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man oflgmein, btt Stetrt imiffe in die Hände der Auf­ständischen fasten. Seitdem hat sich die Lage gebessert und man hofft, daß sich die Stadt halten kann.

DieAgenzia Stefan»" meldet: Oberst Thomson verweigerte am 13. Juni kategorisch die nach dem Zmi scheu fall Muricchio-Chiniao von dem italienischen Gesandden in DuraM>, Baron Aliotti, geforderten Ent­schuld i g u n ge n Daraufhin begab sich Aliotti am

14. Juni dem italienischen Admiral in den albanischen Ministerrat und forderte, daß entweder Thomson gemäß dem schriftlichen Versprechen Durstian Paschas sich ent schuldige oder daß Thomson vor dem 3. Juli und Haupt- mann Fa bi u s sofort abberusen werden. Aliotti forderte die entscheidende Antwort vor dem 15. Juni mittags, indem er hervorhob, daß seine Forderung nicht den Charak­ter eines Ultimatums habe. Aliotti zeigte sich be­sonders bemüht, die militärischen Operationen in Albanien nicht zu stören, indem er für alle Fälle darin einwilligte, daß Thomson bis zum 3. Juli bleibe und der Kriegsminister Nogga ihm erkläre, daß dies notwendig sei, um ihn ohne Gefahr für die Stadt zu ersetzen. Turrhan Pascha be­gab jsch am 14. Juni um 11 Uhr abends zu Aliotti, um ihm mitzuteilen, daß er keinen Ausweg wisse, da, wenn Thomson Albanien verließe, die Expedition gegen die Aufständischen scheitere. Er bat den italienischen Gesandten, sich noch einige Stunden zu gedulden, da er dann versuchen würde, Thomson zu überreden, das Entschuldigungsschrcchen zu unterzeichnen. Stuf diese Nachricht hin telegraphierte oi San Giuliano an Aliotti kategorische Anweisungen, um eine vollkontmene unverzüglich «-Genugtuung zu fordern, bis dann die Nachrichten von Durazzo kamen, die die Lage änderten.

DieAgenzia Stefani" meldet aus Durazzo von 4 Uhr 36 nachmittags: Der Kamps dauert an. Oberst Thomson wurde heute morgen, als er bei den Vorposten weilte, durch mehrere Rcvolverschüsse getötet.

Ein GcsechtSbild derWiener Reue» Freien Presse".

Die WienerNeue Freie Presse"' erhält aus Durazzo einen Sonderbcricht über die Ereignisse des Montags, dem wir folgendes entnehmen:

Um y*5 Uhr morgens ertönten ganz unerwartet Ka n o- ne n l ch ü s s e , denen bald ein anhaltendes Gewehrscuer folgte. Die Insurgenten, die dieser Tage von vier Seücn ange- grisien werden sollten, sind dem Angriff zuvorgekom-- m e n. Sie versuchten, über die Brücke etwa 330 Meter vor der Stadt vorzudrrngcn. Andere durchwateten die daneben liegende Lagune, um iu die Stadt zu gelangen. Der Angriff erfolgte Anscheinend von zwei Seiten. Die Verteidiger waren etwa 800 Malissorcn, ferner in geringer Zahl albanejische Ge ndarmen und endlich albancsische und curo v ät­sche Freiivillige. Die letzteren wurden bciondcrs zum Dienst bei den Geschähen verwendet. Ein Skodaschncllseuergeichütz wurde ans emlm Hügel vvr der Stadt auigesteül, das von einem öster­reichischen Jnglmienr und zwei Reichsdeutschen bedient wirb. Gegen 6 Ubc morgens wütete der Kamps anr stäclsten. Dieser Kamvftärm dauerte mehr als eine Stunde. Fürst Wil­de l m durchritt mit feinem Hoffnarscholl die Hauptstraße von Durazzo: er ritt bis Mm Ausgang der Stadt und beobachtete durch einen Feldstecher das Gefecht an der Brücke. Als er zurück­kehrte, begegnete ihm Ministerpräsident Tnrkhan Pa­scha, der mit ihm in den Palast ging. Die Stadl wurde iu VcrteidigungsMstand geietzr. Am Eingang der Hauptstraße, dem Zugang zum fürstlichen Palais, errichteten italie­nische Marinesoldaten Barrikaden; dahinter wurden kleine Geschütze in Position gebracht. Die Hauptstraße wurde von der albanischen -Bürgrrwehr besetzt. Die österreichische Gesandtschaft wird von österreichischen Marincsoldaicn bewacht. Zwischen 7 und 8 Uhr morgens traf das Gerücht von dem F a l l d c s O b c r sten T hompson ein. Thompson sagte noch gestern M dem Korre­spondenten. daß er die Insurgenten von vier -peiten angreiien wolle, vorder aber noch einmal hüiausfahren und ein letztes Mal mit bim Aufständischen verhandeln wolle, um, wenn möglich, Blut­vergießen zu verhüten.

Der Fürst leitet die Verteidigung.

Durazzo, 15. Juni. (Gegen Mittag.) Seit vier Uhr morgens tobt ununterbrochenes Gewehr- und Geschützfeuer. Der Fürst leitet die Verteidi­gung der Stadt. Die Angreifer kamen von Rast- bul und Kowaja

lieber den Tod Thompsons. ersährt der Korrespondent der WienerNeuen Freien Presse" in Durazzo folgendes: Thvmpsons Leute lagen Mon­tag morgen in den Schützengräben. Er befahl das Vor­rücken der Schützenlinien. Die Leute, meist bewaffnete Malis­soren, zögerten angesichts des heftigen feindlichen Feuers. Thompson sprang. Um ihnen Mut zu machen, aus dem Graben und stürmte mit ge­schwungenem Säbel voran. Er wurde von einer Kugel tödlich getroffen. Um 9 Uhr hörte man nur noch ver­einzelte Gewehrschüsse. Ter Angriff der Rebellen schien um 9 Uhr vorläufig abgeschlagen zu sein.

Reue Hilsc für die albanische Regierung.

Wien, 15. Juni. DieNeue Freie Presse" meldet aus Durazzo: Tic albanische Regierung hat ein Schiff des österreichischen Lloyds gechartert, das heute nach San Gio­vanni di Medua fährt, um dort 1000 Mirditen zur Unterstützung nach Durazzo zu holen. Auf drin­gendes Ersuchen des Fürsten gehen zwei öster­reichische Torpedoboote nach Bellona und San Gio­vanni di Medua, um den Befehl des Fürsten an die dort versammelten Streitkräfte zu übcrbringcn.

Die albanischen Ereiguisse in der italienischen Kammer.

Rom, 15. Juni. Zu Beginn der heutigen Kammer- s i tz u n g bat der Abg. G a l l i um Ausklärung über die Gescheh­nisse iu Albanien. Ter Minister des Aeußern di San Giu - I i a n o antwortete, die Lage habe sich scheinbar für den Fürsten und die gegenwärtige albanische Regierung gebessert, als unerwar­teter Weile heute morgen der Angriff aus Durazzo erfolgt sei. Die albanische Regierung habe sich geneigt gezeigt, Italien für den Zwischenfall Muricchio gebührende Genugtuung zu geben, der in- insolge des Widerstandes des Obersten Thomvson nicht erledigt sei. Um die Beilegung zu beschleunigen, habe Baron Aliotti gestern einen energischen Schritt unternommen. Er. der Minister, habe bereits die Depesche geschrieben gehabt, welche die entscheidenden Instruktionen enthielt, als die letzten Ereig­nisse dazwischen gekommen seien. Das englische Kriegs­schiss müsse heute vor Durazzo angekommen sein. Da der englische Admiral der älteste sei, iMrdc er die internationalen Sireiikräste befehligen. Man erwarte auch ein französische und ein russisches Kriegsschiff. Das italienische Geschwader liege vor Ancona bereit, um iiach Durazzo, oder wo es notwendig erscheine, abzugeben. Was den Obersten Thomson betresfe, so achtet er in diesem den lavieren Mann, der in Ersüllung seiner Pflicht gefallen sei. iBei- falt ) Inzwischen müßten Regierung und Parlament die Ereignisse in Albanien mit der größten Ruhe, Kaltblütigkeit und Entschieden­heit verfolgen, (Lebhaster Beifall.)

Die Einführung eines Zolles auf austindifche Getreideprodukte in Zilinland.

Auf der Tagesordnung der Sitzung der russischen Reichsduma stand am Montag die Gesetzesvorlage über die Einführung eines Zolles auf ausländische Getreidepro­dukte in Finnland. Gegen die Vorlage sprachen mehrere Sozialdemokraten, der Lktobrist Baron Meyendorff und der Kadett Poditschew. Ter Handelsministrr lenkte die Auf­merksamkeit der Gegner der Vorlage darauf, daß der Ein­fuhrzoll auf das Getreide dem Ackerbau helfe; das habe Deutschland bewiesen. Wenn der Vorlage die Gesetzes - traft vorenthalten würde, so würde dies Rußland große Verluste bringen, da die deutschen Exporteure, die über die jetzt geschlossene Westgrenze einsührten, alle An­strengungen machen würden, das russische Getreide aus Finnland vollständig zu verdrängen. Der Haudelsminister sprach sich dann energisch gegen den Abüuderungsantrag Baron Meyendorff aus, einen Zoll zu dem halben Betrag einzufiihren. Mit einer halben Maßnahme werde nichts erreicht. Der beantragte Zoll entspreche genau den deutschen Ausfuhrprämien.

Tie Vorlage wurde mit erdrückender Mehrheit an­genommen.

An» StciSt «nS (and,

Gießen, 16. Juni 1914.

** Tageskalender für Tienstaa» den 16. Juni: Stadt» t h e a I e r: Overeilen-Gaslspicl: .Polendlui." Ansang 8 Uhr.

G e w e r b e» A >, s st e 11 u ii q: Konzert.

L. U. Landes Universität. Der Großherzog hat den Prioatdozentcn Dr. Paul Kahle in Halle a. d. S. zum ordentlichen Professor für scmitisck>e Sprachen in der philo­sophischen Fakultät unserer Landesuniversität ernannt.

Beigeordneter Krenzien bestätigt. Der Groß- hcrzog hat die am 28. Mai 1914 von der Stadtocrordnete». Dcrsaninilnng vollzogene Wahl de? RegierangSbaumeisterS Günther Krcnzien zu Gießen zum besoldeten Beigeordnete» der Provinzialhauptstadt Gießen bestäligt.

" Schulwesen. Der Großherzog hat den von dem Herr» Fürsten z» Isenburgnd Büdingen in Birstein ans die Stelle eines Oberlehrer? an der Oberrealfchnle am Stadthaus in Offenbach präsentierten Oberlehrer Gustav Grimm zu Offenbach für diese Stelle bestätigt. Erledigt ist eine Lehrcrstclle a» der kaiholijchcn Volksschule zuLindcn- fels, Kreis Bcnsheim. Mit der Stelle ist Organistcndienst verbunden.

" Neuer Krcisamtmnnn. Der Großherzog hat den Kabinettssekretär Dr. Wilhelni Wehn er zu Darm­stadt zum Krcisamtmann bei dem KrciSanit Büdingen mit Wirkung vom l. Juli ds. IS. a» ernannt.

** Gerichtswesen. Der Großherzog hat den Amts­richter bei dem Amtsgericht Altenstädt, Ernst Hofmeyer, zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Grünberg, Karl Dölp, zum Ober­amtsrichter bei dem letztgenannten Gericht ernannt. Der Großherzog bat dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ober- Jngciheim, Tr. August O st e r n, den Charakter als Amts­gerichtsrat erteilt.

"JndenRuhestandversetzt wurde am 13. Juni der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Gießen, Emil Geißler, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Aus diesem Anlaß wurde ihm die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Forstwesen. Der Großherzog hat den Oberförster der Obersörsterei Grebenhain, Forstmeister Gustav Kr u g in Grebenhain, in gleicher Diensteigenschaft in die Oberför- ftcrei Düdelsheim versetzt.

" Rettungsmedaille. Der Hafenaufscher Friedrich Adam Bastian in WorncS hat am 6. März 1914 einen 14jährigcu Volksschüler vom Tode de? Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm vom Großherzog die Rclliingsmedaille verliehen worden.

** Der Hessische Städte-Beamten-Ver- band, zu dem 150 Vertreter der angeschlossenen Beamten­vereine der einzelnen Städte erschienen waren, hielt am Sonntag im Kaisersaal zu Darmsdadt seine 4. ordentliche Hauptversammlung ab. Als Vertreter der Stadtverwaltung und der Stadtvertretung waren Beigeordneter Baurat- er, Landtagsabg. und Stadtverordneter Dr. Osann, sowie ie Stadtverordneten Hammann und Säng, erschienen. Die Tagesordnung behandelte neben einer Reihe interner Fra­gen die staatsbürgerlichen Rechte und das passive Wahl­recht der Städtebeamten. Interessante Referate beleuchteten die Forderung der Städtebeamten auf Gleichstellung in sozialpolitischen Fragen mit den Privatangestellten. (S§ wurden Resolutionen bezüglich der Erreichung des passiven Wahlrechts der Städtebeamten, der Einführung der un­geteilten Arbeitszeit und des Ausbaus von Kranken- und Stcrbckaffen gefaßt. Als Ort der nächsten Hauptversamm­lung wurde Offenbach bestimmt. Ein gemeinschaftliches Essen schloß den offiziellen Teil der Verbandstagung.

** Der Hess. Landes-Lehrerinnenvereiu besitzt seit dem 1. Januar eine Hilfskasse, deren bis jetzt noch kleinen Grundstock die Lehrerinnen ohne Inan­spruchnahme der Oeffentlichkeit durch freiwillige Beiträge und mit Hilfe des Vereins Hess. Lehrerinnenheim zusammen gebracht haben. Doch sind ihnen auch Geschenke zuaeflossen, größtenteils von ungenannten Gebern. Zurzeit stehen jähr­lich 600 bis 700 Mk. zu Beihilfen an solche Vereinsmitglie­der zur Verfügung, die durch Krankheit in Not geraten sind.

** Sitzung der Stadtverordneten-Ver- s a m m l u n g am Donnerstag, den 25. Juni 1914, nach­mittags 5 Uhr. Tagesordnung: l. Auslosung von Schuld­verschreibungen. 2. Mitteilungen. 3. Vorlage des Verwal- tungsberichts und Rechnung der Stadt und des Stadt- erweiterungssonds für 1912. 4. Gesuch der Sanitätskolonne um Uebernahme von Repaoaturkosten einer Krankentrage. 5. Gesuch des VereinsKanaria" um Stiftung eines Bei­trags für die Beschaffung von Ehrenpreisen. 6. Gesuch des Schwimm- und Wassersportvereins um Stiftung eines Ehrenpreises. 7. Baugesuch des E. Reinhard-Gelsenkirchen wegen Errichtung eines Benzin- und Benzollagers in der Nähe der Margareten Hütte. 8. Gesuch des DH: Budde wegen Anbringung eines Wandarms am Hause Seltersweg 52.

9. Baugesuch des' Ludwig Wehrnm füg Crednerstraßc 18.

10. Gesuch der Freien Turnerschcfft wegen Ueberlassung einer städtischen Wiese. 1l. Bebauungsplan für die Straße von der Steinstraße nach der Dammstraße. 12. Uhrcnanlage für den Schlachthvs. 13. Ferien der Stadwervrdneteii-Ver- Minnlung.

** Me Werbeausstellung Gießen Auch der ver­gangene Sonntag hatte viele auswärtige Besucher nach

Gießen gebracht. Die Gewerbevereine von Grünberg und Lich. der Radsahrcr-Berein von Groß-Felda sowie der Kon­greß des Bezirksverbandes der mittleren Staatsbeamten weilten hier. Der gute Ruf pnserev>!Ge»vcrbeausstellung führt täglich interessante Besuche nach Gießen. Insbesondere sind es Bürgermeister von aufstrebenden Städten, Lehrer, Volks­wirte und neue Einkanssquellen suchende Mcusleute und hwar nicht zum Schaden unserer Ausstellung. Die Konzerte am Nachmittag und am Abend lockten aufs neue viele Besucher herbei, welche bei dem ab und zu eintretcndeu Regen sich gerne in der Festhalle und in Alt-Hessen nicder- ließcn und dort den humoristischen Vorträgen lausch­ten. Bergmannstag in Gießen. Aus Anlaß der Gewerbcausstellung Gießen 1914 werden die Bergbeamten und Bergwerksbesitzer der benachbarten preußischen Berg- reviere Wetzlar, Weilburg, Dillenburg, Dietz und Siegen, sowie die Bergbautreibenden Oberhesscns auf Einladung der Großherzogl. Bergmeisterei am 20. d. M. zu einem Bcrg- maunstag zusammenkommeu, an dem auch Werkbeamte und Arbeiter teilnehmen sollen. Um/»12 Uhr versammeln sich die Teilnehmer vor dem Haupteingang, dann findet in Alt- Hessen ein Lichtblldervorlrag über die Bedeutung des ober- hessischen Bergbaues statt. Nach dem Mittagessen, das um 12.45 Uhr in der Festhalle stattfindct, wird unter fachkun­diger Führung ein Rundgang durch die Ausstellung ange­treten. Als Eintrittsgeld sind einheitlich 50 Psg. festgesetzt worden.

** Ceylon-Aus st ellung. Um mehrfach geäußer­ten Wünschen zu entsprechen, werden Dauerkarten, «ms Na­men lautend, zum doppelten Eintrittspreise ausgegcben. Der Besuch der Ausstellung war bis jetzt ein sehr reger.

** Aus dem Bureaudcs Stadttheaters. Noch­mals sei auch an dieser Stelle nachdrücklich auf die heutige Wiederholung der neuen OperettePolenblui" durch das Großh. Kurtheater Bad-Nauheim hingciviesen, zunial diese Aufführung die letzte Gelegenheit bietet, das wirklich rei­zende Werk kennen zu lernen.

** Das Museum des Oberhessischen Ge. schichtsvcreins und die Gailschen Samm­ln n g e n sind durch eine Ausgrabung imZollstockwald" im vorigen Monat wieder ersieulich bereichert worden. Ein mächtiger Hügel, dessen eine Hälfte schon vor langer Zeit zur Gewinnung einer Schneise abgetragen war, enthielt eine bronzezeitliche Skelettbestattung. Ein wohl erhaltenes bronzenes KUrzschwcrt und eine schöne sogen. Petschaftnadel wurden dem Boden entnommen. Im unteren Teile des Hü­gels, in der Nähe von großen Steinpackungen, stand eine unverletzte Urne mit Außenverzierung durch Winkel und Furchen. Ein ähnliches Gefäß ist in der Umgegend von Gießen noch nicht scstgestellt worden. Für die studen- tische Abteilung des Museums ist das so seltene Ordens­kreuz des Harmonisten-Ordcn aus den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts, das am schwarz-roten Bande über der Brost getragen wurde, erworben worden. Die Porzellan­sammlung ist gleichfalls durch Ankauf von Stücken, die sich aus Hessen beziehen, vermehrt worden Einen erheblicher Zuwachs hat die Wassensammlung erhalten.

** Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen Die Beiträge zur Kranken- und Invalidenversicherung für den Monat April 1914 können noch bis zum 26. Juni 1914 ohne Kosten bezahlt werden.

**S8ei dcrPo st hilf stelle in Queckborn ist ein! Telegraphenanstalt mit öffentlicher Fernsprechstelle und Uw fclllmcldestelle eingerichtet worden.

** Unfallversicherung. Ter Landwirt Ph. W in Heuchelhcim >var dem Fuhrmann des Kaufmanns I. R von dort behilflich und verunglückte dabei derartig, daß die Folgen bis heute noch nicht beseitigt sind. Die Lager«, berussgenossenschast, bei welcher der Kaufmann versichert ist lehnte eine Entschädigung ab mit der Begründung, daß für ihre Berussgenossenschast ein entschädigungSpflichiigcr Un­fall nicht vorliege. Tie landwirtschaftliche Berufsgcnossen- schast, bei welcher der verunglückte Landwirt versichert ist erklärte sich dagegen zur Zahlung einer Rente bereit, weil der von dem Verletzten ausgeübtc Gefälligkeitsdienst so ge- ringfügig war, daß'dadurch ein Uebertritt in einen anderen verstcherungspflichtigen Betrieb nicht erfolgte.

** Die Maul- und Klauenseuche wurde festge­stellt in Kaufbeuren (Bayerisch-Schwaben), ferner im Bezirk Nagold (Württembergischcr Schwarzwald-Kreis). Du Seuche ist erloschen im Schlacht- und Viehhofe zu München "Gemeinde st euer-Rück stäube. Unter den heu- sigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gzeßen be­findet sich auch die Mahnung des 1. Zieles Gemeinde­steuern und Kanalgebühren vom Rj. 1914. Die Zahlung kann noch bis 4. Juli einschließlich bei der Stadtkasse Gießen, durch Posteinzahlung oder Ueberwrisung im Bank und Postscheckverkehr, ohne Kosten erfolgen. Nach Ablaus dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vorgeschrie­benen Psändungskosten erhoben werden.

( tz. Berichtigung. In Nummer 135, wo von dem Bau einer Wasserleitung die Rede ist, soll es nicht heißen Frisch, born, Kreis Lmüerbach, sondern Fischborn, Kreis Getnhäusen.

Landkreis Gießen.

Klein-Linden, 15. Juni. Infolge eines Schlag- anfalles, den sie im Felde erlitt, starb die Frau eines pen­sionierten Bahnbeamten.

(i) Bellersheim, 15. Juni. Gestern abend geriete» einige hiesige Burschen aus der Ortsstraße in Streit In dessen Verlauf fvarf ein gewisser Koch einen andere» simgen Menschen derart gegen eine Wand, daß er zu Bo den siel und wie tot liegen blieb. Heute morgen stellte de, Arzt eine starke Gehirnerschütterung fest.

Kreis Alsfeld, di. Schwarz, 18. Juni. Heute fand das Fahnenweih fest des GesangvereinsEintracht" hier statt.

Kreis Lautcrbach.

!d. Frisch born, 15. Juni Unter lebhaster Anteil­nahme der Bevölkerung, jedoch stark beeinträchtigt durch' schlechtes Wetter, da verschiedenemal Gewitter losbrackwn, fand hier am Sonntag das Be zir ks turn f e st des 4. Be­zirks vom Gau Hessen statt. Da der hiesige Turnverein noch nicht ganz zwei Jahre alt ist, war es das erstemal, daß un­ser Ort eine derartige Veranstaltung hatte. Die an dieser Stelle vor einigen Tagen unterFrischborn" gebrachte Nack>- richt über den Bau der Wasserleitung beruht auf einem Irrtum; sie betrifft, wie auck, an anderer Stelle schon er- wähnt, das preußische Dorf Fischborn im Kreis Gelnhausen.

Kreis Schotten.

^ Sch otten, 13. Juni. Für den Erweiterungs­bau des Lehrerheims sind bis jetzt 2730 Mk. ge. sammelt. Dem Verein sind dieser Tage wieder eine Anzahl Mitglieder beigctrcten, so daß er jetzt 2600 Mitglieder zählt.

tz. Aus dem Bo gel s berg, 14. Juni. Die Regel der altcn Vvffahrcn, daß die Frösche, solange sie vvr Walpurgrs säugen.