Lichnvlvskp, in Gegenwatt ber Fürstin Lichnowskh und einer angesclünen akademischen Perinmmlnng von der llnivcrjiiät Oxford verliehen Der össcntliche Redner sprach von der hervorragenden Stell nnq des Kirsten, seinen vorzüglichen öffentlichen VechK-sten. u-d vag Interesse, das Fürst Lichnowsky
stets für die englische sowohl rotf für tue dentsche Philosophie gezeigt habe. Dieses Hai nnMeiselhast dazu beigetragen, ihn in den lobenswerten und heilsamen Bemühungen, und in der Sache der internationalen Freundschast onzuspvrnen, Bemühungen, die durch seine Stellung als Botschafter gefördert würden. Es nmrdc ein glücklicher Tag für Lxtord sei», wenn die Universität durch die Verleihung der wohlverdienten Ehre die Bande der Freundschaft zwischen Deutschland und England fester schmieden könnte. Der Fürst Ivurde darauf vom Vizekanzler herzlich begrüßt. der den Vorsitz führte, und nahm sodann auf den Dvkwrbänkcn Platz, Später wurde zu Ehren Lichnowskys von dem deutschen Professor Fiedler ein Frühstück gegeben, an tvclchem u. a, der deutsche Botschaftsrat v, Kühlmann und Gemahlin teilnahmcn. Am Abend nmrdc von der Universität Oxford, der deutschen Literarischen Gesellschaft und dem Englisch-deutschen Klub zu Ehre» des Fürsten ein Diner gegeben,
Bon Suffragette» in London wurden am Mittwoch weitere Gewalttätigkeiten verübt. Eine junge Frau, welche in der Dore-Galcrie Zeichnungen beschädigte, wandte sich mit einem Beile gegen einen Aufseher, der sie verhaften wollte und verletzte ihn schwer. Drei Frauen schlugen vor dem Hollotvay- Gcfängnis den Gesängnisarzt mit einer Reitpeitsche, Zwei andere Frauen griffen die Herausgeber zweier Belfaster Zeitungen heftig an, schlugen sie und beioorsen sic mit Leimtöpfen, — Zn Belfast wurde ein Haus von Suffragetten in Brand gesteckt. Zwei Frauen wurden verhaftet, von denen die eine MänncrUeidung trug, — Di« Suffragetten äscherten in der Pacht zum Mittwoch denPamllon auf einem Spielplatz in der Londoner Vorstadt Earlsfield ein, DicRcisedcsPräsidcntcnvonFrankreichnach Rußland, Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist der französische Botschafter P a l c o l o gu c nach Paris abgereist, um alle Einzelheiten über die für ven Monat Juli anberaumte Reise des Präsidenten Poincarö nach Rußland sestzusetzen.
Von der Baqdadbabn, Am gestrigen Mittwoch ist die T e i l st r e ck e der Bagdadbahn B a g d a d - S n m i k a , die eine Länge von 62 Kilometern befitzt, abgcnommcn und dem Betrieb übergeben worden.
von der deutschen Turnerschast.
In der Sitzung des Hauptausschusses der deutschen Turnerschast in Leipzig wurde am Mittwoch nach einer Begrüßung durch den 88jährigen Vorsitzenden Ferdinand G ö tz und der Erledigung einiger interner Angelegenheiten beschlossen, in den Paragraph 1 der Satzung als Zweck des Äus- schufses der Turnerschaft deren gerichtliche und außergerichtlich: Vertretung zu setzen. Der Jahresbericht ergibt ein weiteres starkes Anwachsen der Turn er sch oft in, Jahre 1813 »m 450 Vereine und 65 000 Mitglieder auf 11400 Vereine und 1 188 000 Männer und 200 000 andere Mitglieder, Eine Anzahl von Sportvereinen, namentlich von Fußball vereinen, hat sich derTurncr- schast angeschlosscn. An die Reichsmilitärbehörde ist eine Eingabe gerichtet worden, ein gewisses Mindestmaß der körperlichen Aus- bildpng als Bedingung für Tienstvergünstigungkii fkstzulctzen, Tic deutsche Turnerschast tvird .sich an den olympischen Lvielen im Jahre 1816 in einer ihrer nmrdigen ForiN beteiligen. Das Verhältnis zum Sport und zu dem nachdrücklich arbeitenden Jungdeutschlandbund ist ein gutes. Im Jahre 1813 find dre Briese Jahns herausgegeben worden. Fünf Ehrenurkunden wurden verliehen, darunter an den Gcneralscldmarjchall Freiherrn von der Goltz, 161 Ehrenbriefe zvurden im Jahre 1313 gewährt und bis zum 1, April 1814 weitere 80, Die Ferdinand-Götz- Stiftung unterstützte 44 Vereine mit 12800 Mark. Tie deutsche Turnzeitung hat eine Auflage von 16 200 Exemplaren, Das Jahnmuseum in Freiburg entwickelt sich zusehends. Nach dem Jahresbericht verlos der Vorsitzende einen Briet des Gcneralield- marschalls Freiherr,! von der Goltz, der ein enges Zusammenarbci- tenber Turnerschast mit dem Jungdeutschlanddund erhofft.
vie Sentraftasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften
trat am Mittwoch vormittag in Tannstadt zu ihrer außerordcni- lnben Hauptversammlung zusammen. In der von rund 300 Teilnehmern besuchten Versammlung bemerkte man auch die Landtagsabgeordneten Justizrat Dr, Osann und Henrich, sowie Direktor Stein. Direktor Wolf und Präsident Ofen loch lFinthcni, Ter Aufsichtsratsvorfitzende Bürgermeister Becker (Sprendlingen) leitete die Versammlung, Direktor Mager erstattete den bereits im April gedruckt erschienenen Jahresbericht, Er betonte, daß die Entwicklung der Heffcnkaffc auch im lausenden Jahre fortdauernd günstig sei. Im Jahre 1313 sei ein Umsatz von 150 Mcklivnen zu verzeichnen gewesen imd in den ersten fünf Monaten des Jahres 1914 stellte sich dieser aus 82 300 000 Mk, Der Umsatz wäre noch größer gewesen, wenn der Wcchsciverkchr in Tarlchnswcchseln noch die frühere ?lusdchnung gehabt hätte. Ganz besonders bemerkenswert sei. daß die Hesfenkasse für die ihr angclchloffcncn Gcnossenfchasten nahezu 7 Millionen Mark bcrcit- stellen konnte, Tic Forderungen an die Genossenschaften betrugen am 31, Mai d, I, in lausender Rechnung 4 362 000 Mk. und aus Wechselkonto 2 446 000 Mk,, zusammen also 6 808 000 Mk,
Vom 1, Juli ab stellt die Zentralkasse den Genossenschaften die Gebühren, die sie als Geldempfänger für den Verkehr über das Postscheckkonto zahlen muß, nicht mehr in Rechnung, desgleichen die Versicherungsprämie für die Wertversicherungen der Geldsendungen vom Sitze der Genossenschaften an die Zentralkaffe, Ter Kasse waren am 34. Mo, d, I, angeschlossen: 280 Kreditgenossenschaften, 20 Bezugs- u, Absatzgenossenschaften, 4 Molkerei» und 17 Winzergenossenschaften, 2 sonstige Genoffenschaften, 2 Zen- tralgrschältsanstalten und 2 Etnzclmitglieder, zusammen 327 Mitglieder mit 825 Geschäftsanteilen, die eine Haslfummc von 825 000 Mark bedingten, Direktor Mager Wiks des Iveitercn auf die vielfachen Vorteile hin, welche die Zentralkaffc für die Landwirtschaft als billigste Geldauelle und als Erziehungssaktor zu bieten vermag, Der Redner sprach daraus ganz besonderen Dank der Großh Regierung ans für ihre so wirkungsvolle Unterstützung, sowie dafür, daß sic in der Person der Staatskommiffars Finanzrat Dr, Michel einen so sachkundigen Herrn bestellt habe, 7luch der Darm- Itädter Bank gebühre Daitk für ihre ausgezeichneten Dienste, ebenso der Preustenkasse, der Reichsbank imd der Darmstädter fllolksbank. Der Redner bemerkte zum Schluß, daß die noch abseits stehenden 22 Genossenschaften die Interessen derjenigen Genossenschaften aujs Spiel setzten, die tzunderttansendc an die Zenlralkasic gewendet 1,-aben und ermahnte dringend, den Widerstand autzu- gebcn, denn bei einem Konkurs würden ungemein größere Kosten entstellen. Er sei sicherer Hosffrung, daß die Gläubiger rund 50 Prozent zurückcrholtcn würden, aber dazu sei rasches, gemeinsames Handeln absolut erforderlich, — Die Versammlung stimmte dem mit Beifall ausgcnommcnen Jahresbericht zu, Ter vom Vorsitzenden des AuffichlSrats erstattete Bericht über feine Täligkett, sowie über die Vorschläge zur Verteilung des Reingewinns wurde ebenfalls wie JahreSrechnung und Bilanz genehmigt, Bei der Brlchlußsassunq über die Gewinnverteilung schlug Ofenloch-Finthen vor, künftighin vom Reingewinn 10 Proz, für einen besonderen Fonds zu bestimmen, der zur Beftiedigung von Gläubigergenossenschaiten dient, Tirckior Mager hält die Grün, düng eines solchen Fonds für vcrftüht. Rach weiterer unwesentlicher Aussprache wird dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Bei der Wahl von drei durchs Los ansscheidendcn AussichtSratsmil- gliedcrn werden die seitherigen Mitglieder: Kaufmann GötI - mann-Höchst i,O,, Bürgermeister Schmidt-Echzell und Bür germeistcr Becker- Sprendlingen lRheinhcssenj wiedergcwähli. Alsdann erstattet Bürgermeister Becker für den Aufsichtsrat ftrrz Bericht über die gesetzliche Revision. Es lagen nur kleine, unwesentliche Beanstandungen (Kreditübcrschreitnngen) vor, die leicht erledigt wurden, Direktor Dr, Fitting bcstäftgt diesen Bericht, Bei den geschäftlichen Mitteilungen wurden aus Wunsch mehrerer Redner die Namen der bisher abseits stehenden 22 Genoffenschaften verlesen; Bürstadt, Babenhausen, Arctzbach, Dornhcim, Erfelden,
Ober-Roden, Rimhorn, Wciten-Gesäß. Heusclstadl, Ossenbach, Burg-Gcmündcn, Deckenhoch, Homberg, Ober-Ofleiden, Monsheim, Ossenheim, Bleichenbach, Grüningcn, Queckborn, Stecnbach, Wrch- telsheim und Wendclshcim,
Ein Mitglied erklärt, daß die Genossenschaften wohl von ihrer ablehnenden Haltung abgehen wüichen, wenn gewisse Differenzen, Wechselfordernngen ustv. erledigt seien und empfiehlt, dieserhalb mit dem StaatSkommissaf: zu oerlnurdeln. Staatskommissar Dr, Michel bemerft, daß er zu solchen Verhandlungen nicht befugt sei. Die Frage hange auch eng mit der Auszahlung des Notstandsdarlehens zusammen. Die noch abseits stehenden Genossenschaften sollten nicht immer rückwärts nach den Trümmern der alten Bank, fondcrn vorwärts schauen und endlich ihre Beitrittserklärung ab- gcben, die allein Sor dem Konkurs der alten Bank bewahren könne. Die 22 könnten ja einen Ausschuß wählen und sich immer noch alle Rechte Vorbehalten, Direktor Mager erklärt sich bereit, die Vorstände der einzelnen Genossenschaften zu unterweisen, wie sie ihre Geschäfte möglichst billig und einfach führen könnten. Nach weiterer Debatte »iacht 'Bürgermeister Feldmann den Vorschlag, die Vertreter der 22 Genossenschaften nochmals zu einer Befprech- ung einzuladen, an der auch Dr, Michel teilnehmen wird. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Um 2 Uhr fand im Kaisersaal ein gemeinsames Mittagessen statt.
Aus StaSt «nd Land.
Gießen, 4. Juni 1914.
Badezeit,
Ein kühles Bftd wird jetzt wieder zu einer ganz besonderen Wohltat für den Menschen, Doch damit mehren sich auch wieder die Fälle, die von dem Tode Ertrunkener handeln, Viele Menschen sind beim Baden zu leichtsinnig und ofl auch zu mutwillig! Besonders die Jugend liebt es, vor badenden Kameraden allerhand „Scherze" und „Bravour- stückchcn" auszusühren, die hin und wieder mit dem Leben bezahlt werden müssen. Hier wagt sich ein Knabe in eine, Stromschnclle, da will einer, der noch nicht recht schwämmen kann, einen reißenden Fluß durchauereu; dort wagt sich ein Kind aus unbekannten Grund, verliert den Boden nnver den Füßen und weiß sich in seiner Verwirrung nicht mehr zu helfen. Also Vorsicht! — Hier einige Verhaltungsmaßregeln gegenüber Ertrunkenen, Man lvird gul tun, jeden Ertrunkenen als scheintot zu betrachten. Fürs erste ist der Mund des Erlrunkenen zu öffnen und (wie dessen Nase) von Schlamm und Schmutz zu säubern, was aber natürlich möglichst rasch geschehen muß. Dann wird der Verunglückte auf den Bauch gelegt und zwar in der Weise, daß Kops und Brust tiefer zu liegen kommen als die Beine, Dies geschieht zu. dem Zwecke, damit das Wasser heraussließen kann, Untert-essen hat schleunigst jemand etwas Schnupftabak herbeizuhiolen. Der Ertrunkene Wirt) nun flach auf den Rücken gelegt, den Kopf etwas erhöht. Eine Prise Schnupsiabak wird ihm i'.n die Nase geblasen, der Schlund wird ihm mit einer Feder gekitzelt, Brust und Gesicht gerieben und bespritzt. Man lasse ihn an Salmiakgeist oder Essigäther riechen, Bleiben diese Hilfsmittel wirkungslos, so macht sich die „künstliche Atmung" notwendig, indem dem Verunglückten beide Arme langsam (doch mindestens tömal in der Minute) auf «nd nieder gezogen werden >aus der Erde hin von der Bimst bis über den Kopf), Das Aufziehen der Arme geschehe erst las g- sam, dann schneller, doch nicht allzu hastig, immer der A l- rrtimq entsprechend; bis zwei Stunden lang, wenn der Ertrunkene nicht früher atmen solllc. Die Zunge ist dabei dem Betreffenden herauszuzichen und sein Mund geöffnet zu halten,
** Tageskalendcr für Donnerstag, den 4. Juni: L i ch« t-
spielhaus: Konzerlabend. Ansang 87, Uhr.
*
*• Auszeichnungen. Der Großherzog hat dein Hoskapellmeister Paul Ottenheimer den Charakter „Hoß- ratfl dem Nechnungsrat Peter W am bald, Hauptkassiersr am Großh. Hostheatcr, das Ritterkreuz 1. Klasse des PhilippSü- ordcns, dem Kammermusiker Albert Diedrich das Rittcrr- krenz 2. Klasse des PhilippsordcnS verliehen.
**DerGencralstabdcs 18, Armeekorps triffst am Samstag in Stärke von 28Offizieren und den notwendigen Begleitmannschaften aus einer Uebungsreise zu mehrtägigem Äufenthalt hier ein. Die Quartiermacher kommen' heute mittag hier an,
** Gewerbcausstellung. Die am Mittwoch, den 27, Mai, ausgefallene Uraufsühnrng dl-S offiziellen Festmarsches „Handwerk hat g o l d n e n Boden" findet nunmehr am Sonntag, den 7, Juni (unter Leitung des Komponisten) im Abcndkonzert als erste Nummer des I zweiten Teiles statt,
** Anlagemusik, Da die Regimcntskapelle am Sonntag, den 7, d, Mts,, verhindert ist, so findet die Anlagemusik bereits am Freitag, den 5, d, Mts,, nachm, 6 Uhr statt (nur bei guter Witterung), Spielplan: 1, Stvts zielbewusst! Marsch von Fr, Meister; 2 . Ouvertüre zur Operette „Flotte Bursche" von Fr, v, Suppe; 3, Nachruf an C, M, v, Weber, Fantasie von E, Bach; 4, — na, denn mal los! Potpourri von E, Urbach,
** W a h l en z u m Ve r s ich er u n g sa m t, Am Dienstag nachmittag fand im Posikcller eine Sitzung der an der Wahl zum Dcrsicherüngsamt Gießen-Stadt beteiligten Personen statt. Außer der Ortskrankenlasse Gießeu-Sladt waren die hiesigen Bckricbskrankcnkassen, die Bäcker- und, Fleischeriiiiiuiigs kranken lassen, sowie die Ersatztassen ver- krcteii. Es wurde beschlossen, für die Wahl vom Kersiche- rungsamt Gießen-Stadt eine gemeinsame Liste einzu- reichen Bon den 6 Beisitzern zum Bersicherungsamt sollen 4 Mitglieder der Ortskrankenkasse Gießen-Siudt sein, da von den abzugebenden 12 000 Stimmen allein 9000 aus die zuletzt genannte Kasse entfallen. Die übrigen beiden Beisitzer sollen Mitglieder der Betriebskrankcntassen sein, Bon den 12 Ersatzleuten stellen auch die Jnnungs- und Ersatz- krankcnlässen je einen Vertreter, Auch über die Wahl zum VcrsicherungSamt Gießen-Land sind Verhandlungen wegen Aufstellung einer gemeinsamen Liste im Gange,
** Taub st ummeimGroßherzogtu m,Hessen, Nach einer Zusammenstellung des Direktors der Taubstum- men-Anstalt in Friedberg, Dr, Ritzcrt, gibt es in Hessen ungefähr 900 Taubstumme, Viele unter ihnen haben sich jetzt zu einem Verbände, dem „Hessischen Taubstummeu-Vcr- ein", zusammengeschlosscn, der die Erbauung eines Taub- stiimmcnheims für alle alleinstehende Taubstumme in die Wege leiten will, Vorsitzender dieses Verbandes ist Pfarrer Hosmeyer in Oflcnbach, Durch ihn sind, wie der „Sonntagsgruß" mitteilt, auch bereits Taubstummcngottcsdicnste eingeführt worden in Gießen, Lauterbach, Fricdberg, Darm- städt, Ossenbach, Bcnshcim, Mainz und Worms, In Offen °äch bestchl schon ein Wanderverein, dem nur Taubstumm« als Mitglieder angehören,
" Verlorene Post, Von der am 16, und 17, März )",tt^a>cksitrt (Main) abgefertigten Post für Uruguay ist am nac ^ bei der Ausschiffung in Montevideo ein Sack ins Meer gefallen und bei dem starken Seegang leider nicht wieder anfzusinden gewesen. Der Sack hat keine Einschreib- scndungen, auch, soviel hat festgestellt werden können, keine
Briese und Postkarten, sondern wahrscheinlich nur Druck« sachen und Warenproben enthalten,
** Zeitung und Kind, Soll man dem Kinde die Zeitung entziehen? Ueber diese Frage schreibt Engen Walther Schmidt-Leipzig in der Zesischrisi: Die „Augaa": Naturgemäß will das Kind dasselbe tun, >tws es die Erwachsenen tun sieht. Sind nicht stärkere Reize vorhanden, so will es auch die Zeitung lesen. Der wcrwollc Teil der Zeitung bleibt dem Kinde voUständig verschlossim. Es kommen also nur die lokalen und vermöchten Nachrichten in Betracht, Diese zeigen aber nicht die Wirklichkeit, sondern nur Ausnahmefälle, Der Erwachsene, der das wirkliche Leben kennt, liest hier zwischen den Zeilen, Das Kind siebt aber nicht in den Schilderungen das Tausendstel der verkehrten Verhältnisse und Menschen, die von der Regel abge,kommen sind. Hierin liegt die Gefahr des Zeitungslesens für das Kind; Soll die Schule vor der Zeftung warnen? Das würde nichts oder wenig nützen. Das einzig Richtige wäre, die Geister so gefangen zu nehmen, daß für Zeitunglesen keine Zeit mehr übrig bliebe. Dazu ist aber die Schule von beule nicht >m» stände. Die Schule, die auch gelegentlich aus Zeitungsartikel verweist, kann aber hier viel tun, Tews „Großstadtvädagogik" macht hier den beachtenswerten Vorschlag, die Schule mag das durch das Zcilunglesen erzeugte Weltbild korrigieren und aus die Ellern cinwirken, daß sie in derselben Richtung tätig sind, Deni Kinde muß die Zeitung erläutert werden, daß es das Abnorme als die Ausnahme sehen lernt,
** Ter Juni in Sinnsprüchen der Landleute, Der Juni bringt wohl nur noch selten Nachtfröste, und in diesem Monat ist auch draußen in der Nntur und in den Gärten die Blütezeit vorbei. Es kann schon manches geerntet werden, und viele Früchte zeigen sich in ihrer! besten Entwicklung, So ist der Juni der erste eigentliche Sommermonat, Nach den Wünschen der Lnndleute soll er noch keine allzu große Hitze, aber auch keine allzu große Abkühlung und nicht zuviel Regen bringen. Mr diese Wünsche der Landbevölkerung gibt es verschiedene Sinnsprüche, So heißt es: „Soll gedeihen Korn und Wein, muß im Juni Wärme sein", ,^Ut der Juni feucht und warm, wird der Bauer gewiß nicht arm", oder auch: „Bringt der Juni manchmal Regen, kommt's dem Bauer sehr gelegen, „Juni trocken mehr als naß. gibt ein volles Winzerfcrß" und tveiter: „Nicht zu naß und nicht zu kühl, nicht zu trocken, nicht zu schwül, warm und Paß und kühl und trocken, gibt's was in den Topf zu brockeift'. Viel Regen im Juni schadet deg Fluren unbedingt, und so sagt der Landmann auch nicht mit Unrecht: „Wenn naß und kalt der Juni war, so ist verdorben das ganze Jahr" »nfr ,Lm Juni große Regenflut, bringt den Bauer um Hab' und Eftrt". Winde im Juni werden für unschädlich gehalten. Deshalb heißt es in einem Sprichwort: „Wenn im Juni der Wind weht, es dem Bauer trefflich gebt' und in einem anderen: „Im Juni des Nordwinds Horn nichts mehr verderben an dem Korn".
** (Sie Einweihung der Ziegenweidc in G r o ß e n - B u s e ck hat nicht, wie uns ein gewissenloser Berichterstatter gestern mitteillc, an Pfingsten stattgesunden; sie wird vielmehr erst am nächsten Sonntag, den 7, Juni, vor sich gehen und mit einem Festzug eingeleitet werden,
Landkreis Gießen.
el. Holzheim, 3. Juni. Auf der Staatsstraße Holz, heim—Grüningen wurden 9 0 Isolatoren an der elck- irischen Fernleitung durch Steinwürfe und etwa 19 Isolatoren an der Telegraphenlcitung an der Straße Holzheim—Gambach durch Steinwürse zertrümmert. Der Gendarmerie in Lich ist es gelungen, die Täter zu ermitteln. Es sind 16- bis 19jährige junge Burschen von H.
xÄlkendorf a, d, Lda,3, Juni, Zigarrensoibrikant Form hals tu Großen-Linden, ein geborner Meudorfer, beabsichttgt hier in der Nähe des Batmhofs eine Zigurren- fäbrik zu bauen. Die seit sieben Jahren in seinem Geburts- Haus betriebene Filiale soll damit vergrößert werden. —> Der prall, Tierarzt Tr, S chach n er, der sein neues Wohnhaus und die von ihm hier gegründete Praxis kürzlick- verkaufte, ist im Schlachthnus zu Hamburg angestellt worden,
Kreis Schotten.
n, Schotten, 3, Juni, Unter dem Vorsitz des Kreis- ratsDr, Merck fand in der hiesigen Turnhalle die diesjährige K reis lehr er k on fe reu z für den lgesamtcn Kreis Schotten stall. Nach einem Slppell des Vorsitzenden an die Lehrerschaft des Kreises zur eifrigen Mitarbeit und l Förderung der Jugendpflege sprach K reisarzt Dr, Best über: „Ansteckende Krankl>eiten und ihre Verbreitung durch die Schule", Im Anschluß daran wurde die Notwendigkeit der Errichtung von Schulbrausebädern betont, Lehrer Schöpp-Mainz behandelte dann das Thema: ,,AIkoholsreie Jugenderrtehung und der Berliner Kongreß für solche Erziehung". Durch Vorführung der Heidt-Jnng- sichen Rechentafel durch den Erfinder, Lehrer Heidt- Leusel, wurde der Lehrerschaft ein neues Lehrmittel für den Rechen- ranterricht bekanntgegeben. Nachdem iimI der Besuch der tziie Werbeausstellung in Gießen durch die Schulen cttipfohlen worden war, vereinigte ein gemeinsames Millag- esjen die Teilnehmer noch zu einigen gemütlichen Stunden,
KSichen Hausen, 3, Juni, Ter hiesige Bürgermeister Litdwig Fischer III, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Aitit nredergelcgt. Der Genannte bekleidete dieses Amt seck« Jlähre, ,
, Kreis Frievberg.
L, Friedberg, 3, Juni, Der hiesige Posllnspektov rst zum zweiten Postdirektor am hiesigen Postamt ernannt worden,
L, södel, 3, Juni, Der hiesige Bürgermeister hat; wegen vorgerückten Alters sein Amt niedergeleqt ; am 13, Juni findet Neuwahl statt,
1, Vilbel, 3, Juni, Am 1, Feiertag tricbem junge Leute von Fechenheim im Alker von 18—20 Jahren hiev groben Unfug, indem sie Läden aushängten, Fenster ein- schkui gen, Passanten anrempelten und Radfahrer mitSpazier- stöcken belästigten. Dp sic trotz .Verwarnung ihre 5iand- lunc-en fortsetzten, griff die Gendarmerie ein, um die Per- sonalien festznstellen. Hierbei stieß sie jedoch auf Schwierig- fcite.v. Die etwas angetrunkenen Leute widersetztcn sich und beleitngten die Beamten, andere versuchten die J-estgenom- mentin zu befreren. Schließlich gelang cs der Gendarmerie, mit Hälfe von Zivilpersonen die .Hauptradaubrüder festen nehmi'n und ihre Personasicu festzustellcn. Es dürfte hier eine exemplarische Strafe am Platze sein,
Starkcnburg und Rheinhessc»,
ich, Bingen, 3. Juni. Vermißt wird hier scfl dem 31. Mai die 24Jahre alte Näherin Anna Sperling. Das Mädchen war mit dem 28jährigen Buchdrucker Jean Peter Dahmew, der einige Zeit in Bingen war, verlobt, löste jedoch die Verlobung auf. Gleichzeitig mit ihr ist auch der Buch- dcucker, Dahmen verschivunden.


