lüueu i>ic Perlciolgung Durazzos zu überlegen Sie erklärtctt. gegen die Ausstänöischen ins Feld ziehen yii wollen 3n der otobt herrscht reges Leben 'Altes ist ruhig. Von den Llnsständischen üblen die Nachrichten.
Durazzo, - Jhnu. Die österreichischen Kricgsschiike „Tcgctt- doli' . „Biribu» Unins" und „Zriny" sind gestern zu viertägigem Aufenthalt hier eingetrossen.
Die „Neue Freie Presse" meldet aus Skutari: ES verlautet, da» Kreta von den ausständisäien Anhängern Essad Paschas eingenommen wurden sei. Bei den Chefs der Mohammedaner in Tkutäri wurde eine Anzahl von türkischen Fahnen nitbcdt, die dieser Tage ge!.ist werden loVIten. Die MohammKtancr agitieren Her öffentlich >ur ein Zusammengehen mit den Aus- ständischen. dagegen ist die christliche Bevölkerung bereit, für den Fürsten einzutreten, Essad Pascha soll seine hiesigen Anhänger zu sich besohlen haben, Sic seien auch bereits zu ihm unterwegs.
Enthüllung von Zürftenstcindbildern in Speyer.
Tvener, 2 Juni Unter zahlreicher Beteiligung der vro- tenantischen Bevölkerung der Pfalz wurden heute vormittag 10 Uhr i» der Turmhalle der Gcdächtniskirche die von d c u t s ch e n F ü r - st e n, darunter vom Kaiser gestisieten und von Professor Max B a u m b a ch angciertigten Standbilder der vrotestie- r e n d e n Fürsten a u s den, R c i ch s t a g c zu S p e n e r im Fahre 10 29 in feierlicher Weise enthüllt. Tie zur Ausstellung gelangten Statuen find die des Markgrafen Georg dcS Frommen von Brandenburg. Johann des Beständigen, Kurfürsten von Sachsen, Ernst des Bekenners, Herzogs von Brauuschwcig und Lüneburg, des verzöge Franz, sowie des Landgrafen Pbikivv des Großmütigen von Hessen und des Fürsten Wolsgang von Anhalt Als Vertreter des Königs Ludwig von Banern wohnte Regicrungsvräsident von Neuster, als Vertreter des Kaisers der Obcrvrästdcnt der Nheinvrovinz, Freiherr von Rheinbaben, der Enthüllungsseier bei. Auch die übrigen fürstlichen Stifter waren durch Abgeordnete vertreten, darunter auch der Großherzog vvi, Hessen. Ferner hatten der Senat der freien und Hansa» stadt Hamburg sowie die obersten deutschen evangelischen Kirchcn- vehördeu und die theologischen Fakultäten der Universitäten Heidelberg. Bonn und Siraßburg, sowie die an der Protcstation im Jahre 1029 beteiligt gewesenen damaligen Reichsstädte und das Direktorium der Kirche der Augsburger Konsesfiou in Strastburg Delegierte entsandt. Die Wciherede hielt Konsistorialrat T r o st - Speyer, woraus die Hülle siel. Gesang erössnete und schloß die eindrucksvolle Feier. 'Alsdann fand ein Fcstqottcsdienst statt, bei den, der Hof- und Tomvrediqer Bit es-Berlin die Festvredigt dielt. Um 1 ',1 Uhr fand im Wiitclsbacher Hof ei» Festmahl statt, in dessen Verlaut an den deutschen Kaiser und an den König von Bauern sowie die übrigen Fürsten Huldigungs-Telegramme abgesandt wurden.
Dcutfcbes KcieB,
Der Kaiser ist am Dienstag vormittag 11> * Uhr tm Automobil zur Besichtigung des Kinderheimes >n A h l b eck eingetrosten.
Der Reichskanzler v, Bcth mann-, Hollweg richtete an den Bruder des verstorbenen Obcrvräf identen Dr. S ch iv a r z k o v s s, Rittergutsbesitzer Sckwarztövst aus Rose bei Altomischel folgendes Beileidstelegramm ! „Schmerzlich bewegt durch die Nachricht von dem plötzlickten 'Ableben Ihres von mir aufrichtig verehrten Herrn Bruders svreche ich Ihnen und den übrigen Hinterbliebenen meine wärmste Teilnahme aus. In dem so trüh Dahingeschiedcnen erleidet der königliche Dienst einen schweren Verlust. Ueber die Grenzen der ihm anvcrtrautcn Provinz hinaus wird des ausgezeichneten Geistes und der Charaktcr- eigenichasten des Verewigten, seiner in mannigfachen Aemtern bewährten staatsmännischen Begabung und seiner gewinnenden .Herzensgüte stets in Ehren gedacht werden." — Der Reichskanzler beauftragte den Geheimen 'Obcrregierungsrat v. Eichmann, ihn bei der in Posen stattsindenden Trauerseicr zu vertreten und am Sarge einen Kranz niederzulegen.
A u s I a b e r n. Vergangenen Freitag wurde, wie die „Straß- burgcr Post" aus Zabern meldet, der Schlosserlehrltng Korn-' inann, der zweitletzte Insasse des Pandurenkellers, der seine Schadenersatzklage noch nicht zurückgezogen hatte, durch den Militär- siskus zufrieden gestellt, indem ihm durch dessen Verireter sOMarkalsEntschädigungsürcinenausgeschla- geneu Jahn eingehändigt wurden. Es schwebt letzt nur noch die Entschädigungsklage Fritsch, der wegen seines angeblich »urch die Inhaftierung entstandenen rheumatischen Leidens 900 Mark fordert.
Der dritte Kongreß der internationalen Verein i g u n g s ü r R e ch t s - u n d W i r t f (! ) a f t s v h i l o s o v h i e tagt vom 2. bis ö. Juni in Frankfurt a. M. Zu Ehren seiner Mitglieder gab die Stadt im Kaiscriaal des Römer ein Festessen, an dem ». a. Oberbürgermeister Voigt, Professor Tr. Josef Köhler- Berlin, Oberlandesgerichtspräsidenl Dr. Tvahn als Vertreter des vreustischen Justizministeriums, Geheimer Obcriustizrat v. bessert als Vertreter des Großherzogs von Hessen, des Protektors der Vereinigung, Freiherr v. Jmhoff als Vertreter des Reick>samts des Innern u. a. hervorragende Persönlichkeiten der RechtSwissenschafr und der Finanzwclt teilnahmen. Oberbürgermeister Voigt begrüßte die Erschienenen und hieß sie namens des Magistrats der Stadt Frankfurt willkommen, Professor Tr. Köhler- Berlin dankte dem Oberbürgermeister und schloß mit einem .hoch auf die Stadt Frankfurt.
21u»lati*.
Von den englischen Frauenrechtlerinn e n. Als Lloyd George aus einer in seiner Vaterstadt Criccieth unter freiem Himmel stattsindenden Versammlung redete, wurde er fortwährend von Suffragetten unterbrochen, die, während der Minister sprach, mit Hämmern bewaffnet, die Highstreet entlang zogen und^zahlreiche Fensterscheiben zerschlugen.
Ein Säbe 1 duell zwischen spanischen Abge. ordneten. Wie aus Madrid gemeldet wird, fand dort Dienstag fküh zwischen dem Abgeordneten Soriano und Antonio M a n r a , dem Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten, ein Säbelduell statt. Beide wurden an der Stirn leicht verwundet. Das Duell war wahrscheinlich durch den Zwischenfall in den Wandelgängen der Kammer am 27. Mar veranlaßt.
Uirche und Schule.
Der deutsche Lehrertag in Kiel.
Aus Kies wird vom '2. Juni gemeldete .heute vormittag wurde die deuische Lehrerversammlung durch den Vorsitzenden, Lehrer Röhl-Berlin, eröffnet. Oberpräsidialrat v. Bülow bewillkommnetc die Versammlung namens des Kultusininisters und namens des verhinderten Obecpräsidente» der Provinz Schleswig-Holstein. Vize- admiral Koch, stürmisch begrüßt, namens der Kaiserlichen Marine, Oberbürgermeister Dr. Linde mann im Namen der Stadt Kiel, der Rektor der Universität Kiel Pros. Tr. F i ck c r im Namen der Universität, Lehrer h e ch t im Namen des Kieler Lehrervereins. An den Kaiser wurde ein Huldi- gungstclegramin gesandt, in welchem die Versammelten die unverbrüchliche Treue gegen Kaiser und Reich erneuern.
Darauf folgte ein Vortrag des Rcichstagsabg. Ober- studienrats Tr. K e r s ch c n st e i ne r über „Die nationale Einheitsschule". Es folgte den, Bortrag eine lebhafte Aussprache, wonach folgende Entschließung einstimmig angenommen wurde,
Tie Tcutschc Lchrcrversammlung fordert in Uebereinsiimmung mit den Ausiührungen und den Leilsätzcn des Vortragenden die organisch gegliederte nationale Einheitsschule, die einen einheitlichen Lehrerstand zur notwendigen Voraussetzung hat, und in der jede Trennung nach sozialen und konsessionelle» Rücksichten beseitigt ist. Sic richtet daher an alte Volks- und bildungstreundlichcn Kreise des deutschen Volkes die Aufforderung, alle Kräfte daran zu setzen, daß die der Verwirklichung dieser Einheitsschule entgegenstehenden Widerstände überwunden werden.
Au» Stadt und Lano.
Gießen, 3. Juni 1914.
Tr in ker- Fü rsor g« st e II e für Stadt und Landkreis Gießen, Gieße» Aster>vcg S. Sprechstunde jede» Donnerstag abend v bis 7'/, Uhr. ,
** Der Groß Herzog hat aus Anlaß des 5 0 jäh - rigen Geschäftsjubiläums der Firma Dyckerhoff & Söhne in Amöneburg die nachstehenden Auszeichnungen verliehen, das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Senior und Mitbegründer der Firma, Großh. Hessischen Geheimen Kommerzienrat Gustav T y ck e r h o f f in Biebrich! das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Fa- brikantcn Otto D y ck c r h o s f in Amöneburg, dem Prokuristen Albert Usener in Biebrich, das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps das Großmütigen dem Vorsteher der Kasse und Buchhaltung Albert Rorh in Biebrich; das Silberne Kreuz des eVrdienstordens Philipps des Großmütigen dem Leiter der Mühlenanlagen, der Faß- und Gasfabrik Wilhelm Ecklcr in Amöneburg, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Fabrik- ausseher Joses Kiefer in Amöneburg, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" dem Ziegler Josef Schardt in Amöneburg, dem Maschinisten Peter S ch e r e r in Biebrich, dem Weißbinder Johann Siebenhaar in Kastcl.
** Schulwesen. Ter Großherzog hat dem Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Dieburg Adalbert Fe eher, dem Oberlehrer an der Oberrealschule zu Mainz Karl Faustmann und dem Oberlehrer an der Realschule zu Butzbach Dr. Wilhelm Wagner den Charakter als Professor erteil,
** 3 n den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Volksschule zu Nidda Hermann Hotz auf sein Nachjuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung der Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.
**Uebertragen wurde am 27. Mai d. I. dem Schulamtsaspiranten Gustav Müller aus Rohrbacks die Lehrer- stekle an der Volksschule zu Altenhain. — Erledigt ist eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zuGroß-Steinheim. 1
" Vcränderunge n in der 25, Division, Frei- berr Raitz v. Frentz, Oberst und Kommandeur des Jn- janlerie-Leib-Regiments Großherzogin (3. Großh. Hessisches) Nr. 117, mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Regimontsunisorm zur Disposition gestellt und zur Vertretung des beurlaubten Kommandanten des Truppenübungsplatzes Döberitz kommandiert. — v. Tiede- ma n n, Lberitieutnant beim Stabe des Infanterie Regts. Gras Kirchbach <1. Niederschles.) hör. 48, unter Beförderung zum Obersten zum Kommandeur des Jnsanterie-Leib- Regts. Großherzogin ^Großh.Hess.) Nr.lt? ernannt. — Ritter und Edler v. Braun beim Stabe des Jnsanterie- Leib-Regiments Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, kommandiert zur Dienstleistung beim Kricgsministcrium, als Abteilungsches.— Fischer, Oberstleutnant und Bataillonskommandeur im 5. Großh. Hess. Jnsanterie-Regimcnt Kr. 168, unter Versetzung in den Generalstab der Armee zum Chef des Generalstabs d. Gouv. voü Metz ernannt. — Radermacher, Major beim Stabe des Konigs-Jnf.- Regts. >6, Lolhr.) Nr. 145, als Bataillonskommandeur in das ’5. Großh, Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168 versetzt. — S ajb s, Oberleutnant irrt Jnfanterie-Regt. Kaiser Wilhelm "(2. Großh. Hess.) Nr. 118, in das Kommando zur Dienstleistung als zweiter Offizier vom Train-Depot des 16. Armeekorps zum Train-Tepot des 21. Armeekorps übergetreten.
** „(£ n g a l i rt der Kun st". Die hiesigen Abteilungen des Deutschen Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien und des Frauenbundes der Deutschen .Kolonialgesellschaft veranstalten am 20. Juni d. I. eine eigenartige Ausführung, die im Gegensatz zu den gewohnten Basaren diesmal die Kunst im Dienst der Wohltätigkeit zu Worte kommen läßt. Aus dem großen Gebiet der Malkunst wird unter sachverständiger Leitung, wie man uns schreibt, ein Gebiet herausgegrifsen werden, an dem schon mancher Meister sein Können versucht und unvergängliche Werke eschassen Hot. die „Engeldarstellungen". In lebenden Bil- ern werden die großen Kunstwerke vor unseren Augen erstehen, und wenn auch zugegeben werden muß, daß in unserer materiell veranlagten' Zeit der Begriff „Eng'l" keine Heimstätte mehr hat, weil er im Gegensatz zu unserer naturwissenschaftlichen Anschauung steht, so hat doch der Begriss als solcher, als verklärte Gestalten des Jenseits, als Derkürperlichung von Barmherzrgkcit, Mitleid und^Liebe die großen Meister des 14. und 15. Jahrhunderts zu schilp jungen begeistert, an denen wir uns auch heute noch vom Standpunkt des Kunstbcgrisfs erfreuen und erheben. Hier werden also die Gestalten aus einer überirdischen Welt in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt, um den beiden Vereinen, deren Hauptarbeitsfeld Werke der Barmherzigkeit und Menschenliebe sind, die so dringend notwendigen Mittel zuznführen. Außerdem soll ein Teil der Einnahmen der Sammlung des Roten Kreuzes zusließen. Wenn aus den Erfolgen der lebenden Bilder „Engel in der Kunst" aus anderen Städten, wie Aachen, Darmstadt und Frankfurt auf die hiesige Veranstaltung geschlossen werden kann, dann darf man wohl behaupten, daß hier etwas Seltenes und in künstlerischer Beziehung Einzigartiges zustande kommt. Nicht nur die leitenden Damen von Bojanowski & Spiegelberg. sondern auch die hiesigen Kräfte, die sich in den Dienst der guten Sache stellen, bürgen auch hier für einen vollen Erfolg.
** Einbruch. In der Nacht aus 1. Feiertag wurde in der Wohnung eines Schreincrmeisters im Schisfenberger Weg cingebrochen. Ter Dieb holte durch das Speisckammer- senster nach Entfernen des vorhandenen Drahtgitters die Vorräte an Wurst, Schinken und Speck im Werte von etwa 50 Mk. Tie Tochter des Bestohlenen hatte spät abends ein verdächtiges Geräusch gehört, ohne daß man der Ursache nachging. Erst am andern Vormittag entdeckte man den Diebstahl. Nach den Fußspuren ist der Dieb von der Gutenbergstraße durch den Garten des Bestohlenen cingedrungen.
»» Gut abgelau sen. Gestern nachmittag wurde an der gefährlichen Kreuzung Seltersweg-Goethestraße ein Schüler durch einen auswärtigen Kraftwagen angerannt und samt seinem Fahrrad unter einen glücklicherweise gerade Hai tenden Wagen der Straßenbahn geschleildert. Das fremde Auto hielt auf der Stelle, aber es war keine Hilfe nötig denn bevor sich noch die Insassen des Autos und der Straßenbahn von ihrem Schreck erholt hatten, schwang sich der so glücklich Verunglückte mif sein Rab und fuhr davon
** Im „Licht spiel haus", Bahnhosftraßc, stndct morgen lDonnerstag abend nach längerer Pause wieder ein Konzert 'Abend (Kapelle 13 Mann- statt. Im Fümprogramm ist besonders der große Paihe-Scklager „Die Furcht vor der Freude" hervorzu- heben, während im musikalischen Teil als Kowerteinlage ine Jus-
tuyrung n'i unuollettucten ta - m o i t - s y in p h o n t c von Schubert vorgesehen ist.
D i e Z i e g e ii z u ch t ist in unserem Kreise dank der Tätigkeit des Krcisziegcnzuchtvereins und der Landwirischastskammer seit den letzten Jahren sehr im Aufblühen begriffen, und auch die Gemeinden unterstützen sie nach Kräften. So konnten an Pfingsten wieder zwei neue Ziegenwcidcn cingeweiht werden, nämlich gestern in Großen-Buseck im Beisein d,'s Lanbiagsabg. Fenchel-Lberhörgern und heute in G r o s, e n - L i n d e n durch Landtagsabg. Bürgermeister Leun. Mit beiden Festlichkeitm waren Verlosungen verbunden.
** Wiederherstellung deS Lottehauscs in Wetzlar. Man schreibt uns aus Wetzlar! Das Lottebaus, das OleburtS- und Wohnhaus der Charlotte Buss, das durch Goethes Weither zu einer Stätte von klassischer Bedeutung geworden ist, wird gegenwärtig einer notwendigen gründlichen Wiederherstellung kinterzogcn, die den Bau des denkwürdigen Hauses für lange Zeiten sichern und seinen Räumen ein der Wertherzeil möglichst entsprechendes Gkvräge wiedergcben soll. Ta diese Arbeit mit erheblichen Kosten verbunden ist, so wäre cs sehr wünschenswert, wenn aus dem großen Kreise der Goelbeverehrcr Beiträge gestiftet würben, die an das Bürgermeisteramt Wetzlar einzusenden wären. Es hat sich hier eine „Vereinigung der Freunde und Freundinnen des Lotte saus es" gebildet, wozu auch der Beitritt auswärtiger Mitglieder sehr willkommen wäre. Anmeldungen mit Angabe des Jahresbeitrages nimmt das Bankhaus Otto Kellner, Wetzlar entgegen. Zu icder weiteren Mitteilung ist O b e rle h re r a. T. Seher gern bereit.
Lanvkreis Gießen, kl. Lollar, 30. Mai. Der am 4. Mai d. I. wegen schwerer Körperverletzung in Untersuchungshaft genommnie Zimmergeselle H. Z. ist heute aus der Hast entlassen worden, da sich der Zustand des verletzten K. ,H. glücklicherweise so gebessert hat, daß keine Lebensgefahr mehr besteht.
l. Birklar. Dem Landwirt B. wurden durch die Schrotmühle drei Finger abgerissen.
Kreis Alsseld.
L, Alsfeld 2. Juni. Aus bet großen Zuchtviehauk- t i o n , die der Landwirtschastskammer-Ausschuß für Oberhcssen ab» hielt, übertras das Angebot sehr stark die Nachfrage, die Preise waren daher gedrückt. Von den 125 Zuchtbullen wurden nur 26 verkauft. Ter teuerste Bulle kam aus 855 Mark.
A Freien st einau, 2. Juni. Ihr 50sä hri g es Jubiläum feierte die Hebamme Frau Jäger. Sie amtiert, trotz ihrer 75 Jahre, auch in Fleschenbach und Holzmühl.
Kreis Lauterbach, id. F r i s ch b o r n, 2. Juni. Am Psingsttag konnte unsere K'irchengemeindc die Feier der Weihe eines neuen prächtigen A l I a r k r e u z'e s und alter von Frau Major Riedescl gestifteter Altarlcuchter begehen. Das von Herrn Erbmarschall Ricdescl auf Eisenbari, besorgte Kreuz, dessen Anschasfungskosten durch freiwillige Gaben gedeckt sind, stellt eine Sehenswürdigkeit dar, wie sie in unseren: oberhessischen Dorskirchcn wohl kaum noch einmal so anzu- tresten ist. Ter Körper ist von einer bewundernswerten Lebcnswahrheit. Das Kreuz ist in Barockstil ausgeführt, vergoldet und an den Ecken mit Glassteinen gcschmücki, der Sockel ist reich verziert, an der Vorderseite ist ein Spruch eingelegt.
id F r i s ch b o r n, 2. Juni Am Sonntag, den 14. Juni, findet hier ein größeres Bezirksturnfest statt, bei dem mehrere hundert Turner Gäste unseres nun bald zwei Jahre bestehenden Turnvereins sein werden,
Kreis Schotten, b. Schotten, 2. Juni. Seit l^ April d. I. gehören die Gemeinden Bobenhausen II, Ober-Seibertenrod und Unter- Seibertenrod zu denjenigen Gemeinden des Kreises, in denen den Inhabern oder Verwaltern von Lehrerstellen Ortszulagen gewährt werden können. Im »ergangenen Jabre wurde diese Vergünstigung den Gemeindm Stumpertenrod, Stornsels und Burkhards zuteil. Die Ortszulagen werden aus Staatsmitteln bestritten.
Kreis Friedberg.
L Friedberg, 2. Juni. Heute halten im Hotel Trapp die Lehrer, welche vor 25 Jahren das Seminar Friedberg verlieben, eine Zusammenkunft. Einbcrufer ivaren die ehemaligen Seminaristen Hoforganist Müller und Lehrer Presser von Darntstadt. — Unter dein Vorsitz des alten Schweitzer- Odenhauscn kamen im .Prinzen Heinrich" die Lehrer, welche 1858, 1857 nnd 1860 von Frieoberg abgegangen waren, zusammen, davon waren noch 10 erschienen,
— Bad-Nauheim, 2. Juni Die beiden Psingstseiertage brachten unserem Badeorte sehr starken Fremdenverkehr, und der gestrige Ptingslball im Kursaalc erfreute sich eines so zahlreichen Besuches wie seit vielen Jahren nicht. Leider begann gegen ie,H Uhr ein starker Regen. '— Eine stattliche Zahl 5kurgästc ist bereits eingetroffen. Das Ernst-Ludwigs-Heim ist seit 14 Tagen voll besetzt und beherbergt 140 Kurfremde.
k. Butzbach, 30. Mai. Dieser Tage wurden hier die Gemcindesteuerzcttel zugestellt. Es wurden ansgeschlagen aus 100 Mk. steuerpslichtigcs Vermögen 18.01, Pfg. und auf auf 1 Mk. staatliche Einkommensteuer 112.8 Pfg. — Für die älteren Kriegsschulden ivurden ausgeschlagcn aus 100 Mk. steuerpflichtiges Vermögen 0.972 Pfg. und aus 1 Mk. staatliche Einkommensteuer 7.2 Psg.
f. Bilbel/2. Juni. Am Samstag mittag wurde der Knecht sd».'s Landwirts Schwind hier tot aut dem Felde ausgesunden, wo er mit zwei Pserden beschäftigt war. Nach ärztlicher Untersuchung ist er an einem Schla gansall gestorben. — Zu dem am Samstag berichteten tragischen Fall in Ober-Esch dach wird noch folgendes initgoterlt: Nach dem ärztlichen Befund des Kreisarztes Dr. Nebel in Friedberg wurden Spuren, die aus Gewalteinwirkungen dritter Personen schließen lassen, nicht vorgefnnden. Es ist sonach mit Bestimmtheit anzunehmen, daß der verstorbene Unbekannte Selbstmord verübt has. Ueber seine Personalien ist noch nichts Näheres bekannt geworden.
A. Büdesheim, 2. Juni. Am 2. Pirngstfeiertag wurde der Installateur .Heinrich Heilmann von hier erhängt in seiner verschlossenen Wohnung ausgcsunden. Der Verstorbene wurde vor etwa 3 Monaten wegen Mordversuchs an seinem Schwiegervater und Schwager verkaitel, jedoch vor 4 Wochen wieder aus der Unter, suchungshast entlasten. Ter Grund zur Tat wird in den Familien- verhältnissen zu erblicken sein.
Slarkenburg und Rheinhessen, rm. Darmstadt, 3. Juni. Die weitere Vernehmung des verhafteten Stud. Vogt, sowie das weiter im Lause der Untersuchung gesammelte Material haben mit großer Sicherheit den Beweis erbracht, daß die Ehefrau des ermordeten Hcndrich zum mindesten Mitwisserin, wenn nicht gar die Änstistertn des Verbrechens ist. Das Verhalten der Frau hat von der ersten Minute an, als sie von dem Brand die erste Mitteilung erhielt, ausgefallen. Gerichts- chemifcr Tr. Popp- Frankfurt hat in der Zwischenzeit weiteres wertvolles Material gesammelt, das den sicheren Beweis erbringen dürste, daß das Verbrechen von langer Hand vorbereitet war. Auch hat sich jetzt das Instrument, ein kleines Stahlhämmerchen, fcststellen lassen, mit welchem der Schlag aus dir Schläfe ansgejübrt wurde, da dieses genau in die Schädelverletzung paßt. Frau Hendrich ist gestern abend aus dem Sanatorium bei Hoshcim in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliejert worden.


