19. Juni.
Vertagt
auf unbestimmte Zeit wurde die Strafsache wegen den Landwirt H. B. aus Mendorf a. d. L wegen unlauteren Wettbewerbs ans Antrag der Groffb. Staatsanwaltschaft, die auch gegen den Vater des jetzigen Angeklagten cm Verfahren wegen derselben Sftaftat einlcitcn will.
Die „Porto fasse".
Zu cmer Gesamtgtffängnisstrase von einem Jahr nnd sechs Ado» naten Gctängans, auf die zw« Monate der erlittenen Untertuchnngs- ttort ffuflercdsuct blctbot, mtb nutet (£utbeitciiiing hr* - durch Urteil,


