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allgemeinen Einkommensteuer ait. Das Gleichgewicht deS Budgets sei nur um den Preis stsrcnger Sparsamkeit und mit ijilfe der Mehrcrträgc aus den durchaus iwtigen neuen Steuern erreichbar, lieber das Dreijahrgesetz sagt di? Erklärung:

Das Gesetz, welches in der vorhergcgangencn Legislaturperiode nach langen Debatten, in tnelchen alle Meinungen rückhaltslos »um Ausdruck kamen, beschlossen ist, ist soeben zur Anwendung gelangt und kann beute noch nicht wieder den Gegenstand von Erörterungen bilden, Die Militärgcsetze müssen von allen Gesetzen die größte Stabilität haben. Wenn wir den Fehler begehe» und an dem neuen (besetz rütteln, obgleich sich nichts an dem Gleichgewicht der militärischen Kräfte Europas geändert hat, so verlieren wir zugleich mit der sür uns nötigen Sicherheit den moralischen Ersolg, den wir der Annahme des Gesetzes und seiner Ausnahme im Lande ver­danken. Tie Regierung wird im Parlament um die baldmöglichste Annahme des Gesetzes über die militärische Jugend­erziehung ersuchen, und im Einverständnis mit der Kammer Massnahmen tressen, um den Reserven, welche einen wesentlichen Bestandteil der Armee darstellen, eine sesterc Organisation zu geben. Die Regierung wird darüber wachen, dast die Militärverwaltung aus dem Gesetz alles berausbole. was cs vergeben kann, das! sic auch nichts unterlasse, um bessiv sür die Gesundheit der Soldaten zu sorgen und eine Verzettelung der Krästip die der Verteidigung des Landes gewidmet sind, zu verhüten.

Die auswärtige Politik Frankreichs wird in demselben Geiste loie bisher geleitet werden. Wir werden die Kraft, welche wir einem unveränderlichen Bündnis und unserer Entente mit einer Nation, deren ko st bare Freundschaft wir erwarben, ver­danken, dazu anwenden, um, soweit es von uns abhängt, zur Erhal­tung des Weltsriedcns beizutraqcn und dabei umsomehr Ersolg haben, wenn unsere Wehrmacht keine Einbuße erleidet. In dem harten Wettbewerb der Völker um die Ausdehnung ihres Einflusses must ein grostes Land seiner auswärtigen Politik täglich größere Auimerksamkeit widmen, seine Wachsamkeit und Energie verdovveln, zur Verteidigung seiner Interessen und zur Erweiterung der ge­wonnenen Stellungen.

Täe Richtung der inneren Politik lägt sich in den drei Worten zusommcnsasscn: AusreckterhaltitNg des Laiencharakters des

Staates, Steuergerechtigkeit und soziale Gcrectitigleit. Die Erklä­rung schließt mit einem warmen Ausruf an alle Republikaner.

Nach einer sehr bewegten Aussprache wurde die von den geeinigten Radikalen Dalimier und Gen. cingebrachtc M i s, trauens - Tagesordnung niit 306 gegen 262 Stimmen angenommen. Das Abstimmungsergebnis lvurde von der gesamten Linken mit stürinischcm Beifall be­begrüßt. Die MinisterverließensofortdenSaal, um dem Präsidenten der Republik ihren Rücktritt zu über­reichen.

Die große Mehrheit, die sich gegen das Kabinett aus­sprach, hat unter den geeinigten Radikalen llebcrraschung hervorgerusen. In parlamentarischen Kreisen nimmt inan als selbstverständlich an, daß der Präsident der Republik einen der Führer der geeinigten Radikalen mit der Bildung des neuen Kabinetts betrauen müsse. Die Mißtrauens- Tagesordnung Dalimiers hat folgenden Wortlaut: Die Kammer ist, indem sic den Willen der Wählerschaft re­spektiert, entschlossen, nur einer Regierung ihr Vertrauen zu bewilligen, welche fähig ist, die Einigkeit der Kräfte der Linken zu verwirklichen." R i b o t erklärte, daß er im Namen des Kabinetts die Tagesordnung Dalimiers zurückweisc und nur die von dem Linksrepublikancr Berger und Gen. bean­tragte^ Tagesordnung annehme, hierauf wurde über die Priorität der Mißtrauens-Tagesordnung Dalimiers abge­stimmt, die, wie schon gemeldet, mit 306 gegen 262 Stimmen angenommen wurde.

Arrs Stadt und La«S.

Gießen, 13. Juni 1814.

" Ta g e ska l ende r lür Samstag, den 13,, und Sonntag, den 14. Juni: Anlagemusik Samstag nachm. 6 Uhr,

G e io e r be a » S st c l I» n g: Samstag abend 8 Uhr Inder Festhalle: Ehrenabend von P « s ch - M a r t o. Sonntag: Nachmittags von 47 Uhr und abends vo» 811 Uhr Konzert der Kapelle Bauer.

Botanischer Garten: Ceylon - Aurstellnng vormittags

oon 812 Uhr. Nachmittags nur sür Vereine nach vorheriger Anmeldung.

K ir ch e n g e I an g s e st des evangelüchen Dekanats Gießen Soimlag nachmittag 2'/. Uhr in der Stadtkirche.

O b e r h e s s i i ch c r K u n st v e r e i n. Die Gemälde-Ausstellung ist Inglich von II1 Uhr, Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, »nd an-Sonntagen von II-3 Uhr geöffnet.

O b e r h e s s i s ch e S Museum » n d G a i I' s ch e Samm­lungen. Geöffnet Countaq vormiltags III Uhr uncutgeltlich,

Museum kür Völkerkunde, Geössuet au Sonnlagen vormittags von II-t Uhr uncutgeltlich,

L i ch t I v i e I h a u S: Täglich Vorstellung.

Union-Theater: Täglich Vorstellung.

** In den Ruhe st and versetzt wurde der Lehrer Peter Heinrich Reinig zu Ren-Isenburg auf sein Nach­suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philivps des Großmütigen verliehen.

** Schulangelegenheitcn. Erledigt ist eine Lchrcrstelle an der katholischen Volksschule zuHcldenber- gen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.

,** Die Kr eis l eh r erv e rs am m l u n g unseres Kreises findet am 18. Juni auf der Liebigshöhe statt. Prof. Tr. Kosska spricht über das Thema'Gedächtnis und Denken", Lehrer L i n d en str u t H-Gießcn hält einen Vor­trag überDer freie Aussatz".

** Die Techniker Hessens und der angren­zenden Gebiete veranstalten am 4. und 5.Juli aus An­laß der Gcwerbeausstellung Gießen 1914 eine Tagung von Angehörigen aller technischen Berufe, um der Gcwcrbcaus- stcllung einen Bestick, abzustatten und durch Porträge der Oefscntlichkeit kund zu tun, welche Fragen die Angehörigen der technischen Bcruse u. a, bewegen Samstag, 4. Juli, findet zunächst eine Besichtigung der Gailschen Tampfzicgclei statt. Abends schließt sich die festliche Begrüßung in Steins Garten an, wobei neben heiteren Vorträgen aller Art Ing E B u r m c st e r über den Wert und die Wertung technischer Arbeit sprechen wird. Sonntag vormittag wird die Ausstellung unter sachkundiger Führung besichtigt, worauf eine ösfcntlichc Versammlung im Ausstellungsrestau- raut stattfinden wird. Hier wird zunächst Werkmeister Stimmer (Gießen) überEinheitliches Angcstelltenrecht" sprechen, worauf Dr. H ö f l e (Berlin) sich überTechniker und Volkswirtschaft" auslassen wird. Rach der Tagung und dem gemeinsamen Mittagessen, das ebenfalls im Ausstel­lungsrestaurant abgehaltcn wird, ist eine zwanglose Besichti­gung der Ausstellung und der Stadt vorgesehen. Durch das Entgegenkommen der AussteNnnasleitung erhalten die Teil­nehmer Dauerkarten zur Ausstellung, die drei Tage gültig sind, zum Preise von 50 Pfg. Für unentgeltliche Unterkunft in Privatquartier wird bei rechtzeitiger Anmeldung Sorge getragen werden. Mitteilungen, Anfragen und Anmeldungen sind an Killturtechniker Reih, Gießen, Liebigstraßc 58, zu richten. Der Ankauf der Gewinne für die Lotterie wird wei- ternhin fortgesetzt. Nach dem Ankauf des Hauptgewinns im Wert von 10000 Mark, die mit 20°,'e Abzug auch bar aus­gezahlt werden können, hat sich der Loseabsatz sehr gesteigert.

Zum heutigen BenefizPesch-Mario" sei noch­mals daran erinnert, daß die Vorträge um 8 Uhr beginnen und daß ab 7Vi Uhr die Festshalle füsr die Karteninhaber reserviert ist. Bon heute mittag 4 llchr sind die noch ver­fügbare,^ Karten nur an der Ausstcilrmgsküsse zu haben.

** Stadttheater. Es wird uns vom Thcalerbureau geschrieben: Nochmals sei aus die Wiederholung der neuen OperettePolenblut" durch das Ensemble des Großh. Kurlhealers Bad-Nauheim am kommenden Dienstag aus­drücklich hingewicsen. Das vornehme Werk steht zurzeit aus dem Spielplan aller größeren deutschen Bühnen und wird mit Recht als die weitaus wertvollste Erscheinung auf dem Gebiete der Operette seit langem betrachtet. In den Herren Ahnelt (vom Bremer Sladtlhcater), Georg Schmidt (vom Elberselder Sladtthcatcr), Kurt Harden (von Monlis Operet­tentheater in Berlin), sowie Frl. Hansi Martini kann unser Publikum alte bewährte Bekannte vom vergangenen Jahre begrüßen: neu einsührcn wird sich Clara Gaister Ouedenield, früher am Gärtncrplatztheaier in München, die die glän­zendsten Mittel für die Ovcrettcndiva besitzt.

** Gießcncr Freilicht-Bühne, Um Mißver­ständnissen vorzubcngcn, sei nochmals mitgctertt, daß man von der Absicht, die diesjährige Spielzeit schon am 14. l. M. zu eröffnen, hat Abstand nehmen müssen, da der Platz bis zu diese,n Tage nicht fertig gestellt werden kann. Weiterhin sei bemerkt, daß die Eintrittskarten zur Gewerbeausstellung nicht zuin Besuch der Waldbühnc (am Fichtcnlops an der Licher Straße) berechtigen: vielmehr sind hierfür besondere Karten zu lösen, die rm Boroertauf in der Challierschen Musilalicnhandlung erhältlich sind. Näheres bringt dem­nächst der Gießcncr Anzeiger.

X ** DicJghr eso er sammln ng des allgemei­ne n V e r e i n s für Armen- und Krankenpflege zu Gießen fand am 10. Juni statt. Die Rechnung, welche mit 131 207 Mk. Einnahme u, 124 642 Mk. Ausgaben, mit­hin mit einem Ueberschuß von 1565 Mk. abschließt, wurde geprüft und sür richtig befunden. Dem Rechner des Vereins, Herrn Freundlieb, wird daraufhin Entlastung erteilt. Dem Vorstand wird sür den Ankauf des Asprionschcn Anwesens Jndemirität erteilt. Ans dcni Jahresbericht verdient Erwäh­nung: In der H e l s c r a b t c i l u n g wurden u. a. an Geld- untcrstützungcn verausgabt 1053,75 Mk., sür Milch 808,53 Mark, für Kuren in Bädern und Heilanstalten 1777,20 Mk., für das Säuglingsheim 1000 Mk., sür Gewährung von Frci- betten an unbemittelte Krank? .528,60 MI. Aus dem Be­richt der Abteilung sür Krankenpflege ist zu erwähnen: Was Gcmeindepflcge anlangt, so pflegten die Schwestern in 736 Familien mit 26 740 Pslegebcsohlcnen, 21 Tagepslegen und 712 Nachtwachen. Das Schwesternhaus anlangcnd, wurden auf der K r a n k e n st a t i o n 677 Kranke verpflegt mit 7089 Verpslegungstagen und 117 Nachtwachen. Das Hospiz für Damen wurde von 85 Damen mit 245 Ver- pflcgungstagen besucht. 25 stellungslose Dienstmädchen fan­den an 52 Verpflegungstagen Aufnahme. In der Krippe wurden 85 Kinder mit 6794 Verpslegungstagen ausge­nommen. Hier mußte der Verein zu den Kosten 3267,70 Mk. zuschicßen. Er tut das gerne in der Ucbcrzengung, daß sich die Krippe als ein unentbehrliches Glied in der Kette sozialer Einrichtungen in unserer Stadt erwiesen hat. Auch die Ab­teilungen für Waisenpflege und für Mietspatronate leisteten ersprießliche Arbeit. Die diesjährige Jahresversammlung er­hielt ihr besonderes Gepräge dadurch! daß es die letzte war, welche Herr Kirchcnrat D. Schlosser leitete. Die Herren Landgerichtsrat S ch u d t und Pfarrer Schwabe widmeten aus diesem Anlaß dem scheidenden Vorsitzenden Worte herz­lichsten Dankes für die bewunderungswürdige Arbeit, die er in 4 Jahrzehnten im Dienste des Vereins geleistet habe. Der Verein werde dies niemals vergessen. Mil Dankcsworten des Vorsitzenden schloß die Versammlung.

** Der hessische Spar lassen verband wird am kommenden Samstag und Sonntag in Darmstadt seine diesjährige Jahresversammlung abhalicn.

** D i e Maul- und Klauenseuche ist aus- gebrochen in Scheinfeld (Bäuerisch Mittelsranken) und im Bezirk Kitzingen (Bayerisch Untcrfrankcn).

** Der Großh. Eisenbahn-Wagenineistcr Otto Müller blickt heute auf eine 40jährigeDienstzeit zurück. Herr Müller, der zunächst bei der Oberhcssischen Bahn angestcllt war, ist seit 1886 Wagcnmeistcr.

** I n der Heil- und Pslegcanstalt Gießen er­freuten sich am Dienstag Patienten und Pflegepersonal eines er­lesenen Kunstgenusses. Eine blinde Künstlerin, Frau Professor Hanna Lüer, Kammersängerin aus Wiesbaden, und ibr ebenfalls blinder lljähriger Sohn entzückten mit ihren künstlerischen Dar­bietungen die aufmerksamen Zuhörer. Frau Lüer sang mit voll­endeter Technik und durchgeistigter Auffassung eine größere An­zahl von Schnmannlicdern. Sie verstand es, die Herzen der ge­spannt lauschenden Zuhörer zu rühren. Gar manches Auge wurde seuchl, und ein nicht endcnwollendcr Beifall criünte nach jedem einzelnen Liede. Ter kleine Künstler übernahm die Beglcilung am Klavier mil ebenso guter Technik als warmem Empfinden. Außer­dem trug das kleine Wunderkind verschiedene größere Partien aus Wagner-Opern vor, die er nach nur einmaligem Hören des Orchesters frei aus dem Gedächtnis wicdergab und zwar in einer ganz überraschenden Weise, Auch er erntete ungeteilten Beifall.

** D i c Fcuersircne wird am Anfang der nächsten Woche nochmals erprobt werden und zwar vom Dach der alten .Hirschapotheke aus. Die Proben werden vormittags um 10 Uhr beginnen,

** Das Gerücht von einem Brand aufder Burg 6! l c i b e r g , das i» der Stadt kolportiert wird, ist unrichtig. Es handelt sich lediglich darum, daß die Burg wegen der An­wesenheit einer studenlischcn Verbindung bengalisch bclcuch- t e t war. Das hat ängstlichen Gemütern den Anlaß gegeben, von einem großen Brand zu faseln, dem drei Wohnhäuser zum Opfer gefallen seien.

** Achtung! S e k t e n g e fa h r! Man schreibt uns: Aus vielen Teilen Deutschlands wird das zerstörende Ein­dringen der aus Amerika stammenden Millenniumssekte (Vereinigung ernster Bibelforscher") gemeldet. Auf Grund eingehenden Studiums der von den Scktensendlingen zu Millionen verkauften Schriften und zahlreicher Erkundigun­gen aus dem Reiche hat der Evangelische Preßverband für Deutschland ein eingehend orientierendes und warnendes Flugblatt soeben herausgcgeben, das von seiner GeschästSi stelle, Berlin-Steglitz, Bcymestraßc8, zunl Preise von 2,50 Mark sür^OO Stück, 10 Mark für 500 Stück und 18 Mark sür 1000 Stück einschließlich der Portokostcn bezogen werden kann. Zur Massenverbreitung, gerade auch dort, wo noch wenig oder gar nichts von der Millenniumssekte bekannt ist, ist das Flugblatt dringend zu empfehlen.

O eilenlliche B ü ch c r l> a l l e. Im M a i wnrdei, 2 3 18 Bande a >i s g e l i c h e N, Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1276, Zeltschrilten 286, Jugendschrillcn 172, Literatnr- aeicknchte 13, OlcSirfile und Dramen 44, Lander- »nd Völker­kunde 78, Knltnrgelchichtc 26, Geschichte und Biographien 140, Kunst­geschichte 13, Natmwlslcnlchall und Technoloaic 98, Heer- und Leemelen 14, Hans- und Landmlrtlchakl 28, MesimdhellSlehre 2 * Religion und Philosophie 46, Siaatswtssenlchalt 24, Sprachwissen- schall 7, FiemdsprachllcheS Bände. Nach ansivärls kamen 62 Bände.

** Das Gro tzh. Hessische Regierungsblatt Nr. 14, ausgegcbcn den 12. Juni, hat folgenden Inhalt: t. Gesetz, die Teilung von Grundstücken betr. 2. Bekannt­machung, die Konzession zum Bau und Betrieb einer elek­trischen Bahn betr. 3. Bekanntmachung, Anschlußgleis der Firma Wolf Strauß zu Darmstadt betr. 4. Bekanntmachung, die Bildung eines selbständigen Ortsgerichts und Standes­amts sür die Gemeinde Bad-Salzhouscn betr. 5. Wahlord­nung sür die Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und Ver­sicherten im Ausschüsse der Landesversicherungsanstalt Großherzogtum Hessen zu Darmstadt (§§ 1351 ss, der Reichs­versicherungsordnung).

" Konkurse t» Hessen. In dem Konknrsversghren über das

Dermöge» des Bäckers Heinrich Wilhelm Heller ln Dndcn- holen ln Priikimgstermm sämtlicher seit benr letzten Prniangs- lermin angemcldeten Forderungen, sowie Termin zur Belchlnff- iossilnq über die Verivertnng der Immobilien des Gemeinschnldners aut Dienstag, 23, Juni 1914, nnchmillags 3, Uhr, vor dem Grohh. Ainlsgerichl Seligenstadt »beraumt. In dem Konkursverlghren über das Vermögen der Firma Rndoll Rüdiger, Spengler- und FnNallotionSgelchäil in G > e ff e n, >ll mlolge eines von den Gemcin- ichnldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsverqlciche Ver- gleichstermm und Termin zur Prüsung der nachträglich ange­meldete» Forderungen ani Dienstag, 23. Juni 1814, vorniittngs 8 Uhr, vor den, Großh. Amtsgericht in Gießen anberaumt.

Landkreis Gießen.

t. Burkhardsfelden, 12. Juni. AuS der Richtting von Gießen kommend, dnrchstog gestern ein Dovpeldccker unsere Ge­gend. lieber dem Ort beschrieb er eine Kurve und nahm denselben Weg wieder zurück.

a. S t e i n h e i m, 12. Juni. Unser Schulhansnenbau hat in letzter Zeit guten Fortschritt gcniacht und wird diese Woche noch durch einen Verputz ein anderes Aussehen er­halten. Auch die Wasserfragc ist glänzend gelöst, indem es dem Bohrmeister Kuhn von Inheiden gelang, bei 45 Meter Tiefe eine starke Wasserader zu erbohren, die sogar dasl Wasser so hoch hebt, daß es durch natürlichen Druck 0,80 Meter über denl Boden ausläust.

Kreis Schotten.

b. U l r i ch st e i n, 11. Juni. In dem benachbarten Orte Ober-Scibertenrod wurden die zu dem Schulhaus- ncubau erforderlichen Arbeiten aus dem Submissionswege vergeben. Die Maurerarbeiten erhielt Maurermeister Schar- niann aus Ober-Ohmen; der Firma Sondermann & Bük- king aus Alsfeld wurden die nötigen Holzlieferungen über­tragen. Zu dem von den beiden Gemeinden Ober- und Unter-Seibertenrod beabsichtigten gcmcinsanien Bau einer Wasserleitung sollen zunächst Bobrvecsuche angestcllt werden. Erst nach der Heuernte soll damit begonnen werden.

Kreis Frievberg.

= Bad - Nanheim, 12. Juni. Bis zum II» Juni 1914 find 12 836 K I, r g ä st e gngelommen. Bäder wurden bis zum II. JiNij 133 716 abgegeben.

Starkenbnrg nnd Rhcinhcssen.

Schreckliche Bluttat im Ried.

rm. Worms, 13. Juni. In Hofhcim im Ried wurde der 50jährige Bäckermeister Abt und seine Ehefrau er» schlag enundverbrannt in ihren Betten aufgesimden. Die beiden Töchter von 17 und 20 Jahren sind schtver verletzt ins Krankenhaus nach Worms gebracht worden. Der Täter hat das Zimmer in Brand gesteckt, wodurch der Mann zum Teil, die Frau gänzlich verkohlt ist. Ms der Tat dringend verdächtig wurde der Bäckergehilfe Philipp F l o e h r aus Monzernheim in Haft genommen. Die dritte Tochter der ermordeten Eheleute ist gegenwärttg aus Besuch auswärts,

Hessen-Nassau.

m. Kirchharn, 12. Juni. Beim heutigen Schipeinemarkte waren 427 Tiere ausgetricben. Sougscrkel kosteten 25 bis 30 Mk. pro Paar. Der Handel war etwas langsam.

(I) Frankenbcrg, 11. Juni. Gestern mittag fuhr infolge falscher Wcichcnstellung der 1.28 Uhr nachmittags hier abgelasscne Personcnzug Nr. 494 nach Bestwig auf der Station Röddenau auf die Kopsrampe. Ein Reisender wurde leicht verletzt. Der Materialschaden war nicht un­erheblich.

m. Neustadt, 12. Juni. Bei dem gestrigen Untvetier hat der Blitz in unserem Nachbardorfc Wahlen, Kr. Alsfeld, gezündet. Wohnhaus und Scheune des Landwirts Korell sind bis aus den Grund niedcrgebrannt. Ein sehr toertv-olles! junges Pferd wurde erschlagen. Hier traf ein kalter Schlag das Wohnhaus des Landwirts Toienbier und tötete einen Hahn, der in der angrenzenden Scheune Schutz gesucht hatte. Die in unmittelbarer Nähe der Stadt gelegenen: Wiesen gleichen einem Sec. Die Aitt o p o st zwischen hier und Alsfeld fuhr infolge der ihr entgegenströmenden Wasscr- mcngcn gestern abend auf ihrer Rückreise in erneu Graben und stürzte um. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Mil großer Mühe gelang es den aus Gleimenhain zur Hilfeleistung herbcrgeholtcn Leuten, das Auto wieder flott zu machen.

m. Fritzlar, 12. Juni. Beim Böllers chießcn an­läßlich des gestrigen Fronleichnamstages platzte eins der Geschütze, wodurch der Scminarschüler Kluge, ein Sohn des Rekwrs Kluge in Geisa, getötet wurde.

Schwurgericht.

th. Gießen, 12. Juni.

Bon der Anklage der Urkundenfälschung

sreigcsprochen.

Wegen Persälschung einer öffentlichen Urkunde zum Zwecke der Täuschung hatte sich die 42 Jahre alte Ehesrau des Händlers nnd Hausierers Meißner von Grünberg vor dem heutigen Schwurgericht zu verantworten.

Die Anklage vertrat Staatsanwalt T r ü m v c r t. Verteidiger war Rechtsanwalt Raab. Es waren in der Verhandlung 6 Zeugen zu hören.

Ter Tatbestand der Anllage war der folgende: Dem Ehemann Keißner wurde von einer Gießencr Firma ans Grund einer ausge- klagtcn Warensorderung in Höhe von 282 Mk. am Gallusmarkt in Grünberg seine gesamte Ware gepfändet, so daß die Eheleute K. wegen ihres Erwerbes matt gesetzt waren. Ta die Psandobjcktc zur Deckung der Forderung des Gläubigers nicht hinlangtcn, ließ dieser einen Posten Heugras nachpsändcn, den der Ehemann von einer sis- kalischen Wiese gesteigert hatte. Wenige Tage nach der Pfändung des Futters mußte dieses an den Fiskus bezahlt werden, da aber hicrsür kein Geld im Hause war, ging die Angeklagte zu dem Vor­mund ihres außerehelich geborenen Kindes, für dessen Unterhalt bei der Sparkasse eine Ablindiingssmnme lnnterlcgt ist, und ließ sich die inzwischen aiisgclauscncn Zinsen zur Auszahlung anweisen, die sic dem Ehemann gab. damit er bei der Bezirkskasse den Sleigcrprcls sür das Heu, 28,50 Mk., bezahlten konnte.

Die Angeklagte lebt mit ihrem Ehemann in Gütertrennung. Als nun im Dezember die Versteigerung der Pfänder durch den Gerichts­vollzieher bewirkt werden sollte, bebauptete die Angeklagte diesen! Beamten gegenüber, das gcpsändetc HcugraS gehöre ihr, woraus der Beamte dieselbe mit ihren Anshrückzen an das Gericht verwies.

Tie Angeklagte nahm die Quittung der Bezirkskasse, welckic auf den Namen des Ehemannes lautete und änderte diese dahin ab.