Nr. m
Drittes Blatt
Jahrgang
Erichen» täglich ivit Ausnahme des Sonntags.
Die „Eichener Zamiliendlälter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beiqelegl, das „kkrriiblatt für den Krtis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „tzandioirtschastsichen Zeit.
fragen" erfchemen monatlich zweimal.
§am5tag, 20. Jun! 1914
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheli Universikäls - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
General-Anzeiger für Oberhejjen
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7, Expedition cmd Verlag: e^göl. Redaktion: s-« 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGi-tzen.
Au» Hessen.
Aus der Ersten Kammer.
rb. Da r m st a d t, 19. Juni. Der Finanzausichuß der Enien Kanrmcr hielt heule mittag unter Vorsitz des Grafen zu Erbach-Fürstenau eine längere Sitzung ab, der als Regie- rungsvertrcter Finanzminister Dr. Braun und mehrere Kom- missarien beiwolmten Es wurde eine Reihe noch rückständiger Vorlagen und Anträge erledigt. Dem Gesetzentwurf, bctr. die Verleihung der Zivil-Staatsdicnerrechte an die Rcallehrcr, stimmte der Ausschuss nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer zu, desgleichen der Regierungsvorlage, bctr. die mittleren Beamten der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinichast und betr. den Staats- zuschutz für die Autonrobillinie Wcinheim-Trösel. Dagegen wurde der Gesetzentwurf, Herr, die Förderung von Kraftwagen, linicn, vom Ausschus: nicht erledigt. Er beschloß vielmehr, dem Plenum zu empfehlen, z. Z. in eine sachliche Beratung der Vorlage nicht cinzutrcten, sondecn an die Regierung das Ersuchen zu richten, dem Landtag eine neue Vorlage zu unterbreiten, in der auch die Ersahrungen, die man in andern Ländern in dieier Frage gemacht, mit verwendet worden sind, da man bisher auf diesem Gebiet in Hessen noch keinerlei Ersahrungen besitze.
rb. Darmstadt, 19. Juli. Die Erste Kammer der Landstgnde wird voraussichtlich am 29. und 39. Juni zur Abhaltung von Plenarsitzungen zusammcntretcn und sich in erster Linie mit der Beratung des Gesetzentwurfs über die Revision der Oröensgcsctzgebung beschästigen. Wenn keine weiteren Hindernisse cintreten, so wird der ossizielle Schlun der 35. Legislaturperiode des Landtags durch den Großherzog am 2. Juli erfolgen.
In eine höhere SirviSklaffc verseht.
rb. D a r m st a d t, 19. Juni. Eine erfreulich eNcich- richt sür alle Reichsbeamten in Darm st'r dt wird uns soeben aus Berlin gemeldet: Der Bundesrat hat in seiner gestrigen Sitzung den Beschluß gefaßt, die Stadt Tarmstadt aus der bisherigen Zuteilung zur servisktasse 0 in die Servisklasse B zu versetzen. Das bedeutet für die graste Zahl der in der Landeshauptstadt ansässigen Rcichsbeamten. also PostbeLinten. Militärs usw. eine hochwillkommene Erhöhung ihres Wohnungsgeld- zuschusscs und dürste namentlich auch für die zahlreichen hier wohnenden Beamten der hcssisch-prcußisckzen Eisenbahn-Gemeinschaft eine sehr erwünschte Rütkwirlnng nach sich ziehen. Gleiclrzeitig mit Darmstadt ist auch das benachbarte Ebcrstadt aus der Ortsklasse l> in Orts-
klasse 6 versetzt worden.
Aus Berlin wird uns noch gemeldet, dast der Bundes rat am 18. Juni beschlossen habe, für den Wohnungsacld zuschutz in Klasse A zu versetzen: Altona, Berlin-Lichtcnberg, Berlin-Schmargendorf, Dresden, .Hamburg, Leipzig, Mann- heim, Zehlendorf; in Klasse 8: Barmen, Koblenz, Darmftadt. Diedenhosen, Ehrenbreitsteiu, Elberfeld, Elster, Helgoland, Homburg v. d. H., Cronberg, Nürnberg, Rüstringen Wandsbek.
Di« Regierungsantwort auf die Anfrage betr. die Verkaufspreise van Vieh und Getreide und die Lebcnsmitlelprcise.
Auf die Anfrage der Abgeordneten Korell-Angen rod und Genossen wegen der Verkaufspreise von Vieh und Getreide und der Lebensmiltelvreise hat das Großh. Mi nistcrium des Innern, wie aus den Landtagsdrucksachen zu entnehmen ist, u. a. solgendes erwidert:
Es steht außer Zweifel, dast der Landwirtschaft daran gelegen sein must, an Stelle schioankender teils hoher teils niedriger Preise stetige Preise von mittlerer Höhe zu erzielen. Wie dieses Problem zu lösen sei. ist schon sehr häufig, aber bisher noch ergebnislos erörtert loordcn. Was insbesondere die Dichvrcisc anlangt, so haben hieriiber im vorigen Jahre unter der Leüung des Reichsamts des Innern sehr eingehende Verhandlungen, bei denen wir durch einen Vertreter unserer Abteilung III beteiligt waren, mit Vertretern aller Jntercsscntcngrnvpcn stattgesunden. Ein weiteres Ergebnis als dieses, dast man das Problem einmal so gründlich wie nie zuvor von allen Seiten beleuchtet und über eine ganze Reihe von Fragen Klarheit gelchassen hat, haben auch diese Verhandlungen nicht gehabt. Als nwhl einzig zum Ziel führender Weg wurde von den verschiedensten Seiten der angesehen, durch langfristige Lieferungsvcrträge zwischen landwirtschaftlicher Vertretung einer- und cnttvcder Gemeinden oder Fleischcrverbändcn andererseits der Landivirtschast und den Konsumenten stetige mütlere Preise zu sichern. Ein anderes Ergebnis versprechen wir uns auch von den angeregten Verhandlungen nicht. Immerhin sind wir in Anbetracht der Wichtigkeit der Frage sür unser gesamtes Wirtschaftsleben bereit, in Erörterungen einzutrcten. Zu einer etwaigen Beivrechung dürsten nicht allein Vertreter der Landwirtschastskammer, sondern auch solche der übrigen Jnteresscntcngruppen zuzuziehen sein.
Dauer der Ferien an den Volksschulen.
Die Abgeordneten Urstadt und Genossen haben bekannt lich unterm 4. Mai lsd. Js. beantragt:
Die Kammer wolle beschließen, an die Grotzh. Re giernng da' Ersuchen zu richten, dast bei der Revision des Volksschulgesetzes die Volksschule bezüglich der Gesamt- dauer der Ferien den höheren Schulen gleichgestellt werde.
Dazu heißt cs jetzt in dem gedruckten Ausschustbcrichl der zweiten Kammer: Die dem Antrag beigegebenen Gründe scheinen uns durchaus gerechtfertigt, da u. E. kein Grund vorliegt, die Volksschule anders zu behandeln als die höheren Schulen. Die Regierung hat dem Antrag zu- ge st im mt. Es versteht sich von selbst, daß in ländlichen Bezirken mit Rücksicht auf die landwirtschastlichen Arbeiten zur Sommer- und Herbstzeit teilweise eine andere Ferien-
cinteilung stattsinden must als in städtischen Bezirken, wie dies ja auch schon jetzt gehandhabt wird. Der Ausschuß de anlragt hiernach: dem Antrag Urstadt und Genossen startzugeben.
Freie Vereinigung hessischer Rationalliberaler.
Man schreibt uns: Zu eindrucksvollen Kundgebungen gestalteten sich die von den nationalliberalen Vereinen Ltsenbach und Mainz aut den 17. und 18. Juni d. Js. einberusenen öffentlichen Versammlungen. in denen Reichstagsabgeordneter K e i n a t h - Stutt gart über „Die o o l i t i i ch c Lage im Reich" sprach. In etwa 1> -bündiger Rede behandelte er die auswärtige Politik und wart inleressanre Strciilichter aus die brennenden innervolitischen Fragen. Der austerordentlichc 'Beifall, den die Otienbacher und Mainzer Nationalliberalen den mcistcrdasten AuSiüürungen wendeten, sind der beste Beweis dafür, dast sie die Haltung der Reichstagsiraksion ihrer Partei zu den einzelnen Fragen in allen Teilen gut heißen, und daß sie ebensowenig geneigt sind, aus der eine» Seite etwa ihre Kämvistellung auszugcben gegenüber der Sozialdemokratie, wie sic aus der anderen Seite nun und nimmer »u- geben wollen, dast die Trennungslinie, die die nationalliberale Partei von den Rechtsparteien trennt, eine Verwischung erfahre. Diese Gedanken unterstrichen insbesondere die Vorsitzenden der beiden nasionalliberalen Vereine und Wählst» eisorganiia'ionen, die Herren Theodor Böhm- Ossenbach und Tr. P a g e n st c ch e r - Mainz: der erste in Hinweis aus die in bedauerlichem Maste durch die Schuld der rechtsstehenden, zum Teil sich nationalliberal ncnnen- den Kreise verwickelten hessischen Partcivcrbältnissc. Tic Osscn- bacher und Mainzer und mit ihnen die übrigen zur Freien Bereinigung hessischer Nationalliberaler zusammengeschlossenen nationalliberalen Kreise im Hessenlandc seien aus dem richttgen Wege, wenn sie ans der einen Seite verharren in Frontstellung gegenüber der Sozialdemokratie und aus der anderen mit aller Energie arbeiten an ihrer Ausgabe, die nationalliberale Partei zu befreien von dem unwürdigen Einslust, den in Hessen der Bund der Landwirte aus gewisse nationalliberale Kreise auSübe und der sich u. a. unheilvoll bemerkbar mache im hessischen Landtage, in dem in der sogenannten „Wirtschastlichen Vereinigung" 11 von 17 national- liberalen Abgeordneten gcnicinsam init den Mitgliedern des Bundes der Landwirte und den, Zentrum raten und taten. — Im Anfang September wird Reichstagsabgeordneter Keinatb in einer größeren Anzahl von Versammlungen im Bezirk der Freien Bereinigung hauptsächlich im Odenlvald und Oberhessen, sprechen.
Wasserschaden durch Wolkenbrüche.
Die Abgeordneten Lang und K r c d e l haben in der Zweiten Kammer folgende dringliche Ansrage eingebracht: Ist Großh. Regierung bekannt, daß in den Orten Dors- Erbach, Ernsbach, Lauerbach, Schönnen, Beerselden, Falkengesäß, Hetzbach usw. großer Wasserschaden durch Wolkenbrüche entstanden ist? Was gedenkt Großh. Regierung zu tun, um dem hierdurch entstandenen Notstände raschest abzuhelfen?
die Vergrößerung einer in der besten Lage Gießens befindlichen Kaffee- usw. Rösterei abgelehnt, tveldte schon bisher an den immer häutiger werdenden Rösttagen die ganze Umgebung mit einem schweren öligen Qualm erfüllte. Tie Nachbarschaft mutzte tagelang die Fenster schließen und damit die irische Lust entbehren. Aut den Vorhängen und Geräten bis in die Schränke hinein entstand nach und nach eine braune Fettschicht. Aehnlich wirken manche zu niedrige Schornsteine und schlechte Fcneranlagen. Hier könntcn schon die Architekten Helsen, indem sic die Schornsteine genügend hoch über die Dächer hinaussührcn. Dann würde sich der Qualm nicht so i» die Höfe legen und die Besitzer würdon den Vorteil haben, daß ihre Lesen gut brennen. Jetzt wird sich notdürftig mit dem Aussehen unschöner BIcchröhrcn geholten. Wie viele Neubauten sind damit verunziert, von den alten Häusern zu schweigen. Bei dieser Gelegenheit sei daraus hingcwiesen, daß die »> dieser Zeitung bereits angeregte Beseitigung des QualmenS des Elektrizitätswerks noch nicht gelungen ist. Nach wie vor liegt über Gießen eine lange schwarze Wolke, wie die Wolke des Vesuvs über ihrer Umgebung. Ebenso wird das Gaswerk seiner ganzen Umgebung durch Geruch doch recht lästig, auch die Umgebung der Babnhösc bat durch gualmendc Lokomotiven zu leiden. Tie Kartossclscucr werden im Herbst ja hoiicnt- lich nicht wieder austauchcn, nachdem in der landwittschasilichen Beilage des „Anzeigers" das Verbrennen des KartosselkrauteS unbedingt venvorien und aus die Verwertung als Futtermittel, zum Bestreuen der Wiesen und als wertvolles Düngemittel durch Untergraben oder Unterpsiügen bingewiescn worden ist. Gegen altmodische Liebhaber eines derartigen Feuerchens wird die Polizei im Interesse der Anwohner und der Stadt selbst sicherlich tat- krästig einschrciten.
Unser Wunsch ist, daß jeder Einzelne, jede Behörde dazu beitrage, der Schädigung der Gesundheit durch schlechte Lust cnt- gegenzuwirkcn und daß energische Maßnahmen in dieser Richtung nicht gescheut werden.
Die Eisenbahnbehörde sei bei dieser Gelegenheit daraus hin- gewiesen, daß cs der Billigkeit entsvricht, in gleicher Weise wie z. B. in Elsaß-Lothringen, nicht allein sür Nichtraucherabteile, sondern auch sür Wartesälc sür Nichtraucher zu sorgen. Zum mindesten müßte im hiesigen Bahnhof im Sveiscsaal das Rauchen verboten sein. Es ist nicht appetitlich, dein: Essen den Rauch von in der Nähe sitzenden Bier trinkenden Herren zu schlucken, wie man das recht oft sehen kann. Der Wartesaal l. und 2. Klassa liegt zudem in unmittelbarer Verbindung mit diesem Speisesaal. Das Rauchen im Speisesaal entsvricht nicht der guten Sitte, auch i, die den Tabakrauch orge sür gute Lust!
Ein Eisenbahnunglück in England.
Dem am Donnerstag mittag von Perth nach Jnveriteß ab-gehenden Erlzug ist ein Unglück zngestoßen, baä sich IV« Meilen nördlich von Carrbridge, in Jnvcrneß, auf dem höchsten Punkt der Schottischen Hochland-Hahn, ereignete. Tie Unfallstelle liegt in einer öden, nur ganz dünn bevölkerten Gegend, und so ist es zu erklären, daß nachts erst spät die Nachricht in London bekannt wurde. Der Zug passierte gerade eine Brücke,als der Tender der Lokomotive entgleiste. Die Maschine selbst war bereits in Sicherheit aus der anderen Seite der Brücke. Zwei Personenwagen entgleisten ebenfalls und einer von ihnen stürzte in den Fluß. Nach einer anderen Meldung soll die Brücke unter der Last des stillstehcnden Zuges ein ge stürzt sein. Der herabgesallene Wagen wurde zertrümmert und die Passagiere durch die stark angeschwollenen Fluten weggeschwcmmt. Drei Leichen wurden geborgen. Ern Herr und eine Dame waren in ihrem Abicil eingeklemmt und haben den Tod durch Ertrinken gesunden. Etwa 12 Personen sind verletzt worden. Die Zahl der Umgekommenen steht noch nicht genau fest, da man nicht weiß, wie viel Personen sich in den Wagen gesnrrden haben. Das Unglück Ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß ein Gewitterregen die Geleise unterspült hatte, die dann unter der Last des Zuges durchbrachen.
London, 19. Juni: Bis abends waren vier Leichen von den Opfern des Eisenbahnunglücks aus der schottischen Hochlandbahn geborgen.
Littgcfanvt.
<Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 19. Juni.
Ein wesentliches Ersordernis zur Erhaltung der Gesundheit ist gute Lust. Das ist anerkannt. Berechttgt dürste die Frage sein, wie cS damit in Gießen steht? Die Antwort lautet: Im allgemeinen gut, es könMe aber noch mehr geschehen. Die Vor- bedingungen sür Gießen sind günssig: Freie Lage, von Wald größtenteils nahe umschlossen, ein Kranz sehr schöner Anlagen aus dem früheren Fcstungsglacis und noch eine Anzahl Gärten in und in der Nähe der Stadt. Leider werden die Gärten weniger, n,an sagt, daß hierzu die städttschen Steuern Mitwirken, welche Grundvermögen doppelt so hoch belasten wie Kapitalvermögen. Das erscheint unbillig und unzweckmäßig. Anzucrkennen ist das Bestreben der Stadt, die Rauchplage möglichst einzuschränken. So ist einer Anzahl Bäcker die Erhöhung ihrer Schornsteine ansgegeben worden, auch wurde in einer der letzten Stadtratsitzungen
... au .....
Cltbt es recht viele Menschen, die den Tabakrauch nicht vertragen können. Also aurl> bier: Snroe kür onke Luktk X.
Gießen, 20 . Juni.
Zur Saal baufrage.
Durch die zurzeit hier stattsindcnde Gewerbe-Ausstellung scheint in manche Gicßcner Ansichten ein frischer fröhlicher Zug gekommen zu sein und es macht den Eindruck, als ob mit einem Male di« Saalbausragc in unmittelbare Nähe gerückt sei. Wer die ständig! wachsende Besucherzahl in der Ausstellung beobachtet, muß sich fragen: Was ossenbart sich hier? Ist es der von Pharisäern stets ein- gebrachtc Vorwurf, cs drehe sich um Vergnügungssucht, oder ist es nicht vielmehr ein von Tausenden empsundenes Bedürfnis nach Entspannung und einem zeitgemäßen Etablissement, das mit einer alten Kastcngcisterci bricht und alle Kreise der Bevölkerung vereinigt? Entweder sind es Leute, die sich aus Sonderinteressen einfach über die Wünsche eines großen Teils der Bürgerschost hinwcg- setzen, oder aber cs sind gar zu zaghafte zaudernde Gemüter, die nicht erkennen, daß die Frage nach einem Saalbau und Stadtgartcn geradezu zu einer Notwendigkeit, wenn nicht gar, bei dem Konkurrenzkampf der Nebenstädte, zu einer Lebensfrage geworden ist. Bringt man Bedenken finanzieller Natur vor, so lassen sich solche, bei sachgemäße» fachkundiger Handhabung des Betriebes widerlegen. Die Stadthalle soll ausdrücklich allen Inter, essen der Stadt dienen, so daß die Stftdt, als Inhaberin, durch Vermieten des Saales an Vereine, zwecks Abhalten von Vorträgen, Versammlungen, an die Universität, Veranstaltung städtischer Abonnemcntskonzerte, zweimal die Woche, wirtschaftlich sicher nicht schlecht sahrcn und eine normale Verzinsung des Kapitals erzielen wird. Es hieße Vogel Straub spielen, wvsitc man die sich in ganz kurzer Zeit schon esirgcbürgerte Gepflogenheit eines recht stattlichen Publikums in Abrede stellen, das sich während der Nach- mittagstunden in der Ausstellung ein Rendez-vous gibt. Ta sieht man neben der Jugend eine Menge älterer Damen und Herren, denen bei zweifelhaftem Wetter ein Spaziergang in die Umgebung zuweilen zu weit oder beschwerlich erscheint und die mit Freuden! die ibnen gebotene Gelegenheit ergreifen. Nicht allen!, daß eist Stadtaarten mit gedeckter Glasterrassc einen Anziehungspunkt sür Fremde bedeutet, cs erscheint säst als ein Gebot für die Stadt, sür Tausende ihrer Einwohner ein modernen Ansprüchen gerecht werdendes buen retiro zu schaffen. Es soll sich bei Anlage einer Stadthalle nicht um einen Millionenbau handeln, von dem an den Biertischen polemisiert wird, man kann mit weit weniger Geld, aber dafür mehr gutem Willen und Verständnis einen den Bedürfnissen einer vorwärts strebenden Stadt gleich dienlichen Bau erstehe, lassen. G. W.
Fahrrad-Vertreter: Adam Kircher.
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