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boß fte vor bera NamenF r a u" hinschrieb Sie hat dann unter Emreichung der Quittung beim Geridstsschreiber des Amtsgerichts Grimberg di? Aussetzung der Versteigerung beantragt und eine »tage gegen den Gläubiger ihres Ehemannes zu Protokoll gegeben 2*S» tL?® mit bie Freigabe des Heus im Prozeßwege cr-

wirkt^ Die Aussetzung des VersteigcrungStcrmins wurde vom Ämts- gerecht angeordnet, weil die Ehefrau Meißner gleichzeitig bei der Antragnellung eine Sicherheitsleistung in Höhe von 20 Mk für den Milchiger ihres Mannes hinterlegt hatte.

Me Angeklagte, eine leidend aussehendc, nervöse Frau, erklärt rn der Verhandlung: Sie habe in ihrer Handlungsweise kein Unrecht erblickt, beim tatsächlich habe sic doch mit ihrem «steld bei der Be­zirkskasse daS Leu bezahlt. Sie will auch nicht gedacht haben, daß sie sich mit einer Abänderung der Quittung strafbar uiachcn könne Sie will damals, als ihr die Habe verkaust werden sollte, in großer Not gewesen sein. Zwei von ihren vier Kindern lagen krank und be­durften der Milch, das heufutter hatte sie aber nötig iür die Ziege

Die Beweisausnahme gestaltete sich verhältnismäßig kurz. In lden Akten des Jnterventionsprozesscs, denen die versälschte Quit­tung bcigelegen hat, ist! dieser mit keinem Wort Erwähnung getan Allerdings hat die Angeklagte in dem Verfahren dem Gerichts schrciber zu Protokoll erklärt, daß sie selber das Heu gesteigert und mit ihren Mitteln bezahlt hat.

Amtsrichter Specht- Grünberg, der die JntcrventionSllagc der Angeklagten verhandelt hat, bekundet als Zeuge, in dem ganzest Verfahren habe die Quittung der Bezirkskasse keine Rolle gespielt, diese sei bei der Urteilsbegründung wegen der Freigabe des HeueS ohne j-dc Bedeutung gewesen. Es war ihm bekannt, daß die Eheleute Kcißner in Gütertrennung lebten, und der durch Zeugen geführte Nachweis, daß die Ehesrau aus den Mitteln, die sie für den Unter­halt ihres Kindes bezog, das Futter bezahlt hat, war für ihn als Richter bestimmend, deren Eigentumsrecht an dem gepfändeten Heu- qras durch Urteil ans,»sprechen und den Gegner zur Freigabe zu verurteilen. Tic Einstellung des Zwangsverfahrens ist erfolgt, weil die Angeklagte Sichert,eit für den Gläubiger ihres Mannes geleistet hatte. Währeich des Verhandlungstermins sah der Gegner der Frau, Rcchtsanwvlt Raabe, die Quittung der Bezirkskasse bei den Akten, er ließ sie sich aushändigen und fragte die Angeklagte, wer vor dem Namen, das Wort Frau gesetzt hat, woraus sic ohne Zögern zugab, daß sie das Wort aus der Quittung hinzugcsügt hat. Der Anwalt meinte damals^ dann habe sich die Frau einer Fälschung schuldig gemacht.

Auch dem Rechtskonsulenten Jäckel- Grünberg, dem die An­geklagte im AmtSgerichtsgebände begegnete hat sic auf Besragen, ohne sich zu.bedenken, mitgeteilt, daß sie die Urkunde abgeändert hat.

Ten Geschworenen wurden folgende 4 Schuldfragen vvrgclcgt: Ist die Angeklagte schuldig, in rechtswidriger Absicht, um sich oder einen anderen einen Vermögensvorteil z» vcrschgssen, oder einem anderen Schaden znzufüge», eine öffentliche Urkunde versälicht zu haben eventuell: liegt nur ein Versuch dieses Verbrechens vor, eventuell: liegt die Verfälschung einer Privatnrkunde vor, welche zu Beweisen von Rechten oder Rechtsverhältnissen von Erheblich­keit ist, oder ist auck> hierfür nur ein Versuch gegeben. Für jede der gestellien Fragen werden den Geschworenen für den Fall der Bejahung der einen oder anderen Frage Ncbensragen nach mil­dernden Umständen gestellt.

Der Vertreter der Anklage tritt dafür ein, daß die Tat als eine vollendete Fälschimg einer amtlichen, also einer öffent­lichen Urkunde zu betrachten fei. Men ch!ich betrachtet tue es einem ja leid, die Angellagte wegen einer so geringfügigen Sache be­strafen zu müssen, aber cs sei Sache einer anderen Stelle, Gnade zu üben, wenn sie nach Lage des Falls am Platz fei. Jen übrigen tritt er dafür ein, daß die Geschworenen der Ange­klagten mildernde Umstände bewilligen.

Der Verteidiger Rechtsanwalt Raab steht aus dem Stand­punkt, daß die u»ter Anklage stehende Quittung keine össentliche Urkunde darstellt. In der heutigen Zeit, wo die modernen Städte, die Kreise, die Provinzen und der Staat Geschäfte betrieben, wie jeder Private, müsse man den Begriff der amtlichen^Urkunde enger begrenzen. Im vorliegenden Fall liege doch die Sache so, daß Meißner .heugras gekauft hat, ob dies beim Fiskus gcsdnben ist, oder ob ein Privatnrann den Verkauf abgeschlossen hat, bleibe itai dock, gleich. In jedem Fall hat für den Kaufpreis der Ware Bezahlung erfolgen müssen und eS wäre dann mich wohl eine ^Quittung ausgestellt worden. Man könne mm nickst sagen, weil die Bezirkskasse die Stelle ist, wo das vom Fislus gekaufte Heu bezahlt wird, sei diese Qufttung eine öffentliche Urkunde, son­dern man müsse sagen, daß die Bezirkskasse eine Privaturkundc in der Quittung herqestcllt hat. Die Angeklagte, das ist in der Beweisaufnahme durch die Zeugen festgestellt, hat mit ihrem Geldc das Heu bezahlt sie lebte mit dem Ehemann in Güter­trennung sie bat also in der Quittung nichts verfälscht, sondern sie hat die Quittung nur richtiggestellt, sie hat das fatsche nur darin berichtigt. Es fehlen aber auch alle Erfordernisse der bicr in Frage kommenden Gesetzesbestimmungen, um die Tat dcr Angeklagten Unter Strafe stellen zu können. Alle die Momente, die erforderlich seien, um die Angellagte berurlcilcu zu rönnen, sind in der Beiveisauftiahmc nicht bervorgctreten. Nach der ganzen Lage des Falles mußten die Geschworenen sämtliche Schuld- sragen verneinen. Vorsorglich, obgleich der Verteidiger erklärt, er glaube nicht, daß hier ein Schuldig gesvrochcn werde, tritt er doch dafür MI, daß, im Falle doch wider Erwarten cm Schuldig erfolgen sollte, der Angeklagten dann mUdernüc Um­stände nicht versagt werden. ^

9 !adi längerer Beratung verkündete der Obmann Prv,e,sor üst Garten- Gießen den Wahrivruch der Geschworenen, durch den sämtliche Schnldfragen verneint wurden.

Der -GerichtSlwf fällte daralif ein frcisprechcndcs Ur­teil und legte der Staatskasse sämtliche Kosten des Verfahrens ans.

veleidigungrprozeh ttrumm-koeber.

Gießen, 13. Juni.

Vor dem hiesigen Schöffengericht kam gestern eine Beleidigungsklage zur Verhandlung, die der Sladlv Krumm gegen den Stadtv. Lochet angestrengt hatte, ^,,n Amchlus; an die bekannten Meinungsverschiedenheiten darübek, ob das Rathaus in die Alte Klinik verlegt werden solle, waren auch im Gießener Anszoiger Stimmen für und wider zum Worte gekommen Herr Krumm hatte sich z u e r st lebhaft daran be teiligt und in einem Artikel durchblicken lassen, daß es Stadtverordnete und Vertreter des Lslvicrtc^ gewesen seien die beim Erwerb von Gelände am Wißmarer Weg durch ihre 'übersvannlen Forderungen für ihren Grundbesitz den guten Willen der Stadlverwallung zu schänden gemacht hat­ten Darauf hakte dann Herr Locher, der sich dadurch verletzt sah ebenfalls das Wort erqrissen und in längerer Erwide­rung die aiigcsührlc Krummsche Aeußcrung als einevon Neid und Bosheit diktierte Anzapfung" bezeichnet.

Es kam in der gestrigen Verhandlung, bei der Geh Justizrat Gebhardt den Vorsitz führte, Justizrat Grunewald Herrn Krumm. Rechtsanw. Kausmann Herrn Locber vertrat, in, Beisein des Klägers und des Beklagten zu folgendem Vergleich:

Der Anaeklaqte, Stadtverordneter Wilhelm Locher VI. oGlkßen^rllärt, daß er die in dem Artikel vom 8. November 1 g ?3 enthaltenen, den PrivatNäger Stadtv Ed. Krumm in Gießen beleidigenden Ausdrücke mit Beiumern »unicfmmmt. Er trägt die Kosten des BersahrenS ermchlietzl'ch der dem Pr,vat- Näger erwachsenen notwendigen ^Auslagen und den Kosten du),es Veralliches Er zahlt eine Butze von 200 Mark, di- zur des AliceichuI - BcrcIns zu Gießen zu ver- -xn Angeklagte Locher wird diesen Vergleich einmal 7ri i- che Kosten im Gießener Anzeiger verössentlicheii, au Nrivatkläqcr KruNiIN erklärt: daß er weitere _ 4).rr . Artikel vom 6. Nov. 1913 enthalten

Borwurse, als! Angellagten Locber nicht erhoben habe und sind, gigrn d ^ Vorwurf: Der Angeklagte Locher hab-

fein An^chs S^tve^m-t« 'in e i g ° ° n ü tz i g e r Weise

Mißbraucht, nicht enthalten sei, und datz er diesen Vorwurf nicht erheben wolle: er habe ,enen Lrtikel lediglich in Abwehr aus vorausgegangenc Aeußcrungcii de» Herrn Locber verlaßt.

Es hat uns überrascht, daß bei den Berglcichsverhand- lungen der Stadtv. Krumm us !a. mich crllärt hat, er habe (bei Her Sache in die Unparteilichkeit des Gießener Anzeigers kein Vertrauen setzen können und sei zuerst im Zweifel gewesen, ob er diesen nicht eben salls verklagen solle. Brun haben wir gerade Herrn Krumm zu allererst bereitwillig zu langen Ausführungen i» der Rathaussrage unser Blalt zur Verfltgung gestellt, und unsere Leser wissen es, daß es uns darum zu tun war, rein sach­lich die Momente zur Geltung zu bringen, die für und die gegen die alte Klinik sprachen. Obgleich Herr ikrumm nicht ganz sachlich luar, sondern die Geländecrwerbsjachc am Wismarer Weg mit in die Debatte zog und seine Spitzen gegen die Vertreter des Walltors richtete, haben wir seine Ausführungen ungekürzt wicdergcgeben. Wir wollten ge­rade ihm gegenüber, der politisch aus sozialdemokralischcm Slandvunkl steht, nicht den Anschein erwecken, als wollten wir ihn schlechter behandeln als andere. Daß wir daun auch die erregte Zuschrift des Herrn Locber unterEingesandt" wicdergegeben haben, dafür müßte Herr Krumm doch eigent­lich Verständnis haben. Wir brauchen nicht erst zu versichern, daß wir den scharsen Ausdruck des Herrn Loebcr uns nicht zu eigen mach len, denn über dem Artikel stand, daß wir für Form und Inhalt dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung übernähmen. Wie aber Herr Krumm im Rahmen dieser unpolitischen Sache dennoch unsere Unparlei lichten in Zweifel ziehen konnte, ist uns unverständlich. Er nimmt doch nicht etwa an, daß wir in solchen Kommunal- angelcgcnhciten ganz daraus verzichten müßten, auch unsere Meinung darzulegcn?

Grr-icht^saar.

Mutter und Tochter unirr Gistmord-Anklage.

^ Insterburg, 12. Juni.

Unter großem Andrangc des Publikums, namenliich der Land­bevölkerung begann heute der Prozeß in einer Gistmord-Asfäre, bei per Mutter und Tvckstcr aus der Anklagebank sitzen unter der Anklage, die beiden Ehemänner bezio. den eigenen Pater lind Stiefvater durch Mit aus der Dell geschasst zu haben. Es tändelt sich um die 7 4 Jahre alte Witwe Schclelcis >nch ihre 35 Jahre alte T o ck> t e r, die KuisdierSsrau Mars auS Hamburg, früher in Insterburg. Der zweite Ehemann der Witwe Schclelcis war im August vorigen Jahres in Grigelischkcn bei Insterburg gestorben. Da Gerüchte ausiauchten, daß der Tod kein natürlicher gewesen sei, vcranlaßie die Staatsanwaltschaft die Ausgrabung der Leiche, in der taisächlich Arsen in großer Menge gesunden wurde. Daraufhin kam die Staatsamvaltschast auf die Vermutung, das; auch der erste Ehcuiann, der Bauer Drzdon, der Vater der Frau Mars durch Gift geendet sei, und auch in dessen Lcichcnteilen wurde Arsen in starker Menge gesunden. Beide Frauen wurden schließlich in Hamburg, tvohin sic übcrsiedelt waren, in Untersi>chungsl>ift genommru. ES wurde gegen bcidc 'Anklage erhoben, da sie sich bei ihrer Vernehmung gegenseitig beschuldigten.

Zur Auftlärung des Sachverhalts sind über 50 Zeugen geladen.

Nach Verlesung des Erösfmtngsbeschlusses erklären beide An­geklagte, daß sie nichlschuldtg seien. Die Frau Schclelcis gibt an, iah, sic sich im Alter von .19 Jahren mit dem damaligen; Schneider Tizdön verheiratete, mit deni sie elf Kinder hatte. Sicht davon sind groß geworden. Sie beigsten in Grigelischken ein vier Morgen großes Grundstück und dazu nach einiges Pachtland. Ehe soll nicht besonders glücklich gewesen sein, und zwar in der hauvtsachc ditrch die Schuld der Frau, Etwa viermal ging sic im Lause der Ehe ihrem Manne durch, kehrte aber immer wieder zu ihsti zurück. Von den Kindern war im Jahre 1897, als der Schneioer Tizdon starb, die Angeklagte Rosa Mars im Hause, ober auch nur, weil sic eben einem unehelichen Kinde daS Leben gegeben hatte. Dcr sparsame alte Mann war ungehalten darüber, das; die Rosa ihm mit dem Kinde große Unkosten madite. Am 13. Februar 1897 kam es zwijdßm Todtter und Mutter sowie d>cm Vater zu einein heftigen Auftritt. Schließlich tvars dev alte Mann Frau und tachter mit dem Kinde aus der Wohnung. Tic Tochter mußte bcl den Nachbarsleuten Sdmtz suchen. Am nächsten Tage schien die Versöhnung wieder licrgestellt zu sein und als der Mann Essen verlangte, reichte ihm die Ftran eins Bohnengericht. Nachdem er davon gegessen Hille, ging er in eilt Nebenzimmer, in welchem er sich cinschloß. Tort wollen ihn die Angeklagten am Tage daraus tot vorgesunden haben.

Als der Borsitz-nde dcr Angellagte» Schclelcis vorhält, daß bei der .Untersuchung der Leichcntcile eine große Menge Arsen in diesen gesunden worden sei, gibt die Angeklagte zu, daß sie Arsen im Hause gehabt habe. Ihr Mann hätte davon Fliegen- gsst bereitet, Die Angeklagte Mars gibt an, daß sie bei dem Bürgermeister BarkowSki in Stellung war. Dort Hobe sie ein Kind geboren, mit dem sie zu den Ellern zurückkchrte. Die Angeklagte Mars behauptet dann, das; wabrsdicinlich ihre Mutter dem Vater das Arsen in die Bolsn-n getan habe.Der Vorsitzende fragt die Angeklagte ScheleieiS, welche Ursache sie sür den Tod ihres Mannes sich denke. - Die Frau erwidert, dcr Mann habe ein Bnichleidcn grljabt, daß ihm mitunter große Sdtmcrzen bereitete. Er sei wahrscheinlich eines Nachts vor Schmerzen ausgestandr», und habe aus einer Flasche getrunken, die aber keine Medizin, sondern in Wirklichkeit Fliegengist enthielt. Ihre Toditter Rstha, die sie hier des Mordes beschuldige, sei von Jugend aut ver­dorben gewesen, sie habe schon als Kind gelogen und gestohlen^

Auch von anderer Seite toird der Angeklagten Mars kein gutes Zeugnis ausgestellt. Von einer Zeugin tvird die Angeklagte Mars sogar als ein Scheusal in Menschengestalt geschildert.

Es gelangt daraus der zweite Anklagcsall, der Mord an dem Auszügler Schclelcis zur Erörterung. Die Angellagte MarS war bald nad, dem Tode ihres Paters nach Hamburg gegangen und hatte dort den Kutscher MarS kennen gelernt, den sic im Jahre 1912 heiratete, nachdem sie ihm ein uneheliches Kind geboren hatte. Mit diesem fam die MarS nach Grigelischken zur Mutter aus Besuch. Sie soll sid, wälzend ihres Aufenthaltes dort viel hervm- qetricben haben. Sie sduoärmte viel von Hamburg und sorderle ihre Mutter aut, dod, zu ihr nach Hamburg zu kommen. Tic Angell.Sch. behauptet, daß sie die Ausfvrdeiungen der Tochter glatt abgelehnt buhe Ihr Moni, habe sdwn lanae nichts davon wissen wollen. A»s- rättig sei ihr gewesen,, daß die Rola sid, so lebhaft nad> den Ein­kommens- und BerniügenSverhältnissen dcr Eltern erkundigte. WaS den Tod ihres »weiten Mhnnes angehe, so sei dcr wahrscheinlich einem Sdilaganialle erlegen. DerAlle" hätte, nachdem ihm Rosa Schmalzbrot gereicht Halle, große Schmerzen im Kops unv im Innern verspürt. Diese Sd,merzen seien »od, schlimmer geworden, als ihm, die Rota eine Tafte mit Milch reichte. Schließlich konnte er nicht mehr spredien, er bekam Schüttelsrost und nad, viertägiger Krankbeil war er tot. Die Rosa soll dem Vater auch Sdinavs ge­reicht haben, der verdorben war, den Schnaps will die Angcllagls später, eben weil er verdorben war, wegqegolsen haben. Nach dem Tode des zweiten Mannes machten die Angeklagten ihre habe Geld und reisten nach .Hamburg, wo sie verhasiet wurden. Die Verhandlung dauert fort. __

Unwetter.

5 Ruppertenrod, 12. Juni Ein Unwetter ging gestern nachmittag über unserem Ort und Gemarkung nieder, das zwar nicht besonders stark an elektrischen Entladungen war, aber große Regenmassen bradite. Es goß ununterbrochen drei Stunden lang. Die Ortsstraßcn bei der Kirche standen rasch unter Wasser. Im Un- terdors stieg die Ohm meterhoch, bas Ohmtal verwandelte sich in einen Sec. Nun drangen die Gewässer in die Ställe, Scheuern und Häuser. Das Vieh mußte aus den Stallungen gebracht wer­den, Von den hofreiten wurde das Kleinholz mit sortgerissen.

In einem Hause drang das Wasser in das Wohnzimmer. In Ober-Ohmen herrschte die gleiche Wassersnot, Auch hier drang das Wasser in Ställe, Scheunen und Gebäude, Einem Maurer­meister wurden viele Wagen voll Schlacken tortgespült. In Wett­saasen drang das Wasser in die untere Stube dcr Mühle. Großen Schaden hat daS Wasser im Felde angerichtct,

id, Storndorf, 11, Juni. Ein Gewitter mit Regen und hagclsdwuer i,betezog heute nadimillag unsere Gegend. Ei» Blitz schlug in das Wohnhaus des Handelsmannes Kalmann höckister und setzte das Haus in Brand. Die daiiebenstchcnden Sckzeunen der Landwirte Weiß und hoimann gerieten ebenfalls in Brand. Sämtliche Stroh und heuvorräle tviirdcn ein Raub der Flammen. Das Bieh konnte gerettet werden, Ter Sck><iden ist durck, Ber- sichcning gedeckt,

id, Reuters, 11. Juni, hier schlug ein Blitz in das Haus des LandivirtS Schneider, ohne jedoch zu zünden.

m. Ol send ach a. M., 13. Juni. Ein außerordent­lich schweres Gewitter, das längere Zeit anhiclt, zog gestern nad,mittag gegen 5 Uhr über unsere Stadt. Mchrercmal f cf, (u g dcr Blitz ein, i» allen Fällen aber handelte^ es sid, um sogenannte kalte Schläge. Tie Regenmassen waren sehr er­heblich, mehrfach wntden Keller unler Wasser gescftl. ^

h. Frankfurt a. M,, 12. Juni, lieber dcr Stndt ent­lud sid, heule nadinlltiag ei» stundenlanges schweres Un>ettcr. Dcr Blitz ichlug vielsad, ein, ridjtctc aber erheblichen Sdtziden nirgends an. Dagegen haben die Gärten und Felder unter de,r großen Regenmaiwn avszerordcntlich gelitten. Auch am Süd iaunus gingen verheerende llnwcllcr nieder.

Kleine Tagerchronik.

In dcr Nähe des Dorfes Tedelben ließ sich auf der Eisen-

bahnslrrrle halbcrstadt Braunschwcig in dcr Nacht zum Freitag ein Liebespaar vom Zuge überfahren. Das Mäddie», dessen Persönlichkeit uod, unbelannt ist, war soion tot, der Ktiedst Lacthge aus dem benachbaricil Pabstorf wurde schwerverletzt bis Krankenhaus nadi Dvlfcnbütlel gebracht.

Ein Großscuer zerstörte de» größten Test dcr Ortsd,aft Lipkowitz in Ostvreuße». 32 Gchüste sind nicdergebrannt. Der Glockcnturm dcr kaiholisdien Kirche wurde zerstört, die Kirche selbst konnte gerettet werde».

Aus Touloitsc wird gemeldet: Ein mit fünf Angehörigen dcr Faiiiili- des Arztes Lautre besetztes Automobil stürzte Freitag morgen infolge Einbruchs einer Brücke in den Graben. Alle Insassen wurden getötet.

In den mittleren Grasschaften Englands und in Nord­england gingen am Mittwoch schwere Unwetter mit hagelschlag nieder. Mehrere Personen und viel Vieh ist vom Blitz erschlagen worden, die Obsternte hat stark gcltttcn, die Fliiftc sind über die Ufer getreten.

In Granden, e x v l o d i c r t e am Freitag auf dcr Fliegcr- slatiou beim Abtülleu in den Benzintank ein B e n z i n s a ß, wobei der Unteroffizier Bertram- Gevensleben lKreis Helmstedt), Ser­geant N a r st c d t - Sandau (Kreis Jcrichow 21 und die Gesrritcu K ü h n l c i n - Erlangen und Müller- Stettin getötet wur­den, Ter Materialschaden ist erheblich.

Büchcrtisch.

Die Bücher der Dürer schule. Die Dürerschulc hochwaldhausen verösscntlicht soeben ihren ersten Bcridst über hie Zeit von Oktober 1912 bis April 1914, Mit 15 Bildern und einer Beigabe, (5 und 37 2.1 gr. 8. 1914. Geh. Mk. 1. Tic zufolge eines Ausrnss führender Persönlichkeiten 1912 gegründete Ncsorm-Erziehungsanstalt sür Knaben und Mädchen sucht hier über ihre Gntndgcdanlen und deren Durchführung zu orientieren. Der reich illustrierte Bcridst enthält neben der Chronik der Anstalt und der Sdstlderung des snstematisdstn Sportbetriebrs eine stieihe von Anssätzen, welche die Ziele dcr geistigen «dstilung der Zög­linge der Dürersdstile dorlcgcn )vollen, während eine weitere Abl.mndlung über mannigfalligc Gelegenheiten zu prallischer Volks­bildungsarbeit beeid,tet. Eine Darstellung des in besonderen Fonncn be,chlosscnen Gemeinsd,aftslcbenS der Dürerschule, an dein dsr Jugend zu nutzbringender Arbeit an der Schule beiei- ligt ist, schließt den Bericht ab.

Aintlichrr Wetterbericht.

Oeffcntlicher Wetterdienst, Gictzen.

Wetteraussidstrn in Helsen am Sonntag, den 14. Juni 1914 Wechselnd bewölkt, G.nvltter, östliche Winde.

Letzte I 7 ncls»'ietste»i.

Die. Vcgcstiiuiist von Konopischt.

Konopisd>t, 12. Juni. Uml 1 Uhr nachmittags fand im großen «peiscsaal Frühstück zu 19 Gedecken und gleicksteitig Mar­schalllasel für das Gefolge statt. Am Nachmittag ließ der Regen ad,, so daß die in dem Programm vorgesehene Fortsetzung! dcr Besichtigung des erzhcrzogttchen Reviers vorgcnommen werden konnte. Die Fahrt wurde teils in Wagest, teils in Automobilen unternommen. Um l, Uhr langten die Wagen wieder rm Schloß an, wo der Tee genommen wurde. Aus besondere Einladung des Erzherzogs traten um 7 Uhr abends Graf Hans Wilcek, dessen Tochter Elisabeth, die Gräfin Kinskn. Gras und Gräfin Adol, Watdstrin, Grat und Gräsin Franz KtnSll, und Prinzessin Hen­riette Lobkowitz ein. Im großen Sveiiefaal fand abends 8 Uhr ein Diner statt, an dem außer dem Kaiser, dem Erzherzog Franz Ferdinand und der Herzogin von Hohenberg, die abends au­gelangten Gäste, die Begleitung des Kaisers und das Gefolge der höchsten hcrridmften leiluahmen. Nach der Tascl hielten der Kaiser und die höchste» Herrschaften Cercle,

Wie man schlechten Teint behandelt.

Nat cincS Tve,;ialistcn.

Ein schlechter Teint, häßliche, slecki,ie Geüchtshant, Mitesser' Mißsarbuna und Runzeln sind meistens einer überntäninen Anväufuna von Lchiivvcticn der äußeren Hnutschicht zuzuschretden. Im normalen ^uünnd bildet diese eine dünne, transparente Schicht znm Tchui.<e der darnnter befindlichen zarten, schönen Gcsichrshaut,- die Lchliouchen lösen sich rcaelmäma los und werden von unten erseht. Witterunaseinslüsse indessen und Nachlässigkeit foiuie der Gebrauch alkalischer Seifen und Toilettemittel verursacht eine Nusannnlung dieser Schüvvcheu,- sie verhärten sich tu ähnlicher Weise, iuic dies z. B. an den I-ußsohlen geschieht. Seifen und ge- lvötmliche Geüchtecr<-uieS haben wenig oder gar keilten Einfluß auf diese Lage abgestorbener Hautvarrikel. die rnan ohne Schaden nur durch die Anwendung eines rnllden, vegetabilischen Lösemittels, das in Apotheken und Drogerien unter dem Narnen ParinolwamS be­kannt ist. beseitigen kann. Man trägt Parinolwachö abends in ziemlich liberaler Weise auf. genau wie n,an Oold Cröme anwendet. DaS entfernt in einigen Tagen alle die alten, verailbten Haut- pnrtikel und hinterläßt einen weichen, zarten Teint. Ter gelegent­liche Gebrauch von reinem Parinolwachs erhält unS eine hübsche Gesichtshant bis ins hohe Alter. 7161sg

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